Mein Weg - meine Gedanken - nüchtern betrachtet..

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Ich denke dass viele der Baustellen/Probleme zum Alkohol geführt haben - also irgendwie hängt alles zusammen - denke manchmal, dass der Berg an Problemen nicht zu schaffen ist. Was macht ihr, um zuversichtlich zu bleiben?


    Ich lese oft, dass ein Rückfall passiert, wenn die Nachsorge vernachlässigt wird oder ein Verhaltensrückfall vorangegangen ist - was genau bedeutet das?


    Liebe Grüße

  • Hallo Tippi,


    es gibt immer Phasen, in den man Probleme hat. Sei es beruflich, privat, gesundheitlich, alles zusammen. Der erste, hilfreiche Punkt für mich ist, mir klar zu machen, dass ich mich Alkohol diese Baustellen nicht angehen kann. Entweder treten die Bedenken in den benebelten Hintergrund, sodass einem es egal ist. Oder man ist nicht in der Lage, die Dinge anzugehen, weil die Kraft fehlt oder man keinen klaren Gedanken fassen kann.

    Als praktischer Vorschlag: Mach dir eine Liste. Schreib auf, wo du Baustellen siehst, was getan werden muss und kann, in welcher Reihenfolge und mit welcher Priorität.

    Dann fängst du mit den wichtigen Sachen an und verlierst aber bei den anderen Dingen nicht den Überblick.

    Erledigte Dinge kannst du abhaken. Das gibt mir ein gutes Gefühl, etwas geschafft zu haben und voran zu kommen.


    Zu deiner Frage zum Rückfall. Dieser kündigt sich häufig schon vorher an. Unbemerkte, kleine Gedanken oder unbedachte Handlungen. Ich gebe mal ein paar Beispiele:

    Du hast für Gäste Alkohol im Haus. Was ist da passiert? Wieso hast du ihn überhaupt gekauft? Hast du dir vorher Gedanken gemacht? Vielleicht entsorgst du die Reste nicht? Wäre ja schade drum/Fürs nächste Mal. "Es geht mir ja gut und ich trinke ja nicht davon". Schon bist du unaufmerksam, die Gefahr ist groß und der nächste Suchtdruck hat leichtes Spiel.

    Ein anderes Beispiel wäre, dass es dir gerade sehr gut geht. Du hast ein tolles Essen vor dir und denkst – jetzt ein Schluck Wein. Oder es geht dir gerade nicht gut und du denkst – jetzt ein kleiner Drink.

    Wenn du unachtsam bist und die Gedankenkette nicht unterbrichst, kommt schnell der Erlaubnis erteilende Gedanke. "Du hast es dir verdient, du kannst ja auch nur das eine Glas trinken, ich konnte mir doch beweisen, dass ich keinen Alkohol brauche. Bin ich vielleicht gar keine Alkoholikerin?"


    Bevor es also zum Rückfall kommt, hast du schon deine Selbstfürsorge und die vielen Strategien außer Acht gelassen.


    Kannst du damit etwas anfangen?


    Viele Grüße

    Seeblick

  • Ich lese oft, dass ein Rückfall passiert, wenn die Nachsorge vernachlässigt wird oder ein Verhaltensrückfall vorangegangen ist - was genau bedeutet das?

    Alle Veränderungen, die ich zu Trocken werden umgesetzt habe, wieder aufzuweichen oder rückgängig zu machen, ist ein Verhaltensrückfall.

    Ein gedanklicher Rückfall ist da weit umfangreicher. Verharmlosen, etwas bewusst außer Acht lassen, sich schönreden und vieles mehr.


    Nachsorge ist wie Zähneputzen. Richtig putzen und du hast deine Zähne ein Leben lang. Vernachlässigst du das Putzen fallen sie raus.

    Gruß Hartmut

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    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Wie lange braucht der Körper, um vollständig zu entgiften? Ich frage deswegen, weil ich körperlich keinerlei positive Veränderungen wahrnehme - mir ging es körperlich schon lange nicht mehr so schlecht - das zieht mich gerade runter.

    Gehe heute Nachmittag zum Arzt.

    Liebe Grüße

  • Hallo tippi ,

    Ich bin natürlich kein Fachmann, ich würde auch noch mal den Arzt dazu befragen an deiner Stelle, aber jeder Körper ist unterschiedlich und ich denke, das kann schon mal ne ganze lange Weile dauern, bis der Körper mit der neuen Situation wieder im reinen ist und sich etwas positives einstellt. Wenn ich bedenke, dass ich bzw mein Körper gut vier Wochen braucht, um sich vom Zuckerkonsum zu erholen… also wenn ich Zucker ganz weggelassen habe ( das habe ich bisher zweimal rigoros gemacht), dann ging es mir danach fast vier Wochen lang ziemlich schlecht. Und das war „nur“ Zucker…

    Bleib am Ball!


    Gruß Blume

  • Ich schließe mich Blume an. Es ist sehr individuell, nach ca. 4 Wochen war es aus meinem Kopf fast heraus, Alkohol trinken zu wollen, die jahrelange Gewohnheit verblasste zunehmend, nun nach 1 Jahr alkfrei, verspüre ich diesen Wunsch nicht mehr. Bewegung hilft immer, mir fiel auf, mein Zuckerkonsum nahm zu ... eine Tafel Schokolade o.ä. pro Tag ist mittlerweile normal.

    Man kann es einfach "nur" ausprobieren. Sich beschäftigen, ablenken ist unabdingbar in der ersten alkoholfreien Zeit. Die Sucht wohnt hauptsächlich im Kopf, so langsam wie man sich an diese gewöhnte, so langsam erwirbt man die Gewohnheit auf Alkohol zu verzichten. Bei mir war es so

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