Hallo, ich bin Anni und suche Hilfe

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Liebe Anni,


    Für einen Alkoholiker wäre ein Auszug des CO par exellance ein triftiger Saufgrund!

    Er ist der Arme, Du bist die Böse, Du hast ihn verlassen und ihm sogar die Kinder weg genommen, PROST! :rolleyes:


    Wenn er nur ein bisschen was begriffen hat, könnte er vielleicht sehen, was wirklich passiert ist.

    Für ihn ist das Geschehene auch eine Chance! Aber nur, wenn er zur Selbstreflexion fähig ist.

    Oder er bleibt eben in seiner Opfernummer, und säuft wieder.

    Es liegt in seiner Hand...Und da lag es auch vorher schon...


    Anni, auch Alkoholiker lieben ihre Kinder. Nimm nicht so ernst, was er gerade so von sich gibt.

    Er ist enttäuscht, wütend und stocksauer, das Du wirklich gegangenen ist.

    Der beruhigt sich auch wieder.

    Denn wenn nicht, schadet er sich doch nur selbst.


    LG Sunshine

  • Für ihn ist das Geschehene auch eine Chance! Aber nur, wenn er zur Selbstreflexion fähig ist.

    ...hier knüpfe ich mal an. Gestern Abend kam ein Anruf von Mr Unbekannt. Ich gehe ran, weil er den Kindern Gute Nacht sagen darf wenn er möchte.


    Dann kam eine Entschuldigung! Für sein Verhalten in den letzten Tagen, er sei im Selbstmitleid versunken, hätte weder mich noch die Kinder wahrgenommen. Er wird für die Kinder da sein und mich unterstützen. Hat mich gefragt wie es mir eigentlich geht.


    Morgens dann zum Hof. Ein "wir schaffen das" bezogen auf den ganzen Schlamassel in dem wir sitzen. Dazu die Ansage er möchte weg von seinem egozentrischen Weltbild, er ist bereit dafür loszulassen (d. h. Verkauf von Haus und Hof). Er meinte er sieht ein, dass alles was ich entschieden habe, nicht gegen ihn, sondern für mich und die Kinder passiert ist. Wie er darauf kommt? Er hätte gestern lange nachgedacht.

    Ist es nicht möglich mit deinem Mann einen Plan aufzustellen (vorausgesetzt er ist richtig nüchtern!!!) und alle Konsequenzen zu erörtern, wo auch ihm klar wird, daß nicht nur dein, sondern auch sein gesamtes weiteres Leben auf dem Spiel steht?

    Wenn ich das mal hier herschieben darf. Ich habe mir den Mund fusselig geredet. Geschrien, geweint, alles versucht. Nur eins hatte ich bisher noch nicht gemacht. Gehandelt.


    Keine Ahnung ob das jetzt sowas wie ein Durchbruch für ihn war. Jedenfalls kam für mich vieles authentisch rüber.


    Ich habe für mich beschlossen, dass mein Auszug mein Co-Unabhängigkeits Tag ist. Der Tag an dem ich mich selbst so wichtig genommen habe, dass ich alles andere losgelassen habe.


    Wie er sich entscheidet zu leben, bleibt seins. Ob es ein Miteinander geben kann (vor allem als Eltern), bleibt abzuwarten. Mr Unbekannt meinte mal, er würde gerne an einen bestimmten Punkt in der Beziehung zurück. Ich bin der Meinung - alles abreißen und dann neu aufbauen.


    Wenn man Unternehmensberatungen glauben schenkt, dann ist die schwierigste Veränderung immer die "Kultur". In meinem Leben trifft gerade für viele Bereiche "Krise als Chance" zu. Ich übe mich nun im kunstvollen Scheitern und werde weiter berichten.


    LG,

    Anni

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Liebe Anni,

    genau die gleiche Erfahrung habe ich gemacht. Als ich mich bewegt habe und Entscheidungen für mich getroffen habe, fing auch mein Mann an, sich zu bewegen. Es ist doch alles offen. Soll er für sich gesund werden und den Alk hinter sich lassen und du hast die Verantwortung für dich und die Kinder übernommen. Alles andere wird sich finden. Ich habe große Hochachtung vor deiner Entscheidung und deinem Mut, für dich und deine Kinder einzustehen und ich wünsche dir viel Kraft, Ausdauer, Geduld und ein bisschen Glück für deinen Weg.

    Herzliche Grüße

    lütte

    "Die Definition von Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten" (Albert Einstein)

  • Hallo an alle,


    ich glaube Aliens haben meinen Ex entführt und ihn ausgetauscht. Er nennt es Blitz der Erkenntnis. Es fühlt sich an als hätte er ein Wurmloch in meine Welt gefunden. Als wäre die Mauer zwischen uns weg. Dann habe ich sie doch noch bekommen, die ehrlich gemeinte Entschuldig und die Anerkennung, wie alleine ich in dieser Beziehung war.


    Ich weiß nicht wie wir das jetzt hinbekommen haben aber ich bin schon stolz darauf, wie wir mit dieser schwierigen Situation umgehen. Vor allem mit den Kindern. Es gibt keine Machtkämpfe und kein Streit, keine Manipulation. Den Kindern "verkaufen" wir die neue Wohnung und die Situation als Gewinn. Noch ein Zuhause. Ich habe noch ein Bett im Büro (ehemals mein Zimmer) und dort kann die Große Mittagschlaf machen und ich kann dort mit der Kleinen übernachten. Übers Wochenende sind die wir gerade am Hof. Ich merke, dass ich mich heute wieder auf die Wohnung freue. Die Situation für mich verarbeiten und aus der Entfernung betrachten. Ich gebe zu, es verwirrt mich, dass es so gut läuft. Muss aber auch dazu sagen, dass viel Arbeit (an mir) nötig war/ist. Ich habe versucht komplett vom Thema Schuld wegzukommen und nur in Verantwortung zu denken. Habe es oft geschafft mich emotional zu distanzieren, damit Streitsituationen nicht eskalieren. Und eben viel auf mich und meine Co Rolle geschaut. Nur da kann ich schließlich ansetzen.


    Ich habe ein Bild für mich gefunden. Die Beziehung war wie ein Tauziehen. Jeder hat versucht den anderen auf seine Seite zu ziehen. Dann habe ich das Seil losgelassen. Nun ist er nicht hingefallen als die Spannung raus war, sondern hat auch losgelassen. Jetzt kann jeder freiwillig Schritte auf den anderen zumachen.


    Außerdem habe ich mein eigenes Alkoholproblem wieder in den Fokus gerückt. Ich bin trockene Alkoholikerin. Als CO und als Alkoholikerin gilt für mich: mich und meine psychische/physische Gesundheit an erste Stelle zu setzen. Meine Grenzen bewusst wahrnehmen und wahren, mich um mich und meine Bedürfnisse kümmern. Das sind meine Themen.


    Es geht mir gut! Und die Kinder spüren das.

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Hallo Anni,

    Da Deinen XY ja nun der Blitz der Erkenntnis getroffen hat, würde ich gern mal nachfragen, für welches Hilfsangebot er sich bezüglich seiner Alkoholkrankheit entschieden hat?


    Da ihr nun so schnell nach Deinem Auszug wieder aufeinander zugeht, hoffe ich sehr für Dich, das es bei ihm nicht nur bei Lippenbekenntnissen bleibt, sondern das er auch in die Handlung kommt.

    Ansonsten sind nämlich alle Worte, Entschuldigungen, Beteuerungen nix wert.


    Anni, sei mir nicht böse, aber ich denke, da will jemand wieder seinen CO einfangen...und das war ja recht einfach, wenn ich das so lese.

    Es ist schon wieder von einem "wir" die Rede, ehe es durch den Abstand mal zu einem Du und ich kommen konnte.


    Mein Tipp: Schau auf das, was er tut, nicht auf das was er sagt.

    Alkoholiker lügen nämlich gern das Blaue vom Himmel runter, wenn es für sie vorteilhaft ist. Bei mir gab es auch diese "Erkenntnis -Blitzschläge"...ich habe trotzdem weiter gesoffen...


    Klar geht es Dir gut, wenn es rund zu laufen scheint, und ich gönne es Dir auch von Herzen!

    Nur glaube ich persönlich, das nicht derart schnell aus was eckiges was rundes wird.

    Und bitte, lass ihn nicht gleich in DEINER neuen Wohnung ein und ausgehen...versuchen wird er es wahrscheinlich. Behalte sie als Deinen Rückzugsort, Du bist ja auch gern allein oder mit Deinen Kindern dort, oder?


    LG Sunshine

  • Es fühlt sich an als hätte er ein Wurmloch in meine Welt gefunden. Als wäre die Mauer zwischen uns weg. Dann habe ich sie doch noch bekommen, die ehrlich gemeinte Entschuldig und die Anerkennung, wie alleine ich in dieser Beziehung war.


    Ich weiß nicht wie wir das jetzt hinbekommen haben aber ich bin schon stolz darauf, wie wir mit dieser schwierigen Situation umgehen.

    Hallo Anni,


    das ging aber schnell... Aber Du scheinst zu ahnen, dass da nicht alles mit rechten Dingen zugehen kann.


    Es hatte ja seinen Grund, warum Du die Trennung auch räumlich durchgezogen hast. Da ist nicht auf

    einmal alles "hübsch". Und wie meinst Du das Stück für Stück aufeinander zugehen?


    Lass den Wurm ;) , wie Du selbst schreibst, nicht wieder in DEINE Welt. Du hast es Dir doch schwer erkämpft,

    dieses Stück Selbständigkeit!


    Natürlich soll wegen der Kinder ein vernünftiger Weg des Umgangs gefunden werden,

    aber pass auf DICH auf!

    LG Elly


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    Das Leben ist nicht immer einfach, aber eindeutig einfacher ohne Alkohol zu bewältigen!

    *06.01.2013*

  • Ein kurzer Abriss wie viele Männer ticken. Nichts verraten das ist Interna ;)


    Variante 1. Verlassen werden geht nicht und schon gar nicht wegen etwas, was gar kein Problem ist. Also wird erstmal auf Verständnis gemacht und auf "Rückholmodus" geschaltet. Beim Nicht-gelingen ein verbaler Schlagabtausch und es wird eine neue Partnerin vorgestellt.


    Variante 2. Er ist ein bekennender Alkoholiker, spricht mit dem Arzt, macht eine Therapie, SHG oder Ähnliches.

    Gruß Hartmut

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    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Liebe Anni,


    hm, bei mir bimmeln auch so paar Alarmglocken...


    Also ich hab da eine eigene Erfahrung.


    Mein Exmann merkte damals mehr und mehr, dass sich bei mir was tat. Und nach einigen Gesprächen machte er mal wieder einen kalten Entzug ( damals kannte ich das nicht, auch nicht die Gefahr) und er war dann nüchtern. Soweit ich das beurteilen konnte. Ich hatte also wieder Hoffnung und ging auf ihn zu. Wir planten sogar eine Feier zu unserer Silberhochzeit, gemeinsamen Urlaub für den kommenden Sommer. Wie war das gut.


    Zur Silberhochzeit trank er was. O-Ton:" Ich kann ja wohl an solchem Tag was trinken!" Es blieb im Rahmen.

    Aber nach und nach wurde es wieder mehr und einige Wochen später war er wieder voll drauf. Wie das so ist.


    Das war MEIN Wendepunkt. Ich hab den geplanten Urlaub abgesagt und mich organisiert. Im Juni hatte ich eine, meine Wohnung, im Juli bin ich eingezogen.


    Er war dann ja tatsächlich zur Entgiftung, war auch gut 4 Jahre abstinent. In der Zeit war die endgültige Trennung. An unserem( wären wir noch verheiratet gewesen) 36tem Hochzeitstag ist er gestorben, totgesoffen, elendig verreckt.


    Deshalb bleibe wachsam. Es muss nicht so sein aber die Gefahr besteht. Siehe Hartmuts Beitrag...


    Liebe Grüße

    Aurora

    "Es gibt nur zwei Tage im Jahr, an denen man nichts tun kann. Der eine ist "gestern", der andere "morgen". Dies bedeutet, dass heute der richtige Tag zum Lieben, Glauben und in erster Linie zum Leben ist."

    (Dalai Lama)

  • Guten Morgen!


    Ich habe immer noch nicht alle Rückmeldungen gelesen und tippe mal meinen Gedanken- und Gefühlssalat nieder. Bewusst im öffentlichen Bereich, vielleicht findet sich jemand wieder in meinen Gedanken. Ich lese die Rückmeldungen auch bewusst erst später, da es mir schwer fällt meine EIGENE Selbsteverurteilung abzulegen und beginne dann mich selbst zu belügen. Das kann ich zum Glück immer schlechter, weil meine Selbstwahrnehmung langsam zurück kehrt und diese innere Verwirrung deute ich mal als gutes Zeichen. Mein Bauchgefühl will mir was sagen und diesmal höre ich hin.


    Was ist passiert? Mr Unbekannt macht eine Wendung und plötzlich tauchen Gefühle in mir auf. Ich fühle mich verliebt, ist da doch noch Liebe? Und dann fängt das Gedankenkarussel an zu drehen...warum darf ich ihn nicht lieben? Sind meine Gefühle falsch? Warum darf ich nicht glücklich sein?


    Anstelle das einfach mal wahrzunehmen um dann innezuhalten und zu schauen, was da gerade passiert. Ich weiß es ja selber nicht, aber aus diesem "juhu vielleicht gibt es doch noch happy family" wurde plötzlich ein "was ist falsch mit mir". Ich habe mich gestern irgendwann so unwohl gefühlt, dass ich die Arbeit an Mr Unbekannt abgegeben habe und mit den Kindern in die Wohnung gefahren bin. Meinen "Rausch" ausschlafen.


    Es war wie zu Beginn unserer Beziehung. Da war er wieder. Der Moment "match made in heaven"...aber mein Verstand sagt "match made in hell". Diese innere Zerrissenheit bringt mich an den Rande des Wahnsinns. Ich mich frage "wie kaputt bin ich eigentlich".


    Aber...es gibt Hoffnung für mich. Ich konnte mich etwas beruhigen. Der Abstand tut gut und ich fange mich langsam wieder. Ich weiß nicht was die Zeit bringt, ob Mr Unbekannt ein "neuer" Mensch wird. Ich weiß, dass ich noch nicht soweit bin um irgendeine Beziehung zu führen, außer die zu mir selbst. Das erdet mich gerade. Und wenn es denn so sein soll, dann haben Mr Unbekannt und ich nun alle Zeit der Welt um erstmal jeder bei sich zu arbeiten. Er möchte das und das will ich ihm nicht absprechen. Ich nehme es dankbar an, dass er mich machen lässt ohne mir tausend Steine in den Weg zu legen. Falls das irgendwann kommt, dann baue ich was schönes draus.


    Am Donnerstag ist mein nächster Termin bei der Suchtberatung...gut so! Alleine schaffe ich den Weg noch nicht.

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Hilfsangebot er sich bezüglich seiner Alkoholkrankheit entschieden hat?

    Keine. Ich habe ihn gefragt wie er denn nun dazu steht. Er meint er weiß, dass es eine Beziehung zu mir und den Kindern mit Alkohol nicht geben wird. Er weiß nicht, wie er in dreißig Jahren darüber denkt. Er meint er würde nicht für mich oder die Kinder nicht trinken, sondern für sich.


    Das ist ein Mini Schritt, aber nicht ausreichend (für mich). Keine Ahnung ob bei ihm mit etwas Zeit noch die restlichen Klicks kommen. Ich werde diesbezüglich keine Vorschläge oder sonstiges machen. Da fühle ich mich zumindest gefestigt. Im Verantwortung da lassen wo sie hingehört.

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Ein kurzer Abriss wie viele Männer ticken. Nichts verraten das ist Interna

    😀 ich werde es mit ins Grab nehmen


    Zum Inhalt...keine Ahnung, ich glaube er war in seinem Leben schon beide Varianten. Er hat mir ja auch schon mal Einsicht vorgespielt inkl Suchtberatung. Zumindest werde ich jetzt nicht den Fehler machen ihm eine Bedingung aufzuschwatzen, die er dann erfüllt und schwupps ist alles paletti...


    Abstand, Abstand, Abstand! Bei mir bleiben, ihn machen lassen.

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Deshalb bleibe wachsam. Es muss nicht so sein aber die Gefahr besteht. Siehe Hartmuts Beitrag...

    Ganz unbedingt! Deswegen bin ich hier. Ich muss nur ehrlich bleiben...zu mir selbst, sonst kann ich hier keine passende Rückmeldung erhalten.


    Was ich glaub auch mit meinen Beitrag hier im öffentlichen beschreiben wollte:


    Der CO hat eine ganz eigene riesige Baustelle! Sie macht mir ab und zu Angst aber irgendwann wird da schon mein Gerüst stehen, mit all den Werkzeugen die ich brauche um ein zufriedenes Selbstwertgefühl zu haben.

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Ich weiß nicht was die Zeit bringt, ob Mr Unbekannt ein "neuer" Mensch wird. Ich weiß, dass ich noch nicht soweit bin um irgendeine Beziehung zu führen, außer die zu mir selbst. Das erdet mich gerade. Und wenn es denn so sein soll, dann haben Mr Unbekannt und ich nun alle Zeit der Welt um erstmal jeder bei sich zu arbeiten. Er möchte das und das will ich ihm nicht absprechen.

    Guter Plan!

    Und schau auf seine Taten...Worte sind nur Worte...folgen keine Taten, sind sie im Grunde wertlos.


    Annikan, ich komme mir hier auch manchmal vor wie ne alte Unke, die alles negativ sieht. Aber dahinter stecken eben auch Erfahrungen, die ich hier im Laufe all der Jahre, wo ich hier bin, gelesen habe.

    Wenn jemand sein Alk-Problem nicht wahrhaben will, wird man auch als Angehöriger immer wieder im alten Mist landen.

    Es gibt vielleicht mal ne Trinkpause, Ja. Aber mehr auch nicht.

    Diesbezüglich muss er aktiv werden.

    Denk dran, er hat damals auch seine Beratungstermine nicht mehr wahr genommen, das ist für mich ein untrügliches Zeichen, das er seinen Alkoholismus nicht ernst nimmt.

    Und Anni, der ist auch in Trinkpausen nicht weg, das heilt nicht "einfach so" aus.


    Du hast Dir und Deinen Kindern eine gute Basis verschafft! Du kannst Dich nun um Dich kümmern...und er um sich.

    Du kannst es von weitem beobachten. Und Du darfst auch die Zeit mit ihm genießen.

    Nur glaube ich halt nicht an Wunderheilungen innerhalb kürzester Zeit.

    Wir LZT haben uns unsere Trockenheit und Stabilität über JAHRE aufgebaut und ich weiß selbst, wie schwer Verhaltensänderungen sind, da läuft doch nix in 14 Tagen oder so!


    Ich wünsche Dir von Herzen alles Liebe und Gute für Dein weiteres Leben!

    Und das meine ich so, wie ich es schreibe.


    LG Sunshine

  • Liebe Anekan,


    bei mir war es ja ähnlich nach meinem Auszug. Mein Mann hörte auf zu trinken. Das war auf der einen Seite schön, aber auf der anderen Seite auch sehr verwirrend für mich. Ich hab mich dann erstmal komplett um mich gekümmert, denn wie Du richtig schreibst, sind die Baustellen bei einem/r Co auch riesig. Ich hatte ja Zeit, ich musste nix und so bin ich meine Therapie angegangen, hab angefangen, den Fokus auf mich zu richten. Erstmal hatte mein Mann meinetwegen aufgehört zu trinken und als ich nicht gleich zurück kam, war das natürlich enttäuschend für ihn, aber mit der Dauer seiner Trockenheit, hatte er auch die Chance, sich mit sich zu beschäftigen. Das war für uns beide schon ne anstrengende Zeit, aber es kann funktionieren. Meine Erfahrung ist, dass Du Dir unbedingt Zeit lassen solltest um Deine Baustellen zu bearbeiten und dann können beide immer noch entscheiden, ob es eine Chance als Paar geben kann.


    sonnige Grüße

    lütte

    "Die Definition von Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten" (Albert Einstein)

  • Liebe Anni,


    ich hab im Moment nicht viel Zeit zum Schreiben, was ich aber unbedingt dalassen wollte:


    Ich kann dir in den Promille-Bereich nachfühlen wie es dir geht! Ich hab auch keine Tipps außer Gefühle Aushalten , Abstand nehmen und Abwarten nichts parat. Die Zeit wird für dich arbeiten.

    Zu den Gefühlen... Ich finde es toll wenn du es besser schaffst deine Gefühle nicht in richtig/falsch zu beurteilen sondern dich jedes Mal wenn du dich fragst - darf ich mich so fühlen? - umschwenkst in: woher kommen die Gefühle und welche Bedeutung haben sie für mich?


    Du verknallst dich gerade neu in Mister Unbekannt und schiebst Panik? Sehr ambivalent dieser Zustand und super anstrengend! Ich versuche meine Gefühle jedes für sich einzeln zu ergründen und finde so besser Klarheit. Denn eines klappt für mich überhaupt nicht: widerstreitende Gefühle gleichzeitig zu bearbeiten.


    Ich meld mich später


    Alba

  • Bei den Alkoholikern schreiben wir im Forum manchmal den Satz: "Nur nicht trinken reicht nicht."


    Bei dir und deinem Mann denke ich: Nur Abstand reicht nicht.

    Du könntest den Abstand mit Leben ausfüllen, also mit DEINEM Leben.

    Stattdessen gehen die Hormone durch, nur weil er gerade eine Trinkpause macht?

    Und deine Gedanken kreisen pausenlos um ihn statt um die Einrichtung DEINER Wohnung?


    Ich will dich nicht ärgern. Und mir ist klar, da gibts berufliche und familiäre Verknüpfungen.


    Viele liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Ich will dich nicht ärgern.

    Davon gehe ich aus 😂 habe heute darüber nachgedacht mal ein bisschen mehr für mich zu planen/unternehmen. "Mein Ding" durchzuziehen. Zu schauen, was macht mir Spaß. Am Wochenende mit einer Freundin und den Kindern treffen. Ich finde was!

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Hallo Anekan, danke dass du deine Gedanken mit uns hier im offenen Bereich teilst und wir/ich somit auch all die anderen super Antworten mitlesen darf. Mir hilft im Moment das lesen hier sehr. Immer mehr verstehe ich mich aber auch meinem Mann seine Handlungen. So viele Aha- Momente. So oft finde ich mich wieder in euren Beschreibungen, Gefühlen und Denkweisen.


    Daaaaaaaaaaanke

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