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  • mexico

    Danke für deine ehrlichen Worte. Bisher lief es beibringst immer gleich ab: bei meinem Mann beginnt wieder eine Trinkphase (es kommt auch vor, dass er mehrere Tage gar nicht trinkt), ich schaue es mir eine Zeit lang an, werde immer wütender und irgendwann explodiere ich. Es kommt alles raus. Meistens natürlich dann, wenn er gerade be-bzw angetrunken ist. Das ein Gespräch in den Moment von vornherein zum scheitern verurteilt ist, sollte mir mittlerweile eigentlich klar sein. Es eskaliert, wir streiten uns, irgendwann lenkt er ein, sagt, er ändert etwas, er bekommt das hin etc pp. Ich kann nicht mehr sagen, wie oft das schon passiert ist, jedenfalls viele Male. Ich bin kurz beruhigt, bin froh, dass er es verstanden hat. Dann kommt der Rückfall und das ganze Spiel geht von vorne los. Mir ist klar, dass ich mitnimmst sprechen sollte, wenn er nüchtern ist. Jedoch freue ich mich jedesmal, wenn es mal klappt und will dann keinen Streit riskieren.

    Ich denke, meine Leidensgrenze ist noch nicht erreicht, und meine Hoffnung, das es beim nächsten mal wirklich klappt und er seine Versprechungen einhält, noch zu groß.

  • Bisher lief es beibringst immer gleich ab: bei meinem Mann beginnt wieder eine Trinkphase (es kommt auch vor, dass er mehrere Tage gar nicht trinkt), ich schaue es mir eine Zeit lang an, werde immer wütender und irgendwann explodiere ich. Es kommt alles raus.

    Ich fühle mit dir. Bei meinem Mann und mir läuft es auch fast immer so ab, es ist so schade und anstrengend, dass sich das so festgefahren hat. Ich überlege heute hin und her wie ich es anders hätte ansprechen sollen, immer und immer wieder. Aber ich kann deine Wut so gut nachvollziehen. Das staut sich immer auf, solange man still zuschaut und es toleriert und platzt irgendwann alles aus einem heraus. Wir sprechen momentan nicht miteinander und sind räumlich getrennt. Super traurig ist das grade aber vielleicht hilft es und wir können bald noch mal in Ruhe über unsere Zukunft reden, was er tun möchte, was ich will, wie es weiter geht und so... Vielleicht gibt es auch für euch die Möglichkeit etwas Ruhe/Abstand reinzubringen um so die festgefahrene Situation abkühlen zu lassen?

  • Hallo Dante. Vielen Dank für deine Antwort.

    Ja, ich weiß, dass das eine typische Aussage ist. Ich war jahrelang essgestört, habe immer allen anderen die Schuld für mein Problem gegeben. Bis ich irgendwann begriffen habe, dass nicht die anderen ihr Verhalten ändern müssen, sondern ich.

    Was die Vorwürfe meines Mannes angeht: seiner Meinung nach ist es mein kühles Verhalten ihm gegenüber der Grund, dass er sich betrinkt. Was er aber einfach nicht versteht oder verstehen will, ist, dass sein alkoholkonsum der Grund für mein allmähliches abstumpfen ist. Ich merke, dass ich mich emotional von ihm abwenden muss, weil ich es sonst einfach nicht schaffe über den Tag zu kommen…

    Das ist so krass,

    ist bei mir ganz genauso!

    Mein Partner meint auch dass ja evtl die fehlende körperliche Nähe ein Grund für sein Alkoholkonsum ist.

    Und das schlimme ist:Zunächst einmal zieht man sich den Schuh auch noch an

  • Wenn er weiter trinkt? Nein, definitiv nicht. Ich weiß, dass die Kinder es irgendwann mitbekommen werden. Allein schon, um sie davor zu bewahren, werde ich irgendwann die reißleine ziehen müssen. Ich hatte ebenfalls eine Kindheit, in der viel Alkohol im Spiel war, und ich habe die Bilder noch immer im Kopf.

    Zur Zeit bin ich noch nicht soweit, mich zu trennen, weil ich einfach noch Hoffnung habe . Und auch, weil ich Angst vor einer Zukunft ohne ihn habe. Ich habe bisher beruflich immer weggesteckt, vor zwei Jahren haben wir ein Haus gekauft, der Kredit muss gezahlt werden, ich stehe für mich allein genommen finanziell nicht gut da. Wie soll ich es alleine schaffen? Wie reagieren die Kinder? So viele Unsicherheiten.

    Unsere Geschichten sind so identisch verrückt.

    Und wir sind wahrnehmen gerade auf einem ähnlichen Level.

    Man ist hin und hergerissen.

    Gehen oder bleiben und weite hoffen,richtig?

    Ich bin auch so verunsichert wegen meiner Tochter.

    Schrecklich.

    Hast Du Dir einen Zeitpunkt festgelegt bis zu dem Du Dir das ganze Spielchen noch anguckst?

  • Bei meinem Mann und mir läuft es auch fast immer so ab, es ist so schade und anstrengend, dass sich das so festgefahren hat

    Ja, schade und anstrengend. Besonders, weil ich ein paar Tage immer denke: jetzt wird es! Jetzt nimmt er es in Angriff. Und dann wieder der Rückschlag. Wieder eine Fahne, wieder Dosen und Flaschen, die ich irgendwo im Keller finde. Wieder ein um 19.00 schlafender Mann auf der Couch, während ich die Kinder ins Bett bringe. Der nicht mal wach wird, um seinem Sohn einen gute-Nacht-Kuss zu geben.

    Die Hoffnung steigt, und dann wieder dieses abstürzen. Die Enttäuschung…

  • Man ist hin und hergerissen.

    Gehen oder bleiben und weite hoffen,richtig?

    Ich bin auch so verunsichert wegen meiner Tochter.

    Schrecklich.

    Hast Du Dir einen Zeitpunkt festgelegt bis zu dem Du Dir das ganze Spielchen noch anguckst?

    Genau. Auf der eines Seite: das kann sich nicht sein, dass wir das nicht irgendwie hinbekommen.

    Aufbürden anderen Seite: ich kann und will nicht mehr.

    Und dann die Kinder, die in diesem ganzen Kuddelmuddel mit drin stecken. Auf der einen Seite denke ich: geh, bevor es zu spät ist, geh, bevor die Kinder merken, was Sache ist. Vielleicht weckt ihn das auf und er kann, wenn schon kein Partner, wenigstens ein Vater sein, auf den sie Kinder sich verlassen können.

    Auf der anderen Seite denke ich: die Kinder werden es nicht verstehen, werden ihren Vater vermissen, und, weil sie noch gar nicht wissen, was eigentlich los ist, vielleicht sogar bei ihm bleiben wollen. Mich dafür hassen.


    Nein, ich habe keinen konkreten Zeitplan. Aber ich merke, dass es in mir arbeitet. Ich bin ein Mensch, der relativ spontan eine Entscheidung trifft. Meistens dauert es eine Weile, aber wenn ich sie dann getroffen habe, dann auch unwiderruflich.

    Aber ich weiß, wird sich nichts ändern, und zwar drastisch, dann wird dieser Moment kommen. Wann? Keine Ahnung…

  • Becca

    Du denkst und fühlst genauso wie ich.

    Auch das, dass wir als Mütter am Ende die Schuldigen sind.

    Ich bin ja jetzt schon die Meckerziege hier😒

    Meine Tochter und ich haben eine tolle Beziehung zueinander aber dadurch dass ICH ja am meisten Zeit mit ihr verbringe, meckere ICH natürlich auch mehr.

    Und Papa ist der ‚Entspannte‘😏

  • Bitte geht nicht mit euch so hart ins Gericht, dass ihr anders mit euren Männern hättet reden sollen. Ich habe es auf jede erdenkliche Art versucht - lieb, nett, verzweifelt, böse, anklagend, mit Ich-Botschaften, mit Du-Botschaften. Ich hätte mit dem Kopf gegen die Wand springen können. Eure Männer betrinken sich andauernd, haben eine Fahne, verschlafen den Abend, kümmern sich um wenig bis nichts, sind unzuverlässig, beleidigen euch, sind keine Partner auf Augenhöhe und ihr fragt euch, ob ihr sie nicht sanft oder taktisch klug genug angesprochen habt.

    Und dann die Kinder, die in diesem ganzen Kuddelmuddel mit drin stecken. Auf der einen Seite denke ich: geh, bevor es zu spät ist, geh, bevor die Kinder merken, was Sache ist. Vielleicht weckt ihn das auf und er kann, wenn schon kein Partner, wenigstens ein Vater sein, auf den sie Kinder sich verlassen können.

    Auf der anderen Seite denke ich: die Kinder werden es nicht verstehen, werden ihren Vater vermissen, und, weil sie noch gar nicht wissen, was eigentlich los ist, vielleicht sogar bei ihm bleiben wollen. Mich dafür hassen.

    Natürlich werden es die Kinder nicht verstehen. Wir (Ex)Partnerinnen verstehen es ja auch nicht, warum sie einfach nicht in die Gänge kommen können.

    Die Kinder vermissen ihren Vater so oder so, egal ob du getrennt bist oder bei ihm bleibst. Ein Alkoholiker ist leider nicht ganz erreichbar und greifbar. Er ist betrunken. Somit ist er nicht ganz da. Körperlich ja, aber geistig und emotional nein. Das spüren die Kinder, genau wie du es spürst. Er lebt mit dir zusammen und trotzdem vermisst du ihn.

  • Ich habe mich auch lange um die Schuldfrage gedreht. Aber darum geht es nicht. Keiner trägt die Schuld an einer Krankheit. Es geht um Verantwortung. Die Verantwortung des Alkoholikers sich Hilfe zu suchen und die Krankheit zum stoppen zu bringen. Und die Verantwortung der Angehörigen bei sich zu bleiben und das eigene Leben in die Hand zu nehmen. Den Partner ändern oder kontrollieren wollen, ist zum Scheitern verurteilt. Wir können nur uns selbst ändern. Alle Versuche meinen Ex zur Einsicht zu bewegen sind gescheitert. Von ruhig und verständnisvoll über wütend...selbst die Trennung hat ihn nicht dazu bewogen ernsthaft Schritte zu unternehmen (klar, Worte und Beteuerungen kamen weiterhin, allerdings müssen Taten folgen, keine Worte). Wenn man es überspitzt, steht es uns Partnerinnen auch nicht zu, die Trinkgewohnheiten des Gegenüber ändern zu wollen. Wenn er trinken will, dann darf er das. Aber es ist natürlich meine freie Entscheidung, ob ich einen saufenden, pöbelnden Partner akzeptiere oder nicht. Ich habe es nicht akzeptiert und glaube fest daran, dass es da draußen Männer gibt, die mich nicht beschimpfen, wenn ich meine Bedürfnisse äußere.

    Alles was man über das Leben lernen kann, ist in 3 Worte zu fassen: es geht weiter.

  • Natürlich werden es die Kinder nicht verstehen. Wir (Ex)Partnerinnen verstehen es ja auch nicht, warum sie einfach nicht in die Gänge kommen können.

    Die Kinder vermissen ihren Vater so oder so, egal ob du getrennt bist oder bei ihm bleibst. Ein Alkoholiker ist leider nicht ganz erreichbar und greifbar. Er ist betrunken. Somit ist er nicht ganz da. Körperlich ja, aber geistig und emotional nein. Das spüren die Kinder, genau wie du es spürst.

    Ganz genauso. Und ihr dann hier die vielen Geschichten von den EKAs lest oder die der trockenen Alkoholiker, dann liest man, wie die Kinder leiden. Und wie viele Kinder später selbst Alkoholiker werden. Das könnt ihr doch nicht für eure Kinder wollen?

  • Natürlich werden es die Kinder nicht verstehen. Wir (Ex)Partnerinnen verstehen es ja auch nicht, warum sie einfach nicht in die Gänge kommen können.

    Die Kinder vermissen ihren Vater so oder so, egal ob du getrennt bist oder bei ihm bleibst. Ein Alkoholiker ist leider nicht ganz erreichbar und greifbar. Er ist betrunken. Somit ist er nicht ganz da.

    Da hast du natürlich recht. Neben den Tagen, an denen er betrunken ist, gibt es aber eben auch die Tage, an denen er es nicht ist. Und an diesen Tagen ist er ein wundervoller Partner und Vater. Dann ist er toll zu den Kindern, spielt mit ihnen, unternimmt tolle Sachen. Und, und das ist das schwierige, selbst wenn er was getrunken hat, natürlich nur wenig, ist er liebevoll und fürsorglich. Keine Ahnung, ob die Kinder dann überhaupt was merken, aber ich merke es. Und das macht mich traurig. Ich rieche es, merke es an seiner Stimme, an seinem Verhalten, das er irgendwie anders ist.

    Es ist nicht so, dass er dann nur betrunken auf der Couch rumliegt. Das kommt vergleichsweise selten vor.

  • Keine Ahnung, ob die Kinder dann überhaupt was merken, aber ich merke es. Und das macht mich traurig. Ich rieche es, merke es an seiner Stimme, an seinem Verhalten, das er irgendwie anders ist.

    Heute bin ich sicher, dass sie es merken - genau wie du. Der Vater meiner Kinder war auch nicht jeden Tag gleich gut oder schlecht drauf. Er war auch nicht jeden Tag sturzbetrunken. Er konnte zwischendurch richtig liebevoll sein und hat die Kinder verwöhnt. Aber weißt du was, genau das ist ja das Fatale. Es ist wie ein dauernd wechselndes Heiß-Kalt. Einmal ist er sehr präsent, fast zu schön um wahr zu sein und im nächsten Moment ist er wieder abwesend, betrunken, schlecht gelaunt. Dieser Wechsel lässt auch unser Gehirn süchtig werden und genau dieses Hin und Her macht es so schwer von ihm loszukommen und begünstigt es leider auch, dass die Kinder später möglicherweise einmal süchtig werden. Das macht mir große Sorgen. Hier tummeln sich einige EKAs, die auch selbst mal tranken.

  • Da hast du natürlich recht. Neben den Tagen, an denen er betrunken ist, gibt es aber eben auch die Tage, an denen er es nicht ist. Und an diesen Tagen ist er ein wundervoller Partner und Vater. Dann ist er toll zu den Kindern, spielt mit ihnen, unternimmt tolle Sachen. Und, und das ist das schwierige, selbst wenn er was getrunken hat, natürlich nur wenig, ist er liebevoll und fürsorglich. Keine Ahnung, ob die Kinder dann überhaupt was merken, aber ich merke es. Und das macht mich traurig. Ich rieche es, merke es an seiner Stimme, an seinem Verhalten, das er irgendwie anders ist.

    Es ist nicht so, dass er dann nur betrunken auf der Couch rumliegt. Das kommt vergleichsweise selten vor.

    Auch das ist bei uns ebenfalls so!

    Das macht das ganze so schwierig

    Er ist kein schlechter Papa.

  • Woran hast du gemerkt, dass die Kinder es gespürt haben?

    Ich habe es vor allem an meinem Großen gemerkt. Er hatte eine große Sehnsucht nach dem Papa, hat abends oft gewartet und konnte nicht einschlafen, wenn der Papa noch nicht da war, manchmal hat er deswegen geweint. Er hat den Papa unentwegt geschont, er hat ihm nicht von Fehlern erzählt, die er gemacht hat - nur mir. Er hat ihn wegen Kleinigkeiten, die er vom Papa bekommen hat oder die er mit ihm unternommen hat, angehimmelt. Er hat ihm nur selten seine Wut gezeigt, die er aus Enttäuschung hatte z.B. weil ihn der Papa wieder wegen irgendetwas vertröstet hat. Er hat zu mir gesagt, dass die Väter seiner Freunde anders sind und er sich das auch von seinem Papa wünschen würde (z.B. das ganze WE da sein, mit befreundeten Familien etwas unternehmen - das gab es bei uns zum Schluss alles nicht mehr). Er hat versucht neben dem Papa besonders brav zu sein.

    Er hat zu mir gesagt, er versteht nicht, warum der Papa so ist, wie er ist. Er sagte wortwörtlich, "Papa hatte mit seinem Papa keine schöne Kindheit. Ich verstehe nicht, warum er es mit uns nicht anders macht."

    Außerdem hat er sich erinnert, dass es mal anders war. Er hat sich an die glücklichen Zeiten erinnert.

    Ich habe alles versucht um zu kompensieren, was der Papa zu Hause mit uns nicht mehr macht. Ich habe mich in meinem Leben noch nie so bemüht, wie in den letzten 1,5 Jahren um für die Kinder so viel wie möglich auszugleichen. Aber ich konnte nur ihre Mama sein und nicht ihre Mama UND ihr Papa.

  • Saphira

    Das ist unglaublich traurig. Wie alt war dein Sohn da?

    Ich frage deshalb, weil ich momentan meine Antennen total ausgestreckt habe, was das Verhalten und Aussagen meines Sohnes angeht. Besonders an Abenden, an denen mein Mann getrunken hat, frage ich ihn abends, ob alles ok ist, ob es irgendetwas gibt, was ihn im Kopf herum geht oder was er mich fragen will.

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