Fragen an einen Alkoholiker

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  • Hätte es wohl auch nicht als Möglichkeit hier posten sollen,

    Ich fand das sehr gut. Gerade dafür bin ich ja auch hier.

    Wenn mir eine Idee kommt, bei der ich mir nicht sicher bin, poste ich sie hier rein. Oder wenn ich mich eventuell in Gefahr gebracht habe. Dann gibt es erst mal gefühlt Gegenwind. Das fühlt sich erst mal nicht so toll an. Aber es kommen dabei immer wichtige Hinweise und Informationen rum.

    Jeder, der hier etwas postet, macht das, weil er irgendwie helfen möchte. Und auch wenn es unangenehme Worte sind, hat sich diese Person doch hingesetzt und sich in seiner Freizeit mit meinem Post auseinandergesetzt und opfert Zeit, indem er mir etwas dazu schreibt.


    Und ich habe gerade wieder gelernt, wie wichtig es ist, sich erst mal klar auszudrücken. Auch danke :)

  • Man kann ein Festival über ein Tagesticket ja auch besuchen wie ein normales Konzert. Also hin da, zwei Konzerte angucken, und dann wieder ab nachhause. Das kann man ja nach ein paar Monaten der Trockenheit mal wagen. Wichtig ist eine klare Strategie, wie es wieder nachhause geht, wenn man doch wackelig werden sollte. Ansonsten kenne ich Festivals eben als tagelanges Campieren und Dauerkoma, ich war nicht nur mit den übelsten Drogenleuten unterwegs, sondern selbst einer von ihnen. Am schlimmsten waren die Festivals in Eindhoven, da frage ich mich, wie ich das überhaupt überlebt habe und wie mir das alles mal Spaß machen konnte. Dem Risiko, irgendwo drei Tage rumzuhängen und absolut nichts zu tun zu haben, würde ich mich nicht aussetzen. Vielleicht würde ich es sogar durchhalten, mich dann aber brutal langweilen. Außerdem sehe ich sowieso kein Vergnügen darin, anderen beim Saufen zuzugucken und über ihre blöden Witze zu lachen. Dann nehme ich lieber mal irgendwo ein kleines, aber feines Konzert mit.

  • Es gibt eine ganz einfache Regel für mich. Wenn ich Bedenken habe, lasse ich es. Ersetze es mit etwas, was auch Spaß macht.


    Meist geht es nicht um das Konzert, die Party oder einen anderen Alkohol durchnässte Fest. Es geht "größtenteils" um sein eigenes Selbstwertgefühl. Nicht mehr dazuzugehören, nicht dabei sein zu können, andere könnten über einem Tuscheln und die Krankheit selbst als Stigma anzusehen.


    Ich bin mit den Toten Hosen und Metallica aufgewachsen (um ganz wenige zu nennen) . Ja ich bin schon so alt, da hatten diese Gruppen noch gute Musik gespielt :mrgreen: ) Wenn ich da mal nicht hingehe, laufe ich auch nicht gleich "Atemlos durch die Nacht" oder wechsle die Fronten.


    Je länger trocken, um so besser wird der Umgang damit stimmt nicht. Nur mit länger zufrieden trocken wird ein Schuh draus.

    Gruß Hartmut

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    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Helene Fischer ist für mich auch das Reich des Bösen, es gibt Grenzen. Ich muß aber schon sagen, daß sich mit dem Wegfall des Drogenkonsums auch mein Musikgeschmack geändert hat. Früher konnte es mir nicht laut und kaputt genug sein, inzwischen mag ich folkige Musik am liebsten. Das ist auch die Musik, die ich selber mache, wenn ich denn mal aktiv werde. So eine Band wie Foreigner hätte ich früher als langweilige Weicheier und Möchtegerns angesehen, aber dann wurde ich zum Konzert eingeladen und hab mir die nüchtern angesehen und war ehrlich angetan davon, wie perfekt die spielen können, und das Songwriting hat mir auch gefallen. Es war insgesamt ein schöner Abend. Einmal war ich nüchtern bei einer meiner damaligen Lieblingsbands, die so Wüsten- und Drogenrock gemacht haben, da bin ich nach der Hälfte des Konzerts nachhause gegangen und war hinterher ganz stolz auf mich. Insgesamt ist Gruppenzwang nicht zu unterschätzen, mal will ja auch irgendwo dazugehören und nicht als Langweiler dastehen, aber darüber habe ich mir in den letzten 12 Monaten am wenigsten den Kopf zerbrochen. Das ist vielleicht eine der wenigen guten Dinge am Älterwerden, daß es einfach nicht mehr so wichtig ist, was andere über einen denken.

  • Hallo in die Runde,

    hat jetzt so gesehen nichts mehr mit Festivals zu tun.

    Mich würde mal interessieren, wie es für einen Alkoholiker ist, sich Alkohol zu kaufen. Also mein Mann kauft z.B. mehrmals in der Woche Bier. Ich gehe eigentlich davon aus, dass er das meist in unserem Getränkemarkt vor Ort macht. Ist das einem dann nicht unangenehm? Mir persönlich wäre es das nämlich. Oder wird doch eher an verschiedenen Orten gekauft?

  • Hallo Kati,


    anfänglich habe ich nur beim "normalen" Einkauf den Alkohol mitgekauft. Bis es dann

    immer mehr wurde.


    So habe ich meine Einkäufe aufgeteilt und war immer in mehreren Geschäften.


    Und noch heute erkenne ich Alkoholiker daran, dass sie "Alibi-Käufe" mit auf dem Band

    haben. Es ist wohl also schon meist so, dass man in mehrere Läden geht.

    LG Elly


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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

  • Hallo,


    das kann ich bestätigen mit dem Alibi Kauf. Meine Ex hat immer Wein und drei Kohlrabi oder irgendwas dazu geholt. Wo ich mir immer schon dachte, das fällt doch trotzdem auf. Naja. Und bei der zweiten Einkaufsrunde, sah man es ihr eh schon an…


    LG

  • Auch ich kaufte bei diversen Märkten, immer das gleiche Bier.

    Am Anfang war es mir peinlich, später nicht mehr, ich hätte ja auch für eine Party, Nachbarn oder sonst was einkaufen können

    Doch verstehe ich nicht, warum es für einen Angehörigen wichtig ist, wo der Alkoholiker seinen Stoff kauft.

  • Wozu möchtest du das wissen, liebe Kati?


    Mit der stetig steigenden Konsummenge und in der chronischen Phase, wird es einem egal.

    Man bekommt einen Tunneblick und es geht letztendlich nur noch um das Beschaffen des Stoffes und das Befriedigen der eigenen Sucht.


    Ich kann dir aber versichern, dass Verkäufer mehr sehen und bemerken als man denkt, egal wie oft man den Laden wechselt.

  • Eigentlich ist es nicht wichtig, das stimmt. Es hat mich halt einfach interessiert.

    Ich lese hier in letzter Zeit sehr viel und mein Puzzle setzt sich so immer mehr zusammen. Und manchmal kommen mir dann so Gedanken/Fragen in den Kopf.

  • Ich hab sogar irgendwann mal nen 6er-Karton Wein bestellt..

    Für mich war das Wegfahren der leeren Flaschen immer so schlimm, zweimal die Woche, fast nur Weinflaschen, hab manchmal im Auto gewartet, damit ich alleine bin, wenn ich sie in die Container warf. Hatte so fünf Stamm-Läden und natürlich die Tankstellen, dafür bin ich dann auch 2 Ortschaften weiter gefahren.

    Es ist ein beschämendes Gefühl gewesen, so getrieben zu sein.

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