Liebe und Hass

Willkommen in unserem Forum : Bitte stellt euch zuerst bitte kurz im Vorstellungsbereich vor, damit wir sehen können, wer sich unter Onlineselbsthilfegruppe anschließen möchte. Unsere Onlineselbsthilfegruppe ist weiterhin in zwei Bereiche unterteilt. Einmal der offene Bereich und einmal der geschützter Bereich. Nach der Vorstellung könnt ihr dann für die offenen Bereiche freigeschaltet werden. Die geschützten Bereiche sind für Mitglieder gedacht, die sich hier langfristig und intensiv mit ihrem Leben auseinandersetzen möchten. Für beide Gruppenbereiche kannst du hier Vorstellen und hier bewerben und um Aufnahme bitten. Der Austausch lebt von der Ernsthaftigkeit und der Aktivität mit der die User ihr jeweiliges Problem angehen . Deshalb haben wir dieses Verfahren gewählt, wir werden dann im Team entscheiden. Wir wünschen euch einen guten und hilfreichen Austausch bei und mit uns.
  • Hallo,


    liebe Slowly, vielen Dank, das ist so schön, was du schreibst. :D .
    Solche Worte machen mir immer wieder klar, dass ich nicht falsch bin.


    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Das bist du ganz bestimmt nicht, Aurora!!!
    Und ich wünsche dir alles Gute für die neue Aufgabe, und dass du ganz viel Spaß dabei hast!
    Eine gute Woche dir!

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Liebe Aurora,
    ich bin leider viel zu selten bei den Cos unterwegs. Habe mal Deine letzten Seiten gelesen. Das ist ja der Hammer! Sag mal, habt Ihr Euch irgendwann mal erzählt, was wer gerne möchte und welche Bedürfnisse es gibt? Wenn man nicht nachfragt und nicht genau weiß, warum der andere so eine Haltung hat, dann gibt es so viele Unterstellungen, und die gründen vielleicht auch schon auf Unterstellungen..... Ich möchte hier nicht als Ahnungslose klugsch..... Aber ich merk bei mir auch immer wieder, wie viele Konstrukte es da gibt und dass ich eben nicht genau weiß, warum meine Mutter sich so und so verhält. Aber ich hab mir eingebildet, dass ich das weiß, weil ich unbemerkt etwas unterstellt habe.
    Vielleicht wissen die gar nicht, wie genau Du empfindest und haben was total doofes unterstellt. Könnte das sein?
    Ich wünsch Dir von Herzen, dass Du wieder Kontakt zu Deiner Enkelin bekommst!
    Alles Liebe
    Calida

  • Hallo,


    liebe Calida, ich habe ja in meinem Tagebuch im geschlossenen Bereich ausführlich über meine ganzen Gefühle und so weiter geschrieben. Und auch sehr viele gute Rückmeldungen und Unterstützung erfahren :D !


    Aus den vielen Beiträgen hier im Forum und auch durch persönliche Gespräche konnte ich gut für mich sortieren und habe auch gemerkt, dass ich selbst halt auch bei mir sehr gut hingucken muss. Ich hatte da Erwartungen, Wünsche in meinem Kopf, die ich auch durchsetzen wollte. Aber das geht einfach nicht. Ich denke da war und ist auf beiden Seiten sehr viel, was in uns selbst, also in SchwieSo, der neuen Partnerin und mir liegt.


    Eigene Erfahrungen, Wünsche und Ängste und so. Und das wurde reihum gut auf jeden projiziert. Es war gut, dass ich da ein Stopp gemacht habe! Für alle Beteiligten.


    Ja, und plötzlich bekam ich vor gut 2 Wochen vom SchwieSo eine Whatsapp, dass der Junge sein Seepferdchen (Schwimmabzeichen) bestanden hätte. Anbei ein Bild des Kleinen, der so stolz seine Urkunde in die Kamera hält :D .


    Ich fand das gut, ich habe mich riesig gefreut und wollte an diesem Tag eh da mal wieder anrufen, einfach mal hören... das habe ich gemacht und es war gut. Wir konnten eine Menge auflösen in diesem Gespräch.


    Einen Tag später bekam ich von der Partnerin eine Whatsapp mit Fotos der Kinder, es war Fasching und sie waren so niedlich verkleidet. Ich war und bin so froh denn es ist ein gutes Zeichen für mich. Ich hatte dann geschrieben, dass ich die Kinder vermisse...


    Und dann dachte ich, warum sage ich nicht klar, was ich möchte? Ich möchte die Kinder wieder sehen. Warum rede ich in Rätseln "ich vermisse die Kinder", wenn ich damit meine, "ich möchte die Kinder sehen".


    Ängste und Gedanken und alte Muster haben mich schon wieder voll im Griff gehabt :x:evil: . Aber durch den Austausch in meinem TB und vor allem durch Hartmuts knackige Art in einem seiner Beiträge hat es bei mir "knack" gemacht und ich konnte es für mich auf den Punkt bringen.


    Am Montag habe ich also angerufen und gesagt, dass ich so gerne die Kinder sehen möchte. Und siehe da, es ist gar kein Problem :shock: . Meine Ängste und Sorgen und Gedanken und alten Muster haben nicht Recht gehabt! Wir haben dann verabredet wie es laufen soll und wann und es ist ganz leicht gewesen. Und nun freue ich mich auf nächste Woche, da kommt meine Große :D , eine Woche später der Kleine :D , die ganz Kleine mal sehen.


    Tun muss man tun...


    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Hallo Aurora,


    habe jetzt mal etwas nachgelesen, und möchte dir einfach einen Gruß da lassen.
    Ich habe keine Kinder und keine Enkelkinder, ich kann mir vorstellen, wie weh das tut, der Enkelkindentzug (ich habe es an meiner Mutter gesehen und jetzt an meinem Vater, reicht).
    Ich wünsche dir von Herzen, das ihr da eines Tages einen roten Faden findet, an dem sich alle entlang hangeln können, ohne sich zu verwickeln oder gar abzustürzen.



    Bis dann mal,


    die Elfriede

    Liebe Grüße von
    Elfriede
    _______________________________________


    Wir können die Uhr nicht zurückdrehen, aber wir können sie neu aufziehen!

  • Hallo und,


    hey Elfriede :D , das ist ja klasse, dass du mir einen Gruß hier gelassen hast.


    Inzwischen habe ich einen roten Faden gefunden.
    Der Junge war letzte Woche hier und diese Woche die Große, also leibliche Enkelin. Wir haben sie jeweils von der Schule abgeholt und hatten einen schönen Nachmittag. Einfach so.


    Es ist merkwürdig. Ich konnte endlich los lassen, meine ganzen Ängste und Gedanken. Und so wie ich losgelassen habe kommt auf einmal was bei mir an :shock: , schöne Dinge kommen da an. Die Kinder, die so gerne hier bei uns sind :D , nicht im Doppelpack und unter Stress, nein, einfach für einen Nachmittag mit Spiel und Spaß. Das ist klasse!


    Der Enkel hat sich schon für den nächsten Termin angemeldet :lol: , gestern die Enkelin auch :lol: , und das größte dabei, sie darf mit uns zusammen wieder in den Urlaub fahren, dieses Jahr.


    Ich fasse es nicht und genieße gerade nur. Und das werde ich weiterhin so machen. Ich habe in mir eine große Ruhe und Erleichterung gefunden. Und ich weiß, ich darf dort eine Grenze haben, die mich schützt. Mich aber dabei unglaublich frei macht. Es ist schwer zu erklären, wie ich das meine, empfinde. Durch meine inneren Ängste und die Zwänge, durch den Druck, den ich mir selbst aufgebaut habe, habe ich wohl auch auf meine Mitmenschen was ausgestrahlt.


    Ich konnte das für mich erkennen und sortieren und schlussendlich eben los lassen. Durch dieses Loslassen habe ich beide Hände wieder frei um etwas Neues zu empfangen. Und das passiert gerade.


    Es geht mir gut!


    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Hallo Aurora,


    Zitat

    Ich fasse es nicht und genieße gerade nur.


    So ists recht :wink: , das freut mich sehr für dich.
    Tse, ich muss mal wieder öfters hier meine positive Energie streuen, kaum kommt die Elfriede ums Eck, schon löst sich alles in Wohlgefallen auf :lol: .

    Liebe Grüße von
    Elfriede
    _______________________________________


    Wir können die Uhr nicht zurückdrehen, aber wir können sie neu aufziehen!

  • Liebe Aurora!


    Da freue ich mich gleich für dich mit!!!!
    Kann mir sehr gut vorstellen, welche "Last" von dir gefallen ist!
    Ja, das liebe "Loslassen" muss auch ich mir immer wieder vornehmen. Da ich wieder am Umziehen bin, fällt vieles sowieso ins Vergessen, einfach aus Zeitmangel. Da kann ich mich einfach nicht um "alles" kümmern! :wink:
    Wünsche dir ein wunderschönes, entspanntes Wochenende!!! :)
    LG Gotti

    Wende dein Gesicht der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter dich.

  • Hallo,


    liebe Elfriede, ich würde mich freuen, öfter was von dir zu hören. Wie es dir auch so geht. Und wenn dabei positive Energie hier bleibt - um so besser :D .


    Liebe Gotti, du ziehst um? Na da hast du echt erst mal genug mit zu tun. Also nicht alles auf einmal machen. Die Dinge kommen dann, wenn du Zeit für sie hast, nicht eine Minute eher. Sag ich aus eigener Erfahrung.


    Euch beiden und natürlich allen, die hier vorbei schauen, wünsche ich auch ein wunderschönes Wochenende.


    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Hallo,


    nun habe ich aber mein Fädchen schon lange nicht mehr gefüttert hier...


    Zwischendurch ist auch eine Menge los gewesen. Wir haben dem Sohn beim Umzug von einer Stadt in seine neue Arbeitsstadt unterstützt und ihm auch (leider seiner Meinung nach nicht gut) bei der Abgabe der alten Wohnung geholfen. Da gab es schon einen Konflikt, blöd.


    Mit dem Ex-SchwieSo ist Funkstille, Ostern waren wir nicht eingeladen und sie wollten auch nicht zu uns kommen, haben die Einladung abgelehnt. Das hat mich sehr traurig gemacht, macht es immernoch. Wir sehen unsere Enkelin auch kaum mehr. Das macht mich richtig fertig und ich habe da viel zu verdauen. Dann waren wir verreist, das hat gut getan und gleich am Anfang unseres Urlaubes wurde es auch endlich Frühling.


    Nun sind wir dabei, unsere Küche zu erneuern, auch das war erst mal nicht so einfach, weil unsere Wohnungseigentümer nicht erreichbar waren bzw. sich nicht entscheiden konnten, ob sie die alte Küchenzeile nun behalten wollten oder nicht.


    Schlussendlich haben wir auf den letzten Drücker noch jemanden gefunden, dem wir die alte Küche überlassen konnten. Und der sie auch ausgebaut hat.


    Nun waren die Elektriker schon am Werkeln und der Maler kommt die ganze Woche über und macht was. Und hier sieht es aus wie Bombe eingeschlagen. Aber - es ist ja ein Ende in Sicht und ich freue mich schon sehr auf die neue Küche. Die kommt am 9. Mai, wenn alles gut geht.


    Zwischendurch haben jetzt auch die Schulungen für mein Ehrenamt richtig Fahrt aufgenommen und ja, ich muss mit meiner Energie gut haushalten.


    Im Hause Aurora ist also momentan ganz schön was los.


    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Liebe Aurora,
    ich wünsche euch von ganzem Herzen, dass ihr eure Enkeltochter bald wieder sehen könnt. Es wird sein, da bin ich sicher. Du kennst das ja mit der Geduld, schwer auszuhalten. Sie bleibt immer eure Enkelin, sie liebt euch ihr sie. Die Wiedersehensfreude wird groß sein.
    Jetzt aber viel Freude mit dem Einrichten der neuen Küche und deinem Ehrenamt. Aber vor allem denk an dein Glück mit Dante, gemeinsam schafft ihr alles.


    Liebe Grüße, la vie.

  • Hallo,


    liebe la vie, vielen Dank für die lieben Worte :D . Ja, ich freue mich schon auf ein Wiedersehen mit meiner Enkelin.


    Unsere Küchenrenovierung nimmt Form an, heute ist der Maler am Werk, morgen wohl auch noch. Nächste Woche kommt der neue Fußbodenbelag. Ich freue mich so sehr auf alles :D .


    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Hallo,


    hui, wie schnell ist die Zeit vergangen.


    Die Küche ist nun längst fertig, es fehlen noch ein paar Schnickschnacks an der einen Wand aber das kommt so nach und nach. Ich bin soooo glücklich über diesen neu gemachten Raum! Er ist völlig anders als vorher, was doch Farbe und andere Möbel so ausmachen.


    Auch in der Familienbeziehung ist Bewegung. Ich habe nun los gelassen und plötzlich kommt da was. Über Pfingsten hatten wir die Kinder hier, erst die beiden Mädels von Freitag Nachmittag bis Sonntag Abend, dann war Wechsel, dann war bis Dienstag Abend der Junge hier. Das war super! Ich habe mich so sehr darüber gefreut! Das ging wohl hauptsächlich von unserer großen Enkelin aus. Die Kinder haben sich wohl gefühlt und wir uns auch.


    Der Kinderwechsel fand bei uns statt und die Partnerin vom ExschwieSo war sogar mit hier. Wohl aus Neugier wegen der Küche aber egal. Und beim Abholen des Jungen am Dienstag Abend war der ExschwieSo wie früher... das hat mich aber eher irritiert und sehr traurig gemacht. Ich weiß gar nicht warum. Ich habe aber durch dieses Verhalten von ihm gemerkt, wie stark mich das verletzt hat, was da seit dem letzten Sommer und vor allem seit Weihnachten passiert war.


    Na gut, am kommenden Wochenende werden jetzt alle 3 Kinder hier sein :shock: , damit ermögliche ich den beiden Erwachsenen was Privates. Ich habe es mir gut überlegt und bin bereit dazu, es so zu machen. Alle 3 aber nur ausnahmsweise. Wir haben ja kein großes Haus sondern nur eine zweieinhalb Zimmer Wohnung...


    Es geht mir gut.


    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Hallo,


    jetzt war ich tatsächlich sooo lange nicht mehr hier in meinem guten, alten Fädchen.


    Inzwischen gab es Aufs und Abs, immer wieder falle ich auch in alte Dinge zurück. Ich denke, das wird so sein, bis ich aufhöre zu leben, auf dieser Welt. Das Gute ist aber, dass ich aus diesen Abs immer besser raus kommen kann. Auch mit inzwischen 60 bin ich ja noch lernfähig ...


    Momentan macht mir einfach diese unglaubliche Wärme zu schaffen. Ich mag Wärme und Sommer unglaublich gerne, aber das ist mir jetzt doch zu viel des Guten.


    Egal, es gibt immer was zu meckern...


    Schwitzige Grüße
    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Hallo,


    gestern hatte ich wieder mal Begegnungen mit meiner Vergangenheit...


    Meine Eltern wohnen ja im gleichen Haus wie mein Ex (und ich früher), sie wohnen direkt über ihm. Ich betreue ja meine Eltern inzwischen regelmäßig, komme da also auch immer vorbei, was mir zum Glück schon sehr lange nichts mehr ausmacht. Gestern aber stand die Wohnungstür vom Ex sperrangelweit auf... es ist seine Art zu lüften anscheinend, bei der Wärme.


    Und also sieht er mich und kommt gleich an um mir ein Gespräch an die Backe zu hängen. Es war später Vormittag, er hatte schon gut einen getankt, denn er zitterte nicht mehr. War aber in einem Stadium, in dem er noch recht normal reden konnte. Das Gespräch war auch kurz, "ach, du gehst für deine Eltern einkaufen, hab ich ja für meine Mutter auch immer regelmäßig gemacht...", ich habe mich schnell raus gezogen.


    Als ich dann später mit der Einkaufstasche hoch kam stand er schon da, sagte aber nichts weiter. Beim Runterkommen hatte er dann aber einen ordentlichen Pegel erreicht... Und es ging los. Er hätte mal eine Frage zu meiner Rente. Ich beziehe ja eine Erwerbsminderungsrente, seit Mai 2016. Bei der Scheidung wurde ja damals ein Versorgungsausgleich gemacht und mir aber gesagt, da mein Ex auch noch Renten vom alten Arbeitgeber bezieht, dass ich mir die im Falle meines eigenen Rentefalles privat einklagen müsse. Bei Scheidungen würden nur die gesetzlichen Renten berücksichtigt.


    Das habe ich also gemacht und seitdem dreht der am Rad. Ich hätte ihn verklagt, das war damals 2016 sein Jammer. Es war sinnlos ihm zu erklären, dass es doch nur mein Recht wäre und ich es so machen sollte, musste. Dann hat er irgendwann 2017 einen Anwalt genommen und eine Gegenklage gemacht... aber da ist nichts draus geworden, wie auch, es ist ja alles richtig so, wie es ist. Und nun jammert er schon allen Menschen vor, wie arm er dran wäre. Zum Beispiel meinen Eltern, die er ab und an heimsucht und die sich nicht trauen, ihn aus der Wohnung zu verweisen. Er heult dann und heult...


    Und er hat mittlerweile da anscheinend wieder einen Wahn entwickelt, er kann die Realität nicht mehr erkennen. Ich weiß, dass er früher in solchen Dingen immer sehr versiert und gut informiert war, er konnte stundenlang ellenlange Gesetzestexte und so lesen und auch verstehen. Und jetzt ist da nichts mehr von übrig. Er hat keinen Durchblick mehr und ist fernab jeglicher Realität. Ich meinte zu ihm, ich würde da doch nicht fordern, was unrecht wäre, es ist doch nur mein Recht und wurde mir gesagt, dass es so gehandhabt werden müsse. Mehr nicht. Da heulte er schon wieder und erzählte auch was von seinem Auto, in das jemand beim Ausparken hinten rein gefahren wäre aber der sich gemeldet hätte und so weiter...


    Völlig sinnlos irgendwie. Ich bin dann gegangen, ich hatte mich eh schon viel zu lange wieder auf ihn eingelassen dort. Noch immer stecke ich dann in dem Dilemma, ihm klar machen zu wollen, dass ich nicht schuldig und die Böse bin... Und doch kommt es immer wieder darauf raus. Er hat das immer noch drauf. "Wenigstens dir geht es ja gut..." lallte er.


    Da waren die Teufelchen erst mal ganz happy, dass sie wieder mal was zu tun hatten. Aber ich hab denen schnell den Garaus gemacht, als ich unten im Hausflur ankam lagen sie schon zu größten Teil am Boden.


    Er tut mir irgendwie leid. Aber er weiß auch, wie nüchtern geht, er war ja mal etwas mehr als 4 Jahre trocken. Er hat sich für den Alkohol entschieden. Es ist sein Leben... Und ja,

    Zitat

    "Wenigstens dir geht es ja gut..."

    , dafür habe ich gesorgt und sorge dafür. Es geht mir nicht immer gut aber es geht mir gut. Sozusagen.


    Ich lebe, mit allem, was dazu gehört.


    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Hallo Aurora,
    alles dreht sich wohl im Kopf eines Alkoholikers der sich für den Alkohol entschieden hat ausschließlich um ihn.
    Genauso erlebe ich es.
    Es gelingt mir immer besser zu akzeptieren, dass das Nervengift den Bereich des Frontalhirns (Bewegung, Persönlichkeit, Sozialverhalten) angreift. Das hilft mir und Martins Spruch:“du kannst machen was du willst, es ist immer falsch.“


    Mitleid und Trauer empfinde ich, weil es ein Tod auf Raten ist. Es gelingt mir nicht diesen Fakt auszublenden.


    Du hast dir dein Weg hart erarbeitet und hast so viel von dir zur Unterstützung geboten. Er wollte es nicht, nun ist es genug.


    Genial wie fix du die Teufelchen abgeworfen hast.


    Liebe Grüße,
    la vie

  • Hallo,


    liebe la vie, nun antworte ich dir endlich... :oops: . Ich glaube auch, dass sich im Kopf eines Abhängigen alles um seine Suchtbefriedigung dreht. So haben es Alkoholiker erzählt. Und so war auch mein Leben mit dem Alkoholabhängigen damals. Er hat nur um seinen Suff gekreist und ich auch. Er, weil er schnellstmöglich seinen Druck befriedigen musste, ich, weil ich ihn davon weg bringen wollte. Und ihm dafür alles aus dem Weg geräumt habe, immer in der Hoffnung, es wäre endlich mal richtig was ich mache, damit er endlich keinen Grund zum Trinken mehr hatte. Denn er hat mir ja ununterbrochen erzählt, es wäre alles meine Schuld. Ich habe das geglaubt denn ich wusste es nicht anders. Das habe ich aber erst begriffen, als ich mich mit Abhängigkeiten beschäftigt habe, also kurz vor und vor allem nach der Trennung.


    Ich finde es nach wie vor bedauerlich, dass sich mein Exmann wohl zu Tode säuft. Aber inzwischen akzeptiere ich das. Es ist sein Leben.


    -----------------------------------------------------


    Mein Fädchen heißt "Liebe und Hass" und so waren meine Gefühle damals. Wobei - als ich hier im Forum anfing war da keine Liebe mehr. Da war nur noch Hass. Hässlicher Hass. Welch böses Wort, welch böses Gefühl... aber so war es nun mal.


    Ich hatte so viel Hass in mir gehabt, in den letzten Monaten des Zusammenlebens mit meinem Ex. Manchmal hatte ich echt Gedanken ihn abzustechen. Es ist unglaublich, wie tief diese Gefühle waren. Er hatte mein Leben versaut, mich angelogen und betrogen, mir meine Selbstachtung geraubt. Mich klein gemacht und krank. Er hat mich ausgelacht, verächtlich behandelt, beschimpft und missbraucht. Körperlich und seelisch. Ich habe noch heute mit Folgen dieser Zeit zu tun.


    Dass ich da auch Anteile hatte an dieser Suchtbeziehung war mir erst mal nicht klar. Ich hatte vorher nie etwas über "Co-Abhängigkeit" gehört. Ich hatte an meinen Tanten gesehen, wie sie im Laufe der Jahrzehnte mit ihren abhängigen Männern kaputt gingen. So wollte ich nicht enden. Im Fokus stand immer der Alkoholiker. Entweder als "das arme Schwein" oder "der willenlose Säufer", "er ist zu bemitleiden" und "lass ihn bloß nicht im Stich". Ich wurde angehalten, von Leuten aus meiner Familie und Freunden, meinen Ex zu unterstützen, ihm zu helfen, für ihn da zu sein. Wie ich mich dabei fühlte war unwichtig. Zwar hieß es schon mal: "wie hältst du das nur aus?". Aber Hilfe irgend welcher Art bekam ich nicht.


    Als ich mich dann endlich trennen konnte hatte ich auch keine Unterstützung. Mein Exmann aber bekam Anerkennung, Unterstützung und Tutsitutsi, er machte ja eine Entgiftung und trank erst mal nicht. Wieder war es so, dass er im Mittelpunkt stand und ich sollte mich rein fügen. Ihn unterstützen, ihm zur Seite stehen und wieder "lieb" zu ihm sein. Dass ich das nicht konnte und wollte verstanden viele nicht. Vor allem Ex verstand es nicht...


    Und ich war wütend. Ich war voller Zorn. Immer hatte ich alles gegeben, die Familie zusammen gehalten, die Kinder so gut wie alleine großgezogen. Ich hatte ihn Jahrzehnte lang versorgt und betuddelt, auch während seiner schweren Krankheit Ende der 80ger Jahre habe ich ihn täglich stundenlang im Krankenhaus besucht, ihn aufgebaut, gefüttert und begleitet.


    Und wofür? Um mich von ihn als Bekloppte betiteln zu lassen, um angelogen zu werden. Um mich behandeln zu lassen wie der letzte Dreck.


    So und nicht anders empfand ich das damals. In der Zeit der Trennung. In den letzten Ehejahren und bis nach der Trennung. In mir war Wut und Traurigkeit, Hass und Ärger.


    Nach der Trennung kam ich dann endlich zur Ruhe und diese starken negativen Gefühle haben sich verändert. Durch den Abstand und de Austausch hier im Forum. Durch Informationen und Erkennen. Ich hatte Alkoholiker immer nur nass gekannt, und ich kannte viele. In meiner Familie wimmelte es nur so davon. Für mich waren das willenlose Säufer. So sah ich auch meinen Exmann irgendwann.


    Was da wirklich dran hängt, was das bedeutet diese Krankheit zu haben, das wusste ich erst mal nicht. Das habe ich hier erfahren. Im Zusammensein mit Alkoholikern, die trocken wurden. Mein 2. Mann ist ja auch einer von hier, auch "so einer". Ich habe heute eine völlig andere Sicht auf alles und erkenne auch meine eigenen Anteile an meiner Beziehung, an meinen Beziehungen generell damals.


    Das weiß ich also heute, nachdem meine große Wut endlich nach und nach besser wurde wurde auch mein Blick wieder klarer. Aber ich habe auch diese negativen Gefühle damals gebraucht. Anscheinend. Um überhaupt in Bewegung zu kommen. Hätte ich resigniert würde ich noch heute neben meinem besoffenen Ex hocken...


    Mir wurden während der Ehe mit dem Ex meine Wahrnehmungen und Gefühle ausgeredet und verdreht. Ich wurde als verkehrt hingestellt, als Spinnerin bezeichnet und als überkandiedelt. Das war fatal. Ich wusste irgendwann nicht mehr wo vorne und hinten ist. Ich fühlte mich sehr schuldig und schlecht weil ich diese schlimmen Gefühle : Hass, Wut, hatte. Denn - ich bildete mir doch alles nur ein :shock: . Oder doch nicht? Oder wie oder was...


    Das Zusammenleben mit einem abhängigen Menschen ist im Prinzip nicht möglich. Also nicht auf einer normalen und glücklichen Ebene. Ist meine Meinung. Es ruft irgendwann schlimme Dinge hervor. Natürlich gibt es diese schlimmen Beziehungen auch mit nicht abhängigen Menschen. Aber hier reden wir nun mal davon. Denn hier sind die Coabhängigen. Und wir haben diese schlimmen Gefühle, meistens. Erst mal. Denn unsere Träume sind zerplatzt. Wir haben immer nur helfen und alles richtig machen wollen. Und wurden doch übel behandelt . Wir sind am Ende unserer Kräfte.


    Ja, wir haben uns das ja selbst ausgesucht, nicht wahr... Na ja, wir sind da langsam rein gerutscht, so, wie der Trinker langsam in die Sucht rutscht. Der Alkoholiker hat sich seine Krankheit nicht ausgesucht. Ich zumindest hab es mir auch nicht ausgesucht als Co zu leben. Was da an Verhaltensmustern und Prägungen sind, das war mir nicht klar. Nachher ist man immer schlauer...


    Ich geh jetzt in's Bett. Gute Nacht allerseits


    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

  • Hallo Aurora,


    vielen Dank für deinen letzten Beitrag.
    Du schreibst:

    Zitat

    Das Zusammenleben mit einem abhängigen Menschen ist im Prinzip nicht möglich.


    Das versteht jeder, wenn es um das Zusammenleben mit einem Alkoholiker geht.
    Wie verhält es sich aber andersherum? Ist ein Zusammenleben mit einem Co-Abhängigen möglich?
    Diese Frage habe ich mir gestellt, nachdem ich meine Beziehung kurz nach meinem Abstinenzstart beendet hatte. Und kam zu dem Schluss, dass ein Zusammenleben mit einem Co-Abhängigen (, der noch "nass" ist,) für mich unmöglich ist.
    Ich habe mich zu Beginn meines Schreibens hier über manche Begrifflichkeiten gewundert. Ich wurde mal gefragt, ob ich "Betroffene" oder "Angehörige" wäre. Noch heute stehe ich auf dem Standpunkt, dass Angehörige auch Betroffene sind. Ich bin Alkoholikerin.
    Es gab hier in den vergangenen Jahren einige Cos, mit denen ich mich intensiv austauschte. Ich kann die Verletzungen verstehen, auch die Wut oder sogar Hass. Es ist für mich vollkommen nachvollziehbar, wenn ein Angehöriger sagt, er kann kein Vertrauen zu einem Alkoholiker aufbauen, unabhängig davon, ob nass oder trocken.
    Du bist jedoch eine von denen, die heute Vertrauen zu einem (trockenen) Alkoholiker haben.
    Mir zeigt das, wieviel du für dich erreicht hast. Dir bescherte das dein heutiges zufriedenes Leben.
    Du gerietst wieder an einen Alkoholiker. Aber ihr lebt heute euer trockenes Leben. Ohne Misstrauen und Wut und Hass.
    Es freut mich sehr zu lesen, dass es auch anders geht. Aber ich weiß auch, dass du dir das lange und schwer erarbeiten musstest.
    Viele Grüße, Penta

  • Hallo,


    liebe Penta, ja, ich denke das Zusammenleben mit einem coabhängigen Menschen kann sehr anstrengend und beengend sein! Wobei es immer sehr schwierig ist den Begriff "Co-Abhängigkeit" zu definieren. Bzw. ab wann es wirklich zwanghaft und unfrei ist. Denn im Zusammenleben ist diese Verhaltensweise ja sehr wichtig. Fürsorge, füreinander da sein, sich unterstützen usw. Ich glaube bis zu einem gewissen Grad ist es für alle Menschen praktisch, einen Co zu haben. Denn Cos können das Leben auch sehr bequem für ihre Mitmenschen machen... :wink: . Schlimm wird es wenn es zur Selbstaufopferung wird. Wenn es übergriffig wird. Wenn ich mich für dermaßen unersetzlich, wichtig und perfekt halte.


    Mein Mann wehrt sich übrigens ziemlich gegen meine Co-Auswüchse, also die, die in Richtung Selbstaufgabe gehen. Die ich ja immer noch auch habe und die auch zutage kommen wenn ich nicht aufpasse. Die "kleinen" Co-Dinge allerdings findet er klasse :wink: . Er hat die übrigens auch voll drauf, manchmal viel schlimmer als ich. Und da wehre ich mich dann sehr!


    Ich hatte mal eine Kollegin, die aus meinen letzten Reformhaus Jahren. Die war schlimm. Sie hat mich regelrecht entmündigt. Und das ist für mich genau so unerträglich gewesen wie das Zusammenleben mit einem Abhängigen. In mir kamen da sogar ähnliche Gefühle hoch. Ich musste mich wieder anstrengen um alles richtig zu machen. Ich musste fast schreien um gehört zu werden. Ich habe bis zur Erschöpfung dafür gekämpft gesehen und anerkannt zu werden. Das hat meinem zarten Pflänzchen Selbstbewusstsein damals sehr geschadet.


    Oder meine damalige Schwiegermutter. Der "Pabba", wie sie ihn nannte, also meinen Schwiegervater, der konnte in ihrer Gegenwart nicht mehr sprechen. Weil sie das immer für ihn getan hatte, ihm immer über den Mund gefahren war und ihn zum Kind degradiert hatte. Auch das ist ja ein Verhalten, wie es die Coabhängigkeit ist.


    Ich gebe dir also Recht. Auch Coabhängige sind für ein glückliches Zusammenleben "ungeeignet", wenn sie sich in tiefster Zwanghaltung befinden. Wobei der Begriff "Co-Anhängigkeit" in meinen Augen nur Sinn macht wenn ich mit einem anderen Abhängigen zusammen lebe. Die Verhaltensmuster passen aber auch in Beziehungen ohne den Gegen-Abhängigen... also Alkoholiker in unserem Fall.


    Es ist auf alle Fälle wichtig für uns Cos, an unseren alten Prägungen zu arbeiten. Sie zu erkennen und neue Muster zu erlernen, um die alten unschädlich zu machen. Denn ein Leben in diesem Verhaltenszwang ist ebenso unfrei und zerstörerisch wie das Leben in stofflicher Sucht. Für mich als Co genau so wie für mein Umfeld.


    Danke für deinen Beitrag, liebe Penta. Das macht noch mal viel klar, finde ich! Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.


    Ich werde gleich von meinen Mädels heimgesucht, meinen beiden Enkelinnen. :D .


    Aurora

    Der meiste Schatten in unserem Leben rührt daher, dass wir uns selbst in der Sonne stehen.
    (Ralph Waldo Emerson)

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