Er ist wohl doch alkoholabhängig...

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Der Tag der Entscheidung, ob er die Wohnung bekommt rückt näher... Ich wollte ihm einen letzten Brief schreiben. Nun habe ich mir Zeit genommen, mir meine Story nochmal durchzulesen und habe mich entschieden, es zu lassen... Das wäre komplett bescheuert von mir.


    Seine Mutter will nix mehr davon hören, was er mir antat. Sie meinte, du erzählst dies, mein Sohn mir jenes. Ich wüsste, welche Knöpfe ich zu drücken gehabt hätte, um ihn zu provozieren. Sie unterstützt ihn jetzt finanziell wegen der Mietkaution.


    Ich werde hier erstmal alles umgestalten, nach und nach, wenn er weg ist.


    Das beklemmende Gefühl der Angst vor dem Alleinsein ist so gut wie weg...

  • Ist irgendjemand da grad? Ich doofe Nuss hab ihm doch noch einen Brief geschrieben und mit ihm telefoniert von der Arbeit aus. Ich dachte, er kommt zur Einsicht... Nix da, Fehlanzeige! Er will und wird gehen. Er sagt, dass er möchte, dass hier Ruhe einkehrt... Warum bin ich, trotz dessen, was alles war, so unglaublich traurig?

  • Es ist ja auch traurig.
    Aber es ist auch deine Chance, endlich ein besseres Leben führen zu können.
    Aber meist hat man vor Veränderungen mehr Schiss als Vorfreude.
    Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Linde, gottseidank bist du da! Ich glaube tatsächlich, dass er nicht aufwacht! Er will Abstand... Ich bin nicht so, wie er es sich wünscht, warum ich so ein Theater wegen dem Bier mache... Ich hätte lockerer sein sollen, mehr auf ihn zugehen und so weiter... Was bedeutet besseres Leben!? Für die Mädels wird es arg schwer, zu denen war er immer lieb und spaßig... Grad ist er so eiskalt...ich hab mich noch einmal komplett geöffnet und alles raus gelassen und eben bekomme ich einen Zettel, wegen der Zahlung, was ich von ihm brauche... Also erwarte wegen der Miete...Ich soll es bitte ausrechnen


  • ... Ich bin nicht so, wie er es sich wünscht, warum ich so ein Theater wegen dem Bier mache... Ich hätte lockerer sein sollen, mehr auf ihn zugehen und so weiter...


    Liebe Emmaleah,
    da wird Dir nun ganz elegant die Verantwortung zugeschoben, weil Du nicht "locker" und entspannt bist.


    Sieh´es mal umgekehrt:
    Deine Grenzen wurden permanent überschritten,
    Deine Bedürfnisse wurden ignoriert,
    Dein Anteil an der Familienarbeit war der größere,
    Deine Toleranz wurde überstrapaziert,
    Du musstest seine Defizite durch Mehrarbeit ausgleichen.
    Wer bleibt da locker, entspannt und easy, wenn es so unausgewogen ist?


    Das Bier ist da (fast) nur die Spitze des Eisberges oder eben das sichtbare Zeichen, dass hier mit zweierlei Maß gemessen wird.
    Seine Bedürfnisse stehen deutlich über Deinen, und das sollst Du locker sehen.

  • PS
    Ergänzend zur "Lockerheit", die wohl auch das Sexuelle betrifft:
    Ein Typ, der mit glasigen Augen, nach Bier stinkend und einfach nur noch triebhaft ist, der ist absolut abstoßend und kein bisschen begehrenswert.


    Als ich mal Sehnsucht bekam nach meinem Ex, der jeden Abend Bier trank, habe ich mir eine Szene vor Augen gerufen, die ich mal erlebte.
    Nachts um halb zwei wachte ich auf, das Bett neben mir leer.
    Im Wohnzimmer sitzt Ex betrunken auf dem Sofa, in Jogginghose und beim x-ten Bier. Glasiger Blick. Fernseher laut. Sein Gesicht rot. Er rülpst. Auf dem Tisch eine Bierlache (war wohl eins umgekippt).
    Es sah widerlich aus und ich war weit davon entfernt, das sexy zu finden.
    Stunden später wachte ich davon auf, wie er im Schlafzimmer hinfiel und dann neben mir in das Bett robbte.
    Er stank. Er rülpste. Er pupste. Er war verschwitzt.
    Ich bin aufgestanden und bin in´s Gästezimmer.
    Am nächsten Morgen wurde ich angemotzt, weil ich die Zeitung unordentlich zusammengelegt hatte und mit nassen Füßen auf dem Duschvorleger zwei zwangsläufig nasse Fußabdrücke hinterlassen hatte.


    Und jetzt meine kranke Reaktion:
    Allen Ernstes habe ich eine Zeitlang versucht, die Füße vor dem Verlassen der Dusche abzutrocknen und die Zeitung habe ich nicht mehr angefasst.
    Weil ich dachte, seine Kritik sei angemessen.


    Mach´es besser.

  • Hallo Emmaleah,


    Zitat

    Ich bin nicht so, wie er es sich wünscht, warum ich so ein Theater wegen dem Bier mache... Ich hätte lockerer sein sollen, mehr auf ihn zugehen und so weiter...


    und der Himmel muß grün sein, wenn er ihn so sieht. :roll:
    Wie oft habe ich solche Sätze gehört. Wir sind die bösen, weil wir nicht locker sind, wir sind Spaßbremsen usw, usw.
    So kehrte mein xy auch die Verantwortung um bzw. lenkte er vom Thema Alkohol ab. Plötzlich wurde mein Verhalten beanstandet. Das nahm schon groteske Züge an, was ich alles ändern könne, damit er nicht trinken muß.
    Lass dich auf nichts ein, und das seine Mutter zu ihm hält ist in meinen Augen auch normal, von meinen Schwiegereltern habe ich auch keine Unterstützung erfahren. Im Gegenteil, ich bekam von meiner Schwiegermutter auch noch gesagt, was ich besser machen könnte.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Emmaleah,


    es ist NICHT Deine Schuld.
    Mein XY fragte mich, warum ich ihn so "quäle", wenn ich seine Erniedrigungen verbal abwehrte und wenn ich auf seine körperlichen Annäherungen abweisend reagierte. Dass ich mich schlicht ekelte, habe ich allerdings nicht sagen mögen. Wie soll man jemandem auch sagen, dass man Ekel empfindet? Ich bin wahrlich kein Feger und ganz gewiss nicht perfekt, jedoch deshalb noch lange nicht bereit, als Triebabfuhr zu dienen.
    Mein Rückzug war dann Anlass zu absurdester Kritik an meinem Wesen.

  • Hallo Emmaleah13,


    man kan einen Menschen nicht ändern. Man kann nur sich selbst ändern. Entweder geht der Partner dann mit, oder nicht. Allerdings gilt für Co-Abhängige, wie auch Alkoholiker: Ich muss damit klar kommen, mir muss es gut gehen, sonst wird es dem anderen auch nicht gut gehen. Meine Kinder waren zu meinen Saufzeiten noch sehr klein und haben es bewusst glücklicherweise nie so mitbekommen, wie ich aus heutigen Erzählungen der Kinder weiß. Deine Kinder bekommen es mit und wenn Du weiterleidest, unglücklich bist, ist es Deine Entscheidung. Die Kinder können noch nicht selbst entscheiden, zumindest nicht das Haus verlassen, daher musst Du Dich frei machen, auch um die Kinder zu schützen.


    Liebe Grüße
    Caruso

    Lasse niemals die Menschen fallen, die Dich tragen. Caruso 11/06


    Stuff you died but I don`t cry, my life still starts it`s not a try.
    Caruso 2006

  • Guten Abend,


    einige von euch kennen meine Geschichte.

    Damals im Winter 2019 hatte mein Mann schon fast eine Wohnung. Unsere älteste Tochter brach zusammen. Daraufhin haben wir beschlossen, es nochmals zu versuchen. Er trank tatsächlich von heute auf morgen weniger. Er wurde Marktleiter mit viel Verantwortung. Es schien einige Monate ganz gut zu funktionieren. Ich blieb weiterhin misstrauisch. Langsam schlich sich wieder mehr Bier in unser Leben. Es kam wieder oft zum Streit, wenn ich seinen Bierkonsum ansprach. Ein, zwei alkoholfreie Abende waren genug Kompromiss für ihn. Die Abstände, wo es krachte, wurden immer kürzer. Es gab Hochs und Tiefs. Im Oktober 2021 kam es zu einem Vorfall. Er hatte Samtagabends vorher 10 Halbe Liter Bier getrunken, war lange wach, stand auf, werkelte im Haus herum. Abends ging er Zähne putzen und bekam, da er beim Zähneputzen sowieso immer würgen muss, plötzlich keine Luft mehr. Es kam der Notarzt, der konnte nichts weiter festellen. Sie nahmen ihn trotzdem mit zur Beobachtung. Mein Mann kam früh morgens heim , machte den Tag frei und ging anschließend am nächsten Tag arbeiten. Und dann ging es los.... Angststörung, Panikattacken, Schwindel, Zwangsstörungen wie z.B. ständiges Räuspern. Einige Monate musste ich ihn zur Arbeit bringen und abholen. Zwischendurch hinfahren zum beruhigen. Es war nervenaufreibend. Er googelte mögliche Krankheiten, bestand auf alle möglichen Untersuchungen (Magenspiegelung, CT) . Es wurde nichts gefunden! Beim Psychologen war er ein einziges Mal und nie wieder! Als es ihm einigermaßen besser ging schmeckte das Bier schnell wieder gut. Auch zwischendurch hat er je nachdem, wie es ihm ging, gerne getrunken. Und ich natürlich Kritik geübt. Seine Ärztin hatte von Alkohol abgeraten und ihn durch die Blume für verrückt erklärt, daraufhin hat er den Arzt gewechselt. Es wurde weiterhin nichts festgestellt...die Zwangsstörung wandelte sich nun in minütliches Schniefen (so wie die Fußballer während des Spiels) und Husten um. Zwischendurch mussten wir umziehen aufgrund einer Eigenbedarfskündigung. Er gab den Marktleiterposten auf, trat einen Schritt zurück. Er sagte, wenn ich ihn kritisierte, dass übliche, was wir alle kennen. Ich würde spinnen, das Bier braucht er nur zum Entspannen, ich müsse zum Psychologen. Die Beschimpfungen nahmen wieder zu. F.tze, Schlampe, Miststück waren normal für ihn. Er wurde immer gefühlskälter , abweisender. Ich war für ihn Schuld, dass er krank geworden ist. Ich war auch an der Magersucht unserer Tochter Schuld...ich bekam mit, dass er mit Mutter und ältesten Bruder anfing Pläne zu schmieden. Er zog über mich her. Erzählte seine Wahrheit! Ich hielt ihn nicht mehr auf, da ich das alles wusste! Ende vom Lied: Er ist am 31.10. ausgezogen. Hat eine hohe Kreditrate von 440 Euro monatlich und will so wenig wie möglich an Unterhalt zahlen. Mit dem Trinken wird er nie aufhören, da er kein Problem damit hat... mittlerweile habe ich verstanden, dass es so am besten ist.

  • Hallo Emmaleah,

    herzlich Willkommen zurück.

    Was eine Eskalation. :?

    Aber so schlimm das alles geworden ist, jetzt habt ihr, also du und die Kinder, einen Wendepunkt.


    Das ist jetzt 2 Wochen her. Wie kommst du klar?

    Schreibe ruhig wieder öfter hier. Es gibt Frauen hier, die ähnliche Erfahrungen durch haben und dich begleiten können.

    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Linde,


    das war ja nur die Kurzfassung :lol:

    Erstaunlicherweise geht es mir und uns gut damit. Diese Zwangsstörungen haben uns alle verrückt gemacht. Er hat sich auch nicht mehr helfen lassen oder sich darum gekümmert. Dazu kam sein Bierkonsum. Der hatte sich auf 4-5 Abende die Woche eingepegelt. Als er vor einiger Zeit Urlaub hatte, hat er an 6 Abenden hintereinander 36 halbe Liter Flaschen Bier getrunken. Er hat die letzten 7,8 Wochen auf dem Sofa geschlafen, weil ich zwischendurch gemeckert habe wegen seiner Trinkerei.

    Das schlimmste ist, dass er über die Jahre seinen Kredit immer wieder aufgestockt hat, so dass er jetzt monatlich 440 Euro an die Bank zahlen muss. Er rechnet sich das jetzt alles schön und meint, nur wenig Unterhalt zahlen zu müssen. Diesmal war ich aber konsequent und habe alles ans Jugendamt am Donnerstag weitergegeben und eine Beistandschaft einrichten lassen.

    Ich muss heute erstmal überall quer lesen, wie es euch so ergangen ist.


    Und ja Linde, ich bleibe jetzt hier :lol: i

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