Hallo, ich bin Anni und suche Hilfe

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Liebe Anekan,

    ich habe eben durch Deine Posts quergelesen.


    Was ein Durcheinander, was eine Zerrissenheit, was für ein Kraftakt!

    Gut, dass wir unser Bauchgefühl haben und damit scheinbar richtig liegen.

    Scheiße, dass wir das ja gar nicht wollen, sondern auf etwas anderes hoffen.


    MUSS man einen Partner, der Alkoholiker ist also schlicht und ergreifend verlassen???

    Und das besser früher als später?

  • Liebe Anekan,

    Also dieses Gefühl zu haben, dass man auf etwas geprägt ist, was einem nicht gut tut. Es sehen zu können, verstehen zu können aber nicht fühlen zu können.

    Ich empfinde das schon als Entwicklung, dieses Erkennen. Ich glaube, nur wenn Du das siehst, kannst du ja dagegen steuern. Das gelingt nicht immer gleich, aber es passiert. Bei mir war das mal eine Situation nach über einem Jahr wo ich im Nachhinein dachte, cool, so hättest du früher nicht reagiert. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass alles in ganz kleinen Schritten (auch mal ein Stück zurück) geht, aber es funktioniert.


    sonnige Grüße

    Lütte

    "Die Definition von Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten" (Albert Einstein)

  • Liebe Andrea,

    MUSS man einen Partner, der Alkoholiker ist also schlicht und ergreifend verlassen???

    Natürlich nicht. Aber,

    Scheiße, dass wir das ja gar nicht wollen, sondern auf etwas anderes hoffen.

    Was ich für mich vorrangig im Leben möchte, ist gut für mich zu sorgen und für mich eine innere Zufriedenheit zu haben. Mir selbst zu genügen.


    Ja, ich wünsche mir eine "happy family", aber die kann jetzt eben anders aussehen als das fixe Konstrukt in meinem Kopf.


    Was ich für mich gelernt habe: bin ich zufrieden in der Beziehung? Wenn nein, dann darf ich gehen. Ohne Rechtfertigung.


    Aber ohne den Alkohol wäre alles perfekt? Wirklich? Die Beziehungsmuster in einer ungesunden Beziehung, entstehen durch beide. Hast du den Mut dir die Frage zu stellen, warum du in dieser Beziehung bist und bleiben willst? Glaubst du, du hast es nicht verdient glücklich zu sein? Eine Partnerschaft auf Augenhöhe zu führen?


    Ich stelle mir auch die unangenehmen Fragen: Wie gehe ich mit den Menschen in meiner Familie um? Bin ich der Mensch, der ich gern sein möchte? Möchte ich überhaupt, dass mir ein anderer etwas abnimmt? Glaube ich, auf alles die einzige richtige Antwort zu haben?


    Ich möchte vor allem eins sein in einer Beziehung: frei!


    Außerdem hat sich auf meinem Weg bisher nur etwas bewegt, wenn ich mich bewege. Die Verantwortung für meine Zufriedenheit und die Erfüllung meiner Bedürfnisse, die liegt bei mir!


    Sollst du gehen oder bleiben? Ich weiß es nicht, aber los lassen musst du so oder so!


    LG,

    Anni

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • PS: mit Kindern sehe ich es als Pflicht ihnen vorzuleben, dass man eine Situation nicht aushalten muss. Sondern sie gestalten kann, dass es einem gut geht! In einer Beziehung mit einem nassen Alkoholiker, bzw "lustigen Trinker" sehe ich das nicht.

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Gestern war ich wieder bei der Suchtberatung für Angehörige, mittlerweile geht es nur noch um mich 😀 meine Beraterin ist klinische Psychologin und Psychotherapeutin. Die Beratungsgespräche laufen meist so ab, dass ich erzähle wie es mir geht und was so passiert ist. Sie stellt dann gezielt Nachfragen, gibt mir aber auch Rückmeldungen und zeigt mir, wo ich hinke. Meist gibt es dann ein kleines Resümee und was die nächsten Schritte für mich sind. Die erarbeite ich mir selbst und bin froh eine Einschätzung dazu zu bekommen. Nach den letzten Ereignissen (Mr Unbekannts Wendung, mein Gefühlschaos), sind für mich jetzt zwei Dinge wichtig: weiter auf mich schauen und Zeit. Meine Gefühle anschauen aber nicht impulsiv davon gesteuert zu werden. Schließlich besitze ich zu meinem Körper und meinen Gefühlen auch noch einen Verstand. Ich wünsche mir einen Einklang von allen.


    Einen starren Plan zum Umgang mit Mr Unbekannt habe ich nicht. Mit seinem Verhalten habe ich einfach nicht gerechnet. Allerdings habe ich einen starren Plan zum Umgang mit Grenzverletzungen. Alkohol hat in meinem Leben keinen Platz mehr, allein um mich und die Kinder zu schützen.


    Achso, weil ich hier viel über "Liebesbriefe an den Partner/Ex" lese. Ich fordere alle heraus: schreibe einen Liebesbrief an dich selbst! Das werde ich jetzt tun!

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Liebe Aurora,

    ein Liebesbrief an dich

    habe ihn heute Mittag geschrieben und lese ihn gleich vor dem Zubettgehen. Bin gespannt ob er mir gefällt..vielleicht schreibe ich dann zurück 😂


    Aber erst musste ich noch ein Schaumbad nehmen. Man gönnt sich ja sonst nix.

    LG,

    Anni

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Was ich mich immer wieder frage: Es gibt viele Wege in die Sucht (egal welche) aber bei Alkoholismus nur einen Weg wieder raus. Wie ist das bei anderen Süchten. Also konkret jetzt die CO Abhängigkeit. Wie individuell kann man sich davon lösen. Was sind die Grundbausteine?


    - schau auf dich

    - ziehe Grenzen, bleib konsequent

    -...


    Dann habe ich noch nirgends gelesen, dass ein EKA die Eltern gerne als Paar wollte (was bei vielen Kindern sonst der Wunsch ist). An was bemisst man dann einen geeigneten Umgang? Gar nicht? Das geht ja auch nur individuell.


    Ich überlege ein Thema aufzumachen. Elternschaft und CO Abhängigkeit. Wie gehen andere damit um? Um auch denen die Angst zu nehmen, die dann um ihre Kinder fürchten weil sie die Kinder alleine mit dem trinkender Partner lassen müssen (Stichwort Umgangsrecht).

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Unter Auflagen und Aufsicht des Jugendamts???

    Geht das überhaupt?

    Ja bei meiner Mutter war das vor 36 Jahren so. Sie hatte nach ihrer Entgiftung Begleitung vom Jugendamt (sie war damals 20 Jahre jung...). Mit der klaren Ansage: bei Rückfall sind die Kinder weg.

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Auszug aus "Wer bin ich? Wohin gehe ich? Und mit wem?" von Jorge Bucay über Co-Abhängigkeit:


    >> "Aber wenn ich jemanden von ganzem Herzen liebe.. Dann ist es doch selbstverständlich und ganz normal, dass ich das Gefühl habe, ohne diese Person nicht leben zu können?" (...) "Nein. Das ist eben nicht normal... Und leider ist es auch alles Andere als selbstverständlich. Und das wäre noch nicht einmal so schlimm. Schlimmer ist, dass der andere mitnichten NICHT ohne dich leben kann." Die unumstößliche Wahrheit, die uns derart traurig macht, lautet, dass man immer, und zwar ich IMMER, auch ohne den anderen leben kann... Und es gibt zwei Personen, die sich darüber im Klaren sein müssen: ich selbst und der Mensch an meiner Seite. <<


    Ich setze mich gerade mit meiner Co-Abhängigkeit auseinander. Bin noch nicht ganz sicher wie sehr das auf mich zutrifft, bzw. eventuell ich diejenige bin, die die Abhängigkeit anderer zu mir aufrecht erhält. Also in Beziehungen darauf setze, dass der andere von mir abhängig ist. Und ich jederzeit die Möglichkeit habe mich zu verabschieden. Dass ich ohne den anderen Leben kann, habe ich im Leben schon öfter gelernt. Finde die Idee jetzt nicht wirklich prickelnd, aber zielführender als mit dem Finger auf den anderen zu zeigen. Da kann ich schließlich nichts ändern.

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Jetzt wollte ich gerade schreiben "Grüße aus der Badewanne" da schreit die Kleine los. Sie zahnt. Also melde ich mich mit Grüßen von der Couch.


    Mir ist heute positiv aufgefallen, wie sich mein co-abhängiges Verhalten gebessert hat, seitdem ich ausgezogen bin. Ich sehe meinen Ex zwar immer noch fast täglich wegen der Arbeit und der Kinder, allerdings verschwende ich keine Gedanken mehr daran ob er jetzt trinkt oder nicht. Also ich sitze nicht zuhause und überlege was er so macht. Tatsächlich beschäftige ich mich viel mehr mit mir selbst. Es lebt sich sehr viel entspannter, seit ich nicht mehr in Hab-acht Stellung bin. Ich kann eine räumliche Trennung nur empfehlen. Meiner Meinung nach kann man nichts verlieren (was man davor ja schon nicht hatte) sondern nur gewinnen! Keine Ahnung was die Trennung letztendlich "bewirkt" (also bei ihm). Bei mir tut sich jedenfalls einiges und das gefällt mir. Es überfordert mich manchmal und ich versuche in mancher Hinsicht langsamer zu gehen. Also was die Arbeit an/mit mir selbst angeht. Es ist gerade zu viel mich damit auseinander zu setzen und ich möchte das auch nur mit therapeutischer Begleitung machen.


    Am Freitag bin ich wieder bei der Suchtberatung. Habe diesmal kein konkretes Thema. Ich lasse es auf mich zukommen.

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Guten Morgen,


    ich fühle mich ein bisschen zurück versetzt, wie es war, als ich in meine eigene Wohnung zog.

    Ich hatte das Gefühl keinen Einfluss auf sein Saufen mehr zu haben und das erleichterte mich total.


    Verrückt eigentlich, denn vorher hatte ich genau so wenig Einfluss darauf :lol:


    LG Cadda

  • Ich hatte das Gefühl keinen Einfluss auf sein Saufen mehr zu haben und das erleichterte mich total.


    Verrückt eigentlich, denn vorher hatte ich genau so wenig Einfluss darauf

    Deswegen ist eine räumliche Trennung vermutlich so sinnvoll. Ich kann die Verantwortung getrost abgeben, denn jetzt ist er auf sich allein gestellt. Also für mich funktioniert die eigene Wohnung super 😊

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Hallo zusammen,

    Am Freitag bin ich wieder bei der Suchtberatung. Habe diesmal kein konkretes Thema.

    Ich wusste bis zum Termin nicht genau, was das Thema sein wird und im Verlauf der Sitzung wurde klar, dass meine Zeit bei der Suchtberatung für Angehörige dem Ende zugeht. Ich bin an einem Punkt angelangt, an dem mein Weg klar erkennbar ist und ich weiß, dass ich ihn gehen kann. Ganz alleine nicht, ich bleibe im Forum. Denn mein Hauptfokus liegt bei mir und meiner Trockenheit. Meine eigene Suchterkrankung (früher Essstörung, dann Alkohol) wird Lebensthema bleiben und hier ist für mich ein Ort an dem ich mich aufgehoben fühle. Hier finde ich alle Werkzeuge, die ich für eine lebenslange Abstinenz benötige.


    Die Sache mit der Co-Abhängigkeit. Ich sehe mich als Angehörige mit co-abhängigem Verhalten. Ohne die Kinder, wäre ich vermutlich sofort gerannt...oder hätte selbst weiter getrunken. Hätte, hätte...es ist wie es ist. Ich bin damals geblieben, weil ich so unbedingt an meinem Lebensentwurf der happy family festhalten wollte. Es wird sich jetzt vieles ändern und es ist die schwierigste Situation, die ich jemals meistern musste. Aber ich werde sie meistern. Und ich kann jetzt schon sagen, dass mein Weg bis jetzt richtig war. Ohne dieses Forum wäre ich nicht so schnell an den Punkt gekommen, an dem ich jetzt bin. Es war aller höchste Eisenbahn! Und auch hier ist mein Weg klar: ich schaue auf mich und die Kinder. Nur dort liegt meine Verantwortung und mein Einflussbereich.


    Ich habe mir noch einen "Kontrolltermin" bei der Suchtberatung gemacht. In einem Monat. Bei Bedarf weiß ich wo ich Hilfe in Anspruch nehmen kann. Und in der Zwischenzeit schreibe ich hier.

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

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