achelias Alkohol

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Zitat

    Anstatt sich auseinanderzusetzen mit der Problematik, ein Bewusstsein aufzubauen, zu verstehen, warum man eben nicht trinken muss, das wir es selbst in der Hand haben, wir frei entscheiden können und eben nicht „die Sucht“ es für uns entscheidet.


    Ich bemerkte, einige klammerten sich fest an diese dogmatischen Sätze, ehrfürchtig, ähnlich der Angst vorm Beezlebub, an eine fremde Macht glaubend.

    In Wirklichkeit hatten sie nichts begriffen, sie hatten nicht begriffen, daß sie entscheiden, ob sie wieder zur hilflosen, abhängigen Person werden.

    Hierzu mal eine Erfahrung aus meiner ehemaligen realen SHG, achelias.

    Vielleicht trifft es auch auf einige hier zu...


    Nicht jeder trocken werdende Alkoholiker will oder kann sich derart mit seiner Krankheit auseinander setzen wie Du und andere. Mitunter fehlt es an der Fähigkeit zur Selbstreflektion oder man ist von Natur aus ein eher schlichtes Gemüt, ich möchte das aber bitte nicht abwertend verstanden wissen!

    Dann kann es durchaus hilfreich sein, sich an "dogmatische Sätze zu klammern".

    In meiner Gruppe waren so einige, die sich nicht derart intensiv mit ihrer Krankheit auseinander setzten, wie Du es vielleicht für nötig hältst oder dieses Thema zum gesamten Lebensinhalt machten.

    Und Du wirst es vielleicht nicht glauben wollen, aber die waren auch seit Jahren oder gar Jahrzehnten trocken!


    Ich finde es nicht richtig, zu bewerten, wer sich wie intensiv mit unserer Krankheit beschäftigt und auf welche Weise er das tut.

    Das kann sehr unterschiedlich sein...und trotzdem erfolgreich.

    Bei mir war es beispielsweise so, das ich bei den AA überhaupt nicht klar kam aufgrund ihrer Procederes, es passte dort überhaupt nicht für mich, ich habe auch das ausprobiert.

    Andere wiederum kommen dort sehr gut klar, dann sollen sie da auf jeden Fall hingehen, weil es ihnen hilft, trocken zu bleiben.


    Jeder setzt sich anders mit unserer Krankheit auseinander, und das darf auch so sein.

    Es zählt doch nur das Endergebnis, nämlich die Trockenheit zu erreichen und zu bewahren.


    LG Sunshine

  • Hallo Sunshine_33


    ich finde es sehr mutig, meine gemachten Erfahrungen in einer realen SHG zu verallgemeinern und mir zu unterstellen, ich verallgemeinere sie.

    Oder gar, was ich für nötig hielte, Andere betreffend.

    Jeder muß seinen Weg selbst finden, das ist doch klar, wenn dem Einen Dogmen helfen, ist doch wunderbar, manchen bestärkt der Glaube (an eine Religion) oder … wenn`s hilft.

    Es zählt doch nur das Endergebnis, nämlich die Trockenheit zu bewahren, zufrieden, bewußt.

  • Zitat

    Elly

    Sobald das Leben etwas schwieriger wird, man unzufriedener und unglücklicher wird, muss

    man dem auf den Grund gehen.

    Und fast glaube ich, Du suchst die Formel für die absolute Zufriedenheit. Hat aber im Grunde nichts

    mehr mit Alkohol zu tun. Sondern mit Deiner Lebenseinstellung.

    Das wird es wohl sein, denn immer wenn ich unzufrieden war und die Ablenkung fehlte, trank ich.


    Mal war ich unzufrieden mit der Situation auf der Arbeit, diese Unzufriedenheit nahm ich mit nach Haus und betäubte sie dort, mal war ich unzufrieden mit meiner Partnerschaft oder einfach nur mit mir selbst, ein kleiner oder großer Ärger genügte völlig und ich griff zum Alkohol. Ein Allheilmittel, immer greifbar, immer verlässlich.

    Das hat sich über Jahre/ Jahrzehnte bewährt und funktioniert. Damit konnte ich prima meine Gefühle, meine innere Zerrissenheit betäuben, erst Mal wegtrinken.


    Ich hatte nie gelernt, mich mit Problemen auseinander zu setzen, im Gegenteil schon im Teenageralter, wurde ich ich an die Droge herangeführt.

    Alkohol trinken, bedeutete immer Fröhlichsein in einer geselligen Runde, als Kind schon, beobachtete ich, daß auf Familienfesten alle fröhlich waren, ausgelassen, freuten sich und hatten einen riesen Spaß.

    Anfangs war ich noch zu klein, nein du darfst noch nicht, hieß es da immer. Erst mit 13 ...15 Jahren, dann wurde man akzeptiert (?) und ich durfte auch Mal mittrinken, dieses Gefühl gefiel mir. Man trank dann heimlich Bier in den Schulferien mit den Freunden, später, als junger Erwachsener, waren die Feste mit den Arbeitskollegen auch sehr amüsant, bei der Armee schweißte gemeinsames Saufen zusammen, zudem war es verboten, ein doppelter Reiz.

    Mit Alkohol wurden Freundschaften besiegelt, Liebschaften begonnen, es galt als Belohnung bei Jubiläen, Vertragsabschlüssen oder einfach nur so im Urlaub, nach der Arbeit … man gönnt sich ja sonst nichts.

    Alkohol ist zudem ein ausgezeichneter Stress-/ Gefühlsvernichter.


    Das hat etwas mit der Lebenseinstellung zu tun, das stimmt. Ändere ich diese nicht und lasse ich immer nur das erste Glas stehen und unterdrücke den Saufdruck, werde ich auch diesen Zustand nicht ändern können.

    Ich muß mein Bewußtsein neu aufbauen, meine Verhaltensstrategien.

  • Zitat

    Da ist was dran. Meine Therapeuten waren nicht in der Lage, den Grund für mein Versagen herauszufiltern, halt das typische multikausale Geschehen, wenn mehrere Faktoren zusammentreffen, angefangenen bei einer familiären Prädisposition.

    Da ist was dran … alle sogenannten Wissenden, sind dieser Meinung. Heben die Therapie auf eine Stufe der Allmacht, die Therapie ist die Rettung, ohne diese ist man gar nicht in der Lage …


    Mir wird praktisch abgesprochen, selbst bestimmte Sachen zu erkennen und dementsprechend zu handeln.

    Nun mag das bei vielen Probanten zutreffend sein, daß sie die Realität nicht erkennen und Schlüsse daraus ziehen können.


    Von „ typischen multikausalem Geschehen“ ist die Rede, allein dieser Ausdruck überfordert schon viele, so meine Erfahrung. Nun kann man es recht kompliziert ausdrücken oder so, daß das Gegenüber folgen kann, es verstehen.

    Sieht man sich die statistischen Rückfallquoten an bzw. wer, wie lange trocken bleibt von denen die therapiert wurden, läßt das Rückschlüsse zu.


    Ich trainierte mit die Sucht an, über Jahre, Jahrzehnte konditionierte ich meinen Körper/ besonders mein Gehirn, mit einem bestimmten Soff.

    Mein Gehirn hat sich in dieser Zeit verändert, das Einnehmen bestimmter Substanzen erzeugt Wohlbefinden, Entspannung, das bevorzuge ich, es ist einfach zu erreichen und jeder Zeit möglich.

    Viele erliegen der Vorstellung, nach 2... 3 Wochen oder gar nach 12 wäre der Urzustand des Gehirns wieder hergestellt, Erinnerungen (positive oder negative Reize) bleiben aber oft ein Leben lang, viele sprechen vom Suchtgedächtnis.


    Besonders Unwohlsein, Angst; Stress, Hilflosigkeit, Trauer, Schmerz produzieren in unserem Hirn bestimmte Botenstoffe damit wir reagieren, diesen Zustand verändern, ein Urinstinkt zum Schutz der eigenen Person.

    Wir „wissen“, haben gelernt, z.Bsp. Alkohol lindert diesen Zustand. Durch Alkohol werden wiederum Botenstoffe ausgeschüttet, die o.g. Zustände verändern, neutralisieren bzw. umkehren, man wird zufrieden, entspannt, vielleicht sogar glücklich, unter anderem macht man Dopamin und Serotonin dafür verantwortlich, die an die Rezeptoren, Sinneszellen andocken können. Auch bilden sich im Laufe der Alkoholkarriere vermehrt Rezeptoren im Gehirn, um einen möglichst großen Effekt zu erzielen.

    Viele interessieren diese Vorgänge nicht, alles zu kompliziert, nicht nach vollziehbar … Hauptsache sie wissen was zu tun ist: das erste Glas stehen lassen … , sich ablenken, siehe Notfallkoffer.

    Eigentlich alles ganz einfach.


    Alles was ich mir nicht vorstellen kann, kann ich nicht erkennen, verstehe ich nicht.

    Wenn ich etwas nicht (richtig) verstehe, kann ich keine (richtigen) Schlüsse daraus ziehen.


    Ich bin kein Therapiegegner im Gegenteil, wenn es zum Erfolg führt, eine gute Sache.


    Ich bin dafür, daß jeder versteht, was diese Krankheit bedeutet, ob nun mit oder ohne Therapie.

  • Hallöchen Achelias,

    Ich wollte dir aus gegebenem Anlass einmal sagen, dass ich deine Beiträge sehr gut, fruchtbar, reflektiert und interessant finde. Manchmal

    Muss man etwas genauer lesen oder hinschauen, aber wenn man deine Beiträge verfolgt hat kann man irgendwann gut erkennen, wie du schreibst und was du meinst. Dein Beitrag bei schratte seinerzeit hatte ich genau so verstanden, wie du ihn später genauer erklärt hattest, weil viele es nicht verstanden haben. Also, ich verstehe dich 😃 was nicht bedeutet dass ich immer einer Meinung mit dir bin aber ich verstehe dich 👍

    Wir sind vermutlich anders 😁 daran rieb ich mich gerade bei meiner Therapeutin auf, da ich anders bisher immer als schlecht ansah (so wurde es mir von Kindesbeinen an beigebracht) aber sie hat mir dazu verholfen es endlich als was positives zu sehen. Ich bin was besonderes ( und das meinte sie sehr ernst, das tat gut 👍)

    Lieben Gruß,

    Blume


    ________________________________________________________________________________________________________________________________________________________

    You can´t connect the dots looking forward. You can only connect them looking backwards.

    Steve Jobs

  • Von „ typischen multikausalem Geschehen“ ist die Rede, allein dieser Ausdruck überfordert schon viele, so meine Erfahrung. Nun kann man es recht kompliziert ausdrücken oder so, daß das Gegenüber folgen kann, es verstehen.

    Wirklich? Ist doch ein einfacher und sehr prägnanter Begriff. ;) Notfalls mal googeln.


    Ich bin kein Therapiegegner im Gegenteil, wenn es zum Erfolg führt, eine gute Sache.

    Therapien sind kein Hexenwerk und Therapeuten keine Allwissenden, sie verdienen halt Geld damit. Ich habe mehrere kennen gelernt, keiner meinte, nur er verfüge über die nötige Weisheit. Eine Therapie alleine garantiert keine dauerhafte Abstinenz. Meine ambulante hat sich halt nahtlos eingefügt in die Lektüre von Fachliteratur und diesem Forum. Der 3-Klang hat mir sehr geholfen, weil ich immer vergleichen konnte, ob und inwieweit die Ausführungen der Therapeuten auch anderweitig ihre Bestätigung gefunden haben. Ich habe meine Therapie nie bereut, am wichtigsten waren für mich die Kontakte zu den Rückfälligen, die mir endgültig den Zahn zogen, irgendwann gehe doch noch mal was mit dem Alkohol.


    Gruß

    Carl Friedrich

  • Mein Partner säuft...



    Manchmal frage ich mich, ist der Alkohol das eigentliche Problem oder funktioniert die Beziehung einfach nicht mehr und ist am Ende?


    Und der Partner trinkt, weil er mit der Situation zu Haus nicht mehr klar kommt und Trinken der einfachste Weg ist, sich zu betäuben?


    Natürlich ist Trinken keine Lösung und vernebelt nur Probleme, doch dem Trinker hilft es.

    Ich habe Trinker kennengelernt, die tranken, genau aus diesem Grund – mangelnde Problembewältigung, sei es auf der Arbeit, in der Beziehung oder man kommt selbst mit sich nicht zurecht.


    Wenn man Glück hat, geht der Säufer zu Entgiftung oder gar zur Therapie, er zwingt sich, die Probleme bleiben.

    Dann endlich trocken, zwingt man sich noch eine Weile bis zum Tag X, wo man es nicht mehr aushält und trinkt wieder, ist erleichternd und kann sich aus seinem Elend stehlen.


    Nur nicht trinken reicht nicht, man muß sein Umfeld ändern … wenn das Umfeld aber das gleiche bleibt, sich nicht verändert, man es selbst (allein) nicht ändern kann, dann ist die Wahrscheinlichkeit wieder zu trinken, doch eine große. Man ist praktisch chancenlos, zur angespannten Lebenssituation, kommt dann noch der Suchtdruck.

    Wie verändere ich also meine Lebenseinstellung, wie „ertrage“ ich mein Umfeld, wie werde ich dieses „nasse Denken“ wieder los. Trenne ich mich von dem was mich so belastet, meiner Arbeitsstelle, meinem Partner, Familie, von dem was mich so nervt? Oder gar von mir? Wie halte ich meinen inneren Zwiespalt auf?

    Auf der einen Seite weiß ich, Alkohol ändert nichts, auf der anderen scheiterten alle Versuche mein Umfeld zu ändern. Muß ich mich im Ertragen üben?

    Superschlaue sagen jetzt, dann muss ich mich ändern, suche dir professionelle Hilfe, arbeite an dir – o.k. , das tat ich alles – geändert hat sich nichts.

    Also habe ich die Wahl zwischen Aushalten (stark sein) oder mich vom Problem lösen (s.o.). ?

  • Spontan fällt mir ein: Die innere Einstellung ändern. Vieles entspannter sehen, über einiges hinweg sehen.


    Niemand ist perfekt. Und jeder Job hat seine Tücken. Mit einer Prise Humor komme ich auf jeden Fall

    besser durchs Leben. Alles nicht so verkrampft sehen, das hilft. Mir auf jeden Fall.


    Hinzu kommt, dass der Alkohol alles nur verschlimmern würde. Von der gesundheitlichen Schädigung mal

    ganz abgesehen. Ein Säufer trinkt sich seinen Körper und Geist kaputt. Die Probleme sind trotzdem nicht weg.


    Und dafür ist das Leben doch im Grunde viel zu schön, um sich die Lebenserwartung mit Alkohol zu verkürzen.


    So, das war mein Wort zum Sonntag! ;)

    LG Elly


    ---------------------------------------------------------------------------------------

    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

  • Spontan fällt mir ein: Die innere Einstellung ändern. Vieles entspannter sehen, über einiges hinweg sehen.


    ... Mit einer Prise Humor komme ich auf jeden Fall

    besser durchs Leben. Alles nicht so verkrampft sehen, das hilft. ...

    Kann man das auch einem Menschen emfehlen, dessen Partner augenscheinlich zu viel Alkohol trinkt?

  • Kann man das auch einem Menschen emfehlen, dessen Partner augenscheinlich zu viel Alkohol trinkt?


    Nur nicht trinken reicht nicht, man muß sein Umfeld ändern … wenn das Umfeld aber das gleiche bleibt, sich nicht verändert, man es selbst (allein) nicht ändern kann, dann ist die Wahrscheinlichkeit wieder zu trinken, doch eine große. Man ist praktisch chancenlos, zur angespannten Lebenssituation, kommt dann noch der Suchtdruck.

    Wie verändere ich also meine Lebenseinstellung, wie „ertrage“ ich mein Umfeld, wie werde ich dieses „nasse Denken“ wieder los. Trenne ich mich von dem was mich so belastet, meiner Arbeitsstelle, meinem Partner, Familie, von dem was mich so nervt? Oder gar von mir? Wie halte ich meinen inneren Zwiespalt auf?

    Auf der einen Seite weiß ich, Alkohol ändert nichts, auf der anderen scheiterten alle Versuche mein Umfeld zu ändern. Muß ich mich im Ertragen üben?

    Superschlaue sagen jetzt, dann muss ich mich ändern, suche dir professionelle Hilfe, arbeite an dir – o.k. , das tat ich alles – geändert hat sich nichts.

    Also habe ich die Wahl zwischen Aushalten (stark sein) oder mich vom Problem lösen (s.o.). ?


    Das habe ich ausschließlich für trockene Alkoholiker geschrieben, bezogen auf Deinen

    letzten Abschnitt im Thema.


    Von meiner Warte als trockene Alkoholikerin aus. Wie Angehörige damit umgehen sollten,

    oder wollen ist bei den Angehörigen nachzulesen. Da fehlen mir persönlich die Erfahrungswerte.

    LG Elly


    ---------------------------------------------------------------------------------------

    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!