Freie Zeit richtig nutzen

  • Hallo,


    wenn ich mich an meine ersten Monate der Nüchternheit zurück erinnere, war das größte Problem, meine freie Zeit sinnvoll zu verbringen.
    War ich ja vorher den ganzen Tag damit beschäftigt, irgendwie Alkohol zu beschaffen und dann irgendwo trinken zu können, hatte ich durch die Nüchternheit sehr viel Zeit gewonnen.


    Was macht ihr so mit der neuen freien Zeit?


    Gruß
    Karsten

  • Hallo Karsten :)


    Positiv: Spazieren gehen, walken, joggen, mehr arbeiten, öfter spontan zu Freunden fahren


    Negativ: Zu viel ungesunden Mist essen (Suchtverlagerung), zu viel am Handy sitzen


    Die positiven Dinge überwiegen aber glücklicherweise.

  • hallo karsten


    ist sehr unterschiedlich, mal mit dem motorrad herumfahren wenn das wetter schön ist oder im winter in die sauna gehen, mit dem hund spazieren gehen, mal hänge ich aber auch nur vor dem fernseher oder dem pc. kommt immer so auf meine lust und laune an was ich gerade mache.
    grüße
    NNGNeo

  • Hallo!


    Grundsätzlich verstärkt Dinge tun, die einem Freude bereiten und bei denen man vom Berufsalltag abschalten kann. Dabei kann man an Betätigungen anknüpfen, die vor der Sauf-Karriere im Vordergrund standen.


    Da ich im Frühjahr startete, bin ich in den ersten Monaten dank der "langen" Tage viel mit dem Rad unterwegs gewesen.


    Mal wieder Kontakte zu Leuten knüpfen, die man dank der Sauferei aus den Augen verloren hat. Das macht allerdings nur Sinn, wenn diese nicht regelmäßig trinken. Nicht dass man in Versuchung geführt wird.


    Das Haus, die Wohnung umräumen und neu gestalten, insbesondere wenn man regelmäßig daheim gesoffen hat. Man muss sich daheim wieder wohl fühlen und eine gewisse optische Veränderung kann da nicht schaden.


    Neue Dinge ausprobieren, sofern sie einen nicht zu nahe an das Suchtmittel heranführen. Was wollte man schon immer mal machen?


    Gruß
    Carl Friedrich

  • hallo karsten


    Zitat von "Karsten"

    Langeweile ist aber ein großes Rückfallrisiko.


    kann ich nur so unterschreiben. da ich in meiner anfangszeit nichts hatte wofür ich mich interessiert habe hatte ich natürlich sehr viel langeweile.
    das äußerte sich dann sehr oft in ziemlich starken suchtdruck, der manchmal über stunden anhielt.
    grüße
    NNGNeo

  • Hallo Karsten,


    als ich aufgehört habe zu trinken, da war das mit der Zeit wie eine Offenbarung.
    Ich empfand es überhaupt nicht als Problem, sondern als riesiges Geschenk. Endlich hatte ich die Zeit, beziehungsweise richtiger, habe sie mir genommen, um all die Dinge zu tun, von dem mich der Alkohol abgehalten hatte. Es kamen alte Wünsche aus der Kindheit und Jugend wieder hoch, es kamen Interessen wieder zum Vorschein, die lange verschüttet waren im wahrsten Sinne des Wortes, und es war eine Beglückung, die Zeit dafür völlig neu zu entdecken.


    LG Viola

    Wohlan denn, Herz, nimm Abschied und gesunde! (Hermann Hesse)

  • Hallo zusammen,


    das ist natürlich die Frage überhaupt. Ich wüsste nicht, wie ich mich in einer Tätigkeit so verlieren könnte, dass sie nicht nach ein paar Tagen, Wochen oder spätestens Monaten langweilig und abgebrochen würde. Natürlich mache ich dennoch nichts anderes, beginne immer wieder neue Projekte, ohne dass es einen "richtigen Nutzen" hätte. Heute würde es aber keinen Spaß mehr bereiten, sich dieser Tatsache mit Alkohol zu entziehen. Das ist der Unterschied, deshalb sehe ich keinen Zusammenhang zwischen Langeweile und Alkohol. Es zeigt eher, dass die Personen, die sich vor der Langeweile fürchten, noch immer nass denken.


    Grüße

  • Hallo,


    es ist natürlich ein großer Unterschied, wenn jemand noch sozial integriert ist, vielleicht noch Arbeit hat und nicht den ganzen Tag Alkohol getrunken hat.
    Ich weiß halt von mir, der nur noch gesoffenen und geschlafen hat, dann am Anfang im nüchternen Zustand nichts mit seiner Zeit anzufangen wusste.


    Ich habe mich vorige Woche auch mit meinen Freunden, die ebenfalls über 20 Jahre trocken sind, unterhalten.
    Sie hatten, als sie aufhörten, eine ähnliche Situation, also 24 Stunden am Tag nur Alkohol oder Drogen konsumiert.


    Für sie waren die ersten Monate auch das größte Risiko, dass sie sehr viel Langeweile hatten.


    Wenn ich an Therapieprogramme denke, ist da auch sehr viel Beschäftigung in Form von Ergotherapie, Bewegungstherapie usw.


    Irgendwo habe ich auch mal einen Spruch gehört, solange du was Sinnvolles tust, kommst du weniger auf den Gedanken, wieder zum Alkohol zu greifen.


    Vielleicht gibt es ja heute auch keine Alkoholiker mehr, die erst alles verlieren müssen, bevor sie aufhören?


    Wenn man dann zwar seinen persönlichen Tiefpunkt erreicht hat, aber dennoch noch Wohnung, Arbeit und Familie hatte, ist es vielleicht auch nicht verständlich, dass Langeweile aufkommen kann.


    Auch in unserer damaligen Wohngemeinschaft war Beschäftigung und Gespräche das A und O, damit man nicht auf dumme Gedanken kommt und vielleicht wieder saufen will.


    Gruß
    Karsten

  • Hallo Karsten,


    sicherlich, aber weshalb ist die damalige Zeit eher maßgeblich dafür als die Person selbst? Was hast du denn gemacht, bevor du getrunken hast?


    Grüße

  • Hi,


    es gab für mich keine Zeit vor dem trinken.
    Ich habe schon mit 12 den Alkohol für mich entdeckt und ab ca. 14 Jahren war er ein Bestandteil meines Lebens.
    Ich kann mir zwar denken, was du meinst.
    Nur wenn man Jahre getrunken hat, wären die alten Hobby eh verblasst oder?


    Gruß
    Karsten

  • Hallo!


    Nicht jeder muss alles verlieren, damit er aufhört zu trinken! Es reicht schon,
    dass man sein Leben nicht mehr im Griff hat, und einem alles über den Kopf
    wächst. Und dass es einem gesundheitlich schlecht geht!


    Karsten, ich weiss nicht, was Du mit Deinem Vergleich zu früher und heute bezwecken
    oder beweisen willst?!


    Natürlich wird einiges an Zeit freigesetzt, wenn man nicht mehr tagtäglich
    säuft. Ich z.b. konnte abends wieder handarbeiten, war morgens wieder aktiver
    und konnte meinen Haushalt besser führen.


    Insgesamt hat man viel mehr Kraft, um alles zu bewältigen. Wobei es auch Phasen
    gibt, gerade am Anfang, wo man mehr Ruhe braucht.


    Richtig langweilig war und ist mir selten! Ich denke das ist auch von Mensch zu
    Mensch unterschiedlich.


    Elly

    Das Leben ist nicht immer einfach, aber eindeutig einfacher ohne Alkohol zu bewältigen!

  • Hallo Karsten,


    eine Erklärung wäre, dass es Pegeltrinker und Komatrinker gibt. (Um es mal extrem auszudrücken)


    Der Komatrinker hat jeden Folgetag Entzugserscheinungen und das bis zu dem Zeitpunkt, bis
    er wieder beginnt zu saufen. Und das zermürbt!


    Das hat ein Pegeltrinker nicht, da er ja keinen richtigen körperlichen Entzug durchleidet.


    Gesundheitlich sind beide Varianten alles andere als gut...


    Elly

    Das Leben ist nicht immer einfach, aber eindeutig einfacher ohne Alkohol zu bewältigen!

  • Hallo Karsten,


    es ist unübersehbar, dass wir zu verschiedene Ansichten haben, und somit
    werde ich mich aus dem Forum zurückziehen.


    Und meine freie Zeit anders nutzen!


    Grüsse


    Elly

    Das Leben ist nicht immer einfach, aber eindeutig einfacher ohne Alkohol zu bewältigen!

  • Hallo,


    als ich beschlossen habe aufzuhören zu trinken hatte ich noch meine ehemalige Wohnung und meinen Job. Ausserdem habe ich nicht jeden Tag Alkohol getrunken mit Ausnahme meiner vierteljährlichen Abstürze. Dadurch stellt sich die Rechnung "Trocken = unendlich mehr Zeit" bei mir auch gar nicht.


    Beschäftigung mit Ergotherapie, Bewegungstherapie etc hat aber nicht nur als Ziel keine Langeweile aufkommen zu lassen, sondern soll auch Alkoholikern, die seit Jahren kein sogenanntes geregeltes Familien/Arbeits/Wohnsitzleben mehr gelebt haben, helfen sich wieder alltäglichen Aufgaben und Verpflichtungen zu stellen als auch auszuführen.


    Gruss,


    Mario B.

  • Hallo Mario,


    ich kann ja nur von mir ausgehen und da ich 24 Stunden am Tag damit beschäftigt war, Alkohol zu beschaffen, ein ruhiges Plätzchen zu finden, wo ich saufen konnte, hatte ich natürlich sehr viel freie Zeit, als ich nüchtern wurde.


    Da muste ich halt überlegen, wie ich die freie Zeit sinnvoll nutze, um nicht wegen Langeweile wieder zu saufen.


    Gruß
    Karsten

  • Hallo ihr,
    ich habe ja erst kürzlich aufgehört und mein "Problem " ist momentan tatsächlich die viele Zeit, die ich gewonnen habe. Eigentlich habe ich sehr viele Interessen, aber ich kann mich zu nichts aufraffen, hänge zuhause herum und langweile mich. Meist lege ich mich ins Bett und surfe lustlos im Internet herum. Aber dieser Lebenswandel macht mich erst recht unzufrieden.
    Ist es euch am Anfang auch so gegangen und was habt ihr dagegen gemacht?
    LG Elli

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