Guten Morgen Ihr Lieben,
das mit der ruhigen Nacht war leider nichts:
erster Akt - Versuch des gemeinsamen Essens, nach Ablehnung meinerseits
Aggressionen ohne Ende - Drohungen und Eskalationen
abschließend dann die Gefühlsschiene.
Es gelingt mir leider nicht ganz ruhig zu bleiben. So konnte ich gestern nicht umhin zu sagen, er möge mich bitte ansprechen, wenn er auf O Promille wäre.
Nachdem er mir wieder Achterbahn ect. androhte konnte ich auch hier nicht umhin zu sagen, wenn das so eskaliert, dann müsse eben die Polizei wegen häuslicher Gewalt einschreiten.
Alles nicht so dolle, aber irgendwie muss ich für mich Grenzen setzen und für mich war es wichtig, auch wenn es nicht ankommt, verbal zu sagen stop(p)
Persönliche Probleme habe ich mit der Situation, der unterlassenen Hilfeleistung (Science-Fiction, ich weiß). Dadurch, dass er oft morgens wie tot im Bett liegt, ich ihn aber ganz sicher nicht anspreche um Eskalationen zu vermeiden, und er nachts auch nicht auf die Toilette geht könnte immer sein dass Tabletten zusammen mit Alk eine tödliche Wirkung entfachen und ich stundenlang nichts merke. In diesem Fall habe ich Angst dass ich in Dinge reingezogen werde, an deren Verursachung ich nichts zu tun habe. Wenn ich aber erst einen halben Tag nach einem solchen Vorfall den Notdienst hole, dann bin ich die dumme, könnte ich mir vorstellen. Auch wenn er 10 Stunden hier im Haus ist, so geht er im Regelfall nicht auf die Toilette, die man hören würde.
Mir geht es definitiv nicht um seine Gesundheit oder sein Wohlergehen, denn mir könnte nichts besseres passieren, als wäre er jetzt in einem Krankenhaus, aber so wie er sich aufspielt und durchdreht - selber nichts zu verlieren hat - traue ich ihm alle zu, was mir Schaden bereiten kann. Natürlich auch die Selbstschädigung, die er schon oft genug angesprochen hat.
Es ist weitgehend das Leergut verschwunden und nur noch wenig sichtbarer Alkohol ziert sein Umfeld. Ich achte nun natürlich auf jede Kleinigkeit, weil ich mich "gelinde gesagt" schon etwas in Gefahr sehe. Nachdem ich ihn aber gestern an meinem PC erwischt habe - meine Daten sind extrem wichtig, da ich Homepages besitze als auch Bewerbungsunterlagen Zeugnisse und und und auf dem PC sind, die ich für die Jobsuche brauche entfällt auch das ausziehen für ein paar Tage.... Halt, wartet mal - am Samstag kommt ein Bekannter um meine Daten zu spiegeln. Als Systeminformatiker kann er mir garantiert zeigen, wie ich meinen Zugang passwortgeschützt sichern kann.... Eine Erleichterung..... huh, wenn alles sich so lösen könnte.....
Die Situation ist sehr belastend, ich denke, da müssen wir uns nichts vormachen, aber jeden Morgen ist es ein Tag weniger. Wobei ich merke, ich habe weniger Angst vor ihm, als mehr ist es belastend. Körperlich empfinde ich keine oder weniger Angst, ich habe wirklich mehr Angst um die Tiere bzw. hauptsächlich meine wenigen Habseligkeiten. So und so finanziell schwach tut mir jedes Teil weh, welches zerstört wird.
Wisst Ihr, was mich am meisten verwundert. Er ist für mich ein Fremder geworden. Wenn ich morgens gesund aufwache, so frage ich mich, wer diese Person ist, die da noch schnarcht. Es ist nicht mehr ein Gefühl von "schade" oder "wäre nicht der Alkohol" oder "wenn es doch anders wäre" wie es am Anfang war. Ich habe so irgndwie nur das Gefühl im falschen Film und falschen Haus zu sein.
Meine gesamten Planungen basieren auf Umzug und später wieder den Bewerbungen, da stören einfach diese Aktionen eines für mich nunmehr Fremden. Ist vielleicht schwer zu verstehen, was ich sagen will. Aber diese Person die hier tobt wie Cravettes Rumpelstilzchen, die stößt mich ab und verhindert Wehmut oder Schmerz, sie bringt Abstand.
Für mich selber nicht so ganz einfach, dieses veränderte Gefühl einzuordnen. Gepaart mit Angst um meine wenigen Habseligkeiten und den Umzug vor der Türe ist das ein ganz ungewohntes Gefühl für mich.
LIeben Gruß von Dagmar