Beiträge von dagmar007

    oh das ist es liebe Tina, genau das was uns so schmerzt und warum uns allen gute Freunde, die auch kritisch sind, so wichtig sein müssen.

    Ach ich kann das so tausend Mal gut nachvollziehen und danke dem lieben Gott, dass er mich als Teenager selber den Scheiß machen und erkennen ließ, damit ich das nicht im Erwachsenenleben, wo ich viel anstellen könnte dadurch, solche Muster lebe.

    Ich bin so glücklich darüber, dass das unsere Freunde aus ganz anderen Lagern sind und die wenige von seinen, die ich schätze, ganz neutral mit der Situation umgehen. Auch von denen jeder seine Meinung hat. Die muss nicht immer mit meiner identisch sein, aber sie kommt pur und ohne Triangelkomunikation.

    Da bin ich auch seiner Mutter dankbar, mit der ich nicht immer das beste Verhältnis hatte, sie hält sich komplett raus - sagte vor Monaten zu ihm "Du musst wissen was Du tust" Wer sie kennt wusste, dass sie es nicht für gut heißt was er treibt.

    Da habe ich wirklich ganz tolle Menschen um mich herum, die mir so das Leben nicht schwerer machen. Menschen auch, und das schätze ich, die auch in ihm nicht den Bösen sehen, sondern einfach die Person, die sich aufgrund von Promille so unsozial verhält. Das hilft nämlich imens nicht in ein Muster von Wut und Enttäuschung stecken zu bleiben. Genau diese Fairness und diese OBjektivität hat mir erlaubt los zu lassen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach lieber Du,
    Du sagst "Trennen kann ich mich nicht". Wenn Du auf Dich achtest, Dich selber für Dein Glück und Deine Zufriedenheit verantwortlich machen kannst, dann muss das (im Moment ;) auch nicht sein.

    Ich hielt an meinem Ex fest habe gekämpft, dann aufgegebene weil der Alk zusammen mit der Saufbekanntschaft ein zu starkes Duo war. Beziehung war oder ist beendet. Natürlich klappte die Saufbeziehung auch nicht, ein paar Saufkumpels sind noch überig geblieben, mit denen jetzt der Saufdruck geteilt wird.

    Alle die Dinge haben bei mir für soviel Abstand gesorgt, dass die vermeintliche Liebe einen ganz anderen Stellenwert bekommen hat. Ich stehe in meinem Leben und überlasse im SEINES MIT ALK. Ist er klar, kein Problem etwas gemeinsam zu unternehmen, ist er es nicht, auch kein Problem Gespräche einfach zu beenden weil ich ich keine Lust darauf habe.

    Wir leben ja noch unter einem Dach, deshalb ist eine direkte Trennung so erst in ein paar Wochen möglich. Er kämpft und ist der Meinung er wird mich behalten. Kann er, wenn er mit dieser Meinung weiter kommt ;) nicht meine Sache. Ich habe es für mich geschafft unsere Leben zu separieren. Mir geht es auch gut wenn ich weiß er hat nun Saufdruck und geht dem nach. Denn nicht ich habe diesen Druck.

    Und eines dürfte klar sein DU, der Druck scheint auf Alkoholkranke imens zu wirken (auch hier bitte ich um Lilly's Korrektur, falls ich etwas falsch sehe). In meinem Fall scheint das Wissen da zu sein, dass es so nicht geht - auch das Wissen, mich so nicht zurück zu bekommen. Somit wird versucht über Geschenke weiter zu kommen, nun geht auch das nicht. Tja, leider habe ich mich weiterentwickelt und habe auch nette Kontakte in der Nachbarschaft, auch das scheint Druck auszuüben a) wer weiß, vielleicht weiß da schon jemand was und b) Himmel die trinkt schon wieder Kaffee mit dem vom Bautrupp. Mein Leben ist komplett anders als zuvor, selbstzufriedener und offener gegenüber anderen Menschen. Sein Sichtfeld und die Akzeptanz seiner Mitmenschen scheint sich jedoch reduziert zu haben. Je stärker ich werde und desto glücklicher und zufriedener mit mir selber, desto eher steigert sich derzeit scheinbar sein Druck, aber auch die eigene Unzufriedenheit. Ich habe sehr wohl den Eindruck, dass er bei sich eine "Andersartigkeit" bemerkt, diese aber vielleicht nicht einsortieren kann ins Thema Alkohol. Hat ein Mensch, vielleicht Deine Freundin, nun Wirklich Liebe im Herz könnte ihr das zu denken geben. Wenn Du mit Dir glücklich bist, so will sie vielleicht auch irgendwann richtig zu Deinem Glück gehören.

    Schuldgefühle wegen dem Abstand den ich gewinnen muss - um nichts in der Welt! Ich bin nämlich für meine Sicherheit verantwortlich (auch denen gegenüber die mich lieben, so wie meine Mutter). Abstand muss bei Süchtigen sein, weil deren Weg wohl zuweilen einem Absturz gleich kommen kann, wenn auch nicht zwangsläufig muss. Schuldgefühle weil DU DICH SCHÜTZT!!!! Auf keinen Fall!!!!!!!!!!!!!!!

    Ich wollte niemandem weh tun und habe mich selber böse verletzt. So nicht, habe ich erkannt. Nur wenn ich gesund bin, kann mein Ex-Partner oder ich selber daraus Nutzen ziehen!! Also, lieber DU - achte auf DEINE Gesundheit!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ja liebe Tina,
    das Spielchen ist ganz leicht - und als Teenager habe ich es selber gespielt um anderen INformationen zuzuspielen. War kein gutes Spiel und ich habe es sehr früh erkannt - somit bin ich da nicht mehr empfänglich, besser noch, ich blicke es recht schnell wenn das mit mir passieren soll.

    Ist aber ein ganz hartes Spiel! Wenn man das nämlich nicht bemerkt, dann geht man durch die Hölle. NIcht nur durch die gestreuten INformationen, sondern durch die dadurch ständige Rückkehr zum belastenden Thema. Stellt Euch vor, ein guter Freund sagt Euch x-mal am Tag dass Euer Partner sich doch ändern will, irgendwann glaubt ihr dem das durch den Wiederholungseffekt...

    also Vorsicht....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Genau das ist es liebe Tihaso,
    irgenwann waren wir fertig - auch vielleicht bereit etwas zu ändern, deshalb haben wir erst mal im I-net gesucht, sind dann irgendwann hier gelandet. Haben in Beiträgen der anderen gelesen und gemerkt "hoppala" so alleine bin ich nicht, auch andere fühlen ähnlich - ich beginne mal mich zu öffnen. Genau der Zeitpunkt musste es sein, nicht vorher nicht nachher - ich denke all jene, die sich aktuell austauschen arbeiten an sich und können sich gegenseitig stützten.

    AUch gerade was das Alleinsein betrifft oder die Beziehungsprobleme, die sehr wohl dazu gehören. Du Crevette bist gefragt, mit allen Sorgen, Wünschen und Hoffnungen - nicht Dein Ex-Partner! Ich denke wir alle wollen von Dir hören wie es Dir geht und Du Dich fühlst - er selber dürfte uns so egal sein, wie wenn in China ein Sack Reis fällt. Nur mit dem Unterschied - mit dem Sack Reis werden viele Hungrige genährt.....

    Liebe Crevette,
    Deine Situation verstehe ich ganz besonders gut, weil bei mir ja selbiges Spiel ablief. Ja ablief, denn diese Pseudobeziehung ging so was von in die Hosen, wie es nur denkbar ist. Das einzige, was für meinen Ex übrig blieb ist sein noch höherer Alkspiegel, ein garantiert noch geschwächteres ego (weil der vermeintlich Seitensprung nie richtiges Interesse an ihm hatte) und das Bewußtsein, dass ich meinen Weg auch ohne ihm gehe. Nun kämpft er verzweifelt um mich, begreift aber nicht, dass ein Gegner im Alk steckt.

    Alles was mein Ex liefert ist einfach nur wirr. Geschenke bis zum geht nicht mehr, überschlagen in Sachen Haushalt, was seit Jahren nicht mehr der Fall war, aber ... der Saufdruck ist natürlich noch da. Denn an das Thema geht er ja nicht ran - natürlich muss mir bewiesen werden dass man (also er) kein Alkproblem hat. Jetzt muss er also heute die Satschüssel eines Bekannten einrichten und evtl. dort bleiben, weil das ja länger dauern kann. Crevette, da geht es um gesellschaftliche Trinken und um nichts anderes. Da geht es ums ungestörte laufenlassen. Da geht es darum, sich in diesem Niveau als der Stärkste zu zeigen. Vergess alles, was den Schmerz des Betrogenseins betrifft und versuche - wenn das möglich ist - diesen Schmerz anders zu manifestieren. Tihaso hat schon, glaube ich, kluges darüber gesagt.

    Ich spüre diese verdammte Erleichterung des Loslassens wenn ich spüre, der Suchtdruck hat ihn wieder und er düdelt ab. Früher war ich den Tränen nahe, nun kann ich nur für mich denken "viel Spaß". Es lässt mich nicht ganz, aber ziemlich kalt. Denn liebe Crevette, ich habe von Anfang an die Meinung vertreten dass auch ein Abhängiger damit klar kommen muss dass eine jahrelange Beziehung beendet ist. Selbst dann, wenn er sie selber beendet. Was nachkommt ist seltenst von höherem Niveau, denke ich .... Und ich denke auch, dass alkoholkranke das spüren, oft vielleicht nicht einmal wollen aber nicht anders können.

    Als ich gestern die Miniasbachfläschchen entdeckte, liebe Crevette (in der Autokonsole) dachte ich nur: also da ist ein Sicherheitsdepot für Arbeitsplatz und Vorrat. Es tat nicht weh, sondern es war das Gefühl "ja Mädchen, Recht gehabt, es ist so weit". Ohne Wut, ohne Hass aber mit Mitleid, weil das sicherlich ein schweres Leben ist. Aber nicht meins....

    Gerade ist er losgedüdelt um die Satanlage einzustellen - und es danach dann zu "feiern", dass er das kann, wenn er es dann hinkriegt ;) Natürlich nur eine Ausrede oder zumindest eine willkommene Ausrede (sowas dauerte ja doch einige Stunden) die Nacht dann in "was-weiss-ich" zu verbringen und gemütlich mit Promille ausklingen zu lassen. Bevor er mir das sagte und sich verabschiedete muss er wohl noch einen Asbach eingegoßen haben, den portionsgerechten aus den Minifläschchen. Vielleicht hatte er Angst vor Zinober, vor Vorwürfen ect. Seine Angst und nicht mein Problem - ich bin gerade am Backen eines Kirschkuchens... Huich, der Ofen heizt ja vor....

    Bis später,

    Ach liebes Fischlein,
    sein nicht traurig,
    schau, Du gehst in eine ruhigere Zukunft und glaub mir, es ist gut so. Eine Rückkehr ist ja nicht ausgeschlossen, aber eben einfach unter anderen Bedingungen. Oder lass' es mich besser so ausdrücken, die Beziehung muss ja nicht beendet sein, aber einfach Dein Leiden direkt in und an seiner Nähe.

    Schau, mein Ex überschlägt sich darin mich wieder zurück zu bekommen. Schön, aber deshalb hat er immer noch das Problem Alkohol - jetzt drückt es noch mehr auf ihm (wie vermutilch auf dem Deinigen). Wäre es nicht traurig, liebe Fish, so wäre es fast zum lachen, wie er es ein paar Tage ohne seinen Saufkumpel aushält und sich mit Minimalmengen oder Nullmenge durchbringt, das geht nur eine gewisse Zeit.

    Die Pseudobeziehung von ihm ist lange schon im Eimer, hat also im Prinzip nur noch mehr Minderwertigkeitskomplexe zurück bekommen, als er schon hatte. So, nun ist er aber immer noch alkkrank, weiß daß ich ausziehe, aber er mich partout wieder zurück will. So Fish - und nun sind wir genau bei Deinem Partner.

    Was Deiner macht weiß ich nicht, meiner steht unter imensem Saufdruck, dem er aber nicht nachgeben kann, da er ja vor mir den besten Eindruck hinterlassen will. Blind bin ich nicht mehr - und riechen kann ich auch .... Ich hatte mich immer gewundert, wie meiner den Spiegel hielt, obwohl er wohl kein Bier getrunken hatte. In seinem Auto gibt es eine Konsole - da liegen Miniasbach-Fläschchen....

    Schau Fish, Du und ich, wir müssen nichts verstecken - unsere (ex-)Lover sehr wohl. NIcht nur, dass das Leben so für sie gehöriger Stress ist, nicht nur, dass sie demnächst alleine mit ihrem Leben klarkommen müssen, sie wissen auch, warum wir sie "verlassen" haben - egal, wie klar oder unklar sie im Kopf sind .... vermutlich werden sie das kaum verdrängen können.

    Klar Fish, die nächsten Wochen werden nicht einfach, für mich dann bald auch nicht, aber es gibt uns wieder etwas mehr Abstand. Bei meinem Ex merke ich ganz deutlich, dass er tierische Probleme mit dem Saufdruck bekommt. Ich hatte vorhin das Gefühl des Zitterns bei ihm zu sehen, könnte mich zwar täuschen, aber die Vermutung ist da.

    Allein das Fish, was wir jetzt durchziehen, wird den Herren etwas vermitteln - vielleicht keine Einsicht, aber das, dass es Menschen gibt, die umsetzen was sie fühlen - und zwar ohne Substanzen, einfach nur mit und durch den eigenen Willen.

    Schau Fish, wenn ich das hier nicht gerade selber erleben würde, würde ich nicht glauben was abgeht. Ich spüre förmlich sein Problem mit der Sucht, spüre förmlich das Suchen nach Ausreden, spüre den Druck, der ihn selber in die eigene Zange bringt. Früher gab es dumme Kommentare von mir oder ich habe ihn hochgenommen. Nunmehr sehe ich es als seine Sache und es ist mir schnuppe, auch damit hat er ein großes Problem. Bereitet er sich doch schon auf Verteidigung vor und kann sie nicht loswerden. Glaub mir, ähnlich wird es auch bei Deinem Mann laufen. Das normale Gespräch .... ja, geht mit meinem nun auch immer öfters ... weil er mich ja zurück will, aber sein Saufdruck ist dennoch da .... Weißt Du Fish, früher oder am Anfang meiner Erkenntnis tat mir das weh, heute weiß ich wie richtig ich gerade am handeln bin und wie viel stabiler ich geworden bin.

    Natürlich spüre ich auch, dass wir uns nach meinem Umzug vermutlich ganz verlieren werden, trotz aller Bemühungen, die er sich macht. Denn er wird dem Saufdruck nicht standhalten können wenn hier die "richtigen" Probleme beginnen. Aber das soll so sein.

    Lieben Gruß von Dagmar,
    die verdammt gut weiß wie es in Dir aussieht.

    p.s.s ich hätte noch fast etwas vergessen, dem Saufdruck heute schien mein Ex nachgegeben zu haben weil ich mich mit einem der Chefs der Baukolone vor dem Haus eine längere Zeit unterhalten habe und ihm mehrfach Kaffee gebracht habe. Es war unschwer zu entdecken, dass wir nicht nur blabla Gespräche führten... Ob es das alleine war, kann ich nicht sagen, aber es kommt eins zum anderen, denke ich.

    Hallo, lieber Du,
    ich sehe es wie Lilly und denke, es wird immer wieder versucht werden es alleine zu schaffen und irgendwie klappt es dann doch nie. Genau darin sehe ich aber die Chance. Es mag etwas wirr klingen, nur scheint es mir in meinem Umfeld so zu sein, dass genau dieses "nicht gelingen" langsam dazu führen k a n n , aber nicht zwangsläufig muss, die Erkenntniss über die Krankheit zu gewinnen.

    Für mich ist das eine ganz komische Krankheit, die so ganz anders ist als "normale Krankheiten". Für mich ist es wo wirr, dass dadurch, dass ich Abstand gewinne mein Ex-Partner sein Verhalten ändert. Ich hatte ursprünglich vermutet dass nun erst recht "gebockt" wird. Der Druck wird größer auf ihn, desto mehr ich mich selber lebe. Ich kenne es normalerweise so, dass bei Zahnschmerzen liebevolles Versorgen hilft - hier ist es genau anders. Bei Zahnschmerzen wird der Schmerz weniger im Heilungsprozeß, beim Alkohol wohl auch - aber zuvor muss wohl ein gnadenloser Schmerz erstmal den Gang zum Zahnarzt herbeiführen.

    Ehrlich gesagt, lieber Du, auch ich glaube weder das kontrolliertes trinken möglich ist, noch dass mein Ex es alleine schafft, so wie er es sich vormacht. Aber ich denke, dadurch bekommt er die Chance für sich in seine Krankheit zu blicken. Ich habe einmal alle Dinge gesagt, die mir wichtig waren ansonsten lebe ich mein Leben. Und er scheint daran zu schlucken, dass das auch ohne ihm gut geht. Er muss zwangsläufig registrieren, dass ich mich gut versorge und gut für mich sorge. Früher tat ich das auch für ihn. Nun muss er bemerken, dass er mir nicht mehr wichtig ist....

    Vielleicht für seine Zukunft die Chance irgendwann zu sagen, ich falle dauernd um und will das nicht. Früher habe ich geklammert in dem Wissen, die Kumpels sind alle Schluckspechte, da kommt wieder eine Lawine ins Rollen. Nunmehr sage ich für mich "Genieße es, lebe es und lerne oder lerne nicht - Du hast ganz viele Wege, entscheide Dich für Deinen".

    Das soziale Umfeld, welches Lilly anspricht, ist ein ganz gróßes Problem bei uns gewesen. Unsere Freundeskreise sind so unterschiedlich wie unsere Liebe zum Alkohol. Jemand der trocken werden möchte oder es ist sollte aber nicht in Versuchung geführt werden. Im Umfeld meines Ex unmöglich! Aber wenn er sich in diesem Umfeld wohler fühlt, dann ist es eben sein Platz.
    Meiner ist woanders.
    Die Zeit wird zeigen, was er sich und seinem Leben schuldig sein will.

    Viel Kraft wünscht Dir Dagmar,
    die glaubt alles ist möglich - was aber jeder Mensch selber für sich und sein Leben umsetzen muss.

    Mir fällt innerhalb dieses Themas auf, genießen konnte ich schon immer und mich an vielen Dingen erfreuen. Was aber mein Manko war, mir selber etwas zu "gönnen" käuflich zu erwerben, weil Geld immer knapp war und ich erst an die Gesundheit der Tiere oder den Haushalt dachte.

    Ich konnte mich schon immer an vielen Dingen freuen - aber ich ermöglichte mir keine finanziellen Aufwendungen für mich. Brille, exotische Kleidung ect. Eigentlich war das ein Bereich, wo ich nur das nötigste investierte. Was sich nun massgeblich geändert hat!!!

    Aber - dazu hat mich niemand verdonnert - im Gegenteil, ich hatte mich selber beschnitten!!! Eigentlich hat mein Ex mir mehr schönes gekauft als ich mir selber.... traurig für mich und ein schöner Zug von ihm ... trotz aller Alk-Belastung. So muss ich im Nachhinein noch von ihm etwas lernen.... Denn er hat sich seine exotischen Wünsche immer erfüllt. Wie man/frau sieht, gibt es von jeder Seite etwas zu lernen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Du weißt selber, liebe Fish,
    dass das Zeichen seiner Hilflosigkeit sind. Und Du weißt selber, dass das keine persönlichen Angriffe sind sondern Anzeichen seiner Hilflosigkeit. Was bisher mit Wut und genau so klappte geht nun halt nicht mehr. Er bekommt demnächst Zeit zu überlegen, die er hoffentlich nutzen kann.

    Weißt Du, liebe Fish, auch mein Ex sagt mir geradeaus, er will noch nicht wahrhaben dass ich gehe und verdrängt es. Dein Holder kann nun nichtmehr verdrängen, da der Tag X vor der Türe steht. Natürlich kann er sich durchs Trinken Erleichterung verschaffen, auch durchs schimpfen .... dennoch... irgendwann wird er zuhause sein. Da, wo früher ihr als Familie zusammen wart.

    Vielleicht kommt er dann ins grüblen und auch ins Handeln, denn grübeln tut er ja bereits.

    Seit ich anders mit der Sache umgehe kriege ich auch dieses "verzeihen" hin. Dieses nicht mehr dem Schmerz nachrennen, den ich erhalten habe. Denn ich denke fast, diejenigen, die unsere Konsequenzen tatsächlich spüren, für die ist es viel, viel schlimmer. Das, was wir an Folgen durchdacht und geplant haben konnte in uns reifen. Mein Ex verdrängt unangenehmes und hofft es ändert sich - ist es dann soweit, dann geht ihm die Puste aus.

    Ich spüre Tag für Tag deutlicher, dass wenn wirklich ein Co Liebe empfindet nur durch eine Trennung eine Chance besteht. Nur wer auseinandergeht, der kann sich wieder treffen - freiwillig und ohne dem Druck der Routine, ohne der Tatsache, dass man halt nun zig Jahre zusammengelebt hat. NUn nämlich Fish, ziehst Du weg, Ihr könnt Euch treffen wenn ihr wollt und er es kann - aber ihr seht Euch nicht automatisch.

    Ich habe in den letzten Wochen so viele Knackpunkte bemerken müssen, dass ich oft denke, so wirr kann man doch nicht sein. Schau, mein Ex war es gewohnt, dass ich immer zu Hause war, egal welche Touren er brachte. Nunmehr kämpft er - oder versucht es - und es zieht ihm den Boden unter den Füßen weg wenn ich eine andere Verabredung habe und einhalte. Er fällt also in seinen Suchtcharakter zurück. Gut so - denn dann kann er für sich überlegen warum - wenn er eben überlegen will.

    Seit ich loslasse vom Thema "er ist Alkoholiker" hat er nämlich scheinbar ein ganz anderes Problem: ich lebe mein normales Leben und das mit Menschen in meinem Umfeld. Er scheint gerade zu spüren, dass ihm das nicht so gelingt. Somit ein Gefühl der "Minderwertigkeit" - mir fällt kein bessere Ausdruck ein.

    Ist mein Ex nicht in der Lage Verabredungen einzuhalten, so ist es kein Problem für mich die geplanten Dinge selber und alleine zu realisieren. Das war früher nicht so, da gab es Enttäuschung, die ich ihm verbal benannt habe. Jetzt ist es mir egal - denn ich führe das durch, was mir persönlich wichtig ist. Somit ist er nicht im Mittelpunkt, grob gesagt sogar nicht einmal wichtig - alles das scheint etwas anzuregen....

    Die schöne rundliche Flasche verbannt es natürlich nicht, aber es zwingt zuweilen etwas zu sehen. Vielleicht nur verwischt, vielleicht nur schemenhaft - ganz sicher aber die Änderung.

    Ich bin gespannt, liebe Fish, wie es bei Dir weitergeht.

    Lieben Gruß, viel Spaß und viel Freude im neuen Heim wünscht Dagmar

    Hallo Du,
    diese Angst hatte ich auch - dann aber fiel mir auf dass ich bereits mich selber verloren hatte.

    Anfänglich habe ich wie Du versucht über Intelekt und Logik Erklärungen zu bekommen. Ich konnte nicht nachvollziehen, warum Menschen so unlogisch und selbstschädigend reagieren.

    Ich habe dann irgendwann begriffen, dass wenn mein Ex schon nicht gegen die Sucht ankämpfen kann ich das noch viel weniger kann. Ich habe mich auf mich selber konzentriert und versucht meinen Weg zu gehen. Ich habe ein neues Haus gefunden und bereite nun den Umzug vor.

    Langsam scheint er sich Gedanken zu machen, das Thema Hilfe suchen ist für ihn meilenweit weg - aber das ist sein Problem und das des Alkolismus. Sein Druck scheint nunmehr größer zu werden, je mehr ich mich distanziere und den Weg zu mir finde. Es hat viel geholfen durch die anderen zu erfahren wie die Krankheit läuft und dass sie keine Steuerung erlaubt.

    Dadurch habe ich begriffen, er kann sich nur selber helfen - ich kann nur mir helfen. Er hat alle Chancen der Welt, annehmen muss er sie - ich nehme die meinigen Chancen für mein alleiniges Leben wahr und erfreue mich an jeder!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Hallo Ihr Lieben,
    ich dachte ja früher auch immer ich will ihn aber ohne Alk, dann habe ich alles neutral betrachtet und festgestelt -mit oder ohne Alk - es hängt an ganz vielen Stellen.

    Mittlerweile begegne ich meinem Ex auf recht neutraler Ebene, er sucht den Kontakt, scheint zu kämpfen gegen sich selber, den Alk und gegen das Ende der Beziehung.

    Eines aber gilt für mich persönlich: Ich wüsste nicht einmal ob es eine Chance für mich wäre ihn klar kennenzulernen ohne Alk. Ich sehe bei ihm keine Einsicht und deshalb begegne ich ihm jetzt auf einer neutralen Ebene. Höre zu, glaube wenig und verlasse mich auf mein Gefühl ob ich seine Nähe ertrage oder nicht. Ich spüre bei ganz vielen Postings die Hoffnung "wenn er doch nur ohne Alk". Aber eines sehe ich halt auch - selbst wenn er "ohne Alk" nach Therapie und mit ärztlicher Hilfe seinen Weg geht, so muss das nicht ohne Rückfälle laufen. Ich will damit sagen, es ähnelt einem HOffnungsschimmer (ohne Alk) durch den der Kranke unter einen verdammt hohen Druck gesetzt wird und wir die Krankheit ausklammern oder als geheilt betrachten. Leider geht heilen nicht und eine beständige Gefahr verbleibt.

    Ich denke nämlich das ist so wie Tihaos schreibt, wenn die Muster innerhalb des Kontaktes gleich bleiben so ist die Beziehung unausgewogen - mit oder ohne Alk. Das zeigt uns doch einmal mehr, wie wichtig es ist, dass wir unseren Weg gehen und diesen abgekoppelt vom Partner sehen müssen, oder?

    Mir persönlich wäre es auch zu mühsam, mich auf das Verhalten meines Ex einzustellen. Wäre er trocken müsste er ebenso mit sich selber kämpfen wie jetzt, sich finden, sich entwickeln. Ich kann ja nicht seinen Entwicklungsschritt abwarten um mich dann nach ihm in meiner Entwicklung zu orientieren. Je mehr ich loslasse und mein Leben lebe, desto klarer wird mir dass ich der Kern- und Angelpunkt bin. Dieses Ungleichgewicht, von dem Tihaso spricht entsteht wohl dann wenn zwei Seiten unausgewogen sind. Da ich auf die andere Seite keinen Einfluss habe kann ich nur mein eigenes Gleichgewicht herstellen und bei jeglichem KOntakt mit "ihm" auf meine eigene Balance achten.

    Ich komme dann immer wieder bei mir an und der Alkoholkranke kann sich überlegen was er für sich tun oder nicht tun möchte. Egal, wie ich persönlich alles drehe - ich lande immer wieder bei mir.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Andrea,
    ich glaube, ich an Deiner Stelle würde mich bemühen keine vorschnellen Aktionen zu starten. Ich selber bin sehr spontan und schnell mit meinen Aussagen, manchmal tut es mir hinterher leid.

    Wir dürfen nicht vergessen, dass es sich hier um kranke Menschen handelt, die ganz andere Verteidigungsmechanismen besitzen und leider keine neutrale Betrachtugnsweise. Vom Alk wird ihnen viel diktiert, was sie vielleicht nicht wollen, aber tun müssen.

    Für mich persönlich war ganz, ganz wichtig erst zu mir zu finden, die Situation anzunehmen und erst ab da habe ich langsam, jeweils nur einmalig, Themen zum Alkoholmissbrauch angesprochen. Einfach deshalb, weil mein Ex aus Trotz viel gemacht hat, was ein normaler Mensch niemals täte. Dieser Trotz war seine Verteidigung, durch die er Konfrontationen meiden wollten.

    Nun habe ich kein Problem mehr damit, am Anfang sehr wohl. Ich für mich musste erst den Abstand zu ihm aufbauen und die Krankheit von ihm annehmen können um zu wissen wie ich für mich reagieren muss um nicht zu sehr gekränkt zu werden. Auch ich habe Verhaltensmuster, die gepaart mit seinen eine sinnige Diskussion verhindern können.

    Also für mich gilt persönlich erst mal ins Reine kommen mit den eigenen Gedanken und dann sprechen.... Ich wünsche Dir viel Glück bei Deinem Weg.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Guten Morgen Ihr Lieben,
    viel kann ich zur Frage gemeinsame Freunde nicht beisteuern, weil mein Ex und ich einen komplett anderen Freundeskreis haben. Aber es gibt eine "Teilmenge" also ein paar wenige Personen, die mit uns beiden Kontakt haben.

    Einer von Ihnen fragte erst ob die alkoholmengen normal seien, weil er geschockt gewesen wäre. Auf die Frage, ob er meinen Ex selber darauf angesprochen habe sagte er "Nein, ich weiß wo das endet. Mein Schwiegervater war Alkoholiker und starb recht schnell, recht grausig, da helfen Worte nichts".
    Ich denke, genau das ist nachvollziehbar.

    Menschen können ganz ganz leicht eingspannt werden als Übermittler von Informationen. Ich erzähle XY dass ich mich scheiden lasse und vertraue darauf, dass XY das meinem Ex-Partner erzählt. Am besten noch, dass ich XY subtil erzähle, was er bitte dem Verflossenen erzählt. Diese Schritte sind sehr gut möglich. Ich glaube sogar, man nennt es Triangelkommunikation, weil zwei Partner über einen dritten kommunizieren.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ich denke fast, es kann Dir niemand einen Rat geben, liebe Tilda, weil das alles davon abhängt, was Du verkraften kannst, wieviele Hoffnungen Du noch hast und was Ihr beide für Persönlichkeiten seid.

    Ich will mal versuchen meine Situation klar zu beschreiben. Ich bin sicher, dass mein Ex-Partner lange eine große Zuneigung zu mir hatte. Mir hat der Al von ihm abgestoßen und ich mich in allen Bereichen von ihm distnaziert. Ich sagte ihm dass Alkohol in mir Ekel erzeugt und deshalb weder Freizeit noch Erotik mit ihm prickelnd sind. Das konnte er nie versthen, es sind ja nur drei Bier.

    Somit habe ich das Thema nicht mehr angesprochen. Sein Konsum wurde mehr, er traf nun Leute unteren Niveaus, die als Trinkgesellen in einer anderen Stadt fungieren. Unsere Beziehung ist aus und die ersten 6 Wochen gab es einen grnadenlosen Absturz - seit zwei Wochen kämpft er zwischen NULL Promille heute und dem Ultrahochlevel morgen. Ich gewinne den Eindruck, er kämpft mit sich selber - weil er ja kein Alkoholiker ist und er von sich meint Macht zu haben über dieses Suchtmittel.

    Ich habe den Eindruck, dass das für ihn selber zur Belastung geworden ist, aber er kann nicht anders. Spätestens dann, wenn ich nicht erreichbar bin, wie er es sich vorstellte, so lächelt ihn Prinzessin Alk an. Sie soll ihm helfen - nicht ich ! Du und ich, wie sollen wir den (Ex-)Partnern helfen wenn nicht dadurch, dass wir sie der eigenen Verantwortung für sich selber überlassen???

    Wenn Du ihn liebst ... Ich für mich musste feststellen, "wenn oder weil ich ihn liebe" muss ich meinen Weg gehen, damit ich stark und zufrieden werde. Ich muss für mich sorgen, damit ich zu einem Zeitpunkt wo der andere evtl. ernsthaft Hilfe bekommen möchte da sein kann um Fachleute, Kliniken oder Therapeuten auf seinem Weg zu begleiten. Aber ich selber als Angehörige kann weder helfen, noch bin ich neutral noch in der Lage den Ex vor jedem Supermarkt in Ketten zu legen.

    Mein Ex zeigt leichte Veränderungen dadurch, dass ich mich lebe und das auch ohne ihn. Ich brauche ihn nicht um für mich zu kochen. Ich brauche ihn nicht um schwimmen zu gehen. Ich benötige ihn nicht um einen schönen Nachmittag zu haben. Ich weiß welche Kleidung ich liebe, da brauche ich nicht seinen Rat! Dadurch, dass ich bei mir bin bemerkt er meine Stärke und hat ganz viele ????? vor sich.

    Ob er jemals Hilfe suchen wird bei denjenigen, die dafür ausgebildet sind ist mehr als fraglich. Aber ich helfe dadurch, dass ich ihm wieder sein Leben übergeben habe, meine Klammerungen an ihn gelöst habe und ihn nun laufen lasse .... ganz ohne Leine ... zu seinem Suchtdruck, zu seiner Trinkgesellschaft, zu seinen Problemen... einfach zu dem, was er derzeit empfindet.

    Er soll sich leben und ich lebe mich ...

    Lieben Gruß von Dagmar

    p.s. Du kannst hier nachlesen wie schwer alle diese Schritte für mich waren und dass viel Zeit notwendig war zu dieser Ruhe zu kommen, aber mich jetzt auch ein innerer Frieden begleitet, auf den ich um nichts in der Welt verzichten möchte. Auch wenn dieser innere Frieden noch ein sehr zartes Pflänzchen ist, welches geschützt werden muss...

    Uups, lieber Vaan, jetzt lerne ich etwas dazu. Ich habe das "heimliche Trinken" eigentlich gar nicht so bewertet dass derjenige dann selber über sich Bescheid wisse.

    Für mich war das eher der Punkt, dass eben an mehrern Stellen der Vorrat vorhanden ist und einfach ein schneller Weg zur lieblichen rundlichen Flasche gefunden werden kann. Hm, das bringt mich zum stutzen.... Ist es heimliches trinken oder alleiniges trinken, zwar im Endeffekt uninteressant, aber ob heimlich oder unheimlich, wenn der Alk stört, dann muss der Partner sich beginnen frei zu schwimmen, fand ich für mich.

    Die Verstecke, die Du aufzählst (den Wasserkasten hörte ich schon) finde ich schon bedenklich und Stressmacher pur. Was mir auffiel - aber als falsch von meinem Ex benannt wurde, war die Fahrrad-Trinkflasche.
    Ich war erstaunt, dass diese mit Wasser befüllt war - nun ja, einfach um zu spülen. Da ich Erdbeeren waschen musste kam ein Asbachgeruch aus der Spüle. Ich vermute, die Wärme des Wassers hat den Geruch nach oben steigen lassen. War mir egal - weil nicht meine Sache - aber die Antwort war gleich, da war noch nie Asbach drin. Kann sein, kann auch nicht sein, aber der Geruch wirkte auch mich schon eindeutig.

    Boah, aber alles so zu verstecken ist ja ebenso viel Stress, wie danach zu suchen. Seid mal ehrlich, diejenigen, die in der Co-Rolle stecken: das Leben so leben zu müssen ist doch schon grausam genug, was helfen oder bewirken da noch Krach und Zauber mit uns. Wenn sich ein Alkoholkranker das Leben selber so schwer macht und nicht aussteigt, was sind dann schon ein paar vorwurfsvolle Worte?

    Lieben Gruß von Dagmar

    Ach herrje, viel Spaß beim Kontrollieren, liebe Tilda. Auch ich habe das zeitweise getan, jedoch mehr unter der Prämisse und Hoffnung, dass er seinen täglichen Spiegel hat und nicht ausrastet.

    Glaubst Du wirklich, wir würden die Verstecke finden? Vorgestern suchte ich meinen Badeanzug und wundert mich, dass mein Ex so extrem dagegen war, dass ich diesen in einem speziellen Schrank suchte (er versucht gerade zu beweisen dass er auf NULL Promillle ist ;) Warum wohl? In dem Schrank war noch eine Flasche und die Verpackung des Sixpacks.
    Da ich na den Badeanzug suchte war mir das keinen Kommentar wert. Er selber dürfte denken, man(n) ist die doof, das nicht gefunden zu haben.

    So könnte ich Dir Geschichte um Geschichte erzählen. Dieses "kontrollieren" bindet Dich oder mich an ihn und hält uns in Fesseln zum Alk und somit zum Partner oder Ex-Partner.

    Die Mengen, die sie uns benennen, dürften nicht unbedingt stimmen. Das von mir gezählte war im Regelfall das doppelte des gesagten. Aber eigentlich ist ja die Menge nicht interessant wenn es uns grundsätzlich stört, oder?

    Tja, mein Ex-Freund hätte wohl auch ganz gerne gehabt, dass ich ihn nebst seiner Freundin Alk in die Arme schließe und so nehme wie er ist. Da das aber nicht das ist, was ich für mich will habe ich ihm nun die Freiheit gelassen mit den rundlichen Formen seiner Prinzessin Alk zu spielen oder mit Gesellschaftstrinkern, die ihn gerne so nehmen wie er ist.

    Ich selber akzeptiere ihn als Kumpel, kann auch - falls mal nüchtern - was mit ihm unternehmen, aber als Liebhaber dürfte er seine Stellung bei mir eingebüßt haben. Apropos Liebhaber, der Alk ändert ja auch das... zuweilen ...

    Was ist normal? Oh, das eigentlich dürfte weniger die Frage sein, oder? Dir fällt etwas auf, Du fühlst Dich gezwungen zu kontrollieren und Du fragst hier an. Also geht es Dir nicht wirklich gut, oder?

    Aus meinem persönlichen Fall kann ich Dir nur sagen aus anfänglichem geselligen Trinken wurde Frusttrinken - nuinmehr scheint es sich um Alkoholismus in form von Spiegeltrinken zu handeln, welches sich im Regelfall auch mindestens 6 Bier und / oder Asbach-Cola ausdehnt.

    Die Hygiene ist hinten angestellt (es sei denn, er will mich rumkriegen) die Alkfahne müsste eigentlich dem Arbeitgeber auffallen (da mangelnde Hygiene und somit Zähneputzen nicht mehr so der Renner).

    Ich für mich versuche raus zu kommen aus diesem Umfeld durch eine andere Wohnung und das betrachten dessen, was in unserer Beziehung geschah. Egal ob mit oder ohne Alk muss ich sagen, wir leben so unterschiedlich und sind so unterschiedlich im Bereich der Verantwortung, dass es kein "Wir" geben kann. Auch wenn es weh tut, aber das will ich mir nicht antun, anzusehen, wie jemand stürzt. Genau das müsste ich aber wenn ich hier bleibe.

    Ich komme in eigene Gefahren: er hatte früher ständig den Gerichtsvollzieher da, war sehr schön :( Dann die Finanzbehörden wegen nciht bezahlter Steuer :( Dann den Kaminkehrer weil er sich verbotenermaßen eine Feuerstelle in seiner Räuberhöhle gebaut hatte :( Für alle diese, und noch viel mehr, Sachen war ich der Ansprechpartner. Eehhh, hallo - das war mir dann doch zuvie.

    Jetzt geht nicht mehr viel weil der Alk ihn schlapp gemacht hat. Aber immer noch könnte durch seine Handlungen das eine oder andere passieren - ich will das nicht für mich!!!

    Ich denke Du musst Bilanz ziehen, ob Du so leben kannst oder willst. Sicher sind Deine Sorgen richtig, sicher wäre es wichtig sich abzugrenzen, aber willst Du das? Leider, leider, leider gibt es keinen Weg, der von außen auf einen alkoholkranken wirkt.....
    Zumindest ich kenne keinen.....

    Lieben Gruß von Dagmar

    Lieber Koko,
    ich will mal in meinem Nähkästchen "kruschteln". Auch ich hatte früher das Gefühl alles ginge schief, ich würde Pech anziehen blablabla. Es kam daher, dass meine Mutter uns schon so erzogen hat weil sie der Meinung ist wenn sie das schlimmste in Erwägung zieht, so könnte es nicht schlimmer kommen.

    Dadurch aber wurde ich bereits als Kind in negative Erwartungshaltungen gepresst.

    Als Erwachsener versuchte ich damit umzugehen und es ging besser, aber noch nicht gut. Irgendwann einmal habe ich mich gefragt, ob ich vielleicht krank oder narzistisch wäre alles auf mich zu beziehen. Jedes Pech liegt an mir, jeder Krach an mir .... bin ich wirklich so wichtig, dass ich der Auslöser für "alles" bin. Ich bin wichtig - für mich und für Freunde. Aber das Leben orientiert sich nicht an mir und daran dass ich mich für alles verantwortlich fühle.

    Seit einiger Zeit nun versuche ich das Leben so anzunehmen wie es kommt und versuche daraus das Beste zu machen. Gelingt nicht immer, aber immer öfters ;)

    lieben Gruß von Dagmar

    Ich für mich bin "saufroh", dass ich mich fürs gehen entschieden habe. Denn nur dadurch ist er überhaupt gezwungen sich in irgendeiner Form damit zu beschäftigen dass sein Leben anders wird.

    Gefühle, Sehnsüchte ect. werden in ihm nicht geweckt werden, nur einfach das Problem der eigenen Lebensbewältigung. Das denken an Rechnungen, der leere Kühlschrank, auch die leere Bierkiste, alles das zwingt zu Handlungen. Und wird schwerere wenn der Kranke alleine lebt und gezwungen ist auch Zeit mit sich selber - oder dem Alk - zu verbringen ohne ein Umfeld, welchem die Schuld gegeben kann.

    Mein Ex wird demnächst in einem 200 qm Haus leben, mit fast keinen Möbeln, keinen Vorhängen und wenig Geschirr (aber das Fläschchen nährt ja auch ;) Wird ihm nicht einmal groß auffallen, aber auch dadurch wird Druck entstehen, von Seiten des Vermieters (der natürlich seinen Nebenkosten auch nachrasen wird, so wie vor meiner Zeit).

    Ich für mich konnte feststellen, dass seit dem Zeitpunkt, wo ich für ihn nicht mehr berechenbar war, seine Spiele anders wurden und auch das Verhalten. Es entstand wohl sogar eine gewisse Angst vor mir, oder besser gesagt den Worten (die immer nur einmal gesagt wurden). Gleichzeitig bemerke ich, dass er dadurch - dass er nicht mehr haben kann, was jahrelang sein "eigen" war - die Eifersucht langsam keimt. Noch bin ich nicht weg und noch hat er einen Sicherheitsboden unter sich, aber das dauert nur noch ein paar Wochen, dann ist auch diese "Sicherheit" dem Bewußtsein gewichen nun "alleine" zu sein als toller Hecht.

    Glaubst Du wirklich liebe Ettena, Alkoholiker können so einfach alles vergessen, was über Jahre ihr Lebensinhalt war. Ich glaube es nicht! Aber es ist eben an die letzte Position gerückt. Dennoch bin ich mir sicher kein Mensch - egal wie krank - kann ohne eigenes Nachdenken aus einer Beziehung ausbrechen und sich in einer neuen pudelwohl fühlen. Vier wochen, acht wochen, wie gigi sagt "klar" und dann.....

    Nee, nee Mädels - ich bleibe erst mal alleine, freue mich über die Menschen mit denen ich flirten kann ohne Ziel und Zweck und dann werden wir sehen was das Leben noch für mich geplant hat.

    Lieben Gruß von Dagmar

    Liebe Gigi,
    Du sprichst mir aus dem Herzen, da ja auch ich "betrogen" wurde.

    Betrogen weil ich sagte "ich sehe nicht mehr zu". Somit war er gezwungen (gab er selber zu dass er Angst hatte davor, dass ich Schluss mache) sich neue Trinkkreise zu sucnen. Seine Sache - sein Niveau und sein Problem. Ich ziehe mir den Schuh nicht an schlechter zu sein, nicht mehr attraktiv genug ect. Mein Ex versucht munter wieder auf mich zu wirken, was in dem Zustand, in dem er sich zumeist befindet, natürlich aussichtslos ist.

    Ich habe ihm einmal gesagt er könne Trinkgesellschaften wechseln, Wohnorte und Arbeitsplätze, aber seine Krankheit wird ihm überall hin folgen - und die daraus resultierenden Folgen.

    Ist es wirklich schön Abstürze mit an zu sehen? Muss man sich wirklich verlassen fühlen von Menschen, die sich schon längst selber verlassen haben und fast nicht mehr spüren? Gibt es tatsächlich noch etwas, dass es im Bett zu vermissen gibt - ausser dem manchmaligen Schnarchen?

    Sorry, da bin ich mittlerweile ganz bodenständig geworden. Auch wenn ich mal einen Menschen liebte, oder meinte zu lieben, so ist das, was davon übrig blieb nichts mehr, durch was ich verführt werden könnte.

    Es gibt Menschen, die nach der Rente das Leben umkrempeln, warum nicht auch mit 47. Es gibt so viele schöne Dinge auf der Welt und in unserem Umfeld, die ebenso viel bedeuten können wie "er" wir müssen sie nur sehen wollen.

    Und eines, liebe Ettena, spüre ich hier deutlich: mein Ex hat viel mehr Probleme mit seiner Entscheidung als ich. Was meinst Du, wie er der tolle Hecht sich fühlen muss, wenn plötzlich niemand mehr um ihn kämpft und die Gesellschaftstrinkerin auch gar keinen Bock hat. Wenn nunmehr nur ein paar Bekannte übrig bleiben, mit denen man ins Glas sehen kann - dazu aber 60 km weit fahren muss. Dabei immer den Führerschein riskieren (was ihm nicht klar ist) und immer wieder aufs neue versuchen muss zu zeigen wie toll, gut, und verehrungswürdig man ist. Das ist Stress pur, denke ich.

    Nein, dadurch dass mein Ex mich verlassen hat habe ich mich wiederfinden müssen.

    Lieben Gruß von Dagmar

    So, liebe Ettena,
    ich bin 46 und werde in diesem Jahr 47 und? Erstens ist mir derzeit eine Partnerschaft schnuppe, weil ich erst mal eine mit mir selber eingehen sollte. Zum zweiten gibt es so viele Menschen - darunter auch Männer ;) zu denen man/frau einfach nur nett sein kann. Das ist für mich flirten - nett und aufmerksam gegenüber einem anderen zu sein. Sich unterhalten.... Ist mal ein passender dabei, dann interessiert ihn Dein Alter nicht. 10 Jahre jünger oder 10 Jahre älter, ist doch schnuppe.

    Ich war mit meinem Ex schwimmen, er tief im Wasser ich am Rand des Stausees, wo mich ein älterer Herr ansprach. Meinem Ex lief die Eifersucht nur so aus den Badelatschen, die er nicht trug ;) Flirten, nett sein, Menschen kennenlernen - mehr nicht - sich selber mögen und einfach das Leben mit den darin vorkommenden Menschen positiv zu sehen.

    Du trauerst über Dich weil Du selber nicht loslassen kannst. Das ist doch ein Prozeß, der Zeit benötigt. Mensch Ettena, auch ich wurde ausgetauscht. Es stellte sich allerdings raus, nicht als Liebespartner sondern als Geselligkeitstrinker. War für mich fast noch schwerer, als wäre es wirklich Zuneigung gewesen. Aber was soll das alles noch? Ich habe lange getrauert um die Einbildung dessen, was mir verloren schien.

    Dann habe ich meine Augen aufgemacht - es versucht ohne Emotionen: ich will niemanden, der sich nur zur Show die Zähne putzt, ich will nicht Begleiter sein des Kampfes um die eigene Zufriedenheit, die mit einer rundlichen Flasche endet. Ich will nicht der alleinige Depp im Haushalt sein - alle diese Dinge spielten sich bei uns ein, ich spielte mit ... aber ich will das nicht weiterhin.

    Und noch was liebe Ettena: meine Stärke, die ich gerade lerne, meine Unabhängigkeit vom Ex-Lover, macht ihm am meisten zu schaffen! Es gab eine Zeit, da kämpfte ich um ihn und eine Gesellschaftstrinkerin gab ihm das Feeling ein toller Hecht zu sein. Ich lebe mein Leben gut ohne ihm und sie fährt dreispurig mit anderen weiter. Wer nun, lebt friedlicher in sich selbst?

    Ich habe für mich gelernt ihn gehen zu lassen, damit er in vollen ZÜgen genießen kann was seine Entscheidung war.

    Du hast ihn aufgebaut - wie schön ! Ich habe meinem geholfen sein Leben als funktionierend darzustellen - wie schön! Sind wir aber selber schuld, oder? Haben doch wir dadurch Abstürze verhindert, durch die ihnen die Augen aufgegangen sein hätten können, oder?

    Er hat Dir Bedingungen gestellt, Du hast sie erfüllt - wo sind Deine Bedingungen an DEIN Leben. Ich habe mir meine gestellt - die beinhalten ein friedliches Leben, somit passt mein Ex nur noch über Abstand in mein Leben. MEINE BEDINGUNGEN bedeuten meine Lebensphilosophie, nicht seine....

    Noch was : ich bin ebenso alt wie Du, mollig und bestimmt nicht die schönste - aber ich bin ich! Und nur wer mich so mag wie ich bin, der passt überhaupt! Wenn nicht, so passe ich zu mir!
    Ich liebe Leder - ich, 46, mollig - und ich trage Leder (ab und zu) weil ich das Material schön weich finde! Mir gefällt es, wer das nicht sehen will, der soll es lassen!

    Lieben Gruß von Dagmar

    Das liest sich auch für mich schön, liebe Skybird, was Du da schreibst :)

    Ein paar Schritte bin ich weiter, noch viele stehen vor mir. Aber ich merke einfach für mich, dass die schwere der Situation und auch das für mich damalige Tief mich viel weiter brachte als der Schmerz jemals war. Aber das kann ich erst jetzt so sehen. Anfänglich wusste ich nicht mehr, was ich mit (m)einer Welt anfangen sollte, aus der nur Schutt und Asche übrig schien.

    Ich hätte von mir persönlich nie für möglich gehalten, jemals auf so einen Stand zu kommen. Ich bin emotional, spontan und ungeduldig. Eigentlich genau die Dinge, die in einer kranken Beziehung störend sind. Vermutlich ist es aber so, dass dadurch, dass ich mich so angenommen habe wie ich bin - mit dem Jobverlust mit dem Verlust des Hauses und der Partnerschaft - und auch Wut, Enttäuschung aber auch Änderungswillen gelebt habe ich mich selber auch nach außen gebracht habe.

    Mein Ex dürfte nur Bruchteile verstehen, von dem was ich gesagt habe, zu sehr dürfte er wattiert sein vom Alkohol. Aber für mich war es wichtig die Dinge auszusprechen, für mich war es wichtig das zu sagen was es zu sagen gab. Für mich gab es die Chance mich zu reflektieren, meine Verletzbarkeiten und meine Stärken.

    Ich für mich musste merken, wieviel Kraft es kostet sich an jemanden ketten zu wollen, der selber bereits die Kanonenkugel ans Bein gekettet hat. Natürlich tat mir alles weh, tut es wohl auch jetzt noch zu einem gewissen Grad. Vermutlich hoffe auch ich noch für ihn, aber es bestimmt mein Leben nicht - beeinflusst es nicht einmal mehr.

    Ich musste für mich alle Schritte der letzen Wochen wirklich konzeptionieren. Im Haushalt musst Du ein paar Dinge machen (wenn nicht alle vorgenommenen, dann doch einen Teil) Schränke ausräumen musst Du (wenigstens einen am Tag) und so ging mein Spiel Tag für Tag. Ging es mir schlecht, dann zog ich mich in mein Zimmer zurück und dachte über mich und die aktuellen Gefühle nach - was tut mir warum weh. So mussten mir auch Dinge über mich auffallen, die nicht immer einfach sind.

    Und was für mich einfach so wichtig war ist die Distanz zum Ursprungsproblem. Der Alkohol war der Tropfen, der das Fass zum überlaufen brachte. Aber nur der Tropfen. Es gab viele andere die innerhalb unserer Beziehung gekränkelt haben und die wir nicht ändern konnten. Somit ist das ein Kapitel, welches geschlossen werden muss.

    Weißt Du Skybird, es ist nicht so, dass ich sage, ich will mit diesem Menschen nichts mehr zu tun haben. Ich kann mit ihm Rad fahren oder schwimmen gehen aber ich weiß für mich, dass es nichts mit Beziehung oder Liebe zu tun hat solange er sich selber uneins ist oder Alkohol konsumiert. Ich bin wirklich dankbar darüber, dass das für mich nun losgelöster geht. Einfach dadurch, dass ich mir verzeihe kann ich seine Krankheit als solche sehen und ihn einfach nur als Menschen - Individuum - sehen, welches meinen Lebensweg ab und zu kreuzt.

    Viele Informationen und Stärke konnte ich hier gewinnen. Nicht allem kann ich für mich zustimmen, nicht alles ist für mich lebbar. Aber alleine zu wissen, wie andere damit umgehen eröffnet mir die unterschiedlichsten Lösungen.

    Fallenlassen und loslassen in jedem Fall!
    Abstand halten in jedem Fall!
    Das Suchtmittel, Ex-Freund, meiden ist nicht mein Weg. Er ist ein Mensch, mir werden immer Menschen begegnen. Wir verbrachten Jahre zusammen, durch den Alk ist er kein Unmensch oder Untier geworden. Aber eben niemand mehr, nach dem ich mich sehne und niemand mehr, von dem mein Leben massgeblich gesteuert werden kann oder von dem ich abhängig bin. Es waren alles sehr, sehr mühsame Schritte (so wie für jeden von uns). Aber mein Wunsch nach innerem Frieden verläuft in der Lösung vielleicht anders als der von anderen Co-Abhängigen, die mit den Kränkungen und Verletzungen anders umghen. Das ist ja das schöne: jeder hat den eigenen Weg und kann die Möglichkeiten wählen, die ihm selber gut tun.

    Lieben Gruß von Dagmar