Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Für beide Gruppenbereiche kannst du hier Vorstellen und hier bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Wie im Vorstellungsthread beschrieben, habe ich einen Freund, der trinkt.
    Immer wieder merkte ich, dass ich mittrinke.


    Die letzte Woche habe ich ihn gar nicht gesehen, er hat mir sehr gefehlt, unsere Unterhaltungen, sein Humor...
    In der Woche habe ich selbst - natürlich - nicht getrunken.


    Gestern war ich wieder bei ihm. Er musste mir nicht einmal etwas anbieten: ich habe quasi im vorauseilenden Gehorsam Wein genommen.
    Heute frage ich mich, wieso ich das getan habe.


    Kennt das noch jemand?


    Und dass es mir quasi wie ein Vertrauensbruch vorkommt, hier zu schreiben?
    Und dass ich Angst habe, jemand könnte mich - oder ihn - anhand meiner Schilderung erkennen?


    Die Scham spielt eine größere Rolle, als ich je gedacht hätte.

  • Hallo Lagertha,


    ja, ich kenne das auch!


    Ich habe auch lange mit meinem Exmann mit getrunken. Ich komme auch aus einer Familie, in der gerne und viel gepichelt wurde und ich fand das "normal". Dass er trank und ich eben auch. Aber irgendwann wurde es mir unheimlich und ich merkte auch, dass er anders trank als ich. Mir war dann schon klar, dass er ein ziemliches Problem hatte. Ab da habe ich bewusst mitgetrunken, und zwar deshalb, damit er weniger hatte...


    Fatal! Iregndwann, als er so richtig fett in der Sucht steckte habe ich mit getrunken, um ihm irgendwo gleich zu sein. Und auch um mich weg zu beamen von dem Elend. Und ich war ziemlich nahe daran, selbst abhängig zu sein. Als ich mich dann getrennt hatte und alleine wohnte hatte ich von einem auf den anderen Tag kein Verlangen mehr, mich zu betrinken oder überhaupt Alkohol zu trinken. Inzwischen bin ich mit einem trockenen Alkoholiker verheiratet und seit mehr als 12 Jahren "trocken"...


    Bei mir hat auch die Scham eine große Rolle gespielt. Und Vertrauensbruch, es kam mir vor, als würde ich ihn bloß stellen. Ganz komisch. Als ich das erste Mal meinem damaligen Chef gegenüber geäußert hatte dass ich nicht wüsste, ob mein Mann und ich in den Urlaub fahren könnten, da er die ganze Woche durchgesoffen hatte, war mir ganz schwummerig, schwindelig und ich hatte Herzklopfen. So viel Scham war da. Scham - wofür eigentlich? Ich kann gar nicht mal genau sagen, wofür ich mich geschämt hatte... Wofür schämst du dich?


    Du kannst auch den geschlossenen Bereich hier in Anspruch nehmen, wenn du nicht erkannt werden möchtest. Und auch er nicht erkannt werden soll. Das kostet einen Beitrag aber dafür kann da nicht die ganze Welt mit lesen sondern nur die Mitglieder, die halt ihren Obolus bezahlt haben.


    Liebe Grüße
    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

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