Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo! Ich hoffe, ich mache das richtig, wenn ich mich hier vorstelle…

    Ich bin Becca, bin 35, verheiratet und habe zwei Kinder (5 und 2)

    Ich bin seit 8 Jahren mit meinem Mann verheiratet. Schon seit ich ihn kenne, hat er gerne und nicht wenig getrunken. Ich muss dazu sagen, dass ich auch immer gerne dabei war, irgendwann auch alleine getrunken habe und auf einem guten Weg war, selbst abhängig zu werden (wenn ich es nicht sogar schon war…)

    Zeitgleich hatte ich auch eine Essstörung, häufig war der Alkohol dann mein Ersatz fürs Essen.

    Als dann irgendwann das Thema Familienplanung Anstand, war für mich klar, dass ich nur eine gute Mutter sein kann, wenn ich meine Probleme in den Griff bekomme. Ich ging das Thema Essstörung an, schaffte es mit Hilfe von Therapie und einer Selbsthilfegruppe tatsächlich auch. Getrunken haben mein Mann und ich aber trotzdem noch gerne. Als ich dann schwanger wurde, war das Thema Alkohol dann für mich erledigt, sowohl während der Schwangerschaft als auch der stillzeit. Danach habe ich nur noch wenig getrunken, ab und an mal ein Glas, selten mehr. Auch jetzt nach der zweiten Geburt ist das so.

    Problem: mein Mann hat den Absprung nicht geschafft.

    Aktuell ist es so: er trinkt heimlich. Gerne auch schon nachmittags, gerne auch während des Autofahrens und, was ich am schlimmsten finde, wenn er mit den Kindern allein ist. Ich befürchte, dass er auch trinkt, wenn er mit den Kindern Auto fährt. Ich bilde mir eine, dass ich mittlerweile ein gutes Gespür habe, und merke, wenn er getrunken hat. Man riecht es und man merkt es in seinem Verhalten. Ich habe schon so oft mit ihm geredet, habe ihm die Pistole auf die Brust gesetzt, gebettelt, geschrien, alles versucht.

    Mittlerweile bin ich an einem Punkt angekommen, an dem ich nicht mehr weiter weiß. Ich weiß, dass er trinkt, aber ich spreche es schon gar nicht mehr an. Jedesmal endet es in Streit und in Vorwürfen seinerseits, dass ich ihn „immer fertig mache“. Ich denke, er weiß selber, dass er ein Problem hat. Er geht zur Zeit auch zu einer Alkoholberatung, aber es wird eher schlimmer als besser. Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass es sehr lange dauern kann, bis eine Therapie greift und man seine Sucht ernsthaft bekämpfen kann (ich war insgesamt 16 Jahre Bulimiekrank), aber in diesem Fall sind eben auch die Kinder betroffen. Mir gehen die schlimmsten Gedanken durch den Kopf: was passiert, wenn er betrunken mit den Kindern Auto fährt? Was, wenn er einen Unfall hat? Was, wenn ich nicht da bin? Ich möchte ihm nicht verbieten, alleine etwas mit den Kindern zu unternehmen, aber jedesmal, wenn er das tut, habe ich ein schlechtes Gefühl.

    Ich möchte mich eigentlich nicht trennen, aber in letzter Zeit kommt bei mir häufiger der Gedanke hoch, ob es nicht einfacher wäre, allein zu sein.

    Ich gehe abends nie weg, will die Kinder nicht mit ihm allein lassen.

    Ich liebe meinen Mann, aber ich liebe auch meine Kinder. Und ich habe Angst, dass ich ihn irgendwann hassen könnte.

    Ich erhoffe mir hier etwas Austausch, evtl Ratschläge oder auch einfach nur die Möglichkeit, meine Gedanken zu teilen.

    Vielen Dank fürs lesen!

  • hallo und willkommen

    ich bin auch jahre lang betrunken mit meinen Kindern Auto gefahren.....heute danke ich dem lieben Gott...oder wem auch immer, dass meinen Kindern oder auch anderen Beteiligten nichts zugestoßen ist....das ist eine Sache die kann man sich auch nie wieder schön reden.....untersage ihm mit den Kindern unter Alkoholeinfluß, zu fahren ...auch zum Schutz der Anderen und ihm selbst.....das ist so das schlimmste, was einem im Leben passieren kann

    Lieben Gruß

    mexico

  • Vielen Dank für deine Antwort México! Ich habe ihn bereits gesagt, dass ich nicht möchte, dass er betrunken mit den Kindern Auto fährt. Häufig ist es so, dass er beispielsweise die Kinder vom Kindergarten abholt und dann etwas „mit ihnen einkaufen geht“.

    Ich bin mir sicher, dass er dann häufig unterwegs getrunken hat, spreche ich ihn darauf an, hagelt es Vorwürfe, dass er so etwas nie machen würde. Ich zweifle mittlerweile an mit selbst, aber ich merke und rieche ja, wenn er eine Fahne hat. Es endet immer in einem großen Streit.

    Ich kann es schließlich nicht beweisen. Ich möchte auch meine Kinder nicht mit rein ziehen, sprich, meinen 5 jährigen Sohn fragen, ob sein Vater etwas getrunken hat. In solchen Momenten wünsche ich mir fast, dass er von der Polizei angehalten wird.

  • Guten Morgen Becca,


    schön, dass Du zu uns gefunden hast. Ich kann gut verstehen, dass Du in Sorge bist. Angetrunken mit den Kindern zu fahren wäre absolut fahrlässig und das solltest Du verhindern.


    Deine Bewerbung ist eingegangen, eine Sache jedoch noch:


    Du schreibst, dass Du eine Zeit lang sogar mitgetrunken hast und eventuell abhängig warst.


    Wie sieht es denn da jetzt aktuell bei Dir aus? Schätzt Du Deinen eigenen Konsum noch als problematisch oder sogar abhängig ein?


    LG Cadda

  • Hallo Cadda,

    vielen Dank für deine Antwort. Wie ich schon geschrieben habe, ist es schwer, ihn davon abzuhalten. Meist fährt er nüchtern los, aber wenn er dann nach zwei Stunden wiederkommt, hat er eine Fahne und wirkt tüdelig, seine Stimme ist schleppend. Das ist aber auch nicht jedesmal der Fall. Ich versuche schon immer zu vermeiden, dass er alleine mit den Kindern unterwegs ist, aber manchmal ist das einfach schwierig. Wenn ich einen Termin habe, oder so wie aktuell stark erkältet. Dann bin ich ja auch froh, wenn er die Kinder für eine Zeit lang nimmt. Ich kann mich dann nicht einfach zurücklehnen und die freie Zeit genießen, weil ich immer ein ungutes Gefühl habe. Es ist auch nicht so, dass er jedesmal trinkt, aber zur Zeit kommt es wieder vermehrt vor. Das ist immer so: phasenweise scheint er es im Griff zu haben, trinkt gar nicht. Doch dann kommt, weshalb auch immer, ein totaler Rückschlag. Ich kann nie einschätzen, wann es soweit ist und weiß auch nicht, was der Auslöser ist. Spreche ich ihn darauf an, kommen Vorwürfe seinerseits. Ich behandele ihn seiner Meinung nach dann ungerecht, ich kann es ihm in dem Moment ja auch nicht beweisen. Aber ich merke es deutlich, und zwar nicht nur ich.


    Nein, mein alkoholkonsum schätze ich nicht als problematisch ein. Es gibt Tage, da würde ich tatsächlich auch gerne mal was trinken, Geburtstage, Weihnachten, Silvester etc. Aber meist bleibt es dann bei einem Glas Wein beim Essen, weil ich weiß, dass einer von uns beiden nüchtern bleiben muss. Das ist tatsächlich auch eine Sache, die mich extrem stört: immer bin ich diejenige, die vernünftig bleiben muss. Einfach weil ich weiß, dass er das nicht schafft.

    Ich würde mich gerne mal mit Freundinnen treffen, auf den Weihnachtsmarkt gehen, essen gehen und dabei einfach mal ein wenig unvernünftig sein. Das ist aber einfach nicht möglich.

  • Ich habe Dich für den offenen Bereich freigeschaltet und Dein Thema direkt dort hin verschoben. Hier geht es nun weiter :)


    Selbst wenn er es abstreitet, vertraue auf Dein Gefühl. Ob er was trinkt, kannst Du nicht beeinflussen. Ob Du Deine Kinder davor schützt hingegen schon.

  • Liebe Becca,


    herzlich willkommen im Forum! Ich kann deine innere Zerrissenheit nachfühlen. Mein Ex hatte auch schon problematisch getrunken, als ich ihn kennengelernt habe. Als ich schwanger wurde, hatte ich damals schon gesagt, dass es eine Nulltoleranz Grenze gibt, wenn Kinder im Auto sind. Als unsere Große dann da war, ging es mir wie dir. Ich habe sie sehr ungern mit ihm alleine gelassen und ins Auto gesetzt. Er kam immer wieder mit einer Fahne nach Hause und wurde sehr wütend, wenn ich ihn darauf angesprochen habe. Ich würde mir das einbilden, sei verrückt, etc. Nun, er ist dann wirklich betrunken mit der Großen Auto gefahren und ab da war bei mir ein Punkt erreicht, wo es nicht weitergehen konnte. Ich hab dann noch einiges versucht, zB Paartherapie und ihn zur Suchtberatung geschleppt. Ende der Geschichte, er hat weiter gelogen und getrunken, die Suchtberatung abgebrochen. Daraufhin habe ich angefangen nur auf mich und die Kinder zu schauen. Was brauchen wir, damit es uns gut geht? Ich habe mich hier im Forum angemeldet und bin zu einer Suchtberatungsstelle für Angehörige gegangen. Ich habe mich gefragt, warum ich mit jemanden eine Beziehung führe, der mich so schlecht behandelt (anlügt und alle Verantwortung an mich abgibt). Warum lasse ich mich so behandeln? Langsam habe ich mich dann mehr und mehr um meine Bedürfnisse und die der Kinder gekümmert. Sie brauchen Eltern, auf die sie sich verlassen können. Ein nasser Alkoholiker kann das nicht. Aber auch eine uneinsichtige Co-abhängige kann es nicht. Einer von beiden muss die Verantwortung übernehmen. Ich habe das dann getan und die Beziehung beendet auch wenn meine Gefühle überhaupt nicht damit einverstanden waren. Das war eine Kopfentscheidung und ich habe sie bisher nicht bereut. Meine Gefühle sind mittlerweile mit meinem Kopf überein gekommen und ich schaue hoffnungsvoll in die Zukunft. Mein Ex ist immer noch uneinsichtig. Ich konnte ihn nicht verändern. Das geht auch nicht. Du kannst nur deine Situation ändern. Kannst du dir eine Zukunft mit ihm vorstellen, wenn er weiter trinkt? Wie kannst du die Kinder schützen?


    Ich wünsche dir alles Gute für deinen Weg!

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Vielen Dank für die Antwort und die Aufnahme.

    Ja, auf mein Gefühl hören ist das richtige. Es ist eine ätzende Situation.

    Momentan ist es so: ich registriere es, hab aber schon fast aufgegeben, ihn daran zu hindern. Ich bin in einer Zwickmühle. Spreche ich ihn darauf an, leugnet er es, macht mir Vorwürfe, es endet im Streit, was dann auch die Kinder mitbekommen (auf jeden Fall der große). Sage ich nichts, geht er davon aus, das niemand es mitbekommt und er so weitermachen kann. Verbiete ich ihm, mit den Kindern Auto zu fahren, kommt von ihm die Aussage, ich müsse ihm schon ein Stück weit vertrauen, weil er mir ja sonst nicht beweisen kann, dass er es im Griff hat. Ende vom Lied: ich habe ein schlechtes Gewissen. Es macht mich einfach traurig, ich fühle mich hilflos. Und ich weiß genau: wird sich nichts ändern, werde ich irgendwann an einen Punkt kommen, an dem es nicht mehr geht. Und wenn dieser Punkt erreicht ist, werde ich mich trennen, so leid mir das auch tut. Es klingt vielleicht verrückt, aber manchmal wünsche ich mir, dass wirklich etwas passiert. Dass die Polizei ihn anhält, dass er einen Unfall hat. Damit ich einen Beweis habe und sagen kann: ich wusste es! Jetzt kannst du es nicht mehr leugnen.

    Momentan verstehen meine Kinder noch nicht, was los ist. Ich denke, mein Sohn bemerkt auch die Veränderungen, kann sie aber noch nicht einordnen. Aber irgendwann wird es soweit sein. Davor habe ich einerseits Angst, andererseits warte ich nur darauf. Dann ist nämlich ein Punkt für mich erreicht, an dem es nicht mehr geht.

    Meine Eltern haben während meiner Kindheit auch getrunken, ziemlich viel. Wie oft habe ich mit meiner Schwester weinend auf der Treppe gesessen, wenn sie sich wieder lautstark gestritten haben. Meine Mutter habe ich einmal betrunken auf der Straße aufgesammelt. Die Polizei war schon da, wollte sie mitnehmen. Ich habe sie dann betrunken nach Hause gebracht. Da war ich etwa 12. Das will ich meinen Kindern ersparen.

    Gleichzeitig klammere ich mich an die Hoffnung, dass er es hinbekommt. Ich habe ihm schon so oft meine Hilfe angeboten, habe ihm gesagt, dass ich weiß, wie schwer es ist, ein Suchtverhalten abzulegen. Aber es ändert sich nichts.

    Vor ein paar Wochen, am Geburtstag meines Sohnes, hat er es wieder völlig übertrieben. Mein Vater kam mit seiner Freundin zu Besuch (meine Eltern sind schon lange geschieden) und er war mit meiner jüngeren Tochter (knapp zwei) unterwegs. Er kam nach Hause und war ziemlich betrunken. Mein Vater und seine Freundin haben es auch bemerkt (mein Vater kennt die Problematik) und mein Vater hat ihn auch darauf angesprochen. Mein Mann war total stinkig, ich habe ihm gesagt, dass ich der gleichen Meinung bin, dass es so nicht weitergeht. Wir haben uns furchtbar gestritten, er hat alles abgestritten, hat mich beschimpft, beleidigt. Mir gesagt, dass unter anderem mein Verhalten ein Grund ist, weshalb er trinkt. Er war dann soweit, dass er seine Sachen packen wollte um auszuziehen. Ich bin ganz ehrlich: ich dachte: endlich! Natürlich hatte ich Angst, aber ein Teil von mir war so erleichtert. Letztendlich ist er doch geblieben, wir haben uns am Abend noch lange unterhalten und letztendlich hat er eingelenkt und gesagt, dass er sich Hilfe sucht. Hat er auch gemacht. Aber seitdem ist es im Grunde nur schlimmer geworden. Sonst hat er abends immer seinen Rotwein im Wohnzimmer getrunken, nun macht er es heimlich. Ich finde Flaschen im Keller, im Auto, im Müll.

    Diese Heimlichtuerei ist für mich noch schlimmer, als wenn er sich offen betrinkt.

  • Kannst du dir eine Zukunft mit ihm vorstellen, wenn er weiter trinkt? Wie kannst du die Kinder schützen?

    Wenn er weiter trinkt? Nein, definitiv nicht. Ich weiß, dass die Kinder es irgendwann mitbekommen werden. Allein schon, um sie davor zu bewahren, werde ich irgendwann die reißleine ziehen müssen. Ich hatte ebenfalls eine Kindheit, in der viel Alkohol im Spiel war, und ich habe die Bilder noch immer im Kopf.

    Zur Zeit bin ich noch nicht soweit, mich zu trennen, weil ich einfach noch Hoffnung habe . Und auch, weil ich Angst vor einer Zukunft ohne ihn habe. Ich habe bisher beruflich immer weggesteckt, vor zwei Jahren haben wir ein Haus gekauft, der Kredit muss gezahlt werden, ich stehe für mich allein genommen finanziell nicht gut da. Wie soll ich es alleine schaffen? Wie reagieren die Kinder? So viele Unsicherheiten.

  • Willkommen im Forum, Becca! :)


    Die Kinder haben das mit der Trinkerei ganz bestimmt mitbekommen, wenn sie das auch nicht einordnen können.

    Die haben extrem gut entwickelte Antennen, was die Befindlichkeiten der Eltern anbelangt.


    Zieh dir den Mantel nicht an von wegen du bist Schuld an seiner Trinkerei - das sagen so ziemlich alle Trinker, die in einer Partnerschaft sind.

    Das wirst du bestimmt schon festgestellt haben, wenn du hier bei anderen gelesen hast.

    Die Mühen der Gebirge liegen hinter uns.
    Vor uns liegen die Mühen der Ebenen. (Bert Brecht) 8)

  • Hallo Dante. Vielen Dank für deine Antwort.

    Ja, ich weiß, dass das eine typische Aussage ist. Ich war jahrelang essgestört, habe immer allen anderen die Schuld für mein Problem gegeben. Bis ich irgendwann begriffen habe, dass nicht die anderen ihr Verhalten ändern müssen, sondern ich.

    Was die Vorwürfe meines Mannes angeht: seiner Meinung nach ist es mein kühles Verhalten ihm gegenüber der Grund, dass er sich betrinkt. Was er aber einfach nicht versteht oder verstehen will, ist, dass sein alkoholkonsum der Grund für mein allmähliches abstumpfen ist. Ich merke, dass ich mich emotional von ihm abwenden muss, weil ich es sonst einfach nicht schaffe über den Tag zu kommen…

  • Kintsugi

    Wie hast du es denn geschafft, die Kinder zu schützen? Hast du ihm verboten, mit ihnen allein zu sein? Ich finde das sehr schwierig, die Kinder wollen schließlich auch etwas mit ihrem Vater unternehmen.

    Soweit ich das sagen kann, trinkt er öfters, wenn er mit den Kindern unterwegs ist. Nie soviel, das er völlig betrunken ist, aber ich rieche seine Fahne. Aber er ist noch klar im Kopf. Dann kommen bei mir Zweifel hoch, ob ich mich irre.

  • Es klingt vielleicht verrückt, aber manchmal wünsche ich mir, dass wirklich etwas passiert. Dass die Polizei ihn anhält, dass er einen Unfall hat. Damit ich einen Beweis habe und sagen kann: ich wusste es! Jetzt kannst du es nicht mehr leugnen.

    Hallo Becca,

    den Wunsch hatte ich auch. Als es dann wirklich zu einem Aufeinandertreffen mit der Polizei führte, hat das aber nicht das bewirkt, was ich mir gewünscht hätte. Mein Ex ist nach wie vor der Meinung, dass er alles richtig gemacht hat und ich alles falsch. Bei manchen (oder vielen?) bewirkt so ein Tiefpunkt leider gar nichts.


    Ich habe wie du nicht nur einmal gehört, dass er nur meinetwegen trinkt, weil ich so eine böse Ehefrau bin, ich mich zu wenig um ihn kümmere, nicht oft genug mit ihm ins Bett will, weil ich mit ihm unzufrieden bin, weil ich nicht dauernd mache, was er will usw.


    Diese nicht enden wollende Hoffnung kenne ich auch. Bei mir hat nur geholfen mich mit dem Kopf gegen die Hoffnung zu entscheiden.

    Gleichzeitig klammere ich mich an die Hoffnung, dass er es hinbekommt. Ich habe ihm schon so oft meine Hilfe angeboten, habe ihm gesagt, dass ich weiß, wie schwer es ist, ein Suchtverhalten abzulegen. Aber es ändert sich nichts.

    Ich würde jetzt mal frech behaupten, solange du noch Verständnis für seine Sucht hast bzw wie schwer es ist herauszukommen, muss er rein gar nichts ändern. 🤔


    LG, Saphira

  • Hallo Becca,

    Als es dann wirklich zu einem Aufeinandertreffen mit der Polizei führte, hat das aber nicht das bewirkt, was ich mir gewünscht hätte.

    auch von mir ein herzliches Willkommen bei uns.

    ich kann leider auch nur das bestätigen, was Saphira schreibt, denn bei meinem Mann hat auch eine Wegnahme des Führerscheins nicht geholfen. Keine Einsicht auf weiter Flur.

    Bei manchen kann es der Tiefpunkt sein, aber viele haben deshalb nur einen Grund mehr zum Trinken.



    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • Saphira

    Es ist weniger so, dass ich davon ausgehe, dass er dann sein Verhalten ändert. Es wäre der Moment für mich zu sagen: jetzt ist schluss, bis hierhin und nicht weiter. Es wäre glaub ich weniger ein Weckruf für ihn, sondern vielmehr für MICH. Weißt du, was ich meine?

    Verständnis für seine Sucht ja, aber völliges Unverständnis dafür, dass er seine Ehe, seine Familie und das Leben seiner Kinder aufs Spiel setzt…


    Morgenrot

    Mein Mann hat tatsächlich schon zweimal seinen Führerschein verloren, einmal in seiner Jugend und einmal, als wir gerade zusammengekommen sind. Er hat ihn beide Male zurückbekommen und es hat nichts geändert. Wie gesagt, ich weiß nicht, ob es bei ihm eine Veränderung bewirkt. Aber ich denke, bei mir.

  • Es wäre glaub ich weniger ein Weckruf für ihn, sondern vielmehr für MICH

    Ein Weckruf für dich, kann für deine Kinder zu spät sein 😢


    Ja, ich dachte auch, ich könnte nicht auf ihn verzichten und war in gewisser Weise abhängig davon, dass er die Kinder betreut. Aber wenn du weißt, dass er dabei trinkt, dann musst du die Reißleine JETZT ziehen. Vielleicht gibt es ihm die nötige Motivation sein Trinkverhalten zu überdenken. Er kann die Kinder eben nicht alleine betreuen, bis er ganz sicher nicht dabei trinkt. Fertig.


    Wenn er es nicht sein lassen kann. Dann liegt die Verantwortung bei dir die nötige Konsequenz zu ziehen.


    Ich weiß, es ist verdammt schwer. Und ich bin finanziell auch sehr verwoben und habe einen riesen Kredit an der Backe. Das sind alles keine Gründe, um zu verharren. Es macht Angst, ich weiß. Ich habe es auch nicht alleine geschafft, sondern habe alle Hilfe angenommen, die ich kriegen konnte. Zum Beispiel habe ich mich von einer Rechtsanwältin beraten lassen, was/wie eine Trennung möglich ist. Es sind kleine Schritte und irgendwann ist es geschafft.


    Da er immer noch nicht trocken ist und unsere Kinder so klein sind, gibt es nur begleiteten Umgang. Ich habe freiwillig das Jugendamt eingeschalten, damit die Kinder alle Hilfe bekommen können, die benötigt wird. Sucht ist eine Familienkrankheit und es benötigt einigen Aufwand, um sie zu stoppen.

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Es ist weniger so, dass ich davon ausgehe, dass er dann sein Verhalten ändert. Es wäre der Moment für mich zu sagen: jetzt ist schluss, bis hierhin und nicht weiter. Es wäre glaub ich weniger ein Weckruf für ihn, sondern vielmehr für MICH. Weißt du, was ich meine?

    Ich verstehe, was du meinst. Du machst dich beim Gehen und Bleiben von ihm abhängig. Macht er eine Therapie, bleibst du, sorgt er für einen ausreichend lauten Weckruf, gehst du. Was willst DU FÜR DICH? Was willst du für deine Kinder?

    Mir war schon länger klar, dass unsere Ehe zerbrechen wird, weil er uneinsichtig geblieben ist. Es war kaum noch auszuhalten, aber ich habe den Schlussstrich verschoben und verschoben. Warum? Weil ich extrem viel Angst hatte: vor dem Trennungsschmerz, vor der finanziellen Herausforderung - ich hatte richtige Existenzängste, vor seiner Reaktion und weil ich wusste, dass ich mein ganzes Leben umkrempeln und sehr viel verändern muss und meine Hoffnung hatte enormen Überlebenswillen, zu hoffen und weiterzumachen und zu funktionieren war schon reinste Gewohnheit. Es wäre gelogen, wenn ich sage, dass ich jetzt glücklich bin. Ich bin noch mittedrin im Lebenumkrempeln. Aber dorthin zurück, wo wir vor der Trennung waren, würde ich keinesfalls wollen. Ich kann dir auch sagen, dass auch ich in dieser Beziehung einige Weckrufe hatte. Irgendwie habe ich mich immer erholt und sie wieder und wieder ignoriert. Mein Preis dafür war eine Depression, von der ich mich noch erhole.

  • Hallo und herzlich Willkommen Becca,

    klingt vielleicht verrückt, aber manchmal wünsche ich mir, dass wirklich etwas passiert. Dass die Polizei ihn anhält, dass er einen Unfall hat. Damit ich einen Beweis habe und sagen kann: ich wusste es! Jetzt kannst du es nicht mehr leugnen.

    Ne klingt ganz und gar nicht verrückt, wenn du dich hier durchliest wirst du oft so ziemlich die gleichen Zeilen lesen.

    Aber wie meine Vorschreiberinnen es schon beschrieben haben, kann was bewirken muss aber nicht. Und wie du ja selbst schreibst, zweimal wurde deinem Mann schon eine Trunkenfahrt behördlich nachgewiesen.


    Ob dich diese Tatsache zum Umdenken bewegen könnte....mhhhh bin mir nicht sicher.

    Sonst hat er abends immer seinen Rotwein im Wohnzimmer getrunken, nun macht er es heimlich. Ich finde Flaschen im Keller, im Auto, im Müll.

    Diese Heimlichtuerei ist für mich noch schlimmer, als wenn er sich offen betrinkt.

    Genau diese Heimlichtuerei zeigt, er hat ein Problem!!! Klar könnte er wieder sagen, ich verstecke, damit ich mir die ewigen Diskussionen mit dir nicht weiter antun muss. ABER er weiß ganz genau, dass es eben nicht mehr NORMAL ist.

    Lass dir nicht einreden dass es anders sei. Glaube deiner Wahrnehmung.

    Zur Zeit bin ich noch nicht soweit, mich zu trennen, weil ich einfach noch Hoffnung habe . Und auch, weil ich Angst vor einer Zukunft ohne ihn habe. Ich habe bisher beruflich immer weggesteckt, vor zwei Jahren haben wir ein Haus gekauft, der Kredit muss gezahlt werden, ich stehe für mich allein genommen finanziell nicht gut da. Wie soll ich es alleine schaffen? Wie reagieren die Kinder? So viele Unsicherheiten.

    Du musst auch nicht sofort die Trennung vollziehen. Kümmere dich um die Kinder und um dein Wohlbefinden. Gehe die ersten Schritte. Mögen sie noch so klein sein. Der erste Schritt war, sich hier anzumelden. Der zweite sollte sein, deine Kinder nicht mehr alleine mit ihrem Vater im Auto unterwegs sein lassen. Der nächste, die Kinder nicht mehr in seiner Obhut alleine lassen (wenn möglich). Diesen Schritt kannst du auch deinen Mann ganz klar offenbaren. Z.B.: ich werde die Kinder nicht mehr mit dir im Auto mitfahren lassen. Keine Diskussion.


    Du kannst dich auch bei einer Caritasstelle beraten lassen. Was steht dir als Unterhalt zu, usw.


    Dies sind alles kleine Schritte die du schon jetzt gehen kannst. Und irgendwann traust du dir dann den Schritt der Trennung zu.


    Oder deinen Hoffnung erfüllt sich und dein Mann ändert was. Darauf solltest du dich aber nicht versteifen da es höchstwahrscheinlich nicht eintritt.

    Was er aber einfach nicht versteht oder verstehen will, ist, dass sein alkoholkonsum der Grund für mein allmähliches abstumpfen ist.

    Ich glaube, er weiß das ganz genau. Er möchte nur von sich ablenken. Typisches Verhalten eines Süchtigen.

    Er kann die Kinder eben nicht alleine betreuen, bis er ganz sicher nicht dabei trinkt. Fertig.

    Wie Kintsugi schrieb, dass liegt in deiner Verantwortung. Da sollte es keine Wenn und Aber geben.


    Ich wünsche dir viele Kraft damit du die nächsten kleinen Schritte gehen kannst.

  • Was willst DU FÜR DICH? Was willst du für deine Kinder?

    Ich will vor allem Ruhe. Ich will die Sicherheit haben, dass ich einen Partner und Vater an meiner Seite haben, auf den ich mich verlassen kann. Ich will nicht mehr dieses ständige Hin und her.

    Der heutige Tag war ein typisches Beispiel. Heute hat er nicht getrunken und es war so, wie es sein sollte. Wir haben mit den Kindern gespielt, uns unterhalten, zusammen gekocht. Das wünsche ich mir. Und diese Tage sind der Grund, weshalb ich noch nicht den Schritt der Trennung gemacht habe. Weil ich eben weiß, wie es sein KANN.


    Du musst auch nicht sofort die Trennung vollziehen.

    Nein, soweit bin ich noch nicht, wie oben geschildert. Aber ich denke auch, einfach die Tatsache, dass ich mich hier angemeldet habe und nach Austausch suche, zeigt, dass sich etwas ändern muss. Bisher habe ich noch Zuviel Angst, die nächsten Schritte zu gehen. Ich hoffe, er ändert sich, aber letztendlich habt ihr alle recht: das liegt nicht in meiner Hand. Das einzige, was ich tun kann, ist, die nötigen Konsequenzen zu ziehen.

    Ein Weckruf für dich, kann für deine Kinder zu spät sein 😢

    Das weiß ich. Und ich habe Angst davor. Denn ich weiß, dass ich mir das niemals verzeihen könnte.

  • hallo...ich möcht dir nicht sagen was jetzt richtig oder falsch ist....bei mir war es so:

    meine Frau kam zu mir und sagte...wir müssen mal reden.....im ernsten aber sehr wohlwollendem Ton....so morgen oder übermoregn...da fing bei mir die Angst an...kurzes rattern im Gehirn....ich wusste natürlich genau worum es ging....ich überlegte mir lauter Versprechungen...ich trinke wirklich nie wieder zu sagen...oder wirklich nur 2 Bier am Tag......das heißt, ich habe immernoch versucht diesen Zustand aufrecht zu erhalten, nur meine Frau davon zu überzeugen, dass alles gut sei... innerlich wuste ich dass die Gefahr bestand mich von dem Alkohol trennen zu müssen...war erstmal unvorstellbar....der Gedanke viel mir sehr schwer, obwohl ich im inneren wusste, dass irgendwann der Zeitpunkt kommt damit aufzuhören....aber doch nicht so schnell usw...

    die Zeit bis zum Gespräch, war ich aber sehr mit dem Thema beschäftigt...

    wir setzten uns zusammen und meine Frau hat gesagt, dass sie mich noch liebt und wir uns einfach mal ernst unterhalten müssen...sie sagte mir vorher schon, dass sie mir nichts böses will...ich brauche auch keine Angst zu haben

    sie erzählte mir wie es ihr geht, dass sie sich große Sogen mache und diesen Zustand wie er jetzt sei nicht aushält bzw mehr will....wenn ich wütnd aufspringen wollte, hat sie mich gebeten mich wieder hinzusetzen, da wir das wirklich klären müssen....sie sagte mir, dass ich riskiere ein Wochenendvater zu werden (und ich liebe meine Kinder wirklich sehr) und dass sie gehen würde....und los ging es bei mir...ich fing an zu verhandeln...ich trinke wirklich jetzt min 3 Monate nichts mehr....dann siehst du ja dass ich auch ohne Alkohol leben kann...(wir hatten schon mehrere Gespräche mit vielen Versprechungen von mir, die natürlich alle nicht geklappt haben)

    also habe ich gesagt ok ich trinke nichts mehr...und fertig.... und ich hoffte, das Gespräch wäre vorbei...

    sie fragte dann ...was willst du dafür tun oder anders machen......verstand ich nicht...ich habe doch gesagt ich trinke nicht mehr....sie wollte konkrete Vorschläge wie ich es schaffen kann, wirklich aufzuhören...sie sagte, ich muß mich wirklich darum kümmern (sie selber hat auch eine Drogenkariere hinter sich gebracht und war dann schon seit mehreren Jahren clean)

    es gab bei dem Gespräch ihrerseits keine Vorwürfe und sie hat versucht ganz lieb mit mir zu reden und hat immer wieder versucht mich zu beruhigen und es geschafft, dass es nicht zu einem Streit kam...dann bekam ich eine Woche Bedenkzeit um nochmal mit ihr zu reden und konkete Vorschläge zu machen...

    ....das war jetzt die Kurzform...

    einerseits viel mir ein Stein vom Herzen....ich bin fest davon ausgegangen, dass das Gespräch die Trennung bedeutet....was es ja auch tut wenn ich nichts mache....heiß....wirklich, wirklich letzte Chance

    da habe ich angefangen zu suchen....habe dieses Forum gefunden und mich bei einer Psychotherapie angemeldet....da begann mein Weg ins trockene Leben....mit wenigen Rückfällen....aber ich wußte was ich will und habe es bis heute geschafft

    ich bin meiner Frau sooooo dankbar, dass sie mir das so erklärt hat...bzw dass ich verstanden habe worum es geht


    soll jetzt nicht heißen du trägst die Verantwortung ode Schuld.....im Gegenteil

    Lieben gruß

    mexico

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