Was ist Suchtdruck?

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • :?: Was ist Suchtdruck? :?:


    Wie habt ihr ihn/ es erlebt?


    Nun bin ich schon > 1 Jahr trocken und weiß nicht so richtig was Suchtdruck ist.

    Hin und wieder, denke ich mal `dran, wie es wäre Alkohol zu trinken, doch verwerfe diesen Gedanken wieder sofort. Ich werde weder unruhig, noch nervös, noch aufgeregt, wenn ich an Alkohol denke, ihn sehe oder rieche.


    ( Als ich noch trank, verspürte ich oft den Wunsch, manchmal auch den Drang, etwas trinken zu wollen.

    Ich muß dazu sagen, ich verbot mir nie das Trinken. Obwohl ich wußte, daß mein Konsum recht hoch war, hatte ich kein schlechtes Gewissen, es gelang mir ohne Mühe auf Alkohol zu verzichten in Gesellschaft (Feiern), auch wenn es freie/ kostenlose Alkoholika gab.

    Zu Haus kam mir nie der Gedanke auf Alkohol zu verzichten, ich tat es einfach, wenn mir danach war. Meist bis ich die nötige Bettschwere hatte und das bewußt.

    Ca. 20 Jahre trieb ich dieses Verhalten, ich funktionierte.


    Dann verlor ich völlig den Überblick. Ich nenne es mal Psychose.


    Ich begann Schnaps -und Bier- zu trinken, erst nur am Abend, dann auch schon Mittags, ca. 1 Jahr war ich tagtäglich besoffen, mich störte es nicht, im Gegenteil – ich fühlte mich gut. )

  • Suchtdruck hatte ich eigentlich nur zu Beginn der Abstinenz, zur Zeit der Entgiftung. Ich hatte das Gefühl "ich halte das nicht aus". Damit meinte ich mein Leben, den Alltag, die Gefühle. Ich hatte den Wunsch, das alles wieder zu betäuben.


    Dann kam eher das Bedauern. Wieso kann ich nicht "normal" trinken? Ich möchte nicht ausgegrenzt sein.


    Dann kam die Zeit, in der ich Alkohol überall wahrgenommen habe. Im Supermarkt, in der Werbung, bei Freunden. Und der Gedanke, jetzt hätte ich zu damaligen Zeiten getrunken oder dieses und jenes ausprobiert.


    Heute sind diese Gedanken selten. Manchmal fällt mir die Flasche Wein auf dem Nachbartisch auf. Manchmal kommt der Gedanke "jetzt ein Glas Wein". Aber das verschwindet schnell wieder - ohne Bedauern. Dann erfreue ich mich an meiner Nüchternheit.


    Seeblick

  • Ich nehme an das Suchtdruck ist, das man die Kontrolle seines eigenen Lebens verloren hat...

    Wenn etwas möglich erscheint, mach ich das, wenn das nicht klappt gehts ans Unmögliche und ansonsten das undenkbare.

    EX Raucher! Es bringt nichts eine Brücke zu bauen für jemanden, der gar nicht auf die andere Seite will.

  • Hallo,

    Zum Thema Suchtdruck:

    Meine mich begleitende Hausärztin befragte mich mal wegen Suchtdruck. Als ich sagte, das ich kaum Suchtdruck verspüre,

    meinte sie, dann hätte ich Glück, andere hätten damit mitunter sehr zu kämpfen.


    Ob es nun nur Glück war, weiß ich nicht, ich denke, ich habe auch was dafür getan. ;)

    Erst einmal war ich nur unglaublich froh, daß ich nicht mehr trinken musste, ich keine Entzugserscheinungen mehr

    bekam nach der Entgiftung, das war soooo eine Erleichterung für mich.

    Ich hatte auch nie Verzichtsgedanken,

    Ich hielt mich konsequent aus Situationen fern, die mich triggern könnten.

    Dafür musste ich eigentlich nur auf mein Bauchgefühl hören und entsprechend handeln.

    Das ich auf Veranstaltungen, wo gesoffen wird, nix zu suchen habe, war mir total klar.

    Also bin ich da auch nie hingegangen und tue es auch heute nicht.

    Damals aus Angst vor Trigger, heute kann ich das nicht mehr ertragen, mir angesoffenes Gelaber anzuhören.


    Anflüge von Saufdruck kenne ich aber auch!

    Ich wusste anfangs ja nicht auf welche Trigger ich alles so reagiere, also konnte ich mich auch nicht vor allem schützen.

    Mich triggerte beispielsweise bestimmte Musik, die plötzlich im Autoradio kam, gewisse Songs, Sonnenschein, Autofensterscheibe runter...und plötzlich Saufdruck bekommen! :huh:

    Kaffeekränzchen mit lieben Menschen in netter Runde auf Terrasse, gute Stimmung...und ich bekam Saufdruck! :huh:

    Weil ich früher so eine Situationen noch hätte toppen wollen durch Alkohol.

    Das waren beispielsweise so bei mir einige Trigger, die ich nicht vorhersehen konnte.

    Was half dann am besten?

    So schnell wie möglich raus aus der Situation, ablenken, was ganz anderes machen und viel trinken...Wasser, Tee...


    Mittlerweile bin ich in wenigen Wochen 20 Jahre lang trocken...und ich werde schon seit Ewigkeiten nicht mehr von Saufdruck

    heimgesucht. Das passierte eher in den ersten 2-3 Jahren meiner Abstinenz.

    Ich denke heute, man kann auch selbst viel tun, um nicht in Saufdruck-Situationen zu kommen.

    Nämlich, sich konsequent von bekannten Triggern fernzuhalten...aber alles kann man auch nicht vorhersehen.

    Sollte es trotzdem zu Triggersituationen kommen, kann ich nur raten: Schnell aus der Situation raus!


    LG Sunshine

  • Das verstehe sogar ich. Also gehöre ich zu den Glücklichen, die dieses Verlangen nicht (mehr) kennen.


    Am Anfang meiner Abstinenz, mußte ich mich arg zusammenreißen, keinen Alkohol zu kaufen, doch das war`s. So nach und nach gewöhnte ich mich daran, mittlerweile ist es Normalität geworden "alkoholfrei" zu sein.


    Auch wenn ich höre/ lese es ist "die Sucht" , weiß ich nicht so recht, was damit gemeint ist.


    Klar, wenn ich sowieso schon angetrunken war, wollte ich auch gar nicht aufhören ... mir ging`s ja "gut".


    Dann, nüchtern, entschied ich mich mit dem Trinken aufzuhören. Mein "Knackpunkt" war, ich wollte nicht mehr trinken, ich hatte die Nase voll (von mir).


    Ist es "die Sucht" , die einen immer weiter trinken lässt, unabhängig vom freien Willen? Oder befreit uns (unser) der Wille von der Sucht?

    - vorausgesetzt man ist entgiftet.


    Wo ist der Fehler in meiner Logik?

  • Ich wusste anfangs ja nicht auf welche Trigger ich alles so reagiere, also konnte ich mich auch nicht vor allem schützen.

    Mich triggerte beispielsweise bestimmte Musik, die plötzlich im Autoradio kam, gewisse Songs, Sonnenschein, Autofensterscheibe runter...und plötzlich Saufdruck bekommen! :huh:

    ... man kann auch selbst viel tun, um nicht in Saufdruck-Situationen zu kommen.

    Nämlich, sich konsequent von bekannten Triggern fernzuhalten...aber alles kann man auch nicht vorhersehen.

    Sollte es trotzdem zu Triggersituationen kommen, kann ich nur raten: Schnell aus der Situation raus!

    Trigger lösen diesen Suchtdruck aus.

    Das kann alles mögliche sein, eine vertraute Situation bei der ich früher trank, Bilder im Kopf … Gedanken.

    Wie werde ich diese Trigger/ Auslöser wieder los, dauerhaft? Verblassen sie einfach so mit der Zeit oder kann ich aktiv etwas tun?

    Der Notfallkoffer zeigt da einige Möglichkeiten, wie ich mich ablenken kann, für den Moment.

    Doch was mache ich, wenn diese Trigger nicht verblassen? Kann ich immer nur vor ihnen fliehen?

  • Wann genau "an Alkohol denken" aufhört, und "Suchtdruck" anfängt ist mir bis heute auch nicht richtig klar.

    Generell hatte ich seit ich aufgehört hab auch kaum Verlangen Alkohol zu trinken.


    Vor jetzt etwa einem Monat bin ich in ein ziemliches psychisches Tief gefallen.
    Und als es mir richtig schlecht ging, "wusste" ich dass es mir "besser" gehen würde wenn ich jetzt trinken würde.

    Ganz ehrlich, nur auf den konkreten Zeitpunkt betrachtet bin ich auch immer noch fest davon überzeugt dass das stimmt.
    Wie dumm das aus ganz vielen Perspektiven gewesen wäre, keine Frage.

    Auch wenn das zu keinen Zeitpunkt eine ernsthafte Option in meinem Kopf war dem nachzugeben, glaube ich schon dass ich da von Suchtdruck sprechen kann. Der Gedanke dass mit Alkohol Abhilfe zu verschaffen wäre war zeitweise sehr präsent.

  • ...

    Und als es mir richtig schlecht ging, "wusste" ich dass es mir "besser" gehen würde wenn ich jetzt trinken würde.

    Ganz ehrlich, nur auf den konkreten Zeitpunkt betrachtet bin ich auch immer noch fest davon überzeugt ...

    Genau das ist ja der Irrglaube. Es geht dir nicht besser, du betäubst ich nur.

    Ebenso könntest du auch in Ohnmacht fallen. Nur weil du nichts mehr merkst, geht es dir dadurch besser?

  • Genau das ist ja der Irrglaube. Es geht dir nicht besser, du betäubst ich nur.

    Ebenso könntest du auch in Ohnmacht fallen. Nur weil du nichts mehr merkst, geht es dir dadurch besser?

    Ich bin da 100% bei dir.

    Deshalb „auf den Zeitpunkt betrachtet“ und die Anführungszeichen um „besser“.

    In dem Moment ist es einfacher, wie du schreibst, betäubt. Gelöst oder besser ist dadurch natürlich nichts. Im Gegenteil.


    Diese potentiell schnelle kurzfristige Erleichterung für den Moment hat dann halt den Gedanken bei mir auf dem Schirm gebracht.


    Bei einer Ohnmacht geht es einem i dem Moment ja auch nicht mehr so schlecht, was danach oder langfristig ist, ist ja ne andere Frage.

  • Hi,

    glücklicherweise hab ich bisher nicht ein einziges Mal Suchtdruck gehabt.

    Bei keinem Regal im Supermarkt mit Wein oder wenn jemand anders getrunken hat.

    Schon mehrmals superangespannt gewesen und hab auch dann kein Verlangen gespürt wie früher.

    Heute hat ein Mitglied geschrieben, daß sei seines Erachtens die Ausnahme der Regel. Ich denke sehr wenig an Alkohol, ruf mir meine Krankheit trotzdem täglich in's Gedächtnis, indem ich hier viel lese usw.


    Ich persönlich würde mir ernsthaft Sorgen machen, wenn der Gedanke an's Trinken zu oft in meinem Kopf wäre. Das ist doch dann schon Suchtdruck?


    LG

  • Hallo Achelias,

    eine gute Frage,wie kündigt sich ein Rückfall an. Wann beginnt ein Rückfall eigentlich? Ist es schon ein Rückfall, wenn ich 'fast 'etwas trinke? Also z.B. Alkohol kaufe,dann aber wegkippe. Oder gibt es da noch Vorstufen, einen 'halber Rückfall" z.B. ?

    Seit über 200 Tagen habe ich nichts getrunken,auch nichts gekauft.

    Saufdruck habe ich ca. 2- 3 in der Woche. Meist wenn ich von der Arbeit Nachhause komme,also zum Start meiner alten Saufzeit.

    Ich trinke dann ganz viel Brause und esse Süßigkeiten. Ich glaube mehr als 30 min hält der Spuk nicht an. In dieser Zeit bin ich traurig,ich erlebe es als Verzicht, ich verurteile mich,dass ich mir den normalen Umgang mit Alkohol versaut habe,ja auch Selbstmitleid ist dabei.


    Es ist jedesmal innerhalb dieser 1/2 Stunde kaum ein rationales Denken möglich.

    Da hilft mir das alkfreie Zuhause sehr.


    Auf weitere Antworten bin ich gespannt.

    Gruß Sonne

  • Bevor ich endgültig trocken wurde, hatte ich 2 Versuche. Ja, so kann man das beschreiben.

    Eher halbherzig.


    Heute betrachtet war das eine nur eine Trinkpause.


    Beim zweiten Mal waren es ein paar Monate ohne Alkohol. Aber nur nicht trinken reicht nicht!

    Man muss an seiner Einstellung und an seinem Leben einiges ändern. Und das habe ich damals nicht geschafft.


    Es war so, dass ich einfach einen Grund gesucht habe. Ich hatte mich über etwas immens

    geärgert und saß dann heulend mit dem Glas in der Hand da. Mir war bewusst, dass es ein

    großer Fehler war und habe trotzdem getrunken. (Unser Haus war da noch nicht Alkoholfrei)


    Und dann hat es unglaublich lange gedauert, bis ich den Absprung endgültig geschafft habe.


    Deswegen, je mehr "Versuche", d.h. Rückfälle man hat, desto weniger traut man sich zu,

    sein Leben ohne Alkohol bewältigen zu können und zufrieden zu leben.


    Jeder Rückfall in die Sucht nimmt einem die Kraft es wieder zu versuchen, ohne Alkohol zu leben.


    Und das sollte man sich immer vor Augen halten!


    Sobald das Leben etwas schwieriger wird, man unzufriedener und unglücklicher wird, muss

    man dem auf den Grund gehen.


    D.h. man muss gut auf sich aufpassen! Nichts ist es wert, dass man wieder Alkohol trinkt!


    Viele schreiben hier von Suchtdruck oder Saufdruck. Ich würde es anders bezeichnen,

    denn der Körper ist ja schon entgiftet. Es ist die Seele und die Gewohnheit, die einen

    verlocken will. Wobei man es ja doch selbst weiß, dass es nur die innere Stimme ist.


    Dann ist der Augenblick, in dem man sich entscheiden muss. Sich ablenken und an den

    Notfallkoffer erinnern!


    Oder aber zurück in das Elend der Sucht!

    LG Elly


    ---------------------------------------------------------------------------------------

    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

  • Hier um Forum und auch in der Therapie wurde darauf hingeweisen, dass sich ein Rückfall ankündigt, man es selbst aber vielleicht erst gar nicht merkt. Zum Beispiel stellt sich eine Unzufriedenheit ein. Erst vielleicht wegen etwas ganz anderem und dann darüber, dass man nichts mehr trinken "darf". Oder man ist zu euphorisch und selbstsicher und denkt ach so ein kleines Bier geht sicherlich. Man bekommt sein Eis mit Eierlikör serviert und isst es trotzdem, ohne es zurück gehen zu lassen.


    Also Unachtsamkeiten oder auch Situationen oder Gefühle, bei denen man nicht rechtzeitig gegensteuert.

  • Bloß nicht.

    Das würde ja bedeuten, je öfter ich „schwach“ geworden bin, desto öfter halte ich mir vor, daß ich es nicht schaffe, die Kraft abnimmt. Sehr demotivierend.

    Sobald das Leben etwas schwieriger wird, man unzufriedener und unglücklicher wird, sollte man sich in Erinnerung rufen, daß Alk. absolut nichts verändert.

    Aber zurück zu meiner Frage:


    Ich lese hier immer wieder: Ein Rückfall kündigt sich an.


    Wie tut er das, worauf muß ich achten??

  • ... dass sich ein Rückfall ankündigt, man es selbst aber vielleicht erst gar nicht merkt. Zum Beispiel stellt sich eine Unzufriedenheit ein. Erst vielleicht wegen etwas ganz anderem und dann darüber, dass man nichts mehr trinken "darf". Oder man ist zu euphorisch und selbstsicher und denkt ach so ein kleines Bier geht sicherlich. ...

    nichts mehr trinken "darf" …


    Ich darf es nicht – ein Verbot, tu` ich es trotzdem, belohne ich mich … nur ein bisschen … nur ein winziger Schluck … oder ein Eis mit Eierlikör, impliziert mir, einen Rückfall – ich bin verloren, die Sucht (!) hat mich wieder in den Fängen, und, noch schlimmer … bei nächsten Mal wird es noch viel schwieriger …


    Wenn ich so denke, mache ich es mir unnötig schwer, ich setze mich unnötig unter Druck, Druck verursacht Stress, Alkohol entspannt – na prima, ich habe genau das erreicht, was ich nicht wollte.

  • Aber zurück zu meiner Frage:


    Ich lese hier immer wieder: Ein Rückfall kündigt sich an.


    Wie tut er das, worauf muß ich achten??


    Das habe ich dann noch für Dich persönlich ergänzt! ;)

    Und ja, ein Rückfall ist demotivierend!


    Oder hast Du Dich stark gefühlt, als Du den Rückfall hattest?


    Und noch ergänzend zu Deinen Worten: DARF... Klar darfst Du Alkohol trinken. Aber Du willst

    es ja nicht. Also kannst Du auch keinen Druck aufbauen.


    Klingt logisch, ist es auch! ^^;)

    LG Elly


    ---------------------------------------------------------------------------------------

    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

  • Hallo Elly,

    seit dem ich mich vor ca. 1 ½ Jahren vom Alkohol trennte, trank ich keinen Alkohol mehr und irgendwie kann ich mir das auch nicht mehr richtig vorstellen, wieder welchen zu trinken.


    Ich begriff, daß Alk. außer einer Betäubung keinerlei Veränderung hervorruft.


    Vielleicht mache ich es mir auch recht einfach, ich glaube einfach nicht daran. Ich glaube nicht daran, daß das Suchtgedächtnis mein Handeln bestimmt, bestimmen könnte, ich glaube daran, daß ich frei entscheiden kann, daß ich einen freien Willen habe, genau so wie ich mich in bestimmte (Stress-)Situationen hineinsteigern kann, kann ich diese auch unterbinden, gar nicht zu lassen und das mache ich bewusst, ich beschäftige mich damit und unterdrücke sie nicht nur.

    Wenn ich (vor irgend etwas) Angst habe, kann ich mich hineinsteigern oder mich damit beschäftigen und die Angst verlieren, weil ich es begreife, die Zusammenhänge verstehe.


    Als Kind hatte ich Angst vor der Dunkelheit, befeuert von allerlei Märchen und Gruselgeschichten, ich wußte nicht, was da draußen in der Dunkelheit alles auf mich lauert und mir böses will … Hexen, Gnome, der schwarze Mann, der böse Wolf?

    Als ich älter wurde, wissender, verlor ich die Angst, ich begriff, die Angst wohnt nur in meinem Kopf, in meinen Vorstellungen. In der Schule gab es Nachtwanderungen … oh wie viele hatten da Angst … doch wir lernten, damit umzugehen, lernten, da kommt kein böser schwarzer Mann, kein böser Wolf.

    Beim Alkohol war es ähnlich, ich lernte damit umzugehen, wenn ich mich davon fernhalte, kann mir nichts passieren, ich begriff, Alk. ist schädlich, schadet mir, macht mich krank, sogar unberechenbar. Eigentlich ganz einfach.


    Im Gehirn reagieren div. Rezeptoren positiv, auf die durch Drogengabe ausgeschütteten Botenstoffe, wir fühlen uns wohl, entspannt. Je mehr zugeführt wird, desto mehr Rezeptoren werden gebildet, um möglichst viele Botenstoffe aufzunehmen (Gewöhnungseffekt). Fallen die Botenstoffe weg (Entzug), wird`s erst Mal kritisch, doch auch daran gewöhnt man sich, mit der Zeit.

    Viele unterschätzen die „Macht der Gedanken“ … ich kann mir immer wieder einreden, daran festhalten, meine Angst schüren oder mich mit dem Thema beschäftigen und meine Angst verlieren und verstehen, das benötigt Zeit. Das bedeutet natürlich nicht die Gefahren zu ignorieren und leichtsinnig oder gar übermütig zu werden.

    Wenn ich weiß, daß mein Suchtgedächtnis sich mit der Zeit verändert und glaube (!) ich daran , wird das auch möglich sein, wenn ich aber nicht daran glaube (besser das Wissen ignoriere) werde ich wohl ewig mit der Angst, dem Druck leben müssen.

    Ähnlich wie mit der Angst vorm schwarzen Mann oder der Dunkelheit.


    Warum beschäftige ich mich überhaupt damit?

    Ich will zufrieden trocken bleiben. Nur mit viel verbieten oder Verzicht, Fernhalten, macht es mich auf Dauer nicht froher.

  • Du kannst Dir nicht richtig vorstellen, wieder Alkohol zu trinken. Musst Du ja auch nicht. Dein Körper

    braucht definitiv keinen Alkohol. Kein menschlicher Körper braucht Alkohol zum Überleben. (Eher

    das Gegenteil)


    Wenn Du doch zufrieden trocken bist, wieso willst Du dann noch zufriedener, bzw. glücklicher werden? :/


    Verzicht, dieses Wort allein ist schon merkwürdig. Du hast doch selbst geschrieben, Du brauchst

    den Alkohol nicht mehr. Also auf was verzichtest Du denn dann?


    Irgendetwas widerspricht sich doch da, merkst Du das auch?


    Ich glaube, Du beschäftigst Dich zu sehr mit diesem Thema.


    Wenn es so ist, wie Du Dir denkst, dann hake das Thema doch ab. Du trinkst keinen Alkohol mehr,

    Du willst keinen mehr trinken und Du brauchst keinen Alkohol. Also Haken dran.


    Und fast glaube ich, Du suchst die Formel für die absolute Zufriedenheit. Hat aber im Grunde nichts

    mehr mit Alkohol zu tun. Sondern mit Deiner Lebenseinstellung, achelias .


    Das gehört eventuell auch mehr in Dein Thema. Melde Dich, wenn wir die letzten zwei

    Beiträge verschieben sollen.

    LG Elly


    ---------------------------------------------------------------------------------------

    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

Jetzt mitmachen!

Du hast noch kein Benutzerkonto auf unserer Seite? Registriere dich kostenlos und nimm an unserer Community teil!