Endlich ist es soweit...

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später hier dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo Kloane und Forum


    Auch von Seite her: Willkommen im Forum.


    Die Grundbausteine sind ein extrem wichtiges Fundament. So z.B. ist ein alkoholfreies Zuhause für mich ein absolutes Muss. Auch Wein-/Bier- und Schnapsgläser sind bei mir zu Hause nicht vorhanden.
    Und ebenso wichtig für mich ist der Notfallkoffer. Letzten Montag war ich - sagen wir mal - nicht in einer Toplaune. Ein Arbeitskollege meinte, komm, lass und was trinken gehen und benebeln uns. Das hilft immer. (Notabene: er weiß, dass ich seit 12 Monaten keinen Alkohol mehr trinke)
    Ich verneinte höfflich, verzog mich in mein Kämmerlein, nahm mir ca 10 Minuten Zeit, packte meinen Notfallkoffer aus und... ja, uff, vorbei der Anflug vom Saufdruck.
    In diesen Momenten hilft NUR der Notfallkoffer. Ohne diesen wäre ein Rückfall bei mir unumgänglich. Und ich weiß, dass ich diesen bis zur Urne benötige, auch wenn mit der Zeit das Auspacken des Koffers weniger oft vorkommt.


    Ich wünsche Euch weiterhin gut Gelingen. Und lest die Grundbausteine... sie können nur nützen.


    Lieber Gruss
    Ernest

  • Hallo Ernest,


    ich finde es ganz schön beschissen von Deinem Kollegen, dass er diesen Vorschlag gemacht hat, obwohl er weiß, dass Du nichts mehr trinkst. War das aus der Unerfahrenheit heraus, weil er nicht weit genug denkt, WARUM Du keinen Alkohol (mehr) trinkst oder verharmlost er Dein Problem? Weiß er davon?


    Das interessiert mich einfach mal. Denn mal angenommen, eine Kollegin wüsste von meinem Problem und möchte mich trotzdem zum Trinken animieren... Die könnte mich mal kreuzweise :-D

  • Liebe Cadda


    Der gute Mann meinte es nicht böse. Wir sind ja keine enge Freunde und der denkt sicher nicht immer daran, dass ich ein nicht-trinkender Alki bin. Ihm wurde es vermutlich erst wieder bewusst, als ich sein Angebot ablehnte. Mache ihm auch keine Vorwürfe. Eher mir, dass mich diese Frage zum trinken verleitete. Ev. hätte mich dies an einem anderen Tage (oder Moment) nicht tangiert.


    Zum Notfallkoffer: Nein, keine symbolische Dinge. Ich habe mehrere Bilder in meinem Kopf FEST verankert:
    Ernest lethargisch im Fernsehstuhl, unfähig sich zu irgendwas aufzuraffen
    Das Bild von James Ensor "Die Säufer"
    Und persönliche, einschneidende Bilder, welche ich hier nicht wiedergeben möchte
    Diese Bilder führe ich mir vor Augen, in dem ich mich kurz zurückziehe (kann z.b. auch ein WC sein :)), die Muskeln anspanne und wieder entspanne.
    Und ich nehme mir fast immer ca. 10 Minuten zeit (je nach Situation kanns auch kürzer ausfallen).


    Und Du? Oder Ihr? Wie geht Ihr damit um?


    Lieber Gruss
    Ernest

  • Hallo Ernest,


    Danke für Deine Beschreibungen, finde sowas immer interessant.


    Bei mir hilft von Anfang an, dass ich den „Gedanken zu Ende denke“.


    Ich stelle mir die ersten Gläser vor und wie es dann weiter geht. Erst schmeckt es, gibt ein lockeres Gefühl. Dann bin ich betrunken, weiß nicht mehr, wie ich ins Bett gekommen bin. Ich stelle mir vor, mit welchen Gefühlen ich am nächsten Tag wach werde, wie schlecht es mir geht. Dass ich vielleicht noch etwas drauf kippen müsste, um den Kater loszuwerden. Wie ich dann aussehe, mich verhalte, wie ich mich schäme.


    Danach verzichte ich gern auf „das gute Gefühl bei den ersten Gläsern.


    Am Anfang hab ich immer alles zu Ende gedacht. Heute manchmal auch noch. Oft reicht aber auch ein deutliches NEIN!!! in meinem Kopf.


    Davon mal ganz abgesehen: Inzwischen könnte ich nie wieder ein Glas genießen, weil ich mich während dessen bereits gedanklich damit befassen würde, dass ich gerade einen Rückfall habe.

  • Hallo Hallo Kloane


    willkommen hier im Forum. Schön das du am Ball bleibst und dich mit der Krankheit auseinandersetzt.


    Hallo Ernest,

    Zitat

    Und Du? Oder Ihr? Wie geht Ihr damit um?


    ich wurde, außer ganz am Anfang, weitgehend von Saufdruck verschont. Ich denke den Gedanken nicht zu Ende, denn das Ende weiß ich ja. Ich muss mir nicht etwas ausmalen was ich im Vorfeld schon weiß was passieren würde, wenn ich wieder Saufe.


    Ich halte es für MICH sogar für gefährlich, da ich unbewusst dem Suchtgedächtnis Tür und Tor öffne, um es sich in dem „Zu Ende Denken“ einzuschleichen.



    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

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    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Hallo Kloane,


    wie man an den Ausführungen hier sehen kann, muss jeder für sich selbst seinen Notfallkoffer finden. Für mich sind die Scham und meine Selbstvorwürfe noch so groß, dass der Gedanken jetzt trinken zu wollen gar nicht vorkommt. Aber wie es in Herbert Grönemeyers Lied so schon heißt: "Und der Mensch heißt Mensch, weil er vergisst, weil er verdrängt..." denke ich, dass mit zeitlichem Abstand zu den aktuellen Ereignissen, die Erinnerung daran irgendwann nicht mehr reicht. Nun ist es natürlich schwer einen Notfallkoffer gedanklich zu packen, wenn man noch gar nicht weiß wie die Situation sein wird und wie es sich anfühlt, wenn Sie eintrifft. Ein evtl. Vorteil bei mir, ich mochte Alkohol noch nie. Also vom Geschmack her, d.h. ich habe nie aus Genusszwecken getrunken sondern ausschließlich eine Droge konsumiert um negative Gefühle zu unterdrücken oder positive zu verstärken. Drum gibt es auch keine Gedanken an ein Glas xy zum essen wär jetzt schön oder das Gefühl das ich auf was essentielles, was ich in meinem Leben vermissen würde, zu verzichten. D.h. wenn ich jetzt in zwei Wochen, drei Monaten oder wann auch immer das Bedürfnis hätte zu trinken, würde ich versuchen a.) das Problem genau anzuschauen und b.) mir vor Augen führen das es jetzt hier an diesem Punkt ausschließlich darum geht sich komplett zuzusaufen, mit allen negativen Konsequenzen wie Scham, Wut, Selbsthass, denn ich weiß das ein Glas weder mein Problem löst noch die '"gewünschte" Wirkung erzielt. Ob mir dieses Bewusstheit in solch einer Situation dann tatsächlich auch hilft, weiß ich natürlich nicht.

  • Vielen Dank für euer Feedback.


    Mit den Grundbausteinen und dem Notfallkoffer muss ich mich dringend näher beschäftigen das sehe ich ein.
    Aber ganz ehrlich gesagt, je öfter ich hier lese umso mehr werde ich erinnert. Das bedeutet gestern hatte ich
    einen massiven Druck nachdem ich mich hier eingeloggt hatte. Keine Ahnung warum das nun plötzlich so ist.
    Ich möchte mich trotzdem hier mit euch austauschen und muss einfach hellhörig sein was und wann genau das eintritt.


    Ich bin auch der Meinung die Bude muss für mich alkfrei sein, der Sixpack war äußerst leichtsinnig.


    Ansonsten geht es mir soweit gut; es ist schön einen freien Kopf zu haben.

  • Hallo Kloane,


    oben auf der Seite gibt es einen dunkelblauen Button "Informationsseiten". Wenn Du dort drauf klickst, findest Du die Grundbausteine.
    Notfallkoffer ist etwas, was Du ganz individuell für Dich "packst" für den Notfall, also wenn Du Suchtdruck bekommst oder sich Suchtdruck anbahnt. Das sind im Prinzip Strategien, was Du dann im Notfall machst. Das kann z. B. die Telefonnummer von jemandem sein, den Du dann in dieser Situation anrufen kannst. Oder eine Flasche Wasser (viel Wasser trinken hilft auch oft bei Suchtdruck). Oder einen Spaziergang (ohne Geldbeutel...) machen, ins Fitness-Studio gehen, hier im Forum den "SOS"-Knopf drücken, etc., etc.


    lg Sue

  • Hallo ihr Lieben,
    habe mir überlegt vielleicht doch eine SHG hier in der Nähe zu besuchen, natürlich zusätzlich zum Forum.
    Ehrlich gesagt weiß ich gar nicht nach was genau und wo bzw. wie ich da suchen kann. Ich wohne hier
    ziemlich ländlich und möchte auch nicht so weit fahren. Hat da jemand Tipps für mich?
    Ansonsten geht es mir gut, ab und an Schmacht, hauptsächlich auf dem Nachhauseweg. Aber das geht meist
    schnell vorbei.

  • Hallo Kloane,
    kannst du die Route deines Heimwegs verändern? Also einen anderen Weg probieren? Und viel Wasser oder Saft o. ä. trinken.
    Eine reale Gruppe zusätzlich zum Forum kannst du ja mal für dich probieren. Für mich war es nix (es ging bei mir allerdings um ein anderes Thema als Alkoholismus). Mich hat es belastet stillzusitzen und mir die Geschichten der anderen anhören zu "müssen". Hier im Forum kann ich besser für mich sorgen, indem ich manche Threads eben NICHT lese oder nur wenn ich gerade ein stabiles Nervenkostüm habe.
    Vielleicht kennt dein Hausarzt ja eine Gruppe bei dir in der Region?
    LG, Linde

  • Mal ein kurzes Lebenszeichen von mir. Habe den Heiligabend trocken überstanden und
    heute werde ich es auch schaffen. Nachher steht ein Telefonat mit meiner 200 Km entfernt wohnenden
    Freundin an, das dauert dann immer länger :-).
    Irgendwie schaffe ich das mit dem Tagebuch nicht, ich bin eine grottenschlechte Schreiberin. Schon in
    der Schule hatte ich Probleme einen Aufsatz zustande zu bringen.
    Wenn ich hier in Tagebüchern lese, könnte ich schon das eine oder andere Mal etwas dazu beitragen,
    doch oft sind diese Beiträge schon so lange her.
    Wünsche allen noch schöne, trockene Feiertage!

  • Hallo ihr Lieben, mich gibt es noch und ich bin noch trocken. Sind nun 2 Jahre und ich freue mich so sehr darüber.
    Es ist dieses Mal alles ganz anders. Ich habe bis heute nicht einmal Verlangen nach Alkohol gehabt....kann es manchmal
    selbst nicht glauben. Mein Leben ist wieder voller Leben und ich kann nur jedem raten den Schritt zu wagen und den
    trockenen Weg zu gehen. Passt auf euch auf und bleibt gesund, lg von der Kloanen.

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