Anneliese: Neu hier als Angehörige

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Liebe Anneliese,


    es ist wie Liebeskummer wenn man verlassen wird.....nur das du dich getrennt hast. Liebe und Gefühle sind nicht gleich weg. Du bist zu deinem Selbstschutz/Selbstliebe gegangen. Hast rational mit dem Kopf entschieden. Die Gefühle übermannen dich gerade und das darf/soll so sein und ist wichtig.


    Wenn du bemerkst das dir das lesen hier im Moment nicht so gut tut dann mach einen Pause. Du kannst ja auch nur hier in deinem Bereich lesen/schreiben, da hast du es dosieren.

    Ich denke du solltest in deinem Tempo weitergehen. Ich habe mich am Anfang hier auch sehr intensiv eingelesen , mich mit den Themen beschäftigt, sehr viel geweint und konnte teilweise meine Gedanken nicht mehr einordnen/sortieren. Als es mir zu viel wurde, habe ich eine Forumspause eingelegt. Es waren nur ein paar Tage. Ich habe die vielen Eindrücke und Erfahrungen mit meiner Situation verglichen, in mich hineingehört, um zu spüren und zu fühlen, was für mich aus den vielen Erfahrungsberichten zutrifft und anwendbar ist.


    Ich wünsche dir, dass auch du bald wieder aus dem Tal der Trauer (und es darf getrauert werden) rausfindest und das schöne und positive sehen darfst/kannst.


    Liebe Grüße Petra

  • Hallo Anneliese, ich hoffe dir geht es etwas besser. Ich habe mich vor knapp 2 Wochen getrennt und kann das voll nachvollziehen. Es ist für den der sich getrennt hat nicht wirklich einfacher, ich finde eher im Gegenteil. Mein Mann weiß ich will ihn nicht mehr. Er weiß dass ich klarkomme. Ich bin diejenige die immer wieder grübelt ob es der richtige Schritt ist und ich mache mir Sorgen wie er klarkommt.

    Ich hatte vergessen wie sich Liebeskummer anfühlt. Lass den Tränen freien Lauf. Es wird besser werden. Das dauert halt seine Zeit.

    LG

  • @mollyfish:

    Dank Dir.

    Es war gut „durchzuhängen“, es zuzulassen. Das ging auch den ganzen Samstag nicht wieder weg und wird auch wiederkommen. Ich wünsche Dir auch viel Kraft und Durchhalten. Damit meine ich nicht nur die Trennung durchzuziehen und alles was notwendig ist zu klären, sondern eben auch mit Geduld und Zeit alles zu verarbeiten. Puh… Das ist auch meine Aufgabe! Heute habe ich Therapie, das wird auch helfen,

  • Hallo zusammen,

    ich hab länger nichts mehr geschrieben, bin aber noch da. Und „es“ hat mich mal wieder erwischt…


    Damit meine ich, dass die alten Gefühle hochkommen, denen ich ausgesetzt war, als ich noch mit ihm zusammen war. Hoffnung, Enttäuschung, Frust, Hilflosigkeit, Verstehen-wollen, Machtlosigkeit, Nicht-weiter-wissen, …


    Man führt als Co bzw. Partner so ein verdammt hartes Parallel-Leben :!:


    Es fühlt sich gerade alles schlimm an….

    Ich bin nur froh, dass es alte Gefühle sind, die verarbeitet werden wollen.

    Dass keine neuen mehr dazukommen

    ?(

  • hallo Anneliese,


    es ist nicht selten, das da alte Gefühle und Muster hochkommen. Wir haben lange damit gelebt, und sie verinnerlicht. Es ist gut, wenn du sie verarbeiten kannst. Du kannst hier auch zu jederzeit schreiben, denn wie du bemerkt hast, ist es ja nicht vorbei.


    lg morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo,


    manchmal stelle ich mir vor er bekommt seine Probleme in den Griff und ist wieder "normal" und lebt aber dann mit jemand anderem zusammen. Und ich habe ihn gehen lassen und 28 Jahre weggeworfen. Das ist vollkommen unsinnig und ich weiß das aber manchmal kommen eben solche Gedanken.

    Einen Tag später frage ich mich was ich die letzten Jahre an diesem Menschen geliebt habe (eigentlich habe ich mich doch die meiste Zeit nur geärgert).

    Das schwankt ständig je nach Stimmung.


    LG

  • Hallo,

    er bekommt seine Probleme in den Griff und ist wieder "normal"

    selbst wenn er einsichtig werden würde und eine Therapie und alles mögliche macht, er wird nie wieder der "alte " sein.

    Dann beginnt für beide ein neues und ganz anderes Leben.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • selbst wenn er einsichtig werden würde und eine Therapie und alles mögliche macht, er wird nie wieder der "alte " sein.

    Dann beginnt für beide ein neues und ganz anderes Leben.

    Na man kann sich aber auch trennen und schauen was die Zeit bringt. Vielleicht läuft alles zum Guten. Jeder Mensch entwickelt sich weiter und dieses ist ja auch in einer Ehe unter normalen Umständen so. Es ist immer ein Prozess. Aber erst einmal sollte der Alkoholiker es einsehen und sich helfen lassen. das ist rein meine Meinung.

  • manchmal stelle ich mir vor er bekommt seine Probleme in den Griff und ist wieder "normal"

    Und was wäre dann mit Dir?

    Wärest Du dann auch wieder "normal"? :wink:

    So ganz automatisch, nur weil er nicht mehr säuft?


    Es gibt den alten Menschen nicht "zurück", Mollyfisch...weder saufend noch nüchtern.

    Und so mancher CO hat sich schon gewünscht, das der nun abstinente Trinker wieder säuft, weil er so doch leichter händelbar war.


    Ein trockener Alkoholiker wird versuchen, sein Leben wieder auf allen Ebenen in den Griff zu bekommen. Er wird eigene Entscheidungen treffen, die dem CO manchmal gar nicht gefallen.

    Und er wird auch versuchen, einen aktiven CO abzuschütteln, weil CO-Verhalten dem oben genannten im Weg stehen wird.

    Ich kenne zumindest keinen trockenen Alkoholiker, bei dem das anders gewesen wäre.


    Einen weiteren gemeinsamen Weg kann es nur geben, wenn da beide intensiv dran arbeiten. Nicht nur der Alkoholiker wird sein Leben ändern müssen, auch der CO.


    Aber das ist ja alles eh rein hypothetisch.

    Wer saufen will, wird das tun!

    Auch ein neuer Partner kann da nix richten. Der wird sich höchstens bald an gleicher Stelle befinden wie der CO-Vorgänger bzw. Vorgängerin.


    LG Sunshine

  • @Yankee,

    Vielleicht läuft alles zum Guten. Jeder Mensch entwickelt sich weiter und dieses ist ja auch in einer Ehe unter normalen Umständen so. Es ist immer ein Prozess. Aber erst einmal sollte der Alkoholiker es einsehen und sich helfen lassen. das ist rein meine Meinung.

    da bin ich doch bei dir, nur auch wir COs sollten wissen, das nach einer z. Bsp. Langzeittherapie der Mensch anders zurückkommt, als er gegangen ist.

    Im günstigsten Fall, hat der Alkoholiker an sich gearbeitet.

    Ich wollte ausdrücken, auch die Angehörigen dürfen dann nicht untätig sein, wenn es eine Chance geben soll.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Man führt als Co bzw. Partner so ein verdammt hartes Parallel-Leben :!:

    Hallo Anneliese,


    als ich noch trank, führte ich ein Parallel-Leben, ich war zwar physisch da, doch weit entfernt, von der Realität, ich hatte meine eigene alhoholumwaberte Realität, für andere peinlich und unangenehm.

    Und ich begriff nicht, daß ich das Problem war! Erst als ich aufhörte, kam es ganz langsam (!), was ich für ein Idiot war, was ich alles zerstörte.


    Ich will dir jetzt keine Hoffnung machen – im Gegenteil. Du tatest, genau das Richtige und trenntest dich von dem, was dich langsam zerstörte. Du hast die Notbremse gezogen.

    Du hast dich geschützt. Das war das Beste, was du machen konntest.



    Gib dir etwas Zeit, vergeude keine Zeit mit den Gedanken „was wäre wenn“.

    Es war ein Lebensabschnitt und der ist jetzt vorbei. Sicher war das nicht deine erste Beziehung ...

  • ja, das verstehst du richtig. Sunshine hat es gut erklärt.

    Als mein Mann aus der Langzeitherapie kam, wollte er ja aktiv am Leben teilnehmen und Anteil nehmen. Als er noch trank war das ja nicht möglich.

    Es fordert Bereitschaft von beiden.



    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Yankee1974 - ich habe kürzlich irgendwo hier geschrieben, dass ich mich mittlerweile selbst so fühle, als hätte ich einen Entzug hinter mir. Mir werden immer mehr Muster bewusst, wo ich überall auf rohen Eiern gelaufen bin, um meinen Mann nicht zu fordern. Ich war viel zu oft mitleidig und habe ihn in vielen Bereichen vor den Konsequenzen geschützt. Lieber ging es mir schlecht, bevor ich von ihm Verantwortung für sein Handeln gefordert hätte. Das sehe ich mittlerweile anders. Er glaubt jetzt noch immer, ich tanze weiterhin nach seiner Pfeife. Ich stehe jetzt wieder viel mehr für das ein, was ich will, was ich brauche und mache die Dinge so, wie sie mir gefallen. Mein Glück war zum Teil tatsächlich davon abhängig, wie er drauf war.

  • Hallo Anneliese,

    als ich noch trank, führte ich ein Parallel-Leben, ….

    ….

    Gib dir etwas Zeit, vergeude keine Zeit mit den Gedanken „was wäre wenn“.

    …..

    Danke für Deine Worte.


    Ja, wenn man trinkt, lebt man sicher auch in einer Art Blase.


    Genau das versuche ich - mir Zeit zu geben. Ich denke eher wenig an „was wäre wenn“. Heute haben mich verdrängte Gefühle und belastende Situationen eingeholt. Ich konnte das Glück zulassen und bin daher emotional völlig platt. Aber nur so geht es - langsam - weiter.

  • Ja, wenn man trinkt, lebt man sicher auch in einer Art Blase.

    Ich (!) lebte in einer völligen anderen Welt, heute betrachtet, wie bereits geschrieben, fern der mich umgebenden Realität, ich hatte meine eigene.

    Ich war sprichwörtlich im Rausch, alle Werte, Ideen, (Wert-) Vorstellungen, Maßstäbe, welche mir vorher wichtig waren, hatten keinen Bestand mehr, völlig irre und (!) ich bemerkte es nicht einmal.

    Einer Pychose ähnlich!


    Sicher bin ich ein Extremfall … vielleicht?


    Kaum ein „Ex-Alkoholiker“ berichtet darüber, spricht über seine Verfehlungen, sei es aus Scham oder aus mangelnden Erinnerungen. Detailiert über Schwäche, Unvermögen, gar Gefühle zu reden scheint immer noch ein Makel zu sein, besonders bei Männern.


    Aus eigenen Erfahrungen und aufgewachsen mit einem saufenden Vater, kann ich nur jeden empfehlen, trennt euch von Alkoholikern.


    Wenn sie irgendwann mal trocken sein sollten, kann man es ja noch ein Mal versuchen ...

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