Ja, liebe Ina, es macht uns krank nichts gegen den Alk tun zu können.
Wir sind hilflos und unglücklich. Wenn nun eine gute Fee käme und allen Kummer verschwinden lassen könnte, dann wäre doch alles gut oder?
Wir litten in der Begleitung unserer alkoholkranken Bekannten/Partner oder Freunde weil wir nichts gegen den Alk tun konnten.
Nun wissen wir mehr, wissen, wir sind Co und leiden weiter. Wir bleiben in unserem leidenden Schema, gerade so, als wollten wir es und würden nichts anderes kennen.
Nun vielleicht kannte ich wirklich nichts anderes? Vielleicht wollte ich auch deshalb so schwer aus meinem Leid aussteigen - vielleicht meinte ich es müsse so sein zu leiden, leiden, leiden? Wäre doch schön gewesen, hätte er seine Krankheit begriffen und ich nichts an mir hätte ändern müssen....
Hmmmm, aber da sitzt meine Naivität:
Trinkt er nicht, dann hat er dennoch seine Suchtmechanismen.
Trinkt er jetzt nicht, dann heisst das noch lange nicht, dass das innerhalb kürzester Zeit nicht anders ist, zumal eben diese Suchtmechanismen nicht bearbeitet wurden.
Mein Abschied tut ebenso weh, immer noch - obwohl schon vollzogen und Kontakt abgestellt. Aber hätte mir mein eigener Schmerz nicht noch mehr weh tun müssen bei allen den Aktionen, die im Rausch geschahen? Müsste ich nicht noch mehr Schmerz verspüren wenn ich mal diese Suchtgeschichten weiterspinne, was noch hätte passieren können, was der Körper irgendwann einmal als Revanche einem Süchtigen servieren kann.
Mir tat alles weh, ich habe/hatte Schmerzen, das loslassen tat/tut weh - aber mit meinem Schmerz, mit dem hatte ich mich nicht auseinandergesetzt, weil auch hier war es einfacher mit mit ihm zu beschäftigen und wieder bei dem Wunder zu landen, was wohl selten geschieht.
Lieben Gruß von Dagmar