Beiträge von andreas57

    Servus Jackofthedrawer!

    Habe deinen Thread erst jetzt entdeckt und fühle mich als seit 25Jahren Berg(Sport) betreibender ebenfalls angesprochen. - Meinen Werdegang kannst du in meiner Vorstellung im offenen Bereich nachlesen.

    Habe in meiner nassen Zeit sehr viele meiner auch extremeren Kletter-und Hochtouren gemacht und wundere mich heute, dass alles ohne gröbere Unfälle abgelaufen ist. (Der erste gröbere Unfall, war der meiner Frau beim Klettern - siehe Thread "Eine Bewährungsprobe").
    Ich war sog. Quartalstrinker und habe in so manchem trockenen "Quartal"
    (Trinkpause oft bis zu 1 1/2Jahren) tagtäglich Training und Bergsport betrieben und die Leistungen wurden immer besser - dann folgten wieder Abstürze ich mußte viele meiner Bergkameraden vor den Kopf stoßen und ausgemachte Touren wegen "Kreislaufproblemen" absagen.
    Mittlerweile nach fast 1 1/2Jahren Trockenheit bescheinigen mir meine Bergkameraden ein Muster an Verläßlichkeit zu sein- was mich auch sehr freut.

    Ich bin mir auch sicher, die Jahre des Alkoholkonsums nur dadurch körperlich so gut überstanden zu haben, da ich zwischen den Trinkpausen immer wieder teil exzessiv trainiert habe.Nur an meinem Tiefpunkt angelangt ging auch in dieser Hinsicht nichts mehr - jedoch blieb mir eine stationäre Entziehung erspart, da ich laut Arzt trotz allem in einer körperlich sehr guten Verfassung war.

    Von einer Suchtverlagerung auf Sport kann ich nicht sprechen, da ich immer schon leidenschaftlicher Bergsteiger und Kletterer war und bin.
    Jetzt in meinem trockenen, zufriedenen Leben kann ich erst so richtig meine Bergsportleidenschaften ausleben und ich betreibe alle Arten des Bergsteigens Sommer und Winter dazwischen als Ausgleich sozusagen viele Bergläufe, MTB-Touren und das Abschalten, erholen und relaxen gelingt mir jetzt ohne zum Alkohol zu greifen. Früher konnte ich es kaum erwarten nach vollbrachter Tour auf eine Hütte zu kommen und die ersten Biere zu trinken um nach manchmal auch nervenaufreibender Klettertour "herunter" zu kommen. Jetzt habe ich andere Optionen um abzuschalten und um mich zu beruhigen.

    Auch als Tourenführer bzw. in meiner Eigenschaft als Instruktor komme ich immer wieder mit Menschen zusammen die auch beim Bergsteigen trinken. Ich kann es mir nicht aussuchen wer sich anmeldet bzw. wer mir zugeteilt wird. Ich erkläre dann eben, dass ich keinen Alkohol trinke - das genügt zumeist- wenn wer mehr wissen will bin ich gerne bereit darauf einzugehen. An manchen Hüttenabenden wird es mir jedoch auch jetzt noch zuviel - die Gespräche werden immer alkoholgeschwängerter - und ich ziehe mich dann zurück - auch aus Selbstschutz denn gänzlich meiden kann ich solche Situationen nicht. Ich müßte dann das Bergsteigen aufgeben, dass aber einen Teil meiner Persönlichkeit ausmacht.

    Mir hat Sport und speziell Bergsport beim Beginn meines trockenen Lebens sehr geholfen und ich möchte ihn niemals mehr missen.

    Ich wünsche dir den nahtlosen Übergang von einer Trinkpause in ein zufriedenes trockenes Leben zu schaffen und die sportlichen Erfolge die du dir wünscht!

    Lg
    Andreas

    Servus ottonv!

    Dein Erlebnis kann ich gut verstehen und nachvollziehen.
    Es passiert mir auch immer wieder, dass mir über meine Situation uninformierte Personen geistig zuprosten wollen. Ich lehne dann ebenso ab, wie du es getan hast mit dem Hinweis keinen Alkohol zu trinken.
    Vordergründig genügt dies den meisten als Begründung;näher bekannten Personen erläutere ich gerne wieso und warum ich keinen Alkohol trinke.

    Ganz allgemein kann aber gesagt werden, dass der Alkohol in unserer Gesellschaft derart tief verwurzelt ist, dass eben viele das Trinken mit einem ganz besonderen Lebensgefühl verbinden, was auch in der Werbung schamlos ausgenützt wird. Für viele ist es unverständlich gewisse Lebenssituationen ohne Alkohol durchleben zu wollen.
    Wir alle hier wissen jedoch warum und alle anderen sollen es gefälligst akzeptieren - wir wollen ein trockenes, zufriedenes Leben führen und da gehört das Trinken nicht dazu.

    LG
    Andreas

    Servus rumpelstielz!

    Hatte auch mal geglaubt, dass das mit dem Runtertrinken funktionieren würde.Nach 2 Tagen an denen ich mich nur rumquälte um die Trinkmenge zu reduzieren folgten Tage an denen ich alles wieder nachholte und mich mit dem trinken sogar überholte was schließlich zum endgültigen Zusammenmbruch führte. Ich wurde mit dem Notarzt ins Krankenhaus gebracht, wo ich jedoch das Glück hatte ambulant entgiften zu können.

    Wenn du noch die Wahl hast frei entscheiden zu können würde ich dir dringend zumindest zu einem ambulanten Entzug raten. Die Konsequenzen eines kalten Entzuges kannst du hier in diesem Forum in eindrucksvoller Weise nachlesen.

    Wünsche dir die Weisheit die richtige Entscheidung zu treffen!

    Lg
    Andreas

    Servus Susi!

    Du hast ja schon eine Menge an Meinungen und Feststellungen zu deiner Frage bekommen und sie weisen alle in eine Richtung:

    Für einen Alkoholiker ist eine Rückkehr zum "kontrollierten Trinken" nicht möglich. Dies haben unzählige Versuche der hier im Forum vertretenen Alkoholiker und auch meine eigenen Selbstversuche ergeben. Ist die Schwelle zur Sucht einmal überschritten worden, gibt es keine Alternativen mehr.
    Verstehen bzw. nachempfinden was in einem Suchtkranken vorgeht wirst du als Nichtbetroffene niemals können. Du kannst aber sehr wohl alles nachlesen was von betroffenen Alkoholikern hier schon in punkto psychischer und physischer Erscheinungen der Alkoholsucht geschrieben wurde. Als Nichtbetroffener kann man sich nicht vorstellen was es heisst trinken zu "müssen" und ich bin jeden Tag dankbar dafür, dass dieser Zwang von mir genommen ist und ich arbeite auch jeden Tag daran dass dies so bleibt.

    Lg
    Andreas

    Servus Karsten, servus S.day!

    Danke bestens der Nachfrage, meiner Frau geht es den Umständen entsprechend gut und der Heilungsverlauf macht wenn auch nur kleine Fortschritte. Es wird aber laut ärztlicher Auskunft alles wieder so wie vorher hergstellt werden. Ich freue mich schon jetzt wieder gemeinsam mit meiner Frau, die zugleich mein liebster Kletterpartner und auch Freund ist in den Alpen unterwegs zu sein.

    Ich bin dankbar und froh, durch die Hilfe dieses Forums und meiner realen SHG die richtigen Gegenmaßnahmen in jener für mich schwierigen Situation getroffen zu haben und wünsche mir eine derartige Belastung nicht mehr.Sollte sie dennoch kommen bleibt mir nichts anderes übrig als sie anzunehmen und trocken und nüchtern damit umzugehen. Als positiv kann ich jedoch vermerken - ich bin ein weiteres Stück in meiner Trockenheitsarbeit gewachsen und werde jeden Tag weiter daran arbeiten.

    LG
    Andreas

    Servus Hasenpfötchen!

    Die (Ver)Änderungen bei mir und meinem Umfeld seit ich trocken bin konnte ich auch feststellen.
    Ehemalige Trinkkumpane finden dich doof und langweilig und auch die nicht trinkenden Menschen in deiner Umgebung müssen die neue Situation erst realisieren und umsetzen.
    Ich für mich habe mir einen Leitspruch gewählt:

    Ich bin nicht auf die Welt gekommen um anderen Menschen zu gefallen, sondern um meinen eigenen trockenen Weg zu gehen !

    in diesem Sinne
    LG Andreas

    Servus liebe Forumsgemeinde!

    Habe mich nun schon länger nicht mehr gemeldet. Das hat zwei Ursachen: zum Einen hatte ich Probleme mit meinem Internet (Funkschatten beim mobilen Internet - habe jetzt Kabelnetz) zum Anderen war ich situationsbedingt im Urlaub bzw. Pflegefreistellung und konnte auch von meinem Arbeitsplatz aus nicht schreiben.

    Möchte daher jetzt schreiben was vorgefallen ist:

    Meine Frau hatte am 27.April einen schweren Kletterunfall. Wir waren zu dritt in schweren Touren unterwegs und durch die unabsichtliche Unachtsamkeit meines besten Kletterfreundes bekam meine Frau eine abgesprengte ca. 50 kg schwere Felsschuppe zuerst auf den Kopf (der Helm hat schlimmes verhindert) und dann aufs linke Handgelenk was einen offenen Trümmerbruch mit Riß von 3 Sehnen nach sich zog. Da dies mitten in einer Felswand passierte mußten wir umständliche und teilweise riskante Rettungsmanöver durchführen um aus dem Gefahrenbereich zu kommen. All dies gelang - auch beim Abseilen hielt das beschädigte Seil (bestand auf ca. 20cm nur mehr aus 3 Litzen) - meine Frau mußte sogar noch 2 Seillängen im mittleren Schwierigkeitsbereich mit ihrer nur notdürftig versorgten Hand klettern. Schlußendlich fuhren wir ins Spital an unserem Wohnort wo sie sofort zur Operation vorbereitet wurde und 3 Std.operiert wurde. Ich fuhr inzwischen nach Hause um persönliche Sachen für den Spitalsaufenthalt nach der Operation vorbeizubringen. Gegen 22 Uhr war alles vorbei, ich durfte meine Frau sehen und der Oberarzt versicherte mir, dass alles gut verlaufen war (Sehnen genäht,die Knochen mit Platten und Schrauben stabilisiert) und das Handgelenk wieder voll funktionsfähig wird.

    Nun komme ich aber zum Kernpunkt:

    Nch dem alles gut gegangen war fiel die Belastung und Spannung von mir ab und urplötzlich kam enormer Saufdruck auf, wie ich ihn nur aus den Anfangstagen meiner Nüchternheit kenne. In dieser Situation kamen mir dieses Forum hier und meine reale SHG in den Sinn. Was hatte ich nicht schon alles darüber gehört und gelesen. - Früher hatte ich mich oft in psychisch belastenden Situationen zuerst betrunken und nicht nachgedacht. Nun dachte ich nach: was habe ich davon mich jetzt zu betrinken, meine negativen Gefühle zu betäuben die dann am nächsten Tag ja doch wieder und zwar verstärkt vorhanden sind. Und vor allem: was hat meine Frau davon? Ich trank viel Wasser und Saft und versuchte das Kopfkino (schreckliche Vorstellungen, was alles hätte passieren können) in den Griff zu bekommen. Es gelang mir. Ich schlief zwar schlecht aber ich durfte nüchtern bleiben. Und vor allem: der Saufdruck war weg und kam auch nicht wieder. Die Tage alleine zu Hause und das Bangen das sich keine Wundinfektion einstellt waren zwar auch nicht gerade schön aber es traten keine Gedanken mehr an Betäubung durch Alkohol auf.

    Inzwischen macht der Heilungsverlauf gute Fortschritte und wir freuen uns schon wieder darauf gemeinsam Klettern und Bergsteigen zu gehen.

    In meiner realen SHG habe ich auch dieses Thema angesprochen und aufgearbeitet. Mich würde interessieren ob irgendwer von euch in einer ähnlichen Situation ( kein Kletterunfall - Gott bewahre) eine ähnliche Erfahrung in punkto Saufdruck bzw. der Wunsch nach Betäubung von schlechten Gefühlen durch Alkohol gemacht hat.

    Bedanke mich fürs Lesen und eure Antworten!

    Liebe Grüße
    Andreas 57

    Servus Pauli71 !

    [quote]Ich weiß nicht, wie ich es ihr noch begreiflich machen soll... ist schon ein ziemlicher Schei* wenn nicht mal zuhause Verständnis für einen aufgebracht wird.

    Das Wichtigste ist das du es für dich begriffen hast und dein Leben danach ausrichtest. Einem anderen Menschen die Alkoholsucht begreiflich zu machen, der davon nicht selbst betroffen ist ist gar nicht möglich.
    Nur wir Alkoholiker wissen wovon wir reden und Verständnis erwarte ich von einem Nichtbetroffenen auch gar nicht.

    So wie du deine Partnerschaft schilderst steckt da etwas anderes dahinter.
    Ich habe auch schon von anderen Alkoholikern gehört, dass sich bei ihnen die Partnerschaft nach dem Trockenwerden verschlechtert hat.
    Eine Ursache mag vielleicht sein: als wir noch getrunken haben waren wir voller Schuldgefühle, leicht zu lenken und taten vieles um unsere Ruhe zu haben und zu trinken.
    Nach dem Trockenwerden entdecken viele von uns ihre wahre Persönlichkeit und manche Ehepartner sind davon gar nicht begeistert oder müssen sich erst im Laufe der Zeit an uns nüchterne Menschen gewöhnen. Dies Bedarf viel Fingerspitzengefühl beiderseits und auch Geduld.

    Wünsche dir, dass ihr wieder in Harmonie zueinander findet!

    Gruß
    Andreas

    Servus JoeDoe!

    Bin dir dankbar, dass du hier deine Gedanken bzgl. Alkoholpräsenz vorbringst.
    So ähnlich geht es mir auch. Was am Anfang meiner Trockenheit noch ganz dominant vorhanden war, nämlich die Sensibilität gegenüber allem was mit Alkohol zusammenhängt (Werbung, Supermarkt, trinkende Menschen ,etc.) verblaßt allmählich. Mir ist der Alkohol mittlerweile gleichgültig. Ich kann sowieso nicht verhindern, dass ich in meinem Leben wenn auch nur am Rande damit in Berührung komme, auch wenn ich das so gut als möglich zu verhindern suche.
    Bitte aber nicht mißverstehen: die Gleichgültigkeit gegenüber Alkohol bezieht sich auf Situationen die ich nicht ändern kann. Ich bin sehr wohl achtsam mir gegenüber und begebe mich nicht leichtfertig in Situationen die mir gefährlich werden könnten.

    Außerdem suche ich die Auseinandersetzung mit dem Thema Alkohol auch bewußt, teils hier in diesem Forum, teils in meiner realen SHG die ich regelmäßig 1x wöchentlich aufsuche um nur ja nicht zu vergessen was ich bin und immer bleiben werde: ALKOHOLIKER !

    LG
    Andreas

    Servus ottonv !

    Schade, dass Kelli auf eine Illusion hereingefallen ist. Über kurz oder lang wird sie wieder dort landen wo sie schon gewesen ist wenn nicht schlimmer. Das kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen.

    Ich bin überzeugt davon, dass du deinem Sohn durch das Vorleben einer trockenen und zufriedenen Nüchternheit mehr Denkanstöße geben kannst,als es Versuche bringen würden mit aller Gewalt den Alkohol zu verdammen. Außerdem müssen wir uns immer wieder vor Augen halten, dass die Kinder nicht unser Eigentum sind und ihr eigenes Leben führen und eigene Erfahrungen sammeln müssen. Auch wenn diese schmerzhaft sind. Mein Sohn musste auch erst betrunken einen Autounfall haben um für sich zu verstehen, dass mann alkoholisiert nicht Auto fährt.
    Gott sei Dank ist es gut ausgegangen.

    Aber dasWichtigste ist das du trocken bist und bleibst !

    LG
    Andreas

    Servus zusammen!

    Es ist irgendwie schade, dass der an sich recht interessante Titel dieses Threads allmählich in eine Endlosdiskussion ausartet.
    Da wird gegenseitig nasses Denken vorgeworfen und Ursachenforschung bis ins letzte Detail betrieben. Es ist gut wenn wir uns Gedanken um das Zustandekommen der Alkoholsucht machen aber ergründen und aufklären werden wir dies niemals können.
    Besser wäre es ungenützte Energien in das Aufrechterhalten der Nüchternheit zu investieren und nicht alles hinterfragen zu wollen.

    Und egal wie lange eine stabile Trockenheit schon besteht:
    Wir sind alle und das zu jedem Zeitpunkt unseres trockenen Lebens nur eine Armlänge vom ersten Glas und damit vom Rückfall entfernt.

    LG
    Andreas

    Servus Inanna!

    Bitte keine Zitate aus dem Zusammenhang reißen! :roll:

    Ich wollte nur ausdrücken, dass seitens der Schulmedizin nicht alles über die Alkoholkrankheit restlos erforscht und aufgeklärt ist!

    Im Übrigen wäre ich der Letzte der Hier schreien würde- auf so einen Gedanken wäre ich gar nicht gekommen - aber Du!

    LG
    Andreas

    Servus Mistmaus!

    Ich kann dir den Thread von "Freund/ Veränderungen.....nur nichts trinken reicht nicht " bestens empfehlen, dort wirst du einige Antworten auf deine Fragen finden.

    Mich persönlich würde sowohl ein alkoholbelastetes Umfeld als auch ein trinkender Partner stören. Beides wäre eine permanente Gefahrenquelle die meine Trockenheit bedroht und wenn deinem Schwager an seiner Frau wirklich etwas liegt wird er sein Verhalten ändern. Aber dass muß auch deine Schwester so sehen und wollen.

    LG
    Andreas

    Servus Leseratte!

    Ich bin Instruktor Klettern Alpin (hieß früher Lehrwart in Österreich und Fachübungsleiter in Deutschland - ist aber jetzt EU-konform) und führe alpine Klettertouren für den österr. Alpenverein sowie Schitouren und Hochtouren.

    Dem Alkohol in den Bergen gänzlich aus dem Weg zu gehen ist leider nicht möglich, denn spätestens bei einer Einkehr oder Übernachtung auf einer Berghütte kann es dir passieren, dass du mit der ach so gepriesenen
    "Hüttengaudee" konfrontiert wirst und ich habe mich schon oft geärgert, wenn ich eine schwere Tour vorhatte und bis spät in die Nacht hinein Jubel, Trubel und Heiterkeit mir meinen Schlaf raubten.
    Aber es ist nicht überall so, speziell auf Westalpenhütten herrscht mehr Disziplin und Verständnis.

    Eine Möglichkeit gäbe es natürlich dem Ganzen gänzlich aus dem Weg zu gehen- mit Zelt und Rucksack einsame Gegenden aufzusuchen.
    Der Deutsche Alpenverein kann dir hier sicherlich weiterhelfen.

    Lg
    Andreas

    Servus ottonv !

    Ich persönlich mache mir nicht so viele Gedanken, wie[ b]meine[/b] Alkoholkrankheit von anderen aufgenommen wird. In erster Linie muß ich damit klarkommen und trocken bleiben.
    Den gleichen Egoismus, den ich beim trinken hatte verwende ich jetzt dazu um in meiner Trockenheitsarbeit voranzukommen.

    Und das sich bei der Alkoholsucht alles in einer gewissen Grauzone bewegt kann vielleicht dadurch erklärt werden, dass es der Schulmedizin bis heute nicht gelungen ist nachweislich die Ursachen der Alkoholkrankheit zu erklären, wirksame und erfolgreiche Methoden zur Behandlung anzuwenden oder gar ein Medikament gegen Alkoholsucht zu entwickeln. Überdies war bis vor gar nicht so langer Zeit die Alkoholsucht
    nicht als Krankheit anerkannt.

    Leider ist in unserer Gesellschaft die Hintergrundinformation Alkohol betreffend mehr als mangelhaft - aber das wird auch bewußt unterdrückt, denn wie sollte sonst der riesige Industrieapparat der sich hinter dem Geschäft mit Alkohol aller Art verbirgt funktionieren und Gewinn abwerfen.

    Mein Leitsatz ist:
    Ich bin
    [/b]nicht auf die Welt gekommen um anderen Menschen zu gefallen, sondern um meinen eigenen Weg zu gehen und der ist trocken und nüchtern.

    LG
    Andreas

    Servus @ Alle!

    Nachdem hier die unterschiedlichsten Meinungen und Auffassungen sowohl die Alkoholkrankheit als auch dieses Forum betreffend zusammgekommen sind hätte ich noch eine weitere Überlegung beizusteuern:

    Der Schulmedizin ist es bis heute nicht gelungen die Ursachen der Alkoholsucht nachweislich zu erforschen, eine wirksame und erfolgversprechende Behandlung festzulegen oder ein Medikament gegen die Alkoholkrankheit zu entwickeln.

    Vor diesem Hintergrund haben sich SHG sowohl real als auch virtuell als das noch am besten geeigente Mittel herausgestellt die Trockenheit zu erhalten. Und SHG leben nun einmal davon, dass Erfahrung, Kraft und Hoffnung geteilt wird und der Weg der LZT nachgelebt werden soll.
    Der der hier in diesem Forum den Weg vorgegangen ist ist Karsten und sein Weg war und ist erfolgreich und wenn nur ein nasser Alkoholiker vor dem sicheren Tod bewahrt werden konnte hat das Forum schon seine Aufgaben voll erfüllt !

    Wünsche allen noch allzeit eine schöne, trockene Zeit!

    Lg
    Andreas

    Servus Karl !

    Ich habe nach einer Woche Trockenheit aus Unwissenheit und Naivität eine Ballveranstaltung besucht, konnte zwar mit meinem Willen der Versuchung zu trinken widerstehen - fühlte mich aber scheußlich dabei und weiss heute, dass ich nur knapp an einem Rückfall vorbeigeschrammt bin. Noch Tage später hatte ich Saufdruck und konnte ihn nur mit Mühe unterdrücken. Mit meinem heutigen Wissen, vor allem aus diesem Forum, würde ich so nicht mehr handeln.

    Jetzt nach 16 Monaten Trockenheit ist mir der Alkohol eigentlich gleichgültig. Ich brauche nicht mehr dagegen anzukämpfen halte mich aber trotzdem davon fern, wo vordergründig Alkohol konsumiert wird. Und sollten manche Situationen trotzdem ausufern und ich in unangenehmer Weise in die Nähe von alkoholtrinkenden Menschen kommen ( z.B. bei meiner Führungstätigkeit in den Bergen - Hüttenabend) so verlasse ich die Runde und bin derjenige, der am nächsten Morgen mit dem klarsten Kopf fit und erfrischt aufwacht.

    Karsten schreibt:

    Ich nenne das gesunden Egoismus, wenn ich mich risikofrei verhalte, soweit das möglich ist.

    Gesunder Egoismus kann und wird uns das Leben retten.

    Ich werde in meinem Leben sowieso immer wieder mit Alkohol konfrontiert, sei es in der Werbung,Filmen,sogenannten Kulurveranstaltungen (Weinherbst - speziell in Österreich). etc.
    da tut es richtig gut sich sein privates, alkoholfreies Umfeld zu schaffen und zu behüten.

    Ich weiss nicht ob du deinem Freund schon erklärt hast, daß du Alkoholiker bist und am Anfang deiner Trockenheit stehst, wenn es aber ein wirklicher Freund ist, wird er für dich und deine Situation Verständnis haben.

    Wünsche dir die Weitsicht, die richtige Entscheidung zu treffen.

    Lg
    Andreas

    Servus Karl !

    Es freut mich für dich, dass du dich für ein Leben ohne Alkohol entschieden hast - wieder einer mehr in unserer Gemeinschaft!

    Nachdem du ja weißt welche Maßnahmen du für dich setzen wirst (Arzt, Thera,SHG, dieses Forum ) kannst du sicher sein in der ersten Zeit ohnehin genug zu tun zu haben. Überfordere dich aber nicht!
    Gerade zu Beginn der Trockenheitsarbeit kann einem nichts schnell genug gehen - ich weiss das von mir.

    Dein Ziel, wie ich meine, ist eine stabile, zufriedene Nüchternheit und die kann nur in kleinen Schritten erfolgen. Die Grundbausteine dazu kannst du hier im Forum nachlesen - sowie du hier fast zu allen Fragen das Leben und die Trockenheitsarbeit betreffend Erfahrungen findest.
    Ich habe am Anfang meiner Abstinenz sehr davon provitiert, da auch Gefahrenmomente und vermeintliche gute Ratschläge behandelt werden.

    Wie du in meiner Vorstellung im offenen Bereich nachlesen kannst, betreibe ich seit 25 Jahren den Bergsport in allen seinen Facetten und freue mich in dir einen Seelenverwandten zu sehen.
    Und so wie der Alkohol Körper, Seele und Geist verdorben hat - so stärkt und fordert das Wandern bzw. Bergsteigen Körper, Seele und Geist.

    Wünsche dir alles Gute auf deinem Weg in die Trockenheit !

    LG
    Andreas

    Servus alle zusammen!

    Ich hatte in meiner aktiven Trinkerzeit nicht nur "nasse Bekanntschaften" sondern auch Bekannte und Freunde, die wenig bis gar nicht tranken und mich auch immer wieder auf meinen riskanten Alkoholkonsum hinwiesen.
    Nachdem ich abstinent geworden war und mein restliches Leben in zufriedener Nüchterheit verbringen wollte habe ich die Spreu vom Weizen getrennt - sprich die "nassen" Bekanntschaften von den trockenen.
    Die die übrig blieben zählen auch heute noch zu meinen Freunden, Bekannten und Bergkameraden und richten ihr Verhalten auch nach meiner Alkoholkrankheit aus.

    Cats schreibt:

    Zitat

    Trotzdem fühle ich mich nicht mehr einsam, denn ich habe mich als Freund gewonnen

    Genau das ist es - ich muss mich selbst annehmen können mit allen meinen Fehlern, Gemütsschwankungen und persönlichen Eigenheiten.

    Früher habe ich mich oftmals selbst nicht ausgehalten und aufkommende negative Gefühle mit Alkohol betäubt aber auch versucht positive Gefühle mit Alkohol noch zu steigern.
    oder anders gesagt:
    Wenns mir schlecht ging habe ich Alkohol gebraucht und wenns mir gut ging habe ich ihn gewollt.

    Es ist daher mein Ziel die Mitte in meinem Leben zu finden und allen Problemen und Schwierigkeiten mit Gelassenheit entgegen zu treten.
    Dies gelingt mir zwar nicht immer
    aber ich arbeite daran
    Tag für Tag


    Lg
    Andreas