Gbt sich die Suchthilfe geschlagen?

  • Hallo Karsten,


    ich bin ja noch neu hier im Forum und habe auch schon festgestellt, dass es eine Diskrepanz zwischen dem „Alten“ und dem „Neuen“ zu geben scheint.


    Ich bin auch noch in einem Krankenkassenforum, wo sich jeder selbst seine Ziele stecken kann. Reduzieren oder Abstinenz. Da ist viel los, dass scheint für die Menschen ein interessanter Weg zu sein.


    Ich habe den Eindruck, dass „reduzieren“ für manche Menschen durchaus ein gangbarer Weg ist um vom zu viel Trinken loszukommen. Ich bin diesen Weg ja auch gegangen und mir hat er getaugt. Jetzt möchte ich mich ganz vom Alkohol befreien, vor ein paar Jahren hätte ich mir das noch nicht zugetraut.


    Ich stelle mal als These auf: Alkoholsucht / Alkoholprobleme hat viele Gesichter und unterschiedliche Menschen müssen unterschiedliche Wege finden und gehen.


    Reduziertes Trinken ist für manche Menschen, wenn Sie früh genug erkennen, dass sie ein problematisches Konsumverhalten haben ein guter Einstieg.

  • Hallo!


    Mir ist die Überschrift zu martialisch.


    Wieso gibt sich die Suchthilfe geschlagen, wenn neben der Abstinenz der Weg des KT aufgezeigt wird?


    Ich kann KT nicht, also bleibe ich bei der Abstinenz.


    Es gibt sicherlich auch andere Zeitgenossen, bei denen KT funktionieren kann. Entweder sie sind noch gar nicht abhängig oder aber sie können wirklich im gesundheitlich unbedenklichen Rahmen kontrollieren. Dazu gehören viel Ehrlichkeit und Disziplin, eine bestimmte Menge Alkohol pro Woche nicht zu überschreiten. Diese Menge liegt beim erwachsenen Mann bei ca. 5 Flaschen Bier (0,5l) pro Woche. In diesem Wert sind Umtrünke anlässlich Fest- und Feiertagen, Jubiläen ... inbegriffen. Um sich nicht selbst was vorzumachen, empfiehlt sich die Führung eines ehrlichen Trinktagebuchs.


    Wer es dank der Suchthilfe lernt, den hat diese nicht verloren, sondern weiter gebracht.


    Das Problem ist nur, das die allermeisten Alkoholiker, ebenso wenig wie ich, kontrollieren können. Die anderen mögen es halt ausprobieren, wie ich es früher auch mal probiert habe, bis ich erkannt habe, das für mich nur die Abstinenz möglich ist..


    Gruß
    Carl Friedrich

  • Ich bin nicht der Meinung, dass man 2,5 Liter Bier in der Woche trinken muss.
    Für mich wäre ein normaler Konsum, drei bis 4 mal im Jahr drei oder vier Gläser.


    Wer schon ein Trinktagebuch führen muss, ist wohl von diesem, meinen, normalen Konsum weit entfernt.


  • Ich bin nicht der Meinung, dass man 2,5 Liter Bier in der Woche trinken muss.
    Für mich wäre ein normaler Konsum, drei bis 4 mal im Jahr drei oder vier Gläser.


    Wer schon ein Trinktagebuch führen muss, ist wohl von diesem, meinen, normalen Konsum weit entfernt.



    Hallo Karsten!


    Ich habe von Höchstmengen für erwachsene Männer geschrieben. Bei Damen reduziert sich die Menge.


    Wir reden von süchtigem Trinken. Der Gelegenheitskonsument (3-4x jährlich) gehört nicht dazu. Der braucht auch nichts kontrollieren.


    Ob es der abhängige Mensch kann, muss er/sie selbst heraus finden. Und wenn er/sie merkt, dass es nicht klappt, dann bleibt ihm/ihr nur die Abstinenz. Und das Trinktagebuch dient als Stütze, ob es das KT funktioniert.


    Für mich gilt das nicht. Ich kann mich vielleicht ein paar Tage mit wenig Bier zufrieden geben, bis die Dämme brechen. Ich habe den "point of no return" schon lange überschritten. Für mich ist es viel leichter, gar nicht zu trinken, als nach einer Flasche Bier aufzuhören.


    Das musste ich lernen.


    Gruß
    Carl Friedrich

  • Hallo,


    würde man die hier erwähnte Umfrage in einem Forum für Kontrollierter Trinker stellen, wäre das Resultat der Abtimmung mit grosser Sicherheit andersrum. Eine grössere Einsicht würde ich daher nicht schlussfolgern.


    Für mich ist dieser Text doch ziemlich subjektiv und wenig differenzierend, daher würde ich ihn auch nicht Artikel nennen sondern eher Kommentar oder Kolumne. Diese Meinung gilt es aber zu respektieren, auch wenn man sie nicht gänzlich teilt.


    Gruss,


    Mario B.

  • Hallo!


    Wer hat eigentlich den Text geschrieben? Ich kann dort nicht ersehen,
    wer ihn erstellt hat.


    Und wer ist viele Hilfsorganisationen? Welche?


    Elly

    Das Leben ist nicht immer einfach, aber eindeutig einfacher ohne Alkohol zu bewältigen!


  • Hallo,


    manchmal wundert es mich, was ihr für tolerante Meinungen gegenüber dem Alkohol habt :)


    Hallo!


    Warum denn nicht? Sollte ich ihn verteufeln? Es entspringt einem natürlichen Reflex vieler Menschen, erst mal andere für die eigene Misere verantwortlich zu machen. Das ist m.E. beim Alkohol der verkehrte Ansatz. Denn für meinen früheren Alkoholabusus bin allein ich verantwortlich und nicht der Alkohol.


    Der Alkohol ist in unserer westlichen Gesellschaft omnipräsent. Millionen können ihn moderat konsumieren. Ich kann es nicht.


    Der Alkohol selbst ist eine "tote" Substanz. Er ist völlig passiv. Er rennt mir nicht nach und flößt sich auch nicht vollautomatisch in meinen Körper ein. Es liegt allein an mir, ob ich ihm wieder gestatte, mein Leben, Denken und Fühlen zu verdrehen und mir zu schaden, indem ich aktiv auf ihn zugehe und seine Nähe suche bzw. mich nicht gleich entferne, wenn Dritte ihn mir nahe bringen.


    Ich bin auf der Hut, da das Suchtgedächtnis seine Tücken hat. Ich halte mir den Alkohol auf Distanz. Und so komme ich prima mit ihm klar.


    So einfach sehe ich das mittlerweile. Andere Menschen reagieren allergisch auf irgendwelche Lebensmittel z.B. Milchfett (Laktose), Gemüse, Kornsorten... Sie können und dürfen diese nicht zu sich nehmen. Ich dagegen kann all diese Lebensmittel konsumieren, nur halt den Alkohol nicht, weil ich nicht mit ihm umgehen kann. Im Vergleich zu den o.a. Allergikern geht es mir geradezu blendend.


    Und genau das habe ich mir klar gemacht.


    Gruß
    Carl Friedrich

  • Hallo CF,


    mir kommt es manchmal so vor, dass alle so gebildet sind, alle so sozial eingestellt und voller gesellschaftlicher Gedanken sind, die sich aber nicht wirklich im Forum wiederspiegeln.


    Ist wieder mal ein gutes Beispiel, wo viel Verständnis aufgebracht wird, aber doch jeder doch abhängig geworden ist :)


    Ich für meinen Teil gebe mir auch die Schuld selbst an meinem Alkoholismus, aber dennoch muss ich gesellschaftlich anerkannte Drogen nicht gut finden.


    Jeder, der Alkohol trinkt, ist für mich auf der gleichen Stufe, wie jemand der sich Heroin spitzt.


    Nur weil Alkohol legal ist, ist es nichts anderes wie eine Droge.

  • Jeder, der Alkohol trinkt, ist für mich auf der gleichen Stufe, wie jemand der sich Heroin spitzt.


    Nur weil Alkohol legal ist, ist es nichts anderes wie eine Droge.



    Hallo!


    Der Vergleich hinkt gewaltig. Das Suchtpotential des Heroins ist um ein Vielfaches höher. Es gibt Millionen von moderat (gelegentlich) trinkenden Menschen, von ebensolchen Junkies, die ab- und an mal einen Spritzer Heroin in ihre Venen pumpen, ist mir nichts bekannt.


    I.Ü. steht es mir nicht zu, über moderat trinkende Leute den moralischen Stab zu brechen. Sollen sie ihn trinken und für sich das Gefühl des Genusses haben. Ich bin da nicht mit im Boot, gönne ihnen aber ihr Gläschen. Da mache ich mir keinen Kopf drüber. Nervig wird's für mich erst, wenn es nicht bei 1-2 Gläsern bleibt, sondern die Leute infolge des Alks die uns allen bekannten Ausfallerscheinungen an den Tag legen. Da bin ich dann schnell weg.


    Gruß
    Carl Friedrich


  • Sehe es ähnlich. Im Alkohol liegt nichts spezifisches. Jedes Rauschmittel generiert umso schlimmere Folgeschäden, je länger und je mehr davon konsumiert wird. Dass viele andere Rauschmittel wie z. B. Heroin diese Schäden schneller und diese ggf. in höherem Ausmaß verursachen, ist ein anderes Thema, aber letztlich nur eine Variable der einzelnen Substanzen.


    Ansonsten eine seltsame und ungenaue Ausgangsfrage. Sehe kein genau definierbares Problem, eher eine von Karsten ausgehende getrübte Stimmung, die über einen Umweg geändert werden soll. Dass die Lösung hierfür Benutzer und Institutionen wären, die der gleichen Ansicht sind (welcher Ansicht? - die Ausgangsfrage ist zu ungenau), halte ich für unsinnig. Nichts würde sich ändern, wenn die Antworten anders formuliert werden würden.


    Grüße

  • Hallo,


    um zum Thema zurückzukommen.
    Meiner Meinung richten sich Hilfsangebote ( Suchthilfe ) nach den Wünschen der Betroffenen und nicht so sehr nach der Notwendigkeit.
    Vielleicht lassen sie es auch einfach so laufen, weil man es ja nicht ändern kann und wenn die Betroffenen soweit sind, werden sie schon kommen.


    Ist ja nicht weiter schwer, einen Hilfsbereich KT anzubieten, bis dann die eventuelle Einsicht kommt.


    Deshalb war meine Überlegung, hier einen entsprechenden Forenbereich anzubieten, schon ernst gemeint.


    Wenn es denn so viele alkoholtrinkende Menschen gibt, die versuchen wollen kontrolliert zu trinken, können wir ihnen ja hier auch helfen.

  • Wenn es denn so viele alkoholtrinkende Menschen gibt, die versuchen wollen kontrolliert zu trinken, können wir ihnen ja hier auch helfen.


    Hallo!


    Ob wir Abstinenten, bei denen KT gerade nicht klappt, ein guter Ansprechpartner für das KT sind, wage ich zu bezweifeln.


    Das KT ist nicht meine Baustelle. Eine Teilnahme an entsprechenden Diskussionen mit Leuten, die sich am KT versuchen, dann aber lamentieren wie schwer das doch sei, schließe ich für mich aus. All zu sehr befasse ich mich nicht mit dem KT, sonst provoziere womöglich ich nur mein Suchtgedächtnis, das mir weiß machen könnte, es selbst noch mal auszutesten.


    Gruß
    Carl Friedrich

  • Hallo Carl Friedrich,


    tollerieren hier in deinen Beiträgen tust du sie, aber mit zu tun haben willste auch nichts mit denen?
    Ist das nicht eine Art Doppelmoral? :D
    Warum möchtest du den diesen hilfesuchenden Menschen nicht helfen?


    Gruß
    Karsten

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