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  • Weil sie es im Alter bewusst mitbekommen haben? Mache mir gerade echt Gedanken, ob und was meine kleinen Kinder (1 und 3) schon so alles diesbezüglich mitbekommen.

    Hallo Kati,


    diese Frage hole ich in Dein Thema, weil ich es hier beantworten will. Und vielleicht finden sich auch noch andere,

    die es beantworten wollen.


    Du hast ja schon selbst festgestellt, dass Du ziemlich unausgeglichen bist.


    Solange es nicht bei Euch zu Hause in Geschrei und Schlimmeren ausartet, denke ich, dass die Kleinen zwar

    spüren, dass etwas nicht stimmt. Aber solange sie so klein sind, können sie das nicht richtig deuten.


    Deswegen bist Du ja auch schon daran, an Eurer Zukunft etwas zu ändern. Das finde ich total gut,

    das wollte ich Dir auch schreiben!

    Lange Rede kurzer Sinn. Worauf ich hinaus möchte: Kann dieses Verhalten auch mit der Sucht zusammen hängen? Quasi von sich weg auf andere zeigen.

    Eher ablenken von sich. Alles von sich weisen. Das kann auch ein Charakterzug sein.


    Ich wünsche Dir viel Kraft für die nächste Zeit!

    LG Elly


    ---------------------------------------------------------------------------------------

    Das Leben ist nicht immer einfach, aber eindeutig einfacher ohne Alkohol zu bewältigen!

    *06.01.2013*

  • Hallo Kati,


    unsichere Menschen, suchen oft die Fehler bei anderen, so nachdem Motto: andere schlecht machen, um besser dazustehen. Unzufriedene tun das auch sehr gern.

    Irgendwie typisch für längere Beziehungen, leider.

    Alkohol kann Gefühle verstärken, doch bleibt ein eher nachtragender Mensch ein nachtragender Mensch, die Toleranzschwelle mit Alk verschiebt sich sicherlich.

    Wenn ein Mensch unter Stress steht, Suchtdruck ruft Stress, Unausgeglichenheit, Reizbarkeit hervor, kann das schon sein, daß Alkohol einen nicht geringen Anteil hat. Frische Nichtraucher sind auch nicht die Entspanntesten.


    Die Opferrolle ist das beste Beispiel, die beste Ausrede, alle anderen sind schuld, man kann ja nichts dafür, drum muß man trinken … anders kann man es ja nicht aushalten – das ist typisch Alkoholiker.

    Ich kenne deinen Mann nicht, weiß nicht wie er vorher war, doch ich weiß von mir, je länger ich trank, desto unausgeglichener (gereizter) wurde ich, mein Wesen veränderte sich – ich hatte immer Recht, die anderen hatten keine Ahnung, da half auch kein Reden.

    Dazu kommt noch das Phänomen „Der Prophet im eignen Haus“ , der wird sowieso nicht ernst genommen + Alkohol, da hast du keine Chance.

    Alkohol ist mit Sicherheit ein sehr guter Problemverstärker und Toleranzvernichter, das erlebte ich bei meinem saufenden Vater und von mir wurde ähnliches berichtet.

    Vernunft hat da kaum eine Chance.


    Kinder, wohl der schützendeste Teil, die bekommen sehr wohl die Stimmung in der Familie mit und reagieren darauf, auch wenn sie es nicht verstehen, sie verändern sich.

  • Kann es denn auch sein, dass durch den Versuch von dem Alkohol los zu kommen, eine weitere Sucht dazu kommt und letztlich beide bestehen bleiben?

    Mein Mann hat z.B. früher geraucht, war aber als wir uns kennenlernten Nichtraucher. Eines Tages bemerkte ich, dass er nach Zigarette riecht. Davor war der Alkohol akut Thema bei uns und ich hatte ihn damit konfrontiert, dass ich denke, dass er Alkoholiker ist. Er hat es natürlich abgestritten, sowohl das eine als auch das andere. Er wollte allerdings zu dem Zeitpunkt weniger trinken. Könnte es sein, dass er dadurch wieder mit dem Rauchen angefangen hat?

  • Solange es nicht bei Euch zu Hause in Geschrei und Schlimmeren ausartet, denke ich, dass die Kleinen zwar

    spüren, dass etwas nicht stimmt. Aber solange sie so klein sind, können sie das nicht richtig deuten.

    Meine Kinder sind ja auch noch sehr klein (6 Monate und 24 Monate) und sie haben meiner Meinung nach vor allem die Atmosphäre wahrgenommen. Die Anspannung, meine Gereiztheit, etc. Ich denke, so lange man insgesamt offen damit umgeht und den Kindern klar vermittelt, dass etwas nicht stimmt - so wie sie es ja auch wahrnehmen - dann ist es schon mal besser als es "vertuschen" zu wollen.


    Was mich mehr belastet ist die fehlende Verantwortung und du mit einem nassen Alkoholiker quasi alleinerziehend bist, bzw. noch ein drittes Kind am Bein hast.


    Achso, klar und weil ich so gereizt bin, musste mein Ex natürlich saufen. Weil sonst ist das ja nicht auszuhalten...ein Perpetuum mobile

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Liebe Kati,


    es könnte alles sein! Das weiß dein Mann.

    Es ist natürlich, daß dein Mann erst mal alles abstreitet … wer will sich schon die Blöße geben, versagt zu haben? Gerade wenn man ein Mann ist.


    Nur du kennst ihn und kannst einschätzen, wie er reagieren würde … könnte, wie er auf Konfrontation, Stress reagiert.

    Was hältst du davon, wenn du ihn einfach trinken und rauchen lässt, du kannst es sowie so nicht kontrollieren. Verbote sind meist kontraproduktiv.

    Er muss sich entscheiden, er muss freiwillig mit dem Trinken aufhören wollen.

  • Um ehrlich zu sein mache ich das schon relativ lange so, also ihn trinken und rauchen lassen. Allerdings kann ich mir manchmal eine Bemerkung nicht verkneifen. Aber er geht ja eh nicht drauf ein, ignoriert es. Es wird ihm mit Sicherheit nicht egal sein, aber dieses Ignorieren macht mich so wütend.

  • Er ignoriert es, weil er weiß, dass Du recht hast.


    Besser so, als wenn er ausfallend werden würde.


    Am besten, Du gehst komplett darüber hinweg und sagst nichts. Lass Taten folgen!

    LG Elly


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    Das Leben ist nicht immer einfach, aber eindeutig einfacher ohne Alkohol zu bewältigen!

    *06.01.2013*

  • Meine Kinder sind ja auch noch sehr klein (6 Monate und 24 Monate) und sie haben meiner Meinung nach vor allem die Atmosphäre wahrgenommen. Die Anspannung, meine Gereiztheit, etc. Ich denke, so lange man insgesamt offen damit umgeht und den Kindern klar vermittelt, dass etwas nicht stimmt - so wie sie es ja auch wahrnehmen - dann ist es schon mal besser als es "vertuschen" zu wollen.


    Was mich mehr belastet ist die fehlende Verantwortung und du mit einem nassen Alkoholiker quasi alleinerziehend bist, bzw. noch ein drittes Kind am Bein hast.


    Achso, klar und weil ich so gereizt bin, musste mein Ex natürlich saufen. Weil sonst ist das ja nicht auszuhalten...ein Perpetuum mobile

    Meine Tochter ist 3 Jahre alt und ich hab schon das Gefühl, dass sie mehr mitbekommt, als mir lieb ist :/ und das obwohl, ich versuche sie von allem fern zu halten und auch nicht schlecht von ihrem Papa rede.

    Sie sagt oft, dass sie vor allen möglichen Dingen Angst hat...

    Sie wirkt ein wenig gehemmt, nicht so frei, wie es ein Kind sein sollte.

    Wenn der Papa dann da ist, will sie alles mit ihm machen und merkt aber irgendwie doch, dass da was nicht stimmt, weil er sie quasi alles machen lässt, dann aber nicht damit fertig wird, wenn sie nicht so tut, wie er sich das erwartet.

    Ich sage meiner Tochter auch, dass der Papa krank ist, wenn er eine ganz schwere Phase hat, weil ich dieses vertuschen nicht mehr ertragen kann.

    Ich finde auch: noch schwieriger, als Alleinerzieher zu sein, ist quasi alleinerziehend mit Alkoholiker als Partner zu sein!

  • Was das Thema Kinder angeht: Er kann so liebevoll und toll mit ihnen umgehen (wenn er will). Vorhin hat er den Großen ins Bett gebracht und mit dem Kleinen noch rum gealbert. Und das obwohl er schon was getrunken hatte.

    Es trifft eigentlich und zum Glück immer mich, indem er mich ignoriert, wenn es brenzlig wird. Oder er Sprüche "ablässt", die wirklich abwertend mir gegenüber sind.

    Die Kinder, vor allem der Größere, haben mit Sicherheit schon unsere Streitigkeiten mitbekommen. Bisher ist mir aber zum Glück nichts bei ihnen aufgefallen. Wobei das ja noch lange nichts heißt.

  • Um ehrlich zu sein mache ich das schon relativ lange so, also ihn trinken und rauchen lassen. ...

    Da ist man wieder am Anfang, wann immer der war.


    Aus eigener Erfahrung, weiß ich, daß der Alkoholkonsum zunimmt, man wird immer unkontrollierbarer, kann weniger vertuschen, verheimlichen und macht zunehmend „Blödsinn“, Zuverlässigkeit wird unmöglich, Vertrauen ausgeschlossen. Der Alkohol übernimmt die Herrschaft über das Denken und Handeln. Es wird gefährlich …

    Die Trennung wird unausweichlich, will man nicht selbst daran zerbrechen, von den Kindern ganz zu schweigen.


    Das berichten auch alle anderen Betroffenen, ob Partner, EKA`s oder nun Trockene, so wie ich.


    Jeder muß sich die Frage stellen, wie lange er hoffen will, daß sich etwas ändert, daß sich der Partner ändert.

    Die Perspektive ist klar: mit Alkohol geht es stetig bergab, dieses kann recht schnell gehen oder sich über Jahre, Jahrzehnte hinziehen. Der Krieg ist vorprogrammiert.

    Kontrolliertes Trinken ist ausgeschlossen, das muß man sich bewußt machen.

  • Hallo Kathi,

    Und das obwohl er schon was getrunken hatte.

    Als Kind war mir das immer total unangenehm, wenn ein Erwachsener mit Fahne zu dicht kam, auch wenn es harmlos im Spiel war.


    sonnige Grüße

    Lütte

    "Die Definition von Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten" (Albert Einstein)

  • Hallo achelias,

    ich danke dir für deine wirklich hilfreichen Antworten.

    Was bewirkt denn letztendlich der Alkoholkonsum und wie lange kann ein Körper das aushalten? Bleibt es bei Bier oder kommen iwann auch härtere Sachen dazu, weil das Bier nicht mehr den gewünschten Effekt erzielt?

    Es ist inzwischen so, dass wenn mein Mann von der Arbeit kommt, er durch den Keller rein geht und sich direkt ein Bier aufmacht. Das konnte ich gestern feststellen. Und am Sonntag gab es bereits Vormittags eins.

    Würdest du an meiner Stelle nochmal mit seiner Familie darüber sprechen und sie auch in mein Vorhaben einweihen? Denn nachdem was ich in den wenigen Tagen hier schon gelesen habe, gibt es wohl tatsächlich nur noch den einen Weg für mich und meine Kinder.

  • Hallo Kathi!


    Ich habe bei Dir ein wenig mitgelesen und jetzt ist mir doch das Herz beim Thema Kinder entbrannt.


    Ich selbst bin seit letzten Herbst trocken und habe eine junge Familie mit zwei Kindern.


    Meiner Erfahrung nach, bekommen die Kinder das leider schon mit. Mein älterer Sohn heute acht hat mich bis heute, die längste Zeit seines Lebens nass erlebt. Anfangs noch nicht so schlimm, gegen Ende stark.


    Leider erinnere ich mich an viele, für ihm unangenehme Situationen die während meiner Trinkerei passierten. Eingeprängt haben sich Sätze von ihm, als bspweise meine Schwiegermutter fragte: was trinkt der Papa in der früh (sie spielte auf Kaffee an - den ich gern trinke, damals trank ich noch nicht morgens.) War seine Antwort Bier. Mehrere Male auf dem Spielplatz, wollte er gemeinsam mit mir spielen und ich dachte mir jetzt gönn ich mir mal eine Pause und trinke ein Bier, kamen Sätze wie "Papa, musst du zuerst noch dein Bier austrinken?".

    Wenn wir am Rückweg des Spielplatzes waren, wollte ich natürlich noch die Gelegenheit nutzen schnell Bier zu kaufen. Ich kann mich erinnern wie er fragte ob es denn unbedingt noch sein müsse, meine Antwort war ja, denn wir brauchen etwas zum Abendessen. Als er sah wie ich, neben andere Produkte auch Bier kaufte sagte er "ach immer geht es nur ums Bier".

    Ich glaube diese Vorfälle waren so in seinem, 4., 5,, 6., Lebensjahr und nur ein Auszug.


    Nicht weniger schlimm war es mit meinem kleineren Sohn, heute zei. Ihm fielen, egal wo wir waren mit einem Jahr, immer Bierflaschen oder Dosen auf zeigte darauf und sagte Papa. Einmal wollte er mich auch nachahmen, saß sich hin und versuchte die Dose zu greifen (was ich verhindern konnte).


    Die Prägezeit bei Kindern fängt sehr früh an, man weiß ja heute, dass wenn Eltern rauchen oder raucher waren die Wahrscheinlichkeit, dass auch die Kinder zur Zigarette greifen höher ist.

    Vieles geht ins Unbewusste und Kinder können zwar nicht sagen was da los ist aber ich denke Verknüpfungen im Hirn entstehen.


    Das Verhalten deines Mannes, wenn er die Kinder ins Bett bringt oder mit ihnen Spielt, ist rein zur Gewissensberuhigung und um Dir und sich selber zu beweisen, dass ja alles ok ist, man darf doch wohl als engagierter Vater ein paar Bier zur Entspannung trinken. Bei mir war das so. In Wahrheit, hatte ich nur im Kopf wie ich zu meinen nächsten Schluck komme oder noch schnell etwas besorge um ausreichend Vorrat zu haben.


    Ich trank auch vorrangig Bier, mein Körper machte es am Ende plötzlich nicht mehr mit, weil mein System der "gute Vater", "engagierte Mitarbeiter" zu anstrengend für einen Säufer war der kaum noch schlief. So brach alles innerhalb weniger Wochen, nach langjähriger hohen aber moderaten Trinkzeit, in sich zusammen. Der Umstieg auf Wein und Schnaps war bei mir grad im starten. Ab einer gewissen Trinkmenge, die man zu vertuschen versucht, wird es mit Bier logistisch als auch beim Trinken fast unmöglich. Ein paar Schluck höherprozentiges geht schneller als der halbe Liter Bier, der kaum noch Wirkung zeigt. Meine Wege zur und von der Arbeit führten auch immer durch den Keller, sowie mehrmals täglich zwischendurch. Es ist verrückt und irgendwie tut es mir leid dir das jetzt so schreiben zu müssen.


    Lass die Kinder nicht zuviel mit ihm alleine. Es muss ja nicht so kommen wie bei mir, aber die Kontrolle kann irgendwann weg sein, egal ob die Kinder da sind oder nicht.


    Alles Gute & Viel Kraft!

  • Hallo Kati,


    ich will nicht den Teufel an die Wand malen. Bei mir war es so, ich trank schon immer Bier, zuerst nur am Abend zwei … drei, dann begann ich immer früher damit, gleich nach der Arbeit, es wurden dann vier … sechs Bier/Tag, jeden Tag, am Wochenende begann ich auch schon am Vormittag, kurzes Nickerchen und es wurde weiter gleichmäßig über den Tag getrunken.

    Dann kam der Schnaps hinzu, erst Obstler oder eine Flasche Wein, parallel zum Bier, völlig gedankenlos, es ging mit gut. Ich steigerte die Menge automatisch, weil der gewünschte Effekt durch das jahrelange Training immer schwerer zu erreichen war.


    Oberste Priorität war, daß ich immer genügend Vorräte hatte. Ich hatte weder ein schlechtes Gewissen, noch machte ich mir Gedanken, über mögliche Konsequenzen. Ich verdrängte es einfach, mit Alkohol sehr erfolgreich!


    Ein Körper kann das sehr lange aushalten … Jahre, Jahrzehnte.


    Es ist immer gut, alles zu versuchen, was einem Hilfe verspricht. Ob das aber fruchtet???

    Ich machte die Erfahrung, je mehr man bedrängt wird, desto mehr verschließt man sich und säuft weiter, sei es aus Trotz oder um seinen eigenen Jammer/ Hilflosigkeit zu ertränken, wohlwissentlich, daß die Anderen recht haben.


    Die Kunst besteht darin, einen Zugang zu deinem Mann zu finden. Wie kannst du deinen Mann zum Umdenken bringen, mittels Aha-Effekt … ähnlich wie es bei Kindern recht gut funktioniert, daß man es selbst einsieht, in besten Fall von selbst darauf kommt.

    Die Meinung der Anderen ist immer mehr wert, als die eigene/ deine (der Prophet im eigenen Haus).

    Mit Zwang wird in der Regel wenig erreicht. Manchen genügt der Verlust der Fahrerlaubnis, bei anderen drohender Jobverlust, Krankheit, Tod, Verlust der Familie …


    Ich plädiere immer auf: miteinander (!) reden, einen gemeinsamen Plan erstellen, Konsequenzen bei „Nichterfüllung“ auch durchzuziehen. Beide Seiten müssen etwas tun.

    Man muß sich einigen. Man bemerkt, ob es ein gemeinsames Miteinander möglich ist

    Es geht doch nur miteinander in einer Beziehung. Alles andere führt doch letztendlich zum Krieg und im schlimmsten Fall zur totalen Zerstörung … über kurz oder lang.

  • Hallo Sam,

    deine Antwort hat mich tatsächlich zu Tränen gerührt.

    Aber wenn ich es richtig gedeutet habe, hast du den Schritt geschafft und deine Familie besteht noch.....

    Ich denke, dass es bei meinem Mann auch so ist, dass er oft nur das Bier im Kopf hat. Die Wege in den Keller häufen sich hier auch enorm. Es war mal besser. Inzwischen ist es aber wieder so, dass er oft ziemlich lange im Keller oder draußen verweilt und wir dadurch eigentlich gar kein richtiges Familienleben mehr haben. Wenn ich etwas von ihm möchte, habe ich auch das Gefühl, dass er es nur macht, damit ich Ruhe gebe und er schnell wieder seine Sucht befriedigen kann.

    Für mich setzt sich gerade immer mehr ein großes Puzzle zusammen.

  • Bei mir war es so, ich trank schon immer Bier, zuerst nur am Abend zwei … drei, dann begann ich immer früher damit, gleich nach der Arbeit, es wurden dann vier … sechs Bier/Tag, jeden Tag, am Wochenende begann ich auch schon am Vormittag, kurzes Nickerchen und es wurde weiter gleichmäßig über den Tag getrunken.

    Ich habe tatsächlich die Vermutung, dass es bei meinem Mann auch so ist. Wie z.B. am Sonntag: Vormittags schon ein oder mehr Bier, dann ein Mittagsschläfchen und dann ging es mit Sicherheit weiter.

    Oberste Priorität war, daß ich immer genügend Vorräte hatte. Ich hatte weder ein schlechtes Gewissen, noch machte ich mir Gedanken, über mögliche Konsequenzen. Ich verdrängte es einfach, mit Alkohol sehr erfolgreich!

    Auch das ist hier der Fall.

    Ich plädiere immer auf: miteinander (!) reden, einen gemeinsamen Plan erstellen

    Das ist leider mit ihm nicht möglich. Man kann nicht vernünftig mit ihm reden. Er ist dann immer das Opfer bzw. ich bekomme die Dinge aus der Vergangenheit vorgeworfen.

  • Zitat

    Die Kunst besteht darin, einen Zugang zu deinem Mann zu finden. Wie kannst du deinen Mann zum Umdenken bringen, mittels Aha-Effekt … ähnlich wie es bei Kindern recht gut funktioniert, daß man es selbst einsieht, in besten Fall von selbst darauf kommt.

    Das ist ein sehr schmaler Grat, achelias, eher der Weg noch tiefer rein in die Co-Abhängigkeit, aus der Kati ja raus will.


    Wie man einen Alkoholiker zum Umdenken bringen kann, darüber vergehen in manchen Beziehungen qualvolle, erfolglose Jahre.


    Der Fokus sollte eher in die Richtung gehen: Was kann ich für mich selber anpacken, damit es mir besser geht?


    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Alles andere führt doch letztendlich zum Krieg und im schlimmsten Fall zur totalen Zerstörung … über kurz oder lang.

    Und warum so eine martialische Sprache?


    Wenn es in einer Beziehung nicht mehr passt, warum auch immer, kann man auseinandergehen. Es ist völlig in Ordnung auseinander zu gehen. Das ist kein Zuckerschlecken, aber besser als ewig in der Co-Falle zu bleiben.

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Ich denke, dass es bei meinem Mann auch so ist, dass er oft nur das Bier im Kopf hat

    Ich möcht noch ergänzen, trotz alle dem, was ich Dir erzählt habe und was sonst noch war, die liebe zu meinen kindern war immer da! Wenn diese dinge passierten, waren das immer die schlimmsten momente für mich. Mehrmals stand ich danach vor dem Eingeständnis alkoholiker zu sein.

    Ich will nur damit sagen, das heißt nicht dass dein mann seine kinder nicht liebt.

    Gleichzeitig denke ich muss man gut auf sie aufpassen.


    Aber ich denke du weisst es am besten wie es bei euch ist. Vieles kann leider ungesehn bleiben.

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