Nach 12 Jahren Sehnsucht nach Alkohol!

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später hier dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo, Jetzt bin ich 12 Jahre trocken und hatte das Gefühl dass ich auf der sicheren Seite bin.
    Aber seit ein paar Wochen bemerke ich das ich immer öfter beim Einkaufen vor den Regalen vor den
    regalen stehe wo der Schnaps steht den ich immer getrunken habe. Im Unterbewusstsein spüre ich
    wie er geschmeckt hat und habe Sehnsucht nach dem Gefühl beim ersten Schluck.
    es macht mir Angst das dieser Zustand nicht mehr weggeht.
    wie geht es euch, hat jemand das gleiche Gefühl?


    LG woko

  • Hallo woko,


    nun bin ich über 9 Jahre trocken aber deinen Satz:


    “Im Unterbewusstsein spüre ich wie er geschmeckt hat und habe Sehnsucht nach dem Gefühl beim ersten Schluck. es macht mir Angst das dieser Zustand nicht mehr weggeht.“


    kann ich gut nachvollziehen, da schon sehr oft erlebt.
    Nun was mache ich damit ? Ich habe für mich diese Gefühle als Teil meiner Alkoholkrankheit eingeordnet. Sie machen mir auch keine Angst mehr. Ich analysiere eher die Situationen in der diese Gefühle oder Gedanken auftreten. Entweder ändere ich diese Situationen ( z.B nicht vor gefüllten Alkoholregalen auf meine liebe Frau zu warten) oder ich akzeptiere sie (Gefühle, Gedanken) als meine Folgeerscheinungen vom jahrelangen Alkoholmissbrauch. Auch sind diese Gedanken ja meistens nur kurzweilig. Ich glaube auch nicht daran, das es möglich ist, alle alkoholhaltigen Gedanken und Gefühle im Gehirn zu „überschreiben“. Ich habe einfach zu lange mit diesen süchtig machenden Stoff gelebt. Viel schlimmer finde ich persönlich das vergessen an Alkohol und seinen Situationen. Das würde ich für mich als gefährlich einstufen.


    Lieben Gruß
    Nobby :wink:

  • Hallo Woko,


    ich bin ebenfalls schon längere Zeit trocken und bewege mich derzeit recht unbelästigt durch die Zeit. Jedoch ist dies vermutlich nicht auf Dauer so. Auch bei mir gab es immer wieder Phasen, in denen ich mir meinen geliebten Whiskey zurück gewünscht habe. Und es gab die noch schlimmeren Phasen, in denen ich mich einfach mit Alkohol wegballern wollte. Aber wie anfangs erwähnt, sind solche Belästigungen in den letzten Monaten nicht mehr aufgetaucht.


    Als trockene Personen sind wir nie komplett sicher. Es gibt - und da wiederhole ich mich - keinerlei Schranken zwischen einem trockenen Leben und einem solchen mit Alkohol. Sich dies immer wieder klarzumachen, ist im Prinzip meine einzige Strategie. Dazu hilft mir auch der Austausch im Forum.


    Woko ... ich wünsche Dir, dass diese blöde Phase bald wieder verschwindet.


    Viele Grüße
    Correns

  • Hallo Woko,


    erst einmal Gratulation zu 12 Jahren Trockenheit - das ist eine lange Zeit. Für mich als frisch Abstinente ist es etwas erschreckend und ernüchternd zu hören, dass man auch nach so vielen Jahren wieder stärkeres Verlangen nach Alkohol verspüren kann, zeigt aber auch wie heimtückisch und schwer unsere Krankheit ist.


    Gab es in der letzten Zeit Veränderungen( auch positive Ereignisse können Suchtgedanken/ Suchtdruck auslösen), mehr Stress, Langeweile, einschneidende Erlebnisse, Isolation oder hast Du Dich vielleicht häufiger in einem trinkenden Umfeld aufgehalten oder mit trinkenden Menschen Kontakt gehabt?


    Ich wünsche Dir, dass Du diese Phase gut überstehst und das Suchtgedächtnis bald wieder Ruhe gibt.
    Vielleicht hilft Dir auch der Austausch hier oder der Besuch in einer Selbsthilfegruppe.


    LG
    Carmen

  • Hallo Woko,


    nun auch ich bin etwas über 13 Jahre trocken und kenne das Gefühl nicht.


    dein Satz

    Zitat

    Im Unterbewusstsein spüre ich wie er geschmeckt hat und habe Sehnsucht nach dem Gefühl beim ersten Schluck.

    nun nimmst du es ja bewusst und nicht unbewusst wahr und das würde mir Gedanken machen warum es so ist. Aus welchen Grund hast du damals aufgehört?


    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

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    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !


  • Hallo Nobby,


    macht nicht das Wahrnehmen des Unbewussten zum Bewussten? Ist auch wurscht. Da brodelt was. Nun eine Frag zu dir Woko. Inwieweit siehst du dich schon im Rückfall?


    Gruß Hartmut

    Gruß Hartmut

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    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Hallo Hartmut, ich habe aufgehört weil ich es so wollte. habe nur darauf gewartet das mich wer anschubst.
    Das Gefühl was ich oben beschreibe hat schwer nachgelassen, ich denke nicht mehr an dem Alk.
    Ich habe viele Kritiker im Kopf, die haben mir gesagt, ich wäre ein Versager, schaffe es nicht einmal
    kontrollier trinken zu können.
    Ich habe mir gesagt das wenn ich dem Drang nachgebe, dann darf ich keine Gruppen mehr leiten, der Verein ist sehr streng.
    Auch verlier ich mein Gesicht, in meiner Familie, bei meinen freunden und alle die mich kennen.
    diese Gedanken haben wir geholfen dem Suchtdruck nicht nachzugeben.


    Gruß woko

  • Ich bin jetzt seit 5 Wochen trocken. Ich kann Alkohol im Regal, zu Hause im Keller, bei meinem Besuch im Glas, in der Gaststätte am Nebentisch ... sehen. Ich habe da kein Problem damit. Mein Problem ist die Uhrzeit, zu der ich meistens meinen ersten Alkohol des Tages getrunken habe. Da läuft mir das Wasser im Munde zusammen und ich sehne mich nach einem Bier. Aber ich kann widerstehen. Peter

  • Hallo!


    Nichts für ungut Peter, aber für mich bist Du als Neuling VIEL zu nah am Alkohol dran. Mal schauen, wie lange es gut geht. Erst kommt der Schmacht auf den Stoff, dann der Griff zur Flasche, die Du ja die ganze Zeit im Visier hast.


    Ich kann nur raten, in den ersten Monaten dem Alkohol gründlich aus dem Weg zu gehen, bsi eine gewisse Festigung eingetreten ist, was nach 5 Wochen nicht der Fall sein dürfte.


    Gruß
    Carl Friedrich

  • Hallo Peter,


    Ich glaube du willst dir nur selbst beweisen wie stark du bist. Aber was du da machst ist gefährlich.
    Das erste Jahr nach meiner Entwöhnung gab es bei mir zu hause keinen Alkohol, die Familie hat sich daran gehalten.
    Was spricht gegen einen Alkoholfreien Haushalt? Nichts denn wer mich besucht muss bei mir auch keinen Alkohol trinken.
    Ich bin nicht Raucher, darum darf bei mir im Haus keiner rauchen, also geht es beim Alkohol auch so.
    Jetzt nach 13 Jahren hatte ich eine Krise, also gab es im Haus ausnahmsweise keinen Alkohol.
    Mir geht es wieder besser und meine Frau kann ihr Glas Wein oder Bier wieder trinken.
    Ich bin mir sicher wäre Alkohol zu Hause gewesen, hätte ich das erste Jahr nicht trocken überstanden.

  • Nein, ich will mir nicht selbst beweisen wie stark ich bin. Ich trinke jetzt seit 2 Monaten keinen Alkohol mehr. Ich möchte aber nicht dass jemand unter meinem Alkoholmissbrauch zu leiden hat. Deshalb darf meine Frau noch ihr Glas Rotwein zum guten Essen trinken, darf der Besuch zum Grillabend sein Bier trinken. Ich habe keine Angst davor wieder zum Alkohol zu greifen. Ich habe inzwischen Gingerale und Tonicwasser als Alternative für mich entdeckt. Das trinke ich jetzt genau so gerne wie Bier und Wein. Ich muss immer noch auf die Genehmigung meiner REHA durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen. Aber inzwischen bin ich so weit, dass es mir egal ist ob ich zur REHA gehe oder nicht.

  • Hallo Peter,


    dass Du weiter nüchtern bist, ist wirklich toll.


    Aber nach 2 Monaten bist Du so selbstsicher??? Gefährlich....


    Hier gibt es Menschen, die sogar nach etlichen Jahren vorsichtiger und selbstkritischer sind als Du. Ich hoffe, dass Du eine Therapie beginnst, damit man Dir mehr Wissen über die Krankheit näher bringt. Ich kann Dir nur den Rat geben, Dich niemals ZU sicher zu fühlen, auch nach Jahren nicht....

  • Hallo Peter, am Anfang gab es bei mir zu hause keinen Alkohol und das war gut so. Weder meine Familie noch die Menschen die uns besuchten haben das kritisiert.
    Ich bin mir sicher, hätte es Alkohol zu hause gegeben wäre ich rückfällig geworden. das es keinen Alk. zu hause gibt hat meine Familie für mich entschieden, den sie wollten mich damit schützen.
    Ich bin mir sicher deine Frau und Freunde würden verstehen, wenn es bei dir keinen Alkohol mehr gibt. Deiner Frau wird es lieber sein das du trocken bleibst als das du wieder besoffen rumhängst.


    LG woko

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