Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo ,


    ich bin JuSe 39 Jahre , verheiratet, 8jährige Tochter. Mein Mann trinkt sehr viel und hatte am Montag 2 epileptische Anfälle. Vermutlich ein Alkoholentzugsanfall weil er uns zuliebe 2 Tage nichts mehr getrunken hat. Im Moment bin ich ratlos, weil er keine Hilfe annimmt. Würde mich freuen ein paar Erfahrungen über solche Anfälle zu hören.

    LG

    JuSe

  • Hallo Juse,


    herzlich willkommen in unserem Forum.


    Das klingt schon nach einem Entzugskrampf. Er hat einen kalten Entzug begonnen, und der kann lebensgefährlich werden.

    Wenn er keine Hilfe will, könnt ihr ihm auch nicht helfen, er selbst muß einsehen, dass er Hilfe braucht.

    Wie geht es dir und deiner Tochter mit der Situation? Was könntet ihr für euch tun, damit es euch besser geht?


    Wenn du dich gerne hier austtauschen möchtest, lass ich dir schon mal den Bewerbungslink da. Nur nochmal in kurzen Worten sagen, das du dich hier austauschen möchtest.

    Bewerbung - Alkoholiker Forum
    Im Alkoholiker Forum Bewerben auf geschütztere Bereiche.
    alkoholiker-forum.de



    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo Morgenrot,

    Danke für Deine Antwort. Uns geht es sehr schlecht. Meine Tochter hat den Anfall hautnah miterlebt (er hatte Schaum und Blut vorm Mund, ganz schrecklich). Wir haben Rückhalt durch meine Eltern, aber es ist zum Verzweifeln. Sind auch gerade unterm Hausbauen...Schlimm ist auch seine krankhafte Eifersucht, die schon seit einem Jahr immer schlimmer wird., genauso wie sein Alkoholkonsum


    lg

    JuSe

  • Willkommen bei uns im Forum, JuSe!


    Das ist für Angehörige eine schlimme Situation! Und vor allem für Eure Tochter, weil sie

    ja so viel mitbekommt. Und dann noch der Anfall...


    Habt Ihr einen Notarzt während des Anfalls gerufen?


    Nur der Alkoholiker kann etwas gegen seine Sucht unternehmen. Als Familie kann man da leider

    wenig ausrichten. Allerdings kannst Du ihm vermitteln, wie schlimm das alles für Euch ist. Und

    sage ihm ruhig, wie sehr Ihr Euch wünscht, dass er einen Weg aus der Sucht findet!


    Ich werde nie die Worte meines Mannes vergessen, als er sagte: Ich wünsche mich so sehr,

    dass Du aufhörst zu trinken!


    Ein kalter Entzug kann sehr gefährlich sein, wie sein Beispiel zeigt. Er sollte sich ärztliche Hilfe suchen!


    Ich wünsche Euch viel Kraft!

    LG Elly


    ---------------------------------------------------------------------------------------

    Das Leben ist nicht immer einfach, aber eindeutig einfacher ohne Alkohol zu bewältigen!

    *06.01.2013*

  • Hallo Elly,


    Danke für Deine Worte!

    Ja wir haben den Notarzt verständigt. Ich hab zuerst nicht gewusst was das ist, ich dachte er stirbt jetzt...ein wirklich schreckliches Erlebnis und ich habe ihm schon oft gesagt wie schlimm das für uns war. Er verharmlost es nur und sagt dass das ja nicht so schlimm war...und er jetzt eh nicht mehr soviel trinkt. Morgen wird er entlassen weil er jede weitere Behandlung ablehnt. Die Ärzte können nix machen. Ich weiß nicht wie das wird wenn er wieder zuhause ist. Meine Tochter hat jetzt schon Angst dass es wieder passiert. Ich überlege auszuziehen , andererseits will ich ihn nicht allein lassen. Aber dass es eine Sucht ist, sieht er nicht ein.

    LG

    Judith

  • Wenn dieser Anfall für ihn kein Weckruf war, dann wird es noch ein weiter Weg für ihn!


    Du solltest Dir überlegen, ob Du so etwas Deiner Tochter nochmal zumuten möchtest. Dich lasse ich mal

    aussen vor... Judith, Du kannst etwas tun.


    Und das mit der Eifersucht wird bestimmt auch nicht das einzige sein, was Dich beschäftigt, nicht wahr?


    Vielleicht beginnt auch ein Umdenken bei ihm, aber darauf kannst Du nicht setzen.


    Hast Du Dich schon mal umgesehen bei uns im Forum? Da gibt es viele Geschichten von Angehörigen...


    Alles Liebe und Gute für Euch!

    LG Elly


    ---------------------------------------------------------------------------------------

    Das Leben ist nicht immer einfach, aber eindeutig einfacher ohne Alkohol zu bewältigen!

    *06.01.2013*

  • Danke für den Rat. Ich werde mir in Ruhe die Beiträge durchlesen. Momentan bin ich für ihn die Böse, die ihm das Alk-Problem aufschwätzen will, obwohl er doch nur ein "normaler Alkoholkonsument" ist.

    Meiner Tochter will ich sowas nie wieder zumuten, sie ist das wichtigste in meinem Leben.

    Danke Dir, lg Juse


  • Hallo JuSe,

    herzlich Willkommen hier bei uns.


    Ich habe dir mal oben unseren Artikel über den Kalten Entzug verlinkt.

    Darin kannst du dich über die lebensgefährlichen Risiken informieren, wenn jemand einfach so im stillen Kämmerlein einfach den Alkohol wegläßt.


    Es ist ganz schlimm, was ihr, vor allem das Kind, da hautnah erleben mußtet. :shock:


    Hoffentlich bekommt er die Kurve und läßt sich ärztlich begleitet entgiften.


    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Aurora

    Hat den Titel des Themas von „Vorstellung“ zu „JuSe“ geändert.
  • Liebe JuSe,


    so ein Anfall ist sehr beängstigend, ich habe das bei meinem Exmann auch erlebt. Allerdings war es damals aufgrund eines geplatzten Aneurysma.

    Alkoholentzug kann eben auch solche Anfälle machen.


    Ich überlege auszuziehen , andererseits will ich ihn nicht allein lassen.

    Das geht uns Coabhängigen leider ganz oft so. Dieses Gefühl, für ihn und seine Sicherheit Verantwortung zu haben. Aber du kannst ihn eh nicht 24 Stunden 7 Tage die Woche bewachen.


    Er nimmt auf dich und deine Ängste, Gefühle, überhaupt keine Rücksicht. Und dass seine Tochter von diesen Dingen traumatisiert sein oder werden könnte, geht ihm am Popo vorbei. Er ist abhängig und die Sucht beherrscht ihn. Er kann nicht anders. Denn er will ja auch nichts verändern, hat keinerlei Einsicht und leugnet sogar seine Abhängigkeit. Und diese übermäßige Eifersucht ist auch ein Zeichen davon.


    Was du nun tun kannst ist, dir ganz ehrlich zu überlegen, was genau dich da noch festhält.


    Es ist leider ganz oft so, dass nur eine Trennung was bringt. Wenn der Abhängige keinen Änderungswillen hat. Das Leben an der Seite eines Alkoholikers ist kein Leben. Denn alles dreht sich nur um die Sucht. Bei ihm und beim Angehörigen auch. Und Kinder sind besonders betroffen, sie gehen nie unbeschadet aus diesen Dingen raus.


    Es ist gut, dass du hier den Austausch gesucht hast! Das kann dir helfen Wege zu finden, für dich und dein Kind.


    Liebe Grüße

    Aurora

  • Ich habe noch eine Frage. Mein Mann würde heute vom Klinikum entlassen. Es war definitiv ein Entzugskrampf ausgelöst durch kalten Entzug. Er will es noch immer nicht akzeptieren dass er ein Suchtproblem hat und schiebt es auf Medikamente, was aber gelogen ist. Laut Ärztin ist der Entzug abgeschlossen. Heisst das, dass er beim nächsten Schluck Alkohol wieder süchtig ist und es nicht mehr kontrollieren kann? Er geht nämlich davon aus dass er ja 1 bis 2 Bier trinken kann und keinen Rausch mehr bekommt also er ist sich sicher dass er es unter Kontrolle hat. Kann das möglich sein?

  • Hallo JuSe,

    süchtig ist ein Alkoholiker immer.

    Aber er kann seine Sucht zum Stillstand bringen. Wir haben hier trockene Alkoholiker, die 15 oder 20 oder noch mehr Jahre trocken sind. Aber nur die Entgiftung reicht ja nicht. Es braucht viele bewußte Veränderungen im Alltag, Nachsorge, Besuch einer SHG, usw. usw., um "dran" zu bleiben.


    Das will er aber offensichtlich nicht.

    Kontrolliertes Trinken ist der Traum aller Alkoholiker. Aber der Kontrollverlust ist eben ein Symtom von Alkoholismus. Von daher wird er in kurzer Zeit wieder auf demselben Level sein wie vorher.

    Und wenn er den nächsten Kalten Entzug macht, "weil der ja supi dupi geklappt hat und überhaupt nix passiert ist", dann können wieder ähnliche oder schlimmere Symptome auftreten. So wie in dem Artikel beschrieben.


    Manche drehen echt viele Runden, bis sie aufwachen. Oder halt auch nicht.

    Die Frage ist, wie es dir damit geht. Du kannst gegen Windmühlen kämpfen oder dich rausziehen. Schwierige Situation.


    Schade, daß er nicht den Warnschuß seines Körpers verstanden hat.

    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo JuSe,


    dein Mann ist süchtig und wird das jetzt lebenslang bleiben. Im Gehirn eines abhängig gewordenen Menschen wird was umgeschaltet, was nicht mehr rückgängig gemacht werden kann. Das bedeutet, er kann seine Alkoholkrankheit nur zum Stillstand bringen. Und das bedeutet lebenslange Abstinenz, Null Alkohol. Sucht ist nicht heilbar, sie kann bloß durch absoluten Verzicht gestoppt werden. Keine alkoholischen Getränke jeglicher Art, auch Alkohol in Lebensmitteln, Kuchen, Eis, Pralinen, Wein in Soßen usw. sind Tabu.


    Wenn er also meint, mal so ein oder zwei "Bierchen" trinken zu können, liegt er falsch. Vielleicht geht das mal kurzfristig gut aber dann wird er bald mindestens genau so viel saufen wie vorher...


    Ein wichtiges Merkmal der Alkoholsucht ist der Kontrollverlust.


    Es gibt ein sehr gutes Buch darüber, in dem diese ganzen Mechanismen einfach beschrieben sind.

    "Alk" von Simon Borowiak.


    Liebe Grüße

    Aurora

  • Danke für Eure schnellen Antworten. Das hilft mir sehr. Hab nämlich überhaupt keine Ahnung was diese Krankheit bedeutet....es ist schlimm und man will es nicht wahrhaben aber ihr helft mir der Wahrheit ins Gesicht zu schauen.

    LG

    Juse

  • hallo und willkommen

    kontrolliert trinken ist so eine Sache....das hilft meiner Meinung nur, um festzustellen, dass es nichtt klappt und man doch Alkoholiker ist

    wenn er nüchtern die Entscheidung trift, nur 2 Bier zu trinken, ändert sich die Moral aber schon beim Trinken des ersten Biers...dann kommen die Versuche...ich trinke jetzt eine Woche nichts....oder erst ab 18:00 Uhr usw...dann wirds heimlich....ich habe es lange versucht da raus zu kommen...hat ca 2 Jahre gedauert bis es Klick gemacht hat....und klick gemacht hat es erst, als es ernst wurde und meine Frau gesagt hat sie zieht aus mit den Kindern (also das Gespräch war viel komplizierter, als es sich jetzt anhört),

    bei mir hat ein Ultimatum mein Gehirn entwurschtelt.....es gab nur die Möglichkeit ohne Alkohol mit meiner Familie weiterzu leben

    die Frage ist nun..... willst du dir und deiner Tochter das antun...die Krampfanfälle werden wahrscheinlich wieder kommen...es sind einfache Anfälle, wie bei einer Epilepsie....man kann daran sterben....ist aber meistens nicht so....aber auch das liegt nicht in deiner Verantwortung...dein Mann weiß spätestens nach der Entgiftung über das Risiko bescheid und er trägt für sich allein die Verantwortung

    leider gibt es nicht viele Alternativen die ich kenne

    viel Kraft und lieben Gruß

    mexico

  • kontrolliert trinken ist so eine Sache....das hilft meiner Meinung nur, um festzustellen, dass es nichtt klappt und man doch Alkoholiker ist

    Dem pflichte ich bei. Kontrolliert trinken ist keine Option und es wird nie und nimmer funktionieren (eigene Erfahrung!), schnell ist man wieder auf seinem alten Level und säuft sich erst sein Gehirn und dann seine Familie weg.

    So traurig es ist, Abstinenz ist die einzige Möglichkeit. Verzeiht den Vergleich, doch bei einem Drogenabhängigen (LSD, Heroin etc.) hilft ja auch kein kontrollierter Konsum.

    Ich bin seit einem Jahr trocken und "erstaunt" , daß ich auch ohne Alkohol leben kann!

  • Danke für Eure ausführlichen Schilderungen.

    Ich wollte auch noch wissen wie ihr diese Krankheit mit Freunden kommuniziert, bzw ob ihr offen sagt ,"ja mein Mann ist Alkoholkrank" oder ob ihr das lieber verheimlicht. Die größte Sorge von meinem Mann scheint dass ich das unseren Freunden erzähle dass er ein Alkoholiker ist. Die engsten Freunde wissen Bescheid, aber was sage ich zu Bekannten die wissen wollen was los ist bei uns. Wie offen soll man damit umgehen ?

  • hallo

    ich würde mich da raushalten und Bekannten sagen, sie mögen dein Mann fragen....öffnen muss er sich irgendwie selbst, wenn er einen alkoholfreies Leben entscheiden will

    bzw frage denen Mann, was du wem sagen darfst und sollst....könnte sonst im Krieg enden

    lieben Gruß

    mexico

  • Mit dieser Frage habe ich mich auch lange herumgeschlagen. Viele Freunde/Familienmitglieder, die keinen missbräuchlichen Konsum haben, hat man sich ja schon so ranerzogen, dass sie ungefragt ein Bier hinstellen.

    Wenn es gemeinsame Freunde und gemeinsame freie Zeit ist, empfinde ich das als absolut problematisch. Die unterstützen das ja unwissentlich.

    Vielleicht bin ich gerade auch einfach zu frustriert und wütend, aber nur um, mal wieder, einem Konflikt aus dem Weg zu gehen, weil es den Alkoholkranken Partner, der das gerne als guten Grund zum saufen nimmt, mit dem man selber im schlimmsten Fall heim muss um dann die Launen zu Hause zu ertragen oder der dann angesemmelt heim kommt um da weiter zu machen, stören könnte...

    Keine Ahnung, aber ich habe einen ganz ausgewählten Kreis eingeweiht und bin gut damit gefahren, damit auch ich mal einen guten Abend haben kann mit gemeinsamen Freunden. Die ersticken jede Diskussion, die dann aufkommt, total freundlich und unterstützend im Keim oder helfen, indem alle erstmal was alkoholfreies trinken usw.

    Wenn das Krieg bedeutet, dann ist das so. Aber ich nehme ja auch noch an diesem Leben teil und gehöre auch dazu.

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