Tiefer anhaltender Schmerz

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo zusammen,


    mein Vater ist an den Folgen seines Alkoholkonsums gestorben als ich 17 war - das ist nun locker 30 Jahre her und obwohl ich all die Jahre an mir gearbeitet habe und auch besser klar komme mit meiner Vergangenheit und mir, wollen die Wunden irgendwie nicht wirklich heilen. Ständig gerate ich in Situationen und an Menschen, die mich in meinem Schmerz triggern. Und irgendwie ist es, als würde das Fundament noch immer auf wackligen Beinen stehen. Zumindest sobald jemand an meinen Grundfesten rüttelt. Manchmal denke ich, ich bekomme vom Universum so lang die selbe Aufgabe gestellt, bis ich kapiert habe, wie ich sie löse - aber ich verstehe sie nicht! Ich hab keine Ahnung, was ich tun kann, damit der Spuk endlich vorbei ist. Aktuell lässt mich das wieder fast verzweifeln. Ich fühle mich so unbeschreiblich verletzt. Kennt ihr das? Kann es sein, dass man in dem Gefühl, nicht geliebt und gewollt zu sein, stecken bleibt? Was kann ich tun? Wer hat einen Tipp?

  • Hallo Lanananana,


    ich kenne das Gefühl insofern, als dass Anerkennung und Annahme an bestimmtes Verhalten gebunden war.

    Mein Vater war funktionierender Alkoholiker.


    Die Kindheit oder Jugend hinterlässt einen Wachsabruck, weil sie die Prägephasen sind.

    Ich glaube nicht, dass man darin steckenbleibt, bzw. stecken bleiben muss, sondern sich von diesem Wachsabdruck lösen muss und sich selbst neu so getsalten muss, dass man in den Wachsabdruck nicht mehr hineinpasst.


    Ich kenne Deine Geschichte nicht. Hast Du professionelle Hilfe?

  • Ich habe schon auf unterschiedliche Hilfsangebote gesetzt, um an der offenen Wunde in mir zu arbeiten. In einer Angehörigenberatung, mit einem Verhaltenstherapeuten, mit einer klassischen Psychotherapeutin, mit Meditation…. - aber ich schaffe es nicht mich von diesem wie du sagst „Wachsabdruck“ zu lösen. Ich war ungeliebt … und irgendwie fühle ich mich bis heute so …

  • Ich war ungeliebt … und irgendwie fühle ich mich bis heute so …

    Genau das ist der Wachsabdruck. Du fühlst Dich ungeliebt, weil Du es nicht anders gelernt hast.

    Du spürst aber doch selbst, dass der Wachsabdruck Dich ziemlich drückt, oder? Und das ist ein sehr, sehr gutes Zeichen. Damit bringst Du doch zum Ausdruck, dass Du es wert bist, geliebt zu werden.

    Wie stehst Du zu einer Tiefenanalyse?

  • Ich habe die vergangenen Monate versucht, mich umzuprogrammieren: Liebevoller und wertschätzender mit mir selbst zu sprechen, destruktive Glaubenssätze umzuformulieren und ins Konstruktive zu wenden, mir eine gute Zeit zu machen, schöne Aktivitäten zu planen etcpp. Ich würde auch sagen, all das durchaus mit Erfolg … und trotzdem bleibt diese bodenlose Traurigkeit, dieses Gefühl, niemanden zu haben und auch nicht zu finden, dem ich etwas bedeute... Ich versuche dem nicht zu viel Raum zu geben, damit es nicht zu groß wird - aber ich kann auch nicht so tun, als wenn es nicht da wäre. Vielleicht kennt ihr das? Ich suche noch immer nach Inspiration.

  • Liebe Lanananana,

    hast du es schon mal mit EMDR versucht? Das kommt aus der Traumatherapie.

    Traumatische Erfahrungen können, nachdem EMDR (das sind bestimmte, gelenkte Augenbewegungen) angewendet wurde, leichter empfunden werden. Außerdem sind durch deine alten (unerwünschten) Denkmuster im Gehirn quasi Autobahnen entstanden, die immer und immer wieder "befahren" werden. Nach EMDR-Behandlungen können leichter und sehr schnell neue Denkmuster und somit neue, positivere Glaubenssätze entstehen. Meditation und Affirmationen sind zwar auch toll, mit EMDR geht es wesentlich schneller, mit Affirmationen kann hinterher noch unterstützt werden. EMDR ist eine kurzzeittherapeutische Intervention, d.h. du brauchst nicht 100e Sitzungen wie bei der Psychoanalyse.


    LG, Saphira

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!