Fast ein Jahr nüchtern

  • Hallo liebe Linde,
    Ja hab ein bisschen gebastelt. Aber danke für Deine Hilfe.
    Ich lese mal wieder hier. Manchmal schwirren mir viele Fragen im Kopf rum. Warum das alles so kommen musste. Stimmt mich traurig.
    Aber ich lese hier, das es fast allen so geht.
    Wir waren 17 Jahre zusammen und als das Kind unterwegs war getrennt, weil er es nicht wollte. Vielleicht hätte ich da an der wegeskreuzung schon die Richtung wechseln sollen. Unser Sohn konnte ihm nie was recht machen. Darüber gab es viel Streit. Aber das nachtrauern nützt ja nichts.
    Einerseits glücklich, dass ich das alles erreicht habe, manchmal aber auch traurig allein zu sein. Mit 49 ist schon komisch. Auch ein bisschen Angst vor einer neuen Partnerschaft. Bei mir kein Alkohol. Halte mich an die Bausteine.
    Gruss Ohrenbärin

  • Wahrscheinlich sorgt der näher rückende Scheidungstermin für das Gedankenkarussell.
    Schließlich habt ihr ja ein solides Stück gemeinsamen Lebens miteinander verbracht, auch wenn sein Unbehagen in der Kinderfrage deutlich aufzeigt, dass ihr, oder zumindest du, da einer Traumvorstellung hinterher gelaufen seid.


    Das ändert aber nichts, die Trennung ist für alle Beteiligten besser, ganz unabhängig von der Sauferei.

    Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns.
    Vor uns liegen die Mühen der Ebenen. (Bert Brecht) 8)

  • Hallo Dante.
    Ja das stimmt. Das zeigt sich jetzt sehr deutlich in dem Umgang und der Zahlung Sohn.


    Aber auch da ist jetzt die Krankenkasse gefordert. Sie hat Zahlungsverbot bekommen an ihn. Läuft.


    Ich denke, wenn die Scheidung ausgesprochen wurde, werde ich abschließen können. Ob er zahlt oder nicht. Ich hab einen vollstreckungstitel und gut.


    Auch wenn manches mit runterzieht,denke ich, was hab ich alles geschafft. Das hätte ich vor einem Jahr nicht gedacht. Und heute...


    Lieben Gruß ohrenbärin

  • Hallo zusammen,
    Wie geht ihr damit um, wenn ihr Leute trefft, die dank eurer Familie alles wissen über die Ehe usw. Und dann ansprechen? Ich hab da seit Freitag dran zu knabbern.
    Durch meine Sucht hat meine Familie mir und meinem Sohn nicht beim Umzug geholfen. Es war für mich hart alleine da zustehen. Sie wollten mit mir nichts zu tun haben.


    Wie ich mich für den freiwilligen Entzug entschlossen habe, hat mein Bruder mich gefahren. Jedoch auch das Jugendamt informiert. Weil keiner wollte, das mein Sohn beim trinkenden Vater ist. Gesagt hat es mir keiner.


    Nachdem ich umgezogen und trocken geworden bin, kam das Verhältnis wieder.


    Jetzt wurde ich von einer Bekannten angesprochen, wie schwer es doch für meinen Bruder wäre. Er hätte sich über alles mit ihr aussprechen müssen. Sie hielt sich von dem Thema den ganzen Abend dran. Es war unangenehm. Ich sagte auch, ich möchte darüber nicht mit ihr reden.


    Das verletzt mich so sehr. Auf Nachfrage behauptet mein Bruder, er hätte nichts erzählt. Das mit dem Jugendamt kam auch raus, weil es für meinen ex Wasser auf die Mühlen war. Er hat alles getan um mich fertig zu machen.


    Ich bin soweit gekommen und jetzt so ein nackenschlag. Ich versuche darüber zu stehen. Was gewesen ist, kann ich nicht ändern. Aber vertrauen wird so zerstört.


    Wie gehe ich damit um?

  • Hallo.


    Ich würde genau so damit umgehen, wie Du es getan hast: Sagen, dass ich nicht darüber reden möchte. Deine privaten Dinge gehen die Nachbarin nichts an.


    Ob Du Deinem Bruder glaubst oder nicht, kannst natürlich nur Du selbst entscheiden.


    Das Gerede der Familie oder Leute im Umfeld ist nervig, ABER:
    Es hat NICHTS mit Deiner Entscheidung zu tun, denn die war richtig. Trocken werden und sich vom Alkoholiker trennen. Das ist das Einzige, was zählt!

  • Danke liebe cadda.


    Ja das ist das wichtigste. Es beschäftigt mich zu sehr. Ich darf es nicht an mich ran lassen.


    Das sind Momente, in denen vieles hochkommt und ich merke, noch nicht abgeschlossen zu haben. Mit dem Alkohol auf jeden Fall. Das ist gut. Auch meinem Sohn geht's gut. Das ist sehr wichtig.


    Lieben Gruß Brigitte

  • Ich vermute mal, dein Bruder hat sich der Nachbarin anvertraut, weil er Gesprächsbedarf & niemand anderen hatte.
    Mir zeigt das auf, dass er sich sehr große Sorgen um dich macht.


    Dass er dich nicht vorher konsultierte, wundert mich nicht. Er war sich vorher darüber im klaren, dass du ihm keine Hilfe sein würdest - bei deinen eigenen Angelegenheiten! Voll der Co, gewissermaßen.


    Vieles hat natürlich auch damit zu tun, wie deine Familie interagiert.

    Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns.
    Vor uns liegen die Mühen der Ebenen. (Bert Brecht) 8)

  • Hallo,
    Ja ich denke schon, dass die Familie überfordert war. Möchte da auch keine Baustelle eröffnen. Traurig bin ich darüber, dass er das Jugendamt involviert hatte. Was mir sehr geschadet hat. Er wollte, das für meinen Sohn nicht der Vater zuständig ist, während ich in Klinik war. Hat es unglücklich ausgedrückt. Ich versuche darüber zu stehen. Es verletzt. Es wird bis heute gegen mich verwendet.


    Aber so konnte ich meinen Weg gehen. So mies vieles war, hat es mich weiter gebracht. Ich sage gerne, die richtigen Fachleute haben mich abgeholt und das Jahr mit mir gemeistert.


    Ich würde aber, wenn mir jemand so intime Sachen anvertraut, nicht hingehen und das so erörtern wollen. Na ja, ich kann nur meine Lehre daraus ziehen und anders damit umgehen. Es gehört zu mir und ist mein Vergangenheit.


    Lieben Gruß Brigitte

  • Hallo Brigitte,


    ich kann verstehen, dass Dich das verletzt hat, dass der Bruder da was im Alleingang gemacht hat. Im Grunde genommen meinte er es ja nur gut, aber er hätte sich vorher mit Dir absprechen müssen. Vielleicht sagst Du ihm nochmal im ganz ruhigen Ton, dass es Dich verletzt hat und Du Dir wünscht, dass er offener mit DIR redet, bevor er mit Anderen spricht. Dann kannst Du vielleicht besser einen Haken hinter die Sache machen. Ansonsten finde ich es toll, dass Du auf Dich achtest. Das Wichtigste ist, dass es DIR gut geht und Deinem Sohn.


    Hab einen tollen Tag heute.


    Cadda

  • Hallo Cadda,
    Ja wir haben telefoniert. Ich muss für mich die Vergangenheit echt als das hinnehmen, was sie ist. Vergangen und nicht veränderbar.
    Mir geht's echt gut. Das muss ich mir fest halten. Bin eh ein fröhliches, wenn auch kleines Menschenkind. Vieles was passierte, habe ich schon in eine Schublade gesteckt. Nur in solchen Personen, die fragen und fragen, kommen die ganzen Situationen hoch. Viele. Es ist auch viel passiert. Selbst meine Mutter hält sich wieder dran und erzählt teilweise Mist. Das blende ich aus. Ärgert mich zwar, aber ich mag nicht den rechthaberischen Ton auspacken und streiten. Jeder sieht seins. Ich konzentriere mich auf meins und das es mir gut geht.


    Es gibt auch viel schönes. Der älteste meines ex hatte Geburtstag. Fragte meinen Sohn, ob er mit Papa kommen würde. Nö. Kein kontakt. Aber Mama bringt mich gerne an einem anderen Tag zu Dir. Darauf der grosse, klar kann Deine Mama mitkommen. Ich kenne den großen Halbbruder auch schon fast 20 Jahre. Das hat mich sehr gefreut. Was mein ex da erzählt muss mir egal sein. Ich weiß für mich, ich werde ihn nicht schlecht machen. Das hab ich anfangs getan. Vor Wut und Enttäuschungen. Und bei den Jungs hat das nichts verloren. Sie sehen sich als Brüder.


    Ich muss deinen Thread unbedingt lesen. Du hast, wie ich auch, nachher mitgetrunken. Auch mit Kindern im Haushalt.


    Ich bin gespannt auf Deine Geschichte.


    Lieben Gruß Brigitte

  • Brigitte, ich hab allerdings nicht nur mitgetrunken. Ich war vorher schon abhängig, als ich in die Beziehung ging. Bloß dort konnte ich dem Saufen freien Lauf lassen, weil ich den „richtigen“ Saufpartner hatte. Ja, leider auch vor den Kindern. Das macht mich heute noch traurig, aber es ist nicht mehr zu ändern. Aber nun ist zum Glück alles anders :-)

  • Hallo Cadda,


    Habe was in deinem Thread hinterlassen.


    Hut ab mit Deinem Geburtstag. Ich runde dieses Jahr auch. Ein halbes Jahrhundert. Mir fehlen die Mittel derzeit noch, aber ich finde es gut, wie Du ihn gerockt hast. Ich gehe auch auf Veranstaltungen. Wenn der Pegel mir zu blöd wird, fahre ich heim. Saufgelage brauche ich nicht. Aber der 50. Ist schon was besonderes. Naja. Hab noch bis Dezember Zeit. Und wer weiß, was Corona noch macht.


    Habe heute mal ausgiebig mit meiner besten Freundin über alles gequatscht was so bei mir los war. Das tat auch mal wieder gut. Sie ist mit mir durch Dick und Dünn gegangen.


    Sie sagte auch, rechtfertige Dich nicht mehr. Du hast das super gemacht und ich bin stolz auf dich. Guck nicht zurück. Du änderst es nicht mehr.


    Stimmt.


    Lieben Gruß Brigitte

  • Guten Abend.
    Hallo Liesa,
    Ja. Sie tut sehr viel für mich und ihr Patenkind. Sie hat in den drei Jahren der vielen Abstürze meinem Sohn sehr geholfen. Mir natürlich auch. Wir gucken auf 20 Jahre Freundschaft am 31.12.


    Sie hat mir auch von einer Bekannten erzählt, die mit meinem ex mit den Hunden geht. Sie kennt mich wohl nicht. Naja diese Bekannte erzählte wohl von ihm und meine Freundin wusste direkt das mein ex gemeint war. Jedenfalls hat er dieser Bekannten erzählt, dass seine Frau seit Jahren trinken würde. Auch heute noch. Und sie wäre auch Schuld am Ende der Ehe. Aber das Kind würde zu der versoffenen Mutter halten. Er selbst würde seit Silvester nichts mehr trinken. Meine Freundin ist geplatzt vor Wut und hat das alles richtig gestellt.
    Ich danke ihr von Herzen.
    Ich habe am 02. Mai 2019 meine ambulante Therapie begonnen und einen 2 tägigen Rückfall gehabt und trinke seit dem 02. Juli 2019 keinen Tropfen. Bald jährt es sich. Und ich bin Stolz darauf.


    Das was er erzählt über mich, lässt mich manchmal meinen Gedanken nachhängen. Er zahlt keinen Unterhalt. Zufällig über mail erfahre ich, das Mahnungen kommen. Handy Rechnung nicht gezahlt wird. Er ist krank geschrieben. Trotzdem das es mir gut geht, tut es mir im Herzen weh, da ich glaube, dass er trinkt und nichts mehr auf die Reihe bekommt. Dann weiß ich auch, warum alles, was er macht auf mich geschoben wird. Ich würde ihm aus der Ferne wünschen, dass er aufwacht. Bin gleichzeitig froh, keinen kontakt zu haben und es nicht mitbekommen muss aus nächster Nähe. Auch das mein Sohn so klar den Kontakt verweigert.


    Dann kommt bei mir auch die Frage auf, was passiert, wenn er wirklich mal in ein Heim kommt. Geschieden sind wir noch nicht. Corona sei Dank. 3 epeleptische Anfälle haben mein Sohn und ich seit 2015 erlebt. Einer war auf der Arbeit. Er hat Schichtdienst. Der letzte endete 2018 im Delirium. War schon sehr heftig.


    Hätte ihm auch gegönnt, so trocken zu werden. Aber immer dieses betonen, er trinke nicht und mit seiner eigenen Wasserflasche überall aufzulaufen.


    Ich sehe ihn nicht, obwohl uns wenige Kilometer trennen. Ist auch gut so. Ich schüttel über vieles erzählte den Kopf und denke meinen Teil.


    Blöde Situation.


    Lieben Gruß Brigitte

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