Andreg_h Neu hier als Angehörige

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo Andrea,

    Für mich, aber auch für ihn, damit er nicht zu doll abstürzt

    du mußt für dich planen, sein möglicher Absturz liegt nicht in deiner Verantwortung. Er ist ein erwachsener Mann, und du denkst an Beistand vom 30 jährigen Sohn, oder einem Freund. Geht in meinen Augen ganz und gar nicht, da legst du vielleicht den Grundstein für neue Coabhängige.

    Dein Freund muß mit seinem Leben klar kommen und wenn er es nicht schafft, geht er eben nochmal in die Psychiatrie, seine Verantwortung, sein Leben.



    lg Morgenrot

  • @ Morgenrot:


    Ja, das stimmt. Ich will da auch nicht unnötig jemanden reinziehen. Ich hab halt gedacht, dass jemand dabei ist, wenn ich mich trenne. Konkret:

    - ihm einen Brief schreiben, den er dann lesen kann

    - ich würde dann direkt meine wichtigsten Sachen packen und gehen

  • Hallo Andrea,

    so wie du es schilderst, bleibt wohl nur der Rückzug, du versuchtest alles, reden, überzeugen, bitten, betteln … seine Reaktion – er betäubt sich, dann tut ihm alles wieder so leid, er wird zum Häufchen Elend und versinkt im eigenen Mitleid. Bestimmt nicht das erste Mal (?).

    Selbst ein Besuch in der Psychiatrie brachte nichts

    Ich nahm nicht an, daß es bereits so schlimm ist, drum meine Äußerung zur Wesensänderung.

    Ab einem gewissen Stadium der Krankheit, kann man natürlich nichts mehr mit A-ha-Effekten, Reden, Einsicht erwarten, erreichen. Da appelliert man gegen eine Wand!

    Das kenne ich von meinem Vater. Irgendwann kam der Zeitpunkt, da hatte ich den Eindruck, ich redete mit einem Schwachkopf (verzeih` den Ausdruck, mir fällt kein treffender ein), er konnte mir im Gespräch nicht mehr folgen. Es war traurig anzusehen, doch all meine Argumente waren wie Schall und Rauch, die einzige Reaktion (je nach Alkoholisierungsgrad), war Jammern, dann, mehr alkoholisiert, kamen Aggressionen, sogar Beschimpfungen. Mein Vater war einmal ein intelligenter, gebildeter Mensch, nun war er es nicht mehr, er hatte seinen Verstand, seine Empathie förmlich versoffen. Sein Gehirn funktionierte nicht mehr so, wie wir uns es vorstellen. Damals las ich viel über die Wirkung von Nervengiften, die Weiterleitung von Informationen über die Synapsen, einfach ausgedrückt, Alkohol stört dieses Gesamtsystem erheblich, anfangs nur temporär, dann dauerhaft. Selbst ein Arzt kann da nur vage Vermutungen anstellen.

    Ich begriff (schmerzlich), ich kann nichts mehr tun, das hat bei mir ein paar Jahre (!) gedauert.

    Ich gebe dir Recht, du mußt die Trennung gut planen, für dich.

    Für deinen Freund kannst du nicht planen, das versuchtest du in der letzten Zeit ja schon. Du machst dir Gedanken, ob er dann nicht zu doll abstürzt.

    Meine Erfahrung war, das es völlig irrelevant war, was ich mir für Gedanken (über meinen Vater) machte, ich hatte nur die Wahl zwischen weiter „Krankenschwester“ / Co. spielen oder mich befreien, denn es ging zunehmend an meine Substanz.

    Ich brach den Kontakt gänzlich ab, er soff dann noch etliche Jahre weiter, besser wurde es mit Sicherheit nicht.

    Man geht nie mit gutem Gewissen, so meine Erfahrung, doch mit dem Wissen, daß man das Richtige tat, für sich.

  • Hallo Achelias,

    danke für Deine Worte!

    Ich empfinde meinen Freund zwar generell (noch) als emphatisch, fürsorglich usw, ABER nicht wirklich erreichbar für das Thema Alkohol. Leider. Und wer weiß, was der Alkohol alles noch in ihm anrichtet.

    Es muß wirklich beim IHM KLICK machen. Dafür kann ich nichts tun - erst wollte ich schreiben nichts mehr - ach ist ja auch egal - Ihr wisst was ich meine…

    Stimmt von „gutem Gewissen“ im echten Wortsinne, kann sicher nie die Rede sein, wenn man sich wegen Alkohol trennt.


    Übrigens:

    Ich bin gerade STOLZ auf mich: :)

    1) Sonntagfrüh habe ich meine alte Therapeutin kontaktiert und wir haben heute früh 1 Stunde gesprochen.

    2) Ich habe vorhin meine Eltern eingeweiht, was eine weitere Erleichterung ist. Sie unterstützen mich, stellen nichts ins Frage und sagen, dass ich für mich sorgen soll.



    Irgendwer hier schreibt als Abbinder immer so schön: Es gibt nur einen Weg - und der geht weiter!


    DANKE an Euch alle!

  • Hallo Andrea,


    toll, dass Deine Therapeutin sich für Dich am Sonntag Zeit genommen hat!


    Wann werden Deine Eltern nach Österreich kommen? Haben sie dort eine Ferienwohnung

    oder ein Hotelzimmer gebucht?


    Du schriebst etwas von 14 Tagen... Vielleicht kannst Du dann gleich mit ihnen zurück

    nach Deutschland fahren?


    Besser ein Ende mit Schrecken!


    Ich denke an Dich und wünsche Dir viel Kraft!

    LG Elly


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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

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