Willkommen in unserem Forum: Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unserer Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Die Freischaltung für den geschützten Bereich kann nach frühstens 4 Wochen erfolgen. Um aufgenommen zu werden, solltest du dich zuerst Vorstellen und später dich bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität, mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Sehr wenige Eltern bekommen mit wie sehr sich die Kinder verändern.

    Eltern haben ihre eigenen, existenziellen Sorgen, Kinder wissen nicht wie sie mit Situationen umgehen sollen, sie haben weder die Erfahrungen, noch irgendwelche Strategien, sie haben es nie gelernt. Wie auch und wann? Kinder können nur probieren und hoffen, dass sie nichts falsch machen.

    Ich wuchs in so einem Haushalt auf, der Vater trank, ich wusste nie wie ich mich verhalten sollte, ich war/ wurde ein unsicheres, ängstliches Kind, welches nie wusste wie es sich verhalten sollte. Der unbeherrschte, nicht einzuordnende Vater, von dem man sich an besten fernhielt (meistens) und die oft verzweifelte, hilflose Mutter, ich versuchte jeden Konflikt zu vermeiden, wurde still und zog mich zurück.

    Für die Erwachsenen war ich nur das stille, schüchterne Kind. Das ich überhaupt kein Selbstbewusstsein hatte, immer nur Angst nicht zu gefallen, mir Aufmerksamkeit wünschte oder sogar Anerkennung, fiel wohl niemanden auf. Ich war ja nur ein Kind, dass das alles nicht versteht.

    Ich habe es auch nicht verstanden! Wie auch? Bis zur Einschulung stotterte ich und kaute an den Nägeln, suchte überall Anerkennung, wollte gefallen. Die Schule gab mir etwas Halt, Anerkennung, gute Noten halfen mir, ein wenig Anerkennung zu erhaschen. Unschicher blieb ich mein Leben lang.

    Die ersten 10... 20 Jahre sind die prägensten ... eine Fehlprägung wieder zu korrigieren bleibt eine Lebensaufgabe.

    Ich werde bald sechzig Jahre und es ist mir bis heute nicht gelungen.

    Vielen Dank, liebe Eltern.

  • Ich behandele ihn seiner Meinung nach dann ungerecht, ich kann es ihm in dem Moment ja auch nicht beweisen

    Mit einem Alkoholtestgerät kann man es beweisen. Ich würde ihn pusten lassen und wenn dann da was steht, außer 0,00, dann würde ich ihm die Leviten lesen. Lügen gehen gar nicht - vom fahren im Suff mit Kindern fange ich gar nicht erst an.

    VG

  • Ich kann auch einfach nicht glauben, dass außerhalb der Trinkphasen alles toll und wunderschön ist, was hier manchmal von einigen so beschrieben wird. Selbst dann wird sich wahrscheinlich alles um den Alkoholiker drehen, man versucht alles, damit es toll und super ist und er bloß keinen Grund hat zu trinken. Das sind doch keine normalen Beziehungsmuster, die da vorgelebt werden.

  • Mit einem Alkoholtestgerät kann man es beweisen. Ich würde ihn pusten lassen und wenn dann da was steht, außer 0,00, dann würde ich ihm die Leviten lesen. Lügen gehen gar nicht - vom fahren im Suff mit Kindern fange ich gar nicht erst an.

    VG

    Nein!!!! Da stellt es selbst mir als Co die Nackenhaare auf! Also, wenn ich meinen Partner so kontrollieren muss, dann muss noch viel mehr in Frage gestellt werden, finde ich.

  • Nein!!!! Da stellt es selbst mir als Co die Nackenhaare auf! Also, wenn ich meinen Partner so kontrollieren muss, dann muss noch viel mehr in Frage gestellt werden, finde ich.

    Es ging hier einfach nur um Beweise. Ob das normal ist usw. war nicht Teil meiner Überlegung. Wenn man es beweisen will, kann man es beweisen. Alles andere muss man mit sich selbst ausmachen.

  • Mit einem Alkoholtestgerät kann man es beweisen. Ich würde ihn pusten lassen und wenn dann da was steht, außer 0,00, dann würde ich ihm die Leviten lesen. Lügen gehen gar nicht - vom fahren im Suff mit Kindern fange ich gar nicht erst an.

    Der Gedanke kam mir auch schon, aber das will ich nicht.

    Tatsächlich habe ich schon häufig darüber nachgedacht, eine anonyme Anzeige wegen Trunkenheit am Steuer bei der Polizei zu machen.

  • Ich kann auch einfach nicht glauben, dass außerhalb der Trinkphasen alles toll und wunderschön ist, was hier manchmal von einigen so beschrieben wird. Selbst dann wird sich wahrscheinlich alles um den Alkoholiker drehen, man versucht alles, damit es toll und super ist und er bloß keinen Grund hat zu trinken. Das sind doch keine normalen Beziehungsmuster, die da vorgelebt werden.

    Toll und wunderschön nicht. Aber es gibt einem einen kurzen Einblick in ein Leben, wie es sein könnte. Dennoch schwingt immer die Frage mit, wann es sich wieder ändert. Zumindest geht es mir so…

    Eine trügerische Ruhe, wodurch der nächste Absturz dann aber nur umso schlimmer ist.

  • Ich kannte schon in der Grundschulzeit die Alkoholverstecke. Ist ja nicht normal, wenn Literflaschen Wein im Waschpulvereimer drinstehen, oder? Ich habe schon in der Grundschulzeit aufgehört, irgendwelche Freundinnen mit nach Hause zu nehmen. Mal war das Essen versalzen oder eben gar nichts da. Es war eine furchtbar beklemmende Stimmung daheim. Ich war einsam. Weil ich nie Freundinnen zum Spielen mit heimbringen konnte, wurde ich auch nirgends eingeladen. Kindergeburtstage kann ich mir an nur einen einzigen erinnern und der war absolut grauenvoll, Details möchte ich gar nicht mehr aufzählen.


    Wie alt ist man als Erstklässler? 6? Also spätestens da habe ich gemerkt, daß etwas anders war als bei anderen Elternhäusern. Artikulieren konnte ich es erst später. Die Krönung war dann, als ich mit ca. 10 oder 11 gesagt bekommen habe, daß ich Schuld wäre, daß die Mutter trinkt. Wenn ich anders wäre, dann müsste sie nicht trinken... Ab der Sekunde war ich sowas von Co. Ich habe es geglaubt und bin verstummt. Mein gesunder Menschenverstand rumorte im Inneren: Nee, kann nicht sein, sie hat schon vor meiner Geburt getrunken, ich bin nicht schuld. - Aber Co habe ich mich trotzdem verhalten. Mit 10.


    Die Weichen werden sehr früh gestellt.


    LG, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • meine beiden Kindern haben bis heute ein eher distanziertes Verhältnis zum Vater und ich geschockt als meine Tochter an dem Angehörigenwochenende erzählte.

    Sowohl von meinen Entschuldigungen, die ich für meinen Mann hatte, als auch davon wie lange sie gespürt hat, das etwas nicht stimmt. Nur sie konnte es nicht artikulieren, und nachgefragt habe ich nicht, weil ich dachte, ich bin perfekt im vertuschen. ich wollte ihnen einen unbeschwerte Kindheit erhalten.

    Meine Tochter hatte den Kontakt zeitweise ganz abgebrochen, und auch zur Einschulung der Enkelin war er nicht eingeladen. Ich habe es mitgetragen.

    Mein Sohn geht da auf Distanz, er hat ihm auch ganz deutlich gesagt, dass er außer seinem Opa niemanden als männliches "Vorbild" hatte.


    lg Morgenrot

    Wer nicht hofft, wird nie dem Unverhofften begegnen. ( Julio Cortazar )

  • später. Die Krönung war dann, als ich mit ca. 10 oder 11 gesagt bekommen habe, daß ich Schuld wäre, daß die Mutter trinkt

    Kenne ich nur zu gut. Als ich etwa 14 war, fand ich auf dem nach Hause weg meine Mutter sturzbetrunken auf den Bürgersteig. Die Polizei wollte sie gerade mitnehmen. Ich war mit einem Freund unterwegs, der mich nach Hause bringen wollte. Ich sagte der Polizei, dass es meine Mutter ist und wir nur ein paar Häuser weiter weg wohnen. Mein Freund und ich schleppten meine Mutter nach Hause, alleine gehen konnte sie nicht mehr. Wir saßen ein paar Minuten vor der Haustür, da meinte sie zu mir, ich sei schuld, dass es ihr so schlecht gehe, schuld, dass mein Vater sich von ihr getrennt hat.

    Das bleibt im Kopf. Entschuldigt hat sie sich nie. Ein paar Monate später lag sie besoffen vor der Wohnungstür. Meine Freundin und ich brachten sie ins Bett, ich hab noch so getan, als wäre das total lustig. Aber das war es ganz und gar nicht

  • Als Kind sind die Eltern der Halt in der Welt. Man kann ja noch nicht alleine überleben.

    Ich habe schon als Erstklässler meiner Mutter erklärt, dass der Papa getrunken hat, wenn sie sich fragte, warum er so ist. Ein Blick und ich wusste es. Die Antennen sind voll ausgerichtet. Es war "normal", dass er trinkt.

    Und ganz "normal" habe ich dann auch getrunken später.

  • Guten Morgen Becca,

    Also konntest du es schon so früh artikulieren. Das ist beängstigend

    Manche Kinder können es nicht so früh artikulieren. Was nicht bedeutet, dass sie die Umstände weniger merken.


    Meine Kinder haben mir im Nachhinein so viele Beispiele genannt, wo sie sich unwohl fühlten. Das waren Momente, wo ich nicht gedacht hätte, dass sie darunter leiden, weil sie es sich nicht anmerken lassen haben. Sie waren klein und haben unter vielen Situationen gelitten und ich bereue, dass ich ihnen das nicht erspart habe, nur weil meine persönliche Schmerz-Grenze noch nicht erreicht war. Die der Kinder war mit Sicherheit längst erreicht, auch wenn sie das weder gesagt- und vielleicht auch gar nicht bewusst gemerkt haben.


    LG Cadda

  • Guten Morgen Becca,

    Manche Kinder können es nicht so früh artikulieren. Was nicht bedeutet, dass sie die Umstände weniger merken.


    Meine Kinder haben mir im Nachhinein so viele Beispiele genannt, wo sie sich unwohl fühlten. Das waren Momente, wo ich nicht gedacht hätte, dass sie darunter leiden, weil sie es sich nicht anmerken lassen haben. Sie waren klein und haben unter vielen Situationen gelitten und ich bereue, dass ich ihnen das nicht erspart habe, nur weil meine persönliche Schmerz-Grenze noch nicht erreicht war. Die der Kinder war mit Sicherheit längst erreicht, auch wenn sie das weder gesagt- und vielleicht auch gar nicht bewusst gemerkt haben.

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