Anton - Co abhängig

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo Anton,


    auch von mir ein herzliches Willkommen bei uns.

    Es hilft ihr, wenn ich da bin, sie in den Arm nehme. Zärtlichkeit.

    es hilft nur ihr, sie weiß das du da bist und zur Unterstützung bereit bist. Dann braucht sie nichts zu ändern und kann in Ruhe weiter trinken.

    Anton es mag hart klingen, aber nasse Alkoholiker ticken so

    Anton, hast du sie Mal gefragt, was du für sie tun kannst?

    mußt du nicht fragen, nur sie alleine kann etwas an ihrem Zustand ändern.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo Anton,


    du fragst


    Denkst du, sie simuliert diese Weinkrämpfe?

    Nein, sie simuliert nicht. Sie heult in echt aus Selbstmitleid. War jedenfalls bei meinem Exmann so.


    Lieber Gruß Aurora

    Es ist nicht genug zu wissen, man muß auch anwenden;

    es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.


    Johann Wolfgang von Goethe

  • Hallo Anton,


    wie geht es Dir?


    Konntest Du Dir etwas mitnehmen von unseren Geschichten

    und etwas für Dich zum Besseren wenden?

    LG Elly


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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

  • Hallo Aurora, hallo Elly,


    Die letzten Tage waren turbulent. Und leider geprägt durch viel Alkohol. Ich versuche, mich abzugrenzen, das gelingt mal besser, mal schlechter. Wir reden aber auch viel, das tut uns beiden gut. Sie möchte so gerne vernünftig Alkohol trinken. Und klammert sich wie eine Ertrinkende an diesen Strohhalm. Dass das doch gehen muss. Wir haben jetzt vereinbart, dass sie nicht mehr heimlich trinkt. Für mich ist das ein Fortschritt.

    Aurora, sind diese Weinkrämpfe denn nur Selbstmitleid oder nicht auch pure Verzweiflung?

  • Hallo Anton,


    fast habe ich das Gefühl, dass Du meinen Beitrag eine Seite vorher nicht gelesen hast. Deswegen hier

    noch einmal als Zitat eingefügt.

    Bedauerlicherweise wird sich dadurch, dass sie "nicht mehr heimlich" trinkt, nichts an der Situation ändern.


    Außerdem wirst Du nie genau wissen, ob sie sich tatsächlich daran hält.


    Ein Alkoholiker wird nie "vernünftig" Alkohol trinken können. Ich hatte den wortwörtlichen Kontrollverlust.

    Sobald ich angefangen habe, konnte ich nicht aufhören zu trinken, bis ich einen gewissen Level erreicht

    hatte oder gar noch mehr!

    LG Elly


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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

  • Hey Anton,


    im Fall meines Exmannes war es Selbstmitleid. Er war ja das arme Opfer. Aber nicht der Sucht sondern wegen anderer Sachen, die ich ihm oder andere angetan hatte. Seiner Meinung nach. Das ist MEINE Erfahrung damit. Was deine Partnerin empfindet, weiß ich ja nicht. Das weiß nur sie.


    . Wir haben jetzt vereinbart, dass sie nicht mehr heimlich trinkt. Für mich ist das ein Fortschritt.

    Echt, das ist ein Fortschritt meinst du?

    Es ist eher ein Freifahrtschein, dass sie einfach trinken kann, wenn ihr danach ist. Und keine Arbeit mehr hat mit Verstecken, Verdecken, Organisieren und so.


    Lieber Gruß

    Aurora

    Es ist nicht genug zu wissen, man muß auch anwenden;

    es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.


    Johann Wolfgang von Goethe

  • Hallo Elly,


    Natürlich habe ich deinen Beitrag gelesen. Tut mir leid, wenn das anders rüberkam.

    Was das nicht mehr heimlich trinken angeht: ich denke viel über eure Worte nach. Mir ist bewusst, dass das nicht optimal ist, aber ich dachte, zumindest ein kleiner Anfang.

    Ich kann sie ja nicht zwingen, gar nichts mehr zu trinken, das würde sie auch nicht mit sich machen lassen...

  • Was das nicht mehr heimlich trinken angeht: ich denke viel über eure Worte nach. Mir ist bewusst, dass das nicht optimal ist, aber ich dachte, zumindest ein kleiner Anfang.

    Ich kann sie ja nicht zwingen, gar nichts mehr zu trinken, das würde sie auch nicht mit sich machen lassen...

    Hallo Anton,

    ich verstehe, dass du dich an jeden Strohhalm klammerst. So ging es mir auch, mit meinem trinkenden Vater. Ich konnte/ wollte einfach nicht den Kontakt abbrechen, es dauerte Jahre bis ich es tat. Die Sauferei nahm immer mehr zu, anfangs auch heimlich, dann wurde es unheimlich.

    Ich brauchte Zeit, um das zu begreifen, die Vernunft gebot mir, mich gänzlich zurück zu ziehen, das Gefühl ließ mich weiter machen, auch als ich mich immer schlechter fühlte, ich der nicht trank, musste erst selbst an meine Grenzen kommen.

    Zum Schluss war ich das Nervenbündel, mein Vater soff fröhlich weiter und verkam immer mehr, nicht nur emotional, das ging über Jahre.

    Da du deine Liebste nicht ändern kannst, bleibt dir wohl nur weiterhin damit zu leben und zu hoffen...

    Schönes Wochenende.

  • Hallo Anton!

    Ich möchte dir sagen ich weiß ganz genau was du durchmachst. Mein Ex-Freund und ich waren 12 Jahre zusammen…das letzte Jahr war geprägt von massiven Alkoholexzessen. Am Ende war ich alles Schuld wurde nur noch beleidigt und nieder gemacht. Ich bin nun seit knapp 3 Wochen in meiner eigenen Wohnung und habe durch dieses Forum gelernt ich war eindeutig CO-Abhängig. Für mich war er der Traummann. Ich hätte alles getan für ihn. Aber mir ging es immer schlechter und mir wurde sehr sehr deutlich bewusst das genau wie bei dir eine Familiengründung nie machbar wäre. Diesen Schritt zu wagen hat mich wahnsinnig viel Mut und Kraft gekostet. Doch jeden Tag bestätigt er mir durch seine Anrufe und Nachrichten das er sich nie ändern wird…sobald ich sage hast du wieder getrunken werde ich wieder beleidigt. Ich habe nun den Kontaktriegel komplett zugeschoben.

    Ich verstehe deine Ängste. Aber es ist so wie alle sagen. Du kannst sie nicht retten!! Kümmere dich um dich. Dein Leben deine Entscheidungen!

    Alles Liebe

  • Hallo zusammen,


    Sie macht mir ja keine Schuldvorwürfe, das ist nicht ihre Art. Sie ist krank, schwer krank. Und ich möchte sie nicht unter Druck setzen, so wie es andere hier tun. Sie hat es sich doch nicht ausgesucht, Alkoholikerin zu sein. Wenn sie Krebs hätte, würde ich sie doch auch nicht angehen, sondern versuchen zu unterstützen. Ich für meinen Teil werde nicht beleidigt und auch nicht niedergemacht.

  • Hallo Anton,

    ich verstehe deine Gedanken und Gefühle sehr gut. Ich für meinen Teil hätte meinen Mann auch niemals mit einer schweren Krankheit hängen lassen. Ich habe vor mir selbst auch oft damit argumentiert, dass dieses Nichterkennen der Problematik ja ein Teil der Symptomatik ist. Aber leider hält zu viel Verständnis eher in der Krankheit, als dass es zur Lösung führt. Man geht eher selber kaputt daran, als dass es dem Partner nützt und dann ist niemandem geholfen. Zwei Ertrinkende können einander nicht retten.

    Ein Krebskranker würde sich eher nicht jeglicher Behandlung verweigern.

    LG, Saphira

  • Hallo Anton,


    den Vergleich mit einer Krebserkrankung habe ich hier schon ganz oft gelesen.


    Grundsätzlich sucht sich doch ein Krebserkrankter professionelle Hilfe, oder? Da wird Hilfe angenommen und Behandlungen gemacht. Um den Krebs zu stoppen oder sogar zu heilen. Der Erkrankte handelt.


    Welche Hilfe holt sich deine Partnerin? Sie nimmt ihre Erkrankung hin und lässt sich darin hängen und macht nichts weiter. Sie handelt nicht. Wie kann da deine Unterstützung aussehen? Wie willst du sie unterstützen, wenn sie sich garnicht unterstützen lässt sondern ihre Sucht weiterlebt.


    Die Krankheit wird ungestoppt weiter fortschreiten. Ich habe in meiner Urfamilie und bei meinem Exmann gesehen, wie qualvoll das ist. Das Umfeld geht langsam auch mit daran zugrunde. Wenn die Angehörigen bleiben, haben sie Pflegefälle.


    Es ist natürlich jedem selbst überlassen, damit umzugehen. Genauso wie man einem Abhängigen nicht helfen kann, genauso kann man auch dem Coabhängigen nicht helfen. Wenn diese Hilfe nicht gewollt und nicht angenommen wird.


    Liebe Grüße

    Aurora

    Es ist nicht genug zu wissen, man muß auch anwenden;

    es ist nicht genug zu wollen, man muß auch tun.


    Johann Wolfgang von Goethe

  • Sie hat es sich doch nicht ausgesucht, Alkoholikerin zu sein.

    Das nicht. Aber sie sucht es sich aus in dieser Krankheit zu verweilen und sie nicht zum Stillstand zu bringen.

    Wenn sie Krebs hätte, würde ich sie doch auch nicht angehen, sondern versuchen zu unterstützen.

    Der Vergleich hinkt. Krebst kann man nicht durch Eigeninitiative zum Stillstand bringen. Alkoholismus schon.


    Das ist der einzige Vorteil den diese Krankheit hat. Es liegt an jedem selbst ob man sich der Krankheit ohnmächtig ergibt oder jegliche Hilfe annimmt und sie eben zum Stillstand bringt.


    So wie sie weiterhin saufen darf, darfst du auch weiterhin versuchen für sie da zu sein. Vielleicht ändert sich was. Vielleicht nicht. Fakt ist aber: so lange sie nicht möchte, wirst du das weiterhin aushalten müssen wie es jetzt ist, es wird sogar eher noch schlimmer werden. Erfahrungsgemäß geht die Spirale eher abwärts.

    Und da du in diesem Forum Hilfe gesucht hast, wirst du mit der momentanen Situation wohl nicht sehr glücklich sein.

  • ... Sie hat es sich doch nicht ausgesucht, Alkoholikerin zu sein. Wenn sie Krebs hätte, würde ich sie ...

    Der Vergleich hinkt, aber das weisst du selbst.

    Ja, Alkoholismus ist eine Krankheit, eine die Psyche betreffend.

    Man ist wirr im Kopf, sehr wirr - so war es jedenfalls bei mir!


    Doch man kann etwas dagegen tun, erfolgreich.

    Die Einnahme dieser psychoaktiven Substanz stoppen. Alles andere bleibt palliative Begleitung, dieses kann man nun wahrhaben wollen oder nicht, es ändert nichts.

    Woran wohl alle leiden, ist die Tatsache, wie bringe ich meinen Probanten dazu, dass er aufhört.

    Zwingen darf ich ihn nicht, überreden kann ich ihn nicht, bleibt also nur hoffen und beten.

    Viele Alkoholiker behaupten, sie würden aufhören wollen, tun es aber nicht. Einige trockene Alkohliker, sogar besonders erfahrene, behaupten, das hat nichts mit Willensstärke zu tun, es ist die Sucht! Gleichzeitig wird propagiert, es müsse "klick" machen, man müsse einsichtig werden, freiwillig (willig ... wollen) aufhören. Oder einen Tiefpunkt erfahren, es muss also richtig weh tun. Ist Tiefpunkt, Schmerz, welcher Art auch immer, nicht auch eine Art Zwang?

    Diese Aussage suggeriert, der Betroffene müsse sich (selbst) zwingen.

    Manche setzen auf die Vernunft oder Überredungskunst. Ist die Psyche aber derart vernebelt bzw. vom Alkohol abhängig, hält die "Vernunft" nur so lange an, bis der Körper wieder nach der Substanz schreit.


    Ich entschloss mich in einem nüchternen (halbwegs) Zustand zur Vernunft und dann zwang ich mich, nüchtern zu bleiben, nüchtern zu werden.

    Es war ein Kampf, es war ein Krampf. Auf den berühmten "Klick" warte ich heute noch.

    Ich wollte mit dieser ganzen Schei**e aufhören!

    Nun bin ich weder besonders intelligent, noch besonders willensstark und ein WUNDER wird es wohl auch nicht gewesen sein.

    Vielleicht konnte ich mich auch nur selbst gut überreden, um mich zu zwingen...

  • Lieber Anton,


    auch noch ein spätes willkommen von mir. Ich habe nach deinem Beitrag bei Lotta mal ein bisschen bei dir gelesen und habe mich in manchen Beiträgen von dir wieder gefunden. Mir ist aufgefallen, dass du sehr viel Verständnis für deine Partnerin aufbringst.

    Und ich vermute, sie trinkt dann wieder, um diese negativen Gefühle auszuhalten. Dafür habe ich ja sogar Verständnis.

    Ich war auch lange mit den Problemen meines Ex beschäftigt, konnte ihn verstehen und dachte, er wird schon irgendwann drauf kommen, dass der Alkohol alles zerstört. Pustekuchen. Du kannst einen Alkoholiker nicht trocken lieben, dass musste ich und viele andere schmerzlich erfahren. Im Endeffekt macht es also keinen Unterschied wie du versuchst deinen Partner ändern zu wollen...verständnisvoll, wütend, laut, leise,...wer nicht will, will nicht.


    Was ist mit dir? Wo ist deine Wut? Erlaubt du dir wütend zu sein? Selbst wenn es um andere Krankheiten geht, wäre das eine angemessene Reaktion. Stell dir vor sie hätte Krebs und würde die Behandlung verweigern...wärst du dann auch noch verständnisvoll?


    Ich will dir nicht vorschreiben was du fühlen sollst, nur: kannst du dich spüren? Hast du Kontakt zu dir und deinen Bedürfnissen? Ich hatte den in der Beziehung mit einem Alkoholiker nämlich verloren. Was kannst du für dich tun, damit es dir gut geht?


    LG,

    Kintsugi

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

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