Beiträge von Whitewolf

    Hallo Sam,

    ich lese folgendes: " Sie darf sich gepflegt einen brennen und ich darf das nicht mehr. Warum mache ich eigentlich den ganzen Aufriss hier mit meiner Abstinenz, wenn sie mir so in den Rücken fällt"

    Das strotzt selbstverständlich vor Denkfehlern, falschen Ansätzen und Begründungen. Und wütend macht Dich das auch noch. Fabelhaft.

    Hartmut und ich haben Dir schon mehrere Zeilen geschrieben, das wird allerdings gepflegt ignoriert habe ich den Eindruck.

    In Anbetracht der Tatsache das Deine Frau schon groß ist, darf sie saufen so viel sie will. Du darfst das übrigens auch, das kann Dir niemand verbieten ausser Du selbst.

    Du hast Dir die "Bürde" ( so scheint es mir langsam) selbst auferlegt, weil Du Dich in einer peinlichen oder dummen Situation wiedergefunden hast, und Angst vor Konsequenzen bekommen hast.

    Das mit der dauerhaften Abstinenz wird aber nur etwas, wenn es da noch etwas anderes gibt als diesen Ehe-Ausnahmezustand.

    Wenn Du ein Gespräch suchen solltest, wie wäre das gewünschte Ergebnis von Deiner Seite? Und, viel wichtiger, warum eigentlich?

    Ich werde einfach den Eindruck nicht los, das Du mit Deiner Abstinenz irgendwie in der Luft hängst. Es macht auf mich einen sehr fragilen Eindruck, weil Deine Abstinenz scheinbar sehr von anderen Menschen, deren Verhalten und ( vermuteten) Meinungen abhängt.

    Versuch Dich mal in folgende Lage zu versetzen: Keinen Mensch interessiert es ob Du trocken bist oder Dich totsäufst. Belohnungen oder Wertschätzungen gibt es auch keine. Es ist einfach jedem egal.

    Was wäre dann? Die Antwort auf diese Frage ist existenziell wichtig, die Antwort kennst nur Du tief in Dir drinn. Die Antwort darauf entscheidet ob dauerhaft trocken oder lieber wieder nass.

    Du trinkst seit 1,5 Jahren nichts mehr und gibst Dir Mühe. Du arbeitest Vollzeit. Das ist eine echte Leistung und darauf solltest Du sehr stolz sein. Dein volljähriger Sohn macht Dich jetzt leider für seine Unzufriedenheit im Leben verantwortlich. Passt das in Etwa?

    Diese Unzufriedenheit hat nichts mehr mit Deiner Sauferei zu tun. Es wird als Vorwand und Grund genutzt und das könnte noch Jahre so weiter gehen wenn Du da nicht einen Schlußstrich ziehst.

    Was beschäftigt ihn wirklich?

    Lass Dich da wegen des Alkohols auf keine Grabenkämpfe mehr ein, hör auf Dir für alles was eventuell schiefgelaufen ist die Schuld zu geben. Deine Wut zeigt das Du da noch weit entfernt bist. Das müsste normalerweise abperlen wie an einem Regenmantel, stattdessen trifft es Dich ins Mark. Nicht gut.

    Alkoholiker neigen dazu sich wegen ihrer Erkrankung in Sack und Asche zu hüllen. Dabei wird gerne vergessen, das die Menschen mit denen sie umgehen auch nachdenken können, Entscheidungen treffen können, sollen und auch müssen.

    Sucht gemeinsam die tatsächlichen Probleme und geht es an.

    lG WW

    Hallo Sam,

    Du machst einen altbekannten Fehler in der Alkoholkrankheit: Du machst Dich gerade zum Vollhorst, ziehst den Kopf ein und willst den Alkohol so schnell als möglich abschütteln wie ein dreckiges Hemd. Alles schnell ungeschehen machen und von Krankheitseinsicht lese ich auch nicht besonders viel.

    Du betrachtest die Alkoholkrankheit als einen schlimmen Zustand, eine Willensfrage, eine Frage der Disziplin. Einfach abstellen, etwas zusammenreissen und schon passt das wieder.

    Gibt es eine normale Erklärung dafür, das Du nicht zum Arzt gehst wenn Du krank bist? Oder bist Du eigentlich garnicht krank? Willst garnicht krank sein? Stattdessen bietest Du Deiner Frau eine Angriffsfläche wie ein Sattelzug beim Driftwettbewerb. Sie fühlt sich bestimmt geehrt, braucht nur mit dem Finger zu schnipsen und Du kletterst nackt beim Nachbarn nen Baum hoch wenn sie das will.

    Du bist irgendwie schon noch ein Kerl oder? Es ist Mist gelaufen und jetzt kommt der Zahlmeister. Schön und gut. Das geht aber auch mit Kopf hoch und Schultern zurück.

    Du brauchst ein Netz für Deine Trockenheit. Das ist z.B, hier diese virtuelle SHG, und evtl. solltest Du noch eine reale SHG besuchen. Du brauchst ein oder zwei Ärzte für Deine gesundheitlichen Aspekte wenn mal Not am Mann ist. Du könntest evtl. auch eine Therapie anleiern.

    Wenn Du so weiter machst trinkst Du bald wieder. Das hält ja keiner aus. Ich bekomme schon Saufdruck beim lesen.

    Tu etwas gegen Deine Erkrankung und steh dazu das Du krank bist.

    Gruß WW

    Hallo und herzlich Willkommen Lollo,

    da kommen mir meine Probleme auf einmal gar nicht mehr so groß vor. Aber für mich sind sie trotzdem belastend

    Es gibt für das persönliche Empfinden keinen Maßstab, bei Dir stehen Ampeln auf rot und das zählt. Wenn Du für Dich sagst es reicht, das tut es das auch. Jeder Mensch ist anders gestrickt. Im Umkehrschluss bedeutet Deine Aussage nichts anderes, als das Du noch viel mehr leiden musst um es zu thematisieren. Das ist natürlich Blödsinn.

    Leider gibt es für die Sucht keinen versteckten An-Aus-Knopf den Du betätigen könntest. Du fühlst Dich machtlos und möchtest etwas tun. Das ist ein normales Verhaltensmuster in der Co & Alkoholabhängigkeit.

    Also beobachtest Du, kontrollierst die Menge, schnupperst hinterher und stehst ständig auf "hab acht". Als nächstes kommt dann verstecken, auskippen, überall suchen, schimpfen, weinen, drohen, verleugnen der Erkrankung vor Dritten... eine 24/7 -Beschäftigung. Somit seid ihr dann beide in den Fängen des Alkohols.

    Mit Deiner Anmeldung hier im Forum kannst Du Dir davon einiges ersparen, es gibt für so eine und ähnliche Situationen hier mehr als genug Erfahrungswerte.

    Ich schreibe aus der Sicht eines Alkoholikers, und ich weiss noch sehr genau wie wichtig mir diese tägliche Dosis "Bier" war. Zusammenreissen ging mal für ein paar Tage, das wurde aber nachgeholt. Es gibt auch kein "nur Bier", Alkohol ist Alkohol, der Schritt zu härterem Stoff ist nur sehr klein und der wird auch genommen wenn nichts anderes verfügbar ist.

    Jetzt heisst es erstmal : Abgrenzen und nicht voll in seine Suchtspirale mit einsteigen. Selbstverständlich reden Menschen miteinander und Du solltest ihm Dein Empfinden mitteilen. Allerdings solltest Du Deine Hoffnungen nach so einem Gespräch mit Versprechungen seinerseits nicht zu hoch ansetzen.

    Noch etwas wichtiges : Wenn Du es für angebracht hälst Ihm Konsequenzen in Aussicht zu stellen, dann achte darauf, das Du "angedrohte" Deadlines auch einhalten kannst. Mit jedem verstrichenen "Termin" wird Deine Glaubwürdigkeit weniger, irgendwann interessiert es niemanden mehr was Du diesbezüglich so sagst.

    lG WW

    Hallo Tiger,

    jetzt hat der andauernde Kampf gegen den Alkohol ein Ende? Mal schauen was das mit Dir macht,

    Ich würde ihr ihren Sohn gern wieder in ihre Verantwortung übergeben, also schon damit er für den Übergang zu ihr ziehen kann, bis er für sich eine Wohnung findet.
    Meine Sorge ist, wenn er bei einem Freund unterkommt, dass er gänzlich ertrinkt.

    Wie ist da der Stand?

    lG WW

    Hallo Schmidtty,

    Bisher bin ich immer noch trocken, hatte aber einige schwierige Momente, in denen ich mir meinen Wunsch nach Abstinenz aktiv ins Gedächtnis rufen musste.

    Glückwunsch, offensichtlich scheint das ja zu funktionieren.

    Das Forum ist für "schwierige Momente" da. Einfach mal kurz in die Tasten hauen was war. Das geht auch schnell ohne Rechtschreibung und Interpunktion, Hauptsache raus damit. Das ist besser als Zähne knirschen und Druck aufbauen.

    lG WW

    Hallo Zoe,

    dein Thread liest sich wie ein Thriller :roll:.

    Wenn die räumliche Trennung durch ist, sollte es aufwärts gehen. Du kannst wieder freier atmen und klarer denken. Ich könnte mir vorstellen das Du während dieser "Beziehung" zu 3/4 gedanklich ausgelastet warst. Vieles drehte sich nur darum.

    Wenn Du das jetzt endlich abschliessen kannst, hast Du viele Kapazitäten frei und kannst "für Dich " planen.

    Ich drücke Dir mal alle Daumen das Du jetzt wieder die Sonne siehst. Sollte gelingen, die letzten 14 Seiten hier haben gezeigt was Du für eine Kämpferin bist.

    lG WW

    Die Hälfte der Beiträge hier wären unnötig ohne den ewigen gezwungen - gewollten Kontakt per WhatsApp und Co.

    Ich bin kein Handy oder Internet-Gegner. Ohne gäbe es auch das Forum nicht. Da müssten wir alle in reale SHG`s gehen. Ich benutze das alles gerne und viel für meine Zwecke. Das ist nicht der Punkt den ich aufzeigen wollte.

    Ich habe mein Statement geschrieben, weil mir hier aufgefallen ist, wie viele der eigentlich schon durch die Sucht zerstörte Beziehungen über diese Messenger am Leben gehalten werden.

    Zu meiner Saufzeit war das Thema schneller durch, da gab es allenfalls SMS. Umständlich und teuer. Persönlich telefonieren fällt da schon viel schwerer ( auch heute noch, so eine Nachricht ist aber schnell und unpersönlich mal getippt ) , daher lief der Kontakt irgendwann von Selbst aus.

    Dieses "Kontakt halten" , dieses verzweifelte warten auf Neuigkeiten, so einfach über WhatsApp & Co, bringt hier sehr viel Leid mit Sich . Es hält viele hier in einer Dauerschleife der Verzweiflung, der Wut und in falscher Hoffnung.

    "Einfach blockieren", wie oft wird das hier geschrieben und als Tipp gegeben ?

    Es fällt wohl ausgesprochen schwer. Warum eigentlich? Es ist ein Tastendruck, den man jederzeit schnell wieder rückgängig machen könnte. Und dennoch...:roll:

    Licht und Schatten.

    Ich habe auf dem Job mal mein Handy aus Versehen liegenlassen und bin nach Hause. Erst spät gemerkt, nicht schlimm. Am nächsten Tag wurde ich von einer Kollegin ( 25 ) allen Ernstes gefragt wie ich das ausgehalten habe :

    "Das geht ja garnicht, oh Gott, ich wäre nochmal zurückgefahren" ( 20km )

    Das hat mich doch etwas geschockt und zum nachdenken angeregt.

    Dieses kleine Gerät bestimmt unsere

    - Laune

    - Gesundheit

    - Denkweise

    -etc. .... Die Liste ist lang.

    Welche hier behandelte Sucht hat so einen Einfluss auf unser Zusammenleben ? Es ist erschütternd wie abhängig wir von so einem kleinen Gerät sind finde ich.

    Ich bin ein alter Knochen und kenne es noch anders. Die junge Generation hängt wohl fast komplett an der "Handy-Nadel"

    Ich stolpere täglich hier im Forum über ein Thema. Ein völlig selbstverständliches, alltägliches und wie selbstverständlich auch ungenanntes. Unter dem Teppich quasi:

    Smartphone und Co.

    Nur wer schon vor einem leeren Akku gesessen hat und das Ladegerät kaputt ist, weiss was wahre Entzugserscheinungen sind :roll:.

    Die Hälfte der Beiträge hier wären unnötig ohne den ewigen gezwungen - gewollten Kontakt per WhatsApp und Co.

    Ich beantrage die Aufnahme einer Parallelsucht ins Forum ( Sarkaswolf :mrgreen:)

    Wer fühlt sich ertappt? Meinungen?

    Es scheint ihn einen feuchten Dreck zu interessieren was Du willst oder auch nicht. Willst Du das weiter mit Dir machen lassen?

    Laß dich nicht auf das WhatsApp hin und her ein. Deutlich Stop schreiben und dann blockieren.

    Das ist der einzige vernünftige Weg ( wie haben wir vor 20 Jahren bloss überlebt ohne WhatsApp oder diese ganzen Messengerdienste ? ) Sag "Nein" und das heisst dann auch Nein.

    Wenn er Dich gegen Deinen Willen aufsucht und belästigt, ruf die Polizei. Ganz einfach eigentlich.

    lG WW

    Aber das Suchthirn haust wohl in einem eher unerreichbaren Winkel meines Dickschädels.

    ...und es kann auch nach langer Abstinenz unvermittelt zuschlagen.

    Am Anfang ist es wie das laufen auf rohen Eiern, ein ständiger Kampf mit den Gedanken, vermischt mit Angst und Übervorsicht. Stück für Stück kommt dann das Vertrauen in sich Selbst und es wird besser, alltäglicher.

    Das schlimmste was einem trockenen Alkoholiker passieren kann, ist aus meiner Sicht das Vergessen. Auch nach langer Trockenheit ist es wichtig sich IMMER zu fragen: "warum, was war da, wieso jetzt" und das daraufhin eine Abgleichung mit den persönlichen Gefahrenpunkten erfolgt, wenn der Gedanke an das Trinken aufkommt. Nur so können wir uns schulen in unserem ganz eigenen Erleben. Jeder empfindet anders, jeder hat andere Trigger.

    Du gehst z.B. irgendwo nichtsahnend durch eine Tür und landest in einer Alkoholwolke. Warum auch immer. Alles in Dir springt sofort an. Darauf kann man sich nicht vorbereiten, dann müssen die Strategien greifen. Kompromisslos und sofort.

    In diesem Fall wäre das Verlassen des Raumes das Beste und einfachste. Aber es gibt auch Situationen aus denen man sich schlecht sofort entfernen kann. Dann muss die Ratio übernehmen, und das kann sehr schwer werden wenn man das ( noch)nicht für Sich verinnerlicht hat was da zu tun ist.

    Damit muss ich leben und umzugehen wissen.

    Es ist wichtig zu wissen das es diese Funktion des Suchthirns gibt. Und Du weisst das ja nun und kannst Dich darauf einstellen. Das ist ein wichtiger Schritt.

    lG WW