Iphiegenie - Umgang mit Unsicherheit und Labilität

  • Solange Dein Mann den Spagat hinbekommt solltest Du dieses Minenfeld lieber auslassen.

    Ja, Du hast Recht Whitewolf . Danke für Deine Sichtweise. Ich denke, ich wollte da auch nicht das Telefonat übernehmen, weil ich das als den Bereich meines Mannes mit seiner Mutter ansehe, auch wenn es darum geht, ihr gegenüber unsere Beziehung darzustellen bzw. mich eventuell zu schützen.

  • Ich könnte mir aber vorstellen, dass es am Ende heißt, du lockst Leute von der Party Weg. Ist so eine Sache. Vieles wird gern persönlich genommen.

    Du hast recht. Ist ja nicht mein Fest. Das findet in meinem Geburtshaus statt, da habe ich schon immer so Anwandlungen gehabt, meine Präsenz zu markieren. Ich hänge da leider noch sehr in der Vergangenheit fest. Eine Fahrradtour bleibt eine gute Möglichkeit, einen Vorsatz zu haben, das Fest zeitig wieder zu verlassen.

  • Hallo in die Runde,

    Tag 62

    ich lese hier viel und die Erfahrungsberichte und Aussagen der Teilnehmer helfen mir ungemein.

    Der Satz von Whitewolf hat mich gerade gut aufgefangen:

    "Es gibt keinen Fahrstuhl der zur Trockenheit fährt, wir müssen die Stufen nehmen... und nicht springen sonst gehts wieder abwärts. Runter gehts nunmal schneller als rauf. Naturgesetz."

    Denn ich merke gerade, wie viele Gesichter meine Beziehung zum Alkohol hat.

    Puhh! In den vergangenen Tagen war ich jetzt mehrfach mit Situationen konfrontiert, in denen ich früher immer Alkohol getrunken habe. Ein Empfang am Nachmittag mit anschließendem Besuch einer Lokalität. Am Abend davor, ein Kurs, hier wurde alkoholfreies Craft-Bier gereicht. Habe einfach "Nein Danke" gesagt. Dann gab es Nachfragen und ich habe gesagt: ich trinke gar nicht mehr. Das wurde sehr sensibel und positiv aufgenommen. Ohne großen deep talk. Einfach nett.

    Dann gestern Abend zum ersten Mal vermutlich das, was ich hier öfter als "Suchtdruck" bezeichnet fand. Nicht einfach der Gedanke, der öfter mal in der Abstinenzzeit kommt: "normalerweise" hätten mein Mann und ich jetzt etwas getrunken. Sondern, es schlich sich so von hinten an und schoß mir dann in den Kopf. Ein eklig anmutender Gruß aus dem Unterbewusstsein. Während ich das Essen für meine Katzen vorbereitete, kam diese Unruhe-Erinnerung auf: "schnell noch die Katzen", dann...Ich hatte dann meinen Katzen gegenüber ein schlechtes Gewissen, dass ich ihnen offensichtlich nie wirklich Zeit für ihr wichtiges Ritual geschenkt habe, sondern einfach: "Abfertigung". Ich muss feststellen, dass je mehr ich mich in der freien Wildbahn bewege (den Empfang hatte ich innerlich zwei Wochen vorbereitet, da wollte ich aus inhaltlichen Gründen hin, absurderweise war der von einem Getränkehersteller gesponsert), offenbart sich der Alkohol bzw. meine Beziehung zum Alkohol in vielen Gesichtern.

    In den Zeiten, wo ich auf Empfängen noch getrunken habe, mir dann meißtens zu Hause zum Abschluss dann die Kante gegeben habe, war ich immer sehr kommunkativ, so wie ein Fisch...Das war jetzt ohne Alkohol ganz ähnlich. Fühlte mich aber sehr in mir ruhend auch nicht überdreht. Nur am Tag danach war ich total erledigt. Konnte mir überhaupt nicht erklären,was an diesem Empfangsnachmittag so anstrengend gewesen sein sollte. Ganz im Gegenteil, war alles ganz locker. Ein Schein-Kater?

    Defintiv haben mir die letzten Tag deutlich vor Augen geführt, dass ich eine weite, sehr weite Strecke vor mir habe. Obwohl es für mich kein Problem war den gereichten Alkohol abzulehnen (mehrfach auf dem Empfang) und ich ihn überhaupt nicht vermisst habe, im Gegenteil, bleibt er in mir präsent.

    Schönen Tag Euch

    Iphigenie

    P. S.: eine ziemlich große Sammlung an Weinkorken, die ich am WE gefunden habe, geht heute ab zum Wertstoffhof. Früher fand ich das auch noch löblich von mir, die Korken an einer Stelle abzugeben, wo sie dann zu Dämmmaterial verwertet werden. Jetzt bin ich einfach erleichtert, wenn sie weiter sind.

  • . Obwohl es für mich kein Problem war den gereichten Alkohol abzulehnen

    Daheim hat es dann aber zugeschlagen. Es wirkt oft noch nach.

    Besonders abends war es für mich auch eine große Veränderung nicht zu trinken.

    Besonders diese Belohnungs-Momente.

    Habe anfangs am Abend bis zu vier Liter Flüssigkeit getrunken.

    Die gute Nachricht. Jetzt ist es ein halber Liter und diese ganzen Verknüpfungen sind tatsächlich verblasst. Einfach Geduld.

    Neue Rituale haben mir sehr geholfen. Statt Kühlschrank auf, erst mal einen Tee aufsetzen, z.B.

  • In den vergangenen Tagen war ich jetzt mehrfach mit Situationen konfrontiert, in denen ich früher immer Alkohol getrunken habe. Ein Empfang am Nachmittag mit anschließendem Besuch einer Lokalität. Am Abend davor, ein Kurs, hier wurde alkoholfreies Craft-Bier gereicht

    Natürlich triggert das eine mehr, das andere weniger.

    Ich habe rund um die Uhr bei jeder Situation Alkohol getrunken. Es gab nichts, wo sich der Alkohol nicht als Lösung angeboten hat. Er hatte mein Leben, mein Denken, mein Handeln übernommen. Ohne Ausnahme.

    Diese Erkenntnis macht es auch einfacher beim Trocken werden. Als Ganzes, nicht als Teil zu sehen. Die Sucht ist ja nicht weg, sie ist und bleibt ein Teil von mir. Mit dem Unterschied. Ich habe mich selbst wieder übernommen.

    Obwohl es für mich kein Problem war den gereichten Alkohol abzulehnen

    Wenn es kein Problem war, warum betonst du es dann? Provokativ nachgefragt.;)

    Es macht immer etwas in mir, wenn ich Alkohol angeboten bekomme, nur im Gegensatz von früher weiß ich damit umzugehen. Und da ist die Dauer der Trockenheit unerheblich, auch wenn die Stimmen leiser werden . Schlimm wäre es zu denken "Es macht mir nichts mehr aus "

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

  • Puhh! In den vergangenen Tagen war ich jetzt mehrfach mit Situationen konfrontiert, in denen ich früher immer Alkohol getrunken habe. Ein Empfang am Nachmittag mit anschließendem Besuch einer Lokalität. Am Abend davor, ein Kurs, hier wurde alkoholfreies Craft-Bier gereicht. Habe einfach "Nein Danke" gesagt. Dann gab es Nachfragen und ich habe gesagt: ich trinke gar nicht mehr. Das wurde sehr sensibel und positiv aufgenommen. Ohne großen deep talk. Einfach nett.

    Dann gestern Abend zum ersten Mal vermutlich das, was ich hier öfter als "Suchtdruck" bezeichnet fand.

    Dafür, dass Du gerade mal ein paar Wochen keinen Alkohol trinkst, bist Du nach meinem Dafürhalten viel zu nah am Alkohol dran, nämlich auf Veranstaltungen, bei denen Du früher gebechert hast und auch heute noch der Alkohol wie selbstverständlich dazu gehört.


    Ich bin jetzt knapp 9 Jahre unfallfrei dabei, aber fortlaufend auf events rennen, bei denen gesoffen wird, nee, das ist nichts für mich.


    Dann gestern Abend zum ersten Mal vermutlich das, was ich hier öfter als "Suchtdruck" bezeichnet fand.

    Na, wo der wohl herkommt? Von den besagten Veranstaltungen? Diese sind für einen Neuling wie Du Hochrisikoveranstaltungen mit enormen Provokationspotential für Dein blendendes Suchtgedächtnis.


    Mir ist erst der Ausstieg aus der Flasche gelungen, als ich bereit war, meiner Abstinenz und somit meiner Gesundheit und damit meinem Leben absolute Priorität einzuräumen und ihr alles andere als eindeutig minder bedeutsam unterzuordnen.


    Ich habe mehrfach Leute getroffen, die gerade mal leicht angetrocknet meinten, regelmäßig zu "feuchten" Veranstaltungen gehen zu müssen. Ein paar Male ging es gut, dann kam der Rückfall.


    Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht oder der Neuling geht so lange zum Alkohol bis er wieder säuft.


    Dies dürfte Dir zwar nicht gefallen, ist jedoch meine Sichtweise der Dinge. Ich kann nur raten, Dich in den nächsten Wochen und Monaten von alkoholischen Treffen fern zu halten, bis Du festen Boden unter Deinen Füßen hast und gefestigter bist. Nach knapp 2 Monaten ist das defintiv nicht der Fall.

  • Guten Morgen Hartmut,

    den Empfang habe ich aus beruflichen Gründen besucht. Es ging um den Inhalt der Veranstaltung und bestimmte Menschen, die ich dort treffen konnte. Da habe ich mich innerlich ziemlich intensiv darauf vorbereitet, eben wegen dieses Getränkesponsorings.

    Wenn es kein Problem war, warum betonst du es dann? Provokativ nachgefragt

    Ich betone es, weil ich keinerlei Rechtfertigungsdruck oder Suchtdruck dabei verspürt habe. Absurderweise wurde das teure Getränk, welches dort gereicht wurde vom Veranstalter werbetechnisch mit dem Inhalt der Veranstaltung verknüpft, ohne das diese Verbindung faktisch gegeben war (kann ich jetzt hier nicht erklären)...Der weitere Verlauf des Nachmittags, gefühlt erster Frühlingssamstag in einer Großstadt, führte eben von einem Cafe zum nächsten. Da wurde innerhalb meines Kreises nicht oder nur vereinzelt etwas getrunken, aber die ganze Stadt war gefühlt alkoholisiert. Ich war auch aus Gründen der Unabhängigkeit mit Rad und Bahn unterwegs und es war die für diese Stadt typische Oktoberstimmung. Das hat hier extreme Auswüchse.

    . Ich kann nur raten, Dich in den nächsten Wochen und Monaten von alkoholischen Treffen fern zu halten, bis Du festen Boden unter Deinen Füßen hast und gefestigter bist. Nach knapp 2 Monaten ist das defintiv nicht der Fall.

    Auf den Empfängen, die ein wichtiger Teil meines Berufs sind, ist Alkohol eine habituelle Begleiterscheinung. Ab und zu bin ich selbst inhaltlich beteiligt. Defintiv kann ich diese Gelegenheiten auf ein Minimum reduzieren, indem ich, wenn nicht inhaltlich beteiligt, auf eine Art Vorveranstaltung gehe, wenn es sie gibt.

    Kommenden Sonntag ist wieder ein solcher Empfang, da bin ich inhaltlich indirekt beteiligt, da sich hier für mich Aufträge ergeben können.

    Für mich ist es so gelagert, dass ich einfach eine extrem genaue Auswahl treffe, was diese Veranstaltungen betrifft, den beruflichen Nutzen und die vermutete Präsenz von Alkohol genau abschätze. Eine andere Veranstaltung jetzt am Samstag besuche ich nicht, obwohl sie für mich beruflich sehr interessant sein könnte, da hier der Alkohol sehr im Vordergrund steht.

    Mir ist erst der Ausstieg aus der Flasche gelungen, als ich bereit war, meiner Abstinenz und somit meiner Gesundheit und damit meinem Leben absolute Priorität einzuräumen und ihr alles andere als eindeutig minder bedeutsam unterzuordnen.

    Es stimmt, die Erfarungen der letzten Woche, in der ich mich mehrfach dem Dunstkreis des Alkohols ausgesetzt habe, hatten vermutlich einerseits die Erschöpfung am nächsten Tag und andererseits ganz klar das Suchtdruck-Erlebnis zur Folge.

    Ich habe jetzt keine Antwort dafür, da ich beruflich weiterkommen möchte, sonst müsste ich mich hier komplett umorientieren.

    Gruß, Iphigenie

  • Getränk, welches dort gereicht wurde vom Veranstalter werbetechnisch mit dem Inhalt der Veranstaltung verknüpft, ohne das diese Verbindung faktisch gegeben war

    So in etwa wie Bier, bei Fußballveranstaltungen? Der Fußballer rennt ja "normalerweise" auch nicht mit Promille auf dem Platz herum.

    aber die ganze Stadt war gefühlt alkoholisiert.

    Das war bei mir ebenfalls die Wahrnehmung am Anfang. Mein Hirn war noch sehr stark auf den Alkohol fixiert. Das wird mit der Zeit weitaus weniger werden. Aber ich finde es gut, dass Du wachsam bist.

    Anfangs konnte ich Dir sagen, wer im Restaurant wie viel getrunken hat. Jetzt weiß ich das nicht mehr, nach einem Besuch.

    Was mir mit der Zeit sogar aufgefallen ist. Es trinken erstaunlich viele Leute keinen Alkohol. Eben z. B. bei einem Fußballspiel. Saß früher da mit meinem Weizen und hatte das Gefühl "alle" trinken auch etwas. Das ist nicht so.

    Es stimmt, die Erfarungen der letzten Woche, in der ich mich mehrfach dem Dunstkreis des Alkohols ausgesetzt habe, hatten vermutlich einerseits die Erschöpfung am nächsten Tag und andererseits ganz klar das Suchtdruck-Erlebnis zur Folge.

    Richtig. Es ist gut, dass Du versuchst es maximal einzugrenzen.

    Viele Grüße

    Alex

  • Der Achtung Achtung!-Kommentar von Hartmut im thread von Nayouk24 hilft mir jetzt gerade total. Gerade die Direktheit, die Carl Friedrich in Frage stellt, ist mir eine Hilfe, weil der Alkohol ja auch wie ein Hammer im Kopf funktioniert.

    Situationen ,die schöne Erinnerungen mit Alkohol auslösen sind eine Herausforderung.

    Ich hatte am Sonntag gefühlt stundenlang sog. Saufdruck, nachdem ich meinem Mann am Samstag Bier geholt hatte als Belohnung für den Abschluss unserer Hausrenovierung. Indirekt habe ich mich dafür mitbelohnt. Total idiotisch. Schönes Wetter und den ganzen Tag durchgearbeitet, da war die letzten Sommer bei der Hausrenovierung immer Alkohol als "Kraftspender" und Belohnung dabei.

    Die feste Vereinbarung, die ich mit meinem Mann seit der Abstinenz hatte, keinen Alkohol im Haus, war weggewischt.

    Kein Wunder, dass ich am nächsten Tag nur mit ständiger Teezubereitung und Spazierengehen extrem gegen den Saufdruck und Benommenheit anarbeiten musste.

    Obwohl ich nichts getrunken habe, fühle ich mich jetzt psychisch wieder wie am Anfang der Abstinenz.

    Grüße

    Iphigenie

  • Hallo Iphigenie,


    Eure Wohnung ist nun also nicht mehr alkoholfrei (bzw war es zumindest da nicht mehr) und Du selbst hast das Bier auch noch gekauft, damit es Dein Mann schön vor Deiner Nase trinkt??? Mit welchem Hintergedanken hast Du das gemacht?


    Ganz ehrlich - wie ernst ist es Dir mit Deinem Wunsch zur Abstinenz? Also einer dauerhaften und zufriedenen Abstinenz?

    Hast Du Dir unsere Grundbausteine schon mal angeschaut?

    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40


    VG Sue

    You will bloom if you take the time to water yourself 🌷

  • Hallo Iphigenie,

    ich bin zwar keine " Expertin", sprich Alkoholikerin sondern Co, aber bei deinem Beitrag hatte ich sofort das Wort " Trockensaufen" im Kopf.

    In alten Mustern und altem Verhalten stecken ohne direkt zu trinken.

    Ich habe das bei meinem ersten, alkoholabhängigen Mann gesehen. Der wurde nach meiner Trennung von ihm nüchtern. Aber er distanzierte sich nicht wirklich sondern kam auf Feiern mit, zum Beispiel, und saß da, wie gewohnt, zwischen genau denjenigen, die massiv tranken. Manches Mal hab ich bemerkt wie er sie beobachtete und wie seine Gurgel mitgehopst ist. Als würde er selbst schlucken.

    Muss jetzt bei dir nicht so gewesen sein, es fiel mir nur so ein. Dass du dann massiven Druck hattest, kann ich nachvollziehen. Aus dem, was ich bisher von Alkoholikern hier gelesen habe.

    Gut, dass du das überstanden hast, für deinen Erfahrungsschatz ist es allemal lehrreich gewesen.

    Liebe Grüße Aurora

    Glücklichsein ist eine Entscheidung

    Einmal editiert, zuletzt von Aurora (22. Mai 2024 um 11:13)

  • Hallo Iphigenie,

    Saufdruck, nachdem ich meinem Mann am Samstag Bier geholt hatte als Belohnung für den Abschluss unserer Hausrenovierung.

    Ich vermute das Du jetzt etwas dazugelernt hast?

    lG WW

    m. , Bj. 67 :wink: , abstinent seit 2005

    Wir gehen unseren Weg, weil wir nur den Einen haben. Hätten wir mehrere zur Auswahl, wären wir total zerrissen und unglücklich. Einzig die Gestaltung unterliegt uns in gewissen natürlichen Grenzen.

  • Ich habe die Ausführungen von Carl-Friedrich nicht als „in Frage stellen“ von Hartmuts „Achtung Kommentar“ verstanden.

    Sondern lediglich so, dass es auch auf einen selbst ankommt und man auf sich selbst, seine eigene Sicherheit usw schauen sollte und es sich eben unterschiedlich verhält.

    Für mich gehört bei Entscheidungen auch Folgendes dazu:

    Wie lebe ich? Wie zufrieden bin ich mit meiner Abstinenz? Nicht nur, wie lange bin ich abstinent.

    Urlaub KANN gefährlich sein. Ja. Aber für mich gibt es im Alltag Dinge und Situationen, die 10 Mal risikoreicher sind, als ein All-in-Urlaub, wie DAS hier zum Beispiel:

    Ich hatte am Sonntag gefühlt stundenlang sog. Saufdruck, nachdem ich meinem Mann am Samstag Bier geholt hatte als Belohnung für den Abschluss unserer Hausrenovierung…

    Ein perfektes Beispiel fürs Thema, ehrlich gesagt.

    LG Cadda

  • Eure Wohnung ist nun also nicht mehr alkoholfrei (bzw war es zumindest da nicht mehr) und Du selbst hast das Bier auch noch gekauft, damit es Dein Mann schön vor Deiner Nase trinkt??? Mit welchem Hintergedanken hast Du das gemacht?


    Ganz ehrlich - wie ernst ist es Dir mit Deinem Wunsch zur Abstinenz? Also einer dauerhaften und zufriedenen Abstinenz?

    Ich habe gar nicht nachgedacht!

    Offensichtlich habe ich mir da ein Hintertürchen, sog. Passiv-Saufen, oder Trockensaufen, wie Aurora es nennt offen gehalten.

    Und in der Tat, ich fühle mich auch deshalb wieder am Anfang, bzw. wie vor der Abstinenz, weil das Ankämpfen gegen den Saufdruck eben der reine Willenskampf war, der früher oder später dann im Aktiv-Saufen mündet. Die Ebene des reinen Willenskampfes läge hinter mir, dachte ich.

    Ich vermute das Du jetzt etwas dazugelernt hast?

    Ich habe leider nicht den Eindruck, etwas dazugelernt zu haben.

    Lediglich, dass ich nicht trocken bin im Kopf.

    Sehe jetzt nur die strengen Maßnahmen, die ich neu in meinem Bewusstein installieren muss.

    Wie lebe ich? Wie zufrieden bin ich mit meiner Abstinenz? Nicht nur, wie lange bin ich abstinent.

    Wenn ich darüber nachdenke ist ein Ansatz, endlich wieder richtig Sport zu machen.

    Ich bin eigentlich ein sehr sportbedürftiger Mensch, aber seit der Abstinenz schaffe ich nur Spaziergänge, komme nicht ins Laufen, stehe auf der Handbremse. Das beschäftigt mich, weil mein Geist und mein Körper das eigentlich wirklich nötig hätten. Aber mein Kopf hält mich da zurück. Irgendwie eine diffuse Angst, dass ich dann wieder trinken würde, wenn ich meine Lebensgeister anfache.

    Herzlichen Dank für Eure wertvollen und schnellen Reaktionen

  • Angst, dass ich dann wieder trinken würde, wenn ich meine Lebensgeister anfache

    Das habe ich jetzt wirklich noch nie gehört. Je mehr ich meine Lebensgeister anfache, desto weiter bin ich vom Alkohol weg.

    Der hat sie ja schließlich ständig ausgeblasen. Körperliche Aktivität ist für mich das absolute Gegenteil vom nass sein.

    Was es nicht alles gibt. Ich würde mal langsam starten. Dann wirst Du ja sehen. Schlimmer als Bier kaufen, kann es nicht werden.

    Was ich gehört habe ist, dass es auch zu viel werden kann. Das verstehe ich. Aus dem Grund würde ich einfach langsam hochfahren.

    Ich bin eigentlich ein sehr sportbedürftiger Mensch

    Dir fehlt etwas. Also leg los.

  • Ich hatte am Sonntag gefühlt stundenlang sog. Saufdruck, nachdem ich meinem Mann am Samstag Bier geholt hatte als Belohnung für den Abschluss unserer Hausrenovierung.

    Du holst deinem Mann Bier?
    Du holst deinem Mann Bier zur Belohnung?

    Ich habe leider nicht den Eindruck, etwas dazugelernt zu haben.


    Und nun?

    Viele Grüße

    Stern

    ⭐️

    Wenn du heute aufgibst, wirst du nie wissen, ob du es morgen geschafft hättest.

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