Er ist wohl doch alkoholabhängig...

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später hier dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo ihr Lieben,


    ich bin seit 14 Jahren mit meinem Mann zusammen. Wir haben zwei gemeinsame Kinder und ein Kind habe ich in Beziehung /Ehe mitgebracht. Und nun bin ich hier...


    Bier getrunken hat er schon immer gerne, aber in den letzten 6,7 Jahren gab es höchstens 20 bierfreie Abende. Er trinkt nur abends. Immer dann, wenn ich genug gemeckert habe, legt er einen alkfreien Abend ein. Die Abstände, dass es hier Streit gibt, werden immer kürzer. Erst alle 6 Wochen, dann alle 3, mittlerweile eigentlich täglich. Im Moment ist seit gestern Abend absolute Funkstille. Heißt, wir reden nicht mehr miteinander. Mein Mann ist schon länger auf dem Standpunkt, dass nicht er sich ändern muss, sondern ich. Ich soll schön meinen ehelichen Pflichten nachkommen und zwar dann, wenn er will. Und das wäre tagsüber... Er sagt, er lässt sich seinen Spaß nicht von mir nehmen und das Bier ist ja sein einziges Hobby :evil:
    Ich habe seit Tagen Kopfweh und schon lange schlechte Laune. Jeden besch.... Tag kommt er mit ner Tasche voll Bier nach Hause. Durchschnitt sind bei ihm 5-7 halbe Liter pro Abend. Manchmal macht er das erste erst gegen 20:30 auf, um mir dann Vorwürfe zu machen, dass ich ja nicht gesagt hätte, dass er mit zu Bett gehen soll. Es gibt auch keine Zärtlichkeit, kein Kuss oder so mehr. Nur dumme und anzügliche Sprüche. Ich fühle mich hinterher oft nur benutzt, was er überhaupt nicht kapiert.


    Oft ist er verbal extrem aggressiv mir gegenüber. Auch im nüchternen Zustand. Grad wenn ich das Alkohol Problem anspreche, dann tickt er aus. Ich hätte mich ja verändert. Ich soll verschwinden und ihn in Ruhe lassen, wenn ich mich nicht "locker" machen kann. Er sagt klipp und klar, dass er sich nicht ändern wird und ich ihn erpressen würde. Das schlimmste ist für mich, dass die Kinder viel zu viel mitbekommen. Der älteste (17) sagt schon, er will nix mehr davon wissen, ich soll was tun.


    Mittlerweile bin ich kurz vor dem Aufgeben....


    Viele Grüße
    Emmaleah

  • Hallo Emmaleah,


    Ich habe Dich schon im Vorstellungsbereich gelesen und muss sagen, das ich über Deine Geschichte sehr schockiert bin.


    Es ist gut, das Du Dich hier angemeldet hast, denn hier kannst Du viel lernen, zuerst einmal, das Du nicht schuld daran bist, das er trinkt! Für einen Alkoholiker gibt es immer Gründe, warum er trinken muss. Gerne sind diese Gründe dann wir. Ich konnte mir das auch immer anhören, er trinkt nur, weil ich immer am meckern wäre, ich wäre so unentspannt, ich müsste mich dringend ändern. Der typische Satz von ihm war über Jahre war immer: ich trinke nur, weil Du so bist wie Du bist....


    Komischerweise trinkt er immer noch, obwohl ich ja nun weg bin... was ich damit sagen will ist, das Du alles tun könntest, er ist krank und er muss weiter trinken. Wir werden eben nur gerne als Grund genommen, ist einfach und so rechtfertigen sich viele Alkoholiker selbst, warum sie immer wieder zur Flasche greifen müssen.


    Ich kann Dir nur raten, nimm Deine Kinder und rettet Euch aus dieser ausweglosen Situation. So wie Du es beschreibst, wird er ja auch immer aggressiver, wer weiß was sonst noch alles passiert, wenn ihr länger bleibt. Er behandelt Dich sehr respektlos, Du schreibst selbst es gibt keine Zärtlichkeit mehr. Überlege auch mal, was das mit Euren Kindern anrichtet, die bekommen doch sicherlich mit, das Papa jeden Abend betrunken ist....


    Ich weiß das das alles sehr schwer ist, aber glaube mir, am Ende ist es schwerer zu bleiben! Solange er keine Einsicht zeigt, solange wird sich nie etwas ändern.


    Liebe Grüße
    Sunny

  • Hallo Sunny,


    lustig, dass war in meiner Jugend mein Spitzname :lol:


    Er fängt meist erst gegen 20 Uhr an zu trinken. Jetzt in den Ferien sind die Kinder länger wach und sehen natürlich, dass er jeden Abend trinkt. Mann merkt es ihm aber kaum an. Frühestens nach dem 5. Bier... Da lockert sich die Zunge und es kommen gemeine Sticheleien, auch in Gegenwart der Kinder. Ich bin unentspannt, soll mich mal locker machen und so weiter... Auch Anzüglichkeiten wie wollen wir mal schnell rüber kommen dann...Oder er brüllt mich an, wenn ich nein sage.
    Grad hat seine Mutter angerufen... Ich habe ihr alles erzählt. Sie wohnt in einer anderen Stadt. Man sieht sich dreimal im Jahr. Sie ist geschockt... Das er oft trinkt, weiß sie, aber nicht die Ausmaße.


    Es tat richtig gut... Sie dachte, er wäre mies drauf, weil ich die Böse bin... Und es tut gut, hier mal alles nieder zu schreiben :cry:

  • Hallo Emmaleah,


    ich habe auch schon deine Beiträge im Vorstellungsbereich gelesen und ich habe viel dazu zu sagen (das heißt es wird ein langer Beitrag...)
    Grundsätzlich kann ich meiner Vorgängerin Sunny in allen Punkten zustimmen, ich sehe das auch so.
    Im Vora: entschuldigt bitte meine Worte, Sie sind bewusst gewählt und in dieser Situation, wie ich denke, angebracht.


    Erstmal zu deinem Mann:
    Er klingt wie ein sexistisches Chauvinisten-Schwein.
    (obwohl das ist ungerecht Schweinen gegenüber, die ein sehr liebenswürdiges Wesen haben.)
    Das Verhalten, das er an den Tag legt, ist durch keine Sucht, Krankheit oder sonst etwas zu entschuldigen.
    Wenn mein Partner sich so verhalten würde, wie du deinen Mann beschreibst, ich würde ihm plump gesagt ordentlich einpaar runterhauen (was ich dir aber nicht empfehle!)
    Er ist herabwürdigend und gewalttätig, zu dir und den Kindern, denn die verletzt es gleichermaßen, zu sehen wie ihre Mutter verletzt wird.
    Ein klassischer Tyrann, sowas erkenne ich sofort. Ich hasse weniges so sehr, wie wenn Frauen so behandelt werden, diese Geschichte macht mich deshalb sehr wütend.


    Es ist schnelles Handeln gefragt, es geht auch um die Kinder. Bis die verbale Gewalt deines Mannes in eine sexuelle und physische Gewalt überschwappt, ist meiner Meinung nach nur eine Frage der Zeit. Er ist krank und macht euch alle auch krank. Ich würde deine Sachen und die Kinder einpacken und dein Auto schnappen(bevor er die Reifen zerstechen kann) und abhauen.
    Du kannst auch bei jemanden übergangsweise unterkommen, das wichtigste ist erstmal weg, wohin, wo du nicht seinen Ausbrüchen ausgesetzt bist. Da hast du deine Ruhe und bist in Sicherheit und kannst dich in Ruhe um einen Wohnungswechsel oder ähnlichem kümmern. Zurück kannst du dann noch immer (wenn du das dann noch möchtest). Der wird dir schon nicht davon laufen.


    Momentan ist dieser Mann eine Gefahr für dich und deine Kinder und zeigt keine Einsicht. So ist sein Charakter zurzeit und er sagt selbst, er wird sich nicht ändern, also musst du es akzeptieren. Wieso sollte er sich auch ändern es gibt keinen Grund. Er zieht keinerlei Konsequenzen, kann dich unterdrücken und du lässt es passieren und bleibst bei ihm, obwohl er euch allen Schmerzen zufügt. Euer Zuhause klingt wie kein Zuhause, sondern wie ein Ort der Angst und Gewalt, von dem man sich so weit es geht fernhalten sollte. Würde ein dir wichtiger Mensch zB deine Tochter als Erwachsene, dir diese Situation beschreiben, du würdest ihr das Gleiche sagen. Du würdest ihr sagen: “Geh weg von ihm, lass dich nicht so behandeln!” Es gibt genug gute und anständige Männer. Wieso solltest du das aushalten müssen? Du hast genauso Respekt, Liebe und Sicherheit verdient.
    Du willst zudem bestimmt nicht, dass deine Kinder denken, ein Mann darf mit (s)einer Frau so umgehen. Es bringt auch nichts, dir deshalb Vorwürfe zu machen und in Selbstmitleid zu versinken.Es ist jetzt wichtig Verantwortung für dein Wohl und das der Kinder zu übernehmen. Und mit der Forenanmeldung hast du auch schon damit begonnen! Ich finde es auch gut, dass du mit seiner Mutter gesprochen hast. Ich weiß, es ist schwer und du hast Angst vor der Veränderung, aber vieles spricht dafür, dass es wert ist, das zu riskieren.



    Ich war als Kind in einer ähnlichen Situation wie deine Tochter jetzt ist. Mein Vater war zwar kein Alkoholiker, aber er war genauso gewalttätig (und noch ärger) wie dein Mann, auch den Kinder gegenüber. Er hat uns alle tyrannisiert. Es ist schrecklich als hilfloses Kind mitanzusehen, wie dein Vater deiner Mutter gegenüber gewalttätig ist. Diese Erlebnisse prägen mich heute noch. Ich und meine Geschwister haben meine Mutter zur Scheidung gedrängt, da war ich 13. Ihr Zögern hat mich verletzt, ich habe nicht verstanden, warum sie uns nicht beschützt und auch sich selbst. Jetzt als Erwachsene verstehe ich, dass die Situation bei weitem nicht so einfach war. Ich weiß, dass es sehr belastend ist und eine schwierige Entscheidung.
    Aber zurückblickend, hat das Warten und Hoffen auf Besserung nichts gebracht.
    Und sie hat das Gleiche gesagt wie du heute: Sie schwört, er war früher nicht so, er war sehr liebevoll; sie hat versucht ihn zur Therapie zu drängen, er hat sich nie ein Problem eingestanden; er meinte, sie sei verrückt nicht er; sie solle zur Therapie; sie ist Schuld, weil sie das und das falsch macht bla bla bla (schon die Sprüche aufschreiben ist anstrengend)
    Es ist fast amüsant, wie die unverantwortlichsten Leute die Ersten sind, die über die “Pflichten” der anderen sprechen, sei es als Ehefrau, Mutter, Kinder. Mein Vater hat alles mögliche gesagt, nur um die Schuld von sich zu schieben, damit er nicht Verantwortung für seine Verhalten übernehmen musste, als Ehemann und Vater. Und mein Vater war, wie dein Mann krank, und das ist nicht ihre Schuld, aber es ist wohl ihre Schuld, wenn sie versuchen wirklich etwas dagegen zu tun.
    Im übrigen, hätte meine Mutter auch niemals gedacht, in ihrem Leben in so eine Situation zu gelangen.
    Und auch wenn es gedauert hat, ich bin meiner Mutter dankbar, dass sie ihn verlassen hat.


    Es tut mir Leid, wenn meine Worte hart wirken, ich finde es wichtig deutlich zu sein, ohne dich angreifen oder entmutigen zu wollen.


    Ich bin mir sicher, dass du die Kraft dazu hast, die nötigen Schritte zu gehen, auch wenn du nicht an dich glauben magst.
    Da du dir täglich den Schwachsinn deines Mannes anhörst, kann ich mir vorstellen, dass du dich schäbig und schwach fühlst. Aber ich denke das Gegenteil.
    Du bist eine erwachsene Frau die drei Kinder geboren (!) und aufgezogen hat. Das ist bewundernswert, ich denke du kannst alles schaffen.
    Und du hast dieses Forum aufgesucht, weil du spürst im Innersten, dass es nicht richtig ist, wie es zugeht und es mal endlich rauslassen musst. Das heißt deine Instinkte sind stark und signalisieren dir das Richtige. Viele Leute spüren nicht mal das. Du bist stark und du weißt, dass die Situation dir nicht gut tut. Du weißt eigentlich auch, was du brauchst, deshalb bist du hier, das ist ein gutes und gesundes Anzeichen, dass du auf dem richtigen Weg bist. Vertraue auf deine Gefühle und lass dir von ihm nichts anderes einreden, denn er ist wahrscheinlich sowieso schon sehr gefühlstaub vom Alkohol. (Er soll seinen "Spaß" behalten, solange es ihm "Spaß" macht)
    Angst zu haben ist normal, ihr seid lange zusammen und habt eine Familie. Sich zu lösen ist schwer, aber momentan das Richtige für das Wohl der Familie. Ich sehe keine andere Option für dich. Wenn du jegliche weitere Schwierigkeiten hast (finanziell, organisatorisch... was auch immer), würde ich dir sehr ein Frauenhaus empfehlen. Die Leute dort sind professionell, helfen bei der Trennung und bieten Schutz und Hilfe zu einem selbstständigen, unabhängigen Leben. Ich lebe nicht in Deutschland, aber ich bin mir sicher es gibt eine Stelle in erreichbarer Nähe.


    Ich hoffe, das hilft dir etwas.
    Ich wünsche alles Liebe,
    sorra

  • Ich bin neu hier und weiß leider noch nicht, wie man die eigenen Beiträge editieren kann, deshalb versuche ich es so.



    Ich finde es etwas befremdlich, zensiert zu werden (ich denke, das Forum ist für über 18-jährige Erwachsene?)
    und möchte schreiben, was ich schreiben wollte, da es keine anzüglichen Wörter sind.



    Erstmal zu deinem Mann:
    Er klingt wie ein S** Chauvinisten-Schwein.
    (obwohl das ist ungerecht Schweinen gegenüber, die ein sehr liebenswürdiges Wesen haben.)


    hier: s e x i s t i s c h e s Chauvinisten-Schwein



    Es ist schnelles Handeln gefragt, es geht auch um die Kinder. Bis die verbale Gewalt deines Mannes in eine S** und physische Gewalt überschwappt, ist meiner Meinung nach nur eine Frage der Zeit.


    hier: s e x u e l l e Gewalt


    Das wollte ich noch hinzufügen.
    S


  • Und mein Vater war, wie dein Mann krank, und das ist nicht ihre Schuld, aber es ist wohl ihre Schuld, wenn sie versuchen wirklich etwas dagegen zu tun.


    Korrigiere: Es ist wohl ihre Schuld, wenn sie NICHT versuchen, wirklich etwas dagegen zu tun.

  • Hallo Sorra,


    danke für deine ehrliche und ausführliche Antwort. Mich muss auch niemand schonen. Mir ist durch eure Kommentare schon mehr als ein Lichtlein aufgegangen :!: Ich bin schon so abgestumpft, dass mich seine Beleidigungen komplett kalt lassen. Früher habe ich noch oft geweint, dass kann ich grad nicht mehr. Er fragte gestern abend tatsächlich noch in einem absolut gehässigen Ton, ob ich brav mit unter die Dusche komme. Das einzige was von mir kommt ist ein "Nein!" Ich bin so extrem verletzt und gekränkt, dass ich mir Nähe gar nicht vorstellen kann! Ist das normal? Er hält es auch überhaupt nicht für nötig, sich für irgendeinen seiner Sprüche zu entschuldigen. Hat er noch nie gemacht... Er sagt, ich bring ihn dazu, so auszurasten. Ich würde ihn provozieren...


    Er hat mir innerhalb von einem dreiviertel Jahr dreimal versprochen, weniger zu trinken. Beim ersten Mal hieß es, wenn du mein Konto ausgeglichen hast... Hab ich dumme Kuh getan... Nix passiert. Zwei Monate später, wenn ich den restlichen Kredit ablöse. Habe ich getan, nix passiert. Muss dazu sagen, dass ich ein bisschen Geld geerbt habe. Im Juli war er soweit, dass er gehen wollte, weil ich nicht so war, wie er wollte. Ich habe mich nach seinem Willen hingebogen, weil er sich auch ändern wollte. Wochenlang war nix zu merken davon. Dann hieß es, wenn die Sommerferien vorbei sind. Weil die Kinder ja lange wach sind, kann man eh nicht gemeinsam ins Bett gehen, dann könne er ja erstmal weiter sein Bier trinken. Na ja, nach den Ferien passierte... Nix! Nun steh ich hier und fühle mich komplett verarscht :evil: und nun sind Herbstferien :lol:


    Ich bin tatsächlich auf der Suche nach einer Wohnung. Ist echt schwer hier in der Nähe was zu finden. Die Kleinste (1.Klasse) müsste die Schule wechseln, wenn wir aus dem Schulbezirk ziehen sollten. Sie ist grad eh sensibel und das mag ich ihr nicht antun,da ihre beste Freundin (seit 3 Jahren) in ihrer Klasse ist. Natürlich wäre es mir am liebsten, er würde gehen, aber weigert sich.



    Es tat so gut, seiner Mutter reinen Wein einzuschenken. Sie glaubte immer, dass ich alleine Schuld bin, dass er mies drauf ist. Das war eine große Befreiung, als ob mir ein riesiger Fels vom Herzen gepurzelt ist...

  • Liebe Emmaleah,


    Wenn ich so behandelt werden würde könnte ich mir auch keine Nähe mehr vorstellen. Es ist völlig normal, das Du das nicht mehr möchtest. Ich mache mir wirklich Sorgen wenn ich höre, wie Du mit Dir umgehen lässt und wie er sich auch gegenüber den Kindern verhält. Ich kann mich da Sorra nur anschließen, versuche ganz schnell Dich und die Kinder zu retten!


    Meinst Du wirklich, ein Schulwechsel wäre für Deine Kleinste schlimmer als weiter mitanzusehen, wie die eigene Mutter nieder gemacht wird und der Vater aggressiv ist? Und auch wenn er erst anfängt zu trinken wenn die Kinder im Bett sind, dann kriegen sie doch trotzdem die Stimmung zwischen Euch mit.


    Du schreibst ganz viel von Schuld... ich glaube, Du hast Dir über Jahre das selbst mittlerweile so angenommen. Und wenn Du schreibst, das seine Mutter glaubte, das Du alleine Schuld bist, das er mies drauf ist, da stellen sich mir die Nackenhaare auf! Was sind das denn für Verhältnisse? Und wie hast Du das die ganzen Jahre ausgehalten?


    Veränderungen sind immer schwer, da kann ich selbst ein Lied von singen. Aber wenn ich heute zurück denke geht es mir jetzt viel besser. Habe wieder Mut und versuche, Deine Selbstachtung zurück zu bekommen. Werde aktiv was die Wohnungssuche angeht, hole Dir bitte auch juristische Hilfe, vielleicht gibt es ja doch eine Möglichkeit das er auszieht?

  • Ich bin grad todtraurig... Zu seinen Mädels ist er sooo lieb. Die Kleine sitzt hier und spielt mit ihm ein PC Spiel und er ist so normal. Das Bier steht aber daneben. Er ist vor 20 Minuten von der Arbeit gekommen. Das zweite ist schon offen.


    Er versucht oft durch Albernheiten und lustige Aktionen sein Verhalten mir gegenüber bei den Kindern wett zu machen, denke ich.


    Seine Mutter ahnte wirklich nichts... Das glaube ich ihr auch. Sie war sehr traurig und entsetzt und hat gefragt, ob sie mal mit ihm reden soll. Wir sehen uns ja nur dreimal im Jahr. Sie sagt auch, dass er besser gehen sollte. Er kann ja mit so viel Platz nix anfangen.


    Letztens drohte er damit, daß Schlafzimmer abzureißen, da ja nix läuft und ein Billardzimmer drauß zu machen.

  • Hallo Emmaleah,


    es tut mir Leid, ich kann das verstehen, dass dich die Situation traurig macht.
    Auch wenn er zu den Kindern selber lieb ist, zu dir ist er es nicht. Und wenn man die Mutter verletzt, verletzt man das Kind automatisch mit. So war es bei mir, wenn ein Elternteil über das andere schimpft oder es nieder macht, fühlte es sich an, als würden zu mir so sein (auch wenn ich selbst ein Problem mit den Elternteil hatte, wie bei meinem Vater, es schmerzte trotzdem).
    Und trotzdem wird es den Kindern besser gehen, wenn sie keinen alkoholisierten Vater um sich haben. Dein ältester Sohn leidet ja auch sehr darunter, nicht?
    Deine Kinder sind auch nicht mehr so jung, dass sie überhaupt nicht verstehen würden, warum du ihn verlassen würdest.
    Du würdest ihnen nur gutes damit vorzeigen: Nämlich, wenn man beschimpft und angebrüllt wird, sollte man sich schützen und gehen und es sich nicht gefallen lässt. Als Mutter hast du auch eine Vorbildsfunktion. Wegen der Freundin der Tochter, ist es schwierig abzwägen, wie schlimm, das für sie wäre.
    Was sagst du zu der Möglichkeit temporär wo unterzukommen (Familie, Freunde, Einrichtungen) bis geklärt ist, was als nächstes passiert, und wer wo hingeht?
    Das Problem ist, dass dein Mann kaum bereit sein wird Haus und Familie zu verlieren und deshalb nicht freiwillig das Feld räumen wird (Oder irre ich mich?). Bei meiner Mutter damals, wurde es auch vom Richter entschieden, dass mein Vater gehen muss, da die Kinder bei ihr bleiben würden und sie den Platz mehr brauchte.
    Ich würde wie Sunny erwähnt hat, juristische Hilfe diesbezüglich holen (auch da kann ein Anruf beim Frauenhaus o.ä. übrigens helfen).


    Seine Mutter wirkt auch vernünftig, gut dass sie auf deiner Seite ist.


    Zudem ein sehr wichtiger Punkt ist auch, dass du ihm kein Geld mehr zukommen lässt, das Erbe gut vor ihm abschottest und schaust, dass du finanziell unabhängig von ihm bist. Man sollte Alkoholikern prinzipiell kein Geld geben, ein wichtige Lehre, die ich auch erst lernen musste.


    Dein Mann hat kein Recht auf S e x. Das war vor hundert Jahren vielleicht so, aber jetzt nicht mehr. Wenn er das noch nicht realisiert hat, tut es mir Leid für ihn,aber deshalb hat er kein Recht dazu durchzudrehen. Zumal er selber Schuld an dieser Situation ist. Er braucht auch nicht die Wohnung in eine Kneipe plus Billard zu verwandeln, da gibt es schon genug solche Orte, wo er frei ist hinzugehen.
    Übrigens hat meine Mutter manchmal von den Ausbrüchen meines Vater heimlich Tonaufnahmen mit den Handy gemacht. Solche Aufnahmen können später wertvoll sein für dich, Angehörige, vor dem Scheidungsanwalt. Und vielleicht auch für einpaar Aha-Momente von deinem Mann (obwohl die nicht garantiert sind).


    Es tut mir Leid, dass dein Mann mit dem du lange eine Beziehung führst, suchtkrank ist, aber dieses Verhalten sollte auf keinen Fall toleriert werden.


    Alles Liebe,
    sorra

  • Er verdreht die Tatsachen wie ein schlechter Politiker (zB Trump redet auch so), damit er keine Verantwortung übernehmen muss. Er ist ein erwachsener Mensch und schafft es nicht sich für seine Handlungen verantwortlich zu fühlen und kommt so mit seinen Beschimpfungen davon. Das ist nicht in Ordnung.
    Er benimmt sich wie ein Kind. Mit so jemanden kann man nicht reden, glaub mir. Er kann gar nicht wirklich hören was du sagst, weil er so damit beschäftigt ist, jede Schuld von sich zu schieben. Es hat absolut keinen Sinn mit Betrunkenen jegliche Diskussion zu führen.
    Du redest gegen eine Wand.
    Wenn du nicht handelst, wird sich nichts die Lage nicht ändern.


    Ich wünsche dir trotzdem eine möglichst entspannte Nacht und alles Liebe,
    sorra

  • Klar, der Große leidet auch sehr darunter. Er ist keine Heulsuse, hat aber schon geweint, weil er Angst um mich hatte. Einmal eskalierte eine Situation so sehr, dass er sich schützend vor mich stellte. Da wollte mein Mann ihn aus dem Haus werfen mitten in der Nacht.


    Ich muss jetzt handeln und das werde ich auch! Dieses Forum hat mir die Augen geöffnet!


    Eben wollte er wieder alles zu seinen Gunsten drehen...

  • Hey Emmaleah,


    ja klar, ich kann deinen Sohn total verstehen, man will seine Mama beschützen. Er hatte bestimmt auch große Angst, als er sich vor dich gestellt hat, das ist total beängstigend und schwer sich gegen Eltern zu stellen, zumal auch gefärhlich, wer weiß hätte passieren können, unglaublich, dass er es trotzdem gemacht hat (und es kam zu keinerlei Handgreiflichkeiten?).
    Aber es sollte nicht seine Aufgabe als Kind sein zu beschützen, sondern umgekehrt die des Erwachsenen. Da sind die Rollen ziemlich vertauscht.
    Ich weiß, wie auslaugend es ist, in einem Zuhause zu leben, wo man sich nie sicher fühlen kann, weil jeden Moment wer rumbrüllen oder ausrasten könnte (und man natürlich beschützen will). Das war der Alltag meiner Kindheit und Teenagerzeit. Ich habe fast jeden Tag geweint. Ich hatte Jahre hinweg Albträume, in denen ich Familienmitglieder von meinem Vater beschützen oder retten musste und es nicht schaffte. Ich habe sie noch immer manchmal, dass mein Bruder Alkoholiker ist, ist auch nicht hilfreich.


    Um ehrlich zu sein, wundert es mich, dass noch nicht schlimmeres bei euch passiert ist, so wie du die Dinge beschreibst. Aber lassen wir es lieber nicht darauf ankommen!


    Es ist gut, dass du handeln willst! Du siehst gerade klar und du solltest weiter in diese Richtung schreiten. Du kannst das bestimmt schaffen, du bist auf den richtigen Dampfer. Und du bist nicht alleine und es gibt wirklich viel Hilfe, ich würde auch lokale Servicestellen übers Internet suchen und dich viel informieren, das gibt Kraft. Lass dich nicht von ihm einschüchtern.


    Ist der Streit noch weitergegangen oder hat es sich beruhigt? Wie ist die Lage jetzt?


    aL,
    sorra


  • Ich denke, dass ich mich in der kommenden Woche juristisch beraten lassen werde. Die 125 qm hier braucht er alleine definitiv nicht.


    Das ist eine sehr gute Idee. Ich denke auch, dass du da gute Chancen haben wirst, da du den Platz für die Kinder brauchen wirst.


    Das ist auch ein klares Zeichen an deinen Mann, dass es so nicht weiter geht. Bravo Emmaleah!

  • Alleine das Forum hier gibt mir mehr Kraft als jemals zuvor! Ich kann ihm endlich die Stirn bieten!
    Klar, mein großer Sohn hatte Angst, aber er konnte nicht mehr anders als so reagieren, weil er Angst um mich hatte. Er hatte vorher nur den Router aus der Wand gerissen, so dass wir einige Tage ohne Telefon und WLAN waren. Ich hatte damit gedroht die Polizei zu rufen. Dann eskalierte das Ganze halt mal wieder. Er riß den Router raus, ich flüchtete mit der weinenden mittleren Tochter in ihr Bett und er ließ mich nicht in ruhe, sondern kam ständig in ihr Zimmer und bölkte herum... Irgendwann reichte es dem Großen und er rief "lass meine Mutter in Ruhe", daraufhin ging das gedrohe los und ich bin natürlich dazwischen gegangen.


    Ich wunder mich auch darüber, dass noch nichts schlimmeres passiert ist. Nach seinen Drohungen zu urteilen, müsste schon längst was passiert sein.

  • Hallo Emmaleah,


    auch von mir ein herzliches Willkommen hier. Meinen Unmut über das Verhalten deines Mannes tu ich noch am Rande kund...besser als alle Anderen hier kann ich ihn eh nicht ausdrücken. Es ist richtig und wichtig, daß du hier gelandet bist. Du bekommst hier Sichtweisen und Erklärungen, die dir sicherlich dabei helfen, dich selbst wieder zu finden bevor du dich endgültig in der Krankheit deines Mannes verlierst.
    Ich möchte eigentlich kurz auf das S e x -Thema zurückkommen. Das kam mir doch sehr bekannt vor, wobei mein Mann nicht so eklig mit seinen Andeutungen war. Nein, er beschwerte sich nur immer öfter, daß unser S e x-Leben nicht mehr so war wie am Anfang ( vor 6 Jahren ). Natürlich nicht...er stank, er sah sche isse aus und küsste dann auch irgendwie anders..irgendwie widerlich. Also lief im Bett nichts mehr wenn er gesoffen hatte...gen Ende soff er jeden Tag. Will sagen: mein Mann war sich seiner Widerlichkeit nicht bewusst. Er verstand nicht, weswegen ich seine Fahne nicht riechen wollte...er selbst hielt sich doch für den Oberhirsch. Da kannste reden wie ein Buch...am Ende hat er sich eine trockene Alkoholikerin genommen...die sieht das bestimmt nicht so eng ( wobei er seit Kurzem trocken ist ).
    Daß ich Schuld an seinen Sauf-Exzessen war, wollte er mir auch immer suggerieren...aber ich weiß es jetzt...auch dank diesem Forum...besser.


    Manchmal hilft eine Für-und Wider-Liste: was gibt er dir...was ist Sch eisse oder welche Vorteile hätte das Alleinsein mit den Kindern...welche Nachteile...also im Bezug auf deinen Mann. Deine Kinder sind ja nicht mehr soooo klein...mein Großer ist auch 17 und im Notfall eine große Hilfe bei meinem 4jährigen.


    Denk an die Freiheit...keine Beleidigungen mehr...keine Tränen....kein Gestank....und soooo viel mehr :-)


    Liebe Grüße von Yvonne

  • Grad wieder große Diskussion und Gebrüll gehabt :twisted: Ich solle endlich anfangen was zu retten(Sex, meint er)... Oder meine Sachen packen und verschwinden. Er hätte kein Alkohol Problem, er könne jederzeit aufhören. Aber er versteht einfach nicht, dass meine Lust auf dem Nullpunkt ist nach monatelangen Streitereien und Beleidigungen.


    Wie groß ist die Chance eigentlich, dass ihm das Haus zugesprochen wird?

  • Hallo Emmaleah,


    das tägliche Gebrüll klingt ermüdend. Ich vermute, da ihr aufgrund des lieblosen Umgangs nicht s exuell aktiv seid, dass er sehr geladen ist.
    Und da er nicht damit klarkommt bzw. sich nicht anders zu helfen weiß, verschafft er sich mit seinen Ausrastern Luft, um die angestaute Energie rauszulassen.
    Das soll nicht dein Problem sein, du bist nicht da, um ihn zu dienen.
    Anstatt zu brüllen, würde es ihm zB guttun eine Runde um den Block zu laufen, um seinen Druck abzubauen.


    Frei heraus würde ich sagen, seine Chancen stehen eher schlecht bezüglich des Hauses.
    Jedoch würde ich an deiner Stelle nicht auf die Worte von Laien wie mich verlassen, da es von versch. Faktoren abhängig ist, unter anderem, wie gut dein Anwalt ist (und wie gut seiner). Ich würde auf jeden Fall einen Juristen fragen und ihm deine Situation schildern. Bei mir ist es zumindest so, dass die erste Beratungsstunde oft gratis ist. Also bei einem privat mal anrufen oder sich an eine Servicestelle wenden, die wissen meist auch über die Rechtslage Bescheid.


    Viel Glück,
    sorra

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