Beiträge von dagmar007

    Liebe Eva,
    das wären wohl zwei blaue Säcke Müll, ein blauer Sack Klamotten (alte) und einige Kartons Bücher. Sprich nur zwei Beutel "Müll".

    Bücher und Fotoalben hätten für mich sehr wohl einen hohen individuellen Wert, aber mein Sicherheitsgefühl sagt "no". Auch will ich da keinen Freund oder Bekannten hinschicken. Sprich, im Notfall habe ich auf die Sachen zu verzichten...

    Er sagte er würde einen Container auf meinen Namen und meine Rechnung anbieten und mir die Dinge vors Haus stellen.

    Schwierig ist natürlich der Part, dass solange eigene Dinge im Haus sind ich dort quasi ein Wohnrecht - also auch Mietzahlungspflicht - hätte. Aber sorry, zu einer tickenden Zeitbombe im Alkoholikerformat gehe ich nicht freiwillig, schitt, Schaden wollte ich für mich vermeiden, aber ihm freiwillig gegenüber zu treten will ich nicht (zumindest nicht in der Verfassung, in der er sich befindet) und da schicke ich auch keinen Freund hin. So jemanden aggressiven hat kein Freund verdient (ich habe keine Schläger im Bekanntenkreis). Mir würde schon noch was einfallen...... er hat sich ja bös mit einer sehr bekannten Rockerklique angelegt, da könnte ich schon um Hilfe bitten und würde sie wohl auch bekommen, aber die Konsequenzen könnten da mehr als übel sein (übler, als ich sie verantworten könnte).

    Nein, die Schiene lasse ich, auch wenn ich durch sie heil aus der Sache käme.....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Nein, liebe Eva, ich weiß nicht, über wen er das machen würde.

    Aber ich sehe es für mich vereinfacht - ich habe den Auftrag nicht erteilt - würde die Waren auch nicht annehmen, egal, was dahinter steht....

    Ich denke mal, ganz so einfach kann man keinen Auftrag vergeben und sagen ein anderer zahlt, oder?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Oh ja, liebe Eva und wie genau ich Dich verstehe, genau das war mein Ansatzpunkt: was hilft mir ein selbstbestimmtes Denken, falls ich nicht mehr gesund sein sollte.
    Deshalb ist mein erster Schritt Sicherheit, Abstand - von mir aus auch Feigheit. Was ich will das weiß ich, was ein Alkoholiker denkt und fühlt, deren finanzielle Welt zusammenbricht, das weiß ich nicht. Und da ich ja nur mein Verhalten beeinflussen kann und nicht seins, halte ich mich lieber be- und versteckt ;)

    Ob ihm das nicht selber wirr vorkommt? Mir erst die Schlüssel zu nehmen, um quasi diese Arbeiten zu verhindern, die er mir jetzt mit einem kostenpflichtigen Container aufhalsen will. Irgendwie schon ein Zeichen, wie sehr der Alkohol die Birne hohl macht. Oder ein Zeichen wie Wut, Kränkung ect. keine logischen Schlüsse mehr zu lassen sondern nur wütendes Handeln.

    Gestern fiel mir ein, dass meine ganze Vergangenheit in Form von Fotoalben noch im alten Haus liegt. Ob das ein Omen sein soll.....

    Ich bin mal gespannt, wie lange das noch so weitergeht :(

    Lieben Gruß von Dagmar

    Lieber Lütze,
    mir als Co geht es ebenso. Wenn mein Suchtmittel (der Ex-Lover) weit weg ist und keine Kommunikation mit mir sucht, dann bin ich bei mir.

    Unruhe in mir gibt es dann, wenn er versucht Kontakt zu suchen. Egal, ob freundich oder wie jetzt nach meinem Auszug voller Wut und Drohungen. Ab dem Moment ist er wieder "da".

    Schlimm, es stimmt also doch ein bischen "aus den Augen, aus dem Sinn".

    Na, aber wie das "nur" verarbeiten geht, das würde auch ich gerne wissen.... bisher ist es mir noch nicht gelungen bei bzw. nach solchen Begegnungen auf meinem Normallevel zu bleiben. Im Gegenteil: es dauert lange bis ich das Normallevel wieder erreiche. Da er derzeit täglich Druck macht komme ich im Moment nicht auf Normal-Null. Hoffentlich gelingt das Lütze besser.
    Vielleicht kann ich von ihm lernen, wie ich das besser hinkriege :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Weißt Du Spedi, ich glaube, manche Menschen schaffen es nur mit Humor über sich selber mit diesen Dingen fertig zu werden. Ich selber verfüge leider nicht über diesen Humor - eher über Sarkasmus - wäre aber manchmal froh, wenn ich mich selber ins Lächerliche ziehen könnte.

    Ich denke, wo Leute wie ich geschockt sind über sich selber und alte Verhaltensmuster, da geben andere dieses Geschockte vielleicht durch Humor ab. Wobei es schon richtig ist, dass da eine große Gefahr für sich selber besteht. Das musste auch ich (ohne Humor) verstehen für mich. Denn diese verflixten Knöpfe, diese elenden angewöhnten Verhaltensmuster, sie machen es uns sehr schwer sich weiter zu entwickeln und nicht auf der Stelle zu stehen.

    Wobei ich Spedi's Bedenken sehr gut verstehe, denn ich selber musste für mich realisieren, dass Co lebensgefährlich sein kann. Hatte ich doch in den ersten Wochen oder dem ersten Monat ernsthafte Probleme das Leben noch zu ertragen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Auch ich bekam als Kind von meiner Mutter zu hören, wie doof ich doch sei. Das hat wohl auch einiges zum mangelnden Selbstwertgefühl beigetragen und zu der Tatsache, alles für andere schaffen zu müssen.

    Meine Mutter hat nun begriffen, dass sie damals etwas falsches gesagt hat, dennoch ist man dadurch schon als Kind mit einem Makel versehen. Nur hilft es in der Bewältigung nur sehr wenig, zumindest mir, diese Dinge zu wissen, die Auslöser zu kennen, denn das eingebrannte sitzt. Auch wenn es mittlerweile Zeitungsberichte und Radiointerviews, Tv über mich gibt und einige besondere Dinge, die ich wohl vollbracht habe. Dennoch, diese kleinen Worte, die als Kind vernommen werden, die wirken nach.

    Gerade wohl in engen Beziehungen kommt da dieses "na, es wurde Dir ja schon als Kind gesagt" hoch.

    Aber das ist nun unsere Anforderung für uns zu akzeptieren dass da vielleicht selber jemand überfordert hat, der uns als schwarzes Schaf abgestempelt hat. Auch der Verusacher, der uns als Kind das Leben schwer machte, ist nur Mensch und hatte vielleicht auch Probleme.

    W I R stehen nun da und sollten uns bemühen mit uns ins Reine zu kommen, mit unseren Kräften und unserer Batterie haushalten. Wichtig ist auch für mich zu erkennen, dass diese Wutanfälle meines Ex (unter denen ich ebenso leide wie unter den Launen meiner Mutter früher) als seine ureigenen Existenzängste einstufe. Nicht mehr und nicht weniger - nicht einmal in irgendeinem Bezug auf mich selber oder die geführte Beziehung. Aber auch das ist ganz schwer mit einem verhaltensgestörten Hintergrund.

    Wie ist den das Verhalten Deines suchtkranken Partners, ähnlich schlimm wie bei vielen von uns oder ist er nur einfach "im Suff" oder benebelt. Ich selber musste die ganze Gefühlsskala durchleben, weiß aber nicht, ob das bei allen Alkis der Fall ist. Es scheint auch friedfertige zu geben, bei denen keine Wut deren Verhalten begleitet.

    Lieben Gruß und viel Kraft wünscht Dagmar

    In Sachen "zutreffende Punkte" sind es bei mir nur ein paar wenige, diese aber sind in der Lage gewesen mein komplettes Leben auf "negativ" zu stellen, da ich meine Stimmung abhängig machte von der des alkoholkranken Partners.

    Wie liebesfähig ist man-/frau als Co noch? Ich war es nicht mehr! Ich fand es übel, dass er jeden Abend nach dem heim kommen in seine Räucherhöhle ging und das erste Bier schluckte. Da war es schon aus mit der Freude des Heimkehrers. Geschluckt bis zur Müdigkeit, vor dem Fernseher einschlafend, zuvor aber noch auf lallend und fordernd auf Sex hinweisend. Bei mir gab es keine Liebe, keine Zuneigung und nur negative Gefühle. Peinlich für mich, aber es war so!

    Ich war nicht liebesfähig - wohl auch nicht liebeswillig. Auch gab es nur einen abschließenden Hinweis auf seinen Alkoholismus, in Wort und Bild und den passenden Worten. Da nun beendete er die Beziehung und suchte sich die nächste bereite Co, die selber eine Alkoholikerin ist.

    Umso weniger verstehe ich dass es mir nun schwer fällt, das von mir provuzierte Ende so anzunehmen, wie es gut für mich ist. Ich muss ihm dankbar sein, wie er sich verhalten hat - wie entgegen allen sozialen Regeln er das Ende bereitet hat um zu wissen, dass er nicht beziehungsfähig ist (ebenso wenig, wie ich es ihm gegenüber war).

    Er wird mein Leben nicht weiter begleiten - die Krankheit Co sehr wohl - somit heisst es für mich nun Arbeit an mir.

    Herzlichen Gruß von Dagmar

    Geträumt hätte ich von einer normalen Trennung, Fairness, eventuell sogar noch ein abschließendes Gespräch über die Beziehung, Fehler, schöne Seiten blablabla. Einfach keinen Rosenkrieg.

    Es geht bei mir nicht !
    Liegt es am Alkohol von ihm? An seinem Narzismus und dem damit verbundenen Ego? Liegt es an vermeintlichen Gefühlen? Ich weiß es nicht!!! Werde es auch nie herausbekommen, da mein Ex-Partner über nichts reden kann außer über seine Wut und wer alles wie doof ist.

    Meinem Ex war schnuppe was mit mir ist, wie ich leide, dass die Bauarbeiten rund ums Haus, die noch viele Monate andauern werden mich nicht betreffen sondern ihn als Mieter. Er hat sich und seine Wünsche vorangesetzt um mir dann, als ich das neue Haus hatte zu sagen "es hört sich komisch an, aber ich mache mir Gedanken um Dich."
    Nein, es sind Gedanken gewesen über sich selber, da bin ich mir sicher !

    Ich muß für mich in Erwägung ziehen, dass alles von meinem Ex, der immer unter Spiegel steht, Unwahrheiten sind, dass jede der Aussagen falsch sein kann. Mir persönlich ist es zu kräfteaufreibend zu überlegen was könnte wie gemeint sein um dann doch in leeren Versprechungen zu enden.

    Ich denke, Du kennst Deinen Weg ganz genau, nur zwischendurch fabriziert Dein Lover eine Umleitung ;) Was Dich ausharren lässt? Die vermeintliche Hoffnung, der Wunsch des nahezu unmöglichen vielleicht?

    Bei mir persönlich gewinne ich auch ein bischen den Eindruck, als leide mein Ego darunter, dass "er mich abserviert" hat. So im Sinne von ich war nicht gut genug. Absoluter Quatsch und mir über den Kopf klar, aber wohl ein Punkt, der an meinem Ego naggt.... Vielleicht eine Gewinner-/Verlierer-Mentalität, die in Partnerschaften nichts zu suchen hat.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Bluevelvet,
    nur zu gut kann ich Deine Gefühle verstehen und weiß eigentlich nicht was ich Dir raten soll oder kann, weil Du selber ganz genau weißt was Dir gut täte, aber Dein Herz so voller Schmerz und Verlustangst ist dass es Dir nicht gelingt.

    Ehrlich gesagt, was Du schreibst "von wegen wollte nur gestreichelt werden" das war bei meinem Ex ein gutes Ding wieder meine Co-Knöpfe zu drücken. Durch sein damaliges Nimmst Du mich in den Arm/Darf ich Dich in den Arm nehmen kamen meine Wünsche nach Zuneigung und Nähe raus. Nach jetzigem Stand meine ich dass es bei meinem Ex so war, dass er genau wusste das ich dann wieder weich werde.

    In einem Punkt würde ich Dir gerne eine liebevolle "Backpfeife" geben: "ihn im Stich zu lassen"

    H a l l o - a u f g e w a c ht

    Im Moment lässt Du DICH im Stich. Nicht böse sein, aber DU BRINGST DICH SELBER in eine Lage die Dir nicht gut tut. Dein Verhalten kann ich verstehen, es ist menschlich. Aber ich würde die Frage "was ihm schadet" ganz schnell ausklammern.

    Ich für mich kann nur sagen, jedes Treffen mit meinem Ex hat mir geschadet. Egal welchen Abstand ich meinte zu haben, er verschwand bei jedem Treffen wieder. Jeder Blick in Augen - die ich einmal geliebt hatte - machte mich kleiner. Jedes spüren seiner jetzt unmenschlichen Härte und kalten Wut, verletzte mich und machte mich kleiner.

    Fühl Dich gedrückt, verstanden, aber auch ein bischen in die Knie getreten.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Ingrid, das mit der Fremdbestimmung war mir auch schon klar, als ich mein Handeln überdachte. Wobei ich einfach für mich sagen muss dass ich über jedes verhinderte Aufeinandertreffen froh bin, ich glaube, dass die Zeit auch bei ihm vergessen bringt. Vielleicht hoffe ich auch auf eine Reduzierung der Wut. Ich weiß einfach, ich will ihn nicht sehen und weder mich noch meine Freunde ihm aussetzen, weil er (meiner Meinung nach) unberechenbar ist.

    Ich schlafe mittlerweile gut, die Hektik ist immer noch schlimm, mit den Handwerkern das ist auch so ein Kampf, ebenso mit Möbel oder Elektrogeräteanlieferung. Es ist im Moment sehr schlimm, aber ich weiß, dass dieses schlimme zu Ende geht und irgendwann alles bewältigt ist. Aber es ist genau dieses "schlimme" welches mich so lange hinderte zu gehen. Einfach zu wissen, was ein Umzug bedeutet und welches Geld dahinter steckt und welche Probleme.

    Und genau so blieb ich in meiner Co-Falle und wurde immer kränker, vor lauter Vermeidung dieses Umzugsstresses.....

    Nachher kommen mit Glück die PVC- Bodenleger, dann heisst es Küche umräumen und vorbereiten, wenn morgen hoffentlich Waschmaschine und Herd kommen...

    Und lieber Besuch einer Freundin :)

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich glaube, liebe Esmeray,
    das ist nicht selten, dass mehrere Süchte sich treffen. Im Drogenbereich wird es Polytoxoman (oder ähnlich) genannt.

    Sogar nachvollziehbar: eine Sucht brachte den Kick, auf Grund der Gewöhnung kam der Kick nicht mehr, also musste ein neuer Stoff oder ein neues Suchtmittel her.

    Wenn ich an meinen Ex-Freund denke, so wurde jedes neue Interessengebiet ganz extrem verfolgt, aber ebenso schnell wieder fallen gelassen wenn etwas nicht funktionierte. Der Kick - die Befriedigung - war nicht mehr gegeben.

    Bei meinem Ex behaupte ich dass neben Alkohol auch die Sexsucht da ist (wobei ich mir nicht sicher bin ob es der Bestätigung als Mann dient, im Sinne von "war ich gut" bzw. als Machtspiel).

    Schau, was wollen wir gegensteuern bei einer Sucht, die im Körper wirkt? Schon alleine der Körper diktiert dem Kranken den Genuß - ganz zu schweigen von der psychischen Abhängigkeit. Dieser Versuch des helfens bringt uns zu Fall wie den Angehörigen. Das ist ja das schlimme: wir denken gutes zu tun, bzw. begreifen gar nicht in vollen Zügen was läuft, und machen das schlechteste was wir tun könnten: wir schützen vor dem Aufwachen.

    Ich bin nun ausgezogen, werde von ihm noch unter Druck gesetzt und merke ich bin noch lange nicht frei von Ängsten und den Gedanken um und an ihn. Wenn ich Abstand habe taucht er auf und meine Entwicklung stagniert. Es ist ein langer Weg, ein schwerer Weg, aber einer, der zu mir führt und vom Süchtigen weg.

    Er tut weh, dieser Weg - aber wie heißt es so schön, da wo es weh tut, da bist Du richtig. Es tut mir weh, meinem Körper, also habe ich ein Manko - das will ich für mich bewältigen um irgendwann einmal diese Form der Abhängigkeit nicht mehr erleben zu müssen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ein paar interessante Gedanken von Frozen Tears, die ich in sehr vielen Punkten auch so sehe, in ein paar wenigen sehe ich es anders.

    Das mit dem Buch und dem Zuweisen auf Coabhängigkeit empfand ich beim ersten Lesen des Beitrages so ein bischen so, als wolle da jemand intelligenter, der sich schon mit dem Thema auseinandergesetzt hat, Schuldanteile verlagern. Aber Frozen Tears schreibt ja so schön "vielleicht ist auch er co". Da treffen sich evtl. unsere Meinungen.

    Auch ich denke, dass Co-Abhängigkeit den Partner in die Flucht treibt. Allerdings bin ich mir nicht sichern ob bemuttern ect. (was bei mir absolut nicht der Fall war) dazu beiträgt oder die Kontrolle bzw. die Konfrontation mit dem Alkoholkonsum.

    Was aber ganz sicher zu Problemen oder Trennungen führt ist der Co-Wunsch den anderen nach den Wunschvorstellungen zu modellieren. Denn das kann weder ein gesunder noch ein abhängiger Mensch: modeliert zu werden und nicht mehr er selber sein zu dürfen.

    Mit dem Wechselspiel kann ich Frozen Tears auch nur Recht geben. Quasi die Spiele der Co's und ihrer Partner, die zumeist nach selbigem Schema ablaufen. Erst wenn die Spielregeln sich ändern, können sich auch die Rollen der Spieler entwickeln.

    Auch ich sehe es bei mir so so, dass sich schleichend etwas eingestellt hat. Bemuttern und viel Liebe habe ich weiß Gott nicht mehr geben können weil mein Abstand immer größer wurde. Aber ich habe die Beziehung nicht verlassen, ich habe damals auch den Alk nicht kontrolliert, es war mir egal - aber ich blieb. Ich besorgte Toilettenpapier und Waschpulver, füllte den Kühlschrank und stellte die Mülltonnen raus. Ich war der unsichtbare Helfer, der ihn vor dem Aufwachen bewahrte.

    Eine Rolle, die nunmehr andere übernehmen. Sprich, es gibt so viele Co's wie uns, die einfach ausgetauscht werden können. Wir, die wir gerade bis zum Hals drin stecken und uns darüber austauschen dürften die Chance haben für uns ein glückliches Leben zu finden.

    Ich selber merke immer wieder wenn meine Gedanken beim Suchtkranken sind, wie ich dadurch selber meine Heilung verhindere. Warum kreisen Gedanken überhaupt zu jemandem der mir nicht gut tut? Weil ich krank bin! Weil ich noch immer nicht ganz losgelassen habe - weil der Weg noch andauert ganz auf mich konzentriert zu sein. Und genau das ist der Punkt schätze ich: bin ich komplett bei mir und nur selber für mein weh und ach zuständig, dann ist mir der (Ex-)Partner egal, weil er erwachsen ist und selber Verantwortung für sich tragen kann.

    Es ist einfach grausam klar dargestellt zu bekommen was aus Zuneigung werden kann, was aus liebevollem Behüten werden kann in Form von Kontrolle und dem endgültigen auseinanderdriften. Aber es ist leider so ... Krank trifft krank und macht sich noch kränker ....

    Lieben Gruß von einer "Kranken" Co
    Dagmar

    Sodele, nach einem anstrengenden Tag, aber auch viel Schlaf, der wohl wichtig war bin ich nun ans Handy gegangen und habe mir mal angehört, welche Drohungen nun dran sind.

    So, nun geht es wohl nicht mehr um Bodenreinigung sondern um die Abholung der restlichen Dinge. Die ich ja nicht abholen konnte weil er den Schlüssel sofort zurück verlangte.

    Er sagte mir, er würde auf meine Kosten einen Container bestellen. (Wer bestellt, der zahlt) Ich sagte ihm, er könne das versuchen, aber durch seine kurzfristige Schlüsselabnahme war mir ein ausräumen nicht möglich. Außerdem wolle ich jetzt weder mit ihm sprechen noch streiten, das haben wir in der Vergangenheit bereits zur Genüge getan. Gute Nacht.

    Danach habe ich aufgelegt und keine weiteren Gespräche mehr angenommen und jetzt mache ich hier das Licht aus, es sind nur ein paar Fahrminuten.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Dani, ein übles Gefühl so viele Jahre hinter sich zu wissen und von denen man sich nun fragt was sind oder waren diese Jahre denn eigentlich? Ich musste mich fragen ob auch die wenigen positven Dinge Lügen oder Berechnung waren?

    Einfach gesagt: bei meinem Ex wurde der Spiegel Jahr für Jahr höher, die Beziehung schlechter und meine Bereitschaft mich auf ihn einzulassen weniger. In der Öffentlichkeit wollte ich schon lange nicht mehr mit ihm gesehen werden um nicht als ebenso wütend und agressiv eingeschätzt zu werden.

    Aber .... ich verharrte in der Beziehung ..... der Fehler, der mich immer abhängiger machte und die Trennung erschwert.

    Die Chance auf Freundschaft scheint es bei uns nicht zu geben - auch kann ich mir vorstellen, dass es danach immer noch etwas weh tut und der Co-Weg ziemlich schnell wieder angetreten wird. Bei uns scheint es ein Rosenkrieg zu werden, wobei ich nicht ganz verstehe warum. Ich bin gegangen - mein Ex hat eine andere Trinkerin kennengelernt, eigentlich müsste er glückselig sein und ein Auseinandergehen in Friede, Freude, Eierkuchen-Manier dürfte ein leichtes sein, aber evtl. ist das männliche Ego verletzt.

    In jedem Fall ist das, was ich bei diesem Trinker sehen musste sehr ähnlich dem Deinigen und es war für mich nicht zu ertragen. Jeden Abend die Fahne, das schlafen vor dem TV, es war einfach widerlich. Zähneputzen ist erst jetzt zu einem "muss" geworden, wo man wohl die Fahne dann noch schneller riechen würde. Nein, das ist nichts was ich nochmals 8 Jahre ertragen könnte.

    Viel Kraft wünscht Dir Dagmar

    Guten Morgen Ihr Lieben,
    zum ersten Mal seit Monaten habe ich heute nacht gut geschlafen (allerdings mit Einschlafhilfe, aber die hatte zuvor auch nicht gewirkt :-()

    Ich habe gestern gemerkt dass ich am Ende bin und nicht mehr kann. War so unverschämt und habe den Termin für einen Test in Sachen Job verschoben um mein Auto heute in die Werkstatt zu bringen, es hört sich komisch an.

    Habe erstmalig wieder ein Miniessen für mich bereitet. Nur was belegtes, aber in den Wochen zuvor gelang mir das vor lauter Stress nicht. Bin nun gerade am Umräumen weil der PVC heute kommt.

    Ich habe den STOP Knopf versucht zu drücken, sonst würde ich erdrückt werden vor lauter "was noch alles ansteht".

    Gestern versuchte mein Ex mich zu erreichen, ich bin nicht ans Handy. Ich habe neutral und emotionslos ein Schreiben verfasst dass auf Grund seiner fristlosen Rückverlangung des Schlüssels keine komplette Entrümpelung bzw. Säuberung möglich ist. Er aufgrund der Nichteinhaltung der Kündigungsfrist und unserer Absprachen somit diese Aktionen selber tätigen müsse.

    Ich gehe ihm aus dem Weg und versuche Kontakt zu meiden da jede Konfrontation und jeder Ärger für mich Gift ist.

    In diesem Sinne, wünscht Euch einen schönen Tag
    Dagmar

    Hallo, liebe Jetztich,
    traurig, dass so wenig angekommen ist bei Deinem Partner, aber ich denke, drei Wochen Entzug sind ein paar Stiefel. Jahrelang gelebte Verhaltensmechanismen zu verändern ein weiteres Paar. Mal ganz ehrlich, in aller Fairness: Zwar ist bei Deinem Partner das Gift aus dem Körper entfernt worden, aber Lebens- bzw. Überlebenstechniken ohne Alk, die konnte er ja nicht erlernen. Ich befürchte, das dauert viele, viele Jahre.

    Ich kann nur zu gut nachvollziehen, wie es in Dir aussieht. So viel Hoffnung die man/frau hatte. Immer wieder das auf und ab. Immer wieder die Kraft, die wie bei einer Dampflock mal stark mal schwach ist. Genau das macht uns Co schwach, schwächt uns, nimmt uns die Kraft für unser Leben zu sorgen. Weil wir so für den Partner sorgen wollen, wie wir es uns oft nicht wert sind.

    Es ist auch sauschwer, sich auf sich selber zu besinnen und sich selber gut zu behüten. Immer wieder rutsche auch ich ab und bin in Gedanken bei meinem Ex. Und dann kommt der Moment wo ich spüre "Halt, Du bist nicht bei Dir - was ist Dein Jetzt - was ist Dein Leben (und nicht seines)."

    Denn ich befürchte es ist so wie Frozen Tears überdeutlich sagt: wenn es Dir, mir und uns anderen gelingt für uns selber glücklich zu sein, so leben wir "Gesundheit" vor. Wenn wir in der Lage sind ein selbstbestimmtes Leben zu führen, nur dann könnte der andere überhaupt spüren oder sehen was "Leben" sein kann.

    Auch ich habe im Alk einen Angstgegner gesehen. Allerdings sehe ich es so, dass in meiner vergangenen Partnerschaft noch ganz andere Probleme zu finden sind, die nichts oder wenig mit Alk zu tun haben. Dinge, die ich nicht versuchte zu verändern weil sie eben so sind. Aber Dinge, die ich nicht ertrage und somit auch wohl kaum einen Partner mit eben diesen Eigenschaften. Ich muss also für mich Bilanz ziehen. Verdammt schwer, und immer wieder kommt so ein Wehmutsschimmer hoch.

    Ich persönlich habe mich über viele Jahre belogen und vegetiert, aber nicht gelebt. Ebenso wie mein alkoholkranker Ex. Jetzt will ich leben, mich an meinem neuen Heim erfreuen, an dem vielen Grün. Schon früher musste ich feststellen, dass dieses Leben und erfreuen an Dingen meinem Ex fremd ist. Vielleicht hatte der Alk schon zu viel zerstört. Dadurch ließ ich mir meine Freude an den kleinen Dingen etwas nehmen und meine Lebensqualität verschlechtern. Es liegt an mir das zu ändern! Es ist schwer .... es tut weh ... aber es gibt auch ein Glück, wenn ein kleiner Schritt vollbracht ist.

    Ob Dein Partner Dir nun mit dem Buch sagen wollte lass mich in Ruhe, ob er sagen wollte sehe bei Dir selber nach kann ich nicht sagen. Es könnte auch bequem für ihn sein Dir quasi "Schuld zuzuschieben". Aber ist das nicht egal? Ist es nicht viel wichtiger wirklich zu versuchen dass Du mit Dir in Deinem Leben glücklich wirst. Ich weiß nur zu gut wie schwer das ist - ich versuche es gerade - aber nur so kommen wir auf die Füße und in und zu unserem Leben.

    Viel Kraft wünscht Dagmar

    Liebe Naddlkids,
    auch wenn Du sagst, die Beschimpfungen prallen an Dir ab, so werden sie kaum gut tun, oder? Ich persönlich musste bei mir bemerken dass mich die Launen des Ex-Partners, Alkoholiker, absolut seelisch kaputt machten. Ich gab ihm die Macht über mein Wohlgefühl.

    Nun bin ich ausgezogen und er stand gestern wutentbrannt vor meiner Türe. Und noch immer hat er die Macht mir Angst zu machen, meine Tage grauer wirken zu lassen als sie es sind, noch immer gebe ich ihm die Kraft mein Leben durcheinander zu bringen. Wie ist es mit Dir? Kannst Du Dich abgrenzen?? Mir gelingt es noch nicht ....

    Bedrohungen - sie machen mir Angst - ich habe Angst. Angst vor einem Menschen, den ich mal dachte zu lieben, Angst vor einem Menschen, dem ich früher einmal blind vertraute. Manchmal weiß ich nicht was schlimmer ist: diese Angst oder zu wissen, was Ende aus einer 8jährigen Beziehung übrig blieb.

    Bei Dir habe ich so ein bischen das Gefühl dass Du Dein Leiden schon "gewöhnt" bist. Ich glaube, wir alle sollten uns nie daran gewöhnen daß wir unserem Leben Lebensqualität nehmen lassen.

    Gerade stand ich im Grünen im neuen Haus sah einen wunderschönen roten Sonnenuntergang, einer meiner Kater neben mir und der (wenn auch noch schwache Gedankengang) "komm wieder zu Dir selber - hier ist es schön genug - und lasse Dich nicht in seine Welt reißen.

    Weißt Du Naddlkids, selbst wenn sie es versprechen, die Alkoholkranken, sie können es nicht halten, weil ja eben krank. Nachdenken? Nun manchmal können sie vielleicht schon nachdenken, aber ich befürchte in den wenigsten Fällen hilft das. Wohl einfach weil der Körper schreit ich benötige Alkohol um zu funktionieren, ich benötige noch mehr Alkohol wenn es Probleme gibt und wenn jemand mit mir über Probleme reden möchte, na dann braucht leider manch ein Körper noch mehr Alkohol um es zu verkraften.

    Ich wünsche Dir viel Stärke, denn ich persönlich kämpfe mich nun seit drei Monaten immer ein Stück weiter, dachte nun "endlich" und kaum kommt eine Wutatacke auf mich zu, bin ich wieder ziemlich klein....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Eva, ich glaube Deinen Beitrag sehr gut verstanden zu haben und vor allen Dingen, dass Du mir keine Angst machen willst. In den Zeiten als es noch nach Frieden aussah fuhr ich auch nie mit ihm zusammen im Auto, wer weiß a) mein Führerschein ist mir wichtig b) wann es mal einen Blackout (egal welcher Art) gibt.

    Ich hoffe ja, dass er irgendwann einfach mal Ruhe gibt, Schlüssel ist per Einschreiben unterwegs und ewig kann er die Tour mit dem Teppiche reinigen ect. ja auch nicht bringen ;) Er kommt nicht ins Haus rein, wenn es sein müsste, dann gehe ich ins Freie.

    Ich habe vom PC aus die Einfahrt im Blick und (selbst wenn Ihr mich für kindisch haltet) sollte er ins Gelände fahren, so reicht die Zeit (wenn kein LIcht an ist) Tv oder Radio auszumachen und sich zu Boden zu schmeissen. Klingt lächerlich, ich weiß, aber jeder verhinderte Streit ist Gold und Nerven wert.

    Aber Du hast recht Eva, es droht immer wieder wenn jemand lieb und nett ist, die ganze Situation runterzuspielen. Denn die ganzen sexuellen Übergriffe der letzten Woche kamen auch nach den lieb und nett Phasen.

    Nun gut, es wird irgendwann enden - bis dahin muss ich wirklich sehr, sehr wach bleiben und versuchen die Öffentlichkeit als Schutz zu nutzen.

    Ich fand nur diese Angst komisch, hätte ich früher nie in Erwägung gezogen, dass bei ihm Gewalt vorkommen könnte, so habe ich kurz bevor es zum Ende kam genau dieses Gefühl. Er sagte damals auch zu mir, würden wir jetzt die Beziehung nicht beenden, so glaube er, würde schlimmeres passieren. Es gab damals einen Blick - als er das Cola zu seinem TOP wollte und ich es verweigerte - da dachte ich jetzt schlägt er zu. Das erste Mal dieses Gefühl, und nach diesem Gefühl ging es holterdiepolter.

    Ist etwas schwer für mich mit der Angst umzugehen. Diesem Gefühl, ausgelöst durch jemanden, den man mal meinte zu lieben. Zwei Personen von denen von Liebe bis Hass alles da war - ist schon komisch. Wobei ich für mich weder das eine noch das andere verspüre sondern eher eine Traurigkeit wie elend das Ende ist, aber nun gut, für mich sollte es ein neuer Anfang werden und nicht gefangen sein in alten Mustern und Strukturen.

    Komisch, dass wir Co's immer (oder nur ich?) ein Harmoniebedürfnis haben, welches ja fast schon krankhaft ist. Bitte kein Streit, bitte alles lieb und nett - nur keinen Ärger. Denn ich muss offen zugeben, Wut oder Hassgefühle mir gegenüber schwächen mich, verletzen mich, auch wenn ich weiß, dass es mir egal sein sollte.

    Aber nun gut, ich lerne hoffentlich noch.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach liebe Riverdance,
    alles benötigt seine Zeit. Wenn der Kopf mal mitarbeitet, dann schlägt auch das Herz irgendwann einmal in Kopfrichtung.

    Irgendwann, so ging es mir, spürte ich auch was ich nicht mehr will und wusste, diese Partnerschaft gibt es mir nicht, was ich benötige. Jetzt musste aber noch der Schmerz des endgültigen Ende oder Loslassens verdaut werden. Bei Dir vielleicht mit der Hoffnung auf einen späteren Neubeginn. Bei mir nicht, es ginge nicht - egal, was wir versuchen würden oder wer sich wie drehen würde.

    Aber Schmerz, Abschied und das Gefühl zu haben auf der Stelle zu treten, ich denke, das kennt jeder von uns. Aber auf der Stelle zu treten heisst ja nicht rückwärts. Und somit ist es doch auch ein Fortschritt oder?

    Meine Anforderungen an mich sind sehr klein und ich bin schon stolz erkennen zu können was ich will, was ich nicht will und mit wem es wie nicht geht. Das ist für mich selber schon ein großes Stück.

    Ich kenne Deinen Schmerz, jemanden zu sehen und an die Zeiten erinnert zu werden, in denen man Liebe fühlte. Zu gerne vergesse ich persönlich alles schmerzliche und würde mich gerne diesem "liebenden" Gefühl hingeben. Dabei erwische ich mich dann immer beim Selbstbetrug ;(

    lieben Gruß von Dagmar

    Ja, liebe Bluevelvet, es ist schon heftig, wenn man sich konfrontiert sieht mit der Tatsache, dass Gespräche gar keine Gespräche sind. Mir ging es immer so, dass ich ein Thema anbrachte und mir als die Antwort kam (wenn eine kam) dann für mich selber überlegen musste ob ich die Aussage überhaupt glauben kann und will. Irgendwann wurde das mir zu anstrengend.

    Nicht nur, dass ich quasi einen relativ nüchternen Zeitpunkt für ein Gespräch suchen musste, nein, die Antworten waren ja zu 50% auch gelogen. Alles was gesagt wurde von einem Alkoholkranken ist für mich derzeit unglaubwürdig. Es zu hinterfragen oder gar zu kontrollieren ist unmöglich und kostet ebenfalls zu viel Kraft. Leider lässt sich ein Co-Band nicht so schnell zerschneiden wie die eigene Entwicklung des "Durchblickers".

    Gerne würde ich einen Schalter finden, der einfach die letzten Jahre ausknipst. Keine Erinnerung - einfach nur nichts mehr da, aber dann, tja dann hätten wir zu schnell vergessen was, zumindest ich, noch lernen muss: den Umgang mit meiner kranken Seele und deren Co-Abhängigkeit.

    Lieben Gruß von Dagmar