Ehefrau eines Quartalstrinkers sucht Hilfe

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später hier dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo liebe Community,

    ich bin 42 Jahre und Mami eines kleinen Baby. Mein Mann ist Quartalstrinker, und wie es oft so ist, kann er sein Alkoholproblem nicht eingestehen, denn er kann ja auch längere Zeit ohne und wenn er dann trinkt, liegt es an den anderen. Dass die zuviel Druck oder Stress machen oder ich ihn mit irgendwas verletzt oder beleidigt habe oder oder oder. Nach seinem letzen schlimmen Absturz vor einem halben Jahr dachte ich, er hätte es gerafft, und war dann auch etwas länger abstinent um nun bereits zum zweiten Mal zum üblichen Muster zurück zu kehren. Mir ist es wichtig zu sagen, dass mein Mann ein wirklich liebevoller und gebildeter, anständiger Mensch ist; wenn er denn trocken ist. Das macht es mir umso schwerer, weil ich ihn wirklich aus ganzem Herzen liebe und mein größter Wunsch wäre es, mit ihm meinen Lebensabend zu verbringen. Im Moment zweifele ich aber, ob ich mich trotzdem trennen soll, da ich in den Trinkperioden einfach nicht klar komme. Ich bin psychisch am Ende in diesen Zeiten und in den Trockenperioden ständig mit der Angst beschäftigt, wann es wieder los geht. Auf jedes noch so kleine Zeichen achte ich, nehme es wahr, Rucksäcke lösen bei mir mittlerweile regelrechte Panikanfälle aus ebenso wenn er in den Keller geht oder das Garagentor quietscht. Dann ist die Anspannung sofort da. Aber ich finde es MEGA schwer, sich von jemandem zu trennen, den man so sehr liebt und mit dem man bzw. ich in den trockenen Zeiten wundervolle Momente erlebe. Er ist in der Zeit auch ein wirklich extrem liebevoller und zugewandter Vater. Trotzdem bin ich immer wieder ratlos und taumle zwischen "ich versuche zu lernen, mit den Trinkphasen umzugehen und genieße die guten Zeiten" (was mir bisher nicht gut gelingt) oder ich trenne mich lieber, bin alleine mit dem Baby und habe vielleicht eine Chance auf Glück irgendwann einmal. Obwohl ich dazu sagen muss, dass mein Herz mir immer wieder sagt, dass es das gar nicht will; also keinen anderen Mann kennen lernen.

    Ich trage meine Sorgen und Qualen seit sieben Jahren so ziemlich alleine mit mir rum, denn um meinen Mann zu schützen, erzähle ich niemandem in meinem Freundeskreis von unseren Problemen. Ich habe zwar selber eine Therapeutin aufgrund meiner eigenen Lebensgeschichte (die war auch nicht so prickelnd), mit ihr führe ich ab und zu Gespräche darüber, aber wirklich helfen kann sie mir in Bezug auf meinen Mann auch nicht. Nun ist seit fünf Tagen wieder mal eine Trinkperiode, ich wie regelmäßig alle paar Wochen, mit Baby und allem drum und dran auf mich alleine gestellt. Mein Mann klinkt sich dann völlig aus, lebt in seiner eigenen Welt, aber das ist natürlich auch normal bei einem Quartalstrinker.

    Ich könnte natürlich noch viel mehr schreiben, aber alles zu seiner Zeit. falls jemand Interesse an einem Austausch hat freue ich mich und berichte gerne mehr. Jede!!! Zuschrift ist mir wichtig.

    Es grüßt, Blume52

















  • Hallo Blume,


    herzlich willkommen bei uns.


    Dein Mann ist nicht trocken, er macht Trinkpausen. An seiner Seite wirst du eine alleinerziehende Mutter sein, da spreche ich leider aus Erfahrung.

    Ich trage meine Sorgen und Qualen seit sieben Jahren so ziemlich alleine mit mir rum, denn um meinen Mann zu schützen, erzähle ich niemandem in meinem Freundeskreis von unseren Problemen.

    Damit schützt du deinen Mann nicht, sondern förderst unbewußt seine Sucht.

    Ich wollte auch immer "heile Welt" und habe niemanden etwas erzählt. Das ging über Jahrzehnte so.

    Als ich dann nicht mehr konnte und darüber gesprochen habe, war ich sehr überrascht was passierte. Ich hatte mich von vielem zurückgezogen, wollte mich nicht für ihn schämen.

    Jedem dem ich davon erzählt habe, wußte es. Es war keinem verborgen geblieben, aber keiner hatte mich angesprochen, weil mich niemand verletzen wollte.

    Es war für mich eine Erleichterung, ihn nicht mehr decken zu müssen.

    Du mußt deinen Mann nicht schützen, sonst kann sich nichts ändern. Er ist ein erwachsener Mensch und hat Verantwortung zu tragen.

    Es ist gut, das du für dich eine Therapie machst, nur wenn es auch um deinen Mann gehen soll, sollte die Therapeutin Erfahrung mit Suchtkranken haben,

    oder du wendest dich an die Suchtberatung, die haben auch Angehörigenberatung.

    Du hast keine Schuld, das dein Mann trinkt, lass dir das nur nicht einreden. Er trinkt weil er süchtig ist, und wird immer Gründe finden.

    Ich habe mich damals so verbogen, weil ich und mein Verhalten oft der Grund sein sollten, ich wußte gar nicht mehr, was gut für mich ist.

    Pass gut auf dich auf und tu das, was dir gut tut.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • hallo Morgenrot,

    vielen Dank für deinen Beitrag. Mein Mann ist nicht trocken, dass weiß ich (kam das irgendwo so rüber? dann sorry für die falsche ausddrucksweise). Und ich gebe mir auch keine Schuld daran, er hatte schon ein Problem als wir uns kennen lernten. Und schon viel länger, das weiß ich, stück für stück hab ich puzzleteile zusammen gesetzt. Jetzt grade heute morgen ist es aber so schlimm für mich gewesen, wie es eigentlich noch nie war. Kann mich zumindest nicht daran erinnern... bisher hörten dieses Trinkexzesse immer nach einigen Tagen von alleine auf, wenn der Körper oder was auch immer genug hatte. Heute morgen kam er stark angetrunken und wollte erst, dass ich ihn in eine Klinik bringe, weil er nicht mehr aufhören kann zu trinken. Nachdem ich eine Stunde telefoniert hatte und es irgendwie keine Möglichkeit gibt, akut Hilfe zu bekommen, hatte ich dann eine Klinik weit weit entfernt gefunden. Dann wollte er aber nicht mehr, weil er selber anrufen sollte. Dann fing er an mich anzubetteln, er braucht Alkohol, ob ich ihm was besorge. Das musste ich bisher noch nicht machen, das hat er immer selbst rangeschafft. Ich sagte erst nein, aber die Vorstellung, er könne durch die Straße torkeln und kriechen hat mich dazu geführt, ihm was zu besorgen, damit er uns in ruhe lässt und in seinen Bereich zum saufen geht. Das habe ich ihm auch gesagt, ich mache das nicht, weil er mir leid tut und ich ihm helfen will, sondern damit ich ihn los bin und wir unsere Ruhe haben. Er soll sich zusaufen gehen, ist mir egal. Seitdem kommt er immer wieder an und weint, streichelt das Kind,weint, weil er ein spriti ist, eine Schande usw... klar tut er mir leid, ich glaube sogar wirklich dass er grade extrem leidet und sich schämt usw., aber ich kann ihm nicht helfen und das sage ich ihm auch und ignoriere ihn weitestgehend.

    trotzdem bleibt die hilflosigkeit, wie soll es weitergehen. kann ich doch irgendwas tun, damit er aus diesem aktuellen Saufmodus rauskommt? Oder dauert er einfach länger und auch das ist irgendwann vorbei? Weil vorher kann ich keine weiteren Gespräche über Trennung usw, mit ihm führen, dafür muss er ja erst nüchtern sein...

    so, jetzt muss ich leider erstmal weg, denn das Baby braucht jetzt seinen Mittagsschlaf. Konnte aber das grad noch kurz verfassen, weil es mir doch auf der Seele brannte...


    lg an alle die es lesen

  • Ohje... Tut sehr weh, sowas zu lesen. Ich kann das verstehen. Man kennt die Nachbarschaft, will nicht das die direkten Nachbarn den freundlichen Typ so abgewrackt etc sehen, und dann geht man selbst. Aber genau das wird dir jeder raten. Sein Leben, seine Sucht. Wenn er saufen will muss er entweder selbst raus, egal wie, oder das Telefon in die Hand nehmen und in der Klinik anrufen. Jetzt hast du die nächste Tür in der Abwärtsspirale geöffnet. Er sieht, du ziehst "brav" mit. Einlullen, überall anrufen, er kneift, und kann dich noch Sprit holen lassen. Wo ist dein Tiefpunkt, wann willst Du aus der Spirale raus?


    Du musst ihn Dir ja nicht besoffen geben. Hast Du keine gute Freunde / Freundin, wo Du paar Tage mit dem Baby unterkommen kannst, das Du dir das Elend nicht anschauen musst? Du musst da definitiv irgendwie raus. Weil Du siehst ja, es wird immer schlimmer. Und wirklich Motivation das final zu beenden, hat er ja auch nicht.


    Gruß

    Xlausi

  • das er sich selbst in der Klinik melden muß, ist normal.

    Damit wird schon mal eine gewisse Ernsthaftigkeit sichtbar, wenn er sich nicht meldet und anruft, war es mal wieder um die Angehörigen ruhig zu halten.

    Das hat auch geklappt, du bist losgegangen und hast ihm Stoff besorgt

    Er testet deine Grenzen aus und schaut wie weit er gehen kann, ich kann mich Dante nur anschließen.

    Ich weiß aber auch wie weh es tut zu zuschauen.

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Danke dante und morgenrot, das hilft mir, ich lass ihn saufen, und wenn er sich tot säuft oder heite nacht von der Polizei aufgegriffen wird, weil ausgangssperre, ist mir das egal.

    hatte mir halt einfach wieder Gedanken gemacht, weil er zu mir kam und sagte, er kann nicht aufhören, er kommt aus dem Modus nicht raus, und das war bisjer noch nie so. Das ist neu für mich. Auch dass er mich bat ihm was zu holen ist neu.

    Vielleicht hört es sich nach ausrede an, aber ich habe das in diesem Fall heute wirklich nur gemacht, also ihm was besorgt, um mich bestmöglich zu schützen. Wenn er oben in seinem Reich liegt und säuft richtet er im Moment den wenigsten Schaden an, denn ich brauch meine Kraft für mich und das Kind und möchte mir nicht noch mejr Gedanken machen was passiert, wenn er los zieht. Ich war heute morgen schon los zur notärztlicjen Praxis um mir Medikamente zur Beruhigung für die nacht zu holen, damit ich nicht wieder nur sorgenvoll grüble, aber selbst da hab ich wenig Verständnis bekommen und sollte mit dem baby 1 Stunde warten, das ging aber zur Mittagszeit einfach nicjt. Dann fahr ich nachher noch mal hin. Ich möchte mich jetzt einfach irgendwie durch die Situation bringen und ersehne halt den Moment, wo er nüchtern wird, um weitere Schritte zu besprechen. zieht er erst mal aus, oder wie denkt er sich das, weil so geht es nicht mehr weiter. Dann gehen wir alle drei unter, aber ich finde es reicht, wenn eine Person, also er, unter geht am Alkohol


    xlausi, leider ist das nicht so einfach für mich irgendwo anders hin zu gehen. Ich habe keine Familie, bzw. keine mit der ich Kontakt habe, weil meine Eltern auch Alkoholiker sind. Freunde habe ich kaum, viele Kontakte habe ich einschlafen lassen wegen meines Mannes und selbst wenn ich zu meiner einzigen Freundin könnte, gejt es nicjt, weil auch der Hund noch hier ist den ich versorgen muss. Und der kleine kennt es woanders gar nicht usw. Also das würde mich grad auch nich mega stressen. Ich versuche es irgendwie hier durch zu stehen... aber danke für deine guten Worte!

  • Vielleicht hört es sich nach ausrede an, aber ich habe das in diesem Fall heute wirklich nur gemacht, also ihm was besorgt, um mich bestmöglich zu schützen.


    weil meine Eltern auch Alkoholiker sind.

    ich finde die beiden Zitate erklären sehr viel.

    Du warst sicher als Kind schon in diesem Schutzmodus und führst den jetzt weiter.

    Das ist keine Ausrede, du hast es ja nie anders kennen gelernt. Es ist kein Geheimnis, das Kinder aus suchtkranken Familien sehr viel öfter auch an süchtige Partner "geraten".

    Es ist sicher ziemlich viel, was hier gerade auf dich ein prasselt, sortier das erst einmal für dich.

    Triff keine übereilten Entscheidungen, die du vielleicht später rückgängig machst, denn dann nimmt er dich nicht mehr ernst.



    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo ihr Lieben,

    Ich wollte nur kurz sagen, dass ich mich heite wohl nicht mehr melde. hoffe einfach, ich kann mit dem baby schlafen. im moment habe ich grade Herzrasen, bluthochdruck, Schwindel und Übelkeit. schaffe keinen weiteren Austausch, bin etwas am ende. vorrat war jetzt ausgetrunken, steht hier und sagt, ich brauch Alkohol, hast du mir den weg genommen? Da bin ich ausgetickt. 10min vorher fragt er mich noch, ob es ok wäre wenn er sich umbringt. echt, so schlimm war das noch nie mit ihm! ich schwöre bei Gott. und ich habe nicht die leiseste ahnung, was dieses extrem ausgelöst hat. betet für mich, wenn ihr mögt, dass ich mit dem baby einfach gut schlafen kann und morgen wieder kraftvoll aufstehen kann. Ich danke euch für alle guten Antworten die ihr mir zuteil habt werden lassen!

  • woanders nächtigen ist ganz schlecht möglich. Wenn er es wagt, heute nacht ins Schlafzimmer zu kommen und nach alk fragt rufe ich zur not die Polizei. Ich will nir meine Ruhe, nehme jetzt mein Beruhigungsmittel und hoffe auf Ausschaltung der Ängste u d der Anspannung. schlaft gut

  • Hallo Blume 52


    ich war 1,5 Jahre mit einem Quartalssäufer zusammen und mich kürzlich getrennt. Wir haben nicht zusammen gelebt und meine Kinder sind schon "groß". Ich habe bei weitem diesbezüglich nicht dieselbe Belastung wie Du erlebt, Dennoch weiß ich, wie es sich anfühlt. Hilflosigkeit, Wut, Schmerz und

    auch Liebe. ..


    Mit Kind und Hund kann man nicht ebenmal woanders hin, sodass man auch noch im Gefängnis sitzt. Ausgeliefert.

    Absolute Priorität hat nicht Dein Mann, sondern Deine Schützlinge. Wenn er jetzt säuft, kannst Du NICHTS tun. Nur abgrenzen. Ziehe Dich zurück. Seinen Stoff soll er sich selbst besorgen und wenn er dafür ein Taxi ordert, das ihm seine Buddeln bringt. ich hoffe, er wird nicht aggressiv , wenn er trinkt.

    Gibt es in Deiner Nähe eine Anlaufstelle für Angehörige von Alkoholikern? Diese zu kontaktieren wäre sehr wichtig.

    Ein Gespräch mit ihm bringt nur in seiner Abstinenzphase etwas, wie Du weißt. Es wäre gut, wenn Du eine zunächst räumliche Trennung anstrebst, so könntest Du jedenfalls immer aus der Situation raus, denn wer weiß, wann er Krankheitseinsicht zeigt und sich therapeutische Hilfe sucht.


    Ich personlich finde die Form des periodischen Trinkens besonders tückisch. Der Trinker beweist vermeintlich sich selbst und dem Umfeld, dass er ja ohne kann. Da bleibt die Krankheitseinsicht gerne auf der Strecke. Die abstinenten Phasen werden kürzer, die Saufphasen schlimmer. Alles schleichend.


    Hoffentlich konnten Du und Dein Kind gut schlafen. Vielleicht lässt Du uns morgen wissen, wie es Dir ergangen ist.

  • Hallo sunshine und Aurora,

    Das ist ok, ich schaue in beide threads rein.

    Danke für die harten Worte, sie hauen mich grad noch mehr um aber dazu fehlte eh nicht mehr viel. Ich heule grad wie ein Schlosshund und muss das erst mal sacken lassen. Nachdem ich dachte, er wäre nun langsam nüchtern, was er auch fast war, und ich auf ein klörendes Gespräch gehofft hatte ist er nun eben wieder losgegangen mit Rucksack. u d ich vermute nir, weil ich die Hochzeitsbilder von der wand genommen hatte, weil ich die nicht mehr ertragen konnte. Und daraufhin bekam ich eine Nachricht, ob ich nun die scheidung einreichen würde. Darauf antwortee ich, das ich sowas nicjt per WhatsApp besprechen werde. Dann war die ganze Nacht Ruhe, bis eben. nun ist er los, bestimmt weil es ja eh alles egal ist. Warum nicht gerade deshalb andersrum, mal aufwachen, und kämpfen. Das kann man als nicht Süchtige wohl nie ganz verstehen.

    Ich habe grad keine Kraft mehr, Angst, dass ich den kleinen in eine pflegefamilie geben muss, weil ich es nicht mehr packe.

  • Zitat

    Ich habe grad keine Kraft mehr, Angst, dass ich den kleinen in eine pflegefamilie geben muss, weil ich es nicht mehr packe.

    Liebe Blume, das ist doch völlig verständlich, das Du mit den Nerven am Ende bist.

    Aber deshalb nimmt Dir noch lange niemand Dein Kind weg!

    Mache Dich da bloß nicht verrückt.

    Aber...wenn ein Kind immer weiter so einem schädlichem Umfeld ausgesetzt wird, nimmt es unweigerlich schweren Schaden.

    Du hast ihn doch auch schon genommen....und Dein Kind hat noch tausendmal weniger Möglichkeiten, sich dagegen zu wehren.

    Es ist völlig von DIR abhängig. Du bist jetzt verantwortlich. Leider kann ein Trinker keine Verantwortung mehr übernehmen, das gibt die Krankheit einfach nicht mehr her.


    Zitat

    Warum nicht gerade deshalb andersrum, mal aufwachen, und kämpfen. Das kann man als nicht Süchtige wohl nie ganz verstehen.

    Ein Trinker wird nicht aufwachen und will auch nicht kämpfen. Zumindest so lange nicht, wie er weiter saufen WILL.

    Das ist viel zu aufwändig, kostet Kraft und ist außerdem extrem unbequem.

    Warte nicht drauf, das sich da was tut...das kann noch viele Jahre, sogar Jahrzehnte so weiter gehen.

    Du lebst aber JETZT.


    Wie wäre es, wenn Du kämpfst, und zwar für Dich und Dein Kind?

    Das ist das einzige, was Du selbst beeinflussen kannst, alles andere liegt nicht in Deiner Macht.

    CO-Abhängige warten oft viele Jahre darauf, das der Alkoholkranke aufwacht, und mitunter auch völlig vergeblich.


    Und Blume, auch wenn es sich hart anhört:

    Ich hoffe sehr, das Kinder aus dysfunktionalen Familien raus geholt werden, denn sie sind dort oft unsäglichem Leid ausgesetzt.

    Und ich hoffe auch darauf, das auch Außenstehende den Mund aufmachen, wenn sie sowas mitbekommen.

    Dem Kindeswohl wegen.

    Aber soweit muss das überhaupt nicht kommen, solange man selbst noch handlungsfähig ist. Und das bist Du.

    Wo könntest Du Dir noch Unterstützung holen?

    Du musst das alles ja nicht allein schaffen.

    Können Deine Eltern vielleicht erstmal helfen?

    Könntest Du erstmal zu einer Freundin oder so?


    Sammle jetzt erstmal Kraft...irgendwie...wie weiß ich auch gerade nicht so recht in so einer aufreibenden Situation.

    Sieh zu, das es Deinem Kind und Dir wieder besser gehen kann.

    Und schäme Dich auch nicht, evtl. Unterstützung vom Jugendamt zu holen, die können Dir zumindest auch weitere Hilfsangebote vermitteln.

    Handelst Du aber wirklich nicht und setzt Dein Kind weiterhin dem allen aus, dann treten die eh irgendwann auf den Plan.

    Und das wäre ja auch richtig so. Denn Dein Kind kann sich, wie schon gesagt, ja nicht selbst wehren.

    Aber es wird auch keiner Mutter einfach das Kind weg genommen, wenn die nicht grade schwer an der Nadel hängt oder es grün und blau geschlagen hat.

    Du hast Dir doch nichts zuschulden kommen lassen, nicht wahr?

    Also.


    Überlege Dir in Ruhe einen Schritt nach dem anderen.

    Du bist auch hier nicht allein, es lesen Dich sicher viele...und wollen Dich auch nach ihren Möglichkeiten unterstützen.

    Von daher habe ich auch gleich eingangs geschrieben, das es gut ist, das Du hergefunden hast.

    Das war nicht nur ne Höflichkeitsfloskel, das meinte ich ganz wirklich so ;)


    Liebe Grüße an Dich und viel Kraft für die kommende Zeit!

    Sunshine

  • Blume52

    Hat den Titel des Themas von „Ehefrau eines Quartalstrinkers weiß nicht was richtig oder falsch ist“ zu „Ehefrau eines Quartalstrinkers sucht hilfe“ geändert.
  • Nein.

    Irgendwie klappt es nicht mit dem Verschieben.


    Schreibe bitte einfach in deinem Thread im geprüften Bereich weiter.

    Auf die Schnelle kriege ich das nicht so hin, wie ich mir das vorgestellt habe.


    Sorry.

    Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns.
    Vor uns liegen die Mühen der Ebenen. (Bert Brecht) 8)

  • Liebe Blume, alles ist besser als jahrelang nur hoffen, nur warten, nur zweifeln, die ganze Energie an diese Emotionen verwenden, was man hat.... und dabei sein Kind in dieser Atmosphäre aufwachsen sehen.

    Es ist traurig, es tut weh, man füllt sich machtlos und man zweifelt...unter anderem auch an sich selbst.

    Aber es gibt bestimmt ein Ausweg. Ganz bestimmt.

    Du kannst es gerade nicht sehen, weil dein Blick auf dem Mann der mit dem Rucksack gerichtet ist.

    Du siehst diesen Umstand, die momentane Katastrophe und möchtest nur dass das aufhört.

    Und dann wird er nüchtern, dann kann man wieder normal leben...

    Meinst Du es wird normal möglich?

    Wenn du für dich keine Kraft etwas zu verändern findest, finde sie für dein Kind.

    Vllt nicht unbedingt die Hochzeitsbilder weg schaffen, das bringt dir wirklich nichts,

    Weil Du ihn ja aus Liebe geheiratet hast, haben sie seine Berechtigung.

    Wichtig ist das was jetzt ist- der Zustand, der nicht tragbar ist. Für dich und dein Kind.

    Das kannst nur Du ändern.

    Viel Kraft

    LG Stern

  • Liebe Blume,


    ich denke, "LOSLASSEN" ist das Zauberwort. Lass ihn erstmal ganz rational per Kopf los und nutze die Energie und die Kraft, die Du noch hast, für Dich und Dein Kind. Das sind die Beiden, die in Deinem Fokus sein sollten. Er ist erwachsen, er darf trinken, er darf sein Leben so leben wie er möchte, auch wenn uns beim Zuschauen übel wird und wir es nicht verstehen. Es ist sein Leben und dafür ist er ganz allein verantwortlich. Du hast die Verantwortung für Dein Kind. Aus meiner Erfahrung heraus ist es besser gleich zu gehen, als die Kinder diesem unsteten Leben weiter auszusetzen. Eltern, Freunde, Jugendamt - die können alle eine Hilfe sein. Ich denke auch, dass Du vor dem Jugendamt keine Angst zu haben brauchst. Die sind doch erstmal zur Unterstützung in solchen Fällen da und können beraten.


    Ich wünsche Dir viel Kraft und Geduld

    Lütte

    Suche nicht nach Fehlern, suche nach Lösungen.

    (Henry Ford)

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