Miss Marple - stellt sich vor

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo, ich bin weiblich, 63 Jahre alt, voll berufstätig und bezeichne mich erst seit nun dem 6. trockenen Tag als Alkoholiker, funktionierend und unauffällig. Ich muss mich radikal ändern weil kontrolliertes Trinken nie lange funktioniert. Dass der kalte Entzug der letzten 6 Tage ganz allein daheim gefährlich war wusste ich bislang nicht und googelte, fand es auch bei euch erst als das Schlimmste vorbei war. Ich dachte immer, man sei nur Alkoholiker wenn man harte Sachen trinkt und die schmecken mir nicht, fast ausschließlich Rotwein. Ehemaliger Hausarzt und Heilpraktikerin hatten außerdem vor Jahren gependelt dass bei mir keine Suchtgefahr besteht. Heute weiß ich dass sie irrten, generell traue ich Ärzten kaum noch.


    Ich meldete mich vor 6 Tagen wegen Hals- und Kopfschmerzen mit vermeintlicher Sommergrippe krank und blieb im Bett. Die Tage und Wochen zuvor hatte ich überdurchschnittlich viel getrunken, dann die Schnauze voll davon gehabt und abrupt abgesetzt wegen 3 neuen Kilos zuviel.

    Jetzt geht es etwas besser und ich bin aus dem Bett raus aber ich möchte das nicht nochmal erleben und bin noch lange nicht durch, Übelkeit und Schwäche quälen so dass ich daheim bleiben muss und nicht autofahren möchte. Ich schwitze und stinke, weine viel.


    Deshalb suche ich online Beistand.

    Jetzt habe ich erstmal 2 Wochen Urlaub, die Kurzreise storniert. Gesprochen habe ich seit über 1 Woche mit niemandem. Ich habe außer erwachsenen Kindern weder Verwandte noch Freunde, alle tot, niemanden interessiert wie es mir geht, momentan ist es mir lieber so. Stationär geht wegen den Katzen nicht, Medikamente lehne ich möglichst ab, wohl deshalb bin ich trotzdem noch relativ gesund. Ich hielt Alkohol immer für das gesündere Psychopharmaka und Schmerzmittel, jetzt habe ich den Salat.


    Für die Kinder blieb ich 16 Jahre weitgehend trocken, kein Tropfen in den Schwangerschaften. Als sie Teenager waren fing ich langsam wieder an, der neue Freund (heute Ex) animierte mich. Zuvor alleinerziehend musste ich nonstop fit sein. Als sie vor ein paar Jahren auszogen gab es keine Zeugen mehr und ich trank Einsamkeit, Angst, Schmerzen und Hässlichkeit heimlich weg. Die Kinder leben ihr eigenes Leben, wissen nicht dass es mir schlecht geht und ich möchte sie nicht belasten.


    Ich war nie aggressiv oder ausfallend, hatte keine Unfälle, musste nie pusten und bin im Büro geschätzt für hochkonzentriertes Arbeiten und Freundlichkeit. Mein Leben ist geregelt, meine Wohnung sauber, keine finanziellen Probleme, keine bösen Menschen mehr um mich. Ich habe viel geschafft und hinter mir gelassen. Trotzdem trinke ich eigentlich schon fast mein ganzes Leben zu viel, wenn auch seltenst bis zum Kontrollverlust. Ich war immer sehr einsam und konnte meine Kindheit und weitere Schicksalsschläge trotz abgeschlossener Traumatherapie nie ganz überwinden. Jahrzehnte wurde ich gestalkt und gemobbt, zum Glück ist das seit letztem Jahr vorbei, da starben beide Personen. Dafür Corona und Kriegsangst.

    Vermutlich ahnt niemand etwas bei meiner sozialen Isolation. Ich torkle nicht rum, lalle nicht, rede keinen Müll und schlafe friedlich vor dem Fernseher ein wenn ich zu viel hatte. Ich kotze fast nie, kämpfe aber fast täglich mit Übelkeit von entweder zuviel Rotwein und Histamin oder zuwenig Nachschub.


    Ich staunte dass ich trotz gelegentlicher Erinnerungslücken fehlerfrei arbeiten konnte bei jetzt seit über 2 Jahren fast 100 % Homeoffice - was die Sucht verschärft hat. Rotwein aus der Kaffeetasse beim Skypen, 1 bis 2,5 Liter über den Tag verteilt. Gezittert habe ich nie, wurde auch nicht ängstlich oder nervös, sonst hätte ich früher erkannt dass ich doch ein Alkoholiker bin und nicht nur ein Rotweinliebhaber.

    Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit, Ohnmachtsneigung waren ein Infekt oder der neue Teppichboden im Büro, Schwitzen und Schlaflosigkeit waren die Wechseljahre, Sehstörungen und Durchfall kamen von Vitaminmangel und Allergie, zudem verträgt man mit Histamin- und Fruktoseintoleranz sowie oraler Nickelallergie Vieles halt schlecht.


    Nie hätte ich gedacht dass das rückblickend höchstwahrscheinlich jahrelang immer wieder Entzugserscheinungen waren, Herzrasen oft auch bedrohlich mit Todesangst empfunden aber man will ja kein Hypochonder sein. Vor Narkosen, Impfungen und zum Abnehmen pausierte ich immer wieder, vertrug das aber schlecht, verstand den Zusammenhang nicht und trank deshalb weiter, immer mehr, ich war ja nie betrunken. Rotwein ist ja gesund, Bier vertrage ich nicht wegen zuviel Nickel, auch kein alkoholfreies und andere Sachen schmecken mir nicht.


    Wenige Stunden nach der 2. Coronaimpfung fiel ich letzten Sommer ohnmächtig um, schob es auf die Impfung, nicht auf den arglosen Entzug am Vortag, auf die Idee kam ich gar nicht. Bänderriss, Meniskusriss und ganze Seite blau als ich irgendwann zu mir kam, Glück im Unglück gehabt.


    Mein inneres Bild vom funkelnden Rotwein bei Sonnenuntergang stimmt schon lange nicht mehr. Erbärmlich trank ich zuletzt an den inzwischen 2 Präsenztagen pro Woche in der Mittagspause etwas Wein auf der Toilette um nachmittags unfallfrei und promillemäßig vertretbar heimfahren zu können. Ohne das sah ich trotz Brille die Ampeln verschwommen und fühlte mich der Ohnmacht nahe, hatte Brechreiz, zitterte aber nicht. Nach 2 Glas Wein daheim wurde ich schnell wieder fit. Bei morgendlicher Autofahrt trank ich bereits am Vortag weniger, Promillerechner sei Dank.

    Ich bin mein eigener Sklave geworden und will das nicht mehr. Nie mehr seit ich die Zusammenhänge begriffen habe. Mich nicht zu schämen muss ich erst noch lernen.

    Das war alles über mich, künftig schreibe ich kürzere Beiträge.

  • Hallo Jale,


    willkommen im Forum. Gut, dass du zu und gefunden hast. Der Austausch kann dir beim Aufbau einer stabilen Abstinenz helfen.


    Zunächst solltest du den Arztbesuch am Montag unbedingt nachholen. Alkoholismus ist eine Krankheit und gehört ärztlich behandelt. Und meiner Meinung nach nicht in die Hände eines Heilpraktikers.


    Ein Entzug und (falls es für dich in Frage kommt) eine Therapie muss nicht stationär erfolgen, sondern kann mit Absprache ambulant erfolgen. Ein guter Anlaufpunkt ist da die Suchtberatungsstelle.


    Hast du dir schon mal Gedanken gemacht, wie es nach dem Entzug weitergehen soll? Wie möchtest du dein Leben verändern? Du kannst dir ja mal die Artikelsammlung ansehen, die es hier im Forum gibt. Vor allem der über die Grundbausteine.


    Viele Grüße

    Seeblick

  • Nimm dir einfach Zeit und lies in Ruhe. Falls du Fragen hast oder einfach deine Gedanken hier loswerden möchtest, einfach hier schreiben.


    Erfahrungsgemäß wirst du einiges verändern müssen, wenn du stabil und zufrieden trocken sein möchtest. Deine Abstinenz sollte von nun an ganz weit vorn stehen. Ist deine Wohnung denn alkoholfrei? Das ist ganz wichtig.


    Viele Grüße

    Seeblick

  • Sie ist alkoholfrei weil ich immer nur für 1-2 Tage Alkohol kaufte und der seit Sonntag alle ist.

    Ich will schlanker und fitter werden, 2 kg gingen in den 6 Tagen schon weg, das motiviert. Dann traue ich mich auch eher wieder unter Leute. Ich werde gesünder essen und mich mehr draußen bewegen. Stammtische von Kollegen sage ich vorerst ab, auch die Urlaubspläne wo abends alle bechern. Ich bin stark, ich schaffe das.

    Danke für eure Hilfe und ein schönes Wochenende 😎

  • Hi, ich bin auch Alkoholikerin und seit 66 Tagen abstinent, ein freundliches

    Willkommen!

    Das liest sich so krass ehrlich und könnte meine Geschichte sein. Nur zeitversetzt.

    Geh zum Arzt, zur Suchtberatung und für die Katzen gibt es Lösungen.


    Pass auf dich auf, liebe Grüße *

  • Hallo Jale,


    dass der kalte Entzug gefährlich war, weißt Du nun ja selbst. Deshalb raten wir auch dringend davon ab.


    Hier noch einmal zusammen gefasst, für Dich und auch für diejenigen, die mitlesen:


  • Es freut mich, dass Du den Weg in ein trockenes Leben nun gehen möchtest. Schön, dass Du hier in unserer Selbsthilfegruppe angekommen bist und Dich auch schon mit den Grundbausteinen befasst hast.


    Du musst Dich nicht mit Foren auskennen, da blickst Du nach einer Zeit von selbst durch. Ansonsten gibt es unter den Artikeln auch ein Erklärvideo.


    Wie geht es nun weiter für Dich? Beim Arzt durchchecken lassen ist immer gut, auch wenn Du nun schon die ersten Tage hinter Dir hast. Einmal körperlich und auch für die Psyche ein weiterer Schritt.


    Ob Du eine Therapie machen möchtest oder nicht, entscheidest Du selbst. Es gibt viele die es mit- aber auch viele, die es ohne durchgezogen haben.


    LG Cadda

  • Danke, kommt es öfter vor dass man weder zittert noch nervös ist sondern nur Fieber kriegt? Inzwischen habe ich herausgefunden dass die brennenden Halsschmerzen wohl Vitamin B Mangel waren, da habe ich zum Glück noch B Komplex daheim und nehme den, hilft. Bei 1500 extra Rotweinkalorien täglich durfte ich ja nicht viel essen und versuche aufzufüllen, auch Magnesium.

  • „Nur“ Fieber ist gut…. Das ist doch ein ernstzunehmendes Zeichen vom Körper in einem Entzug.


    Ich würde aufhören, selbst herausfinden zu wollen. Deine Werte kannst Du nicht selbst feststellen.


    Was genau spricht denn dagegen, Dich vorsichtshalber durchchecken zu lassen?

  • Hm, das sind ja alles Mutmaßungen.


    Geh doch bitte zum Arzt und laß ein Blutbild machen, gerne auch mit den Elektrolyten. Dann weißt du GENAU, was dir fehlt. Irgendwelche "Eigentherapien" mit Nahrungsergängzungsmitteln aus der Schublade sind doch Quatsch.


    Wenn du jahrelang getrunken hast, dann können Leber, Magen, Mundschleimhaut und Speiseröhre, Herz, Nervensystem usw. geschädigt sein. Bitte geh zum Arzt und laß dir helfen.


    Lieber Gruß, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo Jale,


    ich bin auch noch nicht so lange hier und halte mich deswegen mit Ratschlägen zurück. Habe allerdings so wie du den kalten Entzug zu Hause gemacht und da ist mir zum ersten mal klar geworden, was ich meinem Körper antue.

    Wir sind beide fast im selben Alter- ich gerade in Rente- und ich wünsche dir viel Durchhaltevermögen und das lesen hier im Forum ist wirklich sehr hilfreich.


    liebe Grüße - Siegrid

  • Hallo Jale,


    willkommen bei uns im Forum!


    Deiner Schilderung nach ist Dein körperlicher Entzug wirklich stark. Und es hat Dich ja völlig umgehauen.


    Wie geht es Dir denn jetzt im Moment? Du hast von Kindern geschrieben, hast Du keinen Kontakt mehr zu ihnen?


    Noch ist der körperliche Entzug nicht durch! Nimm das ernst, wenn es Dir wieder schlechter geht, rufe

    einen Notarzt!


    Und noch etwas: Nur nicht trinken reicht nicht.


    Es ist schonmal gut, dass Du den Weg zu uns gefunden hast, allein ist das alles nicht zu schaffen!

    LG Elly


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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

  • Puh da hast du ja einen wahren Höllenritt hinter dir, das schafft nicht jeder.

    Ich würde dir auch raten zu einem Arzt zu gehen selbst wenn es dir wieder besser geht, sicher ist sicher.

    Ansonsten viel Kraft und Durchhaltewillen bei deinem Weg in die Trockenheit, du schaffst das!!

  • Jetzt mal keine Sorge Leute, vor meiner Meniskus OP vor 3 Monaten reduzierte ich 2 Wochen davor, pausierte für 1 Woche, ließ mich dabei gründlich checken, großes Blutbild im grünen Bereich, Leberwerte leicht erhöht aber gut innerhalb der Norm. Herz gesund, kein Hochdruck, Schilddrüse okay usw. Auch da hatte ich den vermeintlichen Infekt kurz vor der OP. So irreparabel wird es sich in 3 Monaten nicht verschlechtert haben wenn ich jetzt trocken bleibe. Ich war auch bei HNO, Zahnarzt etc., alles okay und das leichte Fieber ist ja immer nur 2 Tage. Montag mache ich Termine und auch mir wurde die letzten Tage deutlich wie sehr Alkohol mich beherscht. Im Tablettenrausch hätte ich das Klick vielleicht verpasst, wie unangenehm das war. Das soll natürlich keine Empfehlung sein aber man kennt seinen Körper ja auch ein bisschen.

    Danke für eure Anteilnahme

  • Hallo Jale ,


    willkommen bei uns. Erschrecke mal nicht, ich schreibe immer direkt.

    Jetzt mal keine Sorge Leute,

    wie kommst du darauf das wir in Sorge sind? Es geht nicht um uns.


    Es geht um das plötzliche Absetzten von Alkohol und dessen Entzugserscheinungen, die eben schon mal tödlich enden können. Das ist gar nicht mal so selten und gehört in ärztliche Hände. Da jeder Entzug anders ist, sind rückwirkende Erfahrungen wertlos.


    Selbstdiagnosen mögen dich beruhigen, aber nutzen recht wenig, wenn kein Arzt darüber schaut. Was du machst, ist deine Sache.


    Nun bin ich der Meinung, wer Veränderungen wegen seines Saufens herbeiführen möchte, sollte auch die Hilfe, die ihm angeboten wird, annehmen. Und nicht schon beim ersten Schritt alles in Frage stellen.


    Nochmal, du tust es nicht für uns.

    Gruß Hartmut

    ---------------------


    Wer will findet Wege , wer nicht will, findet Gründe !

  • Ach ja und ich war vorher kurz bei Aldi zu Fuß, kleiner Spaziergang, lief versehentlich am Alk vorbei als ich Lebensmittel kaufte. Kein Verlangen, ich schüttelte mich und lief angewidert weiter. Mein Körper verfügt über unglaubliche Selbstheilungskräfte, ärztlich immer wieder bescheinigt. Aber so wie man trotz Airbag vorsichtig fahren sollte, so ist jetzt auch Schluss bei mir mit dem Risiko ernsthaft krank zu werden.

  • Jetzt mal keine Sorge Leute, vor meiner Meniskus OP vor 3 Monaten reduzierte ich 2 Wochen davor, pausierte für 1 Woche, ließ mich dabei gründlich checken, großes Blutbild im grünen Bereich, Leberwerte leicht erhöht aber gut innerhalb der Norm. Herz gesund, kein Hochdruck, Schilddrüse okay usw. Auch da hatte ich den vermeintlichen Infekt kurz vor der OP. So irreparabel wird es sich in 3 Monaten nicht verschlechtert haben wenn ich jetzt trocken bleibe. Ich war auch bei HNO, Zahnarzt etc., alles okay und das leichte Fieber ist ja immer nur 2 Tage. Montag mache ich Termine und auch mir wurde die letzten Tage deutlich wie sehr Alkohol mich beherscht. Im Tablettenrausch hätte ich das Klick vielleicht verpasst, wie unangenehm das war. Das soll natürlich keine Empfehlung sein aber man kennt seinen Körper ja auch ein bisschen.

    Danke für eure Anteilnahme

    Und wenn andere "Neue oder Willige" so etwas lesen, nehmen sie einen kalten Entzug vielleicht wegen der Verharmlosung in Kauf. Es ist nicht jeder Körper gleich.

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