Beiträge von Nachwuchsoptimist
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Ja, die Erkältung habe ich gut überstanden. Seit ich vor zwei Jahren aufgehört habe zu rauchen, ist mein Immunsystem ein Traum. Alkoholfreiheit schadet natürlich auch nicht.
Nun, das mit dem schlechten Gewissen ist eine komplizierte Angelegenheit. Daran arbeite ich gerade mit meinem Psychologen. Es ist einfach keine sehr einfach Zeit im Moment. Aber ich bin trotzdem froh, dass ich die Dinge jetzt angehe. Und es hilft nichts sich an äußeren Umständen zu orientieren, sondern eben nur an sich selbst.
Dass ich viel mit mir selber ausmache ist schon richtig. Klar, mit ein paar Freunden spreche ich darüber wie es mir geht. Und natürlich in der Therapie. Aber solange ich arbeite und ich das Gefühl habe, dass es irgndwie voran geht, muss jetzt auch nicht alles sofort perfekt sein. Obwohl heute mein Psycho gesagt hat, ich sollte mich mich mal mehr auf die Gegenwart konzentrieren. Aber natürlich auch nicht nur. Das nennt man wohl Lebenskunst.
Genauso ist es auch mit der Verantwortung: nur auf sich selber achten ist genauso ungesund wie nur auf andere achten. Wahrscheinlich steht es so auch bei Aristoteles, dem alten Mittelweg-Guru.
In diesem Sinne: einen ausgeglichenen schönen Abend!
PS: Und Danke der Nachfrage, Patience. Ich habe sonst immer die Tedenz nur zu lesen. Und auch das eigentlich nur, wenn ich echt mies drauf bin. Aber schreien hat eine andere Reflexionsqualität. Und macht überprüfbar. Sollte ich mir mehr Zeit für nehmen.
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Hi Patience,
danke der Nachfrage. Bin erkältet, aber davon abgesehen geht's mir ganz gut.
Mit meiner Freundin ist es zwar immernoch schwierig, aber sie lässt mich machen, setzt mich nicht mehr so stark unter Druck. Das hilft mir. Aber ich habe auch immernoch ein schlechtrs Gewissen, weil ich sie im Moment einfach kaum unterstützen kann. Dabei hat sie ein ziemliches Päckchen zu tragen gerade. Naja, es geht irgendwie weiter. Wie immer.
Eine schönen Abend allerseits!
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Hi Paddy!
Zitat von Paddy
Sie sollte wissen, dass Alkoholabhängigkeit eine Krankheit ist, die tödlich endet. Du solltest sie aufklären. (...) Wie steht sie zu Deienr Abhängigkeit, zu Deiner Trockenheit?
Ich denke sie will es einfach nicht wirklich anerkennen. Mir fällt es ja selber sehr schwer. Das liegt zum eien daran, dass ich kaum dem (falschen) Bild des total abgefuckten Alkoholkers auf der Straße entspreche. Meine übelsten Abstürze hat sie nicht miterlebt. Insofern hat sie eine ganze Weile geglaubt, dass ich mir das alles nur einbilde, dass ich ne Drama-Queen bin, die auch mal ein Problem haben will. Ich übertreibe. Na, und als Sproß eine Brauereifamilie fällt es natürlich besonders schwer den Alkohol komplett zu verbannen, Bier ist für sie in erster Linie ein Lebensmittel, und ihre Familie verdankt diesem Getränk viel, ihre ganze Identität ist damit eng verwoben, ohne dass sie selber viel trinkt.Zitat von PaddyIch hatte diesem freund ein furchtbar schlechtes Gewissen.Ich habe einfach nichts mehr empfunden. Weder für ihn noch sonst etwas. Leere.
Das ist vielleicht der erhellenste Beitrag, den ich hier bisher lesen durfte. Wahnsin! Es trifft so haargenau die Situation, dass ist schon beinah gespenstisch. Ich habe einfach schon so viele Beziehungen in den Sand gesetzt. Und es war immer so, dass ich irgendwann dicht gemacht habe. Und langsam bekomme ich ein schlechtes Gewissen wegen den ganzen weinenden Frauen, die ich in Erinnerung habe. Und ich hatte bei meiner jetzigen Freundin eigentlich das Gefühl, dass es anders enden könnte. Aber vielleicht ist das auch Zweckoptimismus, um meine emotionalen Defizite nicht als solche anerkennen zu müssen. Aber das ist wohl eher was für die Couch. Danke für Deinen Beitrag, Paddy! Vergleichen tut gut und macht Mut! -
Ich habe jetzt grade nochmal nachgesehen, was in den Grundbausteinen über die Veränderung des Umfeldes und die oberste Priorität der eigenen Bedrüfnisse steht. Und klar, ich merke auch jetzt schon welche Leute mich nüchtern weniger interessieren. Ich verstehe ganz gut wie das gemeint ist, und glaube sogar denen, die sagen, dass sie keinen Menschen mehr kennen, den sie vorher kannten. Ich glaube auch, dass das im Einzelfall die einzige Option sein kann.
Aber ich denke man muss schon abwägen, was an den Kontakten alles dran hängt. Ich habe gerade überlegt, ob ich jemanden kenne, der überhaupt keinen Alkohol trinkt. Außer einem Schulfreund in Kalifornien vor 13 Jahren, der einer baptistischen Sekte angehörte, und einer ehemaligen Nachbarin, die auch explizit trocken gelebt hat, ist mir niemand eingefallen.
Alle anderen Menschen, die ich kenne, trinken Alkohol: Meine Freundin (wie gesagt), meine Brüder, meine Eltern, meine Freunde, meine Arbeitskollegen, meine Mitbewohner, einfach alle, die mir einfallen. Und die wenigsten davon trinken prekär.Wäre es nicht überzogen, sie alle aus dem Adressbuch zu löschen, zu sagen: "Sorry, ich melde mich dann in einem Jahr mal wieder, wenn ich zu MIR gefunden habe.." ? Ich glaube, dass das für mich nicht der richitge Weg ist, weil es einfach zuviele Bereiche gibt in meinem Leben, die ich geren weiterverfolgen will, und auch Menschen, denen ich sehr viel verdanke und die es nicht verdienen, dass ich ihnen so plötzlich den Rücken kehren, nur weil sie zum Fisch gerne Riesling trinken.
Bei Leuten, die vordergründig saufen, oder mit denen ich bisher viel getrunken habe, sieht es natürlich anders aus. Aber ich merke in zwischen wie sich das von selbst reguliert.
Eigentlich bin wirklich nur unsicher wie es mit meiner Freundin weitergeht. Ich habe nochmal mit ihr darüber gesprochen, und auch aufgrund des Inputs hier konnte ich Ihr ein isschen besser verständlich machen, worum es eigentlich geht.
Mal sehen, die Zeit wird es zeigen.
Einen schönen Sonntagabend noch!
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Vielen Dank schonmal für das Feedback. Eigentlich hab ihr alle bestätigt, was ich eigentlich auch schon gedacht habe. Es ist eben nicht der einfache Weg, und da gehören Zweifel wohl dazu. Umso ernster nehme ich Euren Rat.
Zitat von patience
(...) Intensität und vermeintliche Emotionen werden durch (Rausch-)Trinken geschaffen.
Ja, genau. Und das fehlt mir. Mein Psychodoc hat es mal als meine "Gefühlssause" bezeichnet, die ich als Katalysator brauche, weil ich mir im Alltag zuwenig Emotionen zugestehe.Geduld, Geduld. Jedenfalls bin ich gerade wieder gan guter Dinge, dass ich doch irgendwie weiterkomme. Ob nun mit Freundin oder ohne, die Richtung stimmt, da bin ich sicher.
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Hallo, ich bin seit fünf Monaten sauber. Davor habe ich mehrmals im Monat auf Rausch getrunken und dazu ab und zu noch Drogen genommen.
Jetzt ist es so, dass ich eigentlich einen ganz vernünftigen Alltag für mich etabliert habe, aber mir geht es dabei nicht besonders gut. Alles was ich mache, auch die sinnvollen Freizeitaktivitäten wie lesen, schwimmen oder mopedfahren, kommen mir wie ein (selbst-)aufgezwungenes Korsett vor. Dabei sind es Sachen, die ich immer gerne gemacht habe.
Ich habe in den vergangenen Monaten darauf geachtet, dass ich meine neugewonnen Zeit vernünftig nutze. Und irgendwie ist dadurch alles total verkopft geworden. Ich geh mir selber auf den Keks, weil ich nie wirklich bei mir bin, egal was ich mache. Das ist für mich ziemlich frustrierend.
Jetzt habe ich seit längerem mal wieder hier rumgestöbert, und wenn ich meine Erfahrungen mit denen von anderen hier vergleiche, fällt mir auf, dass ich mein Umfeld doch recht wenig verändert habe. Meine Freunde sind immernoch dieselben, auch wenn ich nicht mehr mit ihnen trinke, mein Job ist immernoch derselbe, auch wenn ich dort längst für Klarheit georgt habe, und vor allem bin ich immernoch mit meiner Freundin zusammen.
Meine Freundin nimmt das Thema leider nicht so richtig ernst, und darüber wollte ich mal hier schreiben. Für sie ist Alkohol kein Problem, sie trinkt manchmal was, aber kennt ihre Grenzen. Das ist für mich eigentlich auch in Ordnung.
Allerdings haben sich meine Bedürfnisse im trockenen Zustand doch erheblich verändert: Ich brauche sehr viel mehr Zeit für mich, auch ohne sie. Und ihre direkte, laute Art (das hat nichts mit Alkohol zu tun, sie ist einfach so), die ich eigentlich immer sehr bewundert habe, geht mir im Moment sehr auf die Nerven. Es ist auch so, dass sie gerade ziemlich viel um die Ohren hat, macht gerade Diplom und gleichzeitig wurde ihr Vater lebensbedrohlich krank, was sie sehr mitgenommen hat. Insofern hat sie von mir eigentlich Rückendeckung erwartet, die ich ihr im Moment nicht bieten kann. Sie ist enttäuscht und verletzt, sieht aber ein, dass ich im Moment mit mir selber beschäftigt bin.Die Beziehung ist daher in den letzten Monaten ziemlich anstrengend für mich geworden, und manchmal betrachte ich sie schon fast als "Job". Sie kostet mich im Moment mehr Kraft, als ich aus ihr ziehe. Ich spreche natürlich mit meiner Freundin darüber, und wir haben uns darauf verständigt, uns in Geduld zu üben, und erstmal weniger Zeit zusammen zu verbringen. Aber es schwebt schon auch der Gedanke im Raum, uns zu trennen. Denn so wie es im Augenblick läuft, bringt uns das beiden herzlich wenig. Noch habe ich die Hoffnung nicht aufgegeben, dass ich irgendwann wieder zu MIR finden kann, und dann auch wieder zu unserer Beziehung. Aber ich bekomme langsam die Sorge, dass ich um erfolgreich trocken zu bleiben, einen viel radikaleren Egotrip durchziehen muss, als ich es bisher getan habe. Und dass ich viel mehr Zeit brauchen werde, um mit mir ins Reine zu kommen. Ich glaube nicht, dass meiner Freundin klar ist, was ich gerade erlebe, und ich weiß nicht ob ich es ihr vermitteln kann. Leider fürchte ich gerade, dass meine Freundin unter Umständen nicht bereit ist auf unbestimmte Zeit abzuwarten, bis ich wieder für sie da sein kann.
Natürlich kommen mir auch Zweifel, ob es das alles wirklich wert ist. Zumal es mir im Moment nicht wirklich gut geht. Noch ist der Wille da, und auch der Optimismus. Aber igendwie habe ich das Gefühl, dass ich einen Fehler mache, egal wofür ich mich entscheide.
Hat jemand Erfahrungen mit Beziehungsmanagement dieser Art, oder ähnliches erlebt?
Lieben Gruß und eine schöne Mittagspause!