Beiträge von dagmar007

    Dieses schleichende ist ja das Problem - nicht nur der Alkoholkranke wird schleichend immer kränker sondern auch wir. Beiden Partnern geht es also schlecht und keiner wagt sich aus der Beziehung raus. Der Alkoholiker kann ebenso wenig entziehen wie der Co loslassen kann.... so geht das dann Jahr um Jahr und zwei Menschen haben sich gegenseitig zerstört, vereinfacht gesagt.

    Auch ich konnte das nicht sehen und bin nun geschockt ohne Ende, was innerhalb von 2 Monaten passiert ist, denen aber über 20 Jahre exzessiver Alkoholgenuss vorausgingen. Kein Körper macht das ewig mit.

    Genau das vergessen wir aber oft im ersten Kummer. Meine Psychotherapeutin wollte sich zu dem Thema nicht äußern sondern gab mir nur einen Satz mit: Denken Sie an Ihre Zukunft - mit ihm haben Sie keine.

    Wie wahr, wie wahr....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Nein, liebe Crevette - das ist sogar ganz logisch. Unser Leben lang haben wir uns schädlich uns selber gegenüber verhalten. Wenn wir nun beginnen richtig für uns zu sorgen, so ist das fremd und unbekannt. Dadurch ist es für uns ein fremdes Gefühl. Wir kennen das Gefühl kaum zuerst an uns zu denken. Es ist fremd, und fühlt sich falsch an. Das wird wohl noch eine geraume Zeit so bleiben weil wir erst noch tief verinnerlichen müssen, was der Kopf erfasst hat und auf dem Wege ins Herz ist.

    Hm Crevette.... Ich kann den alten und den, den es jetzt gibt nicht trennen. Ich genieße derzeit einen aggresiven Menschen, den ich zuvor geliebt hatte. Die Agression und Unzufriedenheit hat von ihm Besitz ergriffen und das überlagert was mal der "liebenswerte" war. Ich möchte das eine nicht vom anderen trennen. Der, der er jetzt ist, ist weder zum Kaffee trinken geeignet (den er eh nicht mehr trinkt) noch zum Film ansehen oder zum Essen gehen. Nein Crevette bei mir gilt 1 + 1 = 2 - und zweimal wäre einmal zu viel Beziehung....

    Bis morgen dann, liebe Crevette :)
    ich denke beim saugen an Dich :)

    Guten Morgen ;)
    Liebe Crevette,

    ja ich weiß sehr gut was Du meinst, deshalb habe ich auch geschrieben "Würde es so eintreffen, so wäre ich dann vielleicht weniger kaltschnäutzig". Dann wäre die Situation anders weil die tagtägliche Quälerei garantiert zu Ende wäre. Wohl fühlen würde ich mich wohl auch nicht, aber dass ist nicht der Grundgedanke um den es mir ging. Ich denke, es muss einfach in Erwägung gezogen werden dass ein solcher Körper nicht mehr lange funktioniert. Somit sind für mich Sicherungsmechanismen nötig.

    Ich weiß nun für mich nicht ob ich den Wunsch hätte zu trauern, da ich das ja bereits mannigfach in den Wochen zuvor tun musste. Gezwungen wurde traurig zu sein, gezwungen wurde Abschied zu nehmen .... immer wieder Abschied ... immer wieder Neubeginn... und immer wieder Abschied. Eigentlich könnte ich mir vorstellen, wäre der endgülitge Abschied (wie auch immer der aussehen mag) eine Erleichterung.

    Ich habe diese Aufregungen einfach nur satt. Die tagtäglich selben Spielchen, die beginnen mit Agression und am Schluß enden mit vermeintlichen Gefühlen. Ich habe es satt erst um Bratpfannen zu streiten um dann am nächsten Tag zu hören "Nimm was Du willst ich brauche es eh nicht mehr".

    Mir ist das einfach zu anstrengend. Und nicht das, was ich tagtäglich erleben möchte. Natürlich ist er eine arme Seele, gepeitscht von dem Wunsch etwas zu trinken und geschlagen von der Vorstellung nun in einer Sackgasse zu stecken. Nur in diese Sackgasse ist er gegangen: Schritt für Schritt - und dieses Mal bin ich ihm nicht gefolgt in die Sackgasse sondern bin zuvor abgebogen.

    Schau Crevette, mein Ex und ich sind uns über diese Wochen einfach nur fremd geworden. Es gibt nichts mehr was uns verbindet - keine Hobbies, keine INteressen, kein gemeinsamer Alltag, auch die Tiere kann er nicht mehr registrieren, macht denen aber wenig aus - sind nun alle eben bei mir im Dachgeschoss :)
    Wir haben uns auseinandergelebt, der Alkohol ist nur der Grund, warum wir uns nicht mehr zusammenleben können.

    Nun kocht die Eifersucht wohl auf meinen vermeintlichen Lover, mit dem ich dieses Wochenende der Sturmfreien Bude ja in Ruhe .... könnte. Es ist mir tatsächlich gelungen - wohl mit Hilf der Atemübungen ;) auf keine Provokation zu reagieren. Die Frage ob ich nicht mehr mit ihm spreche konnte ich beantworten mit "ich habe Dir nichts mehr zu sagen". Bingo. Ich bin sehr zufrieden mit mir, auch konnte ich mich innerlich nicht mehr ärgern weil ich wirklich nur dachte arme Seele, bei Dir braut sich gerade so viel zusammen und Du kannst es nicht verhindern. Da ist der "Verlust" von mir noch das kleinste Übel. Es war toll nicht mehr das Gefühl der ohnmächtigen Wut zu verspüren, die noch gestern mein tretender Begleiter war. Ob es anhält, das weiß ich natürlich nicht, aber immer ein paar Schrittchen vorwärts, auch wenn es mal einen (wie mit der Wut) zurückgeht.

    Vier Tage sturmfreie Bude, da kann ich soviel machen. Montagnacht bin ich nicht hier, sondern übernachte bei einer Freundin. Bekanntermaßen waren da die Aggressionen immer am Stärksten nach den Alk-Sessions am Wochenende, ich denke mal, das kann ich mir vielleicht die nächsten Wochen ersparen. So lange ist es nicht mehr bis zum Tage x.....

    Ja, liebe Skybird, in Deinen Worten liegt viel Wahrheit. Und auch die Folgerung, dass bevor in uns fruchtbarer Boden entsteht, erst mal einiges an Bodenbearbeitung (sterben vom Unkraut vielleicht) erfolgen muss.

    Für mich gab es den Tod meines Arbeitsplatzes, der Beziehung und meines Wohnortes - dadurch kann ich leben - oder beginnen zu leben. Irrig nicht.... Verarmt und von finanziellen Ängsten geplagt - aber wieder ein Mensch....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Sag mir, liebe Hope (oder bin ich begriffsstutzig) warum willst Du mit dem Arzt reden. Wenn Dein Mann meint, er macht bei einer Studie mit, dann ist das o.k. - sind Nebenwirkungen oder andere Dinge, dann muss er sie verantworten.

    Wenn ich das richtig sehe und Dich richtig verstehe, so willst Du ihn gerade schützen. Oder aber der Lüge überführen. Ich habe das hunderte von Malen, aber es bringt mir nichts, denn ein Eingeständnis des notorischen Lügens wär der Weg die Sucht zu erkennen. Mir persönlich brachte mein Wissen um Lügengeschichten nur eines: zu wissen, dass ich keine weiteren mehr hören will und deshalb Unterhaltungen eingestellt habe.

    Ach weißt Du corinna, mein Ex würde auch in keine Selbsthilfegruppe gehen. Warum wohl nicht??? Vielleicht weil dort die Lügen kürzere Beine hätten als bei uns? Vielleicht auch, weil die Gruppe klar sagen würde entweder Du willst oder Du willst nicht?

    Muss Schluß machen, hier gibts "Randale"

    lieben Gruß von Dagmar

    Ja, lieber Lütze,
    kann ich unterschreiben: nichts ist so schlecht, als dass es nicht für irgendetwas gut ist.

    Ich habe im letzten halben Jahr mein gesamtes Leben verloren: Job, Beruf, Partnerschaft. Genau das hat mir mein Leben geschenkt:

    In einem pflegenden Beruf ausgenutzt - sich ausnutzen lassen - gleichzeitig eine Suchtpartnerschaft am Ende der komplette Burnout.

    Ausgebrannt sein - nun werden gerade die schlechten Dinge verbrannt, damit auf der fruchtbaren Erde wieder schöne Pflanzen entstehen können. Der Burnout am Arbeitsplatz brachte mir die Betrachtung was will ich für mich und was nicht. Das in Verbindung mit Antidepressiva hat mir nicht erlaubt eine Suchtbeziehung weiterzuführen.

    Denn auch in meiner Beziehung musste ich nun fragen was will ich und was will ich nicht!

    Meine persönliche Chance liegt im Zusammenbruch alles bisher dagewesenen..... denn die guten Dinge, wie Freunde, die blieben .... Mein Schicksal ist nicht einfach, aber scheinbar ehrlich.....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Joana,
    das Problem hatte ich bis ich mal die 30 überstanden hatte, was natürlich nichts mit dem Alter zu tun hatte. Mein auslösender Faktor war ein Chef der ein Choleriker war.

    Bei schlechter Laune tobte er sich an mir aus, die Kritiken waren oft unangebracht. Erst da begann ich neutral zu überlegen: da ist ein Mensch, der muss sich abreagieren - Du bist diejenige an der er es kann, weil Du in einer untergeordneten Position bist. Ab dem Zeitpunkt konnte ich mit ihm umgehen.

    Für mein weiteres Leben hat das immer zukünftig bedeutet bei allen Dingen, die nicht angemessen waren oder die mich verletzten zu hinterfragen ob es jetzt wirklich um mich geht oder ob ich zu "egobezogen" bin. Oftmals hat sich letzteres bestätigt.

    Wenn eine andere Person etwas neutral sagt und ich es als Angriff empfinde, dann steigern wir uns vom Stöckchen zum Baum. Am Ende sind beide frustriert obwohl es eine Lapalie war.

    Doch, mittlerweile glingt es mir selber auf mich stolz zu sein. Sehen, wenn ich etwas besonderes geleistet habe und benötige nicht mehr die Anerkennung meines Umfeldes. Vor allen Dingen ich kann mich selber über Erfolge freuen und muss dazu nicht von außen motiviert werden.

    Aber es war für mich ein Weg ins eigene Innere, in welchem ich sehen musste, dass da eine Ichbezogenheit ist - speziell wenn etwas schief ging meinte ich, ich sei schuld - die einfach fehl am Platz ist. So wichtig bin ich in der Weltgeschichte nämlich nicht, dass ich der Dreh- und Angelpunkt bin und alles was schief läuft von mir verursacht wird.

    Lieben Gruß und viel Glück auf Deinem Weg.

    Dagmar

    Oh Lilly,
    Du sprichst mir so aus dem Herzen was Medikamente betrifft, die die Sucht lindern sollen. Ein Methadonarzt aus Stuttgart hat mir sehr, sehr viel über die Substitution verraten. Es gibt einige, sehr wenige Fälle, da hat es sich als Hifle ergeben. Hoch gegriffen sind das 5%.

    Bei allen anderen Fällen wurde durch Methadon zwar der Druck genommen, aber weil das Feeling fehlte wurde bei Heroinabhängigen oftmals nun mit Benzos oder Koks zukonsumiert.

    Ich glaube, das Problem ist nicht die rein körperliche Sucht, sondern die damit verbundenen Verhaltensweisen, Orte und Entlastungserinnerungen. Die Gedanken wie schön es einmal mit dem Erleichterungsmittel funktioniert hat. Ein Umstellen über Medikamente dürfte den Druck nehmen, nicht aber die angeeigneten Verhaltensweisen und Muster.

    Ich sehe schon auch die Gefahr durch diese Studie zu einem Versuchskaninchen zu werden. Obwohl ich es toll finde, dass er die Entziehungskur mitmacht und das es den Eindruck macht er arbeitet mit und an sich.

    Gerne würde ich jetzt mal eine Paralelle finden zwischen uns Cos und Alkoholikern - detailliert gesagt, meine persönlichen Erfahrungen. Es gibt in meiner Region keine Selbsthilfegruppen, somit bin ich täglich hier im Forum und habe das Glück mit jemandem befreudet zu sein, die ausgebildete Suchtberaterin ist.

    Im Mai war die Trennung von meinem Partner. Alle Muster, alle Spiele - alle Ups and Downs musste ich in der Zeit erleben. Nur das hier aktive Schreiben, nachfragen von anderen Forumsmitgliedern und der Kontakt zur Nachbarin sorgten dafür dass ich meinen Weg recht straight gehe.

    Ganz erhlich Leute: hätte es niemanden gegeben, der mir auf die Finger geklopft hätte und mich zum Nachdenken zwingen würde, so wäre ich manches mal umgefallen vor lauter Angst um meine unsichere Zukunft. Nicht einmal aus Angst um ihn - nicht einmal aus Angst ihn zu verlieren - aus Angst mein Leben selbstverantwortlich in allen ZÜgen zu regeln! ... und ich bin alles andere als unselbständig....

    Deshalb denke ich persönlich für jeden Suchterkrankten ist der Austausch mit ebenfalls Betroffenen wichtig - vielleicht sogar heilungsnotwendig.

    Viel Glück wünscht Dagmar

    Hallo Margitta,
    es freut mich, dass noch jemand sich mit dem Thema auseinandersetzt. Als ich nämlich, naiv wie ich war, bemerkte ab und zu mal dies oder das, oder einfach immer in Geselligkeit nicht aufhören können, da dachte ich auch immer "na, das ist halt so, Du selber bist einfach überkritisch weil du Alkohol nicht magst, geschmacklich."

    Du, aber Margitta, gib Dich doch nicht auf. Schau, Dein Leben kann noch lange werden - und es kann schön werden. Sag, wie alt sind Deine Kinder - doch bestimmt erwachsen und könnten Dir helfen bei Umzug ect.

    Mein Gott Margitta, man kann doch nicht einfach ein Leben wegwerfen. Es ist doch für Dich, wie Du schreibst gerade nicht lebenswert. Ich meine hier sogar tiefe Trauer zu lesen, eine Trauer, die vielleicht schon alle Kraft hat in den Hintergrund treten lassen.

    Darf ich Dich ganz unverschämt mal fragen ob Du schon mal mit Deinem Hausarzt gesprochen hast? Ob Du vielleicht nicht zur Stabilisierung Deiner Seele einen Psychotherapeuten aufsuchen möchtest, einfach um Dich selber nicht zu verlieren.

    Ich danke Dir für Deine Zeilen und Deine sehr traurige Geschichte. Macht sie doch klar, dass Alkohol eine schleichende Macht ist. Das Problem ist ja, wir versuchen nicht los zu lassen, bleiben gefangen in unserer Abhängigkeit, die immer enger wird. Wir klammern den Süchtigen enger - und diesen zumeist die Sucht - ein tödliches Duo.

    Ich aber hatte mir diese Gedanken noch vor ein paar Monaten nicht gemacht. Irgendwann stellte ich fest er ist Alkoholiker, ich beende die Beziehung. So schön, so gut, was dann aber kam überrannte mich gnadenlos weil ich keinesfalls erkannt hatte, wie tief die Sucht schon ist und wie schwer es dann ist sauber auseinander zu gehen.

    Ich wünsche Dir viel Glück liebe Margitta, Wenn Du magst, so kannst Du gerne in diesem Thema zuhause sein. Denn vielleicht hilft es Dir hier regelmässig über Dich zu schreiben, vielleicht sogar noch für Dich den Absprung zu schaffen bzw. es zu wollen.

    Kein Leben darf nur weggeworfen werden weil Kraft fehlt! Du kannst sie wieder finden - ein Mensch kann so stark sein :)

    Viel Kraft wünscht Dir
    dagmar

    Dann bin ich froh, liebe Lilly, dass ich mich nur missverständlich ausgedrückt hatte. Auch wenn ich nun kaltschnäutzig und brutal oder herzlos erscheine, ich will diesen Menschen am besten weit weg von mir wissen, nicht mehr und nicht weniger. An Hilfe denke ich in keinster Form. Die habe ich ihm auch nicht in den Jahren zuvor zukommen lassen. Nicht eine Flasche Alk geholt - aus Prinzip nicht eine Flasche Leergut zurück gebracht - aus Prinzip nicht von einem Besäufnis abgeholt, da war ich immer straigth, einfach weil der Alk mich schon immer anekelte.

    Dennoch bin ich genauso co wie jene, die für einen Alkoholiker lügen oder den Arbeitgeber stillstellen oder oder oder...

    Vielleicht schäme ich mich irgendwanne einmal dieser schlechten Gedanken, aber dann bin ich wohl in Sicherheit und muß neu und anders reflektieren. Derzeit will ich ihn nur los sein - egal wie. Aber eben ohne selber in das Fahrwasser gezogen zu werden.

    Ich denke, Lilly, er schlägt Deinen Weg ein, aber er hatte es mal in der Hand sich zu entscheiden. Jetzt vermutlich nicht mehr, jetzt dürfte die eigene Willenskraft nicht mehr für eine durchdachte Entscheidung genügen. Es sind ja nunmehr, wenn auch nicht täglich, zig Jahre Alkoholmissbrauch. 43 Jahre und ab Teenagerzeiten wöchentlich einen Rausch bis es dann vor zwei Jahren täglich gesteigerte Mengen wurden. Aus einem Gesellschaftstrinker scheint ein Alkoholiker geworden zu sein.

    Aber Lilly, es ist nicht mehr der Mensch vorhanden nach dem ich mich sehnte. Er ist krank, zu krank, als dass ich helfen könnte - ich sollte erst mal sehen selber wieder zu Kräften und zu einem neuen Job zu kommen, bevor ich mir Gedanken mache was er sich antun könnte oder nicht.

    Es ist nur im Moment so schlimm auf den gepackten Kisten zu sitzen, zu warten, sich Gedanken über dieses und jenes vom Umzug zu machen und nichts tun zu können. Anders wäre es, könnte ich dieses "gehen wollen" schon umsetzen und Kiste für Kiste an meinen neuen Wohnort schleppen.
    Ich kann halt im Moment nur hier im Hause hin und her räumen und es wirkt alles auf mich wie Flickschusterei. Viele Dinge wie rund um den PC kann ich halt leider erst am letzten Tag richten, zumindest am vorletzten....

    Er fährt ja normalerweise am Wochenende zu seinen Sauffreunden. Somit ist es sinnvoll, da ich an einem Donnerstag die Schlüssel bekomme, gleich an dem Freitag kleinere Dinge weg zufahren.

    Der große Umzug kommt dann eine Woche später, da muss ich mich nach den Helfern richten, die eine Woche zuvor nicht können.

    Wenn mein PC am Samstag abgesichert wird, so bemühe ich mich am Montag woanders zu schlafen. Durch extremen Alkoholgenuß am Wochenende steigern sich die montäglichen Agressionen und dass muss ich mir nicht antun.

    Es regelt sich schon Stück für Stück und alles wird für mich durchsichtiger, das ist keine Frage, aber manches wie das Katzenasyl macht mir schon noch Respekt in der Umsetzung.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Tja, liebe Crevette,
    bei mir selber ist zu viel passiert, als das ich im Moment noch die alte Person kenne. Das mag anders sein wenn ich ausgezogen bin und nicht mehr unter seinen Drohungen stehe, aber derzeit ist die alte Person, der ich nachtrauerte, nicht mehr vorhanden.

    Die Entwicklungen von ihm und mir sind so gegensätzlich, dass das was ich jemals empfand oder meinte von ihm zu spüren von ihm nicht mehr mir entgegengebracht wird, wie auch nichts mehr von mir zu ihm transferiert wird, was einem liebevollen oder vermissenden Gefühl ähnelt.

    Hm, Du nun kennst also zwei Personen und fragst Dich, ob oder wie Du sie vereinbaren kannst? Mir persönlich gelinigt es ja leider nicht. Wollte ich das, so würde ich vielleicht versuchen den alten geliebten Menschen als den zu bezeichnen, den ich geheiratet habe und mit dem ich mein Leben verbringen wollte.

    Nach unterschiedlichen Entwicklungen von Dir und Deinem Partner steht Dir nun eine Person entgegen, die Deinen Weg kreuzt, mit der Du aber nicht alt werden möchtest oder nicht Dein Leben teilen willst.

    Vielleicht bist Du in Deinem Gesundungsprozeß schon viel weiter, als Du selber meinst und hast nun innerlich verankert das "er" nicht mehr der ist, um den Du trauern solltest?

    Wer weiß, liebe Crevette,
    lieben Gruß von Dagmar

    Hey Liebe Crevette,
    die Dagmar "undercover" muss Dich aber tatsächlich ein bischen schocken. Weil es mir tatsächlich - aus jetziger Science-Fiction-Sicht - egal wäre wenn er tot umfiele. Aber bitte nicht hier im Haus und am besten dann, wenn ich nichts mehr mit den Dingen zu tun habe, die mich dann perifer berühern würden.
    Würde es so eintreffen, so wäre ich dann vielleicht weniger kaltschnäutzig.

    Derzeit habe ich Probleme mit einer Person, die ich mir im freien Leben nicht als Kontaktperson rausgesucht hätte. Ein Mensch, mit dem ich wie Du so schön sagst, nichteinmal Kaffee trinken würde. Der lebt mit mir unter einem Dach, bedroht mich, bringt Unterstellungen und Gewaltandrohung - hat nicht mal den Durchblick.
    Wenn diese Person tot umfallen würde,hätte ich derzeit kein Problem sondern wirklich die Erleichterung nun in Ruhe packen zu können. Wenn er sich so zurückhält und sein Leben lebt und mich meines Leben lässt ist ja alles o.k. aber in meinem PC zu schnüffeln ect. das muss nicht sein. Von mir zu verlangen ihn reinsehen lassen zu dürfen halte ich für eine Anmaßung da ich seinen auch nicht anwerfe. Denn darauf sind Briefe an Freunde, die nur mich etwas angehen. Deshalb will ich auch seine Inhalte gar nicht sehen.

    Aber genug des Themas, ich versuche meine Schandschnauze zu halten und weiter zu packen. Jetzt ist es mir nämlich auch egal was er bemerkt oder nicht, Terror macht er so und so, also warum soll ich Rücksicht nehmen.

    Jetzt geht es langsam daran die Schränke auszuwaschen und auch mein Katznasyl langsam zu strukturieren. Dort möchte ich aber noch nicht viel machen um die Tiere nicht zu verunsichern. Schade halt, dass noch nichts gepacktes in die Wohnung kann, so steht aller herum. Nun geht es daran die Teppiche sauber zu machen, einfach mal drüber zu reinigen, dass sie später wenigstens einen frischen Touch haben, wenn auch nicht neu sind.

    In diesem Sinne,
    frisch gesprayt und gesaugt wünsch Dagmar einen schönen Nachmittag.

    Ach Bienchen, was ist ein Jahr eines langen Lebens gegen viele Jahr in Ungewissheit und in Fremdbestimtheit?

    Ich für mich kann nur abschließend sagen ich habe viel zu lange gewartet. Hätte ich rechtzeitig reagiert, wie Du es kannst, so hätte ich mein Haus gesucht als es bei uns noch zu keiner offenen Agression kam. Ich wäre dann wirklich bei Nacht und Nebel gegangen.

    Bei mir sind nun die Zeichen des nahenden Auszuges unübersehbar und schüren Alkkonsum und Agressionen, leider auch seine Gegenwart im Hause. Je früher ihr also für Euch die Reißleine zieht, umso besser - ich war zu spät..... Klar und deutlich zu spät......

    Zu gehen bei einem Partner, der noch nicht ganz unter Dope steht ist einfacher als wenn ein Partner ständig den Spiegel hat. Während Leute, die früher schalten als ich, sich einen guten Tag fürs packen oder reden raussuchen können, so gibt es hier keinen 0 Promilletag,

    Achte auf Dich, liebes binchen,
    Dagmar

    Na ja, das mit dem aus der Fassung bringen hört sich gut an. Es gelingt mir persönlich nur peux un peux innerhalb der mir bekannten Situationen. Kommt eine neue auf mich zu, wie die nun erlebten Wutanfälle, so bin ich immer noch ganz leicht zu provuzieren. Schade eigentlich, denn ich weiß dass eine Diskussion nicht bringt und habe nicht mal ein Interesse daran, aber genau diese Unterstellungen, von denen Laurina spricht, die bringen mich auf die Palme.

    Vor allen Dingen kommen jede Menge falscher Unterstellungen und dann Drohungen, da raste ich innerlich fast aus. Äußerlich ist es sicherlich auch noch zu bemerken, denn ansonsten würde er ja nicht immer wieder versuchen mit diesen Aktionen etwas zu erreichen. Mal sehen, ob es mir auf lange Sicht gelingt mich in Gespräche verwickeln zu lassen.

    Ich komme mir nur ausgesprochen kindisch vor Fragen nicht zu beantworten. Aber ich finde den Weg nicht zwischen Akzeptanz der Anwesenheit des anderem und meinem Wunsch eines nicht vorhandenen Kontaktes. Wie ich das für mich umsetzen soll weiß ich echt nicht....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ist vermutlich der gesündeste Weg, der von Kaltblut vorgeschlagene. Sprich: Polizei ansprechen. Deren Streifenwagen fährt dann vorbei und kann auch mal anders in die Fenster sehen als seine Kinder oder fremde Personen.

    Vor allen Dingen, was ich für hilfreich empfinde, wenn etwas passiert sein sollte, dann sind kompetente Menschen vor Ort. Nachreisen würde ich auch keinesfalls. Ich hatte früher beruflich sehr, sehr viel mit der Stuttgarter Polizei zu tun, die sind mit dem Thema Sucht bestens betraut und sicherlich kompetent und gut ansprechbar.

    Hier bei mir auf dem Land ist es etwas anderes, da sind die Dorfpolizisten einfach ganz anders informiert als in Stuttgart, wo ja die Drogenkriminalität und das Suchtpotential imens hoch ist.

    Ach ich sehne mich so nach meiner alten Heimat .... Stuttgart, Esslingen ....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hey Riverdance,
    ich hatte Abstand - haben diesen unterbrochen in der Hoffnung, dass alles friedlich enden kann. Ich merkte schnell dass mir diese Nähe zuviel war und zog mich ebenso schnell wieder zurück.

    Mit dem Resultat, dass es eskalierte, schlimmer noch als bevor ich dachte eine neutrale Annäherung wäre möglich. Ich für meinen Teil weiß nun dass ich den kompletten Abstand - die komplette Abwesenheit des Ex-Partners benötige.

    Bei mir bedeutete die Annährung dass er mir weiterhin Stories erzählte, in mir wieder das Bewußtsein keimte dass alles nur Shows sind und somit ein gewisser Zynismus auftrat, der sicherlich nicht förderlich war.

    In diesem Sinne wünscht einen ruhigen Tag,
    Dagmar

    Tja Pünkterl, ich befürchte, Deinen Wunsch teilen viele mit Dir, dass der Partner "trocken" wird und er ärztliche Hilfe annimmt.

    In meinem Fall ist es so - und hoffe, es bleibt so - dass hier Aggressionen bis zur Eskalation auftreten, sogar wenn ich es mal schwierigerweise schaffe den Mund zu halten.

    Ich weigere mich aber die Aggressionen dem Alk komplett in die Schuhe zu schieben. Das heißt für mich die Grundpersönlichkeit meines Ex verfügt über soviel Wut, die eben durch den Alkohol ungehemmt ans Tageslicht treten. Vermutilch einer der Gründe, warum wir keinen gemeinsamen Freundeskreis besitzen - er passt nicht in meinen und ich in seinen. Eigentlich ganz einfach :)

    Dieses "ich liebe Dich" wurde für mich vor einigen Monaten zur leeren Phrase. Die Handlungen sprachen anderes und tagtägliche Wiederholungen verleiteten mich zu der Aussage, dass ich es für vermessen halte, wenn ein Mensch wie er - alkoholisiert von Liebe spräche - das nämlich würde das Wort Liebe bei all jenen, die wahrhaft lieben zur Farce machen.

    Resultat: ich bekamm einen Schlüsselanhänger geschänkt, der auf Knopfdruck sagt "Ich liebe Dich". Nun also wagte er es wohl nicht mehr diese Worte an mich zu richten, drückte aber dann stattdessen auf den Schlüsselbund.

    Ein Knopf jedoch, der bei mir mittlerweile lahmgelegt wurde - Kurzschluss - Out of Order - Under Construction....

    Eigentlich sind Deine Wünsche nicht paradox Pünkterl, ich glaube auch bei jeder anderen Krankheit wären sie sogar relativ leicht erreichbar. Aber Alkohol scheint Gehirn, Verhalten und einfach das gesamte menschliche Umfeld so zu verändern, dass wenig über Ration geht.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach Lilly,
    mir geht es alles andere als um sein Wohl - sondern nur um meine Ruhe. Da aber grundsätzlich im Umfeld seiner Familie er ja nicht so schlimm dran ist blablabla bin ich dann diejenige, die ihm Tabletten gegeben hat undsoweiterundsofort. Lilly, wenn er außerhalb des Hauses zusammenbricht, so darf er das gerne, denn dann betrifft mich nicht einmal der Notruf. Aber ich will hier raus, ohne dass später noch ein Ratenschwanz auf mich zukommt. Entweder habe ich etwas falsch rübergebracht oder weiß der Schinder, aber alles darf passieren, auch der Tod - aber nicht in meiner Nähe. Ich habe ihn auch schon früher auf dem Boden liegen lassen wenn er besinnungslos umgefallen ist und liegenlassen. Nur sieht das eben nach einer Trennung immer anders aus.

    Es gab in meiner Familie keine Abhängigkeiten, aber eine extrem strenge und lieblose Erziehung, da muss ich Dir in jedem Fall Recht geben.

    D.h. Lilly, es ist am klüsten ihn tot in der Wohnung liegen zu lassen und abwarten bis es stinkt ;) Nicht böse sein, denn meine Science-Fiction-Theorie ging von einer tödlichen Vergiftung aus oder einem Organversagen. Nicht also Hilfe sondern Tod...

    Liebe EMZ, ich kann hier nicht offen schreiben, weil er mir nachspioniert, aber es wurden vielseitige - auch behördliche Vorsichtsmassnahmen - getätigt, die bereits greifen.
    Dazu mehr nach meinem Umzug.

    Oh Lilly, glaub mir es ist mir wirklich egal, wenn meine Frage falsch rüber gekommen ist, denn so gut ich mit Worten spielen kann, Du kennst ja mich nicht als Person, deshalb wäre ja wirklich alles möglich, aber dieser Mensch ist in einem Zustand, dass er keinerlei Gefühle (derzeit!) in mir zu wecken vermag - weder MItleid, noch Sehnsucht, noch 8 Jahre Erinnerung. Mir steht derzeit eine fremde Person gegenüber, wo ich mich morgens frage, wieso wache ich in einem Haus mit einer solchen Person auf. Er ist mir fremd - ich will ihn aber auch nicht kennenlernen.

    Schade, wenn es falsch rüberkam, aber ich denke, Du wirst die weiteren Wandlungen ja noch mitverfolgen dürfen und auch noch anderes, was ich hier derzeit leider nicht schreiben kann, das geht erst nach Abschluss des Vorganges.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen Ihr Lieben,
    das mit der ruhigen Nacht war leider nichts:

    erster Akt - Versuch des gemeinsamen Essens, nach Ablehnung meinerseits
    Aggressionen ohne Ende - Drohungen und Eskalationen
    abschließend dann die Gefühlsschiene.

    Es gelingt mir leider nicht ganz ruhig zu bleiben. So konnte ich gestern nicht umhin zu sagen, er möge mich bitte ansprechen, wenn er auf O Promille wäre.

    Nachdem er mir wieder Achterbahn ect. androhte konnte ich auch hier nicht umhin zu sagen, wenn das so eskaliert, dann müsse eben die Polizei wegen häuslicher Gewalt einschreiten.

    Alles nicht so dolle, aber irgendwie muss ich für mich Grenzen setzen und für mich war es wichtig, auch wenn es nicht ankommt, verbal zu sagen stop(p)

    Persönliche Probleme habe ich mit der Situation, der unterlassenen Hilfeleistung (Science-Fiction, ich weiß). Dadurch, dass er oft morgens wie tot im Bett liegt, ich ihn aber ganz sicher nicht anspreche um Eskalationen zu vermeiden, und er nachts auch nicht auf die Toilette geht könnte immer sein dass Tabletten zusammen mit Alk eine tödliche Wirkung entfachen und ich stundenlang nichts merke. In diesem Fall habe ich Angst dass ich in Dinge reingezogen werde, an deren Verursachung ich nichts zu tun habe. Wenn ich aber erst einen halben Tag nach einem solchen Vorfall den Notdienst hole, dann bin ich die dumme, könnte ich mir vorstellen. Auch wenn er 10 Stunden hier im Haus ist, so geht er im Regelfall nicht auf die Toilette, die man hören würde.

    Mir geht es definitiv nicht um seine Gesundheit oder sein Wohlergehen, denn mir könnte nichts besseres passieren, als wäre er jetzt in einem Krankenhaus, aber so wie er sich aufspielt und durchdreht - selber nichts zu verlieren hat - traue ich ihm alle zu, was mir Schaden bereiten kann. Natürlich auch die Selbstschädigung, die er schon oft genug angesprochen hat.

    Es ist weitgehend das Leergut verschwunden und nur noch wenig sichtbarer Alkohol ziert sein Umfeld. Ich achte nun natürlich auf jede Kleinigkeit, weil ich mich "gelinde gesagt" schon etwas in Gefahr sehe. Nachdem ich ihn aber gestern an meinem PC erwischt habe - meine Daten sind extrem wichtig, da ich Homepages besitze als auch Bewerbungsunterlagen Zeugnisse und und und auf dem PC sind, die ich für die Jobsuche brauche entfällt auch das ausziehen für ein paar Tage.... Halt, wartet mal - am Samstag kommt ein Bekannter um meine Daten zu spiegeln. Als Systeminformatiker kann er mir garantiert zeigen, wie ich meinen Zugang passwortgeschützt sichern kann.... Eine Erleichterung..... huh, wenn alles sich so lösen könnte.....

    Die Situation ist sehr belastend, ich denke, da müssen wir uns nichts vormachen, aber jeden Morgen ist es ein Tag weniger. Wobei ich merke, ich habe weniger Angst vor ihm, als mehr ist es belastend. Körperlich empfinde ich keine oder weniger Angst, ich habe wirklich mehr Angst um die Tiere bzw. hauptsächlich meine wenigen Habseligkeiten. So und so finanziell schwach tut mir jedes Teil weh, welches zerstört wird.

    Wisst Ihr, was mich am meisten verwundert. Er ist für mich ein Fremder geworden. Wenn ich morgens gesund aufwache, so frage ich mich, wer diese Person ist, die da noch schnarcht. Es ist nicht mehr ein Gefühl von "schade" oder "wäre nicht der Alkohol" oder "wenn es doch anders wäre" wie es am Anfang war. Ich habe so irgndwie nur das Gefühl im falschen Film und falschen Haus zu sein.

    Meine gesamten Planungen basieren auf Umzug und später wieder den Bewerbungen, da stören einfach diese Aktionen eines für mich nunmehr Fremden. Ist vielleicht schwer zu verstehen, was ich sagen will. Aber diese Person die hier tobt wie Cravettes Rumpelstilzchen, die stößt mich ab und verhindert Wehmut oder Schmerz, sie bringt Abstand.

    Für mich selber nicht so ganz einfach, dieses veränderte Gefühl einzuordnen. Gepaart mit Angst um meine wenigen Habseligkeiten und den Umzug vor der Türe ist das ein ganz ungewohntes Gefühl für mich.

    LIeben Gruß von Dagmar

    Ich denke, liebe Ahoch4,
    da kommt nun eine heftige Zeit auf Dich zu, egal, wie positiv die Rückkehr sein könnte, Du wirst wahrscheinlich die letzten Tage nicht vergessen.

    Ich kann mich nur Skybird anschließen und sagen sorge für Dich. Viele von uns sind finanziell am Rande und merken doch - um zu überleben - müssen sie sich etwas einfallen lassen und im Notfall von der Hand in den Mund leben.

    Auch ich wurde mit arbeitslos und mein Alkoholiker legte los, ich habe mich getrennt, kriege nichtmal das Geld für Miete und Nebenkosten durch das Arbeitslosengeld, aber es muss "irgendwie" gehen sonst gehe ich auch kaputt.

    Sorge für Dich und Dein Kind und sorgt Euch nicht zu sehr um ihn. Bekommt Dein Sohn mit, dass irgendwas mit Deinem Partner nicht stimmt?

    Lieben Gruß von Dagmar