Ich bin (nach 30 Jahren Alkoholabhängigkeit) seit nunmehr gut 16 Jahren trocken. Mit der Zeit hat sich Vieles in meinem Leben zum Positiven geändert. Meinen Weg und meine Erfahrungen teile ich gerne mit den Menschen, die daran Interesse haben. Mit meiner Geschichte bin ich schon an die Öffentlichkeit gegangen und es werden auch weitere Aktionen in der Öffentlichkeit folgen, denn ich stelle mich dem Thema offen und bin davon überzeugt, dass ich so wirklich einen Beitrag leisten kann. Deshalb bitte ich einen Moderator um Rücksprache, ob ich so überhaupt in dem Forum aktiv mitarbeiten darf. Wenn nicht, dann akzeptiere dies natürlich auch und natürlich kann dann mein Beitrag / Zugang gelöscht werden.
ZurueckimLeben. Trocken seit gut 16 Jahren
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Hallo Zurück im Leben,
das ist schön zu lesen, daß du schon so lange trocken bist.
Nun sind wir hier keine Plattform für Eigenwerbung, Buchvorstellungen, Podcasts oder ähnlichem.
Wir sind eine online Selbsthilfegruppe, in der jeder an sich arbeitet.
Es liest sich nicht so, als ob du aktuellen Bedarf oder Interesse an Selbsthilfe hast.
Viele Grüße, Linde
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Hallo Linde,
Vielen Dank für deine Offenheit. Auch wenn ich 16 Jahre trocken bin, bin ich niemals geheilt. Deshalb ist auch bei mir ein Rückfall niemals ausgeschlossen. Um es nochmals deutlich zu sagen: "es gibt keine Heilung von der Alkoholsucht". Wer "Das blaue Buch der Alkoholiker" gelesen hat, weiß das spätestens dann.
Deshalb habe auch ich Interesse an Selbsthilfe. Wir alle Alkoholiker können von den Erfahrungen anderer vielleicht das eine oder andere für uns mitnehmen. Unsere gegenseitige Hilfe bzw. Bereicherung liegt im Austausch.
Herzliche Grüße
ZurueckimLeben -
Trotzdem lese ich bei dir den Schwerpunkt nicht auf Selbsthilfe, sondern auf Fremdhilfe, z. B. wenn du davon schreibst hier "mitarbeiten" zu wollen, "Beitrag leisten" oder deine geplanten Aktionen in der Öffentlichkeit...
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Es wird sich demnächst jemand weiteres aus dem Team bei dir melden.
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Willkommen bei uns .
16 Jahre ist schon eine Hausnummer. Also alles richtig gemacht.
Nun ist es ja nicht üblich, dass sich Langzeittrockene hier anmelden, aber es ist auch kein Hindernis.Dennoch fragen wir da schon mal genauer nach.
Deshalb habe auch ich Interesse an Selbsthilfe
Ich bin jetzt auch schon über 18 Jahre trocken aber nicht durch Bücher. Im Gegenteil: Eines dieser Bücher hat mir in der Anfangszeit sogar einen Rückfall beschert. Genau deshalb legen wir hier so viel Wert auf eigene Erfahrungen und echte Selbsthilfe. Das ist der Weg. Kein Konzept von außen, kein Ratgeber, sondern das, was wir selbst erfahren haben.
Natürlich verändert sich das mit der Zeit. Die akute Selbsthilfe wird leiser, weil es irgendwann nur noch ums erhalten geht, ums Dranbleiben. Aber gerade dann zeigt sich, ob das Fundament stimmt.
Schau dir mal unseren Artikel Unser Weg an das ist unser Aushängeschild hier.Mit genau diesem Grundbausteine bin ich trocken geworden, ganz ohne Therapie, ohne reale Gruppe, ohne externe Unterstützung. Vielleicht kannst du dich damit anfreunden. Vielleicht erkennst du dich sogar darin wieder?
ArtikelGrundbausteine für ein nüchternes Leben
Viele Menschen, die alkoholabhängig sind, wünschen sich, nicht mehr trinken zu müssen. Dieser Wunsch schwankt emotional – mal ist er stärker, mal schwächer und hängt oft von den Umständen ab, unter denen der Betroffene seiner Sucht nachgeht.Das Forenteam17. Mai 2021 um 16:40
Denn das ist das Programm, das wir hier vertreten und kommentieren, offen für andere Erfahrungen, aber immer mit dem Fokus auf Selbsthilfe und nicht auf "Fremdsteuerung" -
Hallo Hartmut,
auch dir herzlichen Dank für deine Antwort. Den Artikel Unser Weg sehe ich mir am Wochenende in Ruhe an. Auch ich bin nicht durch Bücher oder sonstige externe Hilfe dauerhaft trocken geworden / geblieben sondern durch Arbeit an mir selbst und großmaschige Therapeutische Unterstützung. Ratgeber von außen machen keinen Sinn und geschönte Lösungskonzepte ebenso nicht. Im Grunde war der Start in meine Loslösung vom Alkohol meine Entscheidung, dass ich das nicht mehr will. Diese Entscheidung habe ich ganz allein für mich (und nicht zuletzt auch für meine Familie) getroffen. Den Alkohol als übermächtigen Gegner einzustufen war eine Erkenntnis, die bei mir viele Jahre gedauert hat.
Wir brauchen nicht auf Hilfe von außen warten und es hilft uns auch nicht, andere "Schuldige" zu suchen. Diesen Irrweg bin ich auch lange Zeit gegangen.
Grüße
Zurueckim Leben -
Ja, dann ist ja alles geklärt.
Schau dir mal den Link an, schreibe kurz in die Bewerbung "freischalten" und der nächste verfügbare Moderator wird dich freischalten und an die richtige Stelle des Austauschs verschieben.
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Hartmut
24. November 2025 um 20:25 Hat den Titel des Themas von „Trocken seit gut 16 Jahren“ zu „ZurueckimLeben. Trocken seit gut 16 Jahren“ geändert. -
Hartmut
24. November 2025 um 20:26 Hat das Thema aus dem Forum hier vorstellen! nach Erste Schritte für Alkoholiker verschoben. -
Hallo Zurueckim Leben,
du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet und bereits an die richtige Stelle verschoben.
Und Du kannst überall schreiben, jedoch bitte nicht die ersten 4 Wochen bei den neuen Teilnehmern im Vorstellungsbereich. (Erkennbar an den orangeroten Namen)
Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.
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Hallo Hartmut,
vielen Dank für deine Freischaltung.
Richard -
Die ersten Tage ohne Alkohol habe ich "nur für 24 Stunden" gelebt. Weiter konnte ich nicht sehen und ich hatte auch nicht die Kraft, an meine Zukunft zu denken. Nach ein paar Wochen der Trockenheit fing ich an, meine Gedanken aufzuschreiben. Zu Papier zu bringen, was mir alles so durch den Kopf ging. Mein erster langjähriger ambulanter Therapeut (die Therapie habe ich irgendwann im Alkoholnebel abgebrochen) hat mir einmal gesagt, manchen Alkoholikern hilft es auf ihrem Weg aus der Alkoholsucht, die Dinge aufzuschreiben. Bei mir zumindest war das von Anfang an so und mit der Zeit sind viele Seiten an Aufzeichnungen über mein Leben in den vergangenen 16 Jahren Trockenheit entstanden.
Das Gefühl, irgendetwas wird mir ohne Alkohol fehlen, ist nach ein paar Monaten (genauer kann ich das heute nicht mehr sagen) verschwunden. Und das war ein echter Gewinn an Lebensqualität, denn damit wurde auch der innere Abstand zum Alkohol deutlich größer. Dennoch war und ist mir auch heute noch klar, dass dieser "Übermächtige Gegner" immer in der Nähe ist und dass ich dies niemals vergessen darf, wenn ich weiter überleben will. Ja - das klingt vielleicht für manchen theatralisch oder übertrieben, doch das nächste Glas Alkohol oder auch nur die nächste kleine Alkoholmenge in einem Stück Kuchen, einer Praline oder wo auch immer, kann den Anfang vom Ende bedeuten.
Ohne dieses Zellgift (denn nichts anderes ist Alkohol) fehlt mir definitiv nichts. Mir, meiner Familie und den anderen Menschen um mich herum geht es ohne meinen Alkoholkonsum viel besser und mir das immer wieder vor Augen zu halten ist ein Teil meiner Startegie zu Langzeitabstinenz.
Die Tatsache, dass manche Menschen, mit denen ich regelmäßig Kontakt habe, gelegentlich oder auch regelmäßig Alkohol konsumieren, bewirkt seit vielen Jahren für mich nicht, den Kontakt zu diesen Menschen abzubrechen. Es ist vielmehr so, dass ich in so einem Umfeld sehr sehr wachsam bin und sozusagen "gut auf mich aufpasse".
Wir können nicht vermeiden, dass wir an der einen oder anderen Stelle auf Menschen treffen, die Alkohol trinken. Für mich geht es hier ganz eindeutig darum, einen für mich "ungefährlichen" alkoholfreien Umgang zu entwickeln. Wir sind überall von Alkohol umgeben und deshalb habe ich mich frühzeitig damit befasst, wie ich das Thema für mich so handhaben kann, dass ich trocken bleiben kann, ganz gleichgültig, was um mich herum passiert.Zurueckim Leben

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