Von Rosa und Blauen Elefanten

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später hier dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo Florian,


    Zitat

    Heute ist der erste Tag meiner 5. Woche


    Glückwunsch!


    Bleib dran!
    Bei mir war es so, dass sich eins nach dem anderen ergab.
    Auch ich habe anfangs nach dem "nicht mehr Wollen" geluschert. Es hat ne Weile gedauert, bis es bei mir dort ankam, wo ich es auch spüren konnte.


    Viele Grüße,
    Penta

  • Jau, ich werde mich artig gedulden. Habe jetzt unterrichtsfreie Zeit, da Fasnachtsferien/Sportferien sind. Es fällt mir jetzt ein wenig schwerer, denke öfters an Alkohol, aber es geht... ist streckenweise halt ein "Durchhalten", aber was solls...


    ClaudiA
    Ja, das macht's einerseits einfacher, andererseits schwieriger. Es hält sich so in etwa die Waage. Schlussendlich ist es jedoch meine Einstellung und meine Haltung dem Alkohol gegenüber, meiner Abstinenz gegenüber, welche entscheidend ist. Ich arbeite daran.

  • Wie ich mich so durch das Forum lese, sehe ich, dass ich mich genau vor einem Monat hier angemeldet habe.
    Seitdem ist viel gegangen. Kommt mir irgendwie sehr lange vor, der "Nebel des Grauens" scheint in weiter Ferne zu sein.
    Einige Stolperfallen konnte ich locker überwinden, andere kosteten mich Überzeugungskraft. Unterm Strich bin ich ein klein wenig stolz darauf, dass ich bis jetzt durchgehalten habe. Denn nicht alles ist optimal eingestellt, und so rein psychisch geht es mir nicht besonders. Wie zu erwarten war, stellen sich ältere Beziehungsprobleme nun wieder an. Diese habe ich vorher verdrängt, zugesoffen, überspielt. Bin nun seit über einem Tag stocksauer auf meine Partnerin, wegen ein paar niederträchtigen Bemerkungen. Wohl mag sie teilweise Recht haben, jedoch sieht sie mich in einem Licht, in welchem ich mich nicht gesehen haben möchte. Weil ich nicht so bin. Wir sprechen seit gestern Morgen nicht miteinander. Bin offen gestanden etwas beleidigt. Klar, wir werden zeitnah dann mal darüber sprechen müssen... im Moment bin ich jedoch froh dass sie arbeitet und ich meine Ruhe habe.
    Solche Situationen führten eigentlich dazu dass ich so richtig abgesoffen bin, ich benutzte schäbigerweise sowas als Legitimation, ordentlich saufen zu können. Dies ist ja jetzt keine Option mehr.
    Ging gestern zum Blauen Kreuz in die Gruppensitzung. Die scheint mir gut zu tun, ich war danach recht gut drauf. Beim Gedanken, dass ich jetzt nach Hause gehen muss, fiel mir auf dass sich meine Laune spürbar verschlechterte.


    Mir fällt auf, dass ich nicht mehr alles schlucken möchte. Ich sage nicht mehr ja und amen zu allem, und möchte auch nicht mehr ums Verrecken alles verstehen, was da an Müll an mich herangetragen wird. Anscheinend habe ich mich da sehr lange einfach verstellt, dem Frieden zuliebe.... das kann ich jetzt irgendwie nicht mehr, was mir Sorgen bereitet.

  • Moin Florian,


    das sollte dir keine Sorgen bereiten, du bist auf einem guten Weg dein eigener Mensch zu werden.


    Viele Angehörige haben Probleme mit den Veränderungen, die sich bei einem nichtmehrsaufenden Alkoholiker vollziehen. Der fängt auf einmal an aufzumucken weil er nicht mehr seine Ruhe zum Saufen haben will. Und auf einmal arbeitet auch der Verstand wieder in normalen Bahnen. Wenn du mit der Beziehung nicht mehr glücklich bist, wenn sie dir nicht mehr gut tut, dann ändere was. Wie geschrieben: Nur nicht mehr saufen reicht nicht.

  • Rattenschwanz, klasse Beitrag, sehe ich genauso, mir ist das zum Glück erspart geblieben


    Flo:
    Frag Dich mal, wieso Deine "Partnerin" ("" sind kein Tippfehler!) so reagiert

  • ja, das ist sicher so - und davor hatte ich von Anfang an Angst. Wie so ein Gefühl dass "die Wahrheit" dann ans Licht käme. En gros verlief das bis jetzt recht gut, mit ein paar Abstrichen, aber wir wären auf einem guten Weg.
    Ich kann es ihr nicht verübeln, dass sie sich so verhält. Denn ich bin jahrelang auf mein Maul gesessen, habe mich selten gewehrt. Und darauf habe ich keinen Bock mehr. Würde ich auch nicht aushalten. Ich werde ihr das jedoch genauso sagen müssen. Dass sie zukünftig mit Gegenwehr rechnen muss, da ich nicht mehr einen auf "friedliebend" mache, sprich, mir alles gefallen lasse.


    Möchte jedoch betonen dass meine Partnerin kein Unmensch ist, sie hat viele tolle Eigenschaften welche ich überaus liebe. Sie geht mir nur jetzt grad ordentlich aufn Sack. *g*


    Vollwaise: Sie ist nicht nur "Partnerin" sondern Partnerin. Sie hat mir jahrelang die Stange gehalten, ich habe wirklich einiges verbockt. Viele andere würden da längst das Weite suchen, die Beziehung beenden.
    Und jetzt, da ich einfach aufgehört habe mit der Sauferei, muss ich nicht einen auf "Ich bin super korrekt, Du bist sheisse" machen. Wäre irgendwie arrogant und fehl am Platze.
    Aber ich hinterfrage schon warum sie sowas macht, und wir werden im Gespräch einiges klären müssen.

  • Flo,


    wenn es den völlig bescheuerten Wettbewerb geben würde, wer seine Partnerin mieser behandelt hat, wäre ich schwer zu besiegen.


    Sie ist aber trotzdem zu mir zurückgekehrt, unterstützt mich und glaubt daran, dass ich trocken bleibe. Dieses Vertrauen gibt mir unendlich Power. Wir reden sehr viel über das Thema Alkohol, sind total offen und freuen uns einfach, dass wir uns wiederhaben...


    Meine Partnerin trinkt aber keinen einzigen Tropfen Alkohol mehr... Evtl. ist da der Punkt???


    Ich kann mich nur wiederholen: Das Statement von Rattenschwanz ist schlichtweg brilliant und trifft den Nagel millimetergenau mittig auf den Kopf...

  • Lieber Florian,


    es tut mir leid, dass es mit deiner Partnerin nicht reibungslos läuft.


    Du veränderst dich durch das Nüchternsein, stellst einiges in Frage und verhältst dich nicht mehr so wie früher. Das verändert natürlich den Umgang miteinander. So wie du an dir arbeitest, müsste auch deine Partnerin nun an sich arbeiten. Ihr wird vermutlich langsam bewusst, dass es nicht einfach so weitergehen kann und sie gefordert ist. Der Florian, den sie kennt und auf den sie sich beziehungstechnisch eingestellt hat, verändert sich. Und bei dir ist der Prozess ja auch in vollem Gange. Da wird sich noch einiges tun. Das kann dein Partnerin ganz schön verunsichern.


    Am besten wäre natürlich, wenn ihr zusammen "arbeiten" könntet. Dazu gehören Gespräche. Insofern ist es nicht günstig, dass ihr gerade nicht miteinander sprechen könnt ...


    Ich kenne weder dich noch deine Partnerin. Insofern weiß ich nicht, ob meine Gedanken hier auf euch zutreffen.


    Vielleicht ist es auch eine Möglichkeit, dieses Thema bei deiner Sitzung beim blauen Kreuz anzusprechen. Manchmal werden ja auch Partner in die Gespräche mit einbezogen.


    Alles Gute für dich!
    MieLa

  • Salü Ernest


    Danke der Nachfrage. Es geht mir nicht besonders gut. Hatte einen Rückfall, und ich bin etwas depressiv unterwegs. Muss auf mich aufpassen, mein derzeitiges Leben gibt recht wenig Positives her, was mir eine positive Lebenshaltung schwer macht. Daran bin ich selber Schuld, ich weiss.


    Und wie geht es Dir denn so? Alles im grünen Bereich?

  • Hallo Florian,


    ich drücke Dir die Daumen,
    dass Du einen Weg heraus Deinem seelischen Tief findest.
    Kannst Du Dir professionelle Hilfe holen?
    In einer Psychotherapie konnte und kann ich vieles lernen.
    Wenige Dinge konnte ich auch schon korrigieren.
    Das alles benötigt Zeit. Sehr viel Zeit sogar.
    Von dem "daran bin ich selber Schuld" solltest Du wegkommen.
    Das ist leicht daher gesagt - ich weiß.
    Aber diese Falle kenne ich nur allzu gut.


    Viele Grüße
    Correns

  • Salü Correns


    Ja, ich habe bereits professionelle Hilfe geholt. Einerseits beim Blauen Kreuz, Sitzung war gestern, hat gut getan. Die Fachfrau für Sucht ist auch im psychologischen Bereich wirklich gut unterwegs.
    Des weiteren hätte ich ne Psychotherapie. Leider aber ist mein Therapeut für 4 Wochen nicht verfügbar, erst am 6. März geht es weiter. Das liess sich leider nicht anders machen.


    Mit "selber Schuld" meine ich, dass ich selbst für meine innere Haltung verantwortlich bin, jedoch derzeit die Kraft nicht finde, um mich aus meinem Loch zu befreien. Wissen wie's ginge, täte ich ja...


    Muss immer wieder über den Cartoon lachen: "Sie sind nicht depressiv - sie haben einfach nur ein beschi**enes Leben"...


    Naja... man soll ja den Humor behalten...


    Und mein Leben ist nicht nur besch..eiden.. ein paar Sächelchen gefallen mir ja sogar..

  • Tagchen Florian


    Blöde Sache, das mit dem Rückfall. Aber wie ich so im Forum lese, bist Du nicht der Erste und auch nicht der Letzte, dem dies geschieht.


    Deine Gesamtsituation sieht im Moment ja nicht soooo rosig aus. Nimm Dein Musikinstrument und lass es krachen.... Der Sport ist ja nicht Dein Ding und der Frust und die Unlust muss raus.


    Geh in der Wald und rufe 10 mal in voller Lautstärke "wääääähhhhh" (oder irgendein schönes vulgäres Schweizerdialekt-Wort).


    Komm irgendwie zur Ruhe und beginne von neuem mit der Abstinenz! Es lohnt sich! Lies hier umher...


    Ich will hier nicht sagen: Trocken oder Tod. Dies ist mir zu absolut und der Tod ist eh unumgänglich. Aber Tatsache ist: Trocken oder Einsamkeit; Trocken oder Lethargie; Trocken oder "ich lass mir alles gefallen" etc etc etc
    Aber auch ganz banal: Trocken oder Schulden (bzw. weniger Geld für Urlaub, Musik (!) , Trocken oder "ein versoffenes Gesicht". Dies Liste ist unendlich.


    Ich wünsche Dir viel Mut und Energie. Pack's noch mal. Musst ja nicht gerade wieder den Turbo im Forum einschalten :)


    Lieber Gruss
    Ernest


    P.S. mir geht's gut. Bastle an meiner Enduro herum und beginne vorsichtig mich wieder unter den Lebendigen zu bewegen.
    Zu meinem Nick Namen Ernest: Den hab ich gewählt, weil ich befrüchte(te) so zu Enden wie Ernest Hemingway.

  • Hallo Florian,


    ich finde sehr gut, dass du dir Hilfe holst.


    Zitat

    ein paar Sächelchen gefallen mir ja sogar..


    Ja? Welche denn?
    Wenn es mir nicht so gut geht, schiele ich fast immer nach den Dingen, die nicht sind und es fällt mir schwer, das zu sehen, was da ist. Es sind meistens aber genau die Dinge, die mich am Ball halten.


    Ich wünsche dir alles Gute!
    Penta

  • Gestern hatten meine Eltern ihren 50sten Hochzeitstag, also die goldene Hochzeit... meine älteste Schwester hat mich auf die Seite genommen, und mir gesagt, dass sie irre stolz auf mich sei dass ich jetzt nimmer sauf, und dass ich viel besser aussehe, so un-aufgedunsen...


    Ist klar, ich mach das ja für mich selbst... aber trotzdem...DAS HAT GUT GETAN!


    :)

  • Auf jeden Fall braucht man/ frau so ein Lob!!!! Man/ frau ist sonst vielleicht zu unsicher, schüchtern, "blind", eingefahren, um es selbst zu erkennen. Danach gehts mit gestärktem Rücken weiter vorwärts!
    Alles Gute für dich!!!! 8)

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • ja ich habs ne weile vernachlässigt. hatte einfach nicht das bedürfnis zu schreiben, und auch keine lust, zu lesen.. ist im moment jedoch wieder stärker....


    ja, und da waren diese rückfälle. bin jetzt aber seit dreieinhalb wochen wieder abstinent.


    hab heute ziemlich selten an alkohol gedacht, und auch recht aus einer distanzdie mir gut tut.


    hoff bei euch ist auch alles klar.

  • Hallo Florian,


    Du hast Dich lange nicht mehr gerührt.
    Falls Du hier noch lesend unterwegs sein solltest, lasse ich hier einen kleinen Gruß für Dich.
    Ob Du zwischenzeitlich trocken bist oder trinkst: Du bist auf jeden Fall ein wertvoller Mensch.
    Ich wünsche Dir einen guten Weg.


    Viele Grüße
    Correns

  • Diesen Gruß finde ich toll, Correns!


    Ich muss gestehen, Florian, dass ich auch öfter mal an Dich denke. Du wolltest so gern aufhören und ich weiß noch, als wir einmal geschrieben haben, wie schwer es Dir fiel, Dich hier nach Deinem Rückfall wieder zu melden. Aber Du hast Dich aufgerafft. Vielleicht schaffst Du es noch einmal hier durchzustarten, wenn Du das denn noch möchtest.
    Als ich heute Morgen den Titel oben las, dachte ich, es wäre schön der Fall.


    Wie gesagt Correns, ich find es schön, dass Du hier einen Gruß hinterlassen hast. Ich selbst hab nur gedacht und Du hast es GETAN :)

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