Meine Frau trinkt heimlich

  • Hallo Andi,

    herzlich willkommen. Klasse das Du dich traust hier zu schreiben. Du wirst sicher noch viele Gedanken finden.

    Respekt, wenn Du mitten in einem Faß sitzt und den Überblick behalten hast.

    Hilfe durch Nichthilfe, heißt es, aber auf einem Pulverfaß, das ist eine Herausforderung für Dich, der Weg wird der Gleiche sein.

    Schreib doch noch etwas von Deiner Situation.

    LG Kaltblut

    Sie standen dar und fragten sich warum und nur einer meinte: warum nicht.

  • Hallo Andi und Willkommen hier im Forum!
    Wie gut kann ich dir nachempfinden! Habe ich doch auch lange Jahre so gelebt, an der Seite eines Alkoholikers, bis wir endlich einen Schlusspunkt fanden.
    Ach ja, die Kontrollen! Das ist so eine richtig fixe Idee von mir geworden. Von der Arbeit heimgekommen, habe ich sofort in der Speisekammer und den anderen "Bestimmten Orten" nachgesehen. Immer auf hab acht, immer wieder nachschauen, immer wieder sehen, was macht er, wo ist er jetzt wieder, riecht er nach Alk. ..... Und die "langen" Abende kenne ich auch noch zur Genüge. Bis ich nicht mehr konnte. Mein Körper gestreikt hat und mir gesagt hat: Schluss jetzt, oder du gehst wer weiss wohin.

    Es ist sehr gut, dass du hier gelandet bist. Schreibe ruhig noch mehr von der Seele. Lasse deine Wut raus. Deine Enttäuschung.
    Und dann kannst du handeln. Für Dich und Deine Kinder. Die leiden ja mit. Ganz egal wie alt sie sind. Sie nehmen alles mit.

    Liebe Grüße, Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Hallo Andi,

    also ich sehe keinen Unterschied zwischen Dir und den Anderen hier.
    Die Lebenssituationen sind vielleicht etwas unterschiedlich, die Ausprägung von co-abhängigem Vergalten kann sich unterschiedlcih äußern,aber im Grunde geht es bei Dir und allen Co´s darum, seine Gefühle, Bedürfnisse benennen zu lernen, sich selbst in den Mittelpunkt zu stellen und nicht für den bereits abhängigen oder auf- dem-Wege -dorthin Partner die Verantwortung zu übernehmen.

    Zitat

    ich weiss jetzt so überhaupt nicht, ob ich es jetzt ansprechen muss und thematisieren?! kann ich ihr denn noch helfen, dass sie nicht abhängig wird?

    Alles, was Dir auf der Seele liegt, ist es wert, angesprochen zu werden, nur muß Deine Frau dann aber für sich eine Entscheidung treffen, was sie mit Deinen Ansagen macht. Wieso soltest Du es nicht ansprechen? Du machst Dir sorgen. Es nicht anzusprechen, es viell. sogar noch zu beschönigen, es zu verdrängen, das ist co-abhäniges Verhalten.

    Und Andi, Du kannst ihr nicht helfen. Du kannst sie höchstens darauf aufmerksam machen, ihr die Hilfsangebote benennen, aber alles andere liegt bei ihr!


    Lieben Gruß

    S.Käferchen

  • Hallo Andi,

    herzlich willkommen bei uns im Forum.

    Zitat

    es fehlt nichts. offensichtlich hat meine frau gestern nacht nicht getrunken. schade ist nur, dass ich mich gar nicht freuen kann,


    Kann es sein, dass du dich nicht freuen kannst, weil du im Grunde ahnst, das dies kein sicheres Indiz für ein nicht trinken ist?
    Ich habe mich einmal gefreut, das mein Mann nichts getrunken hatte, und hab es auch geglaubt. Womit ich nicht gerechnet hatte, ist der Einfallsreichtum. Da wurden leere Flaschen mit Wasser gefüllt.

    Du kannst deiner Frau nicht helfen, sie alleine muß für sich zu der Erkenntnis kommen, das sie zumindest ein Alkoholproblem hat.

    Ich weiß wie schwer der Weg ist, dies anzuerkennen. Das heißt ja schließlich seine Machtlosigkeit zu sehen und sie dann irgendwann zu akzeptieren.

    Natürlich kannst du es ansprechen, das ist auf jeden Fall besser, als zu schweigen.
    Denn dieses Schweigen wird dich mit der Zeit einengen, bei mir hat es außerdem zu Kontaktverlusten geführt, weil ich glaubte, ich muß zuhuse sein, damit mein Mann nichts trinkt und nur nichts nach draußen dringt.

    Als ich begonnen habe, offener mit dem Thema umzugehen, habe ich erfahren, das einige sehr wohl mitbekommen hatten, das mein Mann trinkt.

    Ich habe mir für mich Hilfe gesucht, hier im Forum, bei einer Suchtberatungstelle, und in einer Angehörigengruppe.
    Das trinkverhalten meines Mannes ist das gleiche geblieben, aber ich konnte für mich erkennen, das es nicht in meiner Macht liegt, etwas daran zu verändern.


    lg Lämmchen

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Zitat von Erdling

    Hallo Andi,
    leider kannst Du recht wenig tun, um Deiner Frau zu helfen.

    ABER.. du kannst JETZT anfangen,etwas für dich zu tun!!!! Schau auf dich und deine Gefühle... sag Ihr,was DU fühlst...


    Zitat von Erdling


    Ich habe in den letzten Monaten meiner nassen Zeit auch Nachts trinken müssen, einfach um meinen Pegel zu halten.


    Ich denke, genau so war es bei meinem Noch.. er ist quartalmäßiger Spiegeltrinker...und es gibt ja auch verschiedene Schattierungen bei den alkoholerkrakten.. einge trinkne tage ...wochen gar monatelang nix...
    zeigt ja auch das folgende Zitat:

    Zitat von Erdling


    .Einige Stunde oder Tage ändern auch nix daran, viele Alkoholiker sind unter sozialen Druck zu temporären alkoholfreien Zeiten fähig.

    Zur Zeit ist mein Noch -laut eigener Angabe-trocken .. ich hab ihn im Vorbeifahren gesehen und die Gedanken kommen ja ohne Überlegung...meine Gedanken waren : "Gesoffen---gepennt und nu auf ´n Weg zur Freundin.." AUßerdem hat er ein weiteress Suchtmittel im Repertoire....das kiffen... :roll: Ich glaube auch, das du längst weißt, dass das Trikverhalten deiner Frau krank ist...

    Zitat von Erdling


    Ich vermute das Deine Frau längst Krank ist und das Du wohl auch durchaus auch schon Co Verhaltensweisen an den Tag legst.
    Ich würde Dir raten einen Thermin in einer sSuchtambulanz zu machen und Dich dort beraten zu lassen.
    Liebe Grüße
    Erdling

    Das unterstreiche ich voll und ganz... Das Vergleichen der eigenen Co-Anteile mit denen der anderen hier erinnert mich ein wenig an das Vergleichen was ich damals erlebte, als ich versuchte mich über eine Zeitungsannonce mit einer anderen Betroffenen auszutauschen.. sie meinte, als ich schrieb, dass mein Noch sich auf 2 Flaschen Schnaps täglich hochtrinken würde, dass ihrer ja GsD nur Bier(8Flaschen ) und Wein(3Flaschen) trinken würde.......

    Mag sein, dass du am Anfang stehst.. mit Sicherheit am Anfang, hinzuschauen!!! und nun glaub es mir, wird es schwierig werden wegzusehen!!!

    Nimm die Vorschläge in dein Herz und wäge ab, welche zu dir passen.. verlier DICH Nicht aus den Augen.. und nur noch eins: Du kannst NUR dich selber ändern...deine Frau muss ihren eigenen Weg wählen..so bitter dies auch in deinen Ohren klingen mag.. es gibt ja auch einen Weg , der für dich unmöglich ist....

    Viel Kraft Tihaso

    co-abhängig...Sich auf den Weg machen - egal wie schwer er ist!!!

  • Hallo Andi,

    Dein ganzer Beitrag hätte von mir sein können. :oops: Genauso habe ich auch gedacht.

    Zitat

    " bei jeder anderen krankheit ist es selbstverständlich dass der gesunde dem kranken hilft und pflegt. jeder wird bewundert, der bedingungslos und aufopferungsvoll dem kranken zur seite steht. wieso soll das bei alkohol so gar nicht gelten.


    Suchst du nach Bewunderung und Schulterklopfen von anderen? Das sind eindeutige Co - Symptome, weil wir uns immer über die Anerkennung von anderen definieren.
    Ich habe lange gebraucht, um mir darüber klar zu werden, aber was bringt dir die Anerkennung, wenn du dabei selbst auf der Strecke bleibst?
    Ich kann dir von mir sagen, das mein Selbstbewußtsein auf Null war, und manchmal noch immer ist. Das es mir nur gut gehen konnte, wenn es den anderen auch gut ging.

    Zitat

    es muss ja nicht unter aufgabe der eigenen persönlichkeit sein.


    das aufgeben der eigenen Persönlichkeit geht schleichend, das habe ich gar nicht bewußt wahrgenommen.
    Hier mal ein Treffen abgesagt, Feste gemieden, mir eingeredet, zuhause ist es am scvhönsten, da fühl ich mich wohl, ich brauche keine anderen Aktivitäten.
    Das ganze hat mich in die Isolation geführt, ich hatte kaum noch Kontakte nach außen.
    In dieser Zeit habe ich das nicht vermisst, denn ich war ja beschäftigt. Mit der Krankheit meines Mannes, für ihn war ich da, räumte ihm alles aus dem Weg, damit er keinen Grund zum trinken hatte.
    Aber er hatte immer einen, und natürlich war ich die schuldige. Er führte die absurdesten Gründe an.
    Auch die habe ich versucht abzustellen, und zum Schluß habe ich mich gefühlt wie eine Marionette.

    Zitat

    jetzt gilt es, so objektiv wie irgend möglich, nach wegen zu suchen, ihr zu helfen ohne sie blos zu stellen oder sie in irgendeiner form zu demütigen, sondern ihr das gefühl zu geben, dass jemand da ist, der ihr beisteht und mit ihr einen weg sucht, wieder gesund zu werden.


    Ich konnte nicht objektiv sein, dazu war ich zu nah dran, und zu tief in der
    CO - Falle gefangen.
    Du kannst ihr den Weg aufzeigen, aber sie muß sich alleine auf den Weg machen. Damit meine ich Arzt aufsuchen, Suchtberatung usw.
    Wenn du mit bloßstellen, Entschuldigungen für das Verhalten deiner Frau meinst, dann kann ich dir sagen, das es nicht ohne geht.
    Denn erst wenn sie spürt, das du ihr Verhalten nicht mehr deckst, sieht sie vielleicht einen Grund, etwas zu verändern.
    Ich weiß, wie schwer das ist, plötzlich nicht mehr bei der Arbeitsstelle anzurufen, und sie mit irgendwelchen erfundenen Dingen zu entschuldigen.
    Fällt mir auch heute noch schwer, aber im Kopf weiß ich, das es richtig ist.

    Zitat

    also wie kommt man konstruktiv und vielversprechend zu so einer aussprache


    du kannst mit einem nassen Partner keine konstruktive Aussprache führen, er wird dich mit seinen Gründen überrennen.
    Gründe zum trinken wird er immer finden.

    Zitat

    ich mag es nicht glauben und werd es auch nicht so schnell akzeptieren.


    Das konnte ich auch anfangs nicht glauben und akzeptieren, aber als CO solltest du genauso vor dem Alkohol kapitulieren, wie der Alkoholiker selbst. Das fiel mir sehr schwer, weil ich ja immer der Macher sein mußte. Also wollte ich das auch in den Griff bekommen.
    Aber ich stehe dem Alkohol machtlos gegenüber, er ist stärker als ich jemals sein kann.

    Andi, vieles mag sehr hart klingen, aber ich gebe hier nur meine eigenen Erfahrungen weiter. Leider waren und sind es zum Teil sehr schmerzhafte Dinge, die wir lernen und erfahren.
    Wenn du magst, lies mal hier:
    https://beispiel.rocks/beispiel.rocks…bhaenigkeit.php

    lg Lämmchen

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo Andi...

    Lämmchen hat schon zitiert an Stellen, die auch mir ins Auge stachen... Bewunderung und Anerkennung für die Pflege eines kranken Familienmitgliedes.....mir bleibt dazu noch etwas zu schreiben: andewre Krankheiten können NICHT durch Selbsterkenntnis gestoppt werden...sie können unter Umständen durch Therapien (Krankengymnastik..Ergo oder medizinischer Art) geheilt werden... oder gemildert.... bei einem Alkoholkranken gibt es keineHeilung... es gibt die Möglichkeit einer Therapie und einer Entziehungskur mit anschließender stationärer Therapie , es fruchtet allerdings nur, wenn der Betoffene selbst aus eigener Einsicht den entschluss fasst.. und mit stetem daran arbeiten (ein Leben lang!!!) kann er selber diese Krankheit stoppen..nicht heilen!!!!


    Ich weiß, dass jeder hier seinen eigenen Weg geht und sein eigenes Tempo braucht... auch wir Co´s.... ich brauchte etliche Rückfälle meines Nochs und 2 Langzeittherapien , um festzustellen, ich kann nur mich selber retten und da hab ich kapituliert vor seiner Sucht und seinen Suchtmitteln... ich weiß, ich kann sie nicht besiegen...und jetzt kämpfe ich für mich und unsere beiden Kinder...

    Alles Liebe Tihaso

    co-abhängig...Sich auf den Weg machen - egal wie schwer er ist!!!

  • Hi Andi

    Ich hab Dich schon im Vorstellungsbereich gelesen und möchte Dir gerne zwei Links dalassen, die Du vllt. mit ein bisschen Zeit einmal lesen magst.

    Das sind die
    Grundbausteine für Coabhängige
    und die
    Grundbausteine der Nüchternheit für Alkoholiker/Innen

    Ich bin sicher, einen Teil Deiner Fragen wirst Du Dir aus den Grundbausteinen heraus selbst beantworten können.

    Nimm Dir Zeit zum Lesen und sacken lassen. :wink:

    LG Skybird

    Lebendige Grüsse
    skybird

  • guten morgen andi,

    solange deine frau noch keine krankheitseinsicht hat,kannst du für sie leider nichts tun.
    ob du erst so richtig auf die fr....fallen musst kann gut möglich sein,bei jedem ist der tiefpunkt unterschiedlich.ich musste mehrfach so richtig auf die fr...fallen bevor ich erkannt habe das ich völlig am boden war weil sich der ganze belämmerte zustand auf mein ganzes leben ausgewirkt hat.
    ich brauchte einige jahre viele tiefpunkte um endlich aufzustehen.
    ich hab erst sehr spät loslassen können,allein hätte ich das nicht geschafft.ich hab mir hilfe gesucht.
    durch eine selbsthilfe gruppe und hier durch das forum hab ich begonnen meine kleinen schritte zu laufen.ich kann sagen es fühlt sich gut an.ich bin mir wichtig geworden.
    zu deiner frage wegen alkohol im haus.müssen tut gar keiner was.jeder für sich selbst entscheidet ob er alkohol zu hause hat oder nicht,da kommt es auf die ganz persönliche einstellung zum alk an.
    der alkoholkranke hat mit sicherheit keine schwäche,sondern die einsicht krank zu sein.
    wenn du dich jetz als nichtkranker bezeichnest wird es auch keine einschränkung in deinem leben geben,es sei du kannst nicht auf alk verzichten.doch wie gesagt das muss jeder für sich entscheiden.
    ihr müsst auch keine feste vermeiden,die kann man ganz gut ohne alk feiern.
    wenn es denn mal so sein soll,werden sich manche dinge automatisch lösen wenn eine krankheitseinsicht da ist.
    ja,lieber andi,ich stand damals genauso hilflos da und hab gedacht mit mir wird nein muss er es schaffen,wenn ich nur helfe.
    nein es geht nicht,es ist ein kampf gegen windmühlen.

    glg kathrin

  • Guten Morgen Andi!
    Co oder nicht Co - Die Frage dreht sicht immer wieder in meinem Kopf herum, aber erst seit diese Krankheit bei mir entdeckt wurde. Dabei bin ich es aber schon mehr als 25 jahre.
    Dass es jetzt, wo mein Mann trocken wurde, plötzlich vorbei sein soll, war mir eh klar - kann nicht sein. Steckt viel zu tief drin.
    Aber ich habe mich riesig gefreut als das "Wunder" geschehen ist, und mein Mann endlich, endlich, endlich auf mein direktes Eingreifen in unser Leben die Wende geschafft hat.
    Ob es nun Co war ihm dabei zu helfen - sprich allen Alk im Haus zu entfernen, Rezepte umzustellen, Freunde, Verwandte, Bekannte zu verwirren - ist mir egal. Seine Trockenheit geht mir vor, denn das ist unser gemeinsames Leben, das wir nun hoffentlich für immer gemeinsam leben wollen.
    Im neuen, befreiten umgang miteinander. Zuverlässig jeden Tag, jede Stunde. Ansprechbar jede Stunde!!!! Du, das ist eine Lebensqualität, die so viel wert ist - habe ich so lange vermisst. Vor allem bei Problemen mit den Kindern.
    Ja, und überhaupt die Kinder.! Die sind jetzt nur noch stolz auf ihren trockenen Vater. Und haben eine neue, sehr vernünftige Einstellung zum Thema Alk bekommen. Unsere sind erwachsen, werden jetzt wahrscheinlich alle beide das Haus verlassen. Aber ich weiss, dass es ihnen jetzt gut geht.
    Das waren so mal meine Gedanken zu deinen Fragen.
    Es kann schon sein, dass du noch Zeit brauchst, um reagieren zu können, aber ! jede Stunde ist verlorene Zeit. Für dich und die Kinder.
    Liebe Grüße, Gotti.

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Hallo Andi,
    wenn deine Frau erkennt, dass sie erstens ein Alkoholproblem hat, zweitens krank ist und drittens dagegen etwas tun will, habt Ihr eine Chance zusammen.

    Ich lese bei Dir eine riesen Angst vor Bloßstellung raus. Die hatte ich auch, bevor ich in die Offensive, sprich nach aussen gegangen bin.
    Es gibt einen Spruch, der mir sehr geholfen hat:

    Es ist keine Schande, zu gestehen, dass man alkoholkrank ist. Es ist eine Schande, nichts dagegen zu tun.

    Nur Offenheit wird dich weiterbringen. Sei offen zu ihr, sag ihr ehrlich, dass Du dir Sorgen machst. Du könntest ihr anbieten, mit ihr zur Suchtberatungg zu gehen. Wovor hast Du Angst?
    Das ist Liebe und hat nichts mit Co-Abhängigkeit zu tun.
    Co-abhängig verhältst Du dich, wenn du weiterhin das Deckmäntelchen der Lüge über deine Frau hältst und so tust, als merktest du nichts. Wenn du weiterhin Ihr Alk-Problem vertuscht, verlängerst Du das Leiden nur. Ihres und vor allem Deines.

    Und Andi, nur weil ich schonungslos ehrlich meinem Mann gegenüber war, hat er sich auf den Weg in ein trockenes Leben gemacht. Er macht gerade eine LZT.

    Er hat vor seiner Kur überall Klartext geredet, bei Nachbarn, in der Arbeit. Es war sehr befreiend für ihn.
    LG Thelma

  • hallo andi,

    die umgehensweise mit alk im alltag ist so schwer wie du es dir selber machst.das es eine volksdroge ist weiss ich.doch müssen musst du gar nichts.müssen hat was mit zwang zu tun.
    darum meine ich kommt es bei jedem auf die persönliche einstellung an.wenn du auf alk im haus verzichtest ist das gut so.andererseits ist es wurscht ob der alk im keller steht oder im laden um die ecke.wer trinken will findet den weg.du bist NIE schuld an einem rückfall.
    ich will damit sagen das es für mich auch richtig ist eine alkfreie zone zu schaffen,doch dann in erster linie weil du es als wichtig ansiehst,nicht für deine frau.
    die bekennung hat nichts mit blosstellen zu tun,sieh es mal anders,es ist eine krankheit die nur so zu stoppen ist.die angst vor bekannten kann ich verstehen aber meist stösst man auf verständnis und vielleicht haben sich ja auch schon bemerkt wie es läuft. :wink:
    glg kathrin

  • Ich nochmal,
    pandora hat recht.
    Als ich im Freundeskreis offen darüber geredet habe, bin ich ausnahmslos auf Verständnis gestossen. Keiner hat meinen Mann verurteilt.
    Im Gegenteil, viele bewundern uns jetzt wegen unserer Stärke und Offenheit. Plötzlich öffnen sich andere und berichten von Alkohol-Geschichten in ihren Familien- und Freundeskreisen.
    Einige sagten mir, sie wussten eh bescheid, sie haben sich nur nie getraut, mich darauf anzusprechen.
    LG Thelma

  • hi andi,

    verfolge deinen thread und wollt mich nun auch mal melden.... ;) ich kann gut verstehen, dass sich in deinem kopf grad alles dreht. bisschen viel infos (hier) auf einmal vielleicht. und du machst dir viele gedanken weil du deine frau ja liebst und nich verlieren willst. das geht jedem so denke ich. aber ich habe ein bisschen das gefühl, dass du den 10. schritt vor dem 1. tun willst....?! meinst du denn, dass deine frau -nach einem eventuellen, noch nicht stattgefundenen - gespräch eine einsicht zeigen würde, oder bereit sein würde, hilfe anzunehmen? ich wünsche es dir sehr, aber erfahrungsgemäss ist es ja nicht so einfach.und vor allem nicht so schnell. also ich würde denken, sprich doch erstmal überhauptmit ihr und dann warte ab wie ihre reaktion sein wird. falls diese direkt positiv ist (???sehr fraglich, ich will dir keine hoffnung nehmen, aber...der alki hat halt sowas wie ne scutzfunktion für seine sucht, fühlt sich schnell angegriffen, beleidigt) solltest du ihr vielleicht erstmal dabei helfen, sich hilfe zu suchen (professionelle wahrscheinlich, oder?). und erst dann macht es doch sinn,über evt. maßnahmen während ihrer (noch entfernten) trockenheit nachzudenken. oder? nicht bös gemeint, ich verstehe total, dass man versucht, die ganzen infos zu fassen und zu verstehen und evtl. anzuwenden, nur kann man evtl. den überblick verlieren!? ich hoffe in diesem sinne, dass du deine gedanken geordnet kriegst, mir ist das nur so stark aufgefallen, dass du dir theoretisch alles so schön versuchst, zurecht zu legen...
    übrigens: ich gehöhre auch zu denen, die noch mit ihrem partner zusammen sind und gemeinsame veränderungen erlebt haben und bin zzt sehr happy mit ihm. :) (es ist noch zu früh für mich, zu sagen, wirhaben es geschafft, denn ich weiß, es kann auch wieder anders kommen, aber es gibt zumindest berechtigte hoffnung!)

    liebe gruß.

  • Hi Andi! Ich geben dem "Mädchen" völlig recht. Du wurschtelst dich viel zu sher in der Theorie herum. Was wäre, wenn, usw. Ganz höchstwahrscheinlich wird es so sein, dass deine Frau bestreitet, ÜBERHAUPT ein Alk-Problem zu haben. Meine Mutter hat 20 Jahre lang bestritten, ein Problem zu haben!!!!! Obowhl wir alle die Fahne gerochen haben, obwohl sie besofen auto gefahren ist, usw....

    Rede dir deine Situation nicht schön. Und vor allem: Schau nicht in die über-übernächste Zukunft. Sondern schau erst mal auf morgen. Rede mit ihr. Und zwar schnell. Und dann kannst du weiterdenken.

    Ich wünsche dir auf jeden Fall viel Kraft. Wie geth es eigentlich euren Kindern? Hast du mit denen schon geredet? Kinder ahben ganz sensible Antennen. Die wissen wahrscheinlich eh schon, was los ist. Glaubst du nicht? Ich schon.

    LG tini

    Kleine Schritte sind besser als gar keine!

  • Hallo Andi,
    solange deine Frau ihre Abhängigkeit nicht offen zugibt, hast du keine Chance, dass sich was ändert. Ich spreche aus Erfahrung: Bin jetzt im 15. Jahr trocken. Mein Mann hat in dieser schweren Zeit zu mir gehalten, aber auch mit der Konsequenz, dass ich zum Arzt gehe und mir Hilfe hole. Wir sind seit 1973 ein Paar, also soviel zum Thema: In guten wie in schlechten Zeiten. Auch wir haben Kinder und unser Familienleben ist nicht auseinandergebrochen. Du siehst, Ihr habt eine Chance!
    Liebe Grüße und gib nicht so schnell auf!!
    Liebe Grüße
    Elisabeth

  • Hallo Andi,

    Alkoholiker sind die besoffenen Penner unter der Brücke, nicht wahr? Das Du nicht möchtest, dass Deiner Frau so ein Ruf angehängt wird kann ich verstehen. Das diese sog. Penner die wenigsten der Alkoholiker sind, sondern die im stillen Kämmerlein die in der Überzahl sind, ist nicht so allgemein gebräuchlich. Ist ja auch nicht gerade ein Salonthema, das sich für Smalltalk eignet. Es hat hier schon ein Umdenken stattgefunden, nur reden die Menschen da nicht unbedingt drüber, wen es nicht betrifft, der hat auch selten Grund dazu. Deshalb hält sich diese seltsame und falsche Sicht so hartnäckig in vielen Köpfen. Du scheinst jetzt zu den Betroffenen zu gehören, oder? Wenn man mal aus seiner Ecke kommt, finden sich sehr viele, die irgendwo in Ihrer Familie einen Alkoholiker haben und sie wissen, dass das im Grunde Menschen wie Du und ich sind und nicht irgendwelche abstrakten Penner.

    So ist es aber nun mal leider so, dass Alkoholismus wenn er nicht gestoppt wird, immer schlimmer wird statt besser. Irgendwann ist es nicht mehr das Trinken schnell zwischendurch im stillen Kämmerlein, sondern irgendwann ist die benötigte Menge so groß um die gewünschte Wirkung zu erreichen, dass das nicht mehr reicht und der Konsum häufiger und mehr wird. Bis es irgendwann soweit ist, dass sich voll trunken in der Öffentlichkeit oder auch vor Freunden und Bekannten bewegt wird. Das klappt für den Alkoholiker auch wunderbar, da ein Bestandteil der Sucht die absolute Fähigkeit zum Selbstbetrug gehört. Es wird sich einfach eingeredet, das merkt schon keiner und gut ist. Und er glaubt das auch.

    Was glaubst Du stellt Deine Frau mehr bloß, sich für alle sichtbar voll trunken in der Öffentlichkeit zu bewegen, was kommen wird, wird die Krankheit nicht gestoppt oder ihr Körper gibt vorher auf, oder zu sagen ich bin Alkoholikerin und möchte nicht das in meiner Gegenwart getrunken wird?

    Und glaubst Du wirklich die Umwelt merkt nicht was los ist und zwar schon bevor es „öffentliche Auftritte“ gibt. Glaub mir sie merkt es, dann ist die von Dir befürchtete Bloßstellung schon geschehen, ohne das jemand auch nur ein Wort gesagt oder zugegeben hat. Und dann geht das Getuschel erst recht los.

    Soviel dazu, aber das ist alles Zukunftsmusik und sollte Dich jetzt noch nicht beschäftigen. Zum einen hat sie ihren Konsum noch unter „Kontrolle“, sprich sie ist noch :!: weitestgehend in der Lage sich aussuchen zu können wann sie trinkt und zum anderen ist noch nicht trocken. Immer ein Schritt nach dem nächsten. Bevor es darum geht, sich auf ein Leben mit einem trockenen Alkoholiker einzustellen muss er erstmal trocken werden.

    Vorher steht erstmal die Einsicht Deiner Frau das sie alkoholabhängig ist, der Wille etwas dagegen zu tun und dies auch in die Tat umzusetzen. Drei verschiedene Paar Schuhe. Denn Einsicht in die Krankheit heißt noch nicht, Wille etwas zu unternehmen und der Wille etwas zu unternehmen heißt nicht, ihn in die Tat umzusetzen. Der Alkohol gibt Deiner Frau etwas, dass außer ihr keiner versteht dem es nicht ebenso ging und das herzugeben, zu sehen das sie einem Trugschluss aufsitzt, muss sie bereit sein. Wer gibt schon gerne etwas her von dem er glaubt es sei gut für ihn, es hilft ihm? Das das ihr Leben ruiniert, wird ausgeblendet. Versuche nicht Sucht mit Logik zu begreifen, das geht nicht, den Sucht kennt keine Logik.
    Und wenn Sie trocken wird, ist es allein ihre Entscheidung wie sie damit umgeht, ob und wem sie etwas sagt, welche Schritte sie für notwendig hält nicht nur um trocken zu werden, sondern es auch zu bleiben. Wenn es auch schwer fällt, das zu akzeptieren, Du hast in dieser Angelegenheit gar keine Aktien. Das ist allein Sache Deiner Frau, denn es ist ihr Leben und es wäre Ihre Trockenheit.

    Im Moment ist es doch so, dass Deine Frau heimlich und nicht unerhebliche Mengen trinkt und Du nicht weißt, wie Du damit umgehen sollst.

    Du hast Dich hier ja schon ein wenig durchgelesen und inzwischen erfahren, dass Deine Möglichkeiten ihr zu helfen mehr als begrenzt sind. Zur Zeit umkreist und belauert ihr Euch ja fleißig. Du kontrollierst bzw. hast es getan und sie versucht so zu trinken dass Du es nicht mitbekommst. Glaub mir Alkoholiker haben feine Antennen, wenn es darum geht ihren Stoff zu schützen. Mich würde es nicht wundern, wenn sie Dein Misstrauen und Deine Kontrollrunden schon längst mitbekommen hat und jetzt entsprechende Strategien dagegen entwickelt.

    Das einzige was Du tun kannst, ist mit ihr zu reden und dabei bei Dir zu bleiben. Was ich an Deiner Stelle auch tun würde, damit erstmal eine Grundlage geschaffen wird. Wie gesagt zur Zeit umkreist ihr Euch nur, das ist ein Umstand, kein Zustand. Ihr zu sagen, dass Du Dir Sorgen machst, dass Du Angst um sie hast. Das es Dir wehtut zu sehen in was sie da rein rutscht bzw. schon gerutscht ist. Sowas in der Art. Ob Du damit Deine Frau erreichst, kann keiner sagen. Aber vielleicht hilft es Dir, weil Du dann nicht mehr das Gefühl hast nichts getan zu haben, egal was danach kommt. Du hast getan was Du konntest. Nimm Dir Zeit und Ruhe zu überlegen was Du ihr sagen möchtest. Ihr zu sagen was sie zu tun und zu lassen hat, was nach Deiner Meinung gut für Sie ist führt zu nichts. Du bist nicht sie.

    Sachen wie Beweisführung, wann, wo und wieviel getrunken wurde führen zu nichts, Du drängst sie in eine Ecke und wer reagiert da schon entgegenkommend und einsichtig? Sie wird es abstreiten, so fundiert die Beweise auch sind, Du hast Unrecht, Punkt Ende der Diskussion. Argumente wie, du/wir haben es doch gut, Probleme sind da um sie zu lösen, prallen ab. Der Alkoholiker sieht das ganz anders, deshalb trinkt er ja. Weil es ihm eben nicht gut geht und Alkohol ein „prima“ Kompensationsmittel ist für alles mögliche. Wenn Sie Dir sagen würde was der oder die Auslöser sind, sofern sie das selbst so genau bestimmen kann, würdest wahrscheinlich mit dem Kopf schütteln und zig Lösungen wissen. Das kommt aber nicht an, denn es sind die Probleme Deiner Frau, die sie selbst nicht lösen kann, warum auch immer und wofür sie den Alkohol verwendet. Kinder anzuführen, ist ebenfalls sinnlos. Zum einen kommt dann das schlechte Gewissen, was oft zu noch mehr Konsum führt und zum anderen greift da wieder die „wunderbare“ Fähigkeit des Selbstbetruges. Es wird sich eingeredet, dass alles garnicht so schlimm ist und alle anderen übertreiben. Richtig nicht nur Du, sondern gleich alle anderen.

    Vielleicht denkst Du mal über den Vorschlag von Erdling mit der Suchtberatung nach, ich finde es eine gute Idee. Die sind nicht nur für die Abhängigen da, sondern auch für die Angehörigen. Vielleicht kann man Dir da auch was das Gespräch mit Deiner Frau angeht weiterhelfen, es vielleicht mal durchspielen.

    Die einzige wirkliche Hilfe ist Nichthilfe. Den Alkoholiker die Konsequenzen seiner Sucht spüren lassen. Sie nicht mehr zu kontrollieren, ihr auf der anderen Seite aber auch offen zu sagen, dass sie getrunken hat wenn Du es merkst. Oder Sei es, dass sich die Kinder abwenden, sie dann nicht anzuhalten sich doch um die Mutter zu kümmern. Sie wollen nicht und sie wissen warum. Sie es, dass der Haushalt nicht mehr funktioniert und dann nicht zu erledigen was sie nicht getan hat obwohl sie es wollte. Seien es die Freunde und Bekannten die sich abwenden, ihr Verhalten nicht entschuldigen oder begründen, ihr nicht zu sagen, Dein Verhalten war gar nicht sooooo schlimm, der andere hatte einen schlechten Tag. Alles Beispiele, was eben alles so getan wird, weil man nicht möchte, dass der Mensch den man liebt leidet, weil man doch so gerne helfen möchte.

    Dieses Leid ist selbst gemacht und mit dieser Form der „Hilfe“ verlängert man es, man verkürzt es nicht. Denn ohne die Konsequenzen seiner Sucht spüren zu müssen, wird der Alkoholiker weiter trinken. Er hat doch keine Nachteile, er kann trinken und hat alles andere.

    Wenn Du zögerst, weil Du vielleicht Angst hast sie zu verletzen, ungerecht zu sein, dann überlege mal wie sehr es Dich verletzt, wenn sie Dich belügt und den Alkohol Dir vorzieht, wie ungerecht es Dir gegenüber ist, Deine Frau mit jemand anderem teilen zu müssen, dem Alkohol. Du hast auch ein Recht auf Deine Gefühle.


    Gruß
    Skye

  • hallo andi,

    schön das du die gedankenanstösse annehmen kannst,
    ja ich wollt auch immer mit dem kopf durch die wand,hab mir mit meinen gedanken eine lösung zurecht gelegt und so musste das auch passieren.
    erst mit der zeit lernt man zu verstehen.ich wünsch dir alles gute.

    glg kathrin

  • hi andi, erstmal gute besserung........ :roll: du armer.

    nur damit ich das richtig verstehe: du hast immer noch nicht mit deiner frau gesprochen, kein bisschen?? korrigier mich bitte wenn ich was übersehen hab...... falls nicht - sei mir nicht böse, aber denkst du wirklich, dass das ein guter weg ist?? erst mit der familie (schwester, mann...) zu sprechen, hier, evl. bei der caritas (alleine???) und nicht mit ihr? willst du bei der caritas unterstützung für dich, wie du mit ihr umgehen sollst oder dich für sie informieren? ich mein, klar hast du dich mit dem thema erstmal beschäftigt, das ist ja auch ok - aber ich könnte mir vorstellen, dass es so immer schwieriger wird, WENN du dann irgendwann mit ihr redest. wenn sie rauskriegt, was du schon alles "hinter ihrem rücken" unternommen hast, wird sie doch eher total abblocken, noch mehr also sowieso schon denk ich. versetzt dich doch ma in ihre lage.
    und darüber hinaus - wie hier ja vielfach erklärt - wenn sie selbst keine hilfe will, wirst du sowieso nix machen, egal was du noch versuchst. ok - vielleicht will sie ja hilfe, aber DAS solltest du vielleicht erstmal rausfinden, oder?!

    ich find toll was du machst und das du dir so viel gedanken um sie machst aber da fällt mir der satz ein - "gut gemeint ist das gegenteil von gut gemacht".
    naja hoffe mal, das ich unrecht hab.....

    also nix für ungut,nur meine spontanen gedanken.
    einen schönen tag und nochmal gute besserung.....

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