Hallo, ich bin Anni und suche Hilfe

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo liebe Anni,


    seit langem war ich hier nicht mehr unterwegs. Erschrocken habe ich wahrgenommen, dass es schon 1 1/2 Jahre her ist mit meinem Eintrag. Und diese Zeit verging für mich, genau wie Du beschrieben hast, wie mit Watte im Kopf. Deine Geschichte kommt mir so sehr bekannt vor. Manchmal liest es sich wie meine. Das zu lesen hat mir viel gegeben.


    Seit 8 Wochen bin ich mit meinem 3jährigen Sohn in unserer Wohnung. Und das schlechte Gewissen lässt mich nicht los. Bzw. meine Wahrnehmung verschiebt sich ständig. War es doch nicht so schlimm? Spinne ich? Ich bin nur noch müde, erschöpft, niedergeschlagen... Ich hoffe so sehr, dass es besser wird. Obwohl ich den Schritt der Trennung zu Recht getan habe, leide ich.


    Wie geht es Dir jetzt?

    Herzliche Grüße

  • Liebe traumgeplatzt (wie wäre es mit einem neuen Namen 😉),

    Wie geht es Dir jetzt?

    Ich kann deine Gefühle verstehen und ich fühle mich zur Zeit manchmal richtig ausgelaugt. Es ist der ganze Stress und die Ungewissheit, die abfällt. Nicht mehr abhängig zu sein, von seinem Verhalten. Und natürlich Trauer. Aber ich lasse den ganzen Schmerz und die Trauer zu. Ich lasse die Wut los, die Ohnmacht. Ich verzeihe mir, ich verzeihe ihm. Es befreit mich. Wenn ich wehmütig werde, oder mich an alte Träume hänge, dann erinnere ich mich, bei mir zu bleiben! Unabhängig davon ob der Partner/Ex Alkoholiker ist oder nicht. Was brauche ich? Was tut mir gut? Und es sind wirklich schon Kleinigkeiten, die für mich eine große Rolle spielen. Abends wenn die Kinder schlafen ein Schaumbad zu nehmen. Kerzen anzünden, lesen, Schokolade essen. Mich mit einer Freundin treffen. Ich schöpfe auch Kraft aus meiner Mutterrolle (abgesehen davon, daß Kinder extrem anstrengend sind 😂). Ich möchte meinen Kindern beibringen, dass sie selbst für ein zufriedenes Leben verantwortlich sind. Kein Partner kann das jemals erfüllen.

    Und das schlechte Gewissen lässt mich nicht los.

    Kann es auch gar nicht. Du darfst es loslassen! Platz machen für Neues! Wenn es in diesem Leben noch ein Miteinander mit deinem Ex geben sollte, dann wird sich das zeigen. Aber jetzt, da bist du genau richtig, wo du bist!

    Obwohl ich den Schritt der Trennung zu Recht getan habe, leide ich.

    Trennungen tun weh. Es geht vorbei. Das weiß ich und viele andere auch und darauf vertraue ich.

    Alles Liebe,

    Anni

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Hallo zusammen,


    es gab hier im öffentlichen Bereich vor kurzem die Diskussion ob man sich seinen Alkoholiker bewusst aussucht. Also die Neigung zur Co-Abhängigkeit schon davor da war oder sich in der Beziehung entwickelt. Ich zähle zu den Personen, die eine spezielle Form der Co-Abhängigkeit mitbringen. Ein erlernter Schutzmechanismus aus der frühen Kindheit. Ich habe mich vor kurzem als Angehörige mit co-abhängigem Verhalten beschrieben. Allerdings habe ich eine Bindungsstörung, die mich an "meinen Alkoholiker" gekettet hat. Ich bin Co Narzisstin und habe in meinem Ex das passende Gegenstück gefunden (Traumabonding). Für mich haben sich viele Puzzleteile meines "wer bin ich" zusammengesetzt, seit ich auf mich schaue. Meine Anteile anschaue und annehme. Schuld ist ein großes Thema für mich. Hier habe ich gelernt, dass es um Verantwortung geht. Damit kann ich versöhnlicher auf mich und meinen Ex schauen. Liebe bindet. Hass genauso.


    Ich bleibe auf dem Weg zu mir selbst. Authentisch sein, ist mein großer Wunsch. Mich mit allen Facetten akzeptieren und lieben. Dazu werde ich gezielt mein Selbstwertgefühl und meine Selbstwahrnehmung trainieren. Damit ich die Dynamik der Abhängigkeit durchbrechen kann. Für mich und alle nachfolgenden Generationen. Kinder lernen nicht über Worte. Sie imitieren Verhalten!

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • die Diskussion ob man sich seinen Alkoholiker bewusst aussucht...

    Nein, mit Sicherheit sucht es sich niemand bewußt aus, es wird schöngeredet, toleriert, verdrängt, unbewußt … vielleicht.


    Die Liebe oder das was wir darunter verstehen (wollen), verschleiert unseren Blick. Bei fremden Menschen wären wir nie so tolerant, hoffnungsvoll, da würden wir uns sehr schnell zurückziehen … der säuft, zu oft = nein danke!

    In unserer Hilflosigkeit suchen wir nach einer Ursache, besser wer hat Schuld.


    Fachchinesische Worte wie Bindungsstörung, Traumabonding u.ä. machen die Runde, alles wird verkompliziert, auf der Suche nach einer Erklärung.

    Wir Menschen verändern uns im Laufe unseres Leben, mache werden sogar Alkoholiker, aus diversen Gründen, andere werden einfach nur so blöd oder bleiben es.


    Alles was mir nicht gut tut, das sollte ich vermeiden, das hatte mir schon meine Oma gesagt.


    Vielleicht sollten wir wieder mal zur Einfachheit zurückkehren und darauf besinnen.

    Kinder imitieren das Verhalten von Erwachsenen, so ist es auch im Tierreich, lernen wir Unsicherheit, unterwürfiges Verhalten, Gewalt oder sonst was, ist die Prägung vollzogen.


    Schwer kommt man da wieder raus, so fern man es (überhaupt) bemerkt.

    Zum Glück gibt es ja professionelle Hilfe, Psychologen, Therapeuten – da werden Sie geholfen!

    Bei diversen Gesprächen mit „professionellen Helfern“ fragte ich mich oft, wer da wirklich Hilfe benötigt?

    Zum Glück, kann ich meine Gedanken in einer SHG frei äußern, da geht es ja um Austausch.


    Mir fiel auf, es geht nur miteinander, egal wo, egal bei wem.

  • Bei diversen Gesprächen mit „professionellen Helfern“ fragte ich mich oft, wer da wirklich Hilfe benötigt?

    Wie meinst du das? Ob der Therapeut Hilfe benötigt?

    Vielleicht sollten wir wieder mal zur Einfachheit zurückkehren und darauf besinnen.

    Wer ist wir? Ich erzähle hier von meiner Erfahrung. Interessanterweise ist das für mich z. B. eine Vereinfachung der Dinge. Bin ich co-abhängig? Aber so co-abhängig bin ich ja gar nicht...alles Gedanken, die ich mir im Verlauf der Zeit gemacht habe.


    Mein Ex hatte keinen Alkohol mehr getrunken, trotzdem hat es in der Beziehung nicht gepasst. Weil es einfach nicht passt. Ok und dann? Laufe ich in die nächste Beziehung mit den gleichen Mustern. Vor allem wenn sie unbewusst sind, lohnt es sich hinzuschauen. Wie sonst, kann ich mich schützen?


    Fachchinesisch...ja gut, das kann man sehen wie man will. Meist helfen Definitionen. Ich bin hier im Alkoholikerforum und möchte nicht im Detail von meinen Beziehungsmustern erzählen. Das ist mein Beitrag zu "ich wurde nicht in der Beziehung co-abhängig, sondern war es davor".


    Das kommt heraus, wenn ich nicht auf den Partner schaue und mich um ihn Kreise, sondern um mich.

    Alles was mir nicht gut tut, das sollte ich vermeiden

    Das ist schön, wenn Süchtige danach handeln würden - gehandelt hätten - , dann bräuchten wir das Forum nicht 😉 nun muss ich erstmal wissen, was mir nicht gut tut. Ob du es dir vorstellen kannst oder nicht. Da liegt meine Störung.

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Ich glaube schon, daß bei der Partnersuche vieles unterbewußt abläuft. Wer sich gerne kümmert, der sucht sich jemanden, der hilfebedürftig erscheint. Die Hilfsbereitschaft ist ja nicht nur altruistisch. Für manche boostert es das eigene Ego, wenn sie zu sich selbst sagen können: Ohne mich wäre der Typ oder die Frau schon längst in der Gosse gelandet. Damit sind dann auch die Machtverhältnisse geklärt.


    Mir ist irgendwann mal aufgefallen, daß viele -- zum Glück nicht alle -- meiner Exen irgendwie einen psychischen Hau haben. Irgendwann habe ich verstanden, daß ich Menschen gerne mag, die ein bißchen verrückt sind, im positiven Sinne. Mein eigener Lebenslauf war ja nun auch alles andere als geradlinig. Eine "Normala" mit Bausparvertrag wollte ich nie.

  • Hanseat mir war ja zum Beispiel bewusst, dass er Alkoholiker ist. Hier schlagen einige im Forum auf, die am Anfang einer Beziehung stehen und es geht viel darum, wie/ob man eine Beziehung mit der alkoholkranken Person führen kann ohne darauf zu schauen, was einen selbst dazu bewegt. Mich hat es abgelenkt auf meine eigenen Themen zu schauen. Ich wollte ihn heilen, dabei hätte ich es selbst bitter nötig gehabt.

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

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