yuna - Verzweifelte Jungmama weiß nicht mehr weiter

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo Yuna,


    Es ist das schlechte Gewissen, die Angst er könne wegen mir dann leiden, weil ich ihn habe fallen lassen...

    .... und was ist mit Dir? Ich habe das Gefühl, Du leidest. Es geht nicht darum, gleiches mit gleichem zu vergelten, aber Du brauchst absolut kein schlechtes Gewissen zu haben. Du wirst Deiner Verantwortung für dich und deine Familie gerecht.


    sonnige Grüße

    Lütte

    "Die Definition von Wahnsinn ist, immer das Gleiche zu tun und andere Ergebnisse zu erwarten" (Albert Einstein)

  • Dieses Heiß-Kalt in einer Beziehung erzeugt Sucht. In den miesen Momenten mit den schrecklichen Verletzungen lassen uns so sehr nach den früheren schönen Momenten dürsten. Ab und zu gibts dann zwischendurch wieder einen süßen Moment, der einen hoffen lässt, dass es nun so bleibt bzw gut weitergeht. So schnell kann man aber gar nicht schauen, geht es wieder bergab. Das bindet extrem und hat mit Liebe NULL zu tun! Das ist eine sehr ungesunde Bindung, klebt aber wie Superkleber.


    Ich kann dir von mir sagen, dass ich sehr lange auf ein Happy End gehofft habe und und ich sage auch jetzt nicht "Nie wieder!" - solche Versprechungen gehen nur zu gern in die Hose. Außerdem bin ich nach wie vor im Prozess. Für jetzt will ich von meinem Mann nur eines: nämlich Abstand!!

    Was einmal sein wird, weiß ich nicht. Ich weiß aber, dass ICH wieder glücklich sein will!!!!

    :thumbup::thumbup:

  • Es ist das schlechte Gewissen, die Angst er könne wegen mir dann leiden, weil ich ihn habe fallen lassen...

    Schon der Gedanke, ihn traurig zu machen, macht mich fertig. Ich hänge zwischen Hass, Liebe und Mitleid fest.

    Hallo Yuna,


    diese Gedanken kann ich sehr gut nachvollziehen. Das hat mir vor allem die ersten Tage sehr zu schaffen gemacht. Aber es wird besser. Wenn mich dieser Gedanke heute überkommt sage ich mir als erstes - er ist erwachsen und zweitens - wie oft musste ich leiden und es hat ihn auch nicht interessiert - und drittens das allerwichtigste - es würde zu 99,9 % auch wieder so weitergehen wenn ich heute nachgeben würde.


    Mich beschäftigt das alles auch sehr. Ob es in meinem Fall wirklich noch Liebe ist weiß ich nicht. Nach 28 Jahre sind sicherlich noch Gefühle da keine Frage, aber ob es wirklich noch Liebe ist?


    LG

  • Darf ich fragen, wie lange das bei dir gedauert hat? Und was war dein kanckpunkt?

    Es gab mehrere Knackpunkte. Bei meinem Mann ist es nicht nur der Alkohol, sondern es ist auch die Weigerung seine Depressionen behandeln zu lassen. Das war irgendwann nicht mehr erträglich...dauernde Stimmungsschwankungen, null Belastbarkeit, alle Familienaufgaben (vor allem die unangenehmen) waren nur bei mir. Vor 1,5 Jahren hat er vehement begonnen mich des Betrugs mit mehreren Männern zu beschuldigen. Ich hab ihn nicht ein einziges Mal betrogen, ich hatte nicht mal einen Verehrer. Das wurde für mich zum Psychoterror und hat sehr viel kaputt gemacht...dazu weiterhin die strikte Weigerung sich behandeln zu lassen. Der Alkohol wurde immer mehr und irgendwann gab es eine Eskalation inkl. Polizeieinsatz und ab da eine räumliche Trennung.

    Der "letzte" Knackpunkt war, dass sich bei mir durch die lange heftige Belastung eine Depression entwickelt hat. Das war mir zu viel!

    Wie ging es dir, als es bei genug war, klick gemacht hat? Wie geht es dir heute?

    Ich bin zum Arzt gegangen und habe mir Hilfe geholt. Inzwischen geht es mir wieder besser. Nun gibt es einiges per Anwalt zu regeln. Er ist weiterhin uneinsichtig und sieht sich als das arme Opfer.

    Am meisten böse bin ich ihm für das, was er unseren Kindern damit antut, dass nicht einmal sie reichen um sich behandeln zu lassen. Für mich ist er "nur" ein Partner (er war definitiv meine große Liebe und lange ein wundervoller Partner und ich hätte mir niiiie im Leben gedacht, dass so etwas passieren könnte)...potentiell passende Partner gibt es auf dieser Erde bestimmt noch andere. Aber für unsere Kinder ist er der einzige Papa, den sie haben. Sie lieben ihn und vermissen ihn so, obwohl sie ihn regelmäßig sehen, aber er lebt irgendwie auf einem anderen Planeten.


    LG, Saphira

  • Liebe Yuna, ich lese schon länger still mit und wollte mich hier auch kurz einklinken.

    Ich bin Co und lebe mit einem (momentan!) trockenen Alkoholiker zusammen. Das betone ich, da es mir wichtig ist zu betonen dass a) dies nicht der Regelfall ist und b) dass dieser Zustand auch nicht von Dauer sein muss. Jeder trockene Alkoholiker kann rückfällig werden. Umso wichtiger ist, dass der Coabhängige IMMER zuerst an sich und die Kinder denkt.

    Erst als ich damit angefangen habe, hat sich etwas geändert.

    Ja, in meinem Fall auch bei meinem Mann (ich habe ihn rausgeschmissen was nach 3 Jahren halbherzigen Versuchen endlich dazu geführt hat, dass er trocken wurde) - aber in erster Linie bei mir. Ich habe aufgehört, meine Bedürfnisse nach hinten zu stellen, ich habe aufgehört ihm helfen zu wollen (das macht nämlich gar keinen Sinn) und vor, allem habe ich aufgehört, Angst zu haben.

    ALLES was kommen kann war für mich ab da besser, als der momentane Zustand.

    Du kannst Dir nicht vorstellen, wie frei ich mich seitdem fühle.

    Ich habe auch keine Angst, dass er rückfällig wird. Nicht weil es nicht passieren kann- sondern weil es nichts mit mir zu tun hat. Wenn er rückfällig wird und wieder voll einsteigt, dann zieht er aus. Natürlich liebe ich ihn (und das tue ich wirklich, denn er ist ein tolle Mann), aber ich liebe meine Kinder und mich eben noch ein bisschen mehr. Das hat aber gedauert, weil ich auch zu lange um ihn gekreist bin.

    Das lese ich bei Dir auch noch heraus- davon musst du schnellstens weg!


    Und wichtig, das wurde schon gesagt: der Mann den du mal kanntest ist weg- und du solltest ihn auch nicht mehr haben wollen, denn sein Weg hat zum Alkohol geführt.

    Trockene Alkoholiker arbeiten meist sehr hart an sich, das führt auch zu tiefen charakterlichen Veränderungen. Und auch das überstehen viele Beziehungen dann nicht.

    Deswegen ist es umso wichtiger, dass DU dich um DICH selbst kümmerst und Du für Dich am wichtigsten wirst. Nur dann bist du wirklich frei!


    Ich wünsche Dir und deinem Kleinen das Allerbeste❤❤

  • Hallo lütte69   mollyfisch   Saphira und Mona


    Danke erstmal, für eure tollen Beiträge ❤️


    Seit unserem Tochter auf der Welt ist, nehme ich mich für sie schonmal zurück.

    Für mich selber denke ich immer "was soll's denn? Ich kann das schon vertagen, aber der kleine Wurm ja nicht "

    Wenn er also wieder zu viel hat (eine Flasche Vodka am Tag ist normal) ziehe ich mich meistens mit ihr ins Schlafzimmer zurück.

    Vorher musste ich immer dem Bedürfnis nachkommen, ihn zufrieden zu machen, wenn er denn wieder Streit gesucht hat.

    Jetzt brauche ich dir Energie aber für die Kleine.

    Oft fällt es mir aber schwer und ich bin dann sehr unruhig.


    Gestern war da wieder dieses Gewissen...

    Eigentlich wollte er Gesten nicht trinken... naja, als ich vom Einkaufen kam, war klar, was er in der Zeit gemacht hatte... ich war stink sauer und wild entschlossen, ganz bald zu gehen! Gesagt habe ich das natürlich nicht, aber er hatte gemerkt, dass ich enttäuscht war... dann hatte ich den Eindruck, er bemühe sich, langsam zu machen. Hat mir viel zum Mund gesprochen,mir Abends essen gekocht (das macht er häufig, er kocht gerne).

    Dann der traurige, suchende Blick... ich Schmelze ;(

    Am Abend habe ich dann die Kleine ins Bett gebracht (das dauert gern mal eine Stunde, diesmal auch) in der Zeit hätte er essen vorbereiten und duschen können... Als ich runter kam, war er wild am telefonieren, hatte die Flasche leer (0,5l + ein Fachmann) und war nicht duschen (schon den dritten oder vierten Tag in Folge nicht). Und wieder Enttäuschung und Wut...

    Heute das selbe in grün.

    Genau, mollyfisch ... das ich jetzt hier oben mit dem Baby liege und weine bekommt er nicht mit, weil der vodka wichtiger ist...



    Saphira

    Oh man, das ist echt krass.

    Ich kann das ein wenig mitfühlen. Mein Mann hat eine Persönlichkeitsstörung, adhs und Depressionen.

    Natürlich will Er auch dagegen nichts machen, außer natürlich sich selbst bemitleiden.

    Und wegen seines misstrauen und seiner Eifersucht habe ich meinen besten Freund aufgegeben, den ich auch schmerzlich vermisse...

    Es tut mir wahnsinnig leid für dich und deine Kinder, dass ihr da durch müsst, aber ich freue mich, dass du es geschafft hast, von Ihm loszukommen. Auch wenn er nicht der Vater für eure Kinder sein kann, bist du jetzt, wo du für dich da bist, die beste Mama die deine Kinder nur haben können <3


    Mona

    Das klingt ja nach einem Erfolg für euch beide! Für dich, dass du dich abgrenzen kannst! Mega! Ich möchte das auch für mich und arbeite daran. Und für ihn, dass er es geschafft hat, trocken zu werden (hat er schon Rückfälle gebaut?) Und für euch beide, dass ihr es geschafft habt, ein Paar zu bleiben <3

    Mir ist natürlich klar, dass das die absolute Ausnahme ist....

    Hat sich der Charakter denn verbessert, oder verschlimmert? Wie kann ich mir das vorstellen?


    Nochmal vielen Dank euch allen für eure Anteilnahme und Beiträge

    Liebste Grüße,

    Yuna

  • Mein Mann hat gesamt 3 Jahre versucht, trocken zu werden. Er hatte in dieser Zeit 3 Rückfälle, jedes Mal nach ca 6 Monaten. Jetzt ist er zwei Jahre trocken, momentan kämpft er aber wieder sehr, da seine Psyche momentan wieder nicht auf der Höhe ist. Im Gegensatz zu früher kommt er jetzt aber gleich in die Gänge, geht dann nicht nur zu "seiner" AA Gruppe sondern geht zu mehreren Gruppen. Das hilft ihm wieder Klarheit zu bekommen.

    Bei den Rückfälle war es klassisch so, dass er es "für mich" tun wollte- keine gute Idee, wie schon gesagt.

    Man kann einen Alkoholiker leider nicht dazu bringen, es für sich selbst zu machen. Das muss aus dem Menschen selbst kommen.


    Es macht mMn wenig Sinn, über die Charakter Entwicklung anderer Menschen zu sinnieren 😉, da ist ja jeder anders. Für mich passt es, ich habe allerdings auch viel an mir gearbeitet, Häufig kommen Coabhängige mit dem "neuen" Partner nicht klar, da dieser auf einmal wieder so "wach" Ist.

    Was sich geändert hat ist die Offenheit, mit der wir das Thema angehen. Unsere Kinder wissen, warum wir hier keinen Alkohol mehr trinken. Insgesamt stehen wir durch unsere Geschichte mehr zu unseren Gefühlen und Bedürfnissen und sprechen diese deutlicher aus. Das hilft ungemein.

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