Egah...Hoffnung kann schmerzlich sein....

Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Du zermarterst Dir das Hirn, wie es weitergehen soll mit Dir und Deiner Frau?

    ja genau...wir sind jetzt 20 Jahre zusammen...davon 10 verheiratet...angefangen hat es vor ca. 6 Jahren...seit dem hat vieles unter der Krankheit meiner Frau gelitten...haben Vieles schon probiert...leider gab es immer wieder Rückfälle...aktuell habe ich noch kraft um weiter zu machen...aber ich gebe mich immer mehr selber auf...ich schaffe es einfach nicht mich abzugrenzen und wieder richtig Fuß zu fassen in "meinem" Leben...

  • Hallo Egah,

    Wir scheinen da in einer ähnlichen Situation zu sein. Auch ich weiß mir keinen Rat mehr. Ich werde oft gefragt, warum mich ihr Trinken so stört. Natürlich wird sie nicht gewalttätig oder aggressiv. Aber sie ist einfach anders und auch nicht mehr da. Das stört mich am meisten, ich bin in einer Partnerschaft und doch alleine. Sie vergisst Dinge, die sie mir betrunken erzählt hat. Und all diese Dinge...

  • Für die Angehörigen ist es immer schwer, wenn sie nichts gegen die Sucht ihres Partners tun können.


    Auch mein Mann war hilflos. Er wusste, dass ich es nur alleine schaffen kann, aus der Sucht herauszukommen.


    Du kannst da auch wirklich nichts tun. Nur dafür sorgen, dass es Dir besser geht. Unternimmst Du auch

    etwas ohne sie? Hast Du einen Freundeskreis, mit dem Du reden kannst?

    LG Elly


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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

  • Hallo Egah,

    Wir scheinen da in einer ähnlichen Situation zu sein. Auch ich weiß mir keinen Rat mehr. Ich werde oft gefragt, warum mich ihr Trinken so stört. Natürlich wird sie nicht gewalttätig oder aggressiv. Aber sie ist einfach anders und auch nicht mehr da. Das stört mich am meisten, ich bin in einer Partnerschaft und doch alleine. Sie vergisst Dinge, die sie mir betrunken erzählt hat. Und all diese Dinge...

    Hallo Anton, leider muss ich dir recht geben...es fühlt sich auch für mich so an, als wäre ich alleine. Das schlimmste für mich ist aber das offensichtliche Lügen...wenn sie was getrunken hat und mit weiss machen will, dem ist nicht so...dabei versucht sie mir noch ein schlechtes Gewissen zu machen....

  • Ich habe einen großen Freundeskreis...aber bescheid wissen im Prinzip nur 3 meiner Engsten...meine Frau möchte nicht und hat es mir quasi auch strickt verboten, mit anderen in unserem Freundeskreis darüber zu sprechen...es ist die Scharm sagt sie...dann fühlt sie sich da auch nicht mehr wohl sagt sie....ich kann gar nicht alles schreiben welche Situationen wir schon hatten, die echt schräg waren....

  • Hallo egah,

    .meine Frau möchte nicht und hat es mir quasi auch strickt verboten, mit anderen in unserem Freundeskreis darüber zu sprechen...es ist die Scharm sagt sie.

    Scham ist bestimmt nur ein Aspekt und war bei meinem nassen Alkoholiker nicht der wichtigste.

    Es war die große Angst, das ich mit jemanden rede, denn sowie sich ein Angehöriger Hilfe holt, verändert sich etwas. Es könnte unbequemer werden für den nassen Alkoholiker. Das wichtigste ist es, das Schweigen zu brechen, damit begann für mich die Hilfe.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Hallo egah,


    Wut, Trauer, Frust, Erschöpfung, Angst, Mitleid, Hoffnung.................

    Über die Jahre an der Seite eines alkoholkranken Familienmitglieds gibts ne Menge kräftezehrender Phasen.


    Hast du dir schon überlegt, was du selber verändern kannst?

    Aktuell liest man im Forum öfter von Trennungen, einfach weil jahrelanges Hoffen die Situation ja nicht verbessert hat. Nur die eigene Kraft ist immer weniger geworden.


    Viele Grüße, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hallo egah,


    kannst Du nochmal rausgehen? Einen kleinen Bummel an der frischen Luft oder irgendwo über einen

    Weihnachtsmarkt, heraus aus der Situation?

    LG Elly


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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

  • Du hast geschrieben, dass Deine Frau seit 6 Monaten wieder trinkt.


    Und dass Ihr Euch heftig streitet. Nach 20 Jahren Gemeinschaft verändert sich so einiges

    in der Beziehung. Vielleicht ist es nicht nur der Alkohol?


    Es passt vielleicht aus anderen Gründen nicht mehr. Wie siehst Du das?

    LG Elly


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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    *06.01.2013*

  • Nachdem meine Frau die Langzeit erfolgreich hinter sich gebracht hat und im Anschluss ca. 9 Monate trocken war, nicht einen Streit...unser gemeinsamer Urlaub dieses Jahre im September....2 Wochen waren wir Tag und Nacht zusammen, meine Frau hat nichts getrunken...pure Harmonie...

    Wenn meine Frau trinkt, ist mir gegenüber sehr aggressiv....wir können dann kein Gespräch vernünftig führen...sobald sie merkt, dass sie im Unrecht ist...bricht sie das Gespräch ab und lässt eine offene Baustelle zurück....meine Frau ist aktuell sehr depressiv und hat mit verschiedenen Krankheiten neben dem Alkoholproblem zu kämpfen...sie hat es echt nicht leicht und ich versuche zu unterstützen wo es "Sinn" macht...aber ich bin da natürlich kein Profi und will es auch eigentlich nicht sein...ich möchte wieder Ehemann sein...einer der sich freut nach Hause zu kommen und dem sich nicht der Magen 2km vor zu Hause umdreht....

  • Hallo egah_73,


    dieses Gefühl kennen viele von uns hier. Als ich hier vor 7 Monate ankam wusste ich nichts von Co-Abhängigkeit. Ich wollte nur verstehen warum mein Mann immer wieder trinkt. Warum dies....warum das...warum so..... Alle Fragen drehten sich um ihn! Tja und dann habe ich hier eine Weile sehr viel gelesen, erst wurde ich sauer, ich dachte hier wollen alle nur das man(ich) sich trennt. Irgendwie hörte ich nur, es gibt nur eine Lösung, die Trennung! Aber nach einer kurzen Auszeit hier machte es auf einmal klick..... ich habe verstanden, dass es um mich geht und nur um mich!!! Was kann ich (noch) ertragen, was lasse ich zu, was lasse ich mir gefallen und wieviel Verständnis will ich immer und immer wieder aufbringen???? Das waren dann meine Fragen und darum kümmerte ich mich. Seither geht es mir viel besser und auch mein Mann bemerkt diese Veränderung und verändert etwas.


    Vielleicht versucht du es auch einmal, frage dich, was kann ich (also du) machen das es mir besser geht?

  • Hallo egah_73,


    diese Gefühl kennen viele von uns hier. Als ich hier vor 7 Monate ankam wusste ich nichts von Co-Abhängigkeit. Ich wollte nur verstehen warum mein Mann immer wieder trinkt. Warum....warum...warum. Tja und dann habe ich hier eine Weile sehr viel gelesen, erst wurde ich sauer, ich dachte hier wollen alle nur das man(ich) sich trennt. Irgendwie hörte ich nur, es gibt nur eine Lösung, die Trennung! Aber nach einer kurzen Auszeit hier machte es auf einmal klick..... ich habe verstanden, dass es um mich geht und nur um mich!!! Was kann ich (noch) ertragen, was lasse ich zu, was lasse ich mir gefallen und wieviel Verständnis will ich immer und immer wieder aufbringen???? Das waren dann meine Fragen und darum kümmerte ich mich. Seither geht es mir viel besser und auch mein Mann bemerkt diese Veränderung und verändert etwas.


    Vielleicht versucht du es auch einmal, frage dich, was kann ich machen das es mir besser geht?

    Danke für deine Worte und deine Zeit die du dir nimmst, um mir Hilfe und tipps mit auf den Weg zu geben...

    ich schaffe es aktuell einfach nicht, mich abzugrenzen...wenn ich nach hause komme zum Beispiel und mir vorgenommen habe zum Sport zu gehen und meine Frau sitzt leicht besäuselt auf der Couch, dann ist das so als würde mir der Boden unter den Füssen wegrutschen...ich stell dann alles in Frage...


    -bringt doch alles nix...

    -lass uns trennen

    -Haus verkaufen und weg hier...


    ...wenn ich das denn so 5min im Kopf hatte, geh ich nur noch auf die Couch in meinem Zimmer und lass mich berieseln...da ist kein Fünkchen Power für Sport mehr vorhanden....und ich weiß, und das ist dass Schlimme...ich muß was tun...aber ich bekomm dann die Kurve nicht...

  • ich schaffe es aktuell einfach nicht, mich abzugrenzen...wenn ich nach hause komme zum Beispiel und mir vorgenommen habe zum Sport zu gehen und meine Frau sitzt leicht besäuselt auf der Couch, dann ist das so als würde mir der Boden unter den Füssen wegrutschen...ich stell dann alles in Frage...

    Aktuell nicht! Das heiß nicht, nie. Gib dir die Zeit. Du beschäftigst dich jetzt m mit dem Thema und deinen Problemen. Das ist ein Anfang. Sei geduldig mit dir. Gehe einen Schritt nach den anderen. Schaue auf dich, schaue was dir hilft und gut tut.

    ...wenn ich das denn so 5min im Kopf hatte, geh ich nur noch auf die Couch in meinem Zimmer und lass mich berieseln...da ist kein Fünkchen Power für Sport mehr vorhanden....und ich weiß, und das ist dass Schlimme...ich muß was tun...aber ich bekomm dann die Kurve nicht...

    Kann ich so gut verstehen. Auch ich habe mich sehr oft von meinem Mann runterziehen lassen. Ab und an geschieht mir das auch noch heute. ABER nur selten. Dann versuche ich genau hinzusehen und verändere es sofort wieder. Aber das braucht Übung. Ich weinte in dieser Zeit viel. Es machte mich unendlich traurig. Aber ich bleibe bei mir.

  • Hallo Egal, vielleicht bist du ja auch noch wach - genau wie ich!

    Ich gehe um acht ins Bett, lese paar Minuten und penne ein- nur um drei Stunden später wach zu werden, weil sich die Gedanken mal wieder im Kreis drehen.

    Immer wieder der gleiche Sermon: soll ich gehen? Soll ich bleiben? Alles wahnsinnig anstrengend und frustrierend. Und der Partner hängt derweil irgendwo rum und schnarcht alkoholverloren dem nächsten Tag entgegen. Man könnte ausrasten, aber selbst dazu fehlt die Kraft.

    Ich musste gerade schmunzeln, als ich PetraPetras Satz las: alle hier im Forum wollen einem einreden, dass man sich trennen muß von Alk-Partner.

    Genau so habe ich das anfangs auch gesehen: warum soll ich mich gleich trennen? Da muss es doch noch eine andere Lösung geben! Die sind ja alle nur auf das Eine aus! Trennen, trennen, trennen!

    Und sie haben Recht!

    Wir Angehörigen gehen sowas von kaputt in dieser Situation. Das kann doch nicht unser Lebenswunsch sein! Wir, auch wir, haben nur dieses eine Leben. Und dann soll ein anderer das Recht haben, uns dieses eine Leben zu ruinieren?

    Wir sollen Angst vorm Nachhausekommen haben? Schon wieder einen Streit aushalten müssen? Anderen Menschen gegenüber so tun, als wäre alles in Ordnung? Uns nicht auskotzen dürfen? Auch noch die andere Wange hinhalten müssen?

    NEIN, NEIN UND NOCHMALS NEIN!

    Wir müssen leben dürfen!!

  • Nur Bier,

    ich dachte hier wollen alle nur das man(ich) sich trennt.

    Ich betone, ich dachte!


    Wenn Kinder mit im Spiel sind ist das auch was ganz anderes. da sollte dringend auf das Kindeswohl geachtet werden.

    Wir Angehörigen gehen sowas von kaputt in dieser Situation. Das kann doch nicht unser Lebenswunsch sein! Wir, auch wir, haben nur dieses eine Leben. Und dann soll ein anderer das Recht haben, uns dieses eine Leben zu ruinieren?

    Und genau das muss dann jeder für sich selbst abwägen und entscheiden. Und genau das wird hier vermittelt.


    Gut ist auch, das immer wieder der Fokus gesetzt wird: bei sich zu bleiben!!!

    Auch ab und an ein A....tritt schadet nicht. Er regt zum Nachdenken an. Und das ist gewünscht.... :thumbup:

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