Einen anderen Weg eingeschlagen

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Guten Morgen an alle und einen guten Wochenstart.


    Heute ist der Tag, an dem ich ganz offiziell, nach 2 1/2 Jahren Home-Office, wieder 40% der Arbeitszeit im Büro verbringen muss.


    Die Nacht war nicht so wirklich gut.

    Und statt, wie geplant, um kurz nach sechs aufzustehen, bin ich um 7:00 hoch geschreckt in dem Wissen, dass ich total verschlafen habe ^^


    Das einzige, was ich mir für heute vorgenommen habe: nicht stressen lassen. Alles in Ruhe angehen.

    Und das gelingt mir bisher auch recht gut.


    Die schlechten Gefühle sind erstmal weg. Es ist unheimlich toll, einige Kollegen wieder zu sehen und sich auszutauschen.

    Auch wenn ich die zwei Jahre dachte, dass ich das nicht vermisst habe........doch habe ich, merke ich jetzt.


    Ich wünsche euch einen ebenso ruhigen und entspannten Wochenstart.


    Liebe Grüße

  • Hallo ihr Lieben,


    ich möchte heute etwas mit euch teilen.

    Thema ist Vergebung. Etwas, was bestimmt nicht nur mich betrifft, egal auf welcher Seite man steht.


    Vor etwa zwei oder drei Monaten hat eine sehr enge Freundin aus meiner SHG mir die Freundschaft gekündigt. Für mich kam das wie auch dem Nichts. Ich hatte null damit gerechnet und mir ist in dem Moment als ich es gelesen habe, fast alles aus dem Gesicht gefallen. Wir hatten etwas über ein Jahr sehr intensiven Kontakt mit manchmal (mehrmals) täglichen Telefonaten und Treffen immer mal wieder. Sie sprach von Freundschaftstattoos und wie wichtig ihr die Freundschaft zu mir ist.

    Für mich war sie eine Art Seelenverwandte.


    Vor zwei oder drei Monaten kam also die Nachricht.

    Seitdem habe ich sehr viel Groll und Wut auf diesen Menschen vor mir hergeschoben.


    Mit etwas Abstand muss ich sagen, dass es gut so war. Ich bin dabei auch in eine Art Co-Abhängigkeit gerutscht und mir meiner eigenen Grenzen nicht bewusst gewesen.

    Ich gebe zu, damit habe ich noch ein großes Problem. Bei nahestehenden Personen meine eigenen Grenzen wahrzunehmen und diese dann auch zu kommunizieren.


    Der Groll war immer noch stark in mir vorhanden, das habe ich gestern wegen eines Vorfalls gemerkt.

    Später hatte ich dann noch ein längeres Gespräch mit meiner Sponsorin zum Thema Vergebung.


    Mir ist in diesen zwei/drei Monaten klar geworden, dass ich ebenfalls eine Grenze bei ihr überschritten habe und vielleicht war das der Grund warum diese Freundschaft beendet wurde. Genau weiss ich es nicht, ehrlich gesagt interessiert es mich auch gar nicht mehr.


    Meine Sponsorin und ich sprachen also über die Freiheit nach der Vergebung und ich meinte dann, dass sie ja vor einigen Wochen lediglich ihre Grenzen damit klar gemacht hat, also ich eigentlich gar nichts vergeben müsste. Ich komme mir hochmütig und falsch vor, wenn ich ihr jetzt "gnädig" vergebe.


    Mir wurde gesagt, dass Vergebung ja im Prinzip bedeutet, dass ich mich frei mache von dieser Person und der Wut die damit verbunden ist. Die verschiedenen Aspekte des Wortes Vergebung zu beleuchten steht noch auf meiner Agenda.

    Heute Morgen habe ich dann einen Text zum Thema Vergebung gehört und das, im Zusammenspiel mit dem Gespräch von gestern, hat unglaublich viel mit mir gemacht.


    Ich wusste, dass sie heute einen Eingriff im Krankenhaus vor sich hat und davor unheimliche Angst hat. Statt wie bisher in den Hochmut zu gehen, konnte ich ihr von Herzen alles Gute dafür wünschen und für sie beten, dass sie keine Angst mehr vor diesem Eingriff hat.


    Das habe ich mit jemandem geteilt, die das auch an sie heran getragen hat.

    Dadurch ist etwas sehr Schönes passiert.

    Sie hat mir eine Nachricht geschrieben und sich bei mir bedankt und ich konnte ihr sagen, dass ich ihr alles Gute und Liebe wünsche.


    Das hat insgesamt ein sehr schönes Gefühl von Freiheit und Frieden in mir gebracht.

    Ich kann diesem Menschen jetzt in einem Meeting begegnen, ohne dass Groll oder Angst in mir aufkommt.


    Die Freundschaft möchte ich nicht mehr zurück, aber es ist schön, ein friedliches Miteinander leben zu können.

    Und es ist schön vergeben zu können.

    Es hat mein Herz ein Stück frei gemacht.


    Ich wünsche euch allen einen schönen Abend und einen guten Start ins Wochenende.


    Liebe Grüße


    Twizzler

  • Hallo Twizzler,


    ich kann da so viel aus Deinem Bericht nachvollziehen!! Ich schreibe leider nur über das Handy, aber das wollte ich Dir wenigstens kurz zurückmelden. Es ist richtig, es so zu sehen wie Du. Also aus meiner Sicht. Ich kann auch nicht gut mit Wut und Enttäuschung die zu lang anhält umgehen. Ich versuche daher auch in vielen Lebenssituationen meinen Frieden zu finden, was mitunter bedeutet, eine Sache auch mal ganz gut sein zu lassen bzw. sogar solange von einer anderen Seite zu betrachten, bis es für mich passt.


    LG Cadda

  • Zuviel Groll, vor allem zu langer Groll, kann für meine Trockenheit sehr gefährlich werden.

    Ist das so? Wer spricht da? Die Sucht? Lösungswege bei Groll wieder in die Abhängigkeit?


    Mache mal ganz schnell diese Hintertüre zu ;)

    Gruß Hartmut

    ---------------------


    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Nee, eine Hintertür ist das nicht. Da widerspreche ich. :)


    Aber auch bei mir ist das erste Glas immer nur eine Armlänge entfernt. Und ich darf mir nie zu sicher sein und mich schon gar nicht in Gefahr begeben.

    Groll und Zorn ist für mich eine Gefahr. Genau wie Hochmut bzgl. meiner Trockenheit.


    Das ist lediglich Vorsicht.

    Genauso wie ich mich von Sauf-Veranstaltungen fern halte, versuche ich auch tief sitzenden Groll von mir fern zu halten bzw ihn zu verarbeiten und ihn nicht stetig in mir wachsen zu lassen.

  • Hallo Twizzler,


    Nee, eine Hintertür ist das nicht. Da widerspreche ich.


    bei Saufveranstaltungen wegbleiben ist für mich ein physischer direkter Schutz. Groll, Wut, Zorn sind Emotionen trage ich mit mir immer herum und läuft auf der psychischen Ebene ab. Die kann ich nicht abstellen, sie kommen und gehen und sind situationsabhängig.


    In der nassen Zeit hatte ich diese Emotionen suchtbedingt mit Alkohol (Lösungsmittel) schön oder weggesoffen. Der Alkohol diente jedoch nur der Sucht und nicht als Heilmittel für die Emotionen.


    Loslösung vom Alkohol bedeutet für mich, dass ich den Alkohol nicht mehr damit in Verbindung bringe. Gedanklich schon von Anfang gegensteuere.


    Würde ich für heute denken, dass Emotionen für mich Gefahr bedeutet, wieder zu saufen, hätte ich eine Verknüpfung geschaffen.


    Genau wie Hochmut bzgl. meiner Trockenheit.

    Hochmut ist die große Schwester von Demut. Mit beiden beschäftige ich mich nicht.

    Gruß Hartmut

    ---------------------


    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!