Beiträge von dagmar007

    Schön zu lesen, liebe Skybird,
    mir ging es ähnlich.

    Zurückgekommen ja, Altes ich? ich glaube fast, es wird nach jeder Krise ein "neues ich" in die Sonnenstrahlen blicken. Denn diese neuen Anteile verändern ja die gesamte Person.

    Ebenso wie ich müssen meine Stubentiger sich an das neue Heim gewöhnen. Jeden Tag gibt es also jede Menge Scherben, umgefallener Möbel und entwurzelte Pflanzen. Zuweilen schon etwas, das die Nerven in Mitleidenschaft zieht ;)

    Bevorzugt beginnen solche Forschungsexpeditionen iin den frühen Morgenstunden, die mir dann den Sonnenaufgang garantieren.

    Bei mir dauert es immer rund 2 Tag, die ich zurückgeworfen werde, dann kommt wieder neues und anderes Leben in mich.

    Ich werde nun gleich einen Kurzsparziergang zum Nachbarn machen und eine Kopie des KFZ-Scheines reinwerfen. Der Gute will sich um meine desolaten Radlager kümmern.

    In diesem Sinne wünscht Dir einen schönen Tag,
    Dagmar

    Danke, liebes Kaltblut,
    obwohl ich gerade das Gefühl habe zu stagnieren gibst Du mir den Eindruck, dass irgendetwas doch in mir passiert - hoffentlich bin ich nun nicht das Negativ-Beispiel ;) weil Deine klasse Sätze eben in meinem Thread stehen :)

    Ach weißt du, ich mag einige Biker - andere nicht - wie halt überall im Leben und eigentlich mag ich die Stimmung. Da ich hier aber neu bin möchte ich mich erst an starken Tagen dem aussetzen neue Menschen kennen zu lernen. Zumindest in diesem Umfeld.

    Bügeln - jippieh - gestern ein Erfolgserlebnis - ich habe mein Bügeleisen gefunden. Eigentlich hasse ich, wohl ebenso wie Du, das Bügeln. Aber nach Wochen ohne Waschmaschine diente das zu einem Hochgenuß dieses, erstmalig begehrte, Utensiel zu finden.

    Da sind wir wieder beim Thema Energie, wenn Du sagst gelesenes spricht Dich an. Ich denke, da ist viel dahinter - gute und positive Gedanken (derer ich nicht immer fähig bin) schicken Energie durch die Welt. Diejenigen, die diese Energie spüren wollen können das auch.

    Es ist schon komisch, wenn man sich selber betrachtet und Veränderungen, die geschehen. Wenn ich es wage, mich drei Monate zurück zu erinnern, da hatte ich definitiv Selbstmordgedanken weil ich dachte nichts geht mehr.

    Nun bin ich bereits umgezogen, lasse mich noch sehr wohl verfangen in die Vergangenheit, aber der Sinn des Lebens steht nicht mehr in Frage. Immer habe ich das Gefühl, nicht weit genug zu sein, übersehe aber mit welchen Gedanken ich angefangen habe diesen Weg zu gehen.

    In diesem Sinne, liebes Kaltblut - mit oder ohne Freimarken - viel Spaß beim bügeln und dem Schongang in Herz und Verstand.

    Dagmar

    Oh, vermutlich bekomme ich nun das Feinbild um die Ohren geworfen, weil es mir persönlich leider nur gelingt über die Dinge, die mir geschadet haben, den Absprung zu bekommen.

    Dass diese Dinge seiner Krankheit entspringen ist mir bewußt, da ich jedoch immer wieder Selbstzweifel habe ob er "tatsächlich" Alkoholiker ist oder alkoholkrank oder ob ich ihm etwas unterstelle, weil ein solcher Konsum in unserer Gesellschaft recht normal zu sein scheint....

    Ich weiß nicht ob mein Ex Alkoholiker ist - und diese Krankheit Dinge zu Tage fördert, mit denen i ch nicht leben kann. Somit muss ich für mich meinen Weg finden um abzuschließen durch die Dinge, die mich verletzt haben und meine Grundeinstellungen zum Leben nicht teilen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich denke mal, für Deinen früheren Partner wird es sehr, sehr schwer sein mit der Nüchternheit klar zu kommen und dem Leben wie es eben ohne Promille ist.

    Ich denke manch einer hat zum Alkohol gegriffen, weil er/sie nicht reden konnte über das was ihn/sie beschäftigt. Weil vielleicht das eigene Gefühlsleben für andere "tabu" sein sollte. Wenn das so sein sollte, dann dürfte es auch länger dauern das bewältigen zu können. Auch könnte ich mir vorstellen, dass es einem gesundenden Alkoholiker erst einmal gelingen kann sich die Realität klar anzusehen. Ich denke mal, es ist für den nun trockenen Alkoholiker ebenso schwer wie für Dich das alles in Einklang zu bringen. Jede der Seiten will sich vermutlich richtig verhalten und somit muss jede Seite in sich selber reinhören, überlegen um sich dann doch noch zu fragen "soll ich oder soll ich nicht...."

    Ein schwerer Weg für alle Seiten vermute ich mal. Ich kenne dieses Gefühl alles in Harmonie haben zu wollen, alle Unklarheiten nun zu klären und wieder zumindest neutralen Boden erklimmen zu wollen.
    Bei mir geht es nicht - und damit muss ich lernen zu leben. Wie es bei Dir ist weiß ich nicht, aber vermutlich zumindest nicht gestern möglich. Ich denke, unsere Ungeduld ist nicht gerade förderlich um Dinge aus der Vergangenheit in Wort und Schrift zu bearbeiten. Aus uns sprudelt es raus und wir wollen (!) Klärung, während der andere vielleicht ganz andere Probleme hat, die ihn vorrangig beschäftigen.

    Wenn ich überlege, wie schwer es für mich ist mit mir selber in Einklang zu stehen - um wieviel schwerer ist es dann, wenn zwei Menschen zusammen in Einklang stehen soll(t)en.

    Gute Nerven und Geduld wünscht Dir
    Dagmar

    Tortz allem Frust habe ich gestern vieles auspacken oder umpacken können und endlich mal wieder ein Brot gebacken, bzw. den neuen Ofen mit einer Pizza erprobt.

    Zum ersten Mal habe ich mich über ein Bügeleisen gefreut. Dieses nämlich zeigte an "Juhu, Du hast wieder eine Waschmaschine".

    Eigentlich wollte ich abends noch auf ein Motorradtreffen. Musste dann aber feststellen, dass ich heute nicht bei mir bin und das ein Ort ist, wo extrem viel Alkohol fließt. Also ein Ort, der mir derzeit wohl nicht gut tut, da mein Abstand zu gering ist und mein Ruhen in mir nicht vorhanden ist. Dafür war ich längere Zeiten in meinem Garten bei den Tieren, tat ebenfalls gut.

    Ich muss feststellen, ich bin ein Meister des Verdrängens. Das, wozu der Alkoholiker seinen Stoff nimmt, gelingt bei mir durch eine Gehirnmanipulation.

    Mir gelingt es doch tatsächlich alle Bedrohungen aus dem hier und jetzt zu verbannen und mich in eine Pseudowelt zu flüchten, die viele Jahre her ist, in welcher es noch keine akuten Bedrohungen für mich innerhalb der Partnerschaft gab.

    Ich flüchte also vom bedrohlichen und promillehaltigen hier und jetzt in eine Vergangenheit, die ich als besser empfand. Alles das, was meine Ekelgefühle erregte verbanne ich ins Hinterstübchen und lasse es nicht heraus. Somit bin ich absolut nicht in der aktuellen Situation sondern dämmere in einer Wunschwelt vor mich hin. Boahh, kann man so krank sein???

    In den letzten Tagen ging es mir schlecht weil ich seine Anrufe entgegengenommen hatte. Heute nacht gelang es mir mal zufällig wieder für mich zu mehr Klarheit zu kommen (zwei Tage kein Kontakt, meine Zeit, die ich brauche wieder zu mir zu finden). Vor lauter, ist es vielleicht doch nicht so schlimm, habe ich verbannt was an Dingen geschehen ist, die ich nicht in meinem Umfeld will.

    Einfach die Story eines Bekannten, wie gut es ihm jetzt lt. eigenen Aussagen ginge, brachte mich dazu schon wieder meine Empfindungen in Frage zu stellen. Die Wutanfälle ebenso in den Hintergrund zu drängen, wie die Nichtbewältigung von Rechnungen ect., das Autofahren mit der Flasche in der Hand als seltenes Geschehniss hinzustellen und die sexuellen Übergriffe als Zufälle abzutun. Himmel, da habe ich noch Berge von Arbeit vor mir, diese Dinge als aktuell zu behandeln und nicht als Zufallstreffer.

    Zu registrieren, dass ich selber noch besser verdränge als ein Alkoholiker. Dass ich mich noch besser belügen kann, als ein Alkoholiker das zu tun scheint. Himmel, Himmel, Himmel, das ist ja fast das selbe wie der Alkoholismus. Unangenehmes ausblenden.....

    Oh je, ....

    lieben Gruß von Dagmar

    Da es mir "ähnlich" geht würde ich sagen, dass ist ein geballter Kuchen Co, der aus ganz vielen Zutaten gebacken wurde wie verletztes Ego, mangelndes Selbstbewußtsein, krankhafte Fixierung auf den anderen und das alles gebacken während der Zeit des Entzuges von der Droge.

    Ich für mich muss feststellen - jeder Kontakt wirft mich zurück. Persönliches Erscheinen aber auch Telefon.

    Innerhalb von 8 Jahren waren Gefahrenmomente vorhanden und zwar latente - sei es Gerichtsvollzieher, sei es Polizei, sei es Wegnahme der PC's, die auch mich getroffen hätte da ich im selben Haushalt lebe.
    Diese für mich bedrohlichen Dinge habe ich im Kuchen versteckt, so als Gewürz, und wollte oder konnte sie in den letzten Tagen nicht sehen. Ich habe den Angstschweiß vergessen, wenn er sich wieder massig mp3 runterlud. Ich habe vergessen wie übel ich es fand wenn ich ihn - fast täglich - vor dem PC und recht üblen Pornofilmchen fand. Diese für mich schlimmen Situationen hatte ich so verdrängt, dass ich irgendwo schon "vergessen" hatte warum ich mich getrennt hatte: weil es mir um mein Leben gegangen war.

    Ich bin ebenso ein Meister im Verdrängen, wie der Alkoholiker, der einige Jahre mein Leben begleitete. Ist es bei Dir vielleicht ähnliche Crevette? Sind wir Meister darin zu vergessen, wie weh die Seitensprünge taten? Habe ich mich so weit von meiner eigenen Grundeinstellung entfernt, dass ich so etwas in den Hintergrund stellen kann? Bin ich schon so krank, dass ich Grundfundamente von menschlicher Freundschaft selber in den Dreck trete?

    Liebe Crevette, ich denke, mit blöd hat das bei mir nichts mehr zu tun, denn so blöd kann man/frau fast nicht sein. Das ist eine krankhafte Verkettung vieler Zutaten, einer viel zu langen Backzeit und vielleicht einer zu hohen Backtemperatur.

    Irgendwann fragte ich mich wieder ist er vielleicht doch nicht so schlimm drauf? Sind doch nur (sichtbare ;) 6 kleine Bierflaschen - Pils - am Tag. Was sonst noch kommt weiß ich nicht, ist doch für viele eine normale Menge. Und da kam dann doch mein Sahnehäubchen: nämlich die Wutanfälle, angefange Schlägerei, betrunkenes Autofahren und so viel mehr. Das geschah in den letzten 12 Monaten, in den vergangenen Jahren nicht somit scheint es so, als würde ich lieber die normalen 88% am Leben halten als die aktuellen und schlimmen anderen 12.

    Ich will damit sagen dass ich selber meine Situation nicht klar sehe, mein klares Denke aufgebe indem ich mich zu sehr selber in Schmerzgefühle reinsteigere. Ich sehe nicht nach vorne, sondern zurück in die Uralt-Vergangenheit - nicht in die Vergangenheit - sondern die Uralt-Vergangenheit. Ich bin nicht im hier und jetzt. Mein Ex und ich haben andere Lebenseinstellungen und Interessen - wir passen nicht - aber das bewußt immer wirken zu lassen gelingt mir selten.

    Dir viel Kraft dabei, liebe Crevette,
    lieben Gruß von Dagmar

    Halber Roman, ist aber schwer zu erklären dass man weiß was falsch läuft, aber dennoch sich im Kreise dreht .... drehen will .....

    Ich denke das ist genau der Punkt, liebe Skybird, diejenigen, die sich einfach wegsaufen. Dachte ich mal - ganz als das Theater begann - da ich aber kaum Alkohol trinke verwarf ich das schnell wieder ;)

    Aber genau so kommt es ja, Problem, Alkohol erleichtert, nächstes Problem und fertig ist nach einer gewissen oder ungewissen Zeit ein Mensch, der nicht mehr Herr über sich selber ist.

    Aber ich denke durch den Schmerz muss man durch - so wie Du auch jetzt um daraus zu lernen, und sei es nur zu lernen dass man ihn (den Schmerz) überlebt.

    Halt Dich wacker - es wird besser ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Irgendwie scheint das nicht selten zu sein (war ja auch bei mir der Fall, nachdem ich ihm Fotos gezeigt hatte wie er im Suff aussieht und das ich nicht bereit bin das zu begleiten) dass nasse Alkoholiker eine Beziehung beenden.

    Meiner meinte damals er habe Angst gehabt ich würde die Beziehung beenden, da sagte sein Ego "sei schneller". Wir hatten das Thema ja schonmal, dass einige einen neuen Kick durch eine neue Partnerschaft bekommen oder einfach Angst haben dass der Partner das wahre Ausmaß der Krankheit begreift.

    Nun Tanja, es tut sauweh. Für mich war es jedoch die einzige Chance aus der Beziehung rauszukommen. Als guter Co hätte ich bestimmt noch weiter den Leitfaden von Alkoholmissbrauch und Niveauänderung verfolgt, ihr beigewohnt und mich selber dazu geführt micht schlecht zu fühlen.

    Nur ... verarbeitet sein will das erst einmal. Denn so geht es nun Dir - traurig, traurig, traurig. Aber es wird besser, glaub mir.

    Zwar bin ich noch auf keinem Optimum, aber nun, nach zwei durchgestandenen Monaten, fast drei eigentlich, habe ich nicht mehr das Gefühl die Welt geht unter. Ich empfinde nicht mehr die Frage : "Wie soll ich das schaffen" Warum soll ich es schaffen" Nunmehr existiere ich, es gibt auch Tage, da lebe ich gut. Ich wünsche Dir - und mir - dass es für uns bald viele Tage voller Leben und Freude gibt und das vergangene hinter uns bleiben kann und darf.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Esmeray,
    je druckvoller und promillehaltiger meine Situation wurde, desto intensiver habe ich die Wohnungssuche vorangetrieben. Allerdings habe ich nur wenige Vermieter von mir aus kontaktiert, sondern ich habe selber inseriert und einige Anrufe bekommen. Es war auch ein, wie es jetzt aussieht, passendes Modell dabei :)

    Keinen Moment zu früh, aber viele Tage zu spät bin ich ausgezogen. Die Situation wurde immer übler und obwohl die Beziehung zu mir beendet war und er bereits eine neue hat wurden die sexuellen Übergriffe immer schlimmer, immer häufiger und waren am Ende täglich. Nur denke ich, dass ist nicht der "Normalfall".

    Mit dem Wissen in einigen Wochen ein neues Haus zu beziehen ging es mir besser und ich verkraftete die Wartezeit leichter. Hatte aber auch sehr große Angst davor, den Umzug nicht zu bewältigen.

    Meine persönliche (Weiter-)Entwicklung, wie auch meine Nehmerqualitäten sind langsam, aber gehen in eine Richtung. Jedoch gibt es durch jeden Kontakt mit dem Ex eine Stagnation. Speziell nun in der Phase nach dem Umzug, wo er terrorisiert fühle ich mich mehr den je zurückgeworfen.

    Ich bin damals in alte Muster verfallen. Aber sie wurden mir bewußt und ganz langsam konnte ein Muster ums andere gegenüber ihm abgelegt werden. Meine co-Anteile jedoch, die für das loslassen zuständig sind, die muss ich noch ziemlich entwickeln, die spielen nämlich nicht so mit, wie ich das gerne hätte.

    Ich wünsche Dir viel Kraft und ganz schnell eine neue Wohnung

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Skybird, bei mir laufen zwar keine Tränen mehr, aber ich fühle mich schwer - meine Situation eigentlich ziemlich gleich der Deinen: es geht um kein Weiterführen der Beziehung.

    Warum nicht bei Dir? Warum jetzt? Auch ich fragte mich das! Aber ich denke, diese Fragestellung ist nicht korrekt. A) ist seine Situation nun eine andere b) hat er anfänglich sicher auch die Termine mit Dir eingehalten, oder?

    Ja, diesen entsorgten Schmerz lebe ich auch gerade. Das ist vermutlich der Punkt an unserem Selbstwertgefühl, an dem noch von uns gerüttelt werden muss. Der Punkt, des wissens, nun bin ich alleine - ich bin ich - ich bin auf mich gestellt und muss meine Forderungen ans Leben oder an Zuneigung selber erfüllen.

    Bei mir zieht nun die Sonne ein. Ja, ich dachte auch ich kann für mich entscheiden ob ich leide oder nicht - derzeit scheine ich jedoch nicht in der Lage zu sein zu entscheiden, sondern leide etwas vor mich hin.

    Halt Dich wacker - wer weiß, in ein paar Tagen sind wir vielleicht schon viel weiter. Auch das Loslösen könnte mehrere Schritte bedeuten und mehrere Arten von Schmerzen und Bewußtseinsebenen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Skybird,
    aber jetzt mal ohne Witz: erzählt wird so viel, und vieles von dem was mir erzählt wurde ist nachweislich falsch! Und selbst wenn es stimmen sollte, dann dürfte doch erst die Zukunft zeigen, was dran ist an den Dingen. Mein Gott, wie naiv war ich wenn mir Bären aufgebunden wurden - wie naiv bin ich immer noch, wenn versucht wird mir weitere aufzubinden ;)

    Mensch Skybird, wir die wir hier sind und uns austauschen, uns ging es wohl allen mal so dreckig dass wir sagten, wir können nicht mehr. Vielleicht haben wir uns etwas erhoholt, uns etwas stabilisiert und Abstand gewonnen - auch eine gewisse Art von Verständniss gegenüber dem Alkoholismus.

    Ebenso könnte es Deinem Lover auf Therapie gehen, ein Gefühl der Stärke, es nun geschafft zu haben - ein Gefühl, jetzt läuft das mit links. Danach aber kommt erst der harte Kampf für die Betroffenen und deren Angehörige - wenn (so denke ich) nämlich wieder die Gefahren der alten Muster vor der Türe stehen.

    Vielleicht kommt nun einfach die nächste Phase, mit eben diesem etwas "weiter sein" immer noch konstant den eigenen Weg weiterführen. Jetzt aber unter geänderten "unseren geänderten" Vorzeichen.

    Niemand könnte Dir garantieren, dass Dein Herzensjunge überhaupt alles durchzieht und dann beständig bleibt. Es wäre möglich, dass selbiges Chaos wieder zum tragen kommt - für Dich und für ihn. Wenn sich in der Realität, außerhalb der geschützen Zone einer Therapie, selbige Beständigkeit zeigt, dann vielleicht, aber nur vielleicht wäre die Zeit zum traurig sein, denke ich.

    Ist es denn im Moment nicht so, dass wir mit irgendwas nicht klarkommen, uns etwas weh tut - dieses aber nicht unbedingt der Wunsch nach dem Partner ist, den wir einmal hatten?
    Sind wir nicht wieder gelandet in der "was wäre wenn"-Schiene?

    Du glaubst gar nicht, wie gut ich Dich verstehe! Wie froh wäre ich zu wissen, wenn es anderen besser ginge als mir. Vielleicht könnten die mir dann nämlich einen Weg aus meinem dummen Anklammern zeigen. Aber das scheinen einfach unsere Co-Muster zu sein. Unser Gift, von dem die Dosis anders wird. Langsam wird das Gift bei uns "ausgeschlichen" aber eben langsam. Wir haben noch eine Dosis in uns.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach, liebe Skybird, sind wir da doch irgendwie grad verwandt in der traurigen Thematik "Jemand behauptet es geht ihm gut, und dass nicht gegenüber uns...."

    Sodele, hmmm, da musste ich für mich doch mehr als schlucken und feststellen, genial, es trifft! Das was mir egal sein sollte, das, worüber ich schon lange hinweg sein sollte. Ähem, was war, was sein wird oder nicht mehr wird.... Verstehen kann ich Tränen und Trauer nur zu gut - fühle mich selber ähnlich....

    Aber bei mir ist es die Tatsache, dass ich mit meinem verletzten Ego nicht klar komme, eine Beziehung wollte ich auf keinen Fall zurück. Und dann Skybird musste ich in den vergangenen Wochen feststellen, was meinen nassen Alki betrifft, dass ich kein Wort glauben darf von dem was erzählt wird. Vielleicht ist mal ein Zufallstreffer dabei, ebenso kann jedes Wort Lüge sein.

    Reanimation - Herzlich gerne !!!! - Schade, dass wir ein paar km auseinanderwohnen, lässt das www vermuten, sonst könnten wir hier noch saure Trauben, weil wohl erst in der nächsten Wochen reif, pflücken und uns damit die Laune versüßen!

    Halt Dich wacker!!!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Fuegeo,
    übers Wochenende habe ich immer, oder bisher, Ruhe gehabt, da ist er in seinem neuen Säuferkreis in Würzburg.

    Ich denke auch, ich werde nächste Woche auf seine Anrufe nicht reagieren. Das tat ich auch letzte, bis er dann halt vor meiner Türe stand. Telefon ist noch weniger schlimm als "natura".

    Ach nee, Fuego, wieso aufhören. Er ist doch kein Alkoholiker. Nicht, dass Du mich falsch verstehst, ich will die Beziehung nicht zurück und auch nicht die Partnerschaft. Mir fällt es nur schwer abzuschließen, endgültig los zu lassen. Wir beide waren Gift füreinander.

    Das mit den neuen Infos ist nicht ganz so, ich habe nach dem Telefonat gebeten mir keine zu geben und auch die anderen Möglichkeiten, die ich hätte nehme ich nicht wahr. Aber gerade bei gemeinsamen Bekannten muss nun auch eine neue Linie gefunden werden, mit und durch diese mit uns beiden als nicht-mehr-Paar umgehen können. Denn gerade der Anrufer fragte mich schon seit Jahren, warum ich überhaupt in dieser Beziehung verharre. Es ist also jemand, der weiß was Sache ist.

    Du sprichst das schauspielern an, ich setze mal die Lügen dazu und denke genau das könnte ein Problem sein oder werden wenn ein Alkoholkranker trocken wird. Damit fertig zu werden, wenn das noch in Erinnerung ist, was gelogen und betrogen wurde. Sollten das die Kranken noch in Erinnerung haben, dann werden sie versuchen müssen nüchtern damit klar zu kommen und auch mit dem Wissen, andere verletzt und betrogen zu haben und eventuell lange mit dem eigenen Gewissen kämpfen. Das mag auch zuweilen ein Grund für einen Rückfall in die Sucht sein. Das aber weiß ich nicht, dass kann nur jemand erklären, der dem Alk abgeschworen hat. Ich weiß nicht einmal, ob überhaupt Erinnerungen bleiben an Lügen, Betrug, Schlägereien ect. Ich habe da echt keine Ahnung. Denn es geschieht ja in einem benebelten Zustand, was da hängen bleibt weiß ich nicht.

    Ich denke, sie müssen gegen sich selber spielen, um das Gefühl zu haben noch alles im Griff zu haben oder wenigstens zu bekommen. Eigentlich sogar nachvollziehbar - wenn die reale Welt nicht passt, dann muss vielleicht versucht werden sich eine eigene zu zimmern. Je nach Psyche kann ich mir vorstellen manch eine-/r glaubt seine Geschichten selber.

    Ich selber weiß, dass ich den neuen, anderen, Menschen nicht kennenlernen möchte. Ich habe das Wutpotential dieses Menschen innerhalb seiner Sucht entdecken müssen sowie seine Sexsucht, die mittlerweile extreme Formen annimmt. Diese Dinge sind also in ihm - ohne Alk eventuell durch sein (derzeit nicht vorhandenes) Bewußtsein in den Hintergrund gedrängt, aber da .... vorhanden ....

    Wie gesagt, ich kann mir ein zusammensein egal ob trocken oder nass in keinster Form vorstellen. Aber ich denke meine Co-Anteile und dadurch mein Ego leiden einfach unter dem "wie" das Ende ist. OBwohl es eigentlich für mich nichts besseres geben kann um loszukommen!!! Es ist eben meine Trauerarbeit, die ich bewältigen muss, da komme ich nicht umhin....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Lieber Franke,
    die Frage, ob "Realitätsverlust und nicht merken, dass sie sich anders verhält" kann ich Dir zwar nicht beantworten, kann Dir aber bestätigen, dass es bei meinem Ex so ist. Er ist der Meinung, wenn er sich mit den Bauarbeitern vor dem Haus anlegt, so ist das normal. Er ist der Meinung, es ist sein Recht, den Ortsvorsteher von seinem Grundstück zu jagen, wo Umbauarbeiten sind, die Stadt bzw. Land tragen.

    Ich kann Dir sagen, dass gestern ein gemeinsamer Freund anrief und mir erzählte was mein Ex ihm gesagt habe, dabei handelte es sich um Unwahrheiten, da ich zu dem Zeitpunkt noch im damals gemeinsamen Haus lebte und selber die Falschheit bestätigen kann.

    Nun - es hilft uns aber nichts, lieber Franke ob es so ist oder nicht. Mich hat es gequält, da Stories zu hören wie "toll nun bei ihm alles sei und er endlich glücklich wäre". Der nächste Aspekt, den ich mich fragte war ob es hier nicht vielleicht einfach um ein glücklich reden handelt um nach außen ein Bild von "alles in bester Ordnung" zu vermitteln.

    Nur auch hier wieder Franke, Dich und mich sollte das nicht interessieren (mir gelingt es wohl ebenso wenig wie Dir den nötigen Abstand und die Reise ins eigene Ich anzutreten ;) denn es macht unser Leben nicht einfacher. Nein, mir macht es meines schwerer! Je mehr Gedanken ich an "ihn" vergeude, desto weiter weg bin ich weg von mir.

    Bei meinem Ex merkt das Umfeld tatsächlich nicht immer den "Suff im Gesicht" da er ein Spiegeltrinker ist und erst unter Stoff richtig funktioniert.

    p.s die Reaktion Deines Sohnes fand ich einfach nur super!!!!!

    lieben Gruß von Dagmar

    Dem kann ich mich nur anschließen! Du siehst doch bei mir, wie wenig weit ich manchmal komme - wie ich gerade auf der Stelle trample und töne "ich will" und im Gegenzug kommt das "ich kann nicht, so wie ich will".

    Kneifen gilt nicht !!!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebes Kaltblut, das hatte ich mir heute morgen auch gedacht und mich mal durch meine Klassik-CD's gewühlt, die ich über 8 Jahre nicht hörte.

    Eigentlich höre ich lieber Hardrock, bevorzugt dann die Baladen, aber auch hie und da lockere, leichte Klassik - und genau diese berauscht mich jetzt gerade. Bspw. die leicht fließende Moldau.

    Ja, liebes Kaltblut, derzeit ist die Waschmaschine ausgelastet. Was sich wohl in der nächsten Woche ändern dürfte :) Wobei ich mal vermute, eine Fahrt zum "Waschsalon Daggi" dürfte mit unverhältnismässigen (Fahrt-)Kosten für Dich verbunden sein ;)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Schade, dass es mir so schwer fällt bei mir zu bleiben. Schade, dass ich mir selber das Leben schwer mache. Gestern rief mich ein gemeinsamer Bekannter an, der mir Stories erzählte welche mein Exfreund weitergibt. Auch wenn ich weiß, dass mir das egal sein sollte und er sich selber belügt, so trifft es mich dennoch sehr schmerzhaft.

    Dieses "nun ist meine Welt in Ordnung, nun habe ich endlich mich selber gefunden" zu verbreiten und Dinge erzählt, deren Gegenteil ich selber bis letzte Woche erlebte. Ich kann dieses Lügen nicht verstehen (auch wenn mir klar ist, dass er sein Ego nach außen polieren will oder muss). Noch viel weniger kann ich verstehen dass mich das dermaßen zurückwirft.

    In Verbindung mit dem Psychoterror durch ihn und diese Geschichten stagniere ich gerade in meinem "bei mir selber sein". Aber vermutlich gehört das für mich zu den Dingen, die eben in mir wohnen und die ich für einen - irgendwann kommenden - Abschluss benötige.

    Mein Ego ist verletzt, das ist schlicht und einfach alles. Somit habe ich ihm die Macht gegeben über mein Selbstwertgefühl. Alles Zeichen von krankem Selbstbewußtsein, welches ich zur Gesundung führen muss.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Fuego, ich habe den Psychoterror - und ich mache ihn mir selber! Selber machen heisst, dass ich mich immer noch aufrege wenn mich gemeinsame Freunde anrufen und mir die Lügen erzählt, die er weiter gibt.

    Auch mir gelingt es noch nicht bei mir zu bleiben. Ab dem Moment, wo er Kontakt aufnimmt bzw. Infos kommen bin ich wieder aus dem Gleichgewicht. Nur muss ich verarbeiten was da passiert, ich habe noch nicht abgeschlossen und muss für mich damit leben, dass es eben an mir zehrt.

    Ja, ich kämpfe damit wenn der Lügenbaron Geschichten erzählt die nicht der Wahrheit entsprechen - sei es über mich oder das, was er vermeintlich tut, Dinge die nachweislich falsch sind. Ja, es macht mich wahnsinnig wenn er gerade versucht anderen vorzumachen, wie zufrieden und glücklich er ist während er bei mir sturzbetrunken anruft. Ja, ich weiß, dass mich das nichts angeht, dass das sein Problem ist und er nur sich selber belügt. Dennoch tut es mir weh, dennoch bereitet es Schmerz, dennoch muss ich lernen Schritt für Schritt das als das zu betrachten was es ist: seine Lügen an sich selber.

    Ich benötige die Kraft, die Du mir wünschst, liebe fuego. Ein Teil wohnt selber in mir, einen Teil erhalte ich durch das schöne Umfeld hier und meine Tiere, aber einen Teil muss ich mir noch erarbeiten.

    Auch wenn ich weiß, dass es keine Zukunft gibt, auch wenn ich keine mit ihm will, so tut mir das Ende weh, dieser Rosenkrieg, diese Lügen von a-z, dieser Psychoterror und das, dass ich selber nicht in der Lage bin Gedanken an ihn und seine "Wahrheiten" aus dem Leben zu radieren.

    Ich weiß es, dass ich bei mir ankommen muss, dennoch schweife ich immer wieder ab. Jeder Tag also ein neuer Kampf. Die Kämpfe wurden leichter, der Abstand größer, war er aus meinem Leben verschwunden. Da diverse Drohungen von ihm angesprochen wurden bin ich so naiv und gehe ans Telefon um schlimmeres zu vermeiden. Auch hier muss ich lernen, das zu ignorieren und mich einfach überraschen lassen ob dann tatsächlich etwas passiert - was im Endeffekt doch fraglich ist.

    Liebe Fuegeo, ich wünsche Dir viel Kraft und vielleicht die Chance, dass Du schneller zur Ruhe kommst als ich selber.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Oder müssen wir sie uns jetzt, mit allem Wissen, allen Bewältigungsstrategien und allen neuen Wegen des eigenen Kennenlernens erarbeiten?

    Sicherlich obliegt Würde den eigenen, individuellen Wertvorstellungen, dürfte wohl aber immer so ein bischen mit Eigenwert gekoppelt sein. Damit wohl verbunden mit der Erziehung, ob wir gestärkt oder geschwächt wurden, dem Leben mit seinen Up's and Down's und mit dem, was wir dann als unsere eigene Entwicklung betrachten können, schätze ich mal.....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Skybird,
    ich freue mich über Humor, der mir selber ein bischen abhanden kommt und bei mir eigentlich nur durch Sarkasmus ausgedrückt werden kann. Sorry, so bin ich nun mal !

    Ich freue mich über amüsante Zeilen, die mir ein Lächeln durchs Gesicht jagen, welches ich mir in der Form selber nicht geben könnte.

    Wie gesagt, ich persönlich bin auch der Meinung, dass vieles, was einem widerfährt nur mit Humor ertragen kann. Der mir leider manchmal fehlt, und somit manches unerträglich wird.

    Lieben Gruß von Dagmar