Kann ich Hilfe annehmen?

  • Hallo,


    Hilfe die mir auch hilft nehme ich gerne an. Hilfe aber, wo ich nach kurzer Zeit merke dass sie für mein persönliches Problem mehr schlecht als recht macht, lehne ich im Gegenzug dankend ab und nehme sie nicht (mehr) in Anspruch.


    Gruss,


    Mario B.

  • Hallo Mario,


    verstehe ich jetzt nicht so recht deinen Beitrag?
    Findest du das Forum bzw. die Hilfe hier schlecht?


    Ich verurteile oder bewerte es nicht, wenn man der Meinung ist, hier die für sich richtige Hilfe nicht zu finden.


    Da fällt mir auch noch eine andere Frage ein :)
    Woher weißt du denn, welche Hilfe dir hilft?
    Du stehst ja noch ganz am Anfang und hast dich ja wohl hier angemeldet, weil du alleine nicht weiter kommst oder?


    Gruß
    Karsten

  • Hallo Mario


    Zitat

    Hilfe die mir auch hilft nehme ich gerne an. Hilfe aber, wo ich nach kurzer Zeit merke dass sie für mein persönliches Problem mehr schlecht als recht macht, lehne ich im Gegenzug dankend ab und nehme sie nicht (mehr) in Anspruch.

    Nun bist du ja schon paar Monate trocken und da kann ich es mir auch vorstellen.


    Wenn jedoch jemand hier aufschlägt und die ersten zaghafte Schritte in die Nüchternheit macht bezweifle ich es das er weiß was für ihn gut ist. Ich hatte das Glück Hilfe annehmen zu müssen.


    Gruß Hartmut

  • Moin allerseits,


    ich musste lernen Hilfe anzunehmen. In vielen Dingen. Ich habe früher immer versucht, alles allein zu machen. Hilfe anzunehmen, habe ich als Schwäche meinerseits gesehen. Als ich hier meine ersten Gehversuche gemacht habe, habe ich auch nicht richtig verstanden, was Hilfe bedeutet. Ich habe es teilweise als Vorwurf gesehen, da ich es ja nicht gewohnt war. Ich wusste einfach nicht was Hilfe anzunehmen bedeutet. Bei anderen habe ich das komischerweise ganz klar gesehen, da ich schon immer ein hilfsbereiter Mensch war und bin. Mittlerweile sehe ich es eher als Stärke, Hilfe anzunehmen, denn es erleichtert mir viele Dinge. Und wenn ich die Hilfe in Bezug zum Erfahrungsaustausch sehe, weiß ich mittlerweile, dass ich nicht alle Erfahrungen selbst machen muss, um sie anzunehmen.


    Viele Grüße
    Caruso

    Lasse niemals die Menschen fallen, die Dich tragen. Caruso 11/06


    Stuff you died but I don`t cry, my life still starts it`s not a try.
    Caruso 2006

  • Hallo Caruso,


    für mich das früher auch eine Schwäche, weil ich mir ja eingestehen musste, es alleine nicht zu schaffen und eben Hilfe zu brauchen.


    Bei anderen Dingen, wie andere Kankheiten, haben die Menschen weniger Probleme, einzusehen, dass sie es nicht können und suchen sich Hilfe.


    Gruß
    Karsten

  • Hallo,


    noch ein paar ergänzende Gedanken von mir. Wer hier ankommt und keine Hilfe annimmt der verweigert auch ein Stück Selbsthilfe. Hilfe zur Selbsthilfe wird ja durch gelebte Erfahrungsberichte bereitgestellt.Einerseits kann ich verstehen das es schwer ist etwas anzunehmen, was gegen seine eigenen Erfahrungen spricht.


    Jedoch würde ich mich dann auch fragen müssen.
    „Aus welcher Motivation heraus melde ich mich hier eigentlich an?“


    Das wäre jedoch ein extra Thread wert.


    Gruß Hartmut

  • Hallo,


    ich gehe ja erstmal davon aus, dass jeder, der sich hier anmeldet, in diesem Augenblick auch Hilfe möchte.
    Das die Motivation ( zur Nüchternheit ) sein Leben zu ändern oft sehr schnell wieder verschwindet, kennen wir Alkoholiker/innen ja sicher aus unseren eigenen Versuchen.


    Hilfe anzunehmen, bedeutet ja, sich einzugestehen, Hilfe zu brauchen.
    Wer gibt aber schon gern zu, etwas selbst nicht schaffen zu können?
    Wie mein Titel bei den Lebensgeschichten schon sagt, sich Schwächen einzugestehen, kommt eben in unserer Gellschaft nichtt gut an.
    Da dieser Gedanke durch den gesellschaftlichen Leistungsdruck bei vielen Menschen sehr ausgeprägt ist, macht er auch bei dem Thema Alkoholkrankheit nicht halt.


    Für mich ist es aber eben keine Schwäche, sich Hilfe zu suchen, denn es geht um das eigene Leben und jeder hat nur ein Leben.


    Was nützt es mir, mir vermeintliche Stärke einzureden, wenn ich dadurch viele weitere Jahre weiter saufe oder im Sarg lande?
    Die eigentliche Stärke ist, Hilfe anzunehmen, auch wenn man sie anfangs vielleicht nicht versteht und seinen Leben wieder einen Sinn zu geben.


    Wenn der Alkohol die Selbstbestimmung des eigenen Lebens nicht mehr möglich macht, egal wie viel oder wie wenig man trinkt, dann ist es Zeit, diese Selbstbestimmung wieder zu erlangen.


    Dazu gibt es Hilfe, wie wir hier auch anbieten.


    Wer aber immer denkt, keine Hilfe zu brauchen und es alleine schaffen möchte, wird es schwer haben.


    Gruß
    Karsten

  • Hallo,


    also für mich sind "Hilfe suchen" und "Hilfe annehmen" am Ende dann doch zwei verschiedene paar Schuhe.


    Hilfe annehmen impliziert erst einmal das man Hilfe sucht. Und eine bestimmte Hilfe nicht annehmen impliziert dafür aber nicht automatisch dass man keine Hilfe mehr sucht.


    Kontrolliertes Trinken z.B. ist im Grunde ja auch ein Hilfsangebot (ob dieses Angebot jetzt gut oder schlecht ist, ist eine andere Diskussion), jedoch nehme ich diese Hilfe nicht an. Uebrigens auch weil ich sie nicht verstehe.


    Das heisst aber nicht automatisch dass ich weiterhin keine (Selbst)Hilfe mehr brauche.


    Gruss,


    Mario B.

  • Hallo Mario,


    wenn man eine bestimmte Hilfe nicht annehmen will, braucht man sich ja damit auch nicht beschäftigen.
    Ich würde mich auch nie in einem Forum für´s kontrollierte Trinken austauschen, weil ich dieses Ziel nicht habe.


    Gruß
    Karsten

  • Hallo,


    nach meiner Erfahrung haben Männer viel mehr das Problem, Hilfe nicht annehmen zu können, als Frauen.


    Ob das nicht damit zusammenhängt, dass in vielen Menschen ganz tief verankert ist, Männer müssten immer stark sein, alles im Griff haben, nie eine Schwäche zeigen und immer ein Fels in der Brandung sein? Trotz allem gesellschaftlichen Wandel ist dieses Idealbild von einem Mann ja eigentlich noch immer in unseren Köpfen.


    Wer Hilfe sucht und/oder annimmt, gesteht damit natürlich sich selber und anderen ein, dass er ein Problem allein nicht bewältigen kann. Das empfinden wohl viele Männer als Schwäche, obwohl es in meinen Augen eigentlich ein Zeichen von gutem Selbstbewusstsein ist, wenn man zu seinen Problemen steht.


    Hilfe anzunehmen bedeutet auch immer, dem Helfenden etwas zu geben: Vertrauen, Wertschätzung, Anerkennung, Dankbarkeit. Es ist also eine Win-Win-Situation!


    Natürlich bin ich in dieses Forum gekommen, weil ich Hilfe suche und auch annehmen will! Wozu sonst? :wink:


    Gruß
    Elli

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