„AufderSuche ist auf dem Weg“

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später hier dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo,
    ich bin AufdemWeg, w, Ende 40, und erwachsenes Kind eines Alkoholikers. Was das bedeutet, erfahre ich gerade erst wirklich und ich bin auf dem Weg, damit umgehen zu lernen. Mein Vater starb vor über dreißig Jahren in Folge eines Autounfalls, aber was ich in meiner Kindheit und Jugend in unserer Familie gelernt habe, hat mich für mein Leben geprägt.
    Ich leide seit Jahren unter Depressionen und bin deswegen auch in Behandlung.
    Vor Kurzem erst wurde mir klar, dass ich ein Problem mit Alkohol entwickelt habe. Die Konsequenz dieser Erkenntnis ist, dass ich nie wieder Alkohol trinken werde. Aktuell sind es schon drei Wochen.
    Ich habe mich mit den Merkmalen von EKAs beschäftigt und finde mich in sehr vielem wieder. Ich habe diese sehr feinen Antennen, fühle mich für alles mögliche verantwortlich und übernehme diese Verantwortung usw.
    Im Laufe meiner Therapie habe ich schon gelernt, mich abzugrenzen, meine Gefühle wahrzunehmen und ich bin dabei, meinen Weg zu finden.
    Was mich interessiert, ist, wie andere EKAs ihren Weg gehen, um vielleicht Anregungen für mich daraus entnehmen zu können.
    Viele Grüße
    AufdemWeg

  • Hallo Barthell,
    Danke für die Begrüßung.
    Ja, ich sehe mich in der Tat als EKA und Alkoholmissbraucher. Vom Alkohol bin ich zwar nicht körperlich, aber doch schon psychisch abhängig, das wurde mir letztens erst wirklich klar. Ich habe zuletzt fast täglich eine Flasche Wein oder Sekt konsumiert, das hätte sich irgendwie verselbstständigt. Im Nachhinein, also in der Auseinandersetzung mit meinem Alkoholkonsum wurde mir klar, dass ich Alkohol wegen seiner Wirkung trank, um meine Depression für eine kleine Weile zu vergessen und mich besser zu fühlen. Irgendwie wurde ich stutzig, denn es kam häufiger vor, dass du gute Stimmung kippte. Ich trank, obwohl ich mir eigentlich vorgenommen hatte, an dem Tag nichts zu trinken. In Auseinandersetzung mit dem Thema „Alkoholismus“ und Erfahrungsberichten anderer Alkoholiker wurde mir klar, worauf ich da zusteuere, und dass es dringend Zeit für mich wurde, etwas zu ändern

  • Hallo in die Runde,

    ich bin jetzt fast ein halbes Jahr ganz weg vom Alkohol und es geht mir richtig gut damit. Was ich in dieser Form nicht erwartet hätte, mich aber darin bestärkt, den Rest meines Lebens abstinent zu bleiben, ist die überaus positive Wirkung auf Psyche und Körper.

    Ich leide nämlich an MS und schweren Depressionen. Ich hab meinen Weg gefunden, mit diesen beiden überaus miesen Erkrankungen umzugehen, aber dass sich eine gänzliche Abstinenz dermaßen positiv auswirken könnte, hätte ich nie erwartet.

    Mir war zwar irgendwie klar, dass 1 Flasche Wein oder Sekt pro Abend nicht wirklich gesund sind, aber da ich keine Ausfallerscheinungen, keinen Kater u.ä. an mir bemerkte, dachte ich letztes Jahr noch, mit mir sei alles im grünen Bereich, abgesehen eben von diesen beiden üblen Erkrankungen.

    Seit ich aber mit dem Trinken völlig aufgehört habe, hat sich meine körperliche Fitness deutlich spürbar verbessert, ich kann körperlich wieder deutlich mehr als noch letztes Jahr und auch geistig bin ich durchgehend wacher und fitter.


    Ich schreibe das hier, um anderen, die noch am Anfang stehen, Mut zu machen, wohin Abstinenz im positiven Sinne führen kann. Ich bin jedenfalls im positiven Sinne total überrascht.


    Ich bin darüber hinaus auch zufrieden abstinent, mir fehlt der Alkohol überhaupt nicht mehr. Das hätte ich mir vor einen guten halben Jahr auch überhaupt nicht vorstellen können. Muss aber auch dazu sagen, dass ich den Gedanken, ich würde etwas vermissen, gar nicht mehr zulasse.


    Mit dem Thema „Erwachsenes Kind alkoholkranker Eltern“ bin ich inzwischen auch soweit durch. Ich bin, was ich bin, und inzwischen leide ich nicht mehr, sondern sehe da auch gewisse Ressourcen.


    Viele Grüße

    Auf der Suche

  • Hey, schön, das freut mich für dich... ist klasse, gell.. grad das Körpergefühl...

    Danke dir. :) Ja, wirklich klasse dieses Körpergefühl. :thumbup:

    Hätte echt nicht erwartet, dass sich Alkoholkonsum dermaßen negativ auf den gesamten Körper auswirkt.


    Zitat

    Ne Frage: Du nennst Dich "AufderSuche"... was birgt sich dahinter? Eine Geisteshaltung? In welche Richtung geht die Suche?


    Ja, in der Tat verbirgt sich eine Geisteshaltung dahinter, wobei sich meine Perspektive

    seit meiner Anmeldung inzwischen schon etwas verändert hat. Als ich mich angemeldet habe, ging es mir auch darum, eine Lösung, eine Perspektive für mich zu finden, da ich erkannt hatte, wie sehr ich durch die Alkoholkrankheit meines Vaters geprägt oder gezeichnet worden war.

    Ich wusste zwar, dass das, was ich erlebt hatte, nicht gut für meine eigene Entwicklung gewesen war, aber dass es letztlich dazu geführt hat, dass ich Denk- und Verhaltensweisen erlernt habe, die mir selbst nicht wenig geschadet haben, war mir nicht so klar.

    Nun lässt sich das, was geschehen ist, nicht ungeschehen machen, aber ich war gefordert, mich auf die Suche nach einer guten Lösung für mich zu begeben.


    Und der Name „AufderSuche“ passte auch, weil ich ein neues Leben ohne Alkohol neu entdecken, mir suchen musste.


    Und generell passt es zu mir, weil ich immer wieder offen für neue, noch bessere Lösungen und Ideen bin.


    Viele Grüße

    AufderSuche

  • Hallo in die Runde,

    da ich in letzter Zeit viel im Vorstellungs- und auch im offenen Bereich aktiv bin, frage ich mich nun, ob meine Vorstellung hier nicht aus dem Vorstellungsbereich in den offenen Bereich verschoben werden sollte, damit diejenigen, die im offenen Bereich von mir lesen, mich leichter finden können.


    Es ist ja doch leichter, eine Antwort einzuschätzen, wenn man weiß, welcher Hintergrund dahinter steckt. Ich weiß nicht, ob mich Neulinge eher im Vorstellungsbereich oder im offenen Bereich suchen. Vielleicht könnt ihr Moderatoren das besser einschätzen.


    Sofern sich eine Verschiebung tatsächlich anbietet, könnte dass Thema dann „AufderSuche ist auf dem Weg“ lauten.

    Als ich mich angemeldet habe, war das Forum noch etwas anders und bezüglich meines Nicknames war ich, wie sich vielleicht erkennen lässt, noch etwas unschlüssig.

    Tatsächlich war und bin ich nämlich beides. Ich bin auf der Suche nach mir selbst und der Frage, wer ich wirklich bin und was eigentlich meine wirklichen Bedürfnisse sind, und ich bin unterwegs auf MEINEM Weg, wo auch immer der mich noch hinführen mag.


    Als ich mich hier angemeldet habe, war mir bewusst, dass ich ein Alkoholproblem habe und dass es für mich keine Alternative zur Abstinenz gibt. Zu dieser Erkenntnis bin ich durch ein anderes Forum gekommen, suchte in diesem aber natürlich auch nach weiteren Erfahrungsberichten, von denen ich Weiteres für mich dazu lernen konnte.

    In erster Linie aber suchte ich zu dem Zeitpunkt Erfahrungsberichte von anderen Erwachsenen Kindern aus alkoholkranker Familie, weil ich gerade neu erfahren hatte, dass diese Prägungen erfahren haben, die sich schädlich auf ihr weiteres Leben ausgewirkt haben. Ich wollte mich in den Erfahrungen anderer wiederfinden und hilfreiche Impulse aus deren Bewältigung ihrer Vergangenheit für mein eigenes Leben gewinnen.


    Inzwischen bin ich in vielen Bereichen unterwegs, im Alkoholikerbereich, im Co-Bereich und im Bereich Erwachsener Kinder aus alkoholkranker Familie. Im Co-Bereich halte ich mich allerdings nach Möglichkeit zurück, da ich als eigentliche Co keine Erfahrung habe, die ich authentisch teilen könnte.


    Mein Wunsch ist natürlich zum einen für mich selbst weiterzukommen, zum anderen aber auch durch das Teilen meiner eigenen Erfahrungen und Kenntnisse anderen Hilfe zur Selbsthilfe geben zu können.


    Herzliche Grüße

    AufderSuche

  • Co-Bereich halte ich mich allerdings nach Möglichkeit zurück, da ich als eigentliche Co keine Erfahrung habe, die ich authentisch teilen könnte.

    anhand der Schlagzahl deiner unterstützenden Post bei anderen, frage ich mich inwieweit du selbst ein CO Anteil in dir trägst (Helfer Syndrom)? Hast du dir darüber auch schon mal Gedanken gemacht? Nun finde ich es gut anderen zu helfen, sich einzusetzen aber auch nur solange, wenn man dabei selbst nicht zu kurz kommt.


    Wenn du dich entscheiden hast wohin du möchtest, dann kann ich es verschieben. Sag mir einfach Bescheid.

    Gruß Hartmut

    ---------------------


    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • anhand der Schlagzahl deiner unterstützenden Post bei anderen, frage ich mich inwieweit du selbst ein CO Anteil in dir trägst (Helfer Syndrom)? Hast du dir darüber auch schon mal Gedanken gemacht? Nun finde ich es gut anderen zu helfen, sich einzusetzen aber auch nur solange, wenn man dabei selbst nicht zu kurz kommt.

    Danke, dass du dir darüber Gedanken machst und deswegen nachfragst.


    Ja, beschäftigt habe ich mich damit schon und bin bislang zu dem Ergebnis gekommen, dass meine Motivation nicht das Helfersyndrom ist. - Früher hatte ich das tatsächlich mal, da habe ich andere sozusagen geschultert.

    Heute schultere ich in der Regel niemanden mehr, nur bei meinem Mann unterläuft mir das ab und zu und, wenn ich’s dann bemerke, schüttle ich den wieder ab.


    Im Moment interessiert mich einfach das Thema und es interessiert mich, mein Wissen und meine Erfahrungen zu teilen. Wenn ich bei mir bemerke, dass mir das zu viel wird, ich mich selbst aus dem Blick verliere und es mir selbst nicht gut tut, trete ich kürzer oder ziehe mich eine Weile raus.


    Mir ist hier in der letzten Zeit bislang nicht aufgefallen, dass ich Energie von mir abgebe, und glaub mir, was das betrifft, bin ich ziemlich aufmerksam geworden.


    Energie fressen bei mir andere, aber auch das ist in Arbeit.


    Da du meine Posts ja mitverfolgst, was sagt dir deine Erfahrung? Wo ist meine Vorstellung besser aufgehoben? Mein Gefühl sagt mir, dass ich am ehesten im Bereich der Alkoholiker gefunden und gesucht werde. EKA haben nach meiner Beobachtung die wenigsten auf dem Schirm.


    Herzliche Grüße

    AufderSuche

  • Da du meine Posts ja mitverfolgst, was sagt dir deine Erfahrung

    meine Erfahrung ist Selbsthilfe und zwar immer da wo ich sie für mich brauche. Du kannst in jedem Bereich im Forum und zwar zu dem Zeitpunkt der für dich im Moment wichtig ist, einen Thread eröffnen. Es ist ja eine Entwicklung


    Als ich hier her kam gab es keine Ecke des Forums was ich ausgelassen hatte um für mich Einschätzungen von anderen zu bekommen. Threads eröffnet, Fragen gestellt. So konnte ich genau rausfiltern was überhaupt meine Bedürfnisse sind.

    Gruß Hartmut

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    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Noch ein Gedanke: Bei mir ist es so, dass ich gerne intensiv bei einem Thema bin, für das ich gerade sozusagen brenne.

    Wenn das Brennen aufhört, weil mein Wissensdurst oder Interesse gestillt ist, dann kommt das Thema sozusagen automatisch zur Ruhe.

    Solange mir diese Beschäftigung nicht schadet, mache ich gerne so weiter.


    Für das, was mir schadet oder nicht gut tut, habe ich inzwischen einen recht guten Riecher entwickelt.


    Hier im Forum finden richtige „Gespräche“ statt, es wird an Themen gearbeitet, die mich wirklich interessieren. Für Oberflächlichkeiten hatte ich bislang nie viel übrig.

    Insofern gefällt mir das hier wirklich gut und es erklärt vielleicht auch meine „Schlagzahl“. 😉


    Das Zauberwort lautet „Mitfühlen, nicht mitleiden.“

    Tatsächlich füllt das hier sogar gelegentlich meine Energien auf.


    Ich tue das hier nicht, um das Gefühl zu haben, gebraucht zu werden oder weil ich den Eindruck habe, unbedingt helfen zu müssen.


    Ich denke von mir selbst, dass ich aufgrund meiner Lebenserfahrung und meines erworbenen Wissens Brücken zeigen kann. Ob andere darüber hinüber gehen oder nicht, liegt nicht bei mir.


    So ist jedenfalls mein eigener Eindruck. Helfen kann sich letztlich jeder nur selbst.

  • meine Erfahrung ist Selbsthilfe und zwar immer da wo ich sie für mich brauche. Du kannst in jedem Bereich im Forum und zwar zu dem Zeitpunkt der für dich im Moment wichtig ist, einen Thread eröffnen. Es ist ja eine Entwicklung

    Das sehe ich auch so wie du und wann immer ich das für mich brauche, werde ich das auch tun. Es ist eine Entwicklung, wie du sagst, ein Lernprozess und ich selbst finde das für mich hochspannend und interessant. Ich bin immer neugieriger geworden für das, was ich selbst tatsächlich brauche und hier im Forum bin ich tatsächlich endlich auf Menschen gestoßen, die mich auf meinem Weg wirklich weiterbringen.


    Nach und nach lerne ich in einer Tiefe, die ich so nicht erwartet hätte, was meine eigenen Bedürfnisse eigentlich sind. Ich bin dankbar für das, was ich so entdecken darf.


    Florian hat das mal gut formuliert. Ich wandle das sinngemäß mal etwas ab: Dadurch, dass ich nicht mehr zu dieser für mich schädlichen „Medizin“ greife - und ich beziehe das nicht nur auf den Alkohol - werde ich offen für Wege und Lösungen, die mir wirklich gut tun, und arbeite endlich an dem, was mich bislang zu dieser „Medizin“ hat greifen lassen.

  • Und noch ein Gedanke:

    Indem ich in meinen Posts bei anderen meine Erfahrungen und mein Wissen teile, profitiere ich auch selbst davon.

    Ich arbeite dabei auch meine eigenen Themen ab und vertiefe mein Wissen für mich selbst.


    Insofern helfe ich mir bei der Hilfe zur Selbsthilfe anderer gleichzeitig auch mir selbst.


    Das Helfersyndrom, wie ich es früher bei mir erlebt und gefühlt habe, hat mich teilweise innerlich zittern lassen und ich fühlte, wie es mich überforderte, ohne dass ich es abstellen konnte.


    DAS fühle ich schon länger und auch hier nicht mehr.


    Dennoch, deine Warnung diesbezüglich finde ich gut, nehme sie dankbar an und nehme sie, wie vielleicht erkennbar ist, zum Anlass, mich zu reflektieren.

  • Hallo meine Liebe,

    mir ist natürlich auch schon Deine hohe "Beitrags-Schlagzahl" aufgefallen ;)

    Ich führe das erstmal auch auf eine Art Forums-Euphorie zurück, die sich meist irgendwann von selbst gibt.

    Denn eines sollte Dir klar sein, wo Licht ist, ist auch immer Schatten.

    Nicht alles, was hier geschrieben wird, IST auch immer so. Man stellt ja immer nur seine eigene Sicht der Dinge dar.

    Kurzum, jeder stellst sich meist so positiv wie möglich dar, auch um gemocht zu werden.

    Das ist im net ja auch überall so üblich, sonst gibts ja keine likes und Daumen hoch ;) von dem viele schon geradezu abhängig geworden sind.

    Hier in diesem Forum geht es aber dennoch mehr in die Tiefe, das ist ganz sicher so.

    Liegt natürlich hauptsächlich an dem Themen in diesem Forum.

    Und das mag eine gewisse Faszination ausüben für "Sowieso-Schon-Interessierte" an gewissen Themen.


    Nach einer gewissen Zeit regelt sich das aber aber normalerweise von allein, denn es gibt nach der Foren-Euphorie, nach dem Gefühl, hier sooo gut verstanden zu werden usw. auch irgendwann eine Art Foren-Ernüchterung.

    In der man feststellen muss, wie wenig man eigentlich wirklich konkret helfen kann.

    Die Hilfestellung dieses Forums ist auch begrenzt, das muss einem klar sein, bzw. wird es das einem sowieso nach einer gewissen Zeit.

    Ich will damit aber nicht dieses Forum auf irgendeine Art schlecht reden. Ich bin ja auch und immer noch hier. Also bitte nicht missverstehen.


    Wenn ich mal unzufrieden war mit dem Forum, dann muss ich manchmal an unseren alten Admin Karsten denken.

    Der schrieb mir nämlich mal, das ich darüber nachdenken soll, warum ICH denn hier bin?

    Und das ich doch FÜR MICH hier sein sollte, und nicht für andere!

    Er hat einerseits damit natürlich auch seine Anteile von sich geschoben am schlecht laufenden Forum, es gab hier ja mehrmals Schwankungen.

    Und trotzdem waren seine Hinweise ebenso richtig.

    Man sollte hier tatsächlich nicht für andere sein, sondern für SICH.

    Und auch mal bei seinen eigenen Themen bleiben, anstatt andere Baustellen zu beackern.


    Bei mir ist es nun mittlerweile so, das ich nicht mehr sooo viele Themen habe, die genau zu diesem Forum passen.

    Meine Trockenheit ist stabil, ich benötige da auch nicht mehr so viel Austausch, da ist vieles längst zum Selbstläufer geworden.

    Mein trockenes Leben ist völlig normal für mich geworden, und ich werde auch nicht zwangshaft an meiner Trockenheit herumbasteln, nur weil andere sagen, das müsste ich weiterhin täglich so tun, und zwar lebenslang.

    Bei mir ist es einfach nicht so und fertich.

    So rum gesehen bräuchte ich das Forum nicht mehr.

    Ich kenne aber nun die Leute hier schon ganz gut, und hänge auch von daher an diesem Forum.

    Und oft konnte ich auch hier noch für mich lernen aus den Erfahrungen anderer, auch wenn das keinen Bezug zu meiner Krankheit hatte.

    Es gibt ja auch noch andere Lebensbereiche, wo man dazulernen kann ;)

    Außerdem kann ich mir hier meinen Frust weg schreiben, wenn ich mich über was geärgert habe oder wenn mich was belastet.


    Ich frage nun Dich, warum bist DU hier, liebe "Auf der Suche"?

    Denn die Suche impliziert für mich ja schon, das Du nach etwas suchst...

    Was sind Deine Fragen oder Erfahrungen auf "Deiner Suche", die hier nach Antworten suchen oder Austausch?

    Wie bearbeitest Du Deine eigenen Baustellen?


    Und dann bitte ich Dich, auch nicht zu vergessen, das das wirkliche Leben "da draussen" stattfindet, in der Interaktion mit anderen Menschen. Wo man sich nicht jeden Satz überlegen kann, sondern spontan sein muss.

    Kann ja auch viel für sich haben, sich auch so zu erleben :)

    Und da draussen ist auch viel Leichtigkeit, die man hier eher weniger finden wird, was natürlich auch an den Themen hier liegt.

    Die sollte man sich auch nicht entgehen lassen.

    Hier sind natürlich auch echte Menschen ^^ aber das Forum kann auch zur Belastung werden, wenn man nur noch Probleme wälzt und obendrein noch die der anderen.


    Das mal so von einer, die schon sehr lange hier im Forum ist und von daher einiges auch abgeklärter sieht, weil die Euphorie längst der Realität gewichen ist. ;)


    Kurzum, knie Dich hier bitte nicht mehr rein, als Dir gut tut.

    Da draussen wartet auch noch ein Leben auf Dich, was gelebt werden will. Ohne Tastatur, sondern mit angenehmer Temperatur.

    Zumindest ist es momentan so in D, habe ich mir sagen lassen.

    Hier ist es so heiß, das die Tastatur schon wieder angenehmer ist als draussen zu sein ^^


    LG an Dich

    Sunshine

  • Übrigens, Deine hohe Schlagzahl heute hier in diesem Thread zeigt mir ziemlich deutlich, das da ein Punkt getroffen wurde, der Dir nicht so ganz behagt ;) und für mich bekommen die Beiträge so langsam Rechtfertigung-Charakter.

    Du musst Dich hier nicht rechtfertigen! Eine ehrliche Selbstreflektion ist völlig ausreichend, aber selbst das haben wir Dir nicht "abzuverlangen".

    Aber als kleinen Tipp noch:

    Man darf einiges auch mal eine paar Tage sacken lassen, drüber schlafen und so...

    Hier rennt nichts weg, nicht mal spezielle Themen, die kann man jederzeit wieder rauskramen ;)


    LG Sunshine

  • Und um der "hohen Schlagzahl" auch selbst gerecht zu werden, noch was... ;)

    Man kann auch süchtig nach einem Forum werden.

    Schreibsüchtig, Austauschsüchtig, wie auch immer man es nennen will.

    Dann hat man nur eine Sucht wieder gegen eine neue getauscht....und das können wir Alkoholiker und wahrscheinlich auch CO`s ja ganz besonders gut.

    Von daher beäuge ich mich selbst in dieser Sache immer sehr selbstkritisch und hinterfrage mein Verhalten immer wieder mal bezüglich Suchtverlagerungen.

    Bin nämlich auch schon mal in eine Sportsucht abgedrifet...und bitte nicht lachen, in eine bekloppte Reiswaffelsucht. ^^

    Von daher nehme ich sowas nicht auf die leichte Schulter, denn auch neue Süchte machen wieder innerlich so unfrei.


    LG Sunshine

  • Übrigens, Deine hohe Schlagzahl heute hier in diesem Thread zeigt mir ziemlich deutlich, das da ein Punkt getroffen wurde, der Dir nicht so ganz behagt ;) und für mich bekommen die Beiträge so langsam Rechtfertigung-Charakter.

    Liebe Sunshine,

    hab Dank für deine beiden Nachrichten. 😄 Gerne nehme ich diese zum Anlass gleich zu antworten, auch wenn zu befürchten ist, dass der Eindruck eines Rechtfertigungs-Charakters aufrecht erhalten bleibt. Sacken lassen muss ich das nicht, weil ich mich mit dem, was du schreibst, schon eine Weile befasse. 😉


    Ich hab schon befürchtet, dass meine hohe Schlagzahl irgendwann auffällig wird. 😉


    Und ich find‘s ehrlich gesagt gut, dass ihr mich darauf ansprecht.

    Ich erkenne, dass diese Nachfragen bzw. Warnungen auf entsprechenden Erfahrungswerten beruhen, und ich schätze eure Erfahrung.

    Gerade deswegen nehme ich sie zum Anlass, mich nochmals zu hinterfragen.



    Rechtfertigen will ich mich eigentlich nicht und ich hab auch nicht den Eindruck, dass ich das müsste. Ich kann aber gut nachvollziehen, wie es bei dir und auch Hartmut zu diesem Eindruck kommt.


    Meine vielen Worte hier in diesem Faden dienen eigentlich der Selbstreflektion meines Tuns. Schreibend strukturiere ich oft besser meine Gedanken, als wenn ich nur so in meinem Kopf für mich darüber nachdenke. Wenn ich ein Gegenüber habe, dem ich zu erklären versuche, was mit mir ist und warum ich etwas so und nicht anders tue, dann hilft mir das gelegentlich bei meiner Selbstklärung.

    Die vielen Worte machen vielleicht auch das Ausmaß meiner Reflektion deutlich. Und die Schlagzahl macht deutlich, dass da bei mir immer noch ein neuer Gedanke hinzukommt.

    Es ist vielleicht vergleichbar mit einem offenen Tagebuch, wobei ich eingestehen muss, dass ich mir selbst über das Ausmaß, dass es öffentlich für jedermann zu lesen ist, nicht in Gänze im Klaren bin.


    Natürlich steht hinter meinem Schreiben auch der Wunsch, besser eingeschätzt werden zu können. Natürlich sehne ich mich danach so wahrgenommen zu werden, wie ich eigentlich bin.


    Ein Gegenüber kann aber auch, wenn ihm oder ihr in meinen Gedanken etwas auffällt, einhaken und mich durch seine eigenen bzw. ihre Gedanken zu dem, was ich mir so gedacht habe, interessante neue Impulse geben.

    So hast du dich zum Beispiel angesprochen gefühlt, mir hier zu antworten und mir weitere Impulse zur Selbstreflektion gegeben.


    Tatsächlich hat das, was ich in der letzten Zeit hier über mich hinzugelernt habe, dazu geführt, dass in mir der starke Wunsch aufgekommen ist, meine Baustellen doch noch tiefer und intensiver mit professioneller Hilfe aufzuarbeiten. Bislang hab ich für mich keine weitere Notwendigkeit gesehen, das hat sich geändert und ich bin ehrlich gesagt, froh darüber.


    Was dieses Forum hier betrifft, ja, hier bin ich noch recht frisch aktiv, aber es ist ja nicht mein erstes Forum, in dem ich aktiv tätig bin. Was du bezüglich Anfangs-Euphorie und Licht- und Schattenseiten schreibst, ist mir schon aus anderen Foren bekannt. Dort habe ich diese Erfahrung tatsächlich gemacht und auch den Frust, der sich irgendwann einstellen kann, bereits kennengelernt.


    Mit dem Thema Hilfe zur Selbsthilfe hab ich mich auch beruflich schon befasst, daher weiß ich recht gut, was du meinst. Und entsprechende Erfahrungen habe ich nicht nur in meinem ehemaligen Beruf, sondern auch mit mir selbst und in meiner Familie schon mehrfach gemacht.


    Ich bin erst Ende 40, aber krankheitsbedingt in der Situation, dass ich keiner regelmäßigen Tätigkeit mehr nachgehen kann. Meinen Beruf, den ich bei allem Ärger auch gerne und aus Berufung ausgeübt habe, kann ich nicht mehr ausüben. Einer regelmäßigen ehrenamtlichen Tätigkeit kann ich nicht nachgehen, weil auf mich krankheitsbedingt kein Verlass ist. Ich hab mich diesbezüglich schon umgeschaut, aber nichts gefunden, was wirklich zu mir passt. Es müsste eine Nische für mich geben, aber die hat sich bislang nicht aufgetan.

    Ich habe so viel Erfahrung und so viel Wissen und ich möchte das gerne teilen, aber wie und wo?


    Dieses Forum hier bietet mir derzeit zweierlei:


    Zum einen hilft es mir bei meinen eigenen Baustellen und zur Zeit ist die eine große Baustelle, meine EKA-Prägung noch besser zu erkennen und Wege zu finden, zu bewältigen oder zu ändern, was mir geschadet hat. Und dann ist da die andere nicht gerade kleine Baustelle meiner eigenen Alkoholabhängigkeit und welche Wege für mich diesbezüglich hilfreich sind und welche nicht. Beispiel: Möchte ich überhaupt noch, dass in meinem Umfeld Alkohol konsumiert wird oder tut MIR das nicht gut. Und wenn es mir nicht gut tut, wie gehe ich das an? Auch schließlich ist auch mein Innerer Kritiker ein großes Thema, das mich derzeit sehr beschäftigt.


    Zum anderen bietet mir das Forum zur Zeit eine Nische, mich gewissermaßen ehrenamtlich zu betätigen, ohne ein festes Engagement einzugehen. Ich kann und darf, wenn ich möchte und mich dazu in der Lage fühle. Und im Moment möchte ich. 😄


    Herzliche Grüße

    AufderSuche

  • Wenn du dich entscheiden hast wohin du möchtest, dann kann ich es verschieben. Sag mir einfach Bescheid.

    Hallo Hartmut,

    ich hab darüber nachgedacht: Es gehört eigentlich in die Kategorie „Erwachsene Kinder von Alkoholikern“, obwohl ich in meiner Vorstellung auch über meine Alkoholkrankheit spreche.

    Der Ursprung von Allem liegt bei mir in der Kindheit im alkoholkranken Elternhaus.

    Bitte verschiebe meine Vorstellung in jene Kategorie und ändere das Thema in „AufderSuche ist auf dem Weg“


    Liebe Grüße

    AufderSuche

  • Hartmut

    Hat den Titel des Themas von „AufdemWeg“ zu „„AufderSuche ist auf dem Weg““ geändert.

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