Beiträge von Dante

    Medikamente gäbe es nur bei einer medizinisch begleiteten Entgiftung, lieber Seal. & selbst da braucht man die nicht unbedingt,

    das wäre dann wirklich eine Entscheidung der behandelnden Ärzte.

    Ich kann die Sorgen deiner Frau gut verstehen, zeigt das doch, wie wichtig ihr ist, dass du mit der Trinkerei Schluss machst.

    Jedoch geht beim Weg in die Trockenheit denkbar wenig über die Ärzte.

    Das Wesentliche musst du alleine schaffen. Dein Leben - deine Trockenheit, alles andere ist nur Hilfs- bzw. Beiprogramm.

    Selbsthilfegruppen bestehen zwar nicht aus ausgebildeten Experten, sind aber Bestandteil des sog. niedrigschwelligen Angebots,

    & ihre Wirksamkeit ist vielfach belegt. SHGen gibt es mittlerweile in allen möglichen Themenfeldern, nicht nur bei Sucht.

    Grundsätzlich ist der Weg in die Trockenheit & der Erhalt der Abstinenz nachweisbar stabiler denn als "Einzelkämpfer", wenn man eine SHG besucht.

    Seal, ich würde mich gar nicht auf die Kategorie "Quartalstrinker" festbeißen.

    Im Grunde geht es wie bei allen Trinkertypen, dass der Alkoholiker sein Trinkverhalten nicht kontrollieren kann & sich selbst oder andere durch dieses Verhalten ständig und/oder massiv schädigt.

    In den Büchern wirst du nichts anderes gelesen haben.

    Wir unterscheiden hier im Forum auch nicht danach, wer welches Trinkverhalten hat.

    Wir sind Alkoholiker, wir wissen, dass wir mit dem Zeug nicht umgehen können, wissen, dass das nicht heilbar & demzufolge die dauerhafte Abstinenz die richtige Konsequenz daraus ist, wollen wir dem Teufelskreis entrinnen.

    Ehrlich gesagt.. macht es Sinn, oder?

    Man denke nur ans Ahrtal.


    Aber auch die Empfehlungen gehen ja so weit, dass man sich für 2 Wochen mit Wasser und Essen eindecken sollte (IMMER)

    Nein, macht es nicht.

    Dazu würde nämlich ein detaillierter Signal- , Melde- & Verhaltensplan gehören, der vorher auch gründlich publik gemacht werden muss.

    Die Warnaktion so wie sie geplant war & ablief, machte also keinen resp. hatte einen anderen Sinn.

    Einen kann man aus deinem letzten Satz ganz gut heraus lesen: Die Bevölkerung zu verunsichern.

    Sonst fällt mir als zweiter Sinn die Bescherung für irgendwelche Softwareentwickler ein, die sich millionenschwer an solchen Projekten bereichern sollen, ohne adäquates liefern zu müssen. Wie unterschiedlich die Warnaktion allein per Smartphone ablief, ist ja gut aus diesem Thread herauszulesen.

    Happy Ends dieser Art gab es schon so oft & so viele, & es gibt sogar einzelne Fälle, wo das Bestand hatte.

    Selbst wenn dein xy tatsächlich die Sauferei dauerhaft aufgibt,

    so sind doch die Denkmechanismen bei einem frisch Trockenen dieselben wie vor dem Saufende.

    & auch für die Zeit danach gilt: Der trockene Alkoholiker wird nicht mehr zum selben Menschen, der er war, bevor er krankhaft zu saufen anfing.

    Das Leben nach dem Trockenfall ist in vielen Aspekten ein völlig anderes, die Sichtweisen auf das Leben auch.

    Was vorher war, muss also auch in einer alten Beziehung wieder neu zusammenwachsen. & das klappt meistens nicht mehr.

    Das Forum kann nur Beiwerk sein, Biffi, um die Gedanken zu ordnen.

    Du baust einen ziemlichen Druck in dir auf, was die Vielzahl & Komplexität anbelangt. Ich kenne das von mir selbst recht gut.

    Lass locker. Das mit der Wohnung ist wichtig, alles andere kann nachlaufen.

    Ich habe "Radler" als ein Bier-Lino-Mischgetränk in Erinnerung.

    Demnach wäre der Konsum von Radler keine abstinente Lebensführung.

    Über alkoholfreies Bier wurde sich ja schon oft im Forum ausgetauscht.

    Selbst wenn dieses Radler mit alkoholfreiem Bier zusammengemischt wurde - einer stabilen Abstinenz ist das zumeist abträglich.

    Ich nenne das immer "an den Suchtstoff heranrobben" & meine damit, möglichst an alte Verhaltensweisen anzuknüpfen:

    "Kein Bier mehr, okay, dann trinke ich alkoholfreies Bier."

    "Aus meinen schönen Rotweingläsern trinke ich abends jetzt immer guten Traubensaft."

    "In unserer geselligen Runde stoße ich dann immer mit Cola an."

    Lebensgewohnheiten grundsätzlich zu ändern ist eine schwierige Sache. Erst recht, wenn damit eine Krankheit verbunden ist,

    die man im Kopfe beiseite schieben kann.

    Allerdings sollte man sich diese Mühe machen, sonst wird die ganze Abstinenz eine freudlose Sache & ist entsprechend instabil.

    Alkohol ist bestimmt kein Antidepressivum!

    Der kurzzeitigen stimmungsaufhellenden steht immer eine länger wirkende stimmungsdämpfende Wirkung nach.

    Was dem Körper an Hormonen durch Drogen herausgekitzelt wird, holte er sich gewissermaßen in der Zeit danach zurück

    & setzt außerdem "Gegenhormone" frei.

    Daraus entwickelt sich über die Jahre des Alkoholmissbrauchs eine ziemlich chaotisches Auf & Ab.

    Entsprechend lange dauert es bei Alkoholikern, bis sich der Hormonhaushalt wieder eingerenkt hat. Jahre.

    Nicht von irgendwoher sind Alkoholismus & Depression Zwillinge.

    Die Dame vom Blauen Kreuz tat genau das richtige.

    Diese ambulante Betreuung ist nicht als eine Art Ammendienst für Alkoholiker zu verstehen. Für den (Alkohol-)Tod deines Mannes ist niemand stellvertretend schuldig.

    Es ist auch nur konsequent, wenn die Dame sich aus dem Konfliktfeld zwischen dir & der Affäre heraushalten will.

    & es ist richtig, wenn sie nicht deine Betreuung oder die deiner Kinder übernimmt. Erst recht nicht, wenn diese 20 und 22 Jahre alt sind.

    Aber dir ist doch klar, dass die Abstinenz wichtiger ist als die Ausbildung?

    Mehr noch. Was nützt dir eine Ausbildung, die du nur verkatert mit Restalkohol oder mit vielen Fehlzeiten mehr schlecht als recht durchstehst.

    Die Abstinenz ist mehr als nur irgendeine Auflage. Sie ist Basis für alles im Leben eines suchtkranken Menschen, also auch einer Ausbildung.

    Ohne Abstinenz ist die Ausbildung nichts wert.

    Für eine Entwöhnungstherapie benötigst du einen medizinischen & einen Sozialbericht.

    Ersteren bekommst du vom Hausarzt, den Sozialbericht von dazu autorisierten Stellen.

    Welche das in deinem Umkreis sind weiß die Suchtberatung. Die Anträge werden dann an den Rentenversicherungsträger gesendet.

    Welche Therapieform & ggf. welche Klinik entscheidet der Rentenversicherungsträger, wobei die Vorstellungen des Klienten weitgehend mit berücksichtigt werden.