Alkoholkranker Partner mit Persönlichkeitsstörungen, etc. - Erfahrungsaustausch

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo in die Runde!


    Ich bin 42 und stolze Mama von zwei wundervollen Söhnen, 3 und 4 Jahre.

    Gefühlsmäßig waren die letzten Jahre wie bei Homer's Irrfahrten.

    Heute habe ich nach reichlich Überlegung den ersten Schritt gemacht und Kontakt zu einer Selbsthilfe-Gruppe für Co.-Abhängige aufgenommen. Morgen steht das erste Telefonat an.

    Mein Mann und Vater meiner Kinder ist seit enormer Zeit alkoholkrank und ich erlebe eine "Ernüchterung" wie im Bilderbuch.. Er hat sich nun entschlossen, eine stationäre Therapie und einen Entzug zu machen.

    Das, was mich tagaus tagein beschäftigt, an meiner Seele nagt, habe ich noch nie wirklich ausgesprochen. Der Austausch hier in schriftlicher und anonymer Form, das ich eher nachtaktiv nutzen könnte, wird mich auf meinem Weg begleiten können..

    Daher bitte ich um Unterstützung von Menschen, die Ähnliches erfahren haben, um diesen Weg gemeinsam zu gehen..

    Liebe Grüße,

    Yasmin

  • Hallo Yasmin,


    willkommen in unserer Selbsthilfegruppe!


    Gut, dass Du zu uns gefunden hast!


    Wie Du siehst, kannst Du hier Nachteulen antreffen. ;) Und wenn nicht,

    dann schreiben Dir die anderen am Tag und Du liest es nachts.


    Möchtest Du Dich im offenen Bereich mit den anderen Angehörigen

    austauschen?

    LG Elly


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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

  • Vielen Dank Elly!

    Das will ich unbedingt. Es fühlt sich so an, als ob meine Gedanken, Gefühle und Sorgen nicht mehr in meinem Kopf passen.

    Ich muss einen Weg finden, diese zu benennen, zu artikulieren. Die Wut in mir darf nicht Überhand nehmen und ich bin dankbar für den Erfahrungsaustausch..

    Ich mag auf diese Weise nicht mehr weitermachen, zumal es mir primär um das Wohl und die seelische Gesundheit meiner Kids geht.

  • Hallo Yasmin,


    einfach den Bewerbungslink anklicken, kurz ausfüllen und wir verschieben

    Dein Thema in den offenen Bereich zu den Angehörigen.


    Bewerbung - Alkoholiker Forum
    Bewerbung für die Teilnahme am Forum
    alkoholiker-forum.de

    LG Elly


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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

  • Guten Morgen yasmin,


    jetzt bist Du freigeschaltet und hier geht es für Dich weiter.


    Einen guten und hilfreichen Austausch wünsche ich Dir!

    LG Elly


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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

  • Hi Yasmin, wie schön dass du hierher gefunden hast- du wirst Dich in vielen Geschichten wiederfinden und vieles Lesen, das Mut macht.

    Ich kenne diese Wut, dieses laute WARUM??? Warum uns, warum ihm, warum meinen Kindern, warum mir?

    Es mag albern klingen- mir hat ein Buch sehr geholfen, den ersten Schritt weg von der Wut und in Richtung Akzeptanz zu gehen: "Alk" Von Simon Borowiak. Er beschreibt als trockener Alkoholiker nicht nur was er durch gemacht hat, sondern was physiologisch in einem nassen Alkoholiker vorgeht. Das hat mir sehr geholfen, Alkoholismus als das wahrzunehmen, was es ist: eine Sucht Erkrankung, und die Betonung liegt auf Erkrankung.

    Für eine Erkrankung kann der Erkrankte ja erst mal nichts- deswegen lohnt sich die Wut nicht.

    Gleichzeitig ist es aber so, dass nur der Erkrankte sich bei der Genesung helfen kann. Als Angehöriger nimmt man ja auch nicht die Medikamente des Kranken.


    Das Buch spricht auch über Angehörige. Es hat mir geholfen zu verstehen, dass ich mich um mich selbst und meine Kinder kümmern muss- nicht um den nassen Alkoholiker an meiner Seite.


    Ich wünsche Dir alles Liebe ❤

  • Erstmal ein herzliches Hallo in die Runde!


    Ich bin 42, habe 2 wunderbare Kids (3,4) und bin Co.-Abhängig.


    Auf diesen Begriff bin ich erst in den letzten Monaten gestoßen und mich eingelesen. Heute hatte ich ein erstes Telefonat mit einer Selbsthilfe-Gruppenleiterin..


    Mein Mann ist schwer krank. Er leidet laut Psychiater unter schweren Depressionen, Angststörungen und Zwangstörungen. Diese sind aber seit ca. 1 Jahr medikamentös recht gut im Griff.


    Ich weiß, dass er seinem Psychiater, den er ohnehin zu wenig und kurz spricht, nicht ganz die Wahrheit erzählt.


    Er hat sehr einschneidende Sachen erlebt, welche nun posttraumatisch sein Leben vollends kontrollieren.


    Hat jemand ähnliche Erfahrungen und kann mir berichten?


    Liebe Grüße,

    Yasmin

  • Hallo Yasmin,

    ich habe deine beiden Themen unter dieser Überschrift zusammengefasst. Du hattest ja im Vorstellungsbereich schon Antworten bekommen. So gehen diese nicht verloren.


    Ich wünsche dir einen hilfreichen Erfahrungsaustausch! Hier schreiben viele Frauen, die Wege aus ihrer Co-Abhängigkeit gefunden haben bwz. aktuell daran arbeiten.


    Liebe Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo yasmin,


    also ich kenne das von meiner Mutter. Sie hat auch Depressionen, Angststörung und sie ist eine Problemtrinkerin. Sie zog Anfang Mai zu mir in die Nachbarschaft. Von da an wurde es immer schlimmer bis ich sie wegen Paranoia und Beziehungswahn in die geschlossene Psychiatrie einweisen lassen musste. Zudem war sie stark alkoholisiert mit über 2 Promille. Geändert hat es leider nix. Sie trank danach wieder. Hat die Ärzte, mich und sich selbst belogen. Sie sagte, dass sie sich ambulant Hilfe holt, zu den AA geht etc. Aber sie kam wieder stark betrunken zu mir und wurde frech, sucht die Schuld bei mir. Ich brach vorerst den Kontakt ab, weil ich selbst psychische Probleme durch die belastende Situation habe. So langsam erhole ich mich.

    Ich bin seit 5 Wochen in einer Selbsthilfegruppe, die ich 1x wöchentlich besuche. Ich stehe noch am Anfang aber was ich schon begriffen habe ist, dass ich den Alkoholiker und psychisch kranken Menschen nicht ändern kann. Ich kann ihn auch nicht kontrollieren. Mein kontrollierendes Verhalten macht es eher schlimmer. Ich kann nur mich und mein Denken und Handeln ändern. Und wenn es mir gut geht, kann ich das auch auf meine alkoholkranke Mutter übertragen.

    Meine Mutter hat auch viel im Leben mitgemacht. Doch wenn sie sich nicht helfen lassen will dann ist das so. Jetzt muss sie auch zu einem Gutachter, der ihre Tauglichkeit am Straßenverkehr prüfen muss, weil sie alkoholisiert in der Psychatrie war (Zwangseinweisung mit Polizei). Zuerst dachte ich oh Gott, wie soll sie das alleine machen, wie kommt sie dort hin, dann dachte ich.... nicht mein Vergehen und nicht mein Problem.

    Es ist jeden Tag schwer und ich kämpfe jeden Tag gegen die Co-Abhängigkeit, aber nur so kann ich genesen.

  • Guten Abend Yasmin,


    diese Zeilen habe ich bei 77 gefunden und bin der Meinung, es gehört in Dein Thema.

    Im Grunde kümmerst Du Dich doch schon alleine um die Kinder. Und ohne Bedenken willst Du sie nicht

    bei ihm alleine lassen.


    Hast Du schon irgendeinen Plan, wie Du etwas für Dich/Euch verändern kannst?

    LG Elly


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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

  • Ja, Elly.. ich kümmere mich um fast alles.. Er hat nur noch Kraft zu arbeiten und das seit Pandemiebeginn, zuhause.

    Das macht uns allen die Situation schwieriger, aber noch habe ich die Energie, die Kinder abzulenken und bestimmte Situationen, soweit möglich zu vermeiden.

    Plan ist, und das hat er alles selbst in die Hand genommen und beschlossen-eine Entgiftung und anschließende Behandlung in einer Suchtklinik. Anträge hat er gestellt.

    Ich habe ihm vor einiger Zeit gesagt, dassq ich mich abgrenzen möchte und wir so wenig wie möglich, außer sehr dringliche Sachen, kommunizieren.

    Ich habe Kontakt zu einer regionalen Selbsthilfe-Gruppe geknüpft und mich hier angemeldet.

    Ich ordne gerade Gedanken und Gefühle, habe den Urlaub mit family und Co im Herkunftsland abgesagt. Ich habe den Kontakt zu seiner Familie reduziert und raus aus allen seinen familiären WhatsApp-Gruppen.

    Ich werde mich neu sortieren und bis zum Frühjahr steht eine Deadline.

  • Hallo Yasmin,


    da hast Du wirklich schon einiges in die Wege geleitet. Aber trotz allem seid Ihr 4 tagtäglich

    zusammen auf engem Raum. Dadurch, dass er im Homeoffice arbeitet, ist es ja im

    Grunde noch extremer.


    So wie Du es schilderst, ist er unberechenbar. Willst Du das mit den Kindern tatsächlich bis

    zum nächsten Frühjahr ertragen?


    Für die Kleinen ist es nicht gut, wenn sie in so einer gereizten Stimmung aufwachsen.


    Das mit der Therapie, kannst Du einschätzen, ob er das tatsächlich in Angriff genommen hat,

    oder ob er das nur sagt, um Dich hinzuhalten?


    Seine Familie scheint nicht verstehen zu wollen, was bei Euch derzeit vorgeht, habe ich das

    richtig verstanden?


    Was ist mit Deiner Familie, bekommst Du von da Unterstützung?

    LG Elly


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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

  • Für die Kleinen ist es nicht gut, wenn sie in so einer gereizten Stimmung aufwachsen.

    Absolut, ganz deiner Meinung.



    Der Antrag ist gestellt. Er hat sich nach 2 Beratungungsgesprächen bei der Suchtberatung dazu entschieden, hat die Klinik ausgesucht. Ich habe nichts von der Intention gewusst.

    Ob er durchhält, abbricht oder einen Rückfall bekommen wird-hierfür ist es zu früh.

    Wichtig ist, dass er die Situation annimmt. Er leidet sehr und will laut eigener Aussage dieses Leiden beenden. Er hat viele Probleme.

    Er ging erstaunlich aufrichtig mit den Leuten bei der Suchtberatung um. Ich bin echt erstaunt.


    Er kommt selbst aus einer Familie, wo fast alle Probleme mit Alkohol oder gar anderen Rauschmittel haben.


    Es muss sich komisch anhören, ich spreche es zum ersten Mal aus. Ich will wissen, wie die Diagnose lautet. Wie er mit der Therapie umgeht.

    Ich will das für die Zukunft meiner Kids wissen..

    Das er keine andere Lösung hat, wenn er noch von Frau und Kindern spricht, ist absolut offensichtlich. Ansonsten wird er auch beruflich und gesundheitlich nicht mehr lange durchhalten und vollkommen unter die Räder kommen.


    Ich freue mich auf die Auszeit und werde mich und die Kids beobachten, alles kann nichts muss lautet nun die Devise..

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