Karoeinfach - Wege entstehen beim Gehen

  • Ein herzliches Moin moin in die Runde,

    möchte mich kurz als "Neuzugang" vorstellen. Männlich, 60 Jahre alt und schon so einige Jahre auf Kriegsfuß mit dem Alkohol. Mehrere Klinikaufenthalte zur Entgiftung, ambulante Therapie und Selbsthilfegruppe. Selbst dieser Input hat nicht gereicht, um mich konsequent abstinent auszurichten. Immer mal wieder "gönne" ich mir einen Rausch um dann wieder normal weiterzumachen. Letztes Wochenende war es erschreckend anders. Meine Frau war 2 Tage unterwegs und ich habe getrunken. Was nicht auf der Agenda stand, war ein heftiger Krampfanfall. Ich lag bei uns im Hof und konnte mich anfänglich überhaupt nicht bewegen. Hinzu kam im Verlauf, dass ich völlig desorientiert war und mich in unserem Haus stundenlang nicht zurechtfand. Dieses Erlebnis hat mich zutiefst getroffen. Ich habe mich jetzt "heruntergetrunken" und verfolge ein klar definiertes Ziel: ABSTINENZ! Es gibt keine Option und ich kann nur hoffen das meine Frau meine Ernsthaftigkeit erkennt und uns eine Chance gibt.

  • Hallo Karo,

    willkommen bei uns in der Selbsthilfegruppe!

    Ein Alkoholiker kann nicht kontrolliert trinken, nie wieder!

    Hier im Forum tauschen sich bekennende Alkoholiker aus, die eine lebenslange Abstinenz wollen.

    Wie sieht das bei Dir aus, bist Du Alkoholiker, denn um diesen Begriff hast Du herum geschrieben?

    LG Elly

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    Mancher wird erst mutig, wenn er keinen anderen Ausweg mehr sieht.

    - Trocken seit 06.01.2013 -

  • Hallo Karoeinfach,

    das mit dem Krampfanfall und der Desorientierung ist ein extremes Zeichen, daß dein Körper wirklich dringend Hilfe braucht.

    Warst du inzwischen beim Arzt?

    Runtertrinken kann erneut einen Krampfanfall auslösen. Daran kannst du ersticken, wenn die Zunge deine Atemwege verlegt. Das bekommst du gar nicht mit und telefonieren ist dann auch nicht mehr. Du gehörst zum Arzt.

    Bitte hier lesen:

    Das Forenteam
    14. Mai 2021 um 22:29

    Mach Nägel mit Köpfen. Alles andere ist nach diesem Vorfall lebensgefähliche Selbstüberschätzung.

    LG, Linde

    You can't wait until life isn't hard anymore before you decide to be happy.

    - Nightbirde

  • Hi Karoeinfach,

    Du hast ja schon ein paar Versuche hinter Dir.

    verfolge ein klar definiertes Ziel: ABSTINENZ! Es gibt keine Option und ich kann nur hoffen das meine Frau meine Ernsthaftigkeit erkennt und uns eine Chance gibt.

    Du hast Klinikaufenthalte, Therapie und Sebsthilfegruppen hinter Dir.

    Warum sollte Deine Frau glauben, dass Du jetzt trocken bleibst, mit den Erfahrungen, die sie mit Dir gemacht hat?
    Machs lieber nur für Dich selbst.

    Gestatte mir die Frage, was Du jetzt anders machen willst.
    Was hattest Du denn bisher bei den ganzen Aktionen für ein Ziel?

    LG LK

    Das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.
    Das Gras wächst auch nicht schneller, wenn man es anschiebt.

    Aber das Gras wächst.
    Sei sparsam mit dem Düngen:mrgreen:

  • Ich schreibe immer direkt und meist schnörkellos, also fühl dich nicht persönlich angegriffen. Es liegt an der Sucht, nicht an dir als Mensch.

    Ja, ich bin einer, obwohl mir das Wort zugegeben nicht gefällt.

    Erst als ich mich eindeutig als Alkoholiker benannt habe, verbunden mit dem Ziel lebenslanger Abstinenz wurde mir klar, worum es wirklich geht. Ohne diese klare Selbstdefinition bleibt man im Ungefähren und windet sich immer wieder heraus.

    Auch hier ist das eine Voraussetzung, sonst wird das nichts.

    Die Gruppe besteht seit rund zwanzig Jahren, ich bin fast von Anfang an dabei und seit über 18 Jahren trocken. Das erreicht man nicht durch Ausweichen, sondern durch konsequentes Umsetzen notwendiger Maßnahmen.

    Zum Entzug: Wie du ihn angehst, liegt ganz bei dir. Aber beim Versuch, es allein durchzuziehen, sind schon viele gescheitert oder sogar verreckt , du warst kurz davor. Ist dir das klar mit dem Krampfanfall? Klar, du kannst weitermachen, wenn es dir nicht wichtig ist, aber wir empfehlen dringend, einen Arzt hinzuzuziehen, damit der Entzug medizinisch sinnvoll und sicher verläuft.

    Wir wollen hier auch nichts von selbstgefährdenden Experimenten lesen. Austausch gibt es nur mit denen, die nicht mehr saufen.
    Das mal zur Vorgehensweise im Forum.


    Das ungeschönt und nun die Frage , Wann hast du das letzte Mal etwas getrunken?

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Guten Morgen,

    @Lebenskünstler: Deine Fragen sind durchaus berechtigt. Ich möchte nicht viel anders machen, nur meine Einstellung dazu völlig verändern. Ich möchte selbstbestimmt ohne Sucht leben. Und ganz ehrlich, bereits dieser kurze Austausch hier trägt enorm dazu bei. Danke!

    Hartmut : Danke für deine schnörkellosen Ausführungen, damit kann ich gut umgehen, da sie ehrlich gemeint sind! Ich hoffe keine "roten Linien" überschritten zu haben, die zum Auschluss hier führen. Und deine Frage möchte ich beantworten: ich habe gestern meinen ersten abstinenten Tag auf den Weg bringen können. Klingt irgendwie blöd aber irgendwann muss es ja mal losgehen...

    Liebe Grüße

  • Ich hoffe keine "roten Linien" überschritten zu haben, die zum Auschluss hier führen.

    Nein, hast du nicht.

    Zusammengefasst sind die Voraussetzungen: sich als Alkoholiker bekennen (das war noch nichts), ein lebenslanger Wunsch nach Abstinenz (das hast du angedeutet) und nach der Entgiftung geht es weiter.

    Diese dauert etwa 7–10 Tage, danach erfolgt die Freischaltung für den Austausch. Zur Entgiftung ist jedoch bereits alles gesagt.

    Wirst du überwacht oder vom Arzt begleitet, gibt es die sofortige Freischaltung. Wenn nicht, warten wir 7 Tage ab.

    Es ist keine Schikane, aber wir wollen eben schon von Anfang gewisse Diskussionen, die nach einer Frei­schaltung kommen könnten, dadurch vermeiden.

    Klingt irgendwie blöd aber irgendwann muss es ja mal losgehen...

    Dann geradlinig heraus.Ich schicke dir mal unseren Weg, den wir hier vertreten. Lies ihn dir dann mal durch.


    Das Forenteam
    17. Mai 2021 um 16:40

    Gruß Hartmut

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    Wer will, findet Wege. Wer nicht will, findet Gründe!

    Trocken seit 2007

  • Hallo Hartmut,

    danke für deine Rückmeldung.

    Bzgl. der Bekennung zur Sucht hatte ich mich schon gestern geäußert (sh. Elly 15:55 Uhr) aber ich wiederhole es gern nochmal: ich bin alkoholkrank.

    Da es nur Sinn macht hier absolut ehrlich unterwegs zu sein, möchte ich dann die 7 Tage abwarten um für weitere Dinge autorisiert zu werden.

    Ich möchte mich bei allen Moderatorinnen und Moderatoren herzlich bedanken, ihr macht einen verdammt guten Job hier!

    LG

  • aber ich wiederhole es gern nochmal: ich bin alkoholkrank.

    Genau, das habe ich auch gelesen. Was ich jedoch nicht gelesen habe, war: „Ich bin Alkoholiker.“ „Alkoholkrank“ beschreibt die Krankheit.
    „Alkoholiker“ ist das persönliche Eingeständnis dazu.

    Da es nur Sinn macht hier absolut ehrlich unterwegs zu sein, möchte ich dann die 7 Tage abwarten

    Das finde ich gut, das ist konsequent. Melde dich einfach wieder, wenn zwischendurch Fragen auftauchen, ich lasse den Thread dafür offen.

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Hallo Hartmut, ich habe mich die letzten Tage hier sehr häufig umgesehen und das Portal mehr als schätzen gelernt. Möchte höflich an Tag 8 meiner Abstinenz anfragen, ob man mich für den Austausch mit anderen Mitgliedern freischalten mag? Freue mich auf deine Rückmeldung. LG

  • Finde ich gut – für die Anfrage einfach unten auf den Link klicken und um Freigabe bitten.

    Der nächstmögliche Moderator wird das erledigen. Das kann etwas dauern, kann aber auch sehr schnell gehen.

    Du wirst dann an die richtige Stelle im Forum verschoben und kannst dort im diesem Thread weiterschreiben.


    Bewerbung - Alkoholiker Forum

    Gruß Hartmut

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    Trocken seit 2007

  • Nayouk24 9. Dezember 2025 um 15:35

    Hat den Titel des Themas von „Vorstellung“ zu „Karoeinfach - Vorstellung“ geändert.
  • Du bist jetzt für die offenen Bereiche freigeschaltet, Karoeinfach .

    Du kannst jetzt überall schreiben, jedoch in den nächsten 4 Wochen bitte nicht im Vorstellungsbereich bei den neuen Usern. Diese erkennst du am „orangeroten“ Namen.

    Ich wünsche Dir einen guten und hilfreichen Austausch.

    Viele Grüße
    Nayouk

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Herzlichen Dank Nayouk! Nun bin ich hier gelandert und ehrlich gesagt noch etwas orientierungslos. Ok, ich markiere heute Tag 8 meiner erklärten Abstinenz und alles um mich herum fühlt sich schon ein wenig komisch an. Meine Frau hat mich gestern gefragt ob ich Alkohol gekauft habe. Dieses habe ich verneint und ohne Worte erfahren, wie wenig glaubhaft ich derzeit bin. Ich habe einen Moment überlegt, ob ich in eine Diskussion einsteige warum sie mich das dann überhaupt fragt. Aber ich habe mich entschieden ganz ruhig hinzuzufügen das ich keinen Alkohol mehr trinke und somit auch nicht kaufen muss. Das hat sich gut angefühlt und mich zufrieden gemacht. Ich muss dazu sagen, dass ich meiner Frau zugesagt habe bedingungslose Fragen stellen zu dürfen und von daher war das völlig in Ordnung.

    Allen einen schönen Abend und liebe Grüße

  • Liebe Forumsgemeinde, weiß gar nicht ob ich hier so einfach ein Thema erstellen darf aber ich versuche es einfach (sonst möge man mich bitte zurechtweisen). Ich bin ein Neuankömmling in diesem Forum und begehe heute meinen 9. Tag der Abstinenz. Der unbedingte Wunsch abstinent zu leben, resultiert nunmehr aus meinem jüngsten Rückfall, der mir gesundheitlich aufgezeigt hat, dass das Leben endlich ist und ich nochmal mehr als "Schwein" gehabt habe. Ich möchte das niemals mehr herausfordern. Ich suche den Austausch mit Mitgliedern, die ebenfalls "frisch" dabei sind oder auch gern diejenigen, die sich an das Gefühl nach dem Tag X gut erinnern können. Ich habe hier in den letzten Tagen viel gelesen und wirklich hiflreiche Dinge erfahren. Ehrlich gesagt hat das meine Erwartungen um Längen übertroffen, eine derart offene Kommunikation kennenzulernen.

    Im Moment geht es mir gut aber mehr auch nicht. Euphorie sieht anders aus und ist wohl auch nicht angebracht. Meine Frau ist sehr enttäuscht von mir, da dies nicht der erste Rückfall war. Ich verstehe das total und ärgere mich zutiefst darüber aber die Vergangenheit ist eben nicht verhandelbar. Wir kennen uns so lange und das Vertrauen dümpelt derzeit auf der 0-Linie. Mehrfach mühevoll aufgebaut und doch nun wieder am Boden... . Ich kann momentan die Ernsthaftigkeit meiner Abstinenz einfach nicht transportieren, da man mir gefühlt eh nicht glaubt. Aber es tut verdammt gut es hier runterzuschreiben und mitzuteilen, das nimmt erstaunlicherweise enorme Last der Erkenntnis.

    Vielleicht gibt es jemanden mit ähnlichen Erfahrungen, der gern ein paar Zeilen dazu schreiben mag.

    Liebe Grüße

  • Hallo Karoeinfach,

    bitte in dem Bereich keine neuen Threads eröffnen, damit es übersichtlich bleibt.
    Ich habe deine Themen zusammengeführt, einfach hier weiterschreiben.

    Wenn du deinen Faden umbenennen willst, dann melde dich einfach bei einem der Moderator:innen.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

  • Wir kennen uns so lange und das Vertrauen dümpelt derzeit auf der 0-Linie.

    Bekannt;)
    Was erwartest du? Würdest du dir glauben?
    Ich habe viele Jahre getäuscht, gelogen und verheimlicht. Viel Vertrauen wurde zerstört.
    Dann war ich abstinent, mit all den Eindrücken und Erkenntnissen, die aber nur ich hatte, nicht meine Frau.
    Für sie war ich nüchtern, das war bei mir Prämiere, aber die Angst, dass es nicht von Dauer sein könnte, war einfach da.

    Du trägst die Verantwortung für deine Abstinenz und kannst daran arbeiten, unabhängig davon, ob dir deine Frau glaubt oder nicht.
    Vertrauen konnte ich nur durch Tatsachen und nicht durch Absichtserklärungen wieder zurückgewinnen. Jeder Tag trägt ein kleines Stück dazu bei.
    Lebe dein abstinentes Leben konsequent und ohne Kompromisse. Irgenwann wird deine Frau Hoffnung schöpfen und dir vlt. irgendwann wieder vertrauen können.
    Das Einzigste, was du dazu beitragen kannst, ist Ehrlichkeit und Offenheit. Rede mit ihr, wie es dir geht und was dich beschäftigt, aber nicht um sie zu überzeugen, sondern nur damit sie es weiss. Und das Ganze in Maßen, denn der akute Stress und die Angst bei deiner Frau ist vlt. weniger geworden und jetzt braucht sie ihre Kraft zuerst für sich selbst, denn bisher hat sich wahrscheinlich alles um dich gedreht. Meine Frau fing irgendwann an zu fragen und dann haben wir geredet.

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          - abstinent seit 6.01.2024 -

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