Gefühle,Sorgen einem Alkoholiker mitteilen

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später hier dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo Schnitzel,


    es hat mich schon berührt und belastet, wenn mir eine nahestehende Person sagte, dass sie unter meiner Sucht leidet. Allerdings war dann mit dem nächsten Schluck wieder alles schnell vergessen und verdrängt. Ich war nur noch mit mir und meinem Alkohol beschäftigt, da konnte ich mich garnicht wirklich um die Gefühle anderer kümmern, selbst wenn ich es gewollt hätte.


    LG
    Carmen

  • Carmen was ist passiert,damit du aufgehört hast,wie muss ich mir das vorstellen,sagt der alkoholkranke,so heute gehe ich zum Arzt.
    Mich belastet die Situation am meisten,ob ich den Alkoholiker ansprechen soll,oder nicht.
    Die grösste Angst wäre,er trinkt dann noch mehr.
    Ich bin so verzweifelt.

  • Hallo Schnitzel,


    ich war schon öfters an dem Punkt mit dem Trinken aufzuhören, war auch einige Male beim Arzt und in Entgiftungen, haber es aber nie langfristig geschafft, ohne Alkohol zu leben. Die Gründe waren vielfältig: Autounfall, Führerscheinverlust, Stürze im Suff mit Verletzungen oder weil Körper und Psysche einfach am Ende waren.


    Man sagt ja, dass jeder Alkoholiker seinen persönlichen Tiefpunkt braucht, um bereit zu sein, den Weg in die Trockenheit zu gehen. Ich brauchte etliche Tiefpunkte, manche ziehen viel früher die Reißleine, andere nie.


    Du brauchst keine Angst haben, dass Dein Vater mehr trinkt, wenn Du ihn auf seinen Alkoholismus ansprichst. Ein Alkoholiker trinkt so oder so; die Menge bestimmt er selbst und ein Gespräch wird sein Trinkverhalten nicht beeinflussen.


    Gibt es denn Momente, in denen er halbwegs nüchtern ist? Denn ein Gespräch macht nur Sinn, wenn er nicht betrunken ist.


    LG
    Carmen

  • Hallo Schnitzel. Du bist ja schon eine ganze Weile auf der Suche nach einer Lösung. Bitte glaub mir, Du kannst nichts konkretes tun, was den Trinkenden zum Aufhören bringt. Du könntest einen Denkanstoß geben, mehr jedoch nicht.


    Wenn Du das Gespräch führst und der Alkoholiker trinkt dann mehr, dann hätte er eh über kurz oder lang mehr getrunken und will eh weitertrinken (oder kann nicht anders).


    Wenn Du das Gespräch suchst und der Alkoholiker trinkt dann weniger, dann sicher nur eine gewisse Zeit, denn das funktioniert bei Alkoholikern nicht.


    Du kannst durch nichts, was Du sagst, einen Alkoholiker bewegen, mit dem Trinken aufzuhören. Es sei denn er möchte es eh, hat schon den Willen und das Gespräch ist dann der Auslöser, sich Hilfe zu holen.


    Ich würde Dir raten (da Du Dich offensichtlich total schwer mit einem Gespräch tust), dass Du einfach nur kurz Deine Wahrnehmung schilderst. Vielleicht löst das was aus, vielleicht auch nicht. Aber Du bist es los.


    Vielleicht hilft Dir auch ein kurzer Brief. In der Art:
    „Liebe XY,
    ich weiß, dass Du offensichtlich ein Alkoholproblem hast und würde mir sehr für Dich wünschen, dass Du Dir das eingestehst. Wenn Du Dich entscheiden solltest, etwas gegen Deine Sucht zu tun, könnten wir uns um Hilfe für Dich kümmern.“
    Ansprechen wäre natürlich schöner, dann siehst Du die Reaktion.


    Meistens wird allerdings zunächst entweder abgestritten oder es wird zugegeben, aber verharmlost. Oder aber Du hast Glück und es wird zugegeben und gesagt, dass man sich gern helfen lassen würde. In dem Fall will die Person es aber eh schon und Deine Worte sind nur der Auslöser.


    Du könntest das Forum erwähnen und/oder eine Suchtberatungsstelle.


    Mehr kannst Du nicht tun. Handeln kann nur die alkoholkranke Person selbst, wenn sie denn ab dem Punkt ist, dass sie es auch will.


    Liebe Grüße
    Cadda

  • Ja,morgens würde es schon manchmal passen,für ein Gespräch.
    Ja,ich weiss ich bin schon länger im Forum unterwegs,und komme nicht weiter.
    Ich finde nichts,niemand der mir hilft.
    Am Montag habe ich einen Termin bei einer neuen Psychologin.Umso mehr ich mit jemanden rede,umso schlechter gehts mir.Das verdrängen funktionierte besser.

  • Hallo Schnitzel,


    das ist super, dass du eine Psychologin hast, mit der du nun reden kannst.
    Das hast du gut gemacht, dich darum zu kümmern und dir da Hilfe zu holen.


    Es ist nicht unüblich, dass du erst mal auf der Stelle trittst und nichts passiert. Du steckst ja auch schon ewig in dieser Situation fest und es ist echt nicht leicht, da raus zu finden. Du hast tiefe Muster in dir, Ängste und so. Mein Therapeut hat mir mal gesagt, man kann so etwas sogar messen, da sind Nervenbahnen im Gehirn, die an bestimmten Stellen verstärkt sind und die Impulse laufen da sehr schnell hin und her, weil es so über Jahre oder Jahrzehnte eingeübt ist. Es funktioniert also nicht von jetzt auf gleich, da alles zu verändern.


    Du hast einen sehr, sehr wichtigen Schritt bereits gemacht! Du holst dir Hilfe. Und damit ist ein Anfang da und du kannst darauf aufbauen. Darauf darfst du stolz sein, dass du das geschafft hast.


    Zitat

    Ich finde nichts,niemand der mir hilft.

    Doch! Du bist dabei, dir selbst zu helfen. Und das ist die einzige Möglichkeit, da heraus zu kommen. Wir unterstützen dich hier gerne dabei.


    Liebe Grüße
    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Liebe Schnitzel,


    Zitat

    Ja,ich weiss ich bin schon länger im Forum unterwegs,und komme nicht weiter.
    Ich finde nichts,niemand der mir hilft.

    Doch, Du findest jemanden, der Dir hilft - ist gar nicht so weit weg. Unsere Posts können eine Hilfe sein, der Therapeut kann eine Hilfe sein, aber gehen musst Du allein. Du hast alles in Dir, was es braucht um zufrieden und glücklich zu leben. Ich habe in der letzten Woche diese Zeilen gelesen:


    Wenn nichts mehr sein kann, wie es war.
    Nichts ist, wie du es dir wünschst und
    nichts sein wird, wie du es dir erträumst.
    Dann ist es an der Zeit, alles zu vergessen was war
    und neue Wege zu gehen.


    Ich hab auch immer gedacht, es liegt an ihm - ja, er hat getrunken, aber ich habe es jahrelang ertragen. Als mir das ganze Ausmaß bewusst wurde, war mein erster Impuls auch - er muss was ändern, er muss aufhören zu trinken. Hat er aber nicht, obwohl ich versucht habe, mit ihm zu reden. Dann wollte ich ihn verstehen, damit ich Argumente für unsere Diskussionen hatte. Meine Welt hat sich also weiter nur um ihn gedreht, ich hab mich aufgerieben, war unglücklich und er hat getrunken :roll: . Als ich es nicht mehr ausgehalten habe, hab ich das letzte Bisschen an Stolz und Mut zusammen gerafft und bin gegangen. ICH habe mich bewegt und siehe da meine Welt bewegte sich. Was ich dir sagen möchte (auch wenn dein Herz es vielleicht nicht versteht) ist, dass Du gar nichts machen kannst, wenn er saufen will/muss. Das ist die traurige Wahrheit. Es ist auch völlig irrelevant, ob du ihn verstehst. Das musst Du gar nicht. Du musst Dich um Dich kümmern. Fang mit kleinen Schritten an. Mach Dinge, an denen Du Freude hast und was er darüber denkt, ist völlig Banane. Er hat auch die Möglichkeit, sich gutes zu tun. Er ist erwachsen und für sich selbst verantwortlich, so wie Du auch.


    Liebe Schnitzel, es sollte Dir um Dich gehen und nicht um ihn. Du bist mit Deinem Leben unzufrieden, also musst Du was für Dich ändern.


    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld für Deinen Weg
    sonnige Grüße
    Lütte

    Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen.

    (Henry Ford)

  • Hallo Schnitzel,


    mein Vater ist auch Alkoholiker und ich musste aus Selbstschutz vor einiger Zeit den Kontakt zu ihm abbrechen. Ich habe viele Jahre versucht ihm zu helfen, ihn mehrmals in die Entgiftung gebracht, den Krankenwagen gerufen, ihn betreut, aber es hat alles nichts gebracht, weil er nicht bereit ist, den Weg in die Trockenheit zu gehen. Denn es ist ja nicht damit getan, einfach nur den Alkohol wegzulassen, man muss ganz vieles in seinem Leben ändern, um trocken zu werden und auch zu bleiben. Ich bin ja selbst schon etliche Male gescheitert, obwohl ich einsichtig war und Hilfe annehmen konnte.


    Ich würde an deiner Stelle einmal das Gespräch zu deinem Vater suchen und ihm sagen, dass Du Dir große Sorgen um seinen Alkoholkonsum machst und Du bereit wärst, wenn er das möchte, ihn zum Arzt und auf weiteren Schritten zu begleiten. Bereite dich darauf vor, dass das Gespräch wahrscheinlich nicht viel bringen wird, aber ein Versuch ist es wert und dann hast du Gewissheit. Falls dein Vater nicht bereit ist, etwas gegen seine Alkoholkrankheit zu unternehmen, kannst du nichts mehr für ihn tun. Du kannst dann nur schauen, dass es dir wieder besser geht, indem du dich distanzierst. Das ist nicht einfach, aber es geht.


    Du schriebst, dass es Dir seit der Therapie schlechter geht und du mit dem Verdrängen besser zurecht kamst. Es ist nicht ungewöhnlich, dass es einem zu Beginn der Therapie und der Konfrontation seiner Probleme schlechter geht, denn man muss ja da hinschauen, wo es weh tut und unangenehm ist. Das geht mir genauso. Ich habe aber schon von einigen hier gehört, dass es sich lohnt, durch dieses tiefe Tal zu gehen, damit es einem letztendlich besser geht.


    LG
    Carmen

  • Das freut mich ganz doll, Schnitzel!!! Man hat gemerkt, wie sehr Du Dir gewünscht hast, dass Du Dich traust und nun hast Du es gemacht. Das ist ein wichtiger Schritt für Dich gewesen. Und Du hast Recht, es ist weniger wichtig, wie er reagiert hat, sondern wichtiger, dass Du es geschafft hast, das loszuwerden.

  • Zitat

    Für ihn war das nicht verständlich,wie ich es erkennen kann,ob er getrunken hat.


    Ich wußte als Kind bereits mit 10 oder 12 Jahren genau über den Alkoholpegel meiner Mutter Bescheid. Man hat doch seine Sinnesorgane, also Nase, Augen, Ohren. Ich war wie ein menschliches Alkoholmeßgerät: Ich merkte die kleinsten Nuancen ihrer Verhaltensänderungen.


    Lieber Gruß, Linde

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