Merkmale für ein EKA

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Was mir noch einfällt: Ich kann mich unheimlich für neue Projekte begeistern und reinstürzen. Nach einer Zeit verliere ich das Interesse und lasse das dann auslaufen. Kann aber auch wieder aufflammen.

    Beispiel: Beziehungen, Spiele, Bücher, Projekte an der Arbeit.

    Ist was spannend, hänge ich mich unheimlich rein und gebe Vollgas. Setzt voraus, dass mich das Thema selber völlig überzeugt und ich mich wiederfinde. Wird es schwierig oder eintönig, wende ich mich ab.

    Mir ist aufgefallen, dass ich dabei das Talent besitze, andere mitzureißen und für das Projekt zu begeistern. Dass, wenn ich Feuer und Flamme bin, ich das anderen genauso nahebringen kann. Und iwie verläuft es dann im Sand…


    Keine Ahnung, was das über mich aussagt und ob das mit der EKA-Geschichte zusammenhängt.


    Dazu fällt mir noch ein, dass ich schön regelkonform bin und immer brav folge. Solang es Sinn für mich ergibt! Integrität ist hier wichtig: Nehme ich die Person oder die Maßnahmen nicht für voll, da ich sie für unsinnig erachte, werde ich rebellisch. Erachte ich dir für sinnig, folge ich brav.


    Mein Sohn ist genauso, anhand seines Verhaltens konnte ich mich spiegeln und wiedererkennen.

    Löwenzahnkinder kämpfen sich durch.
    Sie halten den gegebenen Umständen stand und überleben tapfer -

    ganz gleich ob zwischen Beton oder in der tiefsten Wildnis, ob bei Sturm, Regen oder Sonnenschein.

  • Hallo loewenzahnkind,

    ich finde mich in sehr, sehr Vielem wieder, was du über dich erzählt hast.

    Nach allem, was ich inzwischen über EKAs, ihre entwicklungsbedingten Verletzungen, ihre Verhaltensmerkmale und Schutzmechanismen erfahren habe, wage ich zu behaupten, dass es mit dem zu tun hat, was wir in unseren jeweiligen dysfunktionalen Familien erfahren haben. Zwar sind die einzelnen Familien und Erfahrungen völlig unterschiedlich und auch wir sind als Persönlichkeiten grundsätzlich völlig unterschiedlich und doch gibt es etwas, was uns EKAs immer wieder irgendwie gemeinsam ist.


    Die Frage ist, wie wir damit umgehen können, wir wir etwas an uns verändern können, damit wir nicht länger unter dem leiden, was mit uns geschehen ist.


    Ich selbst bin schon eine Weile auf dem Weg und auf der Suche nach dem, was MIR helfen könnte. Ich hab den Eindruck, so spüre ich es derzeit, schon recht gut vorangekommen zu sein.


    Als irgendwie wohltuend habe ich anfangs empfunden, hier in diesem Forum Erfahrungsberichte von anderen gefunden zu haben und dadurch, dass ich mich in einigem wiederfand, nicht mehr so allein und so anders zu fühlen.


    Mich hat auch inspiriert, was andere für sich getan haben, welche Hilfen sie für sich gefunden haben.


    Ich wünsche dir, dass du hier ebenfalls Inspiration und Hilfe findest.


    Vor Kurzem habe ich von „Somatic Experiencing“ nach Professor Peter Levine und „NARM“ nach Professor Laurence Heller als Therapie-Möglichkeit erfahren. Beides sind körperorientierte, behutsame Therapieformen, die sich für sogenannte Entwicklungstraumata eignen sollen. Ob das tatsächlich etwas für mich ist, weiß ich noch nicht, aber mein Interesse ist geweckt.


    Viele Grüße

    AufderSuche

  • Geht es euch auch so, dass ihr das Gefühl habt nirgends wirklich hin zu gehören, euch gleichzeitig danach sehnt aber dennoch Angst habt irgendwo tatsächlich anzukommen?

    Darin erkenne ich mich wieder, ja. Meine Eltern, beide früh verstorben, waren auch Alkoholiker, ich bin ein Scheidungskind, und die klassische, glückliche Rama-Familie aus der Werbung habe ich auch nie erlebt. Ich habe die Jahre ohne Familienplanung ins Land ziehen lassen, und nun bin ich 50, und die Zeit hat mir die Entscheidung abgenommen: In diesem Leben gibt es keine Kinder mehr. Vielleicht wollte ich auch nie eine Familie. Haus mit Carport, Garten mit Sandkiste, ein Hund und zwei Kinder -- das war nie meine Welt, die hat mir eher Angst gemacht. Vielleicht habe ich da einen Dachschaden aus meiner Kindheit mitgenommen.


    Eine Zeitlang war ich bei der Drogenberatung, und meine Suchtberaterin hat immer mal wieder versucht, das Thema auf diese Zeit zu lenken. Mir war das immer etwas unangenehm. Gut möglich, daß ich da einiges noch nicht aufgearbeitet habe, aber ich sträube mich dagegen, meine Drogen- und Alkoholsucht mit meiner Kindheit zu erklären, das wäre mir irgendwie zu einfach. Ich möchte lieber die Gründe bei mir selbst suchen.


    Inzwischen habe ich mir aber mal in der Großstadt eine hübsche Single-Burg gebaut, und das Projekt "Schöner wohnen" ist gerade wieder angelaufen. Ich hab hier also ein kleines Zuhause, wenn auch ohne Familie und ohne Partnerin. Das letztere würde ich gerne nochmal ändern, irgendwann.


    Grüße,

    Hanseat

  • Ich hab mich immer anders und allein gefühlt, inzwischen habe ich Menschen kennenlernen dürfen, die mir ähnlich sind.

    Das geht mir immer noch so. ;(

    Löwenzahnkinder kämpfen sich durch.
    Sie halten den gegebenen Umständen stand und überleben tapfer -

    ganz gleich ob zwischen Beton oder in der tiefsten Wildnis, ob bei Sturm, Regen oder Sonnenschein.

  • Zitat

    Zitat von Sisu

    Geht es euch auch so, dass ihr das Gefühl habt nirgends wirklich hin zu gehören, euch gleichzeitig danach sehnt aber dennoch Angst habt irgendwo tatsächlich anzukommen?

    Zitat

    Zitat von AufderSuche

    Ich hab mich immer anders und allein gefühlt, inzwischen habe ich Menschen kennenlernen dürfen, die mir ähnlich sind.

    Das geht mir immer noch so. ;(


    Darin erkenne ich mich wieder, ja.

    ... komisch ... es gibt noch andere Menschen, denen es geht wie mir!


    Warum spricht nur niemand darüber??? Kein Wunder, daß man da dem Suff verfällt. :roll:

  • Erstmals aufgefallen ist so eine ähnliche Zwickmühle an Krebspatienten, wenn ich meine Mutter zu ihrer Behandlung begleitet hab. Viele sind sehr verschlossen und irgendwo auch eigen, wenn sich die Gelegenheit bietet, Erfahrungen miteinander zu teilen. Meine Mutter versteht das vollkommen, ich wiederum nicht so ganz. Ich glaube, man muss wirklich jeweils drinstecken.

  • Hallo ihr lieben,


    leider weise ich auch einige ähnliche Merkmale wie ihr auf.

    Meine Mutter war Alkoholikerin und ich musste sehr früh alleine auf mich gestellt sein.

    Sie ließ mich öfters alleine in der Nacht und ging saufen, irgendwann in der früh oder spät in der Nacht kam sie sturzbesoffen Nachhause.

    Manchmal hörte ich einfach einen Knall und sie fiel um oder sie kam mit einem Mann Nachhause und ich hört sie stöhnen.

    Das sind so ekelhafte Erinnerungen.


    Einmal kam sie sturzbesoffen Nachhause wollte unbedingt Soundboxen von meinen Bruder holen, dafür musste sie über eine Holzleiter da er im oberen ausgebauten Stock sein "Zimmer" hatte.

    Sie konnte das gleichgewicht nicht halten und stürtze samt Leiter zu Boden - sie war Ohnmächtig.

    Ich dachte sie sei Tot.

    Es war ein schock für mich.

    Ich kniete vor ihr schrie ganze Zeit "Mama, Mama" - ich war vielleicht 6-8 Jahre alt.

    Sie wachte auf, an mehr kann ich mich nicht mehr erinnern.


    Ein anderes Mal zog ich mir einen sehr großen und tiefen Holzsplitter ein und ich rannte hinunter zur Haustüre (nicht Wohnungstüre) - die leider versperrt war. (Es gab damals keine Gegensprechanlage in dem Haus)

    Ich bekam unglaubliche Angst und rannte zur Nachbarin die mir half.


    Meine Mutter ist mittlerweile verstorben.


    Ich merke an mir dass mich ebenso schnell etwas langweilt aber genau so schnell kann ich für etwas brennen und feuer und flamme sein :/

    Nie habe ich mich auch irgendwo dazugehörig gefühlt und immer schon wie das Schwarze Schaf.

    Ich war einfach immer anders.

    Das bin ich heute noch.


    Ich lasse auch sehr schwer jemanden an mich ran und habe eine große fette Schutzmauer um mich - seit eh und je.

    Angst vor Verletzungen und Verlust sind stark ausgeprägt.


    Mein Selbstwert eher schwach obwohl ich nach außen sehr Selbstbewußt bin oder wirke...


    Bin auch ein sehr skeptischer Mensch und traue kaum irgendjemand oder irgendwas.

    Trotzdem bin ich grundsätzlich ein Rationaler Mensch und habe eine sehr gute Menschenkenntniss entwickelt.

    Bin ebenfalls sehr Analytisch und beobachte Situationen und Menschen sehr genau bevor ich mich öffne.


    Zweifel selber sehr an mir und beziehe Sachen schneller auf mich - obwohl ich mit Kritik ganz gut umgehen kann.


    Ich mache mir auch extrem viele Gedanken über Sachen die gar nicht Notwendig sind.


    Wenn ich länger brauche um etwas zu verstehen bilde ich mir gleich ein dass ich dumm bin, ich traue mir selber auch nicht sehr viel zu.


    Allerdings habe ich mich auch zu einer sehr extrovertieren, optimistischen, Lebensfrohen und starken Persönlichkeit entwickelt.


    Hört sich alles irgendwie Konträr an :/


    Gehts jemanden genau so oder ähnlich?

  • Jep. Hätte ich genauso schreiben können. Wenn’s nicht so unpassend wär, hätte ich jetzt nen zuprostenden Emoji gewählt. Sorry, aber schwarzer Humor (Stichwort unpassend/schwarzes Schaf) gehört noch mit auf die Liste. N bisschen Zynismus geht immer… :?

    Löwenzahnkinder kämpfen sich durch.
    Sie halten den gegebenen Umständen stand und überleben tapfer -

    ganz gleich ob zwischen Beton oder in der tiefsten Wildnis, ob bei Sturm, Regen oder Sonnenschein.

  • Hej, mir geht es genauso. Ich bin zum bsp. Davon überzeugt, dass meine Chefin mich irgendwann Rauswurf, weil sie merkt, was ich alles nicht weiß/ kann. Oder vermute immer, dass mich mein Umfeld für unwissend hält. Mei Therapeut hat mir mal als Hausaufgabe gegeben genau sowas im Umfeld nachzufragen. Oder ich musste mal alle Freunde Fragen, ob sie auch so ungern ins Parkhaus fahren usw. . Das hat mir sehr geholfen weil weil merkte, dass vieles an mir gar nicht so anders ist. Vielleicht hilft dir diese Übung ja auch.

    Optimistisch bin ich auch und motiviere andere täglich... Wie eine Maske, die man trägt.

    Ach und bzgl. Der Gedanken: Stell dir deinen Kopf als Bahnhof vor und es gibt verschiedene Züge, in die du einsteigen kannst. Jeder Zug ist eine Sorge, was, das dich unruhig macht oä. Aber du kannst entscheiden nicht in den Zug einzusteigen. Du kannst stopp sagen und in einem anderen Zug zum Meer fahren, oder in die Berge usw. . Ich hoffe, ich hab das jetzt richtig erklärt. Mir hat die Übung bei fedankenkarusselensuper geholfen.

  • Ach und bzgl. Der Gedanken: Stell dir deinen Kopf als Bahnhof vor und es gibt verschiedene Züge, in die du einsteigen kannst. Jeder Zug ist eine Sorge, was, das dich unruhig macht oä. Aber du kannst entscheiden nicht in den Zug einzusteigen. Du kannst stopp sagen und in einem anderen Zug zum Meer fahren, oder in die Berge usw. . Ich hoffe, ich hab das jetzt richtig erklärt. Mir hat die Übung bei fedankenkarusselensuper geholfen.

    Das ist eine super Idee. Vielen Dank für den Tipp. Ans Meer und in die Berge... eine Wunderschöne Vorstellung, diesen Zug nehme ich :love:


    Ja stimmt, ich werde mal Freunde fragen ob sie die selben Unanehmlichkeiten haben.


    Ich bekomme zwar öfters gesagt, dass ich belesen bin und das weiß ich selber auch, aber trotzdem steht man sich da selber im Weg. Und Belesen zu sein hat ja nichts mit Intelligenz oder Dummheit zutun.

  • Masculiner humanoid :D


    Na ja, das ist ein Gesellschaftsding bzw Problem.

    Männer dürfen nicht weinen und keine Gefühle oder Emotionen zeigen ansosten werden sie von ihren Gleichgesinnten gleich als Schwul oder schwach bezeichnet. Da kommt nur ein Schulter - oder Rückenklopfer mit der Aussage "Stell dich nicht so an"


    Umgekehrt auch bei uns Frauen.


    Wenn wir zu Dominant oder Selbstbewußt sind dann werden wir gleich als Emanzen abgestempelt und Männer fühlen sich von uns eingeschüchtert... :/


    Kein Geschlecht hat es einfach, es gibt immer jemanden der etwas daran auszusetzen hat...

  • Hallo,

    bitte hier mal Stop. :)


    Der Thread hier ist eine Textsammlung zum Thema 'Merkmale für ein EKA'.


    Die off topic Gespräche bitte in eure Threads verlagern, danke.


    LG, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • (meine) Merkmale eines EKAs:


    Mangelndes Selbstbewußtsein.

    Große Kompromissbereitschaft, man will ja gefallen, akzeptiert werden, es soll harmonisch ablaufen, Vermeidung von Konflikten, Unsicherheit (eigene Meinung??).

    Als ich Kind war, wurde vom Vater immer viel gemeckert, oft grundlos.

    Klar, Kinder nerven, suchen Anerkennung, Zuneigung, Bestätigung, auch mal ein Lob.


    Gerade in den ersten Jahren wird man für immer und ewig geprägt, wird ähnlich einem jungen Baum geformt.


    Ich lese oft: erkläre es deinem Kind, warum der Papa einen „Drehwurm“ hat, er so viel schreit, kurzum betrunken ist.

    Kann ein Kind es überhaupt verstehen? Erwachsenen, mit all ihren Erfahrungen, fällt es schon arg schwer, es auch nur ansatzweise zu verstehen.

    Nach außen hin, können viele diese Kindheitsprägung meist gut verbergen, oft auch unbewußt, doch da ist sie.


    Trinken deshalb so viele EKA`s ebenfalis ?

  • Meine EKA Merkmale:


    Extreme innere Ambivalenz, besonders wenn es um Beziehungen geht und Emotionen ins Spiel kommen.

    Einerseits ist es mir unangenehm, wenn mir jemand zu nahe kommt, andererseits möchte ich meinen Partner festklammern, damit er mich nicht (oder noch besser: nie) verlässt.


    Über die Ratio kann ich sehr gut mit allen möglichen Situationen umgehen, es ist so eine Art Fähigkeit, aus der Ferne über die Geschehnisse zu blicken, selbst fühle ich mich oft vom unmittelbaren Geschehen wie abgeschnitten. Die Anderen und ich.


    Als Kind wünschte ich mir oft, dass jemand mein Unglück bemerkt und mich mitnimmt, in eine andere Familie oder sogar ins Heim. Das wurde mein Lebensthema, die Suche nach einer Ersatzfamilie, was leider dazu führte, einige schlechte Lebensentscheidungen z.B. bei der Partnerwahl, zu treffen. Retrospektiv kann ich sagen, dass es hauptsächlich Partner waren, um die ich auf irgend eine Art und Weise kämpfen musste, die ich regelrecht von mir überzeugen musste. Was ziemlich chaotisch wurde, sobald Emotionen wie Verliebtheit ins Spiel kamen, die konnte ich früher so gut wie garnicht steuern, und auch empfinde ich bestimmte Emotionen auf eine bestimmte Art bedrohlich. Diese haben dann stets mich dominiert und die Kontrolle übernommen. Was dazu führte, dass ich mich komplett verbogen und angepasst ins Leben der anderen Person „eingefügt“ habe.

    Ich habe dann das Leben der Anderen mitgelebt, so als ob ich vorher selbst nie eigenständig existiert hätte.

    Ich weiß nicht, wie ich das besser beschreiben könnte und ich muss zugeben, dass sich das wirklich schrecklich liest für mich.


    Da ich in meiner gesamten Kindheit totalem Chaos, Gewalt und Kontrollverlust ausgesetzt war, war meine Rolle in der Familie „sei unsichtbar“. Sei unsichtbar, mache keinen zusätzlichen Ärger, sorge für gute Stimmung, beseitige Spuren und tu nach Außen, als ob alles normal wäre.


    Der Ursprung meines Co-Ich.


    Später, als Erwachsene habe ich meist versucht, die Kontrolle zu erlangen oder zu behalten, was mir eine gewisse innere Sicherheit gab.

    Mir war lange Zeit überhaupt nicht klar, dass ich eine große Angst vor Nähe zu anderen Menschen in mir trage.

    Andere Menschen blieben für mich immer unberechenbar.

    Mit Verlusten kann ich trotzdem nur sehr schwer umgehen. Ich kann es zwar nicht so genau beschreiben, aber die Gefühle, die damit verbunden sind, ähneln schon solchen, wie wenn meine ganze Person damit zerstört würde. Was ich jetzt, da ich dies überhaupt zum allerersten Mal so direkt benenne und aufschreibe, als echt krass empfinde.


    Was mir aber definitiv geholfen hat, sind außer der späten Erkenntnis meiner Gefühls-Abwehrmechnismen, die Reflexion und das Verständnis meiner Geschichte. Dadurch konnte ich lernen, dass ich nicht alleine verantworlich bin für alles Elend, welches mir widerfahren ist. Das ich ein einsames hilfloses Kind war, welches von verantwortungslosen Erwachsenen im Stich gelassen wurde und ich heute zum Glück selbst entscheiden kann, was meine Werte sind und was mich als Mensch ausmacht.


    Auch dieses Forum hier, welches mich durch jahrelanges mitlesen, auch nach Beendigung meiner Co Beziehung zu einem Alkoholiker, immer wieder zum Nachdenken und zur Selbsterkenntnis angeregt.


    Solea

    Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar.

    [Ingeborg Bachmann]

    Einmal editiert, zuletzt von Solea ()

  • Hallo ihr Alle,


    Ich habe hier gelesen …..und finde ich mich komplett wieder.

    Es ist wunderbar für mich dieses mal so niedergeschrieben zu sehen und zu lesen.


    Ich habe auch sehr viel verdrängt, weil….ich habe zu viel Phantasie, sollte Schriftstellerin werden….….und da habe ich halt nicht mehr „gemerkt“

    Eine noch vorhandene „ Filmaufnahme“ ( Ostern ), da war ich mit 9 Jahren die Älteste von 4Kindern( 7/5/3 Jahre) :

    Mutter liegt mit rotem Minikleid und schwarzen Strapsen bekleidet auf Schlafzimmerbett, Flasche und Tabletten auf Nachttisch, …nicht mehr ansprechbar, nicht weckbar…..habe sie versucht auf rollbaren Bürostuhl zu hieven, sie ist mir immer runtergeknallt, geblutet, meine Geschwister versucht im Kinderzimmer zu beschäftigen… wie ich das alleine gelöst habe weiß ich nicht mehr, denke bin zum Nachbarn. Mein Stiefvater war nicht da, mehrtägiger Motorradausflug .

    Sie war dann mehrere Monate auf Kur!!!! In einer Privatklinik!!


    ich bin introvertiert

    riesiges Kontrollbedürfnis

    Ich bin extrem schreckhaft, habe meine Antennen immer ausgefahren

    Sehr früh selbständig

    Kann mich nicht abgrenzen- fahre deshalb immer schnell meine Stacheln aus oder „ picke „ mir

    für mich negative Eigenschaften meines Gegenübers aus um Abstand zu erhalten


    Dissoziation: Keinen Kontakt mehr zu den eigenen Gefühlen, nachspielen von Gefühlen anderer, sich nicht real fühlen, in einer anderen Welt leben, komplett aus der Realität entgleiten.

    und ich bin Alkoholikerin seit 13 Tagen trocken

    Helfersyndrom: Allen anderen helfen Müssen bis zur vollständigen Selbstaufgabe. Egal was es mich kostet ich muss den anderen helfen, selbst wenn ich dabei unter die Räder gerate

    Und ich bin / war? Co- Abhängig


    Ich weiß schon gar nicht mehr wo ich mich einreihen soll, was zuerst bearbeiten, verarbeiten und loslassen

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