Lara J. - Auch die eigenen Bedürfnisse berücksichtigen

  • Hallo Zusammen,


    mein Name ist Lara, ich bin 28 Jahre alt und Tochter eines alkoholkranken Vaters. Zurzeit befinde ich mich in der Endphase meines Masterstudiums, was bereits stressig genug ist. Jedoch kommt noch die Krankheit meines Vaters hinzu, welche mir sehr meine Energie für andere Dinge raubt. Ich bin seit einem Jahr die einzige Person, die sich noch um ihn kümmert. Meine Mutter hat sich vor drei Jahren getrennt und mein Bruder hat ebenfalls den Kontakt zu meinem Vater abgebrochen. Hilfe möchte mein Vater nicht annehmen. Ich habe wirklich alles in den letzten Jahren versucht, jedoch ist keine Besserung in Sicht. Mittlerweile bin ich soweit, dass ich ihm mitgeteilt habe, dass ich mich von ihm distanzieren möchte und habe auch einen Antrag auf Betreuung für ihn gestellt, was er natürlich nicht freiwillig möchte. Nun bekomme ich Drohungen per E-Mail von ihm, dass ich keine Tochter mehr sei und er sein ganzes Geld, dass er je für mich als Kind ausgegeben hat zurück will, ansonsten stehe er bald vor meiner Tür und wir würden das dann schon klären. Also jahrelanger Psychoterror, Beleidigungen etc. habe ich bereits hinter mir. Ich möchte endlich auch auf meine Bedürfnisse und mein Leben achten, zumal jetzt viel für meine Zukunft auf dem Spiel steht. Es muss dazu gesagt werden, dass ich seit dem 18. Lebensjahr von zu Hause weg bin und seit dem Zeitpunkt auch finanziell unabhängig von meinen Eltern bin.


    Das nur kurz zu mir, die ganze Geschichte ist natürlich viel viel umfangreicher.


    Ich hoffe hier im Forum einfach Menschen zu finden, die mich verstehen und mit denen ich mich austauschen kann.

  • Guten Morgen Lara,


    schön, dass Du hier her gefunden hast. Beim Lesen der Kurzform Deiner Geschichte dachte ich sofort "Es wird Zeit, dass sie es ihrer Mutter und ihrem Bruder gleich tut und aufgibt".

    Du hast nun so lange durchgehalten und letztendlich stellst Du fest, dass es Dir außer Ärger nichts bringt. Es ist absurd, was Dein Vater Dir da an den Kopf wirft, aber es macht auch keinen Sinn, sich zu erklären, denn die Energie verpufft in der Luft.


    Deshalb finde ich es gut und richtig, dass Du einen Betreuungsantrag gestellt hast. Du kannst Deinem Vater nicht helfen, Du kannst nur Dir selbst helfen.


    Hier wirst Du einige Leute finden, die in einer ähnlichen Situation sind.


    Wenn Du Dich hier gern mit uns austauschen möchtest, dann fülle bitte kurz den link aus, damit wir Dich für den offenen Bereich freischalten können.


    LG Cadda


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  • Cadda

    Hat den Titel des Themas von „Auch die eigenen Bedürfnisse berücksichtigen“ zu „Lara J. - Auch die eigenen Bedürfnisse berücksichtigen“ geändert.
  • Hallo Lara,


    ich war 36 als ich den Kontakt mit meinem Vater abbrach. Ca. 10 Jahre hegte ich auch die Hoffnung ihm helfen zu können, alles vergebene Liebesmüh!

    Ich kaufte ein, werkelte auf seinem Grundstück/ Haus, leistete Gesellschaft, gab ihm Geld und er soff fröhlich weiter, wurde mit zunehmenden Alkoholisierungsgrad immer beleidigender – kurz um, es wurde immer unerträglicher, er soff und ich litt.

    Ich hielt es nicht mehr aus, konnte das Elend nicht mehr ertragen, es wurde zusehends schlimmer, endlose Gespräche gipfelten im Chaos, in Beleidigungen, immer wieder.

    Ich begriff, ihn kann kann ich nicht retten, mich aber.


    Ich besuchte ihn nicht mehr, reagierte auf keine Telefonate, war nicht mehr erreichbar.

    Natürlich war es nicht einfach, besonders in der ersten Zeit, auch wenn er ein Ars**loch war, er war mein Vater, ehemals ein intelligenter Mann, nun zum hoffnungslosen Säufer verkommen.

    Auch ich könnte unzählige unrühmliche Geschichten erzählen.

    Mein Vater soff dann noch ca. 14 Jahre weiter, für mich unverständlich wie lange ein Körper diesem täglichen Mißbrauch standhält … er starb mit 74.

  • Hallo Achelias,


    erst einmal wow, sehr bemerkenswert, dass du das ganze 10 Jahre durchgehalten hast.


    Ja das mit dem Einkaufen und Dinge erledigen und Geld leihen kenne ich. Ich habe auch bereits die eine oder andere Rechnung bezahlt. Kümmerte mich die ganze Zeit darum, dass er Essen im Kühlschrank hat, habe mich um die Post gekümmert, seine Medikamente besorgt, habe eigentlich fast täglich mit ihm telefoniert und war alle paar Tage dort. Er schafft es auch nicht mehr seine Wohnung sauber zu halten, habe ihn auch einfach mal eine Zeit in seinem eigenen Dreck sitzen lassen, aber das wurde dann mit der Zeit so schlimm, dass ich doch stundenlang putzen musste.


    Ich war also die ganze Zeit alles: Putzfrau, Psychotherapeutin, Tochter, Freundin, Einkaufshilfe, Taxi etc. - und er sieht das alles als selbstverständlich an. Es kommt immer der Satz "Du musst für mich.... weil ich schaffe das nicht mehr".

    Ehrlich gesagt weiß ich aber nicht, wie ich und auch meine Mutter Ruhe vor ihm finden sollen. Habe bereits seine Nummer blockiert und meine Mailbox ausgeschaltet. Er verlangt nämlich so viel Aufmerksamkeit, dass er 10-15 Mal täglich anruft. Wenn ich dann nicht dran gehe, bekomme ich freche Mailboxnachrichten. Er ruft sogar ständig bei meiner Mutter auf der Arbeit an und belästigt dort wenn sie nicht dran geht ihre Arbeitskollegen. Er erfindet sich teilweise sogar irgendwelche Geschichten wie "Hier ist Firma... ist Frau ... da" oder er hat sich auch schon sowas makaberes ausgedacht, dass die Pathologie am Telefon sei und er tot dort liegen würde.


    Mein Vater soff dann noch ca. 14 Jahre weiter, für mich unverständlich wie lange ein Körper diesem täglichen Mißbrauch standhält … er starb mit 74.

    Mein Vater hat durch seine Trinkerei Leberzirrhose. Diese wurde im Jahr 2009 bereits diagnostiziert, die Ärzte gaben ihm eine Lebenserwartung von 5 Jahren. Trotz seines exzessiven Trinkverhaltens befindet er sich noch nicht im Endstadium - so viel zum Thema wie lange ein Körper diesen Missbrauch durchhalten kann. Darüber bin ich auch immer wieder erstaunt.


    Mein Vater ist ebenfalls ein intelligenter Mensch, jedoch hat sich auch seine komplette Persönlichkeit durch den Alkohol verändert. Ich bin mir leider nur nicht sicher, ob es ausreicht ihm eine Betreuung aufzuzwingen. Die Aussichten sind nicht gerade rosig, meinte die Frau der Betreuungsbehörde.

  • Mein Vater ist ebenfalls ein intelligenter Mensch, jedoch hat sich auch seine komplette Persönlichkeit durch den Alkohol verändert. Ich bin mir leider nur nicht sicher, ob es ausreicht ihm eine Betreuung aufzuzwingen. Die Aussichten sind nicht gerade rosig, meinte die Frau der Betreuungsbehörde.

    Das mit den Belästigungen und makabren „Scherzen“ kenne ich auch, auch meine Mama wurde oft belästigt, obwohl schon längst geschieden.

    Da kann man nur dicht machen und alles ignorieren und wenn er in seinem eigenen Müll versinkt oder im Suff stürzt (bei meinem Vater oft vorgekommen), dann ist das eben so!

    Hart? Nein, selbst gewollt.


    Du kannst deinem Vater nichts aufzwingen. Versuche es, du hast dann alles getan, was in deiner Macht steht, wenn sich jemand zu Tode saufen will, soll es es tun, er hat sogar das Recht dazu.

    Traurig, aber wahr.

    Dieses Gefühl, Wissen, der Machtlosigkeit war nicht einfach zu ertragen, für mich, da mußte ich aber durch!

    Als er dann starb, war ich nicht traurig, wir, die Exfamilie, bezahlten die Beisetzung, mehr konnten wir nicht tun.

  • Mein Vater versucht nun erneut mich zu manipulieren und Aufmerksamkeit zu erhalten.


    Seine Strategie: mir zu schreiben, dass er in ein Krankenhaus müsse und zahlreiche Versuche mich telefonisch zu kontaktieren (als Anonymer Anrufer).


    Das hat er in der Vergangenheit schon so oft behauptet. Jedes Mal bin ich hingefahren und was war? Er verwickelte mich lediglich in ein langes Gespräch, um mir dann mitzuteilen, was er denn in einem Krankenhaus solle. Er erfindet sich auch immer wieder Stürze oder Verletzungen. Beim letzten Mal hat er behauptet sein Knochen würde aus seinem Arm rausschauen.


    Habe ihm zuvor auch das eine oder andere Mal schon mitgeteilt, wenn er wirklich was ernstes habe könne er sich einen Krankenwagen rufen. Seine Ausreden waren er bekäme die Tür nicht auf und er hätte dann keine gepackte Tasche für in ein Krankenhaus.


    Mich ärgert, dass er sogar die Arbeitskollegen meiner Mutter belästigt und denen mitteilt er müsse in ein Krankenhaus.


    Mir fällt es schwer, das alles zu ignorieren.


    Bin versucht ihm eine wütende E-Mail zurückzuschreiben. Dies ist jedoch wahrscheinlich erneut einfach nur verschwendete Energie. Er weiß natürlich welche Knöpfe er drücken muss.

  • Bin versucht ihm eine wütende E-Mail zurückzuschreiben. Dies ist jedoch wahrscheinlich erneut einfach nur verschwendete Energie. Er weiß natürlich welche Knöpfe er drücken muss.

    Wenn du immer wieder darauf reagierst, wird es nie ein Ende nehmen!

    Selbst wenn deinem Erzeuger etwas passieren sollte, bist nicht du verantwortlich, weder vorher noch hinterher.

    Nun kannst du alle Möglichkeiten gedanklich durchspielen, es wird nicht das geringste ändern.

  • Meine Mutter will auch keine Hilfe. Habe auch 15 Jahre alles für sie erledigt, eingekauft, Hausrenoviert, Haus verkauft, neue Wohnung gesucht. Aber es wurde nie besser, im Gegenteil. Sie badet gerne in Selbstmitleid und will nix ändern. Sie hat sich auch sehr durch den Alkohol verändert. Ich bin sehr fertig deswegen. Habe vor 3 Wochen den Kontakt erstmal auf Eis gelegt. Sie kann wieder kommen, wenn sie sich professionelle Hilfe sucht.

  • Hallo Lara,


    den Beitrag von Dir habe ich zu Dir in Deinen Thread kopiert, weil ich Dich fragen will,

    wie es Dir jetzt geht.


    Kannst Du Deiner Tante sagen, dass sie keinerlei weitere Rückmeldungen Deines Vaters

    an Dich weitergeben soll?


    Hast Du auch schon überlegt, ob es eine Möglichkeit gibt, dass er polizeilich verboten

    bekommt, mit Dir Kontakt aufzunehmen?


    Er bedroht Dich schließlich und das nicht zum ersten Mal.


    Erst gestern hat meine Tante mir telefonisch eine Nachricht von meinem Vater zukommen lassen. Er verlangt, dass ich ihm einen Laptop oder ein Tablet besorge/schenke, ansonsten gäbe es böse Konsequenzen. Also Drohungen, trotz monatelangem Kontaktabbruch und dazu auch noch nüchtern, da er sich zurzeit im Entzug in einer Klinik befindet. Der Alkohol hat die komplette Persönlichkeit verändert, es gibt so gut wie keinen Unterschied mehr ob nüchtern oder betrunken.

    Hast Du schon mal bei dem Artikel "Häusliche Gewalt" eingelesen? (Oben im blauen Balken)


    Es trifft es ja nicht wirklich, da Ihr nicht gemeinsam lebt. Aber Du wirst bedroht und da

    solltest Du gegen vorgehen, bevor es ganz eskaliert. Hole Dir Hilfe!

    LG Elly


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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

  • Hallo Elly,


    vielen Dank für deine Nachricht.


    Ich bin sehr in Gedanken versunken und verzweifelt. Problem an der ganzen Sache ist, dass irgendwie meine Mutter auch noch mit meiner Tante involviert ist, die auch über meine Mutter dann Nachrichten an mich weiterleitet. Meine Mutter und mein Bruder haben bereits einstweilige Verfügungen gegen meinen Vater erlassen. Trotzdem fühlt sich immer noch jeder schuldig und hat ein schlechtes Gewissen. Andererseits ist die ganze Familie wirklich verängstigt, weil wir ihm mittlerweile einfach alles zutrauen.


    Was mir eigentlich am wichtigsten ist, ist eine Auskunftssperre im Melderegister. Ich bin mit meinem Freund erst umgezogen und daher kennt mein Vater meine aktuelle Adresse nicht. Leider ist es in Deutschland so, dass man gegen eine Zahlung von nur 7 Euro Adressauskunft erhält. Allerdings sind Sperren sowohl für mich als auch für meinen Freund notwendig. Anhand von E-Mails und Mailboxnachrichten könnte ich mit Sicherheit eine Sperre in Verbindung mit einer einstweiligen Verfügung erwirken. Problem ist, diese bekomme ich nicht für meinen Freund, da in seinem Fall solche Beweise nicht vorliegen. Von daher ist eine solche Sperre auch für mich sehr sinnlos. Ansonsten habe ich E-Mails blockiert, Rufnummer ebenfalls. Hier wollte ich jetzt aber auch Rufnummer und E-Mail demnächst wechseln. Auf meiner Arbeit kann mich mein Vater auch nicht einfach anrufen, da ich mich im Home Office befinde.


    Ich mache mir halt vor allem Sorgen um meine Mutter und meinen Bruder. Mein Vater weiß wo beide arbeiten und hat auch schon ein polizeiliches Verbot sich der Firma zu nähern und auch dort bereits eine Anzeige wegen Drohung erhalten. Außerdem weiß er wo meine Mutter und mein Bruder wohnen. Ist auch nicht weit von der Klinik entfernt, in welcher er sich zurzeit befindet. Also ich habe einfach Angst, dass etwas passiert, da er sich durch solche gerichtliche Dinge nicht aufhalten lässt. Meine Mutter hat auch jeden Vorfall, der sie betrifft, dem Gericht gemeldet... bisher immer nur Geldstrafen, die er wahrscheinlich sowieso nicht bezahlen kann. Vielleicht ist das auch der Grund für seinen jetzigen Entzug, damit er dem Gericht guter Willen zeigen kann etc.

  • Hallo Lara J.,


    beim Lesen deiner Zeilen, kamen bei mir wieder alte Erinnerungen hoch.

    Es ist die Machtlosigkeit, die mich immer wieder erschüttert. Man kann mit Engelszungen reden, drohen, selbst mit der Polizei ... es ist alles umsonst. Alles! Nichts fruchtet.

    Wenn man glaubt, sich abgenabelt, genügend geschützt zu haben, durch Kontaktabbruch, Isolation vom Süchtigen ("Verrückten"), kommt die Mama oder das Geschwister ... mit ähnlichen oder gar gleichen Problemen und alle Wunden brechen wieder auf.

    Und das hört nie auf, so lange diese Person lebt bzw. so weiter macht!!!

    Sätze von Dritten sind wie Hohn in den Ohren: "hole dir Hilfe" ... die gibt es leider nicht.

    Ich konnte nur den Kontakt abbrechen, alles verdrängen, jegliches Gespräch abwürgen, mich fernhalten von allen Gedanken an diese Person.

    Meiner Mutter & Geschwister blieb auch keine andere Wahl.


    Erst als ich meine Hoffnung begrub, wurde es erträglich. Besser wurde es nie.


    Ob das nun einfach ist oder nicht, steht leider nicht zur Disposition.

    Wenn alte Freunde meines Vaters nach ihm fragten, sagte ich ihnen kurz und knapp die Wahrheit und empfahl ihnen sich selbst ein Bild zu machen (ihn zu besuchen).

    Ich konnte mich nur selbst schützen, rigoros, ohne Rücksicht auf Verluste.

    Das ist schon der Wahnsinn, wenn der eigene Vater zum lebensberohlichen (Psyche) Feind wird.


    Frohe Weihnacht.


    Das mag für einige Lesende recht dramatisch klingen, ... es ist mehr als dramatisch. Es war (!) sehr dramatisch und hinterlässt bei allen tiefe Spuren, die sich nicht abgrenzen können, ein Leben lang.

  • Wenn man glaubt, sich abgenabelt, genügend geschützt zu haben, durch Kontaktabbruch, Isolation vom Süchtigen ("Verrückten"), kommt die Mama oder das Geschwister ... mit ähnlichen oder gar gleichen Problemen und alle Wunden brechen wieder auf.

    Und das hört nie auf, so lange diese Person lebt bzw. so weiter macht!!!

    Hallo achelias,


    Genau diese Erkenntnis haben wir mittlerweile auch. Und wir befürchten, dass es entweder auf das erste hinaus läuft oder dass erst etwas schlimmeres passiert und dann eine härtere Strafe als Bußgeld droht.


    Schlimm ist auch, dass mittlerweile sogar gehofft wird ersteres tritt so schnell wie möglich ein, damit endlich Ruhe einkehrt. Es ist einfach nur Psychoterror….


    Hoffnung besitze ich ebenfalls keine mehr. Mein Vater wird sich niemals ändern und sein Ding gnadenlos durchziehen. Es sind eher die kurzen Momente in denen ich nichts höre bzw. die ganze Familie nichts von ihm hört, in denen ein bisschen aufatmen möglich ist. Als würde für eine Sekunde ein Stein vom Herzen fallen, der anschließend meist schnell wieder da ist.

  • Ich muss einfach gerade mal Dampf ablassen und mir etwas von der Seele reden, da ich ziemlich sprachlos bin.


    Mein Vater hat sich vor Weihnachten nach monatelangem Volllaufen lassen endlich dazu entschieden in eine Entzugsklinik einweisen zu lassen. Dort ist er auch seitdem und beantragt nun einen Platz für eine Langzeittherapie. Ich habe mich dazu bereit erklärt ihn dabei zu unterstützen, ihm Kleidung in die Klinik zu bringen, mich um die Wäsche zu kümmern etc.


    Da er ja die letzten Monate meine Mutter bedroht hat, die Leute auf Ihrer Arbeit bedroht hat, mich bedroht hat, hat er nun einige Geldstrafen am Hals, welche er nun abbezahlen muss. Es ist auch ein Schreiben gekommen, in welchem Ihm mitgeteilt wurde, dass er nun auf Bewährung ist.


    Mein Vater besitzt nun ernsthaft die Dreistigkeit mir mitzuteilen, dass meine Mutter für Ihn ein Darlehen aufnehmen soll, damit er die Schulden beim Gericht sofort abbezahlen kann um "frei" zu sein. Sein Argument ist, dass ihm das einfach zustehen würde. Er hätte in der Vergangenheit schließlich genug Geld für die Familie investiert, sie wäre ihm das schuldig. Er würde ja auch angeblich alles schnell zurückzahlen.


    Ich weiß ehrlich gesagt nicht mehr, was ich zu so einer Frechheit sagen soll... Er tyrannisiert monatelang jeden in seinem Umfeld und ist sich keiner Schuld bewusst und meint er würde mit Sicherheit für solche "Kaugummidelikte" (wie er es nennt) nicht ins Gefängnis gehen. Ich bin einfach sowas von sprachlos ....

  • Ich würde sagen es ist mein schlechtes Gewissen.


    Ich will irgendwie das Gefühl haben, alles mögliche getan zu haben.


    Da er ja meinte er sei bereit für eine Langzeittherapie, ist da doch noch ein Hoffnungsschimmer, dass er sein Leben doch noch auf die Reihe bekommen könnte. Er meinte halt, dass er auch vielleicht in ein anderes Bundesland ziehen möchte. Vielleicht ist es auch einfach die egoistische Hoffnung, dass er weit weg zieht und hier Ruhe einkehrt. Und wenn ich ihn darin unterstütze ist die Wahrscheinlichkeit höher....

  • Er meinte halt, dass er auch vielleicht in ein anderes Bundesland ziehen möchte. Vielleicht ist es auch einfach die egoistische Hoffnung, dass er weit weg zieht und hier Ruhe einkehrt.

    Hallo Lara,


    er ist in der Entzugsklinik und droht immer noch. Der Mann wird sich nicht ändern. Nass oder

    trocken ist er ein Ekelpaket.


    Du hoffst umsonst. Meiner Meinung nach solltest Du den Kontakt völlig abbrechen.


    Und Deine Mutter zahlt hoffentlich nicht seine Geldschulden. Es hat ja einen Grund, warum

    er das zahlen soll. Er und kein anderer!

    LG Elly


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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

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